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6 Monate nach dem Tsunami: Was hat CARE International

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6 Monate nach dem Tsunami:
Was hat CARE International Deutschland mit seinen Partnern für
die vom Tsunami betroffenen Menschen bisher erreicht?
CARE International Deutschland (CARE ID) hat sich in Absprache mit CARE
International und seinen CARE-Partnern vor Ort auf Nothilfe und Wiederaufbau in
den drei Ländern Indonesien, Sri Lanka und Somalia fokussiert. Die Grundlagen des
Engagements von CARE International und CARE ID sind bereits in dem
vorliegenden 100-Tage-Bericht dargestellt. Sie beinhalten zusammengefasst die
aktive Teilhabe der Bevölkerung an allen Projekten von der Planung bis zum fertigen
Produkt, die sorgfältige Konzeption in längeren Zeitabschnitten von zumeist fünf
Jahren, enge Kooperation innerhalb des CARE-Netzwerks und die flexible
Anpassung aller laufenden Arbeiten an sich verändernde Rahmenbedingungen. Auf
das Problem knapper personeller Ressourcen vor Ort hat CARE ID bereits mit einem
vergrößerten Personalstamm reagiert und wird sein Team zukünftig noch einmal
aufstocken. Das Ziel besteht darin, Koordinatoren längerfristig vor Ort einzusetzen.
I Indonesien
Hintergrund: In Indonesien sind von dem Tsunami mindestens 128.000 Menschen
getötet worden, weit über 500.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren und
insgesamt sind rund 1 Million Menschen von den Folgen der Flut, beispielsweise
durch Verlust von Angehörigen, Arbeit, Hab und Gut betroffen. CARE International
Deutschland hat sich aufgrund der bestehenden langjährigen CARE-Präsenz und
Partnerschaft vor Ort (seit 1967), einer Analyse von Bedarf und Ressourcen sowie
dem guten Verhältnis von CARE International Indonesien zur Indonesischen
Regierung unter anderem für einen schwerpunktmäßigen Einsatz im Land
entschieden.
CARE ID hat sich in Indonesien auf drei Schwerpunkte der Nothilfe für Opfer des
Tsunami konzentriert:
1) Verteilung von Gesundheitspaketen (Health-kits), nach WHO-Richtlinien
gefüllt mit Medikamenten, Verbandsmaterial, Spritzen, Schüsseln,
Handschuhen, Desinfektionsmitten, Vitaminen und anderen relevanten
Artikeln zur Gesundheitspflege
2) Bau von sanitären Anlagen für die Notunterkünfte
3) Hygiene- und Gesundheits-Schulung für Bewohner der Notunterkünfte sowie
Anleitung zur sicheren Gewinnung und Aufbewahrung von Trinkwasser
Die Hilfe auf diesen drei Gebieten ist, wie bei allen CARE International / CARE IDProjekten, selbstverständlich eng verzahnt mit der Hilfe in anderen Lebensbereichen,
wie beispielsweise Ernährung, um den Bedürfnissen der Überlebenden ganzheitlich
gerecht zu werden. Der Bereich der unmittelbaren Not- und Überlebenshilfe ist im
März / April 2005 abgeschlossen worden. Parallel dazu erstellte CARE International
Deutschland Konzepte für langfristige Wiederaufbauprojekte mit einer
durchschnittlichen Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren. Heute konzentriert Care
ID sich auf die Konsolidierung des bisher Geleisteten und auf die Umsetzung der
längerfristigen Projekte.
Nothilfe: Was wurde bisher erreicht?
1) Health-Kits
Nachdem das Ausmaß und die Folgen der Tsunami-Katastrophe deutlich waren,
übermittelte CARE International Indonesien eine Bedarfsanalyse an CARE
International Deutschland. Es wurde deutlich, dass die medizinische Versorgung der
betroffenen Menschen zu den unmittelbarsten Prioritäten zählte. Für die Provinz
Aceh inklusive der Stadt Banda Aceh, die Inseln Simeulue und Nias meldete CARE
Indonesien insgesamt einen Bedarf von fünf Gesundheitspaketen.
