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Chancen- und Risikomanagement kurz erklärt Um was geht - VZF

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Chancen- und Risikomanagement kurz erklärt
Entscheidend ist nicht die Tiefe des Wissens,
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sondern das Wissen über das Nichtwissen.
Um was geht es beim Chancen- und Risikomanagement?
Organisationen jeglicher Art und Grösse unterliegen internen und externen Faktoren und Einflüssen,
die es ungewiss machen, ob und wann sie ihre Ziele erreichen. Der Effekt dieser Ungewissheit auf die
Ziele einer Organisation wird als «Risiko» bezeichnet. Eine Chance ist die potentielle Quelle eines Risikos, die zu einer positiven Entwicklung führen kann.
Das Chancen- und Risikomanagement der Stadt Zürich
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trägt dazu bei, dass die Leistungserfüllung und Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung jederzeit sichergestellt ist,

schützt Mensch, Umwelt und Vermögen und wahrt die Reputation,

schafft Transparenz bezüglich Chancen und Risiken für die Zielerreichung,

unterstützt die Führung mittels umfassender und aktueller Risikoinformationen,

dient der Erkennung und Steuerung von Risiken durch entsprechende Massnahmen sowie deren Überwachung,

trägt zur Reduktion der Risikokosten bei und
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fördert das Chancen- und Risikobewusstsein bei allen Mitarbeitenden.
Welchen Hintergrund hat das Projekt?
Ende 2007 hat der Stadtrat ein neues Risiko- und Versicherungskonzept genehmigt. Kernstück dieses Konzeptes ist eine neue Versicherungslösung, welche nur noch Grossschäden deckt. Kleinere Schäden werden durch
die Dienstabteilungen bzw. die städtischen Versicherungsreserven gedeckt. Das Konzept bezweckt eine Abkehr
von der bisherigen «Versicherungsmentalität» hin zu einem eigenverantwortlichen Umgang der Dienstabteilungen mit den Chancen und Risiken. Basierend auf diesem Versicherungskonzept wurde eine neue Versicherungslösung ausgeschrieben, welche seit dem 1. Januar 2009 in Kraft ist. Anschliessend wurde in einer departementsübergreifenden Arbeitsgruppe das Konzept für ein Chancen- und Risikomanagement in der Stadt Zürich
erarbeitet.
Die Chancen- und Risikoausprägung einer jeden Dienstabteilung sowie das in der Dienstabteilung vorhandene
Know How bzw. die vorhandenen Ressourcen erfordern eine unterschiedlich hohe Intensität der Betreuung. Die
Dienstabteilungen werden ihren Bedürfnissen entsprechend vom Kompetenzzentrum für Risiko- und Versicherungsmanagement (RVZ) unterstützt. Grosse Dienstabteilungen haben in der Regel eigene Chancen- und Risikomanager eingestellt. Hier sind zuhanden der konsolidierten Sichtweise lediglich Minimalangaben zu liefern.
Die übrigen Dienstabteilungen werden bei der Aufarbeitung ihrer Chancen und Risiken von RVZ unterstützt.
Nach der Ausbreitung des Chancen- und Risikomanagements in der Stadt Zürich im Jahr 2011 und Anfang
2012 wird Mitte 2012 erstmals ein Chancen- und Risikobericht über die Top-Risiken und –Chancen zuhanden
des Stadtrates erstellt. Als Basis für den stadtweiten Bericht erarbeiten die Dienstabteilungen anlässlich von
Workshops eigene Berichte. Die Berichte werden jährlich aktualisiert. Dies kann durch die Dienstabteilung selber geschehen oder wieder mit Unterstützung durch RVZ mittels eines Update-Workshops.
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NZZ, 29. Oktober 2008, Artikel «Was lernt die Lehre aus der Finanzmarktkrise?» von Thorsten Hens
18. April 2011
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Chancen- und Risikomanagement kurz erklärt
Wie werden die Chancen und Risiken ermittelt?
Die Chancen und Risiken der Dienstabteilungen werden während eines in der Regel eintägigen Workshops
erhoben. Da ein Tag für die Erhebung auch für eine kleine Dienstabteilung sehr knapp bemessen ist, sind entsprechende Vor- und Nachbearbeitungsanlässe nötig. Der Standardablauf der Workshops ist wie folgt geplant:
 Vorgespräch zwischen RVZ und den verantwortlichen Personen der DA
 Kurze Informationsveranstaltung in der Geschäftsleitung der DA
 Ganztägiger Workshop
 Präsentation Bericht in der Geschäftsleitung der DA
 Genehmigung Bericht durch Geschäftsleitung der DA
