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SENATE //
Magazin für eine weltweite, Ökosoziale Marktwirtschaft 2014/2
GENERATION CHANGE: Über die
Generationenfrage und was sie für Gesellschaft,
Wirtschaft und Politik bedeutet
Generation Change
Die Unterschiedlichkeit von Generationen ist
eine Selbstverständlichkeit der geschichtlichen Entwicklung. Interessant ist in dem Zusammenhang heute, dass die Schnelligkeit der
Veränderung zugenommen hat. Wir müssen
uns sogar oft die Frage stellen, ob wir eine allen verständliche Sprache finden. Das beginnt
etwa schon bei der Computersprache von heute, schlägt sich in den Medien nieder, und ein
sanfter Verweis auf die Verwendung des Wortes „cool“ zeigt sehr deutlich, wie unterschiedlich die Sprache der Generationen ist.
Stärker noch sind die Veränderungen in den
Voraussetzungen. Ich bin ein Angehöriger der Nachkriegsgeneration, wobei man sagen kann, dass wir auf der einen Seite die Schwierigkeiten des Nachkriegsösterreichs
zu bewältigen hatten, auf der anderen Seite aber auch heute Probleme bestehen, die
die kommende Generation vor ungeheure Herausforderungen stellt. Für junge Menschen ist es nicht leicht, heute einen Job zu finden, und die richtige Ausbildung zu
erhalten ist ebenso von Fragen begleitet, wie etwa auch wie lange man bestimmte
Funktionen ausüben kann. Da geht es nicht nur um ein früheres oder späteres Pensionsalter, sondern auch um den Zwang, mit permanenter Weiterbildung überhaupt
aktuell zu bleiben und mitten in der Zeit zu stehen. Das hat aber auch Auswirkungen
Höchster Standard für Ökoeffektivität.
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auf staatliche Einrichtungen, wie zum Beispiel die der Vorsorge (wer glaubt noch an
sichere Pensionen?) und der Gesundheit, weil diese auch auf eine andere Art gefährdet ist, als das früher der Fall war. Die technischen Möglichkeiten der Medizin von
heute haben ebenso ihre Auswirkungen, wie etwa die Frage der Einstellung, Gesundheit zu fördern und zu erhalten.
Letztlich spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass wir heutzutage eine längere Lebenserwartung haben, wobei noch nicht ganz sicher ist, ob wir die Wege gefunden haben,
damit umzugehen. Hier kann es zu einer Spaltung der Gesellschaft kommen, die wieder ganz selbstverständlich zu Aggressionen aller Art führen könnte. Auf einen Endpunkt in der Entwicklung können wir nicht warten, weil sie eine ständig fließende ist.
Daher ist es umso richtiger, dass der SENAT DER WIRTSCHAFT sich mit dieser Frage
auseinandersetzt, weil es uns betrifft. Dass die Wirtschaft nicht nur von den Produkten und Dienstleistungen her, sondern auch in ihrer inneren Abfolge davon begleitet
ist, steht außer Frage. Wie sieht die Situation der Familienunternehmen aus? Wie ist
der Übergang von der einen Generation zur nächsten? Wie sehen die verschiedenen
Rechtsformen aus, die wir heute im Wirtschaftsleben benutzen? All das sind spannende Fragen, für die der SENAT DER WIRTSCHAFT versucht, auch Antworten zu
finden.
Dr. Erhard Busek,
Präsident SENAT DER
WIRTSCHAFT Österreich
SENATE // THEMEN UND MENSCHEN IM JULI 2014
Schwerpunkt
Generation
Change
2
Editorial // Generation Change //
Dr. Erhard Busek
6
Europa und die Jugend // Die
Bedeutung Europas für eine neue
Generation // Prof. Dr. Dr. FranzJosef Radermacher
10
Engagement für die Zukunft:
Persönliche Verantwortung
übernehmen // Warum das Konzept
der Generationen überwunden werden
muss // DI Dr. Clemens Widhalm
13
GENERATION (WH)Y: Eine
verlorene Generation? // Die
Generationenfrage aus der Sicht
junger Führungspersönlichkeiten
//Mag. Florian Schönberg
17
Energie einer neuen Generation//
Initiative „Young Ideas for Europe“
beschäftigt sich mit Energiefragen
der Zukunft // Lena Kranawetter
19
Ökonomische Chancen im
Wandel nutzen // Der Einfluss
des wachsenden ökologischen
Bewusstseins auf unser
Wirtschaften // Peter Frieß
34
23
Generationenverantwortung
Weltklima // Konkrete
Initiativen zeugen von
Verantwortungsbewusstsein
// Jochen Ressel
/ 37
26
–20 trifft 50+ //
Entschärfungsvorschläge
zur „sozialen Bombe“
Jugendarbeitslosigkeit in
Europa // Dr. Othmar Hill
39
Lehrberuf als Zukunftschance? //
Die Wahrheit über die Situation
der österreichischen dualen
Ausbildung // KR Egon Blum
43
28
Wie Mariazeller Lebkuchen
auch weiterhin aus Mariazell
kommt // Wie jetzt ein
Netzwerk für Lehrlingsausbilder
entsteht // Robert Frasch
47
Social Entrepreneurs: Eine
neue Unternehmergeneration
lebt soziale Verantwortung //
Interview mit Marie Ringler,
geführt von Tamara Ehlers
Hair-zeigbare Lehrlinge // Ein
Best-Practice-Beispiel für langfristig
erfolgreiche Lehrlingsausbildung //
Hans und Georg Bundy, Vanessa
Steinmetz-Bundy, Hannes Steinmetz
51
Generationenverantwortung in
der Finanzindustrie // Nachhaltige
Veranlagung als Zukunftskonzept //
KR Heinz Behacker
Raum für alle Generationen //
Die Bedeutung der Gestaltung
öffentlicher Räume für
Generationenverständigung //
DI Sanja Turkovic
Generation Change: Wert(e)
voll leben mit Zukunft //
Wertemanagement einer sich
verändernden Gesellschaft //
MR Dr. Hannes Schoberwalter
Senats-Aktivitäten
55
Save the Dates
58
Senats-Aktivitäten im
Aus- und Rückblick
Im Blickpunkt
72
Wirtschafts-News // TopInformationen aus Top-Unternehmen
82
Wer die Musik bestellt,
der zahlt // Dieter Härthe
EUROPA
und die Jugend
Schwerpunkt
Generation Change
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher,
Präsident des SENAT DER WIRTSCHAFT Deutschland
Die Bedeutung Europas
für eine neue Generation
D
ie Welt steht vor großen Herausforderungen,
und wir in Europa befinden uns mittendrin. Europa ist nicht der größte Teil der Erde, und hier
leben auch nicht die meisten Menschen, aber Europa ist ein für die Entwicklung der Menschheit
besonders wichtiger Teil der Welt und seit Jahrhunderten – und heute noch genauso – ein spannendes Experimentierfeld für die Zukunft. In
Europa wird wesentlich mitentschieden darüber,
wie die Zukunft einer Welt aussieht, deren Bevölkerung in weniger als 50 Jahren von 3 auf 7 Milliarden Menschen angewachsen ist, einer Zahl, die
sich bis zum Jahr 2050 auf 10 Milliarden Menschen erhöhen kann. Wie es dann mit der Größe
der Weltbevölkerung weitergeht, ist nicht klar
und eine der großen Herausforderungen für eine
nachhaltige Entwicklung.
Was ist das Besondere an Europa?
Rückblickend waren die frühen Kulturen im
Mittelmeerraum und insbesondere auch in Griechenland besonders prägend. Diese Frühkulturen haben von dem gemäßigt warmen Wetter in
dieser Region, von der Fruchtbarkeit der Böden
und den geografischen Möglichkeiten des Mittelmeers profitiert. In Griechenland hat sich auf
der Basis der dortigen Stadtstaaten eine beeindruckende Dynamik im Bereich der Organisation
des Gemeinwesens entwickelt. Erinnert sei an
frühe Formen einer Stadtdemokratie. Herausragend waren auch die Entwicklungen in den Bereichen Mathematik und Philosophie.
1945 beginnt das neue Europa, das in einem
gewissen Sinne erst 1989 wieder ganz zusam7
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, Vorstand des
Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), zugleich Professor für
Informatik, Universität Ulm, Präsident des SENAT DER
WIRTSCHAFT e. V., Deutschland, Vizepräsident des
Ökosozialen Forum Europa, Wien sowie Mitglied des Club
of Rome.
menfindet. In der Erkenntnis des absoluten Tiefpunkts der eigenen Geschichte nach zwei verheerenden Weltkriegen in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts und in der Reflexion der Dominanz der zwischenzeitlich aufgestiegenen Großmächte USA und Sowjetunion (heute Russland),
zugleich mit dem Anspruch der Bewahrung des
eigenen Wohlstands und einer großartigen Tradition, die in der Vielfalt der europäischen Kulturen, ihrer kulturellen Hervorbringungen, der unterschiedlichen Sprachräume mit ihrer je eigenen
Architektur, Literatur und Musik, Wissenschaft
8
und Historie die in dieser Dichte auf dem Globus
einzigartig ist, versuchte sich und versucht sich
Europa seit dem Zweiten Weltkrieg – in Gänze
seit 1989 – neu zu erfinden, und knüpft dabei an
eine lange und erfolgreiche Historie an.
Wir stehen dabei angesichts der immer rascheren Globalisierung vor der großen Herausforderung, einen Schritt in Richtung supranationaler
Struktur, teils zu Lasten nationaler Souveränitätsrechte zu leisten, und das im Umfeld sehr
ausgeprägter individueller Kulturen und jeweils
sehr spezifischer historischer Erfahrungen.
Europa ist heute in Bezug auf supranationale Governance das mit Abstand beste Beispiel auf dem
Globus für die Gestaltung eines Prozesses, vor
dem alle Staaten gemeinsam stehen, wenn Nachhaltigkeit global das gemeinsame Ziel ist. Aus
meiner Sicht ist das europäische Beispiel auch
die größte Hoffnung für eine vernünftige Langfristperspektive für diese Welt. Dies auch deshalb, weil in Europa auf nationaler und supranationaler Ebene neben ökonomischen Fragen der
soziale Ausgleich sowie Umwelt- und Ressourcenschutz, also Nachhaltigkeit im vollumfänglichen Sinne, einen hohen Stellenwert haben. Ziel
muss es sein, einen ganz anderen Weg zu gehen,
eine ökosoziale Perspektive zu verwirklichen,
eine Welt zu bauen, die sich in vielem an dem
orientiert, was in Europa gelungen ist, bezüglich
Wohlstand und sozialer Balance, bezüglich Demokratie und Toleranz und insbesondere auch
einer adäquaten Governance.
Über den Export von Technologie und Managementprinzipien hinaus wäre das der Export einer
Ideenwelt, die Einheit in Vielfalt und Balance bei
Verschiedenartigkeit ermöglicht in einer Form,
die Gemeinwohl fördert und Nachhaltigkeit verwirklicht – eine gute Zukunft für die ganze Welt
und ihre bald zehn Milliarden Menschen. Von
Seiten des SENAT DER WIRTSCHAFT tun wir
alles, um zu einer guten Zukunft für Europa und
damit auch zu einer besseren Welt beizutragen.
Wir argumentieren für eine Fiskalunion in Europa mit entsprechender Governance auf nationaler Ebene als Beitrag zur weiteren Vertiefung der
Union. Wir argumentieren deshalb nicht gegen
Schwerpunkt
Generation Change
zwischen den jungen Menschen in Europa sehr
eng. Ungefähr zehn Prozent der Eheschließungen in Europa erfolgt grenzüberschreitend.
Viele junge Menschen leben in zwei europäischen Staaten, viele junge Menschen haben ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres ursprünglichen
Heimatlandes. Natürlich haben junge Menschen
in Europa auch eine globale Perspektive, natürlich sind sie weltweit tätig, natürlich nutzen sie
die Chancen, die in weltweitem Austausch liegen, aber dafür ist es immer gut, eine sichere
Heimat als Hintergrund zu besitzen und andere
Was heißt das jetzt alles
mit einem ähnlichen kulturellen Hintergrund zu
für junge Menschen?
treffen.
Natürlich könnten sich junge Deutsche und ÖsWie stellt sich Europa aus Sicht junger Menschen
terreicher auch auf die deutsche oder österreidar? Für die Älteren ist Europa aus gutem Grund
chische Heimat-Basis beziehen, aber wie klein
ein Friedensprojekt. Frieden und Sicherheit sind
ist die doch im Verhältnis zu einer Welt, die sich
die Basis von allem, das ist offensichtlich, auch
in Richtung zehn Milliarden
wenn es für Jüngere teilweiMenschen entwickelt. Das
se so selbstverständlich ist,
ist dann irgendwann nicht
dass sie es einfach als gegeMit Europa haben
einmal mehr ein Prozent der
ben voraussetzen. Das ist es
wir unsere Heimat in
Weltbevölkerung. Mit Europa
aber nicht. Nichts ist selbsteiner globalisierten
sind es immerhin fünf Proverständlich, und Fortschritzent. Und die Vielfalt dessen,
te und „Selbstverständliches“
Welt gefunden
was sich in Europa findet, ist
sind rasch verspielt. Deshalb
so gewaltig, dass es den Versollten sich alle, ob Jung oder
gleich mit keinem anderen
Alt, das Friedensprojekt EuTeil der Welt scheuen muss. Mit Europa haben
ropa immer wieder vor Augen führen, was aber
wir unsere Heimat in einer globalisierten Welt
weitergehende Ambitionen nicht ersetzen kann.
gefunden, und mit Europa haben wir eine Basis,
Wir brauchen nämlich durchaus heute ein Euroan dieser globalisierten Welt nicht nur teilzuhapa, das in den Köpfen der Menschen, vor allem
ben, sondern zu ihrem Gelingen und zu einer
auch der jungen Menschen, viel stärker posibesseren Zukunft für alle beizutragen. Und wenn
tiv verankert ist, als das aktuell der Fall ist. Ein
es gelingt, dass diese globalisierte Welt zukünftig
Territorium mit einer wunderbaren Vielfalt von
in wesentlichen sozialen und ökologischen PaMöglichkeiten, das unsere Heimat ist. Ein „Bollrametern und in der Ausgestaltung von Freiheit
werk“ demokratischer Tradition und sozialer
und Solidarität noch mehr aussieht wie Europa,
Balance mit klarer Umweltorientierung in einer
als das heute der Fall ist, dann wissen wir, dass
Welt, für die das alles noch nicht selbstverständdie Welt auf dem richtigen Weg ist.
lich oder erreicht ist. Hier können wir reisen,
ohne dass es Grenzen gibt, hier können wir mit
Der Artikel wurde von Prof. Radermacher für das
derselben Währung zahlen. In Europa dürfen wir
Magazin des JUNGEN SENAT DER WIRTSCHAFT
in allen Mitgliedsstaaten arbeiten, hier können
Deutschland verfasst und mit freundlicher Genehwir überall intensive Beziehungen mit anderen
migung für das SENATE-Magazin zur Verfügung
Menschen entwickeln, eine Familie gründen und
gestellt.
Kinder haben. Mittlerweile sind die Beziehungen
Querfinanzierung, wie das viele Beobachter tun,
da wir wissen, dass ohne geeignet dimensionierte Finanztransfers eine balancierte Wohlstandsverteilung in Europa und weltweit nicht möglich
ist. Da wir keine „Träumer“ sind, argumentieren
wir dementsprechend für große Anstrengungen
vor Ort. Zugleich setzen wir uns auch für mehr
Balance im Globalen ein, immer aufbauend auf
den guten Erfahrungen, die wir in Europa mit einer gut austarierten Balance gemacht haben.
9
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
DI Dr. Clemens Widhalm, Managing Partner,
Dale Carnegie Austria, Senator im SENAT DER WIRTSCHAFT
Engagement für
die Zukunft: Persönliche
Verantwortung
übernehmen
Warum das Konzept der
Generationen überwunden werden muss
M
10
illennials (auch Generation Y, geboren circa zwischen 1980 und 2000), überschwemmen den
Arbeitsmarkt. Wie soll die Wirtschaft damit
umgehen? Immerhin wird sich gemäß Deloitte
Consulting ihr Anteil von derzeit 34 Prozent bis
2025 auf 75 Prozent mehr als verdoppeln. Und
das ist eine kulturelle Herausforderung, denn
junge Mitarbeiter haben oft Vorstellungen, die
für frühere Generationen jeder Vernunft entbehren. Flexible Arbeitszeiten versus regelmäßige Anwesenheit sind da nur ein oberflächliches Unterscheidungsmerkmal. Der Umgang
mit Hierarchien ist lockerer geworden, Leistung
und Zusammenarbeit bestimmt den Führungsstil, der Ausblick in die Zukunft wird wieder
hoffnungsvoller, und das Verantwortungsbe-
wusstsein für die Gesellschaft nimmt zu. So
eine der zahlreichen Studien zu Unterschieden
der Arbeitsgenerationen (Quelle: „Leading a
Multigenerational Workforce“, AARP 2006,
Claire Raines).