Ein solches „Health-Kit“ ist ein 900 kg schweres, aus 25 Einzelpaketen bestehendes
Gesundheitsset, das die auf der WHO-Liste als unverzichtbar eingestuften
Medikamente für die Basisgesundheitsversorgung enthält. Dazu gehören
beispielsweise Schmerzmittel, Antibiotika, Medikamente zur Rehydration nach
Durchfallerkrankungen etc. Ein Standard „Health-Kit“ enthält neben Medikamenten
auch medizinische Einwegartikel und Instrumente, mit Hilfe derer bis zu 10.000
Menschen über einen Zeitraum von drei Monaten versorgt werden können.
Die Medikamente wurden auf dem europäischen Markt mit Hilfe von Action medeor
gekauft, die darauf spezialisiert ist, gemäß internationalen Qualitäts-Standards
Medikamente zur Soforthilfe in Krisengebieten zu beschaffen. Die „Health Kits“
wurden jeweils zur Hälfte von action medeor und von CARE International
Deutschland finanziert.
Die Health Kits kamen und kommen in den von CARE betriebenen mobilen Kliniken
besonders gefährdeten Menschen zugute. Im Rahmen der von CARE Indonesien
betriebenen mobilen Kliniken wurden in Banda Aceh und Aceh Besar allein 9800
Haushalte mit 35.793 obdachlosen Menschen untersucht und bei Bedarf medizinisch
versorgt. Die Zahl der Patienten pro Standort lag anfangs, in der akuten
Nothilfephase, zwischen 50 und 100 pro Tag. Während der zweiten, der
Rehabilitationsphase, lag die Patientenzahl zwischen 30 und 50 pro Tag. Insgesamt
wurden jede Woche über 10.000 Menschen an 49 Standorten medizinisch versorgt.
Neben der Verteilung über die CARE- eigenen mobilen Kliniken, wurde ein großer
Teil
der
Medikamente
und
medizinischen
Hilfsgüter
über
die
Basisgesundheitsstationen (Puskesmas) eingesetzt, die gerade in den ländlichen
und dicht besiedelten Gebieten Indonesiens die Grundlage des staatlichen
Gesundheitssystems darstellen. Behandelt wurden vor allem Menschen mit
Atemwegsinfektionen, Hautinfekten, Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und
Rheuma, bedingt durch die schlechte Ernährungssituation. Als besonderen Erfolg
können CARE und seine Partner verbuchen, dass die befürchteten und in
ähnlichen Katastrophensituationen massenhaft zum Tode führenden
Durchfallerkrankungen mit sorgfältiger Vorsorge bis auf wenige Fälle
verhindert werden konnten.
http://www.mapsofworld.com/thematic-maps/earthquake/earthquake-in-indonesia.html
CARE International Deutschland hat das Projekt mitfinanziert und CARE International
Indonesien hat es in enger Kooperation mit der Regierung Indonesiens, den
regionalen Regierungen, lokalen Nichtregierungsorganisationen und anderen vor Ort
tätigen internationalen Hilfsorganisationen durchgeführt. So konnte beispielsweise
flexibel auf den erhöhten medizinischen Bedarf in Folge des Nachbebens am 28.3.05
auf Simeulue und die bereits relativ gute medizinische Versorgung des Distrikts
Banda Aceh reagiert werden, indem kurzfristig mehr medizinische Hilfsgüter von
Banda Aceh in die erneut überflutete Region geschickt wurden. Durch die Arbeit der
mobilen Kliniken und die Zusammenarbeit mit den Puskesmas konnte eine große
Zahl der am stärksten von Krankheiten betroffenen, bzw. gefährdeten Personen
erreicht und effektiv behandelt werden. Die Arbeit wird mit den verbleibenden
Hilfsgütern fortgesetzt. Eine Hürde bildet mancherorts der Mangel an ausgebildetem
medizinischem Personal.
Für die Rehabilitationsphase hat die indonesische Regierung angeordnet, dass keine
medizinischen Güter mehr direkt an die Puskemas verteilt, sondern entweder an die
Abteilung des Gesundheitsministeriums der Provinz oder des Distrikts übergeben
werden sollen. NGOs wurde allerdings die Erlaubnis erteilt, für die Fortsetzung ihrer
Hilfsmaßnahmen, wie z.B. die der mobilen Kliniken, medizinische Bestände zu
halten. Dies ist ein deutlicher Vertrauensbeweis seitens der indonesischen
Regierung und zeigt die Effizienz der Maßnahmen von CARE International
Deutschland und seiner Partner.
