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10 Haftungsfreistellung – was ist das? Sie - Mustertexte.de

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Die Finanzierung Ihres Unternehmens
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Haftungsfreistellung – was ist das?
Sie bekommen Kredit, und ein anderer bürgt für
sie – das ist doch ok!?
Das Kreditrisiko der Hausbank liegt beispielsweise
beim Unternehmerkredit, vergeben innerhalb von
zwei Jahren nach Aufnahme der wirtschaftlichen
Tätigkeit, bei 100 %. Kann der beantragende
Unternehmer zwei Jahresabschlüsse vorlegen, wird
der Unternehmerkredit zu 50 % haftungsfreigestellt. Durch die Beantragung und Gewährung
dieser Haftungsfreistellung wird das Kreditrisiko
auf den nicht freigestellten Teil des Darlehens
sowie auf die Zinsen begrenzt. Die Haftungsfreistellung kann auf fünf Jahre oder für die
Gesamtlaufzeit des Darlehens laufen.
Beispiel Unternehmerkredit
Ein Kapitalbedarf von 400.000 EUR führt zu folgender Finanzierung und Absicherung:
100-%-Finanzierung mit Unternehmerkredit bei
50%iger Haftungsfreistellung reduziert das
Hausbankobligo auf 50 % = 200.000 EUR.
Beispiel KfW-StartGeld
Bei Beantragung von 50.000 EUR (Höchstbetrag)
wird eine 80%ige Haftungsfreistellung gewährt.
Das Obligo des durchleitenden Kreditinstituts liegt
bei 20 %.
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Was bedeuten „De-minimis“-Beihilfen?
Oft gehört und nie verstanden – wir erklären es
Ihnen
Jede Beihilfe hat einen Subventionswert: Zuschuss
= Subventionswert. Bei zinsgünstigen Darlehen ist
dies die Differenz zwischen Marktzins (Referenzzins) und Darlehenszins. Innerhalb von drei Jahren
darf der Subventionswert 100.000 EUR betragen.
Bei Zusage wird der Subventionswert separat mitgeteilt.
Beispiel
Ein Förderprogramm wird zu einem Zins von 4 %
gewährt, während der Marktzins (Referenzzins) bei
7 % liegt. Bei einem Betrag von 200.000 EUR sind
dies 3 % =
Subventionswert.
6.000
EUR
Zuschuss
=
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Wie werden KMU, also kleine und mittlere
Unternehmen definiert?
Kleine und mittlere Unternehmen sind die bevorzugten Adressaten der Förderprogramme
Als Unternehmen gilt – unabhängig von der
Rechtsform – jede Einheit, die eine wirtschaftliche
Tätigkeit ausübt. Dazu gehören auch Einheiten, die
eine handwerkliche Tätigkeit oder andere
Tätigkeiten als Einpersonen- oder Familienbetrieb
ausüben, sowie Personengesellschaften oder
Vereinigungen, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen. Die folgenden
Definitionskriterien sind seit 2005 gültig:
Kleinste (Mikro-) Unternehmen:
• bis zu 9 Beschäftigte und
• Jahresumsatz bis zu 2 Mio. EUR oder
Bilanzsumme bis zu 2 Mio. EUR
Kleinunternehmen:
• kein Mikrounternehmen und
• bis zu 49 Beschäftigte und
• Jahresumsatz bis zu 10 Mio. EUR oder
Bilanzsumme bis zu 10 Mio. EUR
Mittleres Unternehmen:
• kein Kleinunternehmen
• bis zu 249 Beschäftige und
• Jahresumsatz bis zu 50 Mio. EUR oder
Bilanzsumme bis zu 43 Mio. EUR
Familienangehörige, Auszubildende und Schüler
zählen hier nicht zu den Beschäftigten.
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Bezogen auf meinen Kapitalbedarf verfüge ich
über 25 % Barmittel. Der Rückkaufswert
(RKW) meiner Lebensversicherung (LV)
beträgt 30.000 EUR. Habe ich trotzdem
Anspruch auf ERP-Kapital für Gründung
(EKH)?