Wie „die Jungen“ gesehen werden
Generation „Y“ spricht man ja „WHY“. Und das
ist bezeichnend, denn diese Personen wollen wissen, warum oder auch wozu sie etwas tun, denn
– wie erwähnt – werden Hierarchien ja weniger
respektiert. Die Frage nach dem Sinn gewinnt an
Stellenwert. Und das ist gut so.
Andere wiederum sehen die jüngere Generation sehr kritisch. Sie wären ein Opfer des Digital
Schwerpunkt
Generation Change
Age. Persönliche Kommunikation ginge verloren.
Sozialkompetenz wäre schwach ausgebildet, und
generell werden alte Werte mit Füßen getreten.
Eine andere Schubladisierung. Typisch für unsere Zeit? Rufen wir uns doch folgendes Zitat in
Erinnerung: „Die Jugend liebt heutzutage den
Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet
die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.
Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn
Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen
ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft,
verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die
Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ So soll Sokrates vor nahezu 2500 Jahren befunden haben. Wie neu ist also das Bild unserer
Digital Natives?
Wie es um „die Alten“ steht
Umgekehrt steht auch die ältere Generation
nicht immer im besten Licht da. In der weltweiten Studie von Dale Carnegie Training gemeinsam mit MSW research wurde festgestellt,
dass Personen mittleren Alters (40 bis 49 Jahre)
tendenziell ihr Engagement am Arbeitspatz verlieren. Woran könnte das liegen? Hypothesen
reichen von beginnender Unterforderung und
Perspektivenmangel bis hin zu familiären Belastungen, wie pubertierende Kinder, abzuzahlender Hauskredit und höhere Scheidungswahrscheinlichkeit. Macht es Sinn, hier statistische
Mittel anzugeben? Oder halten wir es doch lieber
mit Franklin D. Roosevelt: „Ich stehe Statistiken
etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik
haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine
halbe Million.“?
Abgesehen davon: Ist das ein Generationenthema? Oder wird es den Millennials in einigen
Jahrzehnten selbst so ergehen? Es sieht also so
aus, als würden wir die Kategorisierung der Arbeitsgenerationen – Veteranen, Baby-Boomers
(Generation X), Millenials, etc. – in vielerlei Hinsicht völlig überbewerten. Und dabei wäre diese
Kategorisierung doch so bequem. Eingebettet in
anonyme Gesamtheiten entziehen wir uns leich-
DI Dr. Clemens Widhalm begann seine Karriere als
gelernter Techniker im Technologiemanagement des
Forschungszentrums Seibersdorf, sowie als Berater für
EU-Projekte, Patentwesen und Informationssysteme. Er
ist Trainer und Executive Coach für Kommunikation,
Führung, Präsentation und Verkauf. Seit 1.1.2006 ist
er als Geschäftsführer der Dale Carnegie Austria (DCA)
Training GmbH tätig und als solcher verantwortlich
für Sales und Marketing. Er ist Autor des Buches „55
Trainerfallen“.
ter der persönlichen Verantwortung für das, was
wir tun, und vor allem für das, was wir nicht tun.
Wesentliche Zukunftsfragen lauten daher: Wer
übernimmt die Verantwortung für die Gestaltung der nächsten Jahrzehnte? Welche Haltung
wird dazu erforderlich sein?
Die Lösung: gegenseitige
Unterstützung
Eines ist klar: Weder Menschen der älteren
noch der jüngeren Generation werden es alleine
schaffen können, die Gesellschaft wirklich zu11
kunftsfähig zu gestalten. Und das Miteinander
wird nicht funktionieren, wenn obiges Schubladendenken stattfindet. Menschen werden sich
gegenseitig unterstützen müssen, wenn insgesamt maximales Engagement erzeugt werden
soll. Und dazu benötigen wir eine besondere
Haltung, die Dale Carnegie schon in den Dreißigerjahren beschrieben hat, nämlich ehrliches
Interesse an anderen Personen. Unsere aktuellen Studienergebnisse unterstreichen, wie sich
diese Haltung von Vorgesetzten auf das Engagement ihrer Mitarbeiter auswirkt. Denn 54 Prozent der Mitarbeiter sind engagiert, wenn sie
glauben, dass ihr Vorgesetzter an ihrer ganzen
Person – also auch an ihrem Privatleben – Anteil nimmt. Hingegen nur 17 Prozent, wenn sie
den Eindruck haben, dass er sich nicht dafür
interessiert. Ehrliches Interesse an der Person
bewirkt also mehr als dreimal höheres Engagement! Umso bedenklicher ist, dass 66 Prozent
der Mitarbeiter glauben, dass sich ihr Vorgesetzter überhaupt nicht für ihre persönlichen
Bereiche interessiert.
Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Menschen miteinander, auch ohne hierarchisches
Arbeitsverhältnis, wird von dieser gegenseitigen
Haltung geprägt. Eine Weiterentwicklung der
Einstellung von möglichen Gestaltern in der Gesellschaft birgt demnach ein gewaltiges Potenzial
– und das in allen Generationen. Deshalb engagieren wir uns nicht nur für erfahrene Führungskräfte in etablierten Unternehmen, sondern gerne auch für junge Menschen, die Verantwortung
übernehmen wollen, wie beispielsweise beim
Young Leadership Forum des WDF, der studentischen Unternehmensberatung uniforce Consulting GmbH oder auch dem JUNGEN SENAT DER
WIRTSCHAFT.
Verlassen wir uns also lieber nicht auf Statistiken
und Vermutungen, sondern interessieren wir
uns für jene Menschen, die uns auch in Zukunft
durch herausfordernde Zeiten tragen sollen!
Denken wir weniger in Altersclustern, sondern
in Persönlichkeiten! So gewinnen wir Menschen
für eine Kultur, die über Generationen hinweg
Bestand haben könnte.
Schwerpunkt
Generation Change
Mag. Florian Schönberg, RA-Anwärter,
Leitendes Mitglied des JUNGEN SENAT DER WIRTSCHAFT
GENERATION (WH)Y:
Eine verlorene Generation?
Die Generationenfrage aus der Sicht junger
Führungspersönlichkeiten
Kaum eine andere Gruppe an Arbeitskräften bereitet Personalmanagern mehr Kopfzerbrechen, als die
mittlerweile stark in den Arbeitsmarkt strömende Generation Y. Als Nachfolger der Generation X, wird
dieser immer und alles hinterfragenden Generation Y (sprich „why“ = warum) in den nächsten Jahren
am Arbeitsmarkt eine sehr bedeutende Rolle beizumessen sein. Wer ist nun diese Latte Macchiato
schlürfende Wohlfühlgeneration, vor der so viele Arbeitgeber offensichtlich Angst haben und die gerne
als faul, selbstverliebt, überheblich und orientierungslos beschrieben wird?
13
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
kehrt wurde der Generation Y ab dem Jahr 2007
durch die Finanzkrise und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise drastisch vor Augen geführt, wie schnell selbst ganze Staaten kurz vor
dem Bankrott stehen und der Arbeitsmarkt in
allen Sektoren innerhalb kurzer Zeit massiv einbrechen kann. Nicht zuletzt aufgrund der nicht
immer nachvollziehbaren politischen Entscheidungen in dieser schwierigen Zeit und einem
nach wie vor angespannten Arbeitsmarkt war
das Vertrauen in die Politik von Anfang an bei
vielen tiefgreifend gestört. Dies äußert sich einerseits durch Desinteresse, andererseits in passivem Protest gegen alteingesessene Strukturen.
Eine weitere wesentliche Prägung erfuhr die Generation Y durch das Aufwachsen mit Computern, Internet und Mobiltelefonen. Keine andere
Generation davor hatte so umfangreichen und
einfachen Zugang zu Informationen aus aller
Welt, und noch nie war es so einfach, über weite
Entfernungen zu kommunizieren und sich in sozialen Netzwerken zu verbinden.
Mag. Florian Schönberg ist Rechtsanwaltsanwärter
bei TONNINGER | SCHERMAIER | MAIERHOFER
& PARTNER Rechtsanwälte und Geschäftsführer im
JUNGEN SENAT DER WIRTSCHAFT.
Die Rede ist von all jenen, die zwischen den frühen Achtzigerjahren und Anfang der Neunzigerjahre geboren wurden, also um die Jahrtausendwende Teenager waren und daher auch als
„Millennials“ bezeichnet werden. Kurzum: meine
Generation.
Was die Generation Y prägt(e)
Unbestritten ist, dass die Umstände, in denen
die Generation Y aufgewachsen ist, sich wesentlich von jenen der Generation X (1961 bis 1981)
unterschieden. Gerne wird in diesem Zusammenhang vom Aufwachsen in einer Überflussgesellschaft gesprochen. Eine Generation, die immer alles hatte und der es an nichts fehlte. Sicher
ist dies, insbesondere auch im Vergleich zur nach
wie vor oft ins Treffen geführten unmittelbaren
Nachkriegsgeneration, häufig zutreffend. Umge14
Was die Generation Y will
Die zentrale Forderung der Generation Y ist
Selbstbestimmung. Wann, wo und wie man arbeitet, möchte jeder selbst entscheiden. Das klassische Feindbild ist daher der Workaholic, der
von frühmorgens bis spätabends in einem Büro
sitzt und für den Job Familie und Freunde vernachlässigt. Geld spielt in der Generation Y eine
geringere Rolle als bisher. Kritiker schließen aus
diesem Umstand, dass die Generation Y arbeitsscheu und faul ist. Dies mag sicher auf manche
Vertreter dieser Generation zutreffen, dennoch
bedeutet Arbeitszeitflexibilisierung keineswegs,
dass die Generation Y weniger arbeitet als die
Generationen davor; aber eben anders.
Die Technologien, mit denen die Generation Y
aufgewachsen ist, ermöglicht es, an fast allen
beliebigen Orten seiner Arbeit nachzugehen.
Selbstverständlich werden heutzutage berufsbezogene E-Mails nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub bearbeitet und versendet.
Selbstverständlich ist man über das Mobiltelefon
Schwerpunkt
Generation Change
24 Stunden an 7 Tagen pro Woche für berufsbezogene Angelegenheiten erreichbar, und natürlich ist man kurzfristig auch bereit, Überstunden
zu machen. Die dafür aufgewendete Arbeitszeit,
die eben gerade nicht in Büroräumen verbracht
und nicht sekundengenau durch die Stechuhr
überwacht wird, lässt sich nur schwer quantifizieren und ist daher auch nur selten für den Arbeitgeber sichtbar.
Neben der Selbstbestimmung ist eine weitere
wesentliche Anforderung an Arbeit, dass diese sinnstiftend ist. Noch viel stärker als bisher
rückt der Wunsch nach Selbstverwirklichung
und Sinnhaftigkeit in den Mittelpunkt. Im Unterschied zu den Vorgenerationen hat sich diesbezüglich ein völlig neuer Leistungsgedanke
etabliert. Während man früher seine Leistung
meist im beruflichen Erfolg und am Geld auf dem
Konto gemessen hat, gilt heute als mindestens
genauso erfolgreich, wer eine gute Work-Life-Balance und einen Job, der ihm Freunde bereitet,
gefunden und ausreichend Zeit für Freunde und
Familie hat.
Zugegeben, diese Arbeitsweise ist für Arbeitgeber vorangegangener Generationen, die Tag für
Tag ihre Arbeit zu festen Arbeitszeiten an einem
fixen Arbeitsplatz verrichteten und verrichten,
oft schwer nachvollziehbar, und nicht selten wird
ihnen dadurch einiges an Vertrauen abverlangt.
Dennoch: Das Bedürfnis nach einer zeitlich und
örtlich flexiblen Arbeitsgestaltung findet sich in
der Generation Y in allen Bildungsschichten, und
es ist auch aus heutiger Sicht nicht davon auszugehen, dass in der darauffolgenden Generation Z
dieses Bedürfnis abnehmen wird. Je früher man
die Interessen dieser Generation berücksichtigt,
umso größer ist die Chance für Unternehmer
auch tatsächlich am Arbeitsmarkt die Mitarbeiter zu finden, die man tatsächlich braucht und
die sich langfristig gerade wegen der optimalen
Arbeitsbedingungen an das Unternehmen binden wollen.
Was die Generation Y bietet
Die Generation Y weist einen sehr hohen Bildungsgrad auf. Die Akademikerquote steigt,
wenn auch in Österreich hinter dem OECDSchnitt, stetig. Die Vertreter dieser Generation
beherrschen in vielen Fällen mehrere Fremdsprachen. Die Generation Y hat den technischen
Fortschritt der letzten Jahre mitgelebt und mitgetragen wie keine andere Generation. Der Umgang mit sozialen Medien wie twitter, facebook,
YouTube et cetera gehört für die Generation Y
ebenso zum Alltag wie das ständige Verlangen
nach Information, die sie sich dank der umfangreichen Erfahrung im Informationsmanagement
in kürzester Zeit beschaffen können. Die Generation Y hat überdurchschnittliche Fähigkeiten,
erfolgreich zu kommunizieren und sich mit Geschäftspartnern zu vernetzen. Flexibilität wird
meist nicht nur von den Arbeitgebern gefordert,
sondern auch selbst geboten. Finden die Vertreter der Generation Y Arbeitsbedingungen vor, bei
denen sie ihre Kreativität ausleben und einer aus
ihrer Sicht sinnvollen Arbeit nachgehen können,
kann ein überdurchschnittlich hohes Maß an
Produktivität erwartet werden.
Kritik an der Generation Y
Es wäre sicher nicht richtig, an dieser Stelle die eigene Generation als die Lösung für sämtliche Probleme darzustellen. Bei all den positiven Aspekten
hinsichtlich der Veränderungen der Arbeitsweise
kann ein Kritikpunkt an der Generation Y nur
schwer entkräftet werden: Die Generation Y hat
nie gelernt zu kämpfen. Wahrscheinlich nicht
zuletzt aufgrund des Aufwachsens in einer Überflussgesellschaft fällt es dieser Generation schwer,
sich für etwas wirklich einzusetzen. Die Generation Y musste nie in eigener Sache kämpfen, weil
von den Eltern ab der frühen Kindheit für sämtliche Lebenssituationen immer ein Plan B vorgesehen wurde. Nach wie vor vertraut die Generation
Y drauf, dass es für jede Lebenssituation ohnehin
immer einen komfortablen Plan B gibt. Dadurch
gibt sich diese Generation aber auch indirekt da15
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
de Generationen unberechenbare Auswirkungen
mit sich bringen.
Im Bewusstsein der beschriebenen Entwicklung
wurde im Jahr 2013 von kritisch denkenden Vertretern dieser Generation, die sich eben gerade
nicht mit der Durchschnittlichkeit zufriedengeben, der JUNGE SENAT DER WIRTSCHAFT für
Menschen zwischen 16 und 35 Jahren ins Leben
gerufen, um einerseits die Interessen der eigenen
Generation im SENAT DER WIRTSCHAFT zu
vertreten und andererseits im Bewusstsein der
Verantwortung gegenüber dieser und den kommenden Generationen einen gemeinsam Weg zu
einer ökosozialen Marktwirtschaft einzuschlagen.
Der JUNGE SENAT DER WIRTSCHAFT freut sich
an dieser Stelle auch künftig zu den aktuellen
Schwerpunktthemen Position beziehen zu dürfen.
mit zufrieden, durchschnittlich zu sein. Diese
Zufriedenheit mit der Durchschnittlichkeit führt
dazu, dass viel Potenzial und Talent verloren geht.
Trotz der Unzufriedenheit mit der politischen Situation wählt die Generation Y den passiven Protest, anstatt sich aktiv einzubringen. Trotz bester
Karrierechancen bevorzugt die Generation Y die
Mindeststudienzeit weit zu überschreiten, weil
es stressfreier ist. Sie haben auch gelernt, dass
besondere Leistungen weder von der Gesellschaft
noch vom Staat entsprechend gewürdigt werden
und es nicht darauf ankommt, wie und in welcher
Zeit man seinen Abschluss macht. Auch wenn
es einmal nicht so toll läuft, gibt es immer einen
Umweg, um ans Ziel zu gelangen. Dieser Weg des
„geringsten Widerstands“ mag zwar effizient sein
und für den Einzelnen zu einem vertretbaren Ergebnis führen, kann aber umgekehrt für kommen-
Die VBV – Vorsorgekasse geht nachhaltig voran
Der sorgsame Umgang mit dem
Kapital steht bei der VBV – Vorsorgekasse stets im Mittelpunkt der
Tätigkeiten. Langfristig stabile
Erträge sind in der betrieblichen
Altersvorsorge essentiell. Deswegen
setzt das Unternehmen, ausgezeichnet als österreichischer Leitbetrieb, ganz bewusst auf eine
nachhaltige Veranlagungsstrategie.
