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Drogenszene Schanzenviertel − was tun Sie? - Archiv - Hamburger

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Donnerstag, 11. Februar 1999
Hamburg
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Hamburger Abendblatt − Nr. 35 − Seite 17
Drogenszene Schanzenviertel − was tun Sie?
Drei Fragen an die Bezirksamtsleiter
Die Lage rund um Rote Flora und Fixstern wird immer brisanter. Der Verwaltung fehlt ein Konzept.
Von BOB GEISLER
ie kommt das Schanzenviertel aus der Krise? Während
die Einzelhändler zwischen Susannenstraße und Schulterblatt
durch den Drogenhandel immer
höhere Umsatzeinbußen verzeichnen (wir berichteten), üben
sich die Politik und Verwaltung
in Diskussionskultur.
Das Problem: Das Schanzenviertel befindet sich zwischen
den Bezirken Hamburg-Mitte,
Eimsbüttel und Altona. Um ein
gemeinsames Vorgehen zu gewährleisten, müssen die Anstrengungen der drei Bezirke zusammen mit denen der Stadtentwicklungsbehörde (STEB) koordiniert werden. Was zur Zeit ent-
W
LL
steht, ist ein extrem komplexes
System zur Entscheidungsfindung.
In der STEB schmort eine Senatsdrucksache, die den Rahmen für die Sanierung setzen
soll. Neben den bestehenden Sanierungsgebieten soll ein weiteres auf Eimsbütteler Gebiet ausgewiesen werden, das sich vom
Doormannsweg bis zur Susannenstraße erstreckt. Zudem soll
sich der Senat für das gemeinsame Vorgehen der Bezirke und
die Ernennung eines Quartiersmanagers aussprechen.
Das geschieht allerdings frühestens im März und auf keinen
Fall, bevor sich nicht die Bezirkspolitker auf einen Quartiersmanager geeinigt haben. Dies ist ei-
Foto: RAUHE
ne der ersten Aufgaben des sogenannten Neunergremiums, in
dem je ein Abgeordneter von
SPD, GAL und CDU aus den drei
Bezirken sitzt. Das Gremium
tagt erstmals am 17. Februar.
All dies hilft den Einzelhändlern wenig. Daher fragte das
Abendblatt die drei Bezirksbürgermeister, wie sie die Probleme
im Viertel anpacken wollen:
1. Was wollen Sie konkret für
die Geschäftsleute am Schulterblatt und an der Susannenstraße
in diesem Jahr tun?
2. Sollte es eine zweite Fixerstube im Schanzenviertel geben,
um die Situation am Schulterblatt zu entzerren?
3. Was soll nach Ihrer Ansicht
mit der Roten Flora passieren?
<>
Nr. 35
Altonas
Bezirksamtsleiter
Uwe Hornauer.
Foto: KUJATH
Eimsbüttels Bezirksamtschef
Jürgen Mantell. Foto: FREDERIKA
Rolf Miller leitet das Bezirksamt Mitte.
Foto: SCHNEIDER
L Wir werden uns mit den Geschäftsleuten in den betroffenen
Straßen zusammensetzen. Die
Wünsche werden diskutiert, entsprechende Projekte entwickelt.
Konkret sind an mich von den
Geschäftsleuten aber bisher
noch keine Wünsche für eine
Umgestaltung
herangetragen
worden.
L Kann ich nicht beantworten.
Wir werden diese Frage mit den
Bürgern im Schanzenviertel diskutieren, auch mit denen, die für
die Drogenpolitik in Hamburg
zuständig sind. Schließlich haben wir keine Drogenbeauftragten in den Bezirken. Die sitzen in
der Sozialbehörde.
L Das wird sich im Dialogprozeß
zeigen. Die Betreiber der Roten
Flora haben sich mir gegenüber
immer so geäußert, daß sie die
Bedürfnisse der Menschen im
Viertel erfüllen. Jetzt werden wir
fragen, was die Leute wirklich
brauchen, welche sozialen Einrichtungen es im Schanzenviertel geben soll. Möglicherweise
müssen die Flora-Betreiber dann
ihr Konzept noch einmal überarbeiten.
