close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

"Jeans for Jesus ist endlich mal etwas Freshes auf - Irascible

EinbettenHerunterladen
"Jeans for Jesus ist endlich mal etwas Freshes auf Berndeutsch, was wir auch gerne im
Club spielen." (Round Table Knights)
"Ich liebte Jeans for Jesus von Anfang an, und sie werden immer besser." (Greis)
"Musik, die wir uns auch privat gerne anhören." (Mercury)
"Without a featuring from Beyoncé Knowles." (Jan Stehle)
"Züri West sind damit einverstanden." (Züri West)
„Ein Hit, mit dem selbst nervenstrapazierende Volbeat-Konzerte prima aushaltbar
sind". (Kulturstattbern / der Bund)
"Anwärter auf den Sommerhit 2013". (Sonntagszeitung)
"Der wohl erste professionellen Indie-Pop-Song in der Schweizer Musikgeschichte".
(Ron Orp)
Pressetext Nie Meh
Wir können uns das Nichts kaum vorstellen. Wo etwas Leeres ist, füllt unsere Phantasie
die Welt auf. Ein Bild wird gemalt, weil die Leinwand weiss ist. Das Blatt Papier, das
Handy-Template, der ausgeschaltete Bildschirm: Die Leere birgt den Urknall der
Kreativität in sich.
Das Gefühl der Leere nach der grossen Leistung, dem Rummel und dem Hype, den
Groupies, den Drogen und der Homestory in der Schweizer Illustrierten – Fabian
Cancellara oder Ueli Steck hätten darüber ein Lied singen können. Jeans for Jesu s – nie an
einer Olympiade teilgenommen, keinen Gipfel ohne Gondelbahn erklommen, keine Ahnung
von Grenzerfahrungen eines Machertypen – haben es gemacht.
Die Band, die „sich mehr nach Brooklyn oder London als nach Bärengraben oder Eichholz
anhört“ (fingerzeig.ch), veröffentlicht nach ihrem polarisierenden, als Sommerhit
gefeierten „Estavayeah“ einen Song, der wirkt, als sei er unfertig: kein klassisches
Strophe-Refrain-Strophe-Schema, keine Streicher, Trompeten und Sampleschlachten. Und
doch ist "Nie Meh" ein riesiges Stück, weil es die Leere nur beschreibt und das Ausfüllen
überlässt. Der Song wurde vielleicht in einem roten Auto oder an einem kalten Fluss, in
einer Küche bei Neonlicht oder in einem Wartsaal geschrieben. Der Texter war vielleicht
begeistert oder gelangweilt, erleuchtet oder traurig. Die Geschichte verarbeitet eine
Trennung oder ein Verliebtsein, eine Geburt oder einen Todesfall, eine bessere oder
schlechtere Welt, sie handelt von niemandem. Das Geheimnis, die kleine Magie, kann nicht
im Studio aufgenommen werden: Weil "Nie Meh" so tut, als ob es eine Geschichte erzähle,
diese aber ohne Besetzung auskommt, erfindet jeder Zuhörer seine eigene – findet in
jedem Kopf ein privates und vertrauliches Kino statt. Wie vielfältig das Stück folglich
verstanden und verarbeitet werden kann, zeigen nicht zuletzt die sehr breit aufgestellten
Remixes und Re-Interpretationen von den befreundeten Musikern Baze, Goodbye
Fairbanks, Jimi Jules, Merlin, KROME (DJ Kermit & Romulus Rome) und SD&A.
"Nie Meh" stellt für die vierköpfige Band nicht ein Gegenstück zu "Estavayeah", sondern
nur einen weiteren Teil des selbstbetitelten Albums dar, welches im Januar erscheinen
und die Belanglosigkeit des deutschschweizerischen Musikschaffens auf neue Höhen
führen soll. Liest man ihre Geschichte und folgt der Inszenierung, wäre die inhaltliche
Auseinandersetzung mit dem brüchigen amerikanischen Traum in dessen Kleinformat, der
Deutschschweiz, zwar naheliegend als roter Faden und ideales Sujet für
Textinterpretationen in Reclam-Büchern und Youtube-Nutzer-Kommentaren – Jeans for
Jesus aber lesen beides lieber nicht.
Band-Bio
Durch die verschlafene Stadt Yermo im Südwesten der USA schleppt sich ein roter
Ford Crown Victoria. Die vier Insassen beobachten einen abgemagerten Mann, wie er
durch die sengende Hitze der kalifornischen Sonne über die offene Strasse taumelt.