2) Wasser und sanitäre Anlagen
Die Gesundheit der überlebenden Menschen in den schnellstmöglich errichteten
Massenquartieren hängt maßgeblich von sorgfältiger Hygiene ab. Ursprünglich
rechnete CARE International Deutschland daher mit einem Bedarf von einigen
Tausend Latrinen im Land. Nach ausführlicher Beratung mit den betroffenen
Menschen über ihre sanitären Bedürfnisse und darüber, wie nach ihrer Einschätzung
die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal eingesetzt werden können,
widmete CARE International Deutschland das Projektvorhaben in eine deutlich
geringere Anzahl von kombinierten Toiletten- und Duschanlagen um. Diese
entsprechen den traditionellen Gewohnheiten und Hygienestandards der
indonesischen Bevölkerung. So ist es in Indonesien (wie in weiten Teilen Asiens)
üblich, Duschen und Toiletten in unmittelbarer räumlicher Nähe zu einander
aufzustellen, um sich nach dem Toilettengang direkt abzuduschen. Auch ist
Geschlechtertrennung obligatorisch. Für die Nacht ist eine gute Beleuchtung der
sanitären Anlagen unerlässlich, um die Sicherheit, speziell für Frauen, in den Camps
zu gewährleisten. Die Adaption dieses Projekts ist ein gutes Beispiel dafür, dass
CARE ID sich eng mit lokalen Partnern und der Bevölkerung abstimmt, um
kulturellen Voraussetzungen und Wünschen der Menschen vor Ort auch in der
Ausnahmesituation einer Katastrophe Rechnung zu tragen. Insgesamt sorgte CARE
International Deutschland für den Bau oder die Instandsetzung von knapp
sechshundert kombinierten Wasch-, Dusch- und Toilettenanlagen, Latrinen sowie
provisorischen Sickergruben in den betroffenen Gebieten Indonesiens.
Unzählige Menschen konnten so vor Krankheiten bewahrt werden.
Die Mitgliedsorganisationen von CARE
International weltweit unterstützten
darüber hinaus beispielsweise die
Reparatur zerborstener Leitungen,
stellten Werkzeuge zur Verfügung,
übersetzten Gebrauchsanweisungen
für die sanitären Anlagen in die
Landessprache Bahasa Indonesia,
installierten Wassertanks und sorgten
auf vielen weiteren Ebenen für eine
solide
sanitäre
Grundversorgung.
Außerdem ist CARE Personal damit
beschäftigt die installierten Anlagen zu
warten und auszubauen.
3) Schulung und Gesundheitsaufklärung:
Was im geordneten Alltag für die
Bevölkerung
selbstverständliches
Wissen ist, nämlich der Gesundheit
erhaltende Umgang mit Trinkwasser
und sanitären Anlagen, stellt im
Katastrophenfall jeden vor Herausforderungen, die der fachlichen
Beratung
bedürfen:
Wenn
beispielsweise die Kanalisation aus
Zeit- oder Kostengründen (anfangs)
nur aus offenen Leitungen besteht,
müssen Kinder davor gewarnt werden,
an den Abwasserkanälen zu spielen.
Wenn kein Trinkwasser und nicht
genügend Vorrichtungen vorhanden
sind, um das gesamte benötigte Wasser abzukochen, so muss den Menschen erklärt
werden, wie sie ein chemisches Wasseraufbereitungsmittel sicher und effektiv
einsetzen können. Deshalb finanzierte CARE International Deutschland Schulungen
zu solchen und ähnlichen Aspekten der Gesundheitsvorsorge. CARE verteilte in der
ersten Zeit der Trinkwasserknappheit eine große Zahl von so genannten „safe water
systems“, also Fläschchen mit einem Reinigungsmittel auf Chlorbasis, kombiniert mit
Kanistern und Eimern. Das Reinigungsmittel ist, nach einer kurzen Einführung,
einfach anzuwenden, schnell, sicher und gesundheitlich unbedenklich. Eine
Verschlusskappe voll (3 ml.) genügt, um ein Volumen von 20 Litern Wasser auf
Trinkqualität zu reinigen. Allein dadurch können bis zu 85 % aller
Durchfallerkrankungen verhindert werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der CARE-Hygiene-Schulungen bestand zudem und
vor allem darin, Verantwortliche zu finden, die sich um ein sauberes Notlager
kümmern. Durch das enge Zusammenleben sehr vieler Menschen kristallisierte es
sich (analog zu dem Problem öffentlicher Toiletten auch hierzulande) nämlich schnell
als besonders wichtig heraus, klare Verantwortlichkeiten, beispielsweise zur
Reinhaltung der Toiletten, zu schaffen. Mit den rekrutierten „Gesundheitsschützern“
wird nun dauerhaft ein Mindestmaß an Hygiene sichergestellt. Das gesamte Bündel
an Schulungs- und Delegationsmaßnahmen gibt den Menschen in den temporären
Unterkünften alle notwendigen Informationen zu einer selbst bestimmten
Gesundheitsvorsorge an die Hand.
