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1 Was ist eigentlich ein soziales Netz?

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Was ist eigentlich ein soziales Netz?
Was ist eigentlich ein soziales Netz?
1.1 Vom Internet zum Social Network
Wie alles begann
1991 war der Physiker Tim Berners-Lee mit seiner Geduld am Ende. Als Ingenieur am
­europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz ärgerte er sich oft darüber,
dass die Bücher, die er für seine Forschungen brauchte, gerade von irgendjemand
­anderem ausgeliehen waren. Und was sollten er und seine Kollegen mit ihren ständig
neuen Forschungsergebnissen anstellen? Sie in einem großen Buch zusammenfassen?
Das wäre dann morgen schon wieder veraltet!
Also entwickelte Tim Berners-Lee eine Technik, mit der man Dokumente relativ einfach
für jedermann zugänglich machen, rasch erneuern und miteinander verbinden kann:
das Internet.
Tim Berners-Lee
Die erste Internetseite …
… wurde von Tim Berners-Lee
erstellt und kann heute noch,
wenn auch inhaltlich verändert,
besucht werden.
83na6d
Dazu erfand er unter anderem:
• eine Computersprache, mit der sich schnell und relativ einfach Dokumente erstellen
und miteinander verbinden lassen (HTML: Hypertext Markup Language),
• Regeln, wie diese Dokumente zwischen Computern ausgetauscht werden sollen
(HTTP: Hypertext Transfer Protocol) und
• ein Programm zum Laden und Betrachten dieser Dokumente (Browser).
Diskutiere und notiere: Welche Vorteile haben die Inhalte auf Internetseiten gegenüber
den Inhalten in Büchern?
Begriffe aus dem Web 2.0
•Wikis
Seiten, die von Benutzern erstellt
und überarbeitet werden (z. B.
das Online-Lexikon Wikipedia)
•Weblogs
Online-Tagebücher
•Podcasts
Audio- und Videosammlungen
•Virtuelle Welten
sich treffen oder spielen in dreidimensionalen Computerwelten
•Media-Sharing
Teilen von Texten, Fotos und
­Videos mit anderen Benutzern
•Soziale Netze
(Social Communities)
sich mit anderen aus­tauschen
und eigene Informa­tionen veröffentlichen
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Vom alten zum neuen Internet: das Web 2.0
Das Internet hat sich im Laufe der Zeit sehr stark weiterentwickelt. Mit dem „klassischen
Internet“ von einst war es nur wenigen Computerprofis möglich, Inhalte im Web zu veröffentlichen und zu bearbeiten. Die große Mehrheit bestand aus Nutzern, die die Internetseiten nur betrachteten.
Heute ist das ganz anders: wir nutzen das Internet nicht mehr nur dazu, Inhalte zu lesen,
sondern wir können auf zahlreichen Plattformen selbst Texte, Bilder, Musik, Videos und
vieles mehr online stellen. Und nicht nur das: das Internet wird immer mehr zu einer
Kommunikationszentrale: Chatten, Mailen oder sogar Telefonieren funktionieren heute
über das Internet. Um der Tatsache gerecht zu werden, dass das Internet immer mehr
kann, nennt man es auch gerne das „Web 2.0“.
Das moderne Internet wird auch gerne als „Mitmach-Web“ bezeichnet.
Nenne Gründe dafür.
Was ist eigentlich ein soziales Netz?
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Zähle auf: Welche Inhalte hast du bereits selbst im Internet veröffentlicht?
Was genau ist ein soziales Netzwerk?
Soziale Netzwerke im Internet sind der Kern des Web 2.0. Es handelt sich dabei um digitale Gemeinschaften. Ihre Benutzer können Inhalte erstellen und veröffentlichen, mit
­anderen Benutzern in Kontakt treten, sich zu Gruppen zusammenschließen und vieles
mehr.
Bist du dabei? Notiere, bei welchen sozialen Netzwerken du angemeldet bist.
1.2 Warum wir soziale Netze nutzen
Wie wir im Web kommunizieren
Soziale Netzwerke haben eine magische Anziehungskraft. Doch warum ist das so?