Als erste Vorsorgekasse in Österreich bezieht die VBV bereits seit
2002 einen Ethikbeirat bei der
Auswahl der Investments mit ein
und ist damit Pionier in der Branche. „Wir streben einen langfristigen Gewinn für unsere Kunden
an. Dafür wählen wir unsere Geldanlagen sehr sorgfältig aus“, erläutert Heinz Behacker, Vorstandsvorsitzender der VBV – Vorsorgekasse.
„Kurzfristige Rendite mit hohem
Risiko ist nicht unsere Sache.“ Ins
Portfolio der VBV – Vorsorgekasse
schaffen es deswegen nur Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und Verantwortung für eine
lebenswerte Zukunft übernehmen.
Ethische Werte zahlen sich aus
Ein Blick auf die Veranlagungsergebnisse der VBV – Vorsorgekasse
seit 2003 bestätigt, dass sich eine
nachhaltige Strategie lohnt. Seit dem
Start liegt das kumulierte Ergebnis
bei über 40 %, die Nettorendite bei
über 3 % pro Jahr und damit über
dem Branchendurchschnitt.
Von dieser Bilanz des Marktführers in Sachen Vorsorge profitieren
in Österreich mehr als 2 Millionen
Kunden. „Uns vertraut jeder dritte
Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder
Selbstständige – und dieses Vertrauen nehmen wir selbstverständlich sehr ernst“, so Heinz Behacker.
„Wie wichtig unseren Kunden eine
nachhaltige Veranlagung und ein
langfristiges Ergebnis sind, hat
auch unsere Stakeholderbefragung
Ende letzten Jahres gezeigt.“
Nachhaltigkeit ist demnach eines
der Top-3 Kriterien, denen eine
Vorsorgeveranlagung aus Sicht der
Österreicherinnen und Österreicher entsprechen muss. Ganz vorn
in der Befragung liegt das stabile
Anlageergebnis. Auch diese Werte
unterstreichen, wie sehr sich die
gesellschaftliche Verantwortung
der VBV – Vorsorgekasse auszahlt.
VBV – Vorsorgekasse • Tel.:01/217 01-8500 • www.vorsorgekasse.at
Interview
Foto: VBV
Seit mehr als zehn Jahren
zeigt die VBV – Vorsorgekasse, wie man mit nachhaltigem Wirtschaften
erfolgreich Werte schafft.
Wir investieren ausschließlich in
Unternehmen und Länder, die in
ökologischen und sozialen Bereichen eine Vorreiterrolle übernehmen
und eine wirtschaftlich überdurchschnittliche Entwicklung zeigen. Für
KR Heinz Behacker uns ist ganz eindeutig der Mensch
Vorstandsvorsitzender
der Maßstab unseres Handelns und
VBV – Vorsorgekasse AG
seine Absicherung unser Ziel.
Außerdem streuen wir unsere VerHerr Behacker, beschreiben Sie
uns die VBV – Vorsorgekasse in anlagungen breit und minimieren
so das Risiko. Das gibt unseren
drei Schlagworten.
Kunden Sicherheit, Stabilität und
Die nachhaltigen Grundsätze,
nachhaltige Erträge – auch und
egal wie die Marktlage sich entgerade wenn die Zeiten mal etwas
wickelt, die sichere und risikoarme
turbulenter werden. Unsere BerateVeranlagung und der offene Dialog
rInnen stehen unseren Kunden in
mit unseren Kunden.
ganz Österreich und jederzeit zur
Sichere, nachhaltige und risiko- Verfügung, über das Internetkonto
arme Veranlagung – wie sieht das sind alle Daten außerdem stets
in der Praxis aus?
verfügbar.
Schwerpunkt
Generation Change
Lena Kranawetter, Schülerin und Projektgruppenmitglied
„Young Ideas for Europe“
Energie einer neuen
Generation
Initiative „Young Ideas for Europe“ beschäftigt
sich mit Energiefragen der Zukunft
I
m Rahmen der Initiative „Young Ideas for Europe“ beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnen der sechsten Klasse des Privatgymnasiums
Mary Ward in Sankt Pölten fünf Tage lang mit
Fragen zu Energieressourcen von Morgen.
„Young Ideas for Europe“ ist eine Initiative der
Robert Bosch Stiftung, entwickelt für SchülerInnen zwischen 15 und 18 Jahren. Die Initiative
hat ein Paneuropäisches Netzwerk geschaffen,
das jungen Menschen aus allen EU-Mitgliedsländern die Möglichkeit gibt, aktiv in den Dialog zu
treten und die Zukunft Europas mitzugestalten.
In einer fünftägigen Projektwoche entwickeln
die SchülerInnen Ideen für eine nachhaltige
Energiepolitik Europas. Die besten Ideen aus
ganz Europa werden in einem gemeinsamen Aktionsplan zusammengefasst – Neue Energien für
Europa. Dieser wird der EU-Ratspräsidentschaft
und Entscheidungsträgern und -trägerinnen in
Brüssel überreicht werden.
Die Arbeit der SchülerInnen während dieser fünf
Tage wird durch politische Paten und Patinnen
sowie Experten und Expertinnen aus Politik,
Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt. SchülerInnen gründen fiktive politische Parteien,
entwickeln eine Parteiplattform und diskutieren
dieses Thema mit ihren MitschülerInnen. Die
Projektwochen finden in allen EU-Mitgliedsländern statt, wobei immer zwei gleichzeitig abgehalten werden und Liveschaltungen zwischen
diesen beiden Ländern in der betreffenden
Woche stattfinden. Eine Parlamentsdebatte am
letzten Tag stellt den Höhepunkt der Woche dar.
Hier werden SchülerInnen ihr Wahlprogramm
präsentieren, bevor sie ihre Ideen mit den politischen Paten und Patinnen diskutieren. In dieser
Form sind sie direkt mit der Politik verbunden.
Der Aktionsplan für ein
nachhaltiges Europa
in Energiefragen
„Es muss sich etwas ändern. Jetzt. Wir müssen
unsere Energie effizienter nutzen und dem Volk
näher bringen welche Folgen der Klimawandel
haben könnte.“ So fassten die SchülerInnen die
Kernpunkte ihres Konzepts für eine fortschrittliche Energiepolitik in Europa zusammen. Nach
einer fünftägigen Projektwoche im Rahmen
von „Young Ideas for Europe“ entwickelten die
17
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
S­ chülerInnen einen Aktionsplan, der ihre Visionen für ein nachhaltiges Europa beinhaltet.
Im Rahmen des Projekts wurden eine ganze Reihe von Punkten geortet, die unmittelbar behandelt werden können. Hier eine Auswahl:
• Förderung von Forschung bei Elektroautos,
Geothermie, Energieeffizienz und Stromspeicherung.
• Neue und schon vorhandene Ideen zum Umweltschutz unterstützen.
• Das gesamte Thema „Umwelt und Klimawandel“ gezielt in der Bevölkerung bewusst
machen und hierbei wirklich die Fakten auf
den Tisch legen, wie man was ändern kann
und was passieren wird, wenn wir jetzt nichts
dagegen unternehmen. Damit könnte man
neue Jobs schaffen für WissensträgerInnen in
diesen Bereichen, um in Schulen oder Firmen
ihr Wissen vorzutragen.
• Bus- und Bahnnetze sowie Elektrotankstellen
ausbauen.
• Bei den öffentlichen Diensten, wie Taxis oder
Busse, und auch Dienstautos von Firmen
kann man auf Hybridautos umsteigen. Dafür
müssen Anreize geschaffen werden.
Auch mit dem Thema Nachhaltigkeit haben sich
die SchülerInnen beschäftigt. Dazu zählen die
Themenbereiche:
• Umweltfreundliche Fahrzeuge billiger und die
umweltschädlichen Fahrzeuge teurer machen.
• Die Verringerung der Abhängigkeit von
Energieimporteuren und das Einhalten von
gesetzten Zielen, zum Beispiel der 2020-Plan
• Auch die Wirtschaft muss nachhaltiger
werden, und die ganze Welt muss zusammenhalten, um die CO2-Emissionen zu verringern – das Interesse eines Teiles der globalen
Bevölkerung reicht nicht!
Während dieser spannenden Woche hatten die
SchülerInnen die Möglichkeit, Unterstützung
von Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu erhalten. Bei der
Präsentation ihrer Ergebnisse am Freitag, den
4. April 2014, waren unter anderem MEP Karin
Kadenbach (SPÖ), MEP Angelika Mlinar (Neos,
zum Projektzeitpunkt noch in ihrer Funktion als
Spitzenkandidatin), MEP Heinz K. Becker (ÖVP)
und Mag. Matthias Stadler (Bürgermeister der
Stadt St. Pölten) anwesend, die den SchülerInnen
Feedback zu ihren Visionen und Ideen gaben.
Auch Ehrengäste wie Bürgermeister
Matthias Stadler, MEP Angelika
Mlinar (Neos), MEP Karin Kadenbach
(SPÖ) und MEP Heinz K. Becker
(ÖVP) nahmen teil.
Lena Kranawetter besucht das Mary Ward Privatgymnasium und Oberstufenrealgymnasium in Sankt Pölten und hat an dem Projekt „Young Ideas for Europe“ der
Robert Bosch Stiftung mit ihrer Klasse im Rahmen einer gemeinsamen Projektwoche
teilgenommen.
18
Schwerpunkt
Generation Change
Peter Frieß – Gründer von zukunftswerk eG ,
Senator im SENAT DER WIRTSCHAFT
Ökonomische Chancen
im Wandel nutzen
Der Einfluss des wachsenden ökologischen
Bewusstseins auf unser Wirtschaften
H
eute haben wir wieder weltweit über 150 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft geblasen,
wieder haben wir einen Teil der restlichen Öl-,
Gas-, Kohle- und Uranvorräte aufgebraucht und
haben damit an einem Tag das verbrannt, woran
die Natur eine Million Tage gearbeitet hat. Wieder sind wir 220.000 Menschen mehr auf unserem Planeten geworden und haben erneut circa
90 Millionen Tonnen fruchtbaren Bodens verloren. Wieder haben wir 20.000 Tonnen Müll in die
Weltmeere gekippt. Und wollten alle Bewohner
auf unserer Erde so leben wie wir, so bräuchten
wir schon heute drei Planeten.
Wir wissen schon heute sehr genau, dass im Jahr
2050 etwa 9,5 Milliarden Menschen versuchen
werden, auf unserem Planeten ein würdevolles
Leben zu führen. Wir wissen, dass das ungefähr
50 Prozent der Menschen sein werden, die jemals
auf der Erde geboren wurden. Wir wissen, dass
bei den aktuellen Verbrauchswerten die Vorräte
für Erdöl noch 40, für Erdgas 63 und für Kohle
noch 180 Jahre ausreichen werden. Wenn aber
unsere Bevölkerung so rasant weiter wächst und
wenn durch den niemandem abzusprechenden
Wunsch auf Angleichung der Lebensstile insbe-
sondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Energieverbrauch stark steigen wird, so
werden sich die Reichweiten fossiler Brennstoffe
weiter verkürzen. Damit steht fest, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe im Zeitablauf der
Erdgeschichte nur ein Wimpernschlag war.
Wie wir
Generationenverantwortung
aktuell leben
Wenn sich nichts Entscheidendes ändert, werden
wir das, was die Erde in 300 Millionen Jahren unter der Erdoberfläche angesammelt hat, im Zeitraum von 1780 bis circa 2100 – also in ungefähr
300 Jahren – verbrannt haben. Schon das klingt
ziemlich egoistisch gegenüber kommenden Generationen, die zum Beispiel bei der Herstellung
von Medikamenten dringend auf die Verfügbarkeit von Erdöl angewiesen sind.
Zur Tatsache der Knappheit fossiler Brennstoffe
kommt noch etwas Unangenehmeres hinzu: 97
Prozent der Wissenschaftler (der verbleibende
Rest wird von der Mineralölindustrie bezahlt) sagen, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe zu
19
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Peter Frieß ist seit fünf Jahren Mitglied im deutschen
SENAT DER WIRTSCHAFT. Er war Geschäftsführer eines
Luftverkehrsunternehmens, Vorstand einer börsennotierten
Großhandelsgruppe und 15 Jahre Geschäftsführungsvorsitzender eines Energieversorgers. Peter Frieß hat vor drei
Jahren gemeinsam mit Alexander Rossner die Genossenschaft zukunftswerk eG gegründet. zukunftswerk ist eine
Unternehmensberatung, die das Prinzip nachhaltigen Wirtschaftens mit dem Ziel einsetzt, den Erfolg ihrer Kunden
dauerhaft zu verbessern. Dementsprechend versteht sich die
Genossenschaft als Partner und Wegbegleiter von Unternehmen, die die ökonomischen Chancen nutzen möchten,
die eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise bietet. In Österreich agieren das Senatsmitglied sattler energie consulting
und zukunftswerk gemeinsam unter www.nrgi.co.
weltweiten Klimaveränderungen führt. Und wenn
der Klimawandel von uns Menschen verursacht
wird, so hat diese Nachricht auch eine ziemlich
gute Seite. Denn dann kann die Katastrophe auch
durch uns verhindert werden. Wenn wir die Nachrichten verfolgen, wissen wir, der Klimawandel
ist schon deutlich zu spüren. Kann man da noch
ernsthaft Menschen Glauben schenken, die uns
erzählen wollen, das wäre alles nicht so ernst zu
nehmen? Würden Sie in ein Flugzeug steigen,
wenn man Ihnen sagt, dass es mit einer 97-prozentigen Sicherheit abstürzen wird? Sicher nicht.
20
Der neue Bericht des Weltklimarats macht erneut
auf den Ernst und die Folgen des Klimawandels
aufmerksam: Schmelzende Gletscher, Anstieg
der Meeresspiegel, zunehmende Stürme, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse.
Der Klimawandel ist die größte Herausforderung
unserer Zeit und hat dramatische Auswirkungen
auf unsere Atmosphäre, Biosphäre, Kryosphäre
und Hydrosphäre.
Schon im Stockholm Memorandum der 20 Nobelpreisträger von 2011 steht: „Wir sind die erste Generation, die die globalen Gefahren für die
Menschheit erkennt.“ Und damit wird immer
mehr Menschen bewusst, dass ihr Wohlstand
zu Lasten von Menschen an anderen Orten und
in späteren Generationen geht. Und in diesem
Bewusstseinszeitalter wird auch der Wunsch,
Verantwortung zu übernehmen, immer stärker.
Immer mehr Menschen und insbesondere die
Jüngeren wollen sich nicht länger schuldig fühlen,
wenn der kleine Eisbär von der Scholle rutscht und
orientieren unter anderem ihr Konsumverhalten
an ihren zukunftsorientierten Wertmaßstäben. In
einer aktuellen Umfrage unter Studenten erachten 86 Prozent als zu verfolgendes Ziel den Schutz
der Menschenrechte, 79 Prozent den Klima- und
Umweltschutz und 78 Prozent die soziale Gerechtigkeit. Spätestens mit der Generation Y tritt das
Schneller, Höher und Weiter immer mehr in den
Hintergrund. Der Wunsch nach Einklang zwischen Beruf einerseits und Familie, Freunde und
Spaß andererseits wird immer wichtiger.
Wenn das alles stimmt, so wird der Gedanke der
ökosozialen Marktwirtschaft immer bedeutender. Damit müssen aber insbesondere diejenigen,
deren bisheriger Wohlstand auf der preiswerten
Verwendung endlicher Ressourcen beruht, ihr
Verhalten nachhaltig verändern.
Die rasche Energiewende
Eine unglaublich rasche und weltweite Energiewende ist das, was wir am dringendsten brauchen. Der frühere Chefvolkswirt der Weltbank,
Sir Niclas Stern, schätzt, dass die Folgekosten des
Klimawandels fünfmal höher sein werden wie die
Schwerpunkt
Generation Change
Kosten der Energiewende. Was muss noch passieren, bevor wir entschlossen reagieren?
In der gerade zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz in Bonn wurde deutlich, dass es möglich
ist, im kommenden Jahr in Paris einen Weltklimavertrag zu verabschieden, der ab 2020 alle großen
Staaten verpflichtet, ihre Emissionen deutlich zu
reduzieren. Das bisher im Vordergrund stehende
„Ihr tut zu wenig! “ gegen „Fangt ihr erst einmal
an! “ wurde insbesondere durch die Haltung der
beiden größten Emittenten USA und China durchbrochen, die – nach den ersten Ankündigungen
schon in Kopenhagen – nunmehr bereit sind, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Damit besteht eine ernsthafte Hoffnung, dass die von Prof.