Die Chancen und Risiken werden nach folgendem Prozess erhoben:
Prozessschritte
Ergebnisse
5. Controlling
1. Erstellen Zusammenhang
Chancen- und Risikoliste
2. Identifikation
3. Beurteilung
4. Umsetzung
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Prozessschritt
Erstellen
Zusammenhang
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Identifikation
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Beurteilung
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Umsetzung
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Controlling
18. April 2011
Ausdiskutierte Chancen- und Risikopolitik
Umfeldanalyse
Organisatorische Festlegungen
Chancen- und Risikolandkarte
Beschreibung der Chancen und Risiken
Chancen- und Risikobericht mit Massnahmen
Bewältigte Risiken
Ergriffene Chancen
Beschreibung
Durch Erstellen des Zusammenhangs bringt die Organisation ihre Ziele zum Ausdruck, definiert die externen
und internen Einflussfaktoren, die beim Chancen- und Risikomanagement zu berücksichtigen sind und legt
den Geltungsbereich und die Risikokriterien für den nachfolgenden Prozess fest.
Ziel dieses Schrittes ist es, auf der Grundlage der Ereignisse, welche die Erreichung der Ziele der Organisation sicherstellen, unterstützen, verhindern, verschlechtern, beschleunigen oder verzögen, eine umfassende
Liste der Chancen und Risiken aufzustellen.
Die Risikoanalyse fliesst in die Risikobewertung und in Entscheidungen darüber ein, ob Risiken zu behandeln
sind und welche Strategien und Methoden der Risikobewältigung für sie am besten geeignet sind. Die Risikobewertung dient auf der Grundlage der Ergebnisse der Risikoanalyse zur Unterstützung der Entscheidungsfindung über die Notwendigkeit und über die Prioritäten der Risikobewältigung.
Die Risikobewältigung umfasst die Auswahl und Umsetzung einer oder mehrerer Optionen zur Veränderung
der Risiken. Nach ihrer Anwendung sorgt die Risikobewältigung für die Bereitstellung oder Veränderung der
Risikokontrolle.
Überwachung sowie Überprüfung sollten einen eingeplanten Teil des Risikomanagementprozesses bilden und
umfassen eine regelmässige Kontrolle oder Aufsicht. Sie können periodisch oder bei gegebenem Anlass
durchgeführt werden.
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Möglich
Sehr
wahrscheinlich
Chancen- und Risiken werden in der Regel in
einer Matrix dargestellt. Basierend auf dieser Darstellung werden insbesondere für Risiken mit hoher Eintretenswahrscheinlichkeit und grossen
Auswirkungen Massnahmen ergriffen. Erkannte
Prozessrisiken erfordern Anpassungen des Internen Kontrollsystems (IKS).
Raubüberfall
Die Chancen und Risiken werden beschrieben
und es werden entsprechende Massnahmen definiert.
Unwahrscheinlich
Sehr selten
Selten
Wahrscheinlichkeit
Chancen- und Risikomanagement kurz erklärt
Unbedeutend
Gering
Spürbar /
erheblich
Kritisch
Katastrophal
Auswirkung
18. April 2011
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Chancen- und Risikomanagement kurz erklärt
Chancen- und Risikopolitik der Stadt Zürich
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Leitgedanken
Die Stadt Zürich geht kalkulierte Risiken ein: Statt alle Risiken risikoscheu zu vermeiden oder die restlichen aufwändig zu versichern, werden Risiken bewusst getragen oder eingegangen, um die damit verbundenen Chancen wahrzunehmen. Die Risikopolitik der Stadt Zürich
bildet die Grundlage für ein ganzheitliches, strukturiertes und stadtweites Chancen- und Risikomanagement. Dieses Instrument trägt dazu
bei, die Risiken unter Berücksichtigung des Schadensausmasses, der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Chancen und der Risikofähigkeit der
Stadt Zürich zu bewältigen.
Das Chancen- und Risikomanagement der Stadt Zürich beinhaltet alle Risiken, insbesondere strategische Risiken, operative Risiken, Finanzrisiken, Beteiligungsrisiken, Projekt- und Prozessrisiken.
Ziele des Chancen- und Risikomanagements
Das Chancen- und Risikomanagement der Stadt Zürich
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trägt dazu bei, dass die Leistungserfüllung und Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung jederzeit sichergestellt ist,
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schützt Mensch, Umwelt und Vermögen und wahrt die Reputation,