­Wissenschaftler aus dem Bereich der Medienforschung haben dieses Phänomen speziell
bei Jugendlichen untersucht und ihre Ergebnisse veröffentlicht:
Aktivitäten im Internet (täglich/mehrmals pro Woche)
Twitter und Tweets
twittern
Twitter ist eine Plattform zum
Lesen und Veröffentlichen von
kurzen Textnachrichten.
Ein einzelner Eintrag wird als
Tweet bezeichnet.
Alle Einträge eines Benutzers
nennt man Microblog
(„­Minitagebuch“).
Tweets lesen
über das Internet z. B. mit Skype telefonieren
sich mit anderen in Multi-User-Spielen unterhalten
Chatrooms besuchen
E-Mails empfangen und versenden
Chat-Programme wie z. B. ICQ oder MSN nutzen
Online-Communities wie SchülerVZ, StudiVZ,
­Facebook nutzen
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80%
Quelle: JIM 2010, Angaben in Prozent; Basis: alle Befragten, n = 1.208
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Was ist eigentlich ein soziales Netz?
Betrachte die Ergebnisse der Umfrage „Aktivitäten im Internet“. Führe anschließend die
gleiche Umfrage in deiner Klasse durch und beachte folgende Hinweise:
•Erstelle ein Umfrageblatt mit der Überschrift „Welche Dienste nutzt du im Web? Kreuze an!“
•Liste alle angeführten Dienste auf (twittern, Tweets lesen …) und erstelle neben jedem Dienst
ein Kästchen zum Ankreuzen.
•Kopiere das Umfrageblatt für alle deine Klassenkollegen, teile es an sie aus und bitte sie, es auszufüllen. Dabei soll niemand seinen Namen auf dem Blatt angeben.
•Nach dem Einsammeln der ausgefüllten Umfrageblätter kannst du nun zählen, wie viele Klassenkollegen jeweils einen Dienst nutzen. Notiere die Ergebnisse für jeden Dienst (z. B. twittern:
12 von insgesamt 25 Schülern).
•Erstelle anhand dieser Daten ein Diagramm auf einem Plakat.
•Besprecht das erstellte Diagramm in der Klasse.
S
oziales Netz ist nicht
gleich soziales Netz!
Gerade was die Inhalte angeht,
die von den Benutzern veröffentlicht werden, unterscheiden sich
die sozialen Netzwerke sehr
stark. So gibt es soziale Netze,
die sich unter anderem um folgende Themen kümmern:
•Freundschaft und Kontakte
z. B. Facebook, SchülerVZ, Stayfriends 
•Beruf
z. B. Xing
•Fachwissen
z. B. Forrst
•Bilder, Design und Kunst
z. B. Dribbble, Ffffound
•Orte und Reisen
z. B. Gowalla, Tripit, Foursquqre
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Vier wichtige Gründe fürs soziale Netz
Jeder von uns mag andere Gründe dafür haben, warum er sich bei einem sozialen Netzwerk anmeldet. Sicherlich spielen aber die folgenden vier eine bedeutende Rolle.
Betrachte die nachfolgende Tabelle. Ergänze für jeden Grund mindestens zwei
­eigene ­Beispiele.
Grund
Erklärung
Beispiele
Selbstdarstellung
Wie wirke ich auf andere?
­Werde ich akzeptiert und
­anerkannt?
Was möchte ich anderen
von mir mitteilen?
Fotos veröffentlichen,
Hobbys nennen …
Vernetzung
Freunde sammeln und in
Freundschaftseinladungen
­Gruppen einteilen;
annehmen, Freundeslisten
­herausfinden, wer mit wem erstellen …
­befreundet ist
Teilhabe
wissen, was andere
­machen und denken;
­seine ­eigenen Meinungen
den ­anderen mitteilen
Pinnwand von Freunden
lesen, bei Gruppendiskus­
sionen mit­reden …
Beziehungspflege
mit Freunden wieder
­einmal ­Kontakt aufnehmen, mit ihnen diskutieren
oder ­etwas planen
sich verabreden,
Pinnwandein­träge bei
Freunden erstellen …
Was ist eigentlich ein soziales Netz?