Längerfristige Perspektive:
Mittel- bis längerfristig plant CARE mit Beteiligung von CARE ID in Aceh ein
umfassendes und konzertiertes Wiederaufbauprojekt ganzer Infrastrukturen,
inklusive Wohnraum, Verkehrsinfrastruktur, öffentlicher Gebäude, über ein
Mittelvolumen von voraussichtlich 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird sorgfältig und
nachhaltig geplant, um beispielsweise soziale, ökologische und wirtschaftliche
Kriterien ausreichend zu berücksichtigen. Dabei wird CARE besonders auf die aktive
Einbindung
der
Betroffenen
Wert
legen,
damit
alle
Hilfsund
Wiederaufbaumaßnahmen sich exakt an den Bedürfnissen und Vorstellungen der
Menschen vor Ort orientieren. Daher werden vor jeder Maßnahme zunächst
Komitees gebildet, in denen über alle Fragen des Wiederaufbaus diskutiert
sowie Bedürfnisse und Wünsche artikuliert werden können. Aus diesem Grund ist
derzeit noch keine detaillierte Beschreibung des Projektes möglich.
II Sri Lanka
Hintergrund: Die verheerenden Flutwellen des Seebebens haben viele Gebiete Sri
Lankas stark beschädigt. Besonders schlimm getroffen hat es die Distrikte Mullaitivu,
Kilinochchi, Hambantota, Jaffna, Batticola und Ampara – über 30.000 Einwohner
starben und etwa 500.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Große Teile der
Infrastruktur wurden ganz oder teilweise vernichtet und neben ihrem Besitz verloren
die Menschen auch ihre Lebensgrundlagen. In den betroffenen Gebieten sind die
Gesundheitseinrichtungen überlastet, die schlechten hygienische Bedingungen in
den Sammellagern, sowie die verunreinigten Brunnen erhöhen das Infektionsrisiko.
Viele Überlebende sind traumatisiert durch den Verlust von Angehörigen und
Freunden. Sie brauchen neben der materiellen deshalb auch psycho-soziale Hilfe.
Über zwei Drittel der Toten und nahezu drei Viertel der Einwohner, die ihr Zuhause
verloren haben, kommen aus den hauptsächlich von Tamilen und Muslimen
bewohnten Regionen im Nordosten, die im Zentrum eines seit zwei Jahrzehnten
schwelenden Bürgerkriegs zwischen den Rebellentruppen der LTTE (Liberation
Tigers of Tamil Eelam) und der Regierung liegen. Erst vor zwei Jahren wurde ein
Waffenstillstand geschlossen, doch momentan ist es schwer abzuschätzen, wie die
Notlage die Situation langfristig verändern wird. Es ist nach Ansicht von CARE daher
in Sri Lanka besonders wichtig, alle ethnischen Bevölkerungsgruppen in die
Entscheidungsprozesse des Wiederaufbaus einzubeziehen. Auch Minderheiten
müssen von der Hilfe in vollem Maße profitieren.
Wie hilft CARE International Deutschland (CARE ID)?
Stand der Dinge nach sechs Monaten
Kontext: Bereits seit 1956 engagiert sich CARE International in Sri Lanka, die Zahl
der lokalen Mitarbeiter ist inzwischen auf 650 gestiegen. Aufgrund dieser etablierten
Präsenz war es CARE International Deutschland möglich, sofortige Hilfe in allen
betroffenen Regionen zu leisten. CARE ID unterhält Projekte in den mit am
schlimmsten betroffenen Distrikten Mullaitivu, Kilinochchi und Hambantota. Das
Länderbüro in Sri Lanka arbeitet außerdem in den Provinzen Jaffna, Batticola und
Ampara.