Die vier haben sich einen Monat vorher in Bushwick, nördlich von Brooklyn, dem
Kanton Aargau New Yorks, in einer alten Fabrikhalle, die zurzeit sowohl Atelier und
Wohnexperiment als auch Club sowie zukünftige Loft für Besserverdienende ist,
getroffen. Die gemeinsame Herkunft, die Schweizer Hauptstadt Bern, die dort niemand
nicht einmal vom Hörensagen kannte, war Kuriosum genug, und da sie unabhängig
voneinander die lokale Musikszene auschecken wollten, kamen sie bald ins Gespräch.
Durch vorangegangene Musikprojekte waren sie sich vom Hörensagen und so nicht
gänzlich unbekannt. KG suchte nach Kollaborationen mit Kutti MC, Pamela Mendez
oder Open Season einen Sänger, der bei Bedarf auch höhere Töne anschlagen kann. Da
kam ihm Mike, den er bereits eine Woche vorher, anlässlich einiger durchzechter
Nächte in Baltimore kennengelernt hatte, gerade gelegen; aus dessen Stimme sollte
was zu machen sein. Als die beiden so vor sich hinredeten, über zeitgenössische Indie Musik, Rap mit heruntergepitchten Stimmen, asiatische Restaurants, die Renovation
des UNO Hauptsitzes, schweizerische Asylpolitik und Achselhaare von hübschen
Brooklyn-Girls, bemerkten sie Philippe und Demian, die ebenfalls an der Bar standen
und sich lauthals über die Ästhetik früher digitaler Synthesizer unterhielten. Und als
die Musik der bärtigen und langhaarigen ortsansässigen Indiegruppe immer mehr in
den Hintergrund und die lokalen Organic-Beers, serviert in alten Marmeladengläsern,
in den Vordergrund rückten, beschlossen sie, gemeinsam nach LA zu fahren. Die Musik
Brooklyns erschien viel zu anstrengend.
Über den von der Hitze spiegelnden Asphalt fahren die Jungs seit Tagen, meist
schweigend, sich manchmal über die Baile-Funk-, Joy-Division-, Chopped-andScrewed- und Stiller-Has-Kassetten streitend, vor sich her: nichts deutet darauf hin,
als würden sie den grossen gemeinsamen Nenner finden, als könnte die scheppernde
Klimaanlage des Fords die Kellerräume und Backyards Brooklyns ersetzen, als wäre
hier draussen irgendwas zu holen. – Bis sie plötzlich ebendiesen abgemagerten,
taumelnden Mann erblicken, der, kurz vor dem Zusammenbruch stehend, beinahe vor
die Haube des Fords läuft. Steve Lee hätte ihn wohl kaum gesehen und wäre
vorbeigefahren. Hofer sowieso nicht, der stieg ja in Memphis aus. Gölä war in
Australien. Kuno ist als einziger realistisch genug, Amerika für ein Gerücht zu halten
und deshalb nie dort – und die anderen waren da, wo sie halt so wohnen, zwischen der
Deutschschweiz, Berlin und Paris. Als sie aussteigen und den bärtigen Mann
ansprechen, läuft Motoröl aus dessen schwarzen Rachen, während sein spanisches
Gebrabbel den stillen Wahnsinn in den weitaufgerissenen Augen nicht zu verdecken
vermag. Da Demian einmal eine Dokumentation über die Spiritualität und
Philanthropie tibetanischer Mönche gesehen hatte, generell wusste, um was es bei
Springsteen mal gegangen war und dem armen Mann in seinen weissen Slippers einen
Ansatz von Würde wiedergeben wollte, appelliert er an seine Mitreisenden: «Zieht ihm
eine Jeans an, wenigstens.» Der Fremde schwafelt weiter wild vor sich hin, bis sich
einige verständliche Wörter, halb Englisch, halb Spanisch, herauskristallisieren:
«Hello. Mi nombre es Jesús Morales. You gringos de puta madre can recognize: i‘m in
bastante big troubles. Ayuda-me or die in hell you motherfuckers.» Die Schweizer
sehen sich kurz an, geben ihm was zu trinken, stellen keine Fragen und kramen aus
dem Kofferraum eine Jeans. Keine halben Hemden. «This is the Jeans for Jesus.»
Document
Kategorie
Reisen
Seitenansichten
11
Dateigröße
449 KB
Tags
1/--Seiten
melden