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1.3 Was soziale Netze können
Soziale Netzwerke stellen vielfältige Funktionen bereit, die sich von Zeit zu Zeit auch
­ändern können. Grundsätzlich gibt es in fast jedem sozialen Netz folgende Dienste:
Profil
In deinem Profil legst du Informationen über dich selbst
fest. Je nach sozialem Netzwerk kannst du unter anderem folgende Dinge speichern:
Profilbild
Dein Profil
Welche Daten du in deinem Profil
besser nicht von dir preisgeben
solltest, kannst du in diesem
­Arbeitsheft noch lernen (Seite
10–14).
Vorname Nachname Adresse Telefonnummer
E-Mail-Adresse Chat-Nummer Geschlecht Geburtstag besuchte Schulen und
Universitäten
Beziehungsstatus Beruf bzw. Berufswunsch Hobbys und Interessen
Mitgliedschaft in Vereinen
Lieblingsmusik Lieblingsfilme Lieblingsessen
Lieblingsfächer
Freundeslisten
Jeder Benutzer eines sozialen Netzwerks hat eine Liste,
in der man dessen „Freunde“ betrachten und zu deren
Profilseite wechseln kann.
Um „Freund“ eines anderen Benutzers werden zu können, muss man diesen in der Regel darum bitten
(Freundschafts-Anfrage).
Fotoalben
In den Fotoalben kann man eigene Bilder hochladen
und zu Alben zusammenfassen, oder man kann die
­Bilder und Alben von anderen Benutzern betrachten.
Bei vielen sozialen Netzwerken ist es möglich, die Personen, die auf den Bildern zu sehen sind, mit deren Namen
zu versehen und auf ihr Profil zu verlinken.
Zitat zur Freundschaft
„Reich sind nur die, die wahre
Freunde haben.“ (Thomas Fuller,
englischer Geistlicher)
In sozialen Netzwerken ist oft
von „Freunden“ die Rede. Vielleicht fällt dir ein passenderer
Begriff ein?
Bilder und das Gesetz
Welche Bilder man in sozialen
Netzwerken veröffentlichen darf
und bei welchen der Gesetzgeber
etwas dagegen hat, kannst du in
diesem Arbeitsheft noch lernen
(Seite 13–14).
Gruppen
Man kann selbst Gruppen gründen oder einer bestehenden Gruppe beitreten.
Eigentlich sind die Gruppen als Diskussionsforen zum
Gruppenthema gedacht. Es gibt aber auch „Spaßgruppen“, denen man nur wegen ihres lustigen Gruppen­
namens beitritt (z. B. „Kann den Wecker ausschalten,
ohne dabei aufzuwachen!“ oder „Komm mit, Rehe umkippen, Pferde stehlen ist langweilig!“).
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Was ist eigentlich ein soziales Netz?
Gruscheln
In manchen Netzwerken gibt es
eine besondere Form der Nachricht: das „Gruscheln“.
Das Wort entstammt den Begriffen „Grüßen“ und „Kuscheln“ und
ist als „nette Geste“ gegenüber
dem Empfänger zu deuten.
Nachrichten
Eine der wichtigsten Funktionen bei sozialen Netzen ist
die Möglichkeit, anderen Benutzern eine Nachricht zu
hinterlassen oder Nachrichten zu lesen. Dabei kann man
meist unterscheiden, ob die Nachricht nur der Empfänger selbst lesen kann (private Nachricht) oder ob die
Nachricht für alle bzw. alle Freunde des Empfängers zu
sehen ist (Pinnwandeintrag).
Suche
Mit der Such-Funktion kann man je nach sozialem Netzwerk andere Benutzer, Gruppen oder Bilder finden.
App …
… ist die Abkürzung des englischen Begriffes „application“
(Programm). Der Begriff wird
gerne für die auf einem Smartphone installierten Anwendungen verwendet.