Für die Wiederaufbauhilfe und die Rehabilitationsmaßnahmen, die in einem
Fünfjahresplan verankert sind, hat CARE Mittel im Wert von 68 Millionen Dollar
veranschlagt: 34 Millionen werden in den ersten zwei Jahren, weitere zwölf Millionen
im dritten sowie elf Millionen im vierten Jahr notwendig sein. Bislang wurden
schätzungsweise 100.000 Menschen durch die Hilfsmaßnahmen von CARE ID
erreicht.
Ziele der CARE-Projekte in diesen Distrikten sind der Aufbau der Wasserversorgung
und der sanitären Anlagen, der Wiederaufbau von Existenzgrundlagen, Sicherung
der Ernährung, sowie die psychosoziale Betreuung. Weiterhin werden Notunterkünfte
errichtet und instand gesetzt sowie Medikamente an medizinische Einrichtungen und
Krankenhäuser ausgegeben.
Konkrete Erfolge:
Bislang wurde mit Unterstützung von CARE ID folgendes geleistet:
•
•
•
Der Bau von insgesamt 395 Übergangshäusern in Vadamarachi / Jaffna und
in Mullaitivu ist fast fertig gestellt. In diesen Unterkünften können die
Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, vorübergehend leben, bis die die
Regierung entschieden hat, wo die neuen Siedlungen für die Tsunami-Opfer
entstehen sollen.
Im Rahmen der so genannten „Cash-for-work“ -Programme nehmen 1.967
Freiwillige an den Aufräumarbeiten teil, zusätzlich sind 100 Menschen täglich
beim Wiederaufbau von Straßen aktiv. Ziel dieser Programme ist es,
Einwohner in die Aufbaumaßnahmen zu involvieren und ihnen ein Einkommen
zu gewährleisten, mit sie sich selbständig versorgen und ihre
Lebensgrundlage wieder aufbauen können. Zusätzlich werden durch die
gemeinsame Tätigkeit die sozialen Netze wieder gestärkt und die Menschen
erleben das Gefühl, in einer Gemeinschaft aufgehoben zu sein – und können
so Schmerz und Leid besser überwinden.
Insgesamt haben 6.517 Familien in den Übergangscamps so genannte „nonfood-relief-items“
erhalten,
die
unter
anderem
Haushaltsund
Kochgegenstände, Decken und Kleidung beinhalten. CARE ID hat
diesbezüglich nicht nur eng mit CARE Sri Lanka, sondern auch mit mehreren
anderen NRO und internationalen Organisationen zusammen gearbeitet.
•
Weiterhin hat CARE ID für den Bau zahlreicher Toiletten und Duschen
gesorgt, Brunnen gesäubert und instand gesetzt, sowie Trinkwasser an die
Einwohner verteilt.
Dabei wurden auch die kulturellen Eigenheiten der Menschen berücksichtigt wie
zum
Beispiel,
dass
in
muslimischen
Gemeinschaften
strikte
Geschlechtertrennung sichergestellt werden muss.
In dem im Süden der Insel gelegenen Distrikt Hambantota wurden 25.000 Menschen
von der Flut getroffen: 5.000 Menschen kamen ums Leben und mehr als 20.000
Menschen wurden obdachlos. Die Maßnahmen in der Region richten sich auf die
Instandsetzung von Unterkünften, sanitären Einrichtungen und die Versorgung mit
Trinkwasser.
Bislang hat CARE ID Folgendes bewirkt:
•
Aufgrund der schnellen Hilfeleistungen mehrerer NRO ist der Bedarf an
Notunterkünften mittlerweile gedeckt und alle Menschen sind mit einer
vorläufigen Bleibe versorgt. Ziel der Bemühungen ist es jetzt, den Einwohnern
so schnell wie möglich dauerhafte Wohnhäuser anzubieten und ihnen eine
Existenz zu sichern. CARE ID wird ein Konzept für permanente Unterkünfte in
Hambantota fertig stellen und anschließend mit dem Bau beginnen.
•
183 Menschen erhielten durch „Cash-for-work“-Programme eine finanzielle
Grundsicherung.
•
CARE ID versorgte mit Hilfe von Tanklastwagen die Einwohner mit
Trinkwasser und baute Latrinen und Duschen zur Sicherung der Hygiene.
