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05.08., 10.15 Uhr, Jeremia 1,4-10, Pfr. Sigloch - Evangelische

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Predigtgottesdienst am 5. August 2012 (9. Sonntag n. Trin.)
10.15 Uhr in der evang. Kreuzkirche, Reutlingen
Predigttext Jeremia 1,4-10
Liturgie + Predigt: Pfr. Stephan Sigloch
Orgel: Herr Mathias Böckmann
Begrüßung + Lesung: KGR Siggi Weber
Mesner: Herr Artur Krieger
Glockengeläut
Vorspiel
Herr Böckmann
Begrüßung
KGR Siggi Weber
Thema des 9. Sonntags nach Trinitatis: „Anvertraute Gaben (Begabung und Verantwortung)“
Wochenspruch: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern“
(Lukas 12,48)
Lied
„Gott liebt diese Welt“
EG 409 (1-8)
Votum/Liturgischer Gruß
gesungen „Amen“
Psalmgebet
„Von allen Seiten umgibst du mich“
„Ehr sei dem Vater ...“ (EG 177,1)
Liturgin:
Gemeinde:
EG 770
„Der Herr sei mit Euch!“
„und mit Deinem Geiste!“
Gebet
Dreieiniger Gott, du hast uns eingeladen zu diesem Gottesdienst. Du rufst uns heraus und berufst uns zu
einem Leben in deiner Gegenwart. Nun sind wir hier, weil du da bist.
Hilf uns, zur Ruhe zu finden, dass wir dich hören - in den Liedern und Texten. Lass uns deine Nähe spüren
im Miteinander der Gemeinde, die wir sind. Segne uns mit der Gewissheit, dass du uns liebevoll ansiehst
und für uns da bist in dieser Stunde. Amen.
Was wir mitbringen, was uns bewegt, sagen wir unserem Gott in der Stille:
Stilles Gebet
Wir kommen zu Dir, dreieiniger Gott: Wer sonst hat Worte des ewigen Lebens? Amen.
Gesang
Schriftlesung
Wochen-Lied
„Oculi nostri ...“ / „Unsere Augen ...“
KGR Siggi Weber
EG 787.6
Text: Matthäus 7,24-27
„Ich weiß, mein Gott, dass all dein Tun“ EG 497,1-5
Predigt
Einleitung.
„Was machst du, wenn dein Leben sich mit dir treffen will? Gehst Du hin?“ (Hinweis auf C. Ahern, Ein
Moment für's Leben, in: R. Joyce, Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry, S. 383) . Diese Frage hat mich
angesprochen: „Was machst du, wenn dein Leben sich mit dir treffen will? Gehst Du hin?“ - denn
ich werde danach gefragt, ob ich weiß, wer ich bin?
Ob ich bereit bin zu einem Treffen? Wenn sich mein Leben mit mir treffen will, dann werden da
verschiedene Menschen einander begegnen: Der, der ich in meinen Augen bin trifft, den
Menschen, der ich in den Augen anderer bin und den, der ich in den Augen Gottes bin. - Der ich
geworden bin trifft den, der ich werden sollte und den, der ich noch werden kann. Im Letzten
stehe ich vor der Frage, ob ich denn „mit mir selber eins“ bin? Wer bin ich? Und wozu? Was ist
der Grund meines Daseins, was der Zweck und der Sinn, was das Ziel? Habe ich eine
Bestimmung?
Es gehört zu unserem Menschsein, liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde, dass uns auch
solche Fragen beschäftigen. Manchmal kommt eine Antwort aus einer Richtung, aus der wir sie
nicht erwarten – und manche dieser Antworten fordert uns heraus, weil sie eben nicht nur
„Antwort“ ist, sondern „Verantwortung“ überträgt. Und immer gilt: Die Wahrheit einer Antwort
erfahre ich nur auf einem Weg … das heißt in einem Bild gesprochen: ... Wenn mich jemand fragt:
„Wie ist es in [Stadt/Land]?“ - dann kann ich als Antwort einen Reiseführer oder eine
Internetadresse weitergeben oder eine Landkarte...
Solch eine praktische Antwort gibt auch der Predigttext für diesen Sonntag – auch wenn die
Geschichte, die er erzählt, auf den ersten Blick nicht „unsere“ Geschichte ist. - Ich lese Jeremia 1,
4-10:
Predigttext.
„Und des HERRN Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete,
und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten
für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.
Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich
dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei
dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte
meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setze
dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und
verderben sollst und bauen und pflanzen.“
Jeremia.