Deine Privatsphäre
Weitere Tipps und Tricks zur Einstellung deiner Privatsphäre findest du auf den nächsten Seiten
(Seite 11–14).
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Apps
Apps sind kleine Programme, die direkt auf der Seite
des sozialen Netzwerks laufen. Mit diesen Anwendungen
möchte der Betreiber erreichen, dass man so lange wie
möglich auf der Seite bleibt und nicht zu anderen Internetangeboten wechselt. Die meisten dieser Apps sind
Spiele, aber es gibt auch kleine Programme zum An­
zeigen von z. B. Wetter-Infos.
Eine sehr wichtige App, die fast bei allen sozialen Netzwerken zu finden ist, ist die Chat-App. Mit dieser kann
man direkt auf der Seite mit anderen Benutzern kommunizieren.
Privatsphäre
Ein sehr wichtiger Bereich bei sozialen Netzwerken ist
jener, in dem man Einstellungen zur Privatsphäre fest­
legen kann. Leider wird genau dieser von den meisten
Benutzern zu wenig unter die Lupe genommen.
Unter anderem kann man hier einstellen:
• wer mein Profil bzw. meine Kontaktdaten sehen darf,
• was „Nicht-Freunde“ auf meiner Profilseite sehen
­können,
• wer mich auf Fotos verlinken darf,
• wer mir Nachrichten schicken darf,
• ob ich bei den Suchergebnissen erscheine,
• ob andere sehen dürfen, dass ich gerade im sozialen
Netzwerk angemeldet bin
• und vieles mehr!
Was ist eigentlich ein soziales Netz?
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Untersuche ein soziales Netzwerk, bei dem du angemeldet bist. Hat es die auf den Seiten 7 und 8 beschriebenen Funktionen? Solltest du selbst nicht bei einem sozialen Netzwerk
dabei sein, dann ­inter­viewe einen Klassenkollegen.
Name des sozialen Netzwerks:
Funktion
Das Netzwerk hat diese Funktion
(ja / nein / teilweise)
Profil
Hat das von dir untersuchte soziale Netzwerk noch weitere Funktionen? Beschreibe.
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Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
Soziale Netze benutzen –
­Regeln und Tipps
2.1 Zeig mir dein Profil und ich sage dir, wer du bist!
Profil
Wenn man im Zusammenhang
mit sozialen Netzwerken vom
Profil spricht, dann meint man
damit die Zusammenstellung
persönlicher Informationen über
dich selbst, als Mitglied des Netzwerks. Das Profil ist sozusagen
deine Online-Visitenkarte.
Dein Profil ist deine Visitenkarte in der Social Community. Auf deiner Profilseite kannst
du ausdrücken, wer du bist bzw. wer du sein möchtest. Da es dabei kaum feste Regeln
gibt, erscheint es leicht, ein klein wenig zu mogeln und sich ein bisschen cooler, ein bisschen älter, ein bisschen hübscher, ein bisschen größer, ein bisschen interessanter etc.
darzustellen. Aber aufgepasst! Trotzdem sagt dein Profil viel Wahres über dich aus –
vielleicht sogar mehr, als du denkst!
S
chau dir die folgenden beiden Profile genau an und bearbeite jeweils die
­Aufgabenstellungen.
Persönliches
Gruppen
- Schuleschwänzen ist
cool
- Angelfreunde Drei­
burgenstadt
- Ich mag Lena M. (5 a)
nicht
Name:
Kevin Krüger
Geburtstag:
10.02.2000
Wohnort:
Donauweg 3 (1. Stock),
80123 Dreiburgenstadt
Schule
Albert-Richter-Schule Dreiburgenstadt
Beziehungsstatus:
In einer festen Beziehung
Auf der Suche
nach:
Frauen, Spaß, Abenteuer, Streit
Hobbys:
Schule schwänzen, Angeln, kleine
Kinder aufmischen, Computerspiele
Das bin ich:
Zu cool für diese Welt!
Lieblingsspruch:
Es gibt viel zu tun, fangt schon mal
an!
