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... denn sie wissen, was sie tun - ADAC

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ADAC
Club aktuell
Nachwuchs beim ADAC: Christian Urban (v. l.), Malte
Eggers und Timo Ehlers sind als Straßenwachtfahrer
im Großraum Hamburg im Einsatz
... denn sie wissen, was sie tun
Foto: Olaf Ballnus
Sie zählen zu den jüngsten ADAC Straßenwachtfahrern, doch bei ihnen sitzt
jeder Handgriff: Malte Eggers, 25, Timo Ehlers, 26, und Christian Urban, 26
Warum seid ihr Gelbe Engel
geworden?
Malte Eggers: Ich wollte den
Job unbedingt und wäre notfalls dafür in eine andere Stadt
gezogen. Ich wollte zu einem
sicheren Arbeitgeber mit fairen
Arbeitszeiten. Ich wusste schon
vorher, dass es mir gefallen
würde, aber meine Erwartungen wurden übertroffen.
Christian Urban: Ich hatte das
schon immer im Kopf, seit
ich selbst mal eine Panne hatte.
Timo Ehlers: Ich wollte auch
schon immer zur Straßenwacht.
Der Nachteil: Ihr seid bei Wind
und Wetter auf der Straße.
C. U.: Auch bei schlechtem
Wetter kann es richtig gute Momente geben. Wenn z. B. einer
ADAC Motorwelt
8/2011
im Regen auf der Autobahn
wartet – ich kann helfen, und
das Mitglied freut sich, dass
sein Wagen wieder läuft. Damit
macht man immer auch ein
bisschen sich selbst glücklich.
M. E.: Ich komme immer wieder an neue Orte, finde andere
Menschen in immer neuen
Situationen vor. Das ist viel wert.
Ihr seid noch jung. War das
schon mal ein Problem?
C. U.: Ich hatte mal ein Mitglied, das sagte mir nach dem
Einsatz: „Als Sie ausgestiegen
sind, hätte ich nicht gedacht,
dass Sie das hinkriegen.“
Da bin ich zwei Zentimeter
gewachsen. Man muss sich
den Respekt auf der Straße eben
... erkämpfen (lacht).
M. E.: ... verdienen!
Was motiviert euch, was
macht euch zufrieden?
T. E.: Schwierige Fälle, weil ich
mich dabei beobachten kann,
wie ich bei der Lösung immer
neue Wege finde.
C. U.: Ich muss wissen, wie ich
helfen kann. Oft heißt das, dass
ich mich mehr um das Mitglied
als um das Auto kümmern muss.
M. E.: Wenn ich nach Hause
fahre und denke, „ohne mich
wäre heute nichts weitergegangen“. Das kann auch eine
ganz simple Starthilfe sein,
wenn damit für das Mitglied der
Tag gerettet ist.
Habt ihr schon mal bei
Promis unter die Motorhaube
geschaut?
C. U.: Ich habe das Auto eines
bekannten Fernsehkochs wieder
flottgemacht.
M. E.: Ich musste das Auto
einer Radiomoderatorin öffnen,
weil der Schlüssel im Wagen
lag. Das war um 17.30 Uhr, um
18 Uhr sollte sie die Nachrichten
sprechen, dank meiner Hilfe
hat es auch geklappt.
Welche Situationen sind heikel?
M. E.: Ich hatte neulich eine
Panne mit Getriebeschaden in
einer unübersichtlichen Kurve
im Hamburger Wallringtunnel.
Ich wurde gleichzeitig mit der
Polizei alarmiert. Als die Beamten eingetroffen waren, hatte
ich das Auto schon längst am
Haken. In solchen Situationen
ist man besonders schnell.
C. U.: Brenzlige Pannen machen
aber auch Spaß.
Wie geht es euch mit Einsätzen
auf der Autobahn?
C. U.: Da musst du deine Augen
überall haben, nicht nur am
Pannenfahrzeug.
T. E.: Laien übersehen oft die
Gefahr auf dem Standstreifen.
Es kam schon vor, dass ich eine
Panne auf der Autobahn beheben wollte, und hinter mir hielt
ein Wagen auf dem Standstreifen an. Der Fahrer wollte nur
mal eben nach dem Weg fragen.
M. E.: Der nachfolgende Verkehr ist nicht ungefährlich. Und
der Reflex der anderen Autofahrer, auf die linke Spur zu
wechseln, ist im Gegensatz zum
Blaulicht bei unserem gelben
Licht leider recht gering.