So erzählten sich die Menschen später die Berufung des Jeremia – als sie wussten, dass er mit
vielen seiner Worte und Ankündigungen Recht gehabt hatte. Zu Lebzeiten ging es ihm anders, es
gab viele Gegner, viele, die sich angegriffen fühlten. Wir ahnen sie hinter den Worten „Fürchte
dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten“ (V8) - und wie bitter Jeremia seinen
Weg selber empfand, wird spätestens deutlich, wenn Jeremia klagt: „Verflucht sei der Tag an dem
ich geboren bin, der Tag soll ungesegnet sein, an dem meine Mutter mich geboren hat“ (20,14).
Da sind wir erleichtert, sagen zu können: 'Mit diesen Versen bin ja wohl nicht ich gemeint! Ich
bin nicht Jeremia, ich bin kein Prophet, das ist nicht meine Geschichte'. Und doch wäre es zu billig,
den Text damit abzutun.
Denn in diesem Text – das bezeugen die Mütter und Väter unseres Glaubens – spricht der Geist
des dreieinigen Gottes, der als Schöpfer dafür sorgt, „dass ich bin, dass überhaupt etwas ist und
nicht nichts“ (Pfr. H. Braunschweiger in Predigt zur Stelle; s.u. www.predigten.evangelisch.de) .
Den Text schlicht auf uns beziehen.
Wenn wir versuchen, davon ausgehend diesen alten Text ganz schlicht auf uns zu beziehen,
dann finden wir eine ganze Reihe wesentlicher Anregungen und Gedanken, die wie Wegweiser
sein können für unser Leben als Christen und für unseren Weg als christliche Gemeinde!
„Da ich noch nicht geboren war ...“.
„Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der
Mutter geboren wurdest“ - diese Zusage ist tief verwurzelt in unserer kirchlichen Frömmigkeit.
Manchmal beten wir mit Psalm 139: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und
sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest“ (V5). Diesen Psalm erinnert Paul
Gerhardt wohl, als er dichtet: „Da ich noch nicht geboren war, / da bist du mir geboren / und hast
mich dir zu eigen gar / eh ich dich kannt, erkoren. / Eh ich durch deine Hand gemacht, / da hast du
schon bei dir bedacht, / wie du mein wolltest werden“ (EG 37,2).
Wer – als Christin und Christ – sich selber prüft und nach seiner Bestimmung und nach seiner
Berufung fragt, wird, wie Jeremia, immer wieder Zweifel spüren und unsicher sein - gerade wenn
die Aufgabe scheinbar viel zu groß ist. Diese Zweifel kann niemand von uns aus sich selber heraus
beantworten und aufheben. Sie sind beantwortet und aufgehoben allein in der verlässlichen
Zusage Gottes, die uns vergewissert: „Du bist gewollt, / kein Kind des Zufalls, / keine Laune der
Natur, / ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. / Du bist ein Gedanke Gottes...“
(„Du bist Du“, zB in: Fontäne blau, Stuttgart 1993, S. 346).
„Berufen? Ich?“
Es ist selten anerkennend und positiv gemeint, wenn wir über jemanden sagen: „Der fühlt sich
berufen ...“. Da entsteht vor unseren Augen gleich das Bild eines Menschen, der sich in den
Vordergrund drängt und der etwas sagt, was andere für unpassend oder unangemessen halten –
zumindest aus seinem Mund.
Jeremia fühlt sich nicht berufen. Und als er berufen wird, da wehrt er sich dagegen: „Ach Herr,
ich tauge nicht …“ (V6). Wie vertraut uns solche Bedenken doch sind!
Viele Bedenken wurzeln wohl darin, dass wir uns mit anderen vergleichen. Und darin, dass wir
im Lauf unseres Lebens allzu oft erleben, wie wir festgelegt werden und einander festlegen: Wie
oft legen wir Menschen einander fest aufgrund von Herkunft, Bildung, Aussehen usw. Wie wenig
trauen wir einander zu. Wie wenig trauen wir auch uns selber zu. Etliche Bedenken wurzeln wohl
auch in der Erfahrung, dass das Vergleichen den Blick auf das richtet, was nicht 100%ig gelingt
und wir in einer Kultur leben, in der nicht Lob und Zutrauen dominieren, sondern Kritik und der
Blick auf die Fehler.
Gott sieht uns Menschen offenbar anders an: Er traut uns etwas zu. Allerdings mutet er uns
damit auch etwas zu.
Berufung und Beistand Gottes.
Gottes Antwort an Jeremia ist in diesem Sinn eine Zumutung. „Sage nicht: »Ich bin zu jung«,
sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte
dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR“ (V7f.). Jeremia ist
mit dieser Zumutung nicht allein gelassen. Gott spricht ihm seinen Beistand zu.