Das mag ich:
Bier, Angeln
Das mag ich nicht:
Meinen Lehrer Herrn Müller
Nimm das Profil von Kevin Krüger genau unter die Lupe und fülle den folgenden Frage­bogen
über ihn aus. Du solltest deine Antworten begründen können.
trifft
nicht zu
Ich halte Kevin für einen netten ­Menschen.
Ich halte Kevin für einen zuverlässigen Menschen.
Ich halte Kevin für einen klugen ­Menschen.
Ich halte Kevin für einen interessanten Menschen.
Ich wäre gerne mit Kevin befreundet.
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trifft
voll zu
Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
Persönliches
Vorsicht Identitätsklau!
Name:
Maria M.
Geburtstag:
1996
Wohnort:
Marienburg
Schule
-
Beziehungsstatus:
Single
Auf der Suche
nach:
… dem Glück
Gruppen
Hobbys:
- Ich mag Filmzitate
Das bin ich:
- Landjugend Marienburg
- Ich glaube an die ewige Lieblingsspruch:
Liebe
Das mag ich:
Das mag ich nicht:
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Immer häufiger kommt es vor,
dass sich andere Leute für jemanden ausgeben, der sie nicht sind.
Das kann vor allem dann ein
­Problem werden, wenn Geld im
Spiel ist, wie z. B. beim OnlineShopping. Je mehr du von dir z. B.
in deinem Profil preisgibst, desto
leichter haben es Identitätsdiebe.
Pferde, Chatten, Lesen, Astronomie
eine lustige und treue Seele
Jedes Lächeln, das du aussendest,
kehrt zu dir zurück.
Freunde treffen
langweilige Partys
Nimm das Profil von Maria M. genau unter die Lupe und fülle den folgenden Fragebogen
über sie aus. Du solltest deine Antworten wieder begründen können.
trifft
nicht zu
trifft
voll zu
Ich halte Maria für einen netten ­Menschen.
Ich halte Maria für einen zuverlässigen Menschen.
Ich halte Maria für einen klugen ­Menschen.
Ich halte Maria für einen interessanten Menschen.
Ich wäre gerne mit Maria befreundet.
Diskutiere
Du hast dir anhand der beiden
Beispielprofile selbst ein Urteil
über Kevin und Maria gebildet.
Diskutiere in der Klasse oder mit
einem Partner, wieso trotz der
häufig beschönigten Angaben
doch so viel Wahrheit in einem
Profil stecken kann.
Profilcheckliste – Selbstdarstellung mit Köpfchen
Veröffentliche niemals deine Adresse oder Telefonnummer – nicht im Profil und
auch sonst nirgendwo!
Je weniger du von dir preisgibst, desto sicherer ist es (Stichwort Identitätsklau)!
Veröffentliche keine belastenden (Profil-)Fotos mit Alkohol, Zigaretten, zu wenig
Kleidung etc.!
Bedenke, dass unter Umständen auch Eltern, Lehrer oder sogar Personalchefs
dein Profil sehen und dich danach beurteilen!
Handle auch in deinem Profil gemäß der goldenen Regel „Was du nicht willst,
dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“.
Mobbing ist uncool!
Überlege dir gut, welchen Gruppen du beitrittst, welche Hobbys du angibst –
diese scheinbar „unwichtigen“ Informationen sagen viel über dich aus!
Profi beim Profil
Schau dir die Profile von Kevin
und Maria und deine erstellten
Positiv-Negativ-Tabellen noch
einmal an und finde Beispiele
für Verstöße gegen die Profilcheckliste.
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Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
2.2 Was du von dir preisgibst – Think before you post!
Was online ist, wird online bleiben!
Ob du ein Bild online stellst, Kommentare hinterlässt oder dein Profil bei einem sozialen
Netzwerk veröffentlichst: Ist erst einmal etwas im Netz von dir, ist es fast unmöglich, es
wieder ungeschehen zu machen.