Radermacher benannte „Kopenhagenformel“ –
Industrieländer senken ihre Emissionen absolut,
Nicht-Industrieländer relativ zu ihrer wirtschaftlichen Wachstumsrate ab – Wirklichkeit werden
könnte. Damit wird aber auch deutlich, dass die
politisch initiierten Maßnahmen nicht ausreichen
werden, das 2-Grad-Ziel zu erreichen.
Und damit steigt zwangsläufig die Verantwortung des unternehmerischen und privaten Sektors zur Schließung der Lücke. Damit richten sich
die weiteren Zeilen dieses Artikels an die vielen
Mitglieder des SENAT DER WIRTSCHAFT, die
Teil der Lösung, nicht Teil des Problems sein wollen. Da man mit einer Wunderkerze bekanntlich
kein großes Feuerwerk veranstalten kann, bedarf
es auch im unternehmerischen Bereich einer Fülle von Maßnahmen:
1. Energieverbrauch vermeiden – die beste Energie ist immer noch diejenige, die gar nicht
erst gebraucht wird.
2. Energieeffizienz steigern – die Reserven im
Produktions-, Gebäude- und Mobilitätsbereich sind gigantisch. Professor Weizsäcker
spricht von Faktor fünf.
3. Erneuerbare Energien einsetzen – die Zeit zum
Beispiel für Fotovoltaik und Eigenstromverbrauch mit Batteriespeicher in Unternehmen
ist auch unter ökonomischen Aspekten reif.
Dabei wird häufig übersehen, dass Sonne und
Wind keine Rechnung schicken, während die
alten Energieträger immer teurer werden, vor
allem wegen ihrer Endlichkeit, und dass sie
„Ewigkeitskosten“ verursachen.
4. Emissionen kompensieren – auch bei den
größten Anstrengungen, die Emissionen zu
reduzieren, setzen Ökonomie und Technologie
Grenzen. Deshalb gilt es, erneut im Einklang
mit den Gedanken von Prof. Radermacher
durch den Kauf und die Stilllegung von Emissionsrechten, die Klimaneutralität des eigenen
Unternehmens herzustellen. Zudem kann
durch biologische Sequestrierung, primär in
Form großflächiger Aufforstung auf degradierten Böden in den Tropen, oder das Pflanzen
von Bäumen vor der „Haustür“ die Bilanz
weiter verbessert werden. Die aufgeklärten
Konsumenten unter Ihren Kunden werden Sie
für die Umsetzung der Maßnahmen im Energie- und Klimabereich zunehmend belohnen.
Schlaue Menschen lösen ein
Problem. Weise Menschen
vermeiden das Problem.
Da nicht nur die fossilen Brennstoffe endlich
sind, sondern auch Mineralien, Metalle, seltene
Erden etc. unseren Wachstumswünschen zunehmend Grenzen aufzeigen, gilt es auch die unternehmerischen Strategien im Produktbereich zu
überdenken.
Wir müssen zwangsläufig lernen, Produkte so zu
gestalten, dass sie nützlich und nicht nur weniger schädlich sind. Das heißt unter anderem Produkte so zu konzipieren, dass sie niemals zu Müll
werden – das ist der Grundgedanke des Cradle-to-Cradle-Konzeptes (C2C). Recyclierbarkeit,
Kompostierbarkeit und die konsequente Eliminierung von umweltschädlichen Stoffen sind die
Herausforderungen an unsere Produkte. Wie damit die Grenzen des Wachstums verschoben werden können, beschreiben Michael Braungart und
William McDonough in ihrem 2013 erschienen
Buch „Intelligente Verschwendung“. Alternativ
können Sie sich auch zum Appetitholen den kleinen Film von www.gugler.at unter https://www.
youtube.com/watch?v=urGAIxTj3Dw ansehen.
(Hinweis: Diese Ausgabe des SENATE-Magazins
21
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
wurde auf der Basis des Cradle-to-Cradle-Konzepts von gugler produziert.)
Wie kann eine Strategie der realisierbaren langfristigen Schritte aussehen, um ein Unternehmen in Richtung nützlicher Produkte umzubauen? Unterstützung finden Sie etwa bei David
Lubin und Daniel Esty zum Thema „Megatrend
Nachhaltigkeit“. Die Autoren empfehlen eine
vierstufige Vorgehensweise:
• 1. Phase: Altes auf neue Weise: Erhöhen Sie
die Ökoeffizienz Ihrer Produkte (siehe oben).
• 2. Phase: Neues auf neue Weise: Entwickeln
Sie neue Produkte.
• 3. Phase: Umwandlung des Kerngeschäfts:
Schrittweise werden sich die Umsatzschwerpunkte auf die neuen Produkte verlagern.
• 4. Phase: Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells und Differenzierung: In der letzten
Phase nutzen Unternehmen den Megatrend
Nachhaltigkeit als bedeutendes Merkmal, um
sich vom Wettbewerb abzuheben.
Die Realisierung des Gedankens der ökosozialen
Marktwirtschaft im eigenen Unternehmen verspricht eine erfolgreiche Zukunft. Die Zahl der
Menschen, die ihre Kaufentscheidung von ökologischen und sozialen Erwägungen abhängig
machen, wächst stetig. Wer die Wahl zwischen
zwei preislich und auch ansonsten miteinander
vergleichbaren Produkten hat, entscheidet sich
für das Produkt des Unternehmens, das den
besseren Ruf als verantwortungsvoll handelndes
Unternehmen hat. Zudem macht Nachhaltigkeit
in Unternehmen stolz und bringt allen rund ums
Unternehmen viel Freude.
Die Gesellschaft muss zum Handeln bewegt werden. Nur durch die Kraft der Unternehmen und
Bürger und insbesondere der Jugend, über deren Verhältnisse wir leben, kann die Wende beschleunigt werden. Eine zweite Arche Noah wird
es nicht geben, die uns in eine bessere Zukunft
hinüberrettet. Wohlstand aufgebaut auf der
Zerstörung der Umwelt und auf Kosten anderer
Menschen, ist kein wirklicher Wohlstand.
Aber gibt es wirklich nachhaltige, ökosozial agierende, Unternehmen? Kann man einen solchen
Anspruch tatsächlich durchgängig und nahezu
überall in die Tat umsetzen? Wir beobachten mit
großer Freude, wie es immer mehr Unternehmen
im ökologischen, ökonomischen und sozialen
Sinn mit großem Erfolg tun. Sie verstehen, dass
ein Unternehmen zu allererst eine Gemeinschaft
vieler Menschen ist, die Verantwortung gemeinsam trägt, füreinander übernimmt und engagiert
nach außen wirkt. Als ein Teil der Gesellschaft,
der dazu beiträgt, die Welt von heute und morgen ein kleines Stück besser zu machen. Jeden
Tag. Und viele dieser Unternehmen sind Mitglied
im SENAT DER WIRTSCHAFT. Und die Zahl der
Mitglieder, die die zukunftsgerichtete Veränderung suchen, steigt ständig.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht wir,
wer sonst?
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Schwerpunkt
Generation Change
Jochen Ressel, SENAT DER WIRTSCHAFT
Generationenverantwortung
WELTKLIMA
Konkrete Initiativen zeugen von
verantwortungsbewusstsein
S
eit 42 Jahren lebe ich auf diesem Globus. Aus der
Sicht der heute heranwachsenden Generationen
erscheint es unglaublich, wie wir aufgewachsen
sind. Für uns selbst scheint diese Zeit noch nicht
allzu lang zurückzuliegen – aber wie tiefgreifend
haben sich die Themen, mit denen die Jugend
konfrontiert ist, verändert. Wir haben Wasser
aus einem Brunnen getrunken, ohne nachzudenken, ob das gesundheitsgefährdend ist. Wir haben Müll einfach in einen Mülleimer geworfen,
ohne nachzudenken, welchen wir jetzt für diesen spezifischen Abfall wählen. „Saurer Regen“
wurde erstmals thematisiert und war angesichts
des prächtigen Grüns meiner steirischen Heimat
eher unverständlich. Klimaneutralität war ein
Fremdwort. „Erneuerbare Energie“ war unbekannt. Erst viel später haben wir gelernt, dass
der Ofen der Oma mit Biomasse geheizt wird.
Die heute aufwachsende Jugend ist tagtäglich
mit all diesen Themen beschäftigt. Sie erwartet
daher mit Recht von uns, dass wir uns mindestens genauso intensiv damit beschäftigen und
darüber hinaus alles daransetzen, zumindest
grundlegende Weichen zu stellen, die den nachfolgenden Generationen eine Chance zum Überleben einräumt. Es ist keine Schwarzmalerei,
sondern purer Realismus, wenn wir sagen: Heute
sind wir noch ein großes Stück davon entfernt
– was das Bewusstsein betrifft, und erst recht,
wenn es um das konkrete Handeln geht.
Senats-Unternehmen handeln
Der SENAT DER WIRTSCHAFT ist außerstande,
die globalen Klimathemen als singuläre Institution zu lösen oder auch nur ansatzweise regional
umfassend abzudecken. Er kann aber sensibilisieren, zum Nachdenken anstoßen, Entscheidungsträgerinnen und Entscheider miteinander
verbinden, Kompetenzträger bereitstellen und
23
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
versetzt damit Mitgliedsunternehmen in die
Lage, im Schulterschluss mit anderen Unternehmen zu handeln.
Das Klimabündnis Vorarlberg für die Erreichung
der CO2-Neutralität ist dafür ein hervorragendes
Beispiel. Führende Unternehmen, allesamt Mitglieder im SENAT DER WIRTSCHAFT, haben sich
zusammengetan, um gemeinsam mit dem Präsident des SENAT DER WIRTSCHAFT Deutschland, dem Klimaexperten Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, ein gesamtheitliches Konzept
zu erarbeiten, wie Klimaneutralität bis zum Jahr
2025 erreicht werden kann. Zu diesen verantwortungsbewussten Unternehmen gehören u.a.
Blum, Alpla, 11er, Sutterlüty, Haberkorn, Illwerke, Hypo Vorarlberg und Schelling. Im Oktober
2014 wird in einem großen Rollout das Projekt
umfassend dargestellt, und jedes Unternehmen
erhält so die Chance, aktiv Generationenverantwortung in der Klimafrage zu beweisen – und das
in vier klar definierten und wissenschaftlich untermauerten Schritten: 1. messen, 2. reduzieren,
3. kompensieren und 4. zertifizieren. Detailaus24
Schwerpunkt
Generation Change
künfte können Sie schon jetzt beim Projektkoordinator des Klimabündnisses Vorarlberg, Claus
Steurer, anfordern (claus.steurer@aon.at).
Der SENAT handelt
Als logische Folge der Bemühungen um CO2-Neutralität in der Unternehmerschaft, ist der SENAT
DER WIRTSCHAFT Österreich selbst auch durch
diesen Zertifizierungsprozess gegangen und daher arbeitet der SENAT ab 2014 klimaneutral. Das
betrifft Mobilität, Energiebeschaffung und alle
Drucksortenproduktionen – und zwar an beiden Standorten in Österreich. Die Erfassung,
Kompensationsstrategien und Zertifizierungen wurden mit Peter Frieß von zukunftswerk
durchgeführt. Hans Harrer, Vorstand im SENAT
DER WIRTSCHAFT, erklärt: „Wir sind eine kleine
Institution, aber es ist für uns ein wichtiges Zeichen, dass auch kleine Schritte notwendig und
vor allem auch möglich sind. Denn das Ganze ist
mehr als die Summe seiner Teile. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir aktiv dazu beitragen, CO2 zu kompensieren – immerhin sind es 78
Tonnen im Jahr, die wir so vermeiden!“
Den SENAT als KlimaBildungsinstitution nutzen
Das Know-how, das in Form der Mitgliedsunternehmen des SENAT DER WIRTSCHAFT in
unserer Institution in Fragen der Ökologie und
Klimaneutralität vereint ist, steht jedem zur Verfügung. Jeder von uns kann vorhandenes Wissen
über ökologische und ökosoziale Zusammenhänge erfragen und verstehen lernen und für das eigene wirtschaftliche Wirken nutzen. Das ist das
Angebot, das der SENAT machen kann, und wir
sind überzeugt, so einen aktiven Beitrag zu leisten, damit die Wirtschaft von heute der Generationenverantwortung für unser Weltklima von
morgen gerecht werden kann!
25
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Dr. Othmar Hill, Gründer HILL International,
Senator im SENAT DER WIRTSCHAFT
–20 trifft 50+
Entschärfungsvorschläge zur „sozialen
Bombe“ Jugendarbeitslosigkeit in Europa
I
26
st die Generation Y die verlorene Generation?
Schon in deren Elterngeneration, der dritten
Fernsehgeneration, war die Erziehungsleistung
merklich eingeschränkt. Der „Fernseher“ hatte
Teile der Sozialisierungsarbeit übernommen. Silvester Stallone und Madonna zeigten damals den
Eltern, wo es lang geht auf dem Schlachtfeld und
im Bett …
Heute ist die tägliche Zuwendungszeit der Eltern
zum Kind auf lächerliche elf Minuten pro Tag
gesunken. Vollzeitbeschäftigung von Vater und
Mutter und erhöhte Freizeitansprüche diverser
Art lassen einfach keine Zeit mehr für ausreichend liebevolle Zuwendung. Materielles kann
Erziehungsleistung nicht kompensieren. Dafür
gibt es jetzt virtuelle Erziehungsprogramme,
durch die Kinder Kinder erziehen (wollen): facebook und twitter. Diese Generation Y ist nicht
nur sozial verloren, sie leidet unter psychohygienischer Unterversorgung und weist immer
größere Sozialisierungsdefekte auf. Vater und
Mutter wollen – häufig aus eigener Überforderung – gar nicht wissen, welche Schrecklichkeiten sexueller und militanter Natur sich die Zehnjährigen täglich aus dem Internet herunterladen.
Eingesponnen in diverse Spielwelten verbringen
Kinder weite Teile ihrer Freizeit.
Verloren hat diese Generation nicht nur den
Kontakt zur Familie, sondern auch den zur Schule, zur Gesellschaft und zur Politik. Die junge Ge-
Schwerpunkt
Generation Change
neration wird im wahrsten Sinne des Wortes „im
Stich gelassen“. Die Generation Why stellt sich
viele Fragen: Wo finde ich mehr als eine unbezahlte Praktikantenstelle? Wo finde ich meinen
Platz in dieser rasend gewordenen Gesellschaft?
Lasse ich mich auf sinnentleerte Arbeit mit höherem Verdienst ein oder strebe ich nach Erfüllung mit wenig Geld? Sollen wir überhaupt arbeiten? Reicht die Mindestsicherung nicht auch
aus? Will ich eine Familie oder lebe ich bei Mutti
als Single mit Partnerbörsenkontakt? Wer will
und braucht mich überhaupt?
Die Auswirkung auf
die Berufsfrage
Allein gelassen zu werden bei einer der existenziellsten Fragen des Lebens, der Berufs- und Ausbildungsfrage, bedeutet Orientierungslosigkeit
und macht hilflos. Die Entscheidungshürde, aus
2.000 existierenden Berufsbildern das richtige
für sich selbst zu definieren, überfordert. In einer
Gesellschaft ohne funktionierende Berufsberatung entstehen Phänomene wie Massenuniversitäten, hohe Arbeitslosigkeit und Arbeitskräftemangel zugleich.
Ein wesentlicher Teil der Jugendarbeitslosigkeit
beruht auf Orientierungslosigkeit über die neue
Arbeitswelt und daraus resultierenden Entscheidungsnotständen. Berufs- und Studienwahl, die
nicht auf individuellen Stärken und Potenzialen
sowie auf die am Arbeitsmarkt zukünftig gefragten Trends und Qualifikationen Bezug nimmt,
schädigt alle Beteiligten: junge Menschen, denen
nach abgeschlossener Ausbildung die Perspektive fehlt, deren Eltern, die die Ausbildungszeit finanzieren, Ausbildungsinstitutionen, die in niemals produktiv werdende Wissensvermittlung
investieren und letztendlich die Gesellschaft, die
mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen erfolgreichen und scheinbar erfolglosen
jungen Menschen und deren Auswirkung konfrontiert wird. Dabei wäre es einfach und nicht
einmal sehr kostenintensiv, jungen Menschen
zu jener Ausbildungs- und Berufswahl zu verhelfen, die ihnen als Individuen entspricht und die
Dr. Othmar Hill studierte Psychologie an der Universität Wien mit Schwerpunkten Testpsychologie,
Wirtschaftspsychologie und Human- Ressources-Management. 1975 gründete er HILL International, ein
Unternehmensnetzwerk, das aktuell mit 40 Büros in 30
Ländern tätig ist. Er ist Autor von Büchern und zahlreicher Fachkommentare. HILL International ist Mitgliedsunternehmen im SENAT DER WIRTSCHAFT.