•
Ein Ausbildungszentrum in Kirinada ist in Grundzügen konzipiert. Etwa 150
Familien werden davon profitieren.
Erfolge des gesamten CARE-International-Netzwerks
CARE International blickt auf fast fünfzig Jahre der Entwicklungszusammenarbeit in
Sri Lanka zurück - dank dieses Erfahrungsschatzes kann CARE International
effektive und qualitativ hochwertige Hilfe leisten. Bevor mit dem Bau temporärer
Notunterkünfte begonnen wurde, hat CARE Konzepte entwickelt und
Versammlungen durchgeführt, in denen die Einwohner ihre Meinungen, Wünsche
und Vorschläge vorstellen konnten. Diese stellten die Grundlage für die Planung dar.
•
•
•
•
•
Die ‚non-food-relief items’ werden durch Vorschläge der betroffenen
Personen, besonders der Frauen, stetig weiter entwickelt. Die Verteilung
wurde dokumentiert und steht in direktem Verhältnis zu den Bedürfnissen der
Menschen.
CARE hat eine Beratungsorganisation beauftragt, die die Auswirkungen der
Notunterkünfte auf die Umwelt untersucht und einen Leitfaden entwickelt, der
von allen Organisationen beim Bau von temporären Häusern benutzt werden
kann.
Seit dem Tsunami hat CARE zahlreiche Foren organisiert. Dies beinhaltete
Koordinationsmaßnahmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene,
Beratungstreffen in den verschiedenen Hilfssektoren und Teilnahme an den
von
der
Regierung,
von
internationalen
Agenturen
und
den
Hilfsorganisationen durchgeführten Tagungen.
CARE hat bei internationalen Zuwendungsgebern erfolgreich dafür plädiert,
den Zeitplan für den Wiederaufbau auf fünf Jahre anzusetzen da nur auf einen
längerfristigen Zeitraum hin ausgelegte Projekte effektiv sein können.
Weiterhin wurde beschlossen, auch indirekt betroffene Personen, also solche,
deren Wirtschaftsräume durch den Tsunami zerstört wurden, in die
Hilfsmaßnahmen einzubeziehen.
CARE hat so genannte „Do-no-harm“-Trainingskurse für das lokale Personal
organisiert. Die Teilnehmer werden darin für Konflikte sensibilisiert, die
während der Wiederaufbaumaßnahmen entstehen können.
Die Hilfe von CARE wird vor Ort anerkannt und als kompetent und zuverlässig
eingeschätzt. Sowohl die Regierung als auch die tamilische LTTE und die
Akteure in den Distrikten haben CARE ihr Vertrauen als ausführende
Organisation ausgesprochen.
CARE war es als einziger internationaler Nichtregierungsorganisation erlaubt,
in dem von der LTTE kontrollierten Gebiet der Wanni Region Erste Hilfe zu
leisten. Zusätzlich war CARE als einziger Organisation unmittelbar nach der
Naturkatastrophe der direkte Zugang zur zerstörten Bezirksstadt Mullaitivu
gestattet.
Eine Auswahl weiterer von CARE International geplanter Maßnahmen für die
nächsten sechs Monate:
Mullaitivu und Kilinochchi:
•
40 feste Unterkünfte werden bis Ende Juli fertig gestellt und bieten 150 Familien
ein permanentes Zuhause.
•
95 Fischer erhalten Fiberglasboote, Außenbordmotoren und Netze bis September
und weitere 1.500 Familien, deren Lebensgrundlage die Fischerei ist, erhalten
Netze bereits bis im laufenden Monat.
•
Insgesamt 100 Familien profitieren von den CARE-Trainingskursen, die Maurer
und Zimmermänner ausbilden.
•
CARE wird zusammen mit einem lokalen Partner eine Salzfabrik errichten, in der
25 Familien eine Anstellung finden werden.
•
Zurzeit baut CARE ein lokales Informationszentrum auf, von dem 334 Familien
profitieren werden und zehn Fischergenossenschaften erhalten Unterstützung in
Form von Trainingskursen und technischem Equipment.
Hambantota:
•
Bis Dezember sollen 150 permanente Unterkünfte ausgebaut sein, weitere
200 folgen im nächsten Jahr.