Ein Beispiel: Du veröffentlichst ein Bild in einem sozialen Netzwerk. Nach einer gewissen
Zeit möchtest du das Bild wieder löschen. In der aktuellen Ansicht der Seite ist das Bild
zwar nun nicht mehr zu sehen, aber verschwunden ist es deshalb noch lange nicht:
• Andere Benutzer könnten das Bild auf ihren Computer heruntergeladen haben und zu
einem späteren Zeitpunkt wieder veröffentlichen.
• Etliche Suchmaschinen haben neben der aktuellen Ansicht von Internetseiten auch
ältere Versionen der Seite im sogenannten Cache gespeichert. Dort kann man einfach
eine alte Version anklicken, und schon ist das Foto wieder zu sehen.
• Es gibt Internet-Archive, bei denen ältere Versionen einer Webseite für viele Jahre
­automatisch gespeichert und betrachtet werden können.
• Einmal angemeldet – immer angemeldet: Es ist eigentlich unmöglich, sich wieder aus
allen Communities, Foren und Suchmaschinen auszutragen. Denn obwohl die Datenschutzbehörde Internet-Communities dazu auffordert, persönliche Daten nach einer
Abmeldung nicht mehr zu speichern, halten diese sich häufig nicht daran.
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Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
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Der Arbeitgeber nutzt auch soziale Netze!
Leider unterschätzen viele Benutzer die Macht ihrer Spuren im Netz: Viele Unternehmen
durchforsten, bevor sie jemanden einstellen, das Web nach Ein­trägen dieser Person
selbst oder über diese Person. Findet ein Mitarbeiter dann z. B. ­Urlaubsbilder, auf denen
der Bewerber halb nackt und stark angetrunken mit zahlreichen Frauen umhertanzt,
hinterlässt dies einen ganz bestimmten Eindruck, was wiederum seine Einstellungs­
chancen zunichte machen könnte.
Versetze dich in die Lage eines Personalleiters in einem Unternehmen, das gerade einen
neuen Mitarbeiter sucht. Beurteile, welchen Eindruck folgende Veröffentlichungen eines
Bewerbers auf dich machen würden.
Veröffentlichung
Dein Eindruck als Personalleiter über diesen
­Bewerber
Von der letzten Party hat ein
Freund des Bewerbers ein Bild
von ihm mit alkoholischem
Getränk und Zigarette in der
Hand online gestellt. Darunter
steht der Kommentar: „Alter, so
kennen wir dich!“
Der Bewerber hält auf einem
Bild stolz eine Pump Gun
­(Waffe) in den Händen.
Darunter steht: „Mein neuestes
Spielzeug, und ich weiß, wie
man günstig an die Dinger
kommt …“
Der Bewerber ist Mitglied in
der Gruppe „Ich liebe alle
­Frauen – solange sie mir Essen
kochen“. Zudem gibt er als
­Beziehungsstatus an „In festen
Händen – immer wieder
mal … ;-)“.
Der Bewerber ist Mitglied in
der Gruppe „Verlängertes
Wochenende dank Blau-­
Machen“. Dort hinterlässt er
den Eintrag: „Wer sich er­
wischen lässt, ist selbst
schuld ;-)“.
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Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
Check deinen Auftritt im sozialen Netz!
Infoportal
Zahlreiche Informationen zum
Thema „Think before you post“
und zu anderen Sicherheitsthemen findest du hier:
rs78e7
Privatsphäre
Ich habe in den Einstellungen zur Privatsphäre die Sichtbarkeit meines Profils,
meiner Bilder etc. so eingestellt, dass
nur meine engsten Freunde private
­Informationen über mich betrachten
können.
öffentliche Kommentare
Ich weiß, dass die Kommentare, die ich
bei anderen Benutzern hinterlasse,
­öffentlich sind und somit nicht mehr
ohne Weiteres gelöscht werden können.
Bilder
Ich veröffentliche nur Bilder von mir, die
später nicht nachteilig für mich sein können. Bei Bildern, auf denen andere Personen zu sehen sind, nehme ich grundsätzlich Rücksicht und frage diese vor
einer Veröffentlichung. Schließlich erwarte ich dies auch von anderen.