Wahrscheinlichkeit auf eine nachhaltige berufliche Entwicklung deutlich erhöht.
Was nötig ist
Das bedingt, dass Berufs- und Studienberatung
nur von Experten und Expertinnen durchgeführt werden sollte, die mit wissenschaftlich
fundierter psychologischer Diagnostik arbeiten
und nahe genug am Arbeitsmarkt sind, um künftige Trends zu erkennen. Ebenfalls wichtig ist
ein sehr personenzentrierter Zugang, wenn es
um das Gespräch mit den Jugendlichen geht: sie
dort abzuholen wo sie sich gerade befinden und
ihnen keine Expertenmeinung aufzudrängen,
sind wichtige Voraussetzungen, um die Motivation für eine berufliche Entscheidung wirklich
tiefgehend ergründen und erfolgreich bei dieser
existentiellen Wahl mitwirken zu können.
27
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
KR Egon Blum, ehemaliger Lehrlingsbeauftragter
der Bundesregierung
Lehrberuf als
Zukunftschance?
Die Wahrheit über die Situation der
österreichischen dualen Ausbildung
V
28
iele Länder dieser Welt beneiden die Schweiz,
Deutschland und auch Österreich um das duale
Ausbildungssystem. Millionen von Menschen,
die in Ländern leben, in denen eine extrem hohe
Arbeitslosigkeit – insbesondere Jugendarbeitslosigkeit – herrscht, hätten heute eine große Chance auf einen berufserfüllenden Arbeitsplatz,
wenn sie einen Lehrabschluss vorweisen könnten, dessen Qualifikationen oder Kompetenzen
in der heutigen Zeit nachgefragt werden. Die in
Lehrbetrieben erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten als Facharbeiter werden in den meisten
Ländern mehr und mehr nachgefragt, weil die
besten Entwicklungs- und Forschungsergebnisse
nichts nützen, wenn kein kompetentes Fachpersonal zu Verfügung steht, das Forschungsergebnisse in vermarktbare Produkte oder Dienstleistungen umsetzen kann.
Das duale Ausbildungssystem – am erfolgreichsten in Lehrbetrieben (Unternehmen) angewendet – ist nach wie vor die Ausbildungsschiene, in
der sowohl auf gesellschaftliche Veränderungen
als auch auf technologische Neuerkenntnisse
spontan reagiert werden kann und auch wird.
Das gute Image unserer Lehre in
Österreich entspricht nicht mehr
der Realität
Die Ergebnisse des österreichischen Ausbildungsmodells „Lehre“ wird von vielen Ländern
wegen der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit und
der hohen Berufskompetenz österreichischer
Fachkräfte berechtigterweise gelobt. Wichtig ist
allerdings darauf hinzuweisen, dass das, wofür
sich manche Politiker und auch verantwortliche
Schwerpunkt
Generation Change
Sozialpartner auf Bundesebene in Bezug auf das
österreichische Vorzeige- und Exportmodell beklatschen lassen, zusehends weniger mit dem zu
tun hat, was die reale Wertschätzung und den
Stellenwert der betrieblichen Lehre in Österreich
heute betrifft. Die österreichische duale Ausbildung steht am Scheideweg in die Bedeutungslosigkeit.
Unmittelbar nach dem Inkrafttreten des „neuen“
Lehrlingspakets im Jahr 2008 (es wurde von den
Verantwortlichen ein Lehrstellenzuwachs garantiert), gingen die Lehrlingseintrittszahlen, die
zwischen 2003 bis 2008 um 12.500 gestiegen waren, schlagartig zurück. Neben den später noch
einsetzenden demografischen Auswirkungen
bei 15-Jährigen, waren und sind es vor allem die
Maßnahmen der Regierung und der Sozialpartner auf Bundesebene, die für eine Negativtrendwende der Lehre ab 2008 ausschlaggebend sind.
Wir können es uns allerdings nicht leisten, auf
Talente und Fähigkeiten unserer Jugend zu verzichten. Die Mehrzahl der Ausbildungsbetriebe
ist um eine gute Ausbildung bemüht und beweist
das durch hochqualifizierte LehrabsolventInnen.
Es sind aber zu viele Unternehmen und „Ersatzausbildungseinrichtungen“ wie ÜAZ (überbetriebliche Lehrwerkstätten §§29/30 BAG) und
vor allem ÜLAs- (überbetriebliche Ausbildung
nach §30b BAG), die infolge der im dualen System
nicht vorgeschriebenen und nicht verpflichtenden Ausbildungskontrolle nicht nach dem heutigen Stand der Qualifikationserfordernisse
ausbilden oder ausbilden können. Insbesondere
ist es die ÜLA–Ausbildungsphilosophie-Anwendung, die eine zeitgemäße Ausbildung nicht oder
nur in Ausnahmefällen ermöglicht. Schlecht
ausgebildete Lehrabgänger werden in der realen
Wirtschaft nicht nachgefragt. Ohne kostenaufwendige Nachqualifizierungen stehen sie auf der
Straße und steigern das schlechte Image der Lehre. Sie tragen auch dazu bei, dass die Anzahl der
„Arbeitslosen, die eine Lehre gemacht haben“ unnötig hoch ist. Und es ist alarmierend, dass sich
Jahr für Jahr eine steigende Anzahl von Ausbildungsbetrieben von der betrieblichen Lehrlingsausbildung ganz verabschieden.
KR Egon Blum war unter den Regierungen Dr. Wolfgang
Schüssel und Dr. Alfred Gusenbauer von 2003 bis 2008
Beauftragter der Bundesregierung für Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung.
Wo stehen wir heute und in
welche Richtung bewegen wir uns
Lassen wir die Fakten sprechen:
• Rückgang der betrieblichen Lehrlinge seit
2008 mit dem neuen Lehrlingspaket: minus
17.523.
• Rückgang der 15-jährigen Lehrlinge: minus
13.994.
• Der Lehrstellenrückgang ist um 3.529 stärker
als die gesamte Demographie der 15-Jährigen
• Bis zu 8.800 weniger betriebliche Erstjahrlehrlinge pro Jahr gegenüber 2008.
29
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
• Über 5.000 weniger Ausbildungsbetriebe seit
2008 mit weiterhin sinkender Tendenz.
• Jeder fünfte Lehrling fällt bei der Abschlussprüfung durch.
• Bis zu 24 Prozent geben die Lehre vor dem
Ende auf.
• Die duale Ausbildung ist der einzige berufliche Ausbildungsweg, bei dem zwischen
Ausbildungsbeginn und Ausbildungsende
keine einzige verpflichtende Ausbildungsfortschrittskontrolle gemacht werden muss.
Die angeführte Situation zeigt auf, warum die
Lehre in Österreich, im Gegensatz zur Schweiz,
bedauerlicherweise Jahr für Jahr an Stellenwert
und Glaubwürdigkeit verliert. Resultierend aus
den hohen Lehreintrittszahlen in den Jahren
2003 bis 2008 (der Lehrlingsstand stieg in dieser Zeit um 12.500 betriebliche Lehrlinge) stiegen auch die Lehrabgängerzahlen bis zum Jahre
2012. Dadurch ist es einigen zuständigen Politikern und Sozialpartnern gelungen, den eklatanten Rückgang der Lehreintrittszahlen ab 2008
aus den Schlagzeilen zu halten. Ab jetzt zeigen
sich die Auswirkungen einer verfehlten Fachkräfte- und Lehrlingspolitik:
• 2013 waren es über 5.600 weniger Lehrabsolventen als 2008, die als künftige Fachkräfte
fehlen.
• 2014 werden es über 5.000 weniger als 2008
sein.
• 2015 werden es über 4.400 weniger als 2008
sein.
• 2016 werden es über 6.000 weniger als 2008
sein.
• 2017 werden es über 8.800 weniger als 2008
sein.
Zwischen 2013 und 2017 werden es über 29.800
Lehrabgänger weniger sein. Nicht eingerechnet
ist die Zahl jener, die den Lehrabschluss nicht
schaffen oder die Lehre vorzeitig abbrechen.
Spätestens ab jetzt müssen bei Personalchefs
von Großunternehmen, bei den KMUs und auch
bei den Sozialpartnern die Sorgenfalten sichtbar
werden. Und falls es der Regierung und den Sozialpartnern nicht gelingt, Voraussetzungen zu
schaffen, dass die Unternehmen motiviert und in
30
der Lage versetzt werden, wieder mehr betriebliche Lehrlinge aufzunehmen, wird sich dieser verhängnisvolle Negativtrend fortsetzen.
Eine Problemanalyse gibt Aufschluss, warum sich
die betriebliche Lehrlingssituation und in diesem
Zusammenhang auch das Image der Facharbeit
und der Lehre seit 2008 in Österreich dramatisch
verändert.
• Zu geringe Wertschätzung von Facharbeitern
mit „niedriger gesellschaftlich-sozialer Einstufung“. In zu wenigen Unternehmen ist der
Facharbeiter im Angestelltenverhältnis.
• Zurücknahme der Qualitätssicherungs-Zwischenprüfung: 2008 eingeführt, 2009 abrupt
abgeschafft.
• Zurücknahme der Förderung von zusätzlichen betrieblichen Lehrstellen „Blum-Bonus“
trotz gänzlicher oder teilweiser Refinanzierung des Förderbeitrages von € 8.400, –
• Die zentrale Koordination der Lehrstellenberater – bis 2008 auf Bundesebene – wurde
2009 abrupt abgeschafft.
• Die erleichterte Lehrlingskündigung wurde
2008 gegen viel Protest beschlossen.
• Eine Aufwertung der Lehre mit „Karriereempfehlung“ wird bedauerlicherweise nur
im Zusammenhang mit Lehre und Matura,
Uni- oder FH–Abschlüssen genannt.
• Wiederholt ausgesprochen ist die Zielsetzung
der Regierung und der Sozialpartner, für
Österreich einen Akademikeranteil von 42
Prozent anzustreben. Ein Prozentsatz von
erforderlichen betrieblichen Fachkräften wird
aber nicht genannt.
• Tausende brechen jedes Jahr die Lehre ab,
weil sie schlecht informiert oder am Lehranfang zu oft für berufsbildfremde Tätigkeiten
eingesetzt werden. Niemand traut sich, diese
Problematik in der Öffentlichkeit anzusprechen und Maßnahmen einzufordern.
• Jeder fünfte Lehrling fällt bei der Lehrabschlussprüfung durch, und trotzdem wird
eine verpflichtende Ausbildungsfortschrittskontrolle zur Mitte der Lehrzeit nach wie vor
seitens der Regierung und der Sozialpartner
auf Bundesebene abgelehnt.
Schwerpunkt
Generation Change
• Den Lehrgängen im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes, von denen es circa 8.000 gibt, wurde 2008 der Lehrlingsstatus
zuerkannt. Dadurch gelang es, die verloren
gegangenen „betrieblichen Lehrstellen“ für
die Öffentlichkeit unsichtbar zu machen. Die
negativen Auswirkungen dieser Entscheidung
gehen zu Lasten des Images der Lehre.
• Die Meinung seitens des WIFO im „Weißbuch
2006“, dass die künftigen Lehrlinge aus der
Zielgruppe der Migranten kämen, ist nicht
eingetroffen.
Was sofort getan
werden muss
Eine Imageaufwertung der Lehre erfordert eine
überzeugende Identifikation. Erst dann, wenn
angesehene Manager, Politiker, Unternehmer,
Lehrer und Familienmitglieder – auch jene in gehobenen Positionen – in der Öffentlichkeit mit
„Freude und Stolz“ bekennen, dass ihr Kind eine
Lehre macht, dürfen wir von einem zukunftsversprechenden Image der Lehre reden.
In der Schweiz, die bekanntlich in der dualen
Ausbildung europaweit führend ist und weltweit
im Spitzenfeld liegt, sind die Familienmitglieder
aus allen Gesellschaftsschichten stolz darauf und
bekunden es auch in der Öffentlichkeit, dass ihr
Kind, Enkel, ihre Enkelin oder ihr Verwandter
eine Lehre macht. In Österreich und Deutschland müssen wir bedauerlicherweise einen gegenteiligen Trend feststellen. Viele erwarten
oder hoffen, dass die Kinder anderer Familien
eine Lehre machen. Viele erwähnen die Forderung, dass mehr lernleistungsstarke Jugendliche
in eine Lehre eintreten deswegen nicht, weil sie
befürchten gefragt zu werden, für welchen Bildungsweg sie sich und für ihre Kinder entschieden, unterstützt und vorgesehen haben.
Folgende Meinung muss dringend korrigiert werden:
„Wer für einen Platz in der Schule zu schwach ist,
passt in die Lehre!“ Es ist mehr denn je so, dass
in der Öffentlichkeit die Meinung vorherrscht,
dass Jugendliche mit schlechten Schulzeugnissen eine Lehre machen und jene mit guten Noten
den weiterbildenden Schulen zugeführt werden
sollten. Ob die Eignung und Neigung und auch
die Lernmotivation passt oder nicht, spielt zu
oft eine untergeordnete Rolle, wodurch die Lehre
mit einem sinkenden Image behaftet ist.
Die überwiegende Mehrzahl der Betriebe nimmt
ihre Ausbildungsverantwortung sehr ernst. Sie
bilden Zehntausende Jugendliche zu hervorragenden Fachkräften pro Jahr aus und geben
ihnen in den meisten Fällen auch Beschäftigung. Damit insbesondere gut ausbildende Unternehmen auch in Zukunft jene Lehranwärter
bekommen, die ein ausreichendes Ausbildungspotenzial mitbringen, muss sich das Image der
Lehrlingsausbildung österreichweit, in allen
Sparten, Fachgruppen und Innungen schnellstens verbessern.
Ausbildungsfortschrittskontrolle zur Mitte der
Lehrzeit: Ohne verpflichtende Überprüfung des
Ausbildungsfortschrittes zur Mitte der Lehrzeit ist das duale Ausbildungssystem nicht
glaubwürdig, zu wenig ausbildungseffizient und
demzufolge auch nicht zeitgemäß. Die duale
Ausbildung ist, wie bereits erwähnt, der einzige
berufliche Ausbildungsweg, bei dem zwischen
Ausbildungsbeginn und dem Ausbildungsende
keine einzige verpflichtende betriebsübergreifende Ausbildungsfortschrittskontrolle gemacht
werden muss. Ein seit 1978 in der VEM (Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie) in Anwendung stehendes Modell beweist die problemlose
Machbarkeit mit nachweisbaren Erfolgen. Die
Anwendung eines Qualitätssicherungssystems
hat für die Zukunft des dualen Systems eine
existenzielle Bedeutung. Die dazu erforderlichen
überschaubaren Mittel wären kaum besser investiert als in eine zeitgemäße und überzeugende
Qualitätssicherung der Lehrausbildung.
Schlechte Schul- und
Lehrplatzchancen infolge
mangelnder
Ausbildungsfähigkeit
Zu viele Jugendliche haben mit 15 Jahren ein
zu großes Manko an Ausbildungsfähigkeit für
31
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
eine Lehre oder BMHS (Berufsbildende mittlere
oder höhere Schule). So sind es jährlich auch in
Österreich Tausende junge Menschen, die aufgrund ihres Lern- und Wissensrückstands und
auch mangelnder Sozial- und Verhaltenskompetenz nach der Pflichtschule ohne Perspektiven
dastehen. Spätestens mit dem Abschluss der
Pflichtschule erfahren und merken die meisten,
dass weder die Schulen noch die Betriebe an ihnen Interesse haben. Ein daraus resultierender
Verlust des Selbstbewusstseins führt in der Folge zu oft zu einem „Null-Bock-Verhalten“ und
verursacht nicht selten ein soziales Abgleiten in
die Arbeitslosigkeit.
Österreichweit eingesetzte Nachschulungsprogramme sind lobenswert, aber dennoch nur als
Reparaturprojekte zu bezeichnen. Die meisten
davon sind enorm kostenaufwendig und in
der Regel nur bei jener Zielgruppe erfolgreich,
in der sich das Manko in Grenzen hält und ein
Schließen der Wissens- und Fähigkeitslücken
in übersehbarer Zeit möglich ist. Viele bleiben
bekanntlich auf der Strecke, was für jeden Einzelnen, aber auch für unsere Gesellschaft ein
Problem darstellt. Bei den derzeit über 70.000
Jugendlichen, die österreichweit als ausbildungs- oder erwerbsunfähig bekannt sind, verbirgt sich ein nicht unerhebliches Fähigkeitspotenzial, das nicht ausgeschöpft wird. Da sich
im Zusammenhang mit den Auswirkungen des
demografischen Rückgangs der 15-Jährigen ein
zunehmender Wettbewerb um ausbildungsfähige Jugendliche verschärfen wird, ist es aus
mehreren Gesichtspunkten wichtig, sich dafür
einzusetzen, dass möglichst viele Schulabgänger eine ausreichende Ausbildungsfähigkeit erlangen.