Jaffna:
•
Reparatur von weiteren 271 Außenbordmotoren bis Ende Juli, wobei ein
einzelner Motor zwei Familien helfen wird, die Lebensgrundlage Fischerei
wieder aufzubauen.
•
150 permanente Unterkünfte sollen bis Ende Dezember fertig gestellt sein,
weitere 850 folgen innerhalb der nächsten drei Jahre.
•
Vor Ende Dezember werden 170 Fiberglasboote mit Motor ausgeteilt, dabei
werden zwei Familien von einem Boot profitieren.
Trincomalee:
•
•
•
253 Notunterkünften und 150 permanente Unterkünfte werden bis Ende Juli
beziehungsweise bis Ende Dezember für die obdachlose Bevölkerung
errichtet.
Vier Mehrzweckgemeindegebäude werden bis Ende des Jahres fertig gestellt
und sieben Zugangsstraßen zu bewohnten Gebieten bis Ende Oktober
repariert.
222 Toiletten, 19 Brunnen, zwei Wassertanks und
Waschplätze sollen bis Ende Dezember errichtet werden.
20
kommunale
•
47 Lehrer und 3.577 Studenten aus 16 Schulen erhalten eine Ausbildung und
Unterrichtsmaterialien.
Batticaloa:
•
276 Notunterkünfte und 676 permanente Häuser werden bis Ende Dezember,
beziehungsweise innerhalb der nächsten drei Jahre errichtet.
•
Der Bau von 42 Brunnen, 42 Waschplätzen und 123 Toiletten wird bis Ende
Dezember beendet sein.
•
Acht Boote mit Außenbordmotoren und Netzen, von denen eines jeweils
sechs Familien dient, werden verteilt. Zusätzlich erhalten Familien, die sich
hauptsächlich von der Fischerei ernähren, 35 Langunenkanus sowie 124
Meereskanus zusammen mit Netzen und anderem Fischereizubehör.
III Somalia
Somalia ist nicht nur ein von der öffentlichen Aufmerksamkeit und dem
Medieninteresse (sowohl vor als auch nach dem Tsunami) weitgehend
abgeschnittenes Land. Die desolate politische (Bürgerkriegs-)Situation, in der sich
bislang keine funktionsfähige Regierung etablieren konnte, sorgt auch für so viel
Chaos und Unsicherheit, dass andere NROs, wie beispielsweise Unicef, sich bereits
aus dem Land zurückgezogen haben. CARE ID hat jedoch, aufgrund der
umfassenden Erfahrung der Umstände vor Ort gute Voraussetzungen für seinen
Hilfseinsatz in Puntland, im Nordosten Somalias. Das Gebiet zählt zu den am
schwersten getroffenen Landesteilen. Hier haben die Fluten fast die gesamte
Infrastruktur fort gespült. Menschen, die nach mehrfacher Flucht vor den
rivalisierenden Bürgerkriegsparteien und wiederholtem Neuaufbau elementarer
Lebensgrundlagen gerade endlich eine bescheidene Existenz aufbauen konnten,
standen plötzlich wieder vor dem Nichts. Als wichtigste Sofortmaßnahme hat CARE
ID mit den betroffenen Menschen die Trinkwasserversorgung durch Tanklastwagen
beschlossen. Die Wagen wurden, gemäß einem generellen CARE-Grundsatz,
örtliche Ressourcen zu nutzen und die lokale Wirtschaft zu unterstützen, von lokalen
Spediteuren gemietet. Die Tankwagen konnten als Übergangslösung für rund drei
Monate eingesetzt werden und damit die Menschen vor dem Verdursten retten.
Mittelfristig ist CARE ID mit dem Wiederaufbau einer durch den Tsunami zerstörten
Schule betraut.
Weitere Informationen über das Engagement von CARE International in den
vom Tsunami betroffenen Gebieten, inklusive Indien und Thailand, finden Sie
in einem am 30. Juni 2005 erscheinenden englischsprachigen Bericht unter
www.care.de. Außerdem finden Sie dort Projektbeschreibungen und Fotos aus
dem Einsatzgebiet.
Axel Rottländer, CARE ID-Referent Asienflut, steht Ihnen zudem als Experte vor
Ort für Interviews und O-Töne zur Verfügung.
Den Kontakt vermittelt CARE ID-Pressesprecherin Kirsten Andrä unter
andrae@care.de oder Tel. 0228 / 9 75 63-23
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