Gruppenmitgliedschaften
Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass
schon alleine der Name einer Gruppe,
der ich beigetreten bin, etwas über mich
aussagt.
I think before I post!
Bevor ich irgendwelche Inhalte ins Netz
stelle, überlege ich mir, welche Folgen
dies haben könnte. Ich bin mir stets
­darüber im Klaren, dass alles, was ich im
Internet „sage“ und „tue“, genau so zählt,
als hätte ich es in der wirklichen Welt
gesagt oder getan.
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Soziale Netze benutzen – ­Regeln und Tipps
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2.3 Dein Passwort gehört nur dir – Passwort-FAQ
Was ist ein unsicheres Passwort?
Ein unsicheres Passwort beinhaltet leicht zu erratende Informationen von dir selbst. Beispiel: Andreas ist im Jahr
2000 geboren und verwendet als Passwort „andreas2000“.
Wie lang sollte ein Passwort sein?
Grundsätzlich lässt sich sagen: je länger, desto besser! Natürlich möchte man aber auch
nicht Stunden damit verbringen, sein Passwort eingeben zu müssen.
Merke dir als Faustregel: dein Passwort sollte mindestens aus acht Zeichen bestehen.
FAQ …
… ist die englische Abkürzung
für „frequently asked questions“.
Auf vielen Internetseiten findet
man einen FAQ-Bereich, in dem
Fragen zu einem Thema beantwortet werden.
Aus welchen Zeichen sollte ein Passwort bestehen?
Damit dein Passwort niemand erraten kann, verwende eine Kombination aus kleinen
und großen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
Wie erfindet man am besten Passwörter?
Es gibt Programme, die diese Aufgabe für dich übernehmen können. Suche hierfür im
Internet nach dem Begriff „Passwort-Generator“.
Ein weiterer guter Trick ist, sich einen Satz zu überlegen, den man sich gut merken kann,
und von diesem die Anfangsbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zu übernehmen.
Beispiel-Satz: „Meine Oma kocht gerne Schnitzel für ihre 13 Enkelkinder.“
Passwort daraus: MOkgSfi13E.
Passwort-Übung
Lies nebenstehende PasswortFAQ genau durch und erstelle aus
folgendem Satz ein Passwort:
„Mein Lieblingsfilm: Harry Potter
und der Halbblutprinz von 2009“
Brauche ich bei jedem Internet-Dienst ein anderes Passwort?
Ja, unbedingt! Stell dir vor, Hacker klauen von einem sozialen Netzwerk, bei dem du angemeldet bist, dein Passwort. Außerdem finden sie bei ihrem Angriff heraus, welche
­E-Mail-Adresse du hast. Nun probieren sie, sich bei deinem E-Mail-Konto mit dem Passwort des sozialen Netzwerks anzumelden …
Hoffentlich hattest du zwei unterschiedliche Passwörter vergeben!
Mein Browser merkt sich alle Web-Passwörter für mich, ist das gut?
Nein! Was ist, wenn ein anderer Benutzer das gleiche Computer-Konto verwendet?
Dass sich Browser keine Passwörter merken sollen, kann man ihnen unter den Sicherheitseinstellungen beibringen.
Wie soll ich mir die vielen Passwörter merken?
Dafür gibt es – teils kostenlose – Programme (z. B. KeePass, LastPass). Diese funktionieren so: man vergibt ein Passwort für das Programm selbst (Masterpasswort) und kann
das Programm fortan nur mit diesem Passwort starten. Innerhalb des Programms kann
man nun für jeden Internetdienst, bei dem man sich anmeldet, ein Passwort erzeugen
und speichern.
Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Passwortkarten. Diese kann man herunterladen und ausdrucken. Mit einer geheimen Methode, die nur du kennst, kannst du damit
leicht unterschiedliche Passwörter erzeugen und wieder ablesen. Suche im Internet einfach mal nach dem Begriff „Passwortkarte“.
Passwortverwaltung
fg39q9
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