Nun spricht Gott selten so direkt zu uns, wie das hier von Jeremia erzählt wird. Allerdings
werden einige von Ihnen eben doch das Gespür kennen, dass Gott Ihnen in bestimmten
Situationen ganz nahe ist, Ihnen etwas gesagt hat und Sie eine große Gewissheit empfinden im
Blick auf eine Entscheidung oder auf eine Aufgabe.
Zugegeben, solche Erfahrungen sind schwer zu unterscheiden von einer Einbildung: „Vielleicht
rede ich mir das ja auch nur ein?“ Gerade dann, wenn die „Stimme Gottes“ das sagt, was ich
gerne hören möchte, ist die Unterscheidung schwierig. Was kommt von innen, was kommt von
außen? Was das Erlebnis des Jeremia so echt macht, ist, dass er die Berufung, die er hört, gar
nicht hören will – wir bilden uns doch eher etwas ein, was wir allzu gerne hören möchten.
Aber es bleibt die Frage: Wie und wo hören wir, was wir eine „Stimme Gottes“ nennen
könnten?
Erlauben Sie, dass ich noch einmal einen Abschnitt zitiere, den ich neulich schon einmal gelesen
habe: „Glaubenszweifel lassen uns manchmal fragen, warum wir Gott nicht erleben, doch es ist,
als würden wir im Konzert fragen, warum wir den Geiger nicht hören, sondern nur die Geige, die
er spielt. [...] Wir hören Gott nicht 'pur', sondern einer durch den anderen. So sollen wir einander
zu Instrumenten Gottes werden und lernen, den Klang zu intonieren, den unsere Berufung
annehmen will“ (M. Schleske, Der Klang S. 134).
Gemeinschaft.
„Wir hören Gott [...] einer durch den anderen“ - das ist für mich ein Schlüsselsatz zum Verstehen
dessen, was uns der alte Jeremiatext heute noch sagt. Denn damit sind wir auf einander
verwiesen. „Wir hören Gott [...] einer durch den anderen“ - das ist Beschreibung unserer Berufung
und auch Beschreibung der Aufgabe, die wir als Kirche und Gemeinde haben.
Auch wir sind berufen – das Zeichen unserer Berufung ist die Taufe. Auch durch uns soll der
„Klang Gottes“ intoniert werden. Und wo wir versucht sind, zu sagen: „Das kann ich nicht – ich bin
zu jung, zu alt, zu schüchtern, nicht fromm genug“, da verweist uns die Bibel im Neuen Testament
darauf, dass unsere Berufung uns nicht so einsam macht, wie Jeremia es war: Wir sind Gemeinde
Jesu Christi, wir sind Teil des einen Leibes Christi, der berufen ist, Gottes Wort auszurichten.
Und falls wir als Einzelne uns für ungeeignet halten im Blick auf die Berufung, gilt, was unser
Vorgänger, Pfr. Braunschweiger, in einer Predigtmeditation zu diesem Text geschrieben hat: „Der
Gott Israels erwählt immer solche, die ungeeignet sind für ihr Amt, moralisch nicht ganz
einwandfrei wie zB die Erzväter [Abraham, Isaak, Jakob] oder David, ein daher gelaufenes Völklein, das
im Konzert der damaligen Hochkulturen keine Rolle spielt, ein junges, unverheiratetes Mädchen
einfacher Herkunft, das den Heiland der Welt in einem Schafstall zur Welt bringt und bei der Wahl
der Jünger verhält es sich nicht anders. Im Übrigen findet Gott nur immer solche vor, die nach
menschlichen Maßstäben nicht geeignet sind. Aber bei Gott gelten andere Maßstäbe“
Braunschweiger, Der Gang des WORTES in der Welt, in: a + b Nr. 13/2012, S.11) .
(H.
Gabe und Aufgabe: Wort, Antwort und Verantwortung
Jeremia wird von Gott angesprochen, mehr noch: „Das Wort geschieht“ (V4). Da passiert etwas
mit Jeremia – zuerst mit ihm und danach durch ihn. Weit über die Grenzen seiner Fähigkeiten und
Möglichkeiten hinaus. In einer Zeit und in einer Welt, in der es notwendig ist, auszurichten, was
Religion und Glaube zu den herrschenden Verhältnissen im Namen Gottes und als das Wort
Gottes zu sagen haben.
Wo Menschen sich den biblischen Texten aussetzen und der Zu-Mutung, dass wir als Geschöpfe
Gottes seine Gegenüber sind, da ereignet sich auch heute noch das Wort Gottes in unserer Welt.