schafft Transparenz bezüglich Chancen und Risiken für die Zielerreichung,
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unterstützt die Führung mittels umfassender und aktueller Risikoinformationen,
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dient der Erkennung und Steuerung von Risiken durch entsprechende Massnahmen sowie deren Überwachung,
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trägt zur Reduktion der Risikokosten bei und
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fördert das Chancen- und Risikobewusstsein bei allen Mitarbeitenden.
Prinzipien und Grundsätze
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Vorgesetzte und Mitarbeitende unterstützen das Chancen- und Risikomanagement der Stadt Zürich.
Fehler dienen als Chance für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Vorgesetzte haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion.
Durch ihr wertschätzendes Verhalten fördern sie Vertrauen und schaffen Anreize, um Chancen und Risiken offen anzusprechen.
Gegenseitige Information und Kommunikation sind Bestandteile des Chancen- und Risikomanagements.
Mit dem Instrument Chancen- und Risikomanagement werden Risiken frühzeitig erkannt und Massnahmen eingeleitet, um sie zu
eliminieren, zu reduzieren oder bewusst einzugehen.
Ist ein Schaden eingetreten oder beinahe eingetreten, wird das Ereignis analysiert und es werden Massnahmen für die Vermeidung
oder Verminderung zukünftiger Schadenfälle abgeleitet.
Das Chancen- und Risikomanagement und andere Management Instrumente, insbesondere interne Kontrollsysteme, werden aufeinander abgestimmt und sind integraler Bestandteil der Geschäfts- und Führungsprozesse.
Die Stadt Zürich bevorzugt Partner, die Chancen- und Risikomanagement betreiben.
Zielkonflikte werden offen gelegt.
Umsetzung des Chancen- und Risikomanagements
Bei der Einführung und beim Betrieb des Chancen- und Risikomanagements werden Kosten und Nutzen berücksichtigt.
In der Ausgestaltung des Chancen- und Risikomanagements sind die Dienstabteilungen grundsätzlich frei. Es müssen jedoch zuhanden der
gesamtstädtischen Sicht gewisse Mindestangaben aufgearbeitet werden.
Review und Verbesserung
Die Risikopolitik sowie die Funktionsfähigkeit des Chancen- und Risikomanagementsystems werden laufend überprüft und den Anforderungen der Stadt Zürich entsprechend angepasst.
Zuständigkeiten
Der Stadtrat hat die Aufsicht über das stadtweite Chancen- und Risikomanagement.
Die Departemente ernennen eine für das Chancen- und Risikomanagement verantwortliche Person. Diese Verantwortlichen koordinieren
das Chancen- und Risikomanagement in ihrem Departement.
RVZ ist Prozesseigner für den gesamtstädtischen Chancen- und Risikomanagementprozess und erstellt jährlich zu Handen des Stadtrats
einen gesamtstädtischen Risikobericht. RVZ unterstützt die Dienstabteilungen bei ihrem Chancen- und Risikomanagement.
Die Dienstabteilungen sind für die Umsetzung des Chancen- und Risikomanagements verantwortlich. Eine allfällige dienstabteilungsspezifische Konkretisierung der Chancen- und Risikopolitik lehnt sich im Grundsatz an die vorliegende, gesamtstädtische Chancen- und Risikopolitik an und darf dieser nicht widersprechen. Die Direktorinnen und Direktoren sind für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Chancen- und Risikomanagements verantwortlich. Die Dienstabteilungen ernennen eine für das Chancen- und Risikomanagement verantwortliche Person. Diese Verantwortlichen koordinieren das Chancen- und Risikomanagement in ihrer Dienstabteilung.
Jedem Risiko bzw. jeder Chance wird als Risikoeigner bzw. als Chanceneigner eine verantwortliche Person in der jeweiligen Organisationseinheit zugeordnet.
Wo sind weitere Informationen erhältlich?
Weitere Informationen zum Chancen- und Risikomanagement sind im Intranet abrufbar. Gerne erteilen Ihnen
die nachfolgenden Personen weitere Auskünfte:
Thomas Kuoni
Tolga Ece
Dr. Edyta Luba
Vizedirektor Finanzverwaltung
Leiter RVZ
Risikomanagerin
044 412 32 72
044 412 52 06
044 412 51 98
thomas.kuoni@zuerich.ch
tolga.ece@zuerich.ch
edyta.luba@zuerich.ch
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Vom Stadtrat mit Beschluss 435/2011 am 13. April 2011 genehmigt
18. April 2011
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