Die Aufwertung der Facharbeit und der Lehre
sowie des Images der Lehre muss schnell und in
dem Ausmaß gelingen, dass unsere Jugendlichen
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Schwerpunkt
Generation Change
und deren Erziehungsverantwortliche sich für
einen Ausbildungsweg nach „Eignung und Neigung“ entscheiden können.
Wie eine Veränderung bewirkt
werden kann: ein Aufruf!
Die angeführten Punkte weisen auf Themen hin,
die mit Sicherheit bewirken würden, dass das
Image der Lehre verbessert und somit auch die
anhaltende Lehrstellentalfahrt eingebremst und
in allen Bundesländern in eine positive Richtung
gelenkt werden könnte. Die Liste ist nicht vollständig. Sie kann von jeder Person mit Themen
ergänzt werden, die maßgeblich wären, um sich
aus Überzeugung für eine Lehre zu entscheiden
oder anderen eine Lehre – mit Begründung – zu
empfehlen. Eines ist sicher: Die Lehre kann durch
eine überzeugende Imageverbesserung glaubhaft
gemacht werden.
Wesentlich dafür ist die Wertschätzung der Facharbeit durch gesellschaftliche Gleichstellung mit
schulischen Berufsabschlüssen. Daher gehören
gute Facharbeiter in das Angestelltenverhältnis.
Solche Schritte helfen bei der Imageaufwertung
für jene 95 Prozent von Fachkräften, die im betrieblichen Bereich bleiben wollen. Die Tätigkeit
als Spezialist kann auch ohne Cheffunktion eine
Karriere sein. Darüber hinaus müssen folgende
Punkte unbedingt erwähnt werden, bei denen
Unternehmer unmittelbaren Einflussfaktor haben:
• Frauen müssen auch für technische Berufe als
schätzenswertes Fachkräftepotenzial erkannt
und anerkannt werden.
• Die Förderung betrieblicher Lehrstellen,
nach der Erfolgsförderphilosophie „BlumBonus-alt“ oder „BlumBonus-neu“ mit inkludierter Qualitätssicherung und Refinanzierung.
• Mehr Engagement in Prävention (bis 15)
statt Reparatur. Die Ausbildungsfähigkeit
muss bis zum Ende der Schulpflicht erreicht
und ausgewiesen werden. Nachhilfe ab 15 ist
bereits Reparatur.
• Die Berufswahl nach „Eignung und Neigung“ ist ausschlaggebend für einen Ausbildungserfolg. Voraussetzung ist, dass der
Jugendliche seine Fähigkeiten bis 15 selbst
erkennt.
• Unternehmen, die nachweisbar schlecht
ausbilden, müssen unter Erfolgsdruck gestellt
werden.
• Die Wiedereinführung von Lehrstellenberatern auf Bundesebene wie zwischen 2004 und
2008 muss das Ziel sein, das auch Unternehmer vehement einfordern müssen.
Da es auch bei einem Lehrlingsanstieg mindestens wieder vier Jahre lang dauert, bis sich das
bei den Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen positiv auswirkt, müssen sich alle bildungspolitisch einflussnehmenden Stellen ohne
Verzögerung die Hand reichen und schnellstens
reagieren. Ob als Manager in der Privatwirtschaft, als Unternehmer, als Sozialpartner oder
Politiker – egal welcher Partei: Wer jetzt noch immer nicht bereit ist, den Ernst der Lage zuzugeben, sollte das in aller Öffentlichkeit begründen
müssen. Was muss an sichtbaren Beweisen noch
passieren, bis die aufgezeigte Problematik ernst
genommen wird?
Die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen,
insbesondere auch die Jugendbeschäftigung, ist
nur dann möglich, wenn es dem jeweiligen Bundesland und dem Staat Österreich gelingt, ihr
Territorium als Produktions- und Dienstleistungsstandort aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Das ist aber nur machbar, wenn österreichische oder international wettbewerbsfähige
Klein- und Großunternehmen die dazu erforderliche Qualifikationsinfrastruktur im Land vorfinden. Neben hoch kompetenten Fachkräften
im Forschungs- und Entwicklungsbereich sind
bekanntlich auch ebenso hoch qualifizierte Fachkräfte, das heißt Facharbeiter aus der Lehre, für
Produktion, Dienstleistung und Vertrieb unverzichtbar.
33
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Robert Frasch, Initiator lehrlingspower.at
Wie Mariazeller
Lebkuchen auch
weiterhin aus
Mariazell kommt
Wie jetzt ein Netzwerk für
Lehrlingsausbilder entsteht
F
acharbeiter sind die Grundlage für viele Wirtschaftsbereiche: Immer, wenn es um den direkten Kontakt mit Kunden geht oder regionale
Spezifikation das Thema ist. Dann brauchen Sie
Facharbeiter mit den entsprechenden Fähigkeiten und mit der regionalen Verankerung. Aber
was passiert, wenn es diese nicht mehr gibt?
Dann kaufen die Kunden halt Lebkuchen aus
einer industriellen Fertigung. Oder werden im
Dorfgasthaus in Oberösterreich von ostdeutschen Kellnern bedient. Dabei geht es nicht um
die Qualität. Die ist bei diesen Fachkräften auch
sehr hoch. Aber warum fährt jemand nach Österreich auf Urlaub? Hoffentlich landen unsere
Gäste nicht eines Tages in Dresden oder Leipzig.
34
Das meine ich mit der regionalen Verankerung.
Ich fahre nach Spanien, weil ich Land und Leute erleben will. Und viele Gäste kommen Gott
sei Dank nach Österreich, um dasselbe hier zu
erleben.
Die Lehrlingsausbildung ist die Grundlage, um
jene Vorteile nicht zu verspielen, die uns in der
globalen Wirtschaftswelt einzigartig machen
und die es uns ermöglichen, bei Kunden aufzufallen und diese für unsere Produkte und Dienstleistungen zu begeistern. Wir können weder über
die Mengen noch über die Kosten am Weltmarkt
punkten, sondern nur durch unsere hohe Qualität und unsere Einzigartigkeit. Und dafür brauchen wir Menschen!
Schwerpunkt
Generation Change
Lehrlingsausbildung und
mittelständische Wirtschaft
All das gilt im Besonderen für den Mittelstand,
eine der wichtigsten Säulen in Österreichs Wirtschaft. Großkonzerne können ihre Produktion
ins Ausland verlegen – dorthin, wo die Auflagen
nicht so hoch sind, wo Politiker flexibler auf die
berechtigten Forderungen zum Beispiel der Industrie reagieren. Das rechnet sich für den Mittelstand jedoch nicht und geht dort, wo es um regionstypische Leistungen geht, schon gar nicht.
33.000 Ausbildungsbetriebe gibt es in Österreich. Mit unglaublich viel gewachsenem Wissen
rund um die erfolgreiche Ausbildung und Integration von Jugendlichen. Über 110.000 Jugendliche waren Ende 2013 in einer betrieblichen
Lehrlingsausbildung. Trotzdem hört man von
den offiziellen Stellen weitgehend Ausagen wie
diese: „Wir müssen das Image verbessern“, „Die
Lehre muss attraktiver werden“ und Ähnliches.
Was die Initiative lehrlingspower.at
daher leistet
Daher geht es lehrlingspower.at darum, Informationen und Menschen zu verbinden. Wir vernetzen Betriebe mit jenem Wissen, das sie in der
Lehrlingsausbildung unterstützt. Dabei sind wir
ausschließlich und ohne Kompromisse auf das
Robert Frasch, bei lehrlingspower.at für Marketing und
Business Development verantwortlich, absolvierte die
Lehre zum Speditionskaufmann. Ab 1996 war er als
Direktor Sales und Marketing maßgeblich am Aufbau
eines Logistikunternehmens in Österreich und Ungarn
beteiligt. 2008 fungierte er als Verkaufsleiter von Dale
Carnegie Training in Österreich, ist seit 2010 selbstständiger Unternehmensberater und gründete 2013 mit
Partnern aus verschiedensten Bereichen die Lehrlingsinitiative lehrlingspower.at.
Thema Lehrlingsausbildung fokussiert. Wir unterstützen ausbildende Betriebe bei der Professionalisierung und Verbesserung Ihrer Lehrlingsausbildung. Das bedeutet konkret:
• Betriebe über Branchen- und Regionalgrenzen hinweg miteinander vernetzen.
• Deren Wissen im Sinne unserer Werte im
Netzwerk zugänglich und nutzbar machen.
• Relevante Trends in Ausbildung, Personalentwicklung und Jugendkultur kommunizieren.
• Den Kontakt mit Experten für unsere Zielgruppe initiieren und unterstützen.
• Lösungen für konkrete Problemstellungen
anbieten und vermitteln.
• Dabei unterstützen, sich als attraktiver Arbeitgeber bei Jugendlichen und Eltern zu
präsentieren.
Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern arbeiten wir Tag für Tag an konkreten
Maßnahmen. Das sind oft auf den ersten Blick
35
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
kleine Schritte, wie regionale Stammtische für
Ausbilder, oder auch größere, wie das neue Fachmagazin „ausbilden!“. In Summe haben all diese
Maßnahmen ein einziges Ziel: Ausbilder und Unternehmer darin zu bestärken, dass die Ausbildung von Jugendlichen Sinn macht und auch immer noch möglich ist. Viele erfolgreiche Beispiele
zeigen, dass die Jugendlichen von heute hervorragende Leistungen bringen. Diese Jugendlichen
sind anders als vor 20 Jahren, aber das waren sie
schon immer. Denken wir beispielsweise an die
68iger Generation.
Wenn wir alle gemeinsam immer wieder konkrete Schritte in der Praxis umsetzen, dann wird die
Diskussion nicht mehr lauten „Ist die Lehre attraktiv?“ oder „Ist die Lehre eine Alternative zur
akademischen Ausbildung?“. Es wird Jugendliche dorthin führen, dass sie von sich aus diesen
Weg wählen, weil sie erkennen, dass Unternehmen ihnen die Chance geben, aus sich etwas zu
machen. Dabei ist es egal, wie sie gestartet sind.
Sie bekommen in Unternehmen die Möglichkeit,
aus der Masse hervorzutreten und als Individuum wahrgenommen zu werden, was in einem
Betrieb mit 30 Lehrlingen deutlich wahrscheinlicher ist als an einer Schule mit 800 Schülern.
Es wird zu lange dauern, um die Politiker zu überzeugen und dann auch noch zu warten, bis nach
der Überzeugungsarbeit schließlich die Umsetzung folgt. Ist aufgeben daher eine Option?
NEIN, sondern die einzige Option ist, die Dinge
selbst in die Hand zu nehmen und gemeinsam
dafür zu sorgen, dass wir unsere Wirtschaftsgrundlagen erhalten. Es sind UNSERE Grundlagen, nicht die der Politik. Also ist es auch UNSER
ureigenstes Interesse dafür aktiv zu werden!
Ins. Senat PR DUK 07.14_: 08.07.14 15:30 Seite 1
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Schwerpunkt
Generation Change
Hans und Georg Bundy, vanessa SteinmetzBundy, Hannes Steinmetz
Hair-zeigbare Lehrlinge
Ein Best-Practice-Beispiel für langfristig
erfolgreiche Lehrlingsausbildung
S
eit seiner Gründung zeichnet sich das Familienunternehmen BUNDY BUNDY durch einen
dynamischen Prozess der Findung und Weiterentwicklung neuer Ideen aus. Wirtschaftlicher
Erfolg und zukunftsorientierter Weitblick unterstreichen die Tragfähigkeit der Unternehmensphilosophie. Gemeinsam mit Hans und Georg
Bundy führen Vanessa Steinmetz-Bundy und ihr
Mann Hannes Steinmetz die Geschäfte.
Dass BUNDY BUNDY einer der Toparbeitgeber
Österreichs ist, zeigen auch unterschiedliche Auszeichnungen der letzten Jahre. Unter anderem erreichte BUNDY BUNDY im Rahmen der Aon Hewitt-Studien „Attraktive Arbeitgeber“ mehrmals
in Folge Spitzenplätze. Und erst 2013 wurde das
Friseurunternehmen vom Wirtschaftsblatt zum
„Besten Familienunternehmen Wiens“ gewählt.
Diese Erfolge sind eine großartige Bestätigung für
das Unternehmen und seine Mitarbeiter.
Ein Kernelement des Erfolgs ist das Lehrlingsmanagement des Unternehmens, dem seit Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Insgesamt werden bereits neun Standorte heute
von ehemaligen Lehrlingen geführt.
„Lehrlinge an die Macht“
Am 14. April 2014 hieß es bei BUNDY BUNDY
„Lehrlinge an die Macht“: Ein Young-TalentsTeam mit den besten Lehrlingen übernahm in
der Karwoche das Kommando im BUNDY BUNDY STYLE-IN-Salon im Donauzentrum. An diesen Tagen erledigt der Friseurnachwuchs alle
täglichen Abläufe und Aufgaben im Salon selbstständig und alleinverantwortlich – von Empfang,
Stylingberatung und Betreuung der Kunden bis
hin zu Verteilung der Aufgabenbereiche an das
gesamte Team. Ziel ist es, den ehrgeizigen Jugendlichen einen Einblick in die vielfältigen
Tätigkeitsfelder einer Führungskraft zu geben.
BUNDY BUNDY vertraut seinen Lehrlingen dabei vollends und möchte mit dieser Initiative
auf seine ausgezeichnete Ausbildung ganz am
Puls der Zeit aufmerksam machen. Interessant:
Heute sind mehr als die Hälfte der StylistInnen
bei BUNDY BUNDY MitarbeiterInnen, die schon
ihre Lehre im Unternehmen absolvierten. Natürlich steht an den vier Tagen im Hintergrund eine
erfahrene Kollegin mit Rat und Tat zur Seite.
37
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Am Ende des Projekts folgt eine Abschlussrunde
mit wichtigem Feedback für die Lehrlinge, aber
auch von den Lehrlingen. „Der Erfolg von Unternehmen hängt maßgeblich vom Können und der
Motivation seiner Mitarbeiter ab. Vor allem Lehrlinge sind die tüchtigen Mitarbeiter der Zukunft.
Mit der richtigen Menge ,fördern und fordern‘,
entfalten sie ein unglaubliches Können“, so BUNDY BUNDY-Geschäftsführer Hans Bundy. „Die
Lehrlingsausbildung ist uns ein großes Anliegen,
denn unsere Lehrlinge sind die Führungskräfte
von morgen. Daher freut es mich besonders, dass
einige von ihnen ihre Führungsqualitäten bereits
jetzt unter Beweis stellen können“, so Vanessa
Bundy.
Ausbildung mit Zukunft
BUNDY BUNDY hat seinen fixen Platz im Premiumsegment der Friseur- und Stylingbranche und
vereint internationale Maßstäbe mit einer langjährigen Expertise. Die Salons des österreichischen Familienunternehmens stehen für höchste Servicequalität, handwerkliches Können,
perfekte Schnitte und tolle Haarfarben. Genau
dort können Jugendliche ihr Hobby ganz einfach
zum Beruf machen. Die angehenden StylistInnen erwartet dabei nicht nur eine professionelle
Ausbildung und ein vielseitiges Aufsteigerprogramm, sondern eine aufregende und spannende
Lehrzeit mit persönlicher Betreuung und Spaß
am Beruf. Die HairstylistInnen von morgen können während der gesamten Lehrzeit ihre Krea-
38
tivität voll und ganz ausleben. BUNDY BUNDY
bietet außerdem die Möglichkeit zur „Lehre mit
Matura“. Durch das intensive Aus- und Weiterbildungsprogramm in der eigenen Schule/
Akademie und der guten Kooperation mit der
Berufsschule (es gibt eine eigene BUNDY BUNDY-Klasse) sind alle engagierten Lehrlinge nach
einer internen Prüfung bereits im dritten Lehrjahr, also schon lange vor dem Ende der Lehrzeit,
als StylistIn aktiv und können so auch am leistungsorientierten Lohnsystem teilnehmen.
Nach der Lehrzeit geht es erst richtig los, denn
bei BUNDY BUNDY warten viele Karrieremöglichkeiten: TopstylistIn, TeammanagerIn, Führungskraft, FachtrainerIn oder Mitglied im
„BUNDY BUNDY artistic team“, das regelmäßig
bei internationalen Trendshows auf der Bühne
steht. Heute sind mehr als die Hälfte der StylistInnen bei BUNDY BUNDY MitarbeiterInnen,
die schon ihre Lehre im Unternehmen absolvierten.