Uns wird zweierlei gesagt: „Du bist geliebt, und du bist berufen“ (M. Schleske, Der Klang S. 136). Diese
„Grundworte unseres Daseins“ (ebd) lassen keinen Zweifel daran, dass wir als Christen, dass wir als
Gemeinde und Kirche von Gott her Aufgabe und Verantwortung empfangen. „Berufung“ heißt bis
heute: wir sind beauftragt mit einem Amt und mit einer Aufgabe.
Gott hören – in der Gemeinschaft der Berufenen
„Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund“ (V9), sagt der Berufende zum berufenen Jeremia.
Diese Worte soll er ausrichten, das ist seine Aufgabe und seine Verantwortung.
Worauf hören wir? Was haben wir auszurichten? Als Christen sind wir an Jesus Christus
gewiesen. - Siggi Weber hat uns vorhin den letzten Abschnitt der Bergpredigt (Matthäus 7,24-27) gelesen. Da sagt Jesus am Ende einer längeren Rede: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der
gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (V24). Und damit meint er natürlich alles,
was davor in dieser Rede gesagt ist (Matthäus 5-7) – angefangen von den „Seligpreisungen“ über
einige der Gebote bis hin zur „Feindesliebe“ und zum „Tun des göttlichen Willens“ (wie es in der
Zwischenüberschrift der Lutherbibel heißt).
Das ist natürlich auch eine Zumutung – aber vor allem anderen traut der dreieinige Gott uns
etwas zu: Und es ist gut, dass dies uns nicht als Einzelnen gilt, sondern uns als „Leib Christi“
dessen Glieder mit unterschiedlichen Gaben wir sind.
Sich berufen können – Freiheit erleben
Nach einem Hirnschlag und einer längeren Zeit der Rehabilitation hat Jörg Zink ein Buch über
das Älterwerden geschrieben (Jörg Zink, Die Stille der Zeit. Gedanken zum Älterwerden, Gütersloh 2012) – ich habe
es neulich bei einem Besuch geschenkt bekommen.
Darin schreibt der inzwischen 90-Jährige ein Kapitel mit dem Titel „Was erwartet unsere Welt
von uns Alten?“ und zitiert an dessen Anfang Peter Ustinov: „Wir alten Männer sind gefährlich,
weil wir keine Angst mehr vor der Zukunft haben. Wir können sagen, was wir denken, wer will uns
denn dafür betrafen?“ (S.89). Ustinov beruft sich auf das Alter und darin liegt für ihn eine
befreiende Gelassenheit.
Zink beruft sich auch auf das Alter und nimmt sich die Freiheit der deutlichen Worte zu den
drängenden und brennenden Fragen unserer Welt und unserer Gesellschaft. Und Zink beruft sich
auf den christlichen Glauben. Und weil er ein Fundament hat, auf das er sich berufen kann, weiß
er sich berufen, Position zu beziehen und versucht, „was heute nötig ist, in Regeln [zu] fassen“, die
„allesamt utopisch [scheinen, …] aber die Wahrheit [sind], die zum gelingenden Leben der
künftigen Welt führt“ (S. 93f).
Es überrascht nicht, dass seine Regeln „prophetisch“ klingen:
„Scheue dich nicht, den Kürzeren zu ziehen. - Das ist der Weg der Gerechtigkeit.
Lass dir etwas entgehen. - Das ist der Weg zur Rettung der Erde.
Verzichte darauf, siegen zu wollen. - Das ist der Weg zum Frieden.
Sorge nicht immer in erster Linie für dich selbst. - Das ist der Weg zum Glück.
Setze dein Leben für etwas Lohnendes ein, das dir keinen Lohn verspricht. - Das ist der Weg zur
Erfüllung.
Beuge dich nicht dem Zwang, dich ständig zu sichern. - Dann wird deine Zukunft nicht verbaut
sein, sondern offen und begehbar.
'Verzichte darauf, dich in allem selbst verwirklichen zu wollen. - So wirst du dich gewinnen'.
Liebe! Das heißt: Lass dich los. - So wirst du dich in die Hand bekommen.
Wenn du solchen Regeln nachlebst, bist du nicht weit von denen, die Jesus 'glücklich' nennt.“
(S.94f)
Prophetisches Amt des „Leibes Christi“
„Was machst du, wenn dein Leben sich mit dir treffen will? Gehst du hin?“ Was ist meine
Bestimmung, meine Berufung? - Wer im Glauben an den dreieinigen Gott das Fundament hat, auf
das er sich mit seinem ganzen Leben berufen kann, weiß sich berufen, im Namen Gottes Position
zu beziehen und das Wort Gottes zum Klingen zu bringen.