Wie reich darf ich sein, um trotzdem Fördermittel
zu bekommen?
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Die Finanzierung Ihres Unternehmens
Grundsätzlich haben Sie keinen Rechtsanspruch
auf öffentliche Mittel, jedoch einen Anspruch auf
Gleichbehandlung. Für den Einsatz von ERPKapital für eine Gründung beträgt das
Mindesteigenkapital derzeit 15 % der Bemessungsgrundlage. Bei Vorhaben in den neuen Bundesländern, sofern der Antragsteller von dort stammt,
sind Ausnahmen möglich, wenn ein geringeres
Eigenkapital als 15 % betriebswirtschaftlich vertretbar ist. Die restlichen 10 % können Sie gut als
Reserve für betriebliche oder private Zwecke verwenden. Der Rückkaufswert Ihrer Lebensversicherung kann dem finanzierenden Kreditinstitut
als Sicherheit angeboten werden. (Achtung: Daraus
können sich möglicherweise steuerliche Nachteile
ergeben – machen Sie sich schlau!)
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Wie sinnvoll ist die Berücksichtigung
einer Warenerstausstattung bei meiner
Gründungsfinanzierung?
Die heilige Kuh bei Ihrer Gründungsfinanzierung
heißt „Liquidität“
Die Mitfinanzierung eines ersten Waren- bzw.
Materialbestands wirkt sich liquiditätsfördernd aus
und hilft Ihnen, zusammen mit der Kontokorrentlinie, die Probleme der Anlaufzeit besser zu
bewältigen. Die langfristig finanzierten (die
Rückzahlung wird auf mehrere Jahre verteilt)
Betriebsmittel werden kurzfristig zu Umsatz, es
kommt Geld in die Kasse. Dies ist der betrieblichen
Liquidität sehr förderlich. Das nachfolgende
Beispiel verdeutlicht dies:
Der Kapitalbedarf der Gründung liegt bei 500.000
EUR; darin enthalten sind 120.000 EUR als Warenbzw. Materialerstausstattung. Der Planumsatz liegt
im ersten Geschäftsjahr bei 500.000 EUR, der
Wareneinsatz bei 50 %. Der Gründer rechnet in den
vier Quartalen mit folgender Umsatzverteilung:
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
50.000 EUR
100.000 EUR
150.000 EUR
200.000 EUR
Die bei der Gründungsfinanzierung berücksichtigte
Ware in Höhe von 120.000 EUR reicht also aus, um
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einen Umsatz von 240.000 EUR zu erzielen. Die
ersten sechs Monate sind daher gesichert, ohne
dass größere Zukäufe getätigt werden müssen. Die
Jahreskostenplanung sieht – vereinfacht – wie folgt
aus:
Erlöse
500.000 EUR
- Ware bzw. Material
250.000 EUR
= Rohgewinn (Wertschöpfung) 250.000 EUR
./. Kostensumme
285.600 EUR
= Reingewinn/Betriebsergebnis - 35.600 EUR
Das es sich um ein Einzelunternehmen handelt,
muss der Unternehmer noch Entnahmen für seinen
Lebensunterhalt tätigen, was die Kasse zusätzlich
belastet. Trotz einer Kontokorrentlinie in Höhe von
50.000 EUR ist im folgenden Liquiditätsplan 1 die
Zahlungsfähigkeit nicht gewährleistet. Liquiditätsplan 2 zeigt deutlich die Auswirkung der langfristig
finanzierten Warenerstausstattung – die Liquidität
ist gesichert. Was die ersten zwei Monate in beiden
Liquiditätsplänen betrifft, so wirkt sich die
Vorfinanzierung der Mehrwertsteuer brutal aus.
Diese punktuelle Unterdeckung egalisiert sich wieder mit der Geltendmachung der verauslagten
Steuer beim Finanzamt.
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Gesundheitswesen
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