Übrigens: Lehrlinge für 2014
werden noch gesucht!
Vanessa Bundy sucht im Übrigen laufend Lehrlinge. Sie empfiehlt: „Die Bewerbung soll einen
Lebenslauf, die Kopien der letzten zwei Zeugnisse, ein Foto, Kontaktdaten und Telefonnummer
sowie die Angabe des Wunschstandorts für die
Ausbildung enthalten. Die Unterlagen können
an karriere@bundy.at übermittelt werden. Wir
melden uns schnellstmöglich zurück.“
Schwerpunkt
Generation Change
DI Sanja Turkovic – Initiatorin ISOF,
Senatorin im SENAT DER WIRTSCHAFT
Raum für alle
Generationen
Die Bedeutung der Gestaltung öffentlicher
Räume für Generationenverständigung
W
ir leben in einer Zeit, in der sich immer mehr in
der Öffentlichkeit abspielt. Die neue Eventkultur, steigende Sehnsucht nach Aktivität unter
freiem Himmel, mediale Aufrufe und nicht zuletzt die höheren Temperaturen lassen die Bedeutung von Plätzen, Parks und Verkehrsflächen
wachsen. Die richtige Integration wachsender
sozialer Randgruppen wie Senioren, Migranten
und Jugendliche mit Orientierungsbedarf ist
ein Schlüssel zu optimaler Gestaltung und zur
Harmonie statt Konflikten. Nicht einzelne Gruppen dürfen dominieren, sondern die gesamte
Bevölkerung soll sich auf unseren kommunalen
Freiräumen sicher, wohl und frei fühlen. Dafür
müssen sich auch die verschiedenen Elemente
wie Freiflächen, Materialien, Pflanzen, Spiel- und
Ruheplätze etc. zu einer Einheit fügen, welche
der Identität der Kommune entspricht.
Öffentliche Plätze und Parks sind
ein Spiegel unserer Gesellschaft
Der öffentliche Platz ist ein Spiegelbild unserer Seele, unserer Überzeugungen und Werte.
Angstfreie Begegnung auf öffentlichen Plätzen
ist nicht nur ein Thema zwischen Ansässigen und
Migranten, sondern auch von Jung und Alt, Arm
und Reich, Gebildeter und Ungebildeter. Wenn
wir möglichst viele Betroffene integrieren und
das Wissen von Landschaftsarchitekten besser nutzen, werden wir Plätze schaffen, an denen sich alle Menschen leichter in Frieden und
Freundschaft begegnen können.
Doch die Realität sieht vielfach anders aus. Da
werden Spielplätze abgebaut, weil Kommunen
durch knappe Kassen keine Gestaltungsmöglichkeiten des öffentlichen Lebens mehr bleiben.
39
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
DI Sanja Turkovic ist Landschaftsarchitektin,
beschäftigt sich seit über zehn Jahren intensiv
mit der richtigen Gestaltung öffentlicher Plätze und ist Gründerin der Initiative für soziale
Freiraumgestaltung (ISOF). Sie wurde beim
niederösterreichischen Innovationswettbewerb „kreativ in die zukunft 2008“ ausgezeichnet, wie auch mit dem „Woman Awards“
2009 in der Kategorie „Soziales Engagement“.
Mit ihrem Unternehmen ist sie Mitglied im
SENAT DER WIRTSCHAFT
Parks bieten so wenig Anreize für einen Aufenthalt, dass die schlechten Besucherzahlen im
Umkehrschluss die Begründung für eine weitere
Reduzierung der Aufenthaltsqualität sind. Und
anstelle von durchdachten Mehrgenerationenkonzepten werden als schwacher Trost einige
Trainingsgeräte für Senioren aufgestellt.
Der SENAT DER WIRTSCHAFT begrüßt daher
die Gründung der Initiative für Soziale Freiraumgestaltung (ISOF), weil sie das Ziel hat, Raum für
Begegnung auf gleicher Augenhöhe zu schaffen.
Dazu Hans Harrer, Vorstand im SENAT DER
WIRTSCHAFT: „Es ist eine gesellschaftliche und
wirtschaftliche Notwendigkeit, soziale ‚Randgruppen‘ ins Zentrum zu holen und eine Brücke
des gegenseitigen Verständnisses zu bauen. Aus
diesem Grund unterstützen wir ISOF dabei, in
Politik und Wirtschaft das Bewusstsein für die
Bedeutung von freien Integrationsräumen zu
schaffen.“
Ausgangspunkt der Arbeit von ISOF war zunächst kein konkretes Projekt, sondern im ersten Schritt Bewusstseinsbildung für ein Thema,
in dem gesellschaftlich gesehen großes Potenzial steckt. Die Idee kommt allerdings nicht aus
dem luftleeren Raum, denn Mehrgenerationen40
parks entstehen in verschiedenen Städten, zum
Beispiel im Rahmen von Landesgartenschauen.
Dass Plätze und Grünflächen so geplant werden, dass sie zu Orten werden, an denen sich
eine immer heterogenere Gesellschaft treffen
kann, zeigen nicht zuletzt neue Konzepte wie
Superkilen in Kopenhagen. Doch handelt es sich
meist um einzelne Projekte, die teilweise sogar
aus einem extrem auffälligen Missstand heraus
geplant wurden, wie etwa die Umgestaltung und
Belebung des Stadtparks in Dessau, der zu einem
Unort geworden war, in den sich kaum jemand
mehr wagte hinzugehen. Die Gestaltungsansätze gleichen daher in diesen Fällen vielfach einer „Anlassgesetzgebung“ beim Erkennen eines
Missstands.
Eine konkrete Initative für
konkrete Herausforderungen
Mit der Gründung von ISOF nimmt man jedoch
einen anderen Weg, indem das Thema Freiraumgestaltung zu einem politischen Thema
gemacht wird und die soziale Notwendigkeit bereits im Vorfeld herausgearbeitet wird. Dadurch
entsteht ein Bewusstsein, dass Parks als „Medi-
Schwerpunkt
Generation Change
zin“ für eine kränkelnde Gesellschaft wahrgenommen werden. Untersuchungen zeigen den
Handlungsbedarf in diesem Bereich deutlich
auf.
So betrifft beispielsweise eines der wichtigsten
Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die
im Auftrag der European Landscape Contractors
Association (ELCA) in zehn europäischen Großstädten durchgeführt wurde, genau die angesprochenen Punkte. Parknutzer aus Berlin, Zürich,
London, Prag, Wien, Helsinki, Amsterdam, Paris,
Budapest und Kopenhagen wurden um ihre Einschätzung gebeten – erstmals in einem großen
internationalen Vergleich. Das Ergebnis: Es gibt
zwar genug Grünflächen in den Städten, aber Gestaltung, Pflege und die Angebote entsprechen
oft nicht den Vorstellungen der Bürger. Mit 88
Prozent Zustimmung für die Quantität städtischen Grüns zeigten sich die Bürger und Bürgerinnen Amsterdams besonders zufrieden mit
ihrer Stadt. Als dringendes Votum für neue Prioritäten muss man dagegen die Ergebnisse aus
Budapest (53 Prozent Zufriedenheit) und Paris
mit schwachen 47 Prozent werten. Die Stadtverwaltung in Berlin wurde dagegen mit 79 Prozent
zufriedenen Bürgern und Bürgerinnen für die
zahlreichen neu angelegten Parks der letzten
Jahre belohnt. Deutlich darunter lagen in allen
Ländern die Zustimmungen für die Qualität des
städtischen Grüns und vor allem auch für den
Pflegezustand.
„Urbanes Grün wird in Stadtentwicklungsprozessen nicht angemessen berücksichtigt. Die Politik verkennt die Chancen und das Potenzial von
städtischem Grün für eine ökologisch, sozial und
ökonomisch nachhaltige Entwicklung“, interpretierte ELCA-Präsident Emanuel Mony die Ergebnisse der Studie. Stadtgrün biete für die von den
Befragten eingeforderten sozialen Funktionen
und Aspekte erheblich mehr Potenzial.
Best Practice: Wie SozialPotenzial genutzt werden kann
Doch wie können sinnvolle Verbesserungen erreicht werden? Am Beginn eines solchen Prozesses steht die Sozialraumanalyse und eine Erhebung der Benutzerbedürfnisse. Grundlegend ist
auch, dass alle Gruppen von Beginn an einbezogen werden. Zudem ist die Zusammenarbeit der
Gemeinde mit den Experten und den einzelnen
Gruppen eine wesentliche Voraussetzung für das
41
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Gelingen. Es gibt nämlich keine Lösungen, die
sich über einen Kamm scheren lassen.
Als Best-Practice-Beispiel kann diesem Zusammenhang ein Projekt in Wiener Neudorf genannt werden. Dort entsteht ein 16.000 Quadratmeter großer Park nach den ISOF-Leitideen
und somit ein „Generationenpark“, der diesen
Namen auch verdient. So gehört zu den definierten Anforderungen des Projekts, dass es
ebenso Ruhezonen geben soll wie auch Bereiche,
die der Kommunikation gewidmet sind. Selbstverständlich umfasst dies auch Spiel und Sport.
Als Leitmotiv wurde im Dialog mit den späteren Nutzern „die goldene Bank“ gefunden, die
als Symbol für Toleranz und Integration stehen
soll und dem Park Struktur verleiht. Die Lösung
besteht aus der Kombination von sozialem Begegnungsraum, Spielanreizen, Unterhaltungsund Kulturangebot, Versorgung und Sicherheit
sowie einem gesundheitsförderlichen „leichten“
Fitness-Parcours in schöner, natürlicher Um-
gebung. Er soll zur Entlastung der staatlichen
Wohlfahrts- und Fürsorgeeinrichtungen beitragen.
Der Wiener Neudorfer Bürgermeister Christian
Wöhrleitner sagt dazu: „Die Freiraumplanung in
unserer Gemeinde soll auf die Vielfalt ihrer BewohnerInnen Rücksicht nehmen. Es wird bei der
Realisierung eines in Niederösterreich einmaligen Projekts auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen genauso eingegangen wie
auf die Vielzahl an Menschen mit unterschiedlichstem Migrationshintergrund. “
Mit den Erfordernissen unserer Zeit in Übereinstimmung gebrachte Gesamtkonzepte für
den öffentlichen Raum, die mit der Einbindung
aller betroffenen Gruppen erstellt werden, sind
ein wirkungsvolles Rezept für die Gestaltung
von Begegnungsräumen in der Öffentlichkeit.
Politik, Verwaltung und Unternehmen können
so Freiräume schaffen, in denen sich Menschen
aller sozialen Gruppen begegnen.
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Schwerpunkt
Generation Change
MR Dr. Hannes Schoberwalter, Arzt für Allgemein- und
Arbeitsmedizin, Senator im SENAT DER WIRTSCHAFT
Generation Change:
Wert(e)voll leben mit
Zukunft
Wertemanagement
einer sich verändernden Gesellschaft
E
s sind die Werte, die das Bild einer Kultur prägen und die uns erkennen lassen, wer und was
in einer Gesellschaft wertgeschätzt wird. Sie
definieren den Maßstab für Entscheidungen
und das Handeln von Menschen. Sie lassen uns
erkennen, welche Eigenschaften Personen und
Organisationen aufweisen und wonach diese
ihr Handeln ausrichten sollten. Daraus ergeben
sich in Folge die Grundlagen des Wertemanagements einer Gesellschaft und der Kultur eines
Kollektivs.
Beim Betrachten gegenwärtiger Veränderungsprozesse in der Gesellschaft und im Angesicht einer weltweiten Krise im Bereich der Finanzwelt,
der Wirtschaft und der Identitätsfindung Einzelner und ganzer Kollektive stellt sich zwangsläufig
die Frage, ob der Prozess des Loslösens von traditionellen Werten zu einer Gesellschaft führen
kann, die letztlich wertlos wird. Sprechen wir
von der „Krise“, so sehen viele darin eine Krise
der Werte. Die Erklärung wird zunehmend in der
Selbstüberforderung durch das propagierte, offene Wertesystem gefunden.
Der kritische Blick in den Spiegel
Sind Werte generell in Krisenzeiten Luxus, der
zwangsläufig auf spätere Zeiten verschoben wird,
wenn nüchternes Rechnen und Kalkulieren in
den Vordergrund gerückt werden? Sind Werte
wie Integrität und Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit
und Glaubwürdigkeit, Respekt und Verlässlichkeit tatsächlich altmodische Eigenschaften, die
in einer schnelllebigen Welt der Bits und Bytes,
des uneingeschränkten Freiheitsdrangs nach Befriedigung selbstdefinierter Bedürfnisse und dem
ungebändigten Verlangen nach neuen Wegen um
des Neuen willen nicht mehr lebenswert?
Besteht noch Bewusstsein dafür, dass Gesundheit und das Leben selbst Werte repräsentieren,
die vor allem anderen stehen, um unser Dasein
als lebenswert zu erfahren?
43
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
MR Dr. Hannes Schoberwalter ist Arzt für Allgemeinund Arbeitsmedizin und hat seine Ausbildung durch
Spezialwissen in Kosmetologie, Anti-Aging-Medizin,
Ästhetischer Medizin, Regulationsmedizin, Lasertherapie, Schmerz- und Neuraltherapie, aber auch durch die
Bereiche Arbeits- und Kurmedizin erweitert. Das Spektrum seines Betätigungsfeldes umfasst nicht zuletzt die
aktive Mitwirkung an innovativen Ideen für das Sozialund Gesundheitssystem ebenso wie die wissenschaftliche
Beratung.
Könnte es sein, dass der redundante Ruf nach
mehr Freiheit und dem Losgelöst-sein von als
einengend bezeichneten Werten und Normen
zum aktuellen Werteverlust beiträgt? Führt es
objektiv gesehen nicht vielmehr zur Einengung
und Abhängigkeit als zur Befreiung, wenn wahrgenommen werden kann, dass im Gegenzug
mehr und mehr Kontroll- und Überwachungssysteme in vielen Bereichen unseres Lebens
installiert werden? Könnte das nicht vielmehr
als Ausdruck eines zunehmenden Vertrauensdefizits und eines Werteverlustes verstanden
werden?
Die gemeinsamen Werte und Wertehaltungen
machen den Klebstoff einer Gemeinschaft aus.
Daraus lässt sich die Kultur einer Gesellschaft
erkennen und das geistige Kapital zum Ausdruck
bringen. Werte sind Ideen, Orientierungen und
Verhaltensweisen, zu welchen sich Menschen in
einem Kollektiv bekennen und die sie für bedeutend, gut und somit erstrebenswert halten.
44
Der deutsche Gelehrte, Staatsmann und Mitbegründer der Berliner Universität, Wilhelm von
Humboldt (1767–1835), prägte einst den Satz:
„Im Grunde sind es doch Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ Werte
bewirken somit eine gesellschaftskulturelle Identität und einen werteorientierten Zusammenhalt.
Durch ein gelebtes Wertesystem als „Geist“ einer
Gesellschaft lässt sich die „Seele“ als Ausdruck
der Haltung und des Handelns der Menschen innerhalb ihres „Körpers“ – der Gesellschaft selbst
– wahrnehmen.
Es ist daher naheliegend, dass dann, wenn der
„Geist“ erkrankt oder an Charakter verliert, dies
auch verändernde Auswirkungen auf den „Körper“ und letztlich damit auf die „Seele“ hat.
Persönlichkeiten mit dem Bewusstsein einer
Vorbildwirkung und der Verantwortung für ihr
Handeln und den Folgen desselben zeichnen sich
daher durch Werte wie Integrität und Ehrlichkeit,
Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit, Respekt
und Verlässlichkeit aus. Dies definiert das Profil
an Eigenschaftsmerkmalen, die nicht im Studium
entstehen oder durch Seminare erlernt werden
können.
Die Werte, die wir leben, sind auch
die Werte, mit denen wir führen
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die seit
rund 1500 Jahren in der europäischen Kultur
bewährte Grundlage werteorientierter Menschenführung auf die Regel des heiligen Benedikt von Nursia (480–547 n. Chr.) zurückgeht.
Als ein Motto des Benediktinerordens gilt: „Ut
in omnibus glorificetur Deus“ – „Auf dass Gott
in allem verherrlicht werde“. Dies zeigt das Bewusstsein, dass sich alles Handeln und Tun in
letzter Konsequenz nicht nur in der Verantwortung vor Gott als ultimativer Autorität und
Schöpfer allen Seins versteht, sondern diesem
zur Ehre dient. Damit erfahren Menschen eines Kollektivs und besonders Führungskräfte
die Erkenntnis, sich ihrer Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Menschen und
Aufgaben bewusster zu werden. Sie nehmen sich
Schwerpunkt
Generation Change
selbst nicht als der Weisheit letzter Schluss wahr
und sind einem „Cäsarenwahn“ gegenüber resistent.