Das gilt im „Kleinen“ meines alltäglichen Lebens und für uns als Gemeinde und Kirche im
„Großen“ unseres gesellschaftlichen Lebens. Die ganze Weite der wirtschaftlichen, politischen,
gesellschaftlichen Themen, die damit aufgeht, füllt täglich unsere Zeitungen und Nachrichten.
Angesichts dessen ist es notwendig, dass wir Christen Standpunkte finden, einnehmen und
vertreten, dass wir Stellung beziehen. Wir können uns auf Christus berufen und wissen uns als
seine Nachfolger berufen, seine Botschaft zum Klingen zu bringen – mit Worten, vor allem aber
mit unserem Tun und Lassen.
So muss auch heute das „prophetische Amt“ nicht verstummen. Und selbst, wenn sich keine
oder keiner einzeln dazu berufen fühlt, gibt es doch keinen Zweifel daran, dass wir als Gemeinde
Jesu Christi, dass wir als Leib Jesu Christi berufen sind, unsere Stimme zu erheben und der
Stimme Gottes in unserer Welt Gehör zu verschaffen.
Wie können wir dieser Berufung nachkommen? Wohl dadurch, dass wir unser Miteinander
ausrichten an den biblischen Texten, das wir uns beschäftigen und auseinandersetzen mit der
Bibel und nicht zuletzt auch mit den Texten, in denen Propheten im Namen Gottes die
herrschenden Zustände bewerten und kritisieren. An ihnen und am Reden und Tun Jesu werden
wir Maßstäbe gewinnen dafür, was unsere Berufung uns zu sagen und zu tun aufgibt.
Schluss: Schülerstimmen zu Jeremia
Zum Schluss drei Stimmen zu Jeremia – Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse, die sich mit
dem Propheten im Unterricht beschäftigt haben. - Was sie beobachtet haben an Jeremia, kann
auch uns ermutigen:
„Ich finde es stark, dass Jeremia nicht locker gelassen hat, obwohl er am Anfang doch viel zu
jung und unerfahren war für so eine Aufgabe“.
„Jeremia war viel mutiger, als er sich fühlte.“
„Wahrscheinlich hat Jeremia geholfen, wie sehr ihm Gott vertraut hat.“
(zitiert nach Hans-Peter
Ziehmann, Lektorenpredigt z. St. zum 13.08.2006 hg. vom Evang. OKR Stuttgart)
Wir können uns berufen, dass unser Gott uns zutraut, Leib Christi zu sein – und dann wissen wir
auch, wozu wir berufen sind. Amen.
Musik
Lied
Herr Böckmann
„Ich sing dir mein Lied“
Wwdl 56 (1-5)
Gebet
Dreieiniger Gott, du berufst uns zu einem Leben in deinem Namen.
Durch Dich soll in unserer Welt deine Liebe zum Klingen kommen – und in ihr unser Leben. Gib uns
Vertrauen in dein Zutrauen. Und den Mut, dass wir die Gabe des Lebens als unsere Lebensaufgabe
annehmen lernen und an ihr wachsen und reifen an dem Platz, an den du uns stellst. Gib uns das
Vertrauen, dass wir als „Leib Christi“ deiner Gegenwart in unserer Welt Raum und Gestalt geben können.
Hilf uns, in den Herausforderungen unserer Zeit die richtigen Worte zu finden, die unsere Welt notwendend braucht - und die entsprechenden Schritte zu wagen, selbst dann, wenn es nur zeichenhafte
Schritte sein können, dann lass sie Zeichen der Hoffnung sein. Gib uns den Glauben, dass aus dem
Senfkorn des Vertrauens der große Baum des Glaubens und des Reiches Gottes wachsen wird.
Und segne uns mit der inneren Freiheit, die aus der Zusage deines Friedens und deines Segens wächst:
Zeige uns den rechten Weg und beschütze uns. Bewahre uns vor Menschen, die uns feindlich gesonnen
sind und halte uns, wenn wir fallen. Tröste uns, wenn wir traurig sind, und wehre ab, die uns Böses wollen.
Gib uns deinen Reichtum und umgib uns von alle Seiten. So segne uns mit deinem Schalom, dreieiniger
Gott – und höre unser gemeinsames Gebet:
Vaterunser (EG 685)
Lied
„Schalom, schalom, der Herr segne uns“
Friedensbitte
„Verleih uns Frieden gnädiglich“
Segen
gesungen: „Amen, Amen, Amen“
Nachspiel
Liederbücher
Herr Böckmann
Wwdl 74 (1-4)
EG 421
EG
Wwdl
Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für Württemberg
Wo wir dich loben wachsen neue Lieder
Document
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Seele and Geist
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