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Generation 50plus hat was drauf - ema 50plus

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Generation 50plus hat was drauf
Beschäftigungsprojekt verhilft älteren Stellensuchenden zu Arbeitsplätzen
Seit 2008 gibt es das Beschäftigungsprojekt »ema 50plus« für die Region Bayreuth/Kulmbach. Über
100 ältere Menschen konnten seither vermittelt werden, das Kürzel steht für
»Eingliederungsmanagement für berufserfahrene Arbeitssuchende«.
BAYREUTH (shf) - »Für mich war es wie ein Sechser im Lotto.« Diese Bilanz zieht Elke Mock
aus Pegnitz über das Beschäftigungsprojekt »ema 50plus«. Nach zahlreichen Bewerbungen
und genauso vielen Absagen war die gelernte Metzgereifachverkäuferin durch eine
Vermittlerin der Arbeitsagentur auf das Projekt aufmerksam gemacht worden.
Gerade im Verkauf wollten viele Arbeitgeber nur jüngeres Personal, ältere Arbeitnehmer
bleiben häufig auf der Strecke. Dank des Projekts sei sie punktgenau vorbereitet und
bedarfsgerecht vermittelt worden. Nach vier Tagen Praktikum hatte sie die Stelle in einer
Bayreuther Metzgerei. »Ich bin froh, jetzt nicht mehr unter dem Druck zu stehen«, ist Elke
Mock überglücklich.
Wie die Metzgereifachverkäuferin aus Pegnitz konnten seit dem Jahr 2008 über 100 Bewerber
in der Region Bayreuth/Kulmbach dank »ema 50plus« in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt
werden. Das Kürzel steht dabei für Eingliederungsmanagement für berufserfahrene
Arbeitssuchende. Ȇber 100 Arbeitssuchende erhielten dadurch eine neue berufliche
Perspektive«, sagt die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer, die als »Botschafterin«
für das Projekt tätig ist.
Ziel des Beschäftigungspakts ist es, Unternehmen von der Leistungsfähigkeit erfahrener
Arbeitssuchender über 50 Jahre zu überzeugen und Vorurteile abzubauen. Zahlen belegen,
dass das bereits gelungen ist.
Bundesweit hätten seit Projektstart rund 35 000 Ältere wieder in das Berufsleben integriert
werden können, so Susanne Deitrich-Thimm vom Berufsförderzentrum. Ihren Worten nach
richtet sich das Projekt in erster Linie an Arbeitssuchende, die durch eine Insolvenz oder eine
plötzliche Entlassung nach einem langjährigen Berufsleben unverschuldet in die
Arbeitslosigkeit geraten seien.
Fachkräftemangel wird helfen
»Ältere Menschen sind nach wie vor unzureichend in den Arbeitsmarkt integriert«, bestätigte
auch Edith Schwarz, die stellvertretende Paktkoordinatorin der Arge im Landkreis Bayreuth.
Obwohl sich die Situation mittlerweile bessert, seien noch immer ein Drittel aller arbeitslosen
Menschen im Raum Bayreuth/Kulmbach zwischen 50 und 65 Jahren alt. Als besonders fatal
bezeichnete Schwarz dabei die demographische Entwicklung in Oberfranken. Die
Bevölkerungszahl gehe zurück, dadurch sinke auch die Beschäftigtenzahl, was wiederum die
Zahl der älteren Arbeitssuchenden ansteigen lässt.
Insofern könne man fast schon froh sein über den sich abzeichnenden Fachkräftemangel, so
die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. Sie will mit ihrer Botschafterrolle weiteren
Teilnehmern Mut machen. »Ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse sind für die Betriebe
das Kapital von morgen, und das sollten sie selbstbewusst in die Waagschale werfen«, so
Brendel-Fischer.
Die Parlamentarierin kündigte unter anderem an, eine Briefaktion zu starten, mit der sie bei
Unternehmen aus der Region gezielt für Arbeitskräfte über 50 werben möchte. Darüber
hinaus will sie auch verstärkt in die Unternehmen gehen, um die Verantwortlichen von den
Kompetenzen Älterer zu überzeugen.
Bei dem Treffen der Absolventen des Projekts wurden aber auch Probleme angesprochen, mit
denen die Teilnehmer zu kämpfen haben. Viele seien beispielsweise auf den öffentlichen
Nahverkehr angewiesen. Nicht nur in ländlichen Regionen, auch in Bayreuth selbst, stelle sich
dies als große Hürde dar.
Beklagt wurde außerdem, dass viele Arbeitgeber ihren Bedarf über sogenannte Minijobs oder
gar über Ein-Euro-Kräfte decken. Selbst hoch qualifizierte Stellen würden mit Ein-EuroJobbern besetzt. Dieser Tendenz müsse dringend gegengesteuert werden, appellierten einige
Teilnehmer an die Adresse der Politik, vertreten durch Gudrun Brendel-Fischer.
http://www.nn-peg.de/artikel_druck.asp?art=1232965&kat=14&mank=NON_Pe&catch=Lokales&ma...
31.05.2010
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28.5.2010
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG
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