An dieser Stelle sei der Zisterzienser Abt und
Theologe Bernhard von Clairvaux (etwa 1090–
1153), zitiert, der zum Thema Führung den
Satz prägte: „Stehe an der Spitze, um zu dienen,
nicht, um zu herrschen! “ Die christliche Tradition und das sich daraus ergebende Wertesystem
verstehen sich als vermittelnde Komponente
und offenbaren die Wurzeln Europas in einem
Fundament, das als antikes Erbe durch die Mönche weitergegeben wurde. Es waren auch die
Mönche, die in den mittelalterlichen Klöstern
die Grundlagen der modernen Medizin schufen.
Sie übernahmen über Jahrhunderte hinweg die
medizinische Versorgung der Menschen, studierten das Wissen der antiken Heilkunst und
legten Grundlagen für Wissenschaft und Forschung. Die Lehre von Heilkräutern und Arzneipflanzen, Ernährungskunde und balneologische
Körperanwendungen in Verbindung mit dem
christlichen Glauben führten zur Entwicklung
einer ganzheitlichen Medizin, in der Geist, Seele
und Körper miteinander in Beziehung stehen.
Aus diesem gesamten Erbe lassen sich bewährte
Werte und Erkenntnisse als Chance für die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen ableiten.
„Gesunde“ Werte
Wenn Umfragen gestartet werden und Menschen die Frage gestellt wird, was für sie das
Wichtigste im Leben wäre, dann geben sehr
viele Leute die gleiche Antwort: Sie sagen, dass
das für sie die Gesundheit darstellt. Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlichte 2010 einen
Artikel, wonach eine repräsentative Umfrage
des deutschen Meinungsforschungsinstituts
Innofact in Düsseldorf unter 1000 Personen
zwischen 18 und 65 Jahren ergeben hatte, dass
auf den weihnachtlichen Wunschzetteln die Gesundheit an erster Stelle steht!
35 Prozent der Befragten erklärten, dass das
schönste und beste Geschenk doch immer ein
Leben in Gesundheit sei. Vor allem ältere Menschen gaben die „Gesundheit“ als den wichtigsten Weihnachtswunsch an, nämlich vier von
zehn Befragten (42 Prozent) im Alter zwischen
50 und 65 Jahren. Lediglich bei den Jüngeren
rangierten die materiellen Güter weiter oben.
Dieses Befragungsergebnis lässt sich leicht
nachvollziehen, denn die Botschaft unserer
schönen neuen Welt lautet: Wer über mehr als
ausreichend Geld verfügt, der mag sich die meisten – wenn nicht sogar alle – materiellen Dinge
der Welt kaufen können. Nur eines lässt sich für
alles Geld dieser Welt nicht erwerben: Gesundheit.
Betrachten wir doch in diesem Zusammenhang
unsere Ernährung: Wir hatten noch nie bessere
Chancen, uns gesund zu ernähren, und dennoch
bleibt dies von der Mehrheit zumeist ungenutzt.
Es fehlt zunehmend an moralischer Vernunft –
sowohl auf intellektueller als auch struktureller
Ebene. Wir haben noch nie so viel über gesunde Ernährung oder biologisch einwandfreie
Lebensmittel gewusst wie heute, und dennoch
boomen Fast-Food-Ketten und labortechnisch
manipulierte Speisen und Getränke. Die Zeitschrift „Die Welt“ berichtete 2011 darüber, dass
laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung 68
Prozent der deutschen Todesfälle durch ernährungsmitbedingte Krankheiten verursacht wären. Empfohlen wurden weniger tierische Fette
und Einfachzucker (zum Beispiel Süßigkeiten),
dafür mehr komplexe Kohlehydrate (etwa Obst,
Getreideprodukte), Ballaststoffe (beispielsweise
in Gemüse und Hülsenfrüchten), Vitamine, Mineralien und Pflanzeninhaltsstoffe (unter anderem Aminosäuren). Gute Ernährung ist somit
nicht nur Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude, sondern auch unserer Einstellung zur
Schöpfung.
Besonders die Jugend steht als Zielgruppe dafür im Fokus, um Konsum- und Genussdenken
als oberste Prämisse für ein erstrebenswertes
Dasein anzuerkennen und ein Leben erfüllt von
orientierungslosem Unterhaltungstaumel, inhaltsleerer Kurzweil und einem Wegwerfdenken
auch in Beziehungsfragen zu führen. Die Gestal45
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
tung der Medien- und Werbelandschaft lässt unschwer Erinnerungen an literarisch bedeutende
und weltbekannte Werke intellektueller Schriftsteller wie Aldous Leonard Huxley oder George
Orwell aufkommen.
Die Bibel weist mit ihrem – teils Tausende Jahre
vor Christus verfassten – Inhalt schon lange auf
den Zusammenhang zwischen innerer Einstellung und körperlicher Gesundheit hin. Sie erklärt uns, was dem Menschen schadet und was
gut für ihn ist. Wir finden sowohl im Alten wie
im Neuen Testament zahlreiche Anweisungen
für eine gesunde Lebensweise. Darunter fallen
Hygienebestimmungen, Verhalten bei Krankheitsfällen bis hin zu Anweisungen hinsichtlich des Alkoholkonsums oder dem Vermeiden
eines Lebenswandels, der aus der Sicht unseres
Schöpfers für unser Leben und unsere Gesundheit schädlich ist. Diese Tausende Jahre alten
Grundsätze entsprechen auch heute noch immer den modernsten medizinischen Erkenntnissen.
Im ersten Brief des Paulus an die Gemeinde
der Thessalonicher in Kleinasien weist uns der
Schreiber darauf hin, dass wir nicht nur unseren
Geist, sondern auch unsere Seele und unseren
Körper schadlos halten sollen. Gemeint ist dabei, dass es unser Hauptziel sein sollte, darauf zu
achten, uns von schädlichen Einflüssen in jedweder Form fernzuhalten. Kann das jeder von sich
behaupten? Ist es nicht vielmehr so, dass wir
gerne gute Gründe und Erklärungen bereit haben, wenn es darum geht, falsche Handlungen,
Wünsche oder Gefühle vor uns oder anderen zu
rechtfertigen?
Wenn der römische Dichter Juvenal in seinem
Werk „Satiren“ schreibt: „Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei“, so ist das ein Beispiel von vielen,
das zeigt, dass zum einen Gesundheit zu jeder
Zeit in der Geschichte der Menschheit als gewichtiger Bestandteil des Lebens erkannt wurde
und zum anderen, dass bereits in früheren Zeiten ein Zusammenhang zwischen Körper und
Geist (nicht dem intellektuellen Verstand!) bewusst war.
46
Generationenübergreifende
Zukunftsfähigkeit
Das christliche Menschenbild kann daher durchaus als über 2000 Jahre bewährtes Erfolgsgeheimnis mit nachhaltigem Zukunftscharakter
bezeichnet werden, das sich vor allem dann sehr
gut als Wertefundament für eine erstrebenswerte Lebensführung eignet, wenn es authentisch
gelebt wird, keinem profanen Machterhalt dient
und frei von politisch motivierten Vorurteilen
bleibt.
Um mit dem uns anvertrauten europäischen
Erbe an Werten in Führung zu gehen und in eine
lebenswerte Zukunft zu führen, bedarf es daher
der Rückkehr zu einem nachhaltigen Streben
nach Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und dem uneingeschränkten Respekt vor dem Mitmenschen.
Diese Prämisse gilt umso mehr für den Umgang
der unsere Existenz betreffenden Werte von Gesundheit und dem Leben selbst. Das ist umso
wichtiger in einer Zeit, in der die Krise von Systemen zu einer Krise der Werte geführt hat und
diesen Werten eine fehlende Attraktivität oder
Aktualität zuerkannt wird, um ihnen damit die
existenzielle Bedeutung und Zeitlosigkeit nehmen zu wollen.
Vor allem aber sollten wir von der Sehnsucht
geprägt sein, wieder an etwas wirklich glauben
zu können. Etwas, das Bestand hat, das Kraft
gibt und das so fest ist, dass man darin auch in
schwierigen Zeiten sicheren Halt finden kann. Es
liegt daher in der Verantwortung der Führungskräfte, Manager und Meinungsbildner, nicht nur
über Werte zu reden, sondern sie zu leben – im
privaten wie beruflichen Alltag. Die Kostbarkeit
unseres europäischen Erbes sollte dazu ermutigen, in der Wertschätzung gegenüber unseren
christlichen Wurzeln und im Respekt für die
Leistungen der Vorgenerationen Bewährtes in
die Gestaltung einer wert(e)vollen Zukunft einzubeziehen, um den Generationen von morgen
die Freude an einem lebenswerten Dasein in einer gesunden Schöpfung zu schenken und das
Selbstbewusstsein als Europäer mit einer traditionsreichen Geschichte zu stärken.
Schwerpunkt
Generation Change
Interview mit Marie Ringler, Ashoka Länderdirektorin
für Österreich, Zentral- und Osteuropa
Social Entrepreneurs:
Eine neue
Unternehmergeneration
lebt soziale Verantwortung
Das Interview führte Tamara Ehlers.
M
angelhafte Bildungssysteme, steigende Jugendarbeitslosigkeit, fehlende Unterstützung
für Menschen mit schlechten Startbedingungen. Darauf, dass Politik und Gesetzgebung die
Probleme in unserer Gesellschaft lösen, wollen
viele Menschen nicht mehr warten. Die Verantwortung für Veränderung sehen sie bei sich
selbst. Einige von ihnen haben eine zündende
Idee und gründen ein Unternehmen, das allein der Lösung eines gesellschaftlichen Problems dient. Was für klassische Unternehmer
die Maximierung ihres Profits ist, ist für sie die
Maximierung ihrer Wirkung. Dafür, dass diese
Menschen die besten Voraussetzungen haben,
um ihre Lösung möglichst großflächig zum
Einsatz zu bringen, gibt es Organisationen wie
Ashoka. Sie picken sich die innovativsten und
effizientesten Lösungen heraus und geben den
Persönlichkeiten dahinter den notwendigen
Rückenwind, sprich Sichtbarkeit, Know-how,
finanzielle Stabilität und den Zugang zu einem
internationalen Netzwerk.
Diesem Lösungsansatz stimmen auch vermehrt
namhafte, internationale Unternehmen zu und
arbeiten weltweit mit Ashoka zusammen, um die
Veränderung aus der Zivilgesellschaft heraus voranzutreiben. Für das SENATE-Magazin befragte
Tamara Ehlers die Länderdirektorin von Ashoka
für Österreich, Zentral- und Osteuropa, Marie
Ringler.
47
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Was für eine Organisation steckt hinter dem Namen
„Ashoka“?
MARIE RINGLER: Ashoka wurde vor 30 Jahren
gegründet mit dem Ziel, Menschen zu unterstützen, die mit unternehmerischen Ideen gesellschaftliche Probleme lösen – wir nennen sie
Social Entrepreneurs. Unser Büro in Österreich,
das es seit 2011 gibt, ist zuständig für die gesamte Region Zentral- und Osteuropa.
Wer sind denn diese
Social Entrepreneurs oder sozialen
Unternehmer genau?
MARIE RINGLER: Die Social Entrepreneurs, die
wir zu sogenannten „Fellows“ auswählen und
unterstützen, sind Menschen, die mit einer unternehmerischen Haltung an der Lösung eines
gesellschaftlichen Problems arbeiten. Ein mittlerweile prominentes Beispiel ist der deutsche
Ashoka-Fellow Frank Hoffmann, der mit der
Qualität der Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen, die er als Gynäkologe für die Patientinnen
in seiner Praxis anbieten konnte, sehr unzufrieden war. Also hat er sich überlegt, wer das
besser kann. Seine Lösung waren blinde Frauen.
Diese können durch ihren verstärkten Tastsinn
nämlich kleinere Knoten in der Brust finden als
Menschen, die sehen können. Also hat er ein
Qualifizierungsprogramm für blinde Frauen
entwickelt, das sie innerhalb von neun Monaten zu medizinischen Tastuntersucherinnen
ausbildet. Darüber hinaus hat er ein hybrides
Businessmodell entwickelt, das die Unterstützung der öffentlichen Hand für die Ausbildung
der blinden Frauen mit einem klugen Modell
für Rückflüsse an sein Unternehmen kombiniert. Damit hat er ein sich mittlerweile selbst
tragendes Sozialunternehmen mit dem Namen
„Discovering Hands“ aufgebaut, dessen Nutzen
für die Gesellschaft zweierlei ist: die verbesserte Qualität von Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen und die Schaffung eines ganz neuen
Berufswegs für blinde Frauen. Ab 2015 wird
Discovering Hands auch in Österreich Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen durch blinde
Frauen anbieten.
48
Sie kommen ursprünglich aus der Politik und haben
fast Zehn Jahre lang die Gesellschaft quasi „von
Oben“ mitgestaltet. Jetzt leiten sie seit 2011 eine
NGO, die einzelne akteure dabei unterstützt aus der
Zivilgesellschaft heraus, etwas zu verändern. Ein
Sinneswandel?
MARIE RINGLER: Nein, für mich ist das eine
ganz logische Weiterentwicklung von meiner politischen Arbeit hin zur Arbeit mit jenen Akteuren in der Gesellschaft, die innovative Lösungen
umsetzen: also Menschen, die unternehmerisch
sind und an das Wohl der Gesellschaft denken.
Diese beiden Herangehensweisen ergänzen sich
wunderbar.
Zur Zeit unterstützt ashoka soziale Unternehmer in
über 70 Ländern. Bleibt es dabei in den einzelnen
Ländern nur bei lokaler Arbeit oder kommt es auch
zu einer länderübergreifenden Zusammenarbeit
zwischen Ashoka-Büros und Fellows, etwa um die
grösseren Probleme der Welt gemeinsam zu lösen?
MARIE RINGLER: Der länderübergreifende
Aspekt ist ein ganz wesentlicher Teil unserer
Arbeit. Ich sage immer: Unser Business ist es,
Impact zu maximieren. Das tun wir auch ganz
systematisch, indem wir die Ashoka-Fellows, die
wir auswählen, einerseits drei Jahre lang finanziell unterstützen, andererseits aber auch ihr Leben lang mit Zugang zu unserem Netzwerk und
unseren Pro-Bono-Partnern darin unterstützen,
den Impact ihrer Lösung zu maximieren.
Wir vertreten den Standpunkt, dass dieses weltweite Netzwerk von 3000 Social Entrepreneurs,
mit dem wir arbeiten, im Grunde wahrscheinlich
für jedes Problem, das auf der Welt existiert, bereits eine Lösung gefunden hat. Leider sind diese
Lösungen aber noch nicht überall dort angekommen, wo sie auch gebraucht werden.
Aus diesem Grund haben wir zum Beispiel gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, ganz
systematisch Lösungen von Social Entrepreneurs
in Länder zu bringen, in denen sie dringend gebraucht werden. Im konkreten Fall geht es um
das Thema Jobs und Job Creation in Südeuropa,
also Griechenland, Italien und Spanien, wo die
Jobkrise ein riesiges gesellschaftliches Problem
darstellt. In unserem internationalen Netzwerk
gibt es zahlreiche Ashoka-Fellows mit sehr kreativen, klugen und effizienten Lösungen zum Thema Arbeitslosigkeit, die in diesen Ländern einen
wesentlichen und nachhaltigen Unterschied machen werden.
Für mich ist das auch ein Beispiel dafür, wie
wir in Europa zusammenarbeiten sollten, um
die Auswirkungen der Wirtschaftskrise wie die
stark gestiegene Arbeitslosenquote unter jungen
Menschen gemeinsam zu bekämpfen. Dass die
Lösungen innovativer Social Entrepreneurs hier
eine ganz wesentliche Rolle spielen können, hat
auch die EU erkannt. Vor einigen Jahren wurde
daher die Europäische Social-Business-Initiative gestartet, wodurch jetzt auch zusätzliche Finanzmittel verfügbar sind, um diese Lösungen
zu verbreiten und die innovative Kraft Europas
zu verstärken.
Ein weiterer Aspekt, der unserer Meinung nach
bei der Skalierung einen sehr wesentlichen Unterschied machen kann, ist gezielte Co-Creation,
also die strategische Zusammenarbeit zwischen
Social Entrepreneurs und Unternehmen, um Lösungen zu entwickeln. Deren Vertriebskraft und
ihr spezifisches Wissen über einzelne Prozesse
kombiniert mit der Innovationskraft von Social
Entrepreneurs und deren Fähigkeit, Probleme
und Lücken zu identifizieren, sind ein idealer
Mix.
Ein ganz spannendes Beispiel für Co-Creation
ist meiner Ansicht nach die Arbeit von Gregor
Demblin, einer unserer österreichischen Ashoka-