C. U.: Da hoffen wir dann auf
unsere Gelben Schutzengel.
T. E.: Die richtigen Engel eben.
Interview: Katja Fastrich
c Der ADAC stellt Kfz-Mechatroniker/
innen, Mechaniker/innen bzw. Elektriker/innen als Straßenwachtfahrer
ein: www.adac.de/karriere
Club 77
ADAC
Club aktuell
Der gebürtige Frankfurter Olaf Blume arbeitet seit 14 Jahren als Gelber
Engel im Landkreis Fulda. Am Dom St. Salvator inmitten der Barockstadt
kommt der 42-Jährige oft mit seinem gelben Auto vorbei
geschlagen“, erzählt sie. „So
was kann passieren“, sagt
Blume, „das kriegen wir hin.“
Mit Holzkeil und Luftkissen
öffnet er die Beifahrertür einen
Fingerbreit. Dann fischt er mit
einem Metalldraht nach dem
Funkschlüssel auf dem Sitz. Ein
Geduldsspiel, das Blume mit
einer Gelassenheit ausführt,
wie sie nur einer haben kann,
Der erfolgreiche Türöffner
Olaf Blume hilft Autofahrern, die vor verschlossenen Fahrzeugen stehen.
Ein Tag im Leben des Gelben Engels, mit jeder Menge vergessener Schlüssel
S
chlüssel im Kfz vergessen“,
Herrn und half einem jungen
meldet das Display im
Mann, der sich aus seinem Ford
Straßenwachtfahrzeug von Olaf
Focus ausgesperrt hatte. Routine
Blume. Der 42-jährige Gelbe
für den Kfz-Mechaniker. Allein
Engel stöhnt leise auf. „Das
im Jahr 2010 mussten die Gelben
gibt’s doch nicht, schon der
Engel etwa 100 000 Autofahrern
Dritte heute.“
helfen, die ihre Schlüssel
Ein sonniger Spätherbsttag im
verschusselt hatten.
osthessischen Fulda. Seit 7.30
„Ich kann nur raten, einen ErsatzUhr ist Olaf Blume unterwegs. Er schlüssel zu deponieren“, sagt
öffnete bereits den sandfarbenen Blume und macht sich auf den
Renault Laguna eines älteren
Weg zum nächsten Einsatz.
102 Club
Andreas Jokuszies wartet mit
Tochter Ellen und Sohn Justus
neben einem silbernen VW
Touran. Das zehnjährige blonde
Mädchen sieht den Gelben Engel
mit großen Augen an. Ellens
rechter Fuß steckt in einem
Inlineskate, der linke nur im
Strumpf. „Ich wollte die Rollschuhe aus dem Auto holen,
und da hab ich den Schlüssel
liegen lassen und die Tür zu­
der diesen Job seit mehr als
14 Jahren ausübt. Justus, Ellen
und Papa Andreas schauen
ihm fasziniert zu. Als er den
Schlüssel am Haken hat, drückt
er mit einem zweiten Draht
auf den Entriegelungsknopf. Es
macht „klick!“, und der Wagen
ist auf. „Wahnsinn“, entfährt es
dem Familienvater.
Des einen Wahnsinn ist des
anderen Routine. Autos knacken,
Starthilfe geben, Reifen wechseln: So sieht Blumes Arbeits­
alltag aus. In mehr als 80
Prozent der Fälle bekommt er
die Fahrzeuge wieder flott,
so ausweglos die Situation auch
sein mag. Als ein Motorrad­
fahrer den Schlüssel für das
Bremsscheibenschloss vergessen
hatte, organisierte Blume von
einem Bekannten eine Handflex. Nach zwei Stunden war
das eiserne Schloss geknackt.
Der Motorradfahrer, der wie Olaf
Blume einen Nachnamen aus
der Botanik hat, schrieb später
einen Dankesbrief an den ADAC.
Überschrieben mit dem Titel:
„Blume hilft Baum.“
Text: Verena Gaspar
# Der ADAC stellt Kfz-Mechatroniker/
innen, Mechaniker/innen bzw.
Elektriker/innen als Straßenwachtfahrer ein: www.adac.de/karriere
12/2011
ADAC Motorwelt
Foto: Dorothee van Bömmel
Mit der Gelassenheit eines
tibetischen Mönchs fischt
Blume nach dem Schlüssel
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Seele and Geist
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