L Das Hauptproblem für die Geschäftsleute ist offensichtlich die
Drogensituation im Schanzenviertel. Es müssen deshalb Wege
gefunden werden, um den öffentlichen Drogenkonsum und
die Dealerei zu unterbinden. Eine Patentlösung dafür habe ich
aber nicht.
L In Eimsbüttel hatten wir eine
sehr intensive Debatte über die
Frage eines zweiten Fixerraums
im Viertel. Wir haben uns für die
dezentrale Lösung entschieden.
Seit Dezember gibt es einen Fixerraum an der Hoheluftchaussee. Wir werden ein Jahr beobachten, ob durch diesen Fixerraum das Schanzenviertel entlastet wird. Solange wäre es nicht
sinnvoll, das dezentrale Konzept
durch die Einrichtung eines weiteren Fixerraums im Viertel zu
durchbrechen.
L Die Situation ist schwierig.
Wenn man die Rote Flora als
selbstverwaltetes
Kulturzentrum erhalten könnte, wäre das
sicher in Ordnung. Aber es gibt
immer wieder Probleme vor Ort.
Da habe ich leider keine Lösung
parat.
L Konkret kann ich dazu nichts
sagen. Demnächst wird das Neunergremium erstmals tagen, in
dem die zuständigen Kommunalpolitiker
zusammensitzen
und nach Lösungen für die Probleme im Viertel suchen. Wenn
ich eine perfekte Antwort auf die
Schwierigkeiten hätte, würde
ich selbst etwas unternehmen.
L Einen zweiten Gesundheitsraum im Viertel muß es nicht geben. Die neuen, dezentral angesiedelten Räume müssen jetzt
erst einmal eine gewisse Zeit erprobt werden. Zudem soll die
Kapazität des Fixsterns ja noch
erweitert werden.
L Diese Frage müssen Sie mit
meinem Kollegen Uwe Hornauer
aus Altona erörtern. Die Rote
Flora liegt nicht auf dem Gebiet
von Hamburg-Mitte. Ich habe
zwar eine persönliche Meinung
zur Roten Flora, aber die werde
ich meinem Kollegen sicher
nicht über die Zeitung mitteilen.
Generell denke ich, daß die Tatsache, daß die Bezirke im Schanzenviertel jetzt erstmals zusammenarbeiten, ein Schritt in die
richtige Richtung ist.
Seite 17
2
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-gelb
Trabrennbahn:
Vier Interessenten
Vier Interessenten haben
sich um die künftige Nutzung der Hamburger Trabrennbahn beworben. Bis
Ablauf der Frist am Dienstag um 24 Uhr sind bei der
Wirtschaftsbehörde
vier
Konzepte
eingegangen,
die nunmehr von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Sachverständigen bewertet werden. Im
März sollen dem Senat und
der Bürgerschaft ein Vergabevorschlag unterbreitet werden. Wer das mindestens 30jährige Erbbaurecht für das 54 Hektar große Areal am Volkspark erhalten will, muß die Fortführung der Pferdesportveranstaltungen und die
Sanierung des Rennbahngeländes garantieren. Einer der Bewerber ist der
gegenwärtige
Betreiber,
die Hamburger Trabrenngesellschaft (HTRG). Ein
weiteres Konzept stammt
vom Hamburger Kaufmann und Rennstallbesitzer Harald Grendel. Dem
Vernehmen nach soll auch
der Hamburger Unternehmer Günther Herz an einer
Übernahme
interessiert
sein.
lno
Drei Fehler,
Entschuldigung!
Das war kein guter Tag.
Gleich drei Fehler haben
sich in unsere gestrige
Ausgabe eingeschlichen
Die Reise-Messe beginnt
an diesem Sonnabend
(nicht Sonntag). Im Bericht über das vom Spendenparlament geförderte
„Wegweiser-Telefon“ für
Senioren wurde eine falsche Telefonnummer genannt (Richtig: 32 40 49).
Und
das
abgebildete
Schiff war nicht die
„Deutschland“
sondern
die „Europa“. Sorry!
sd
L
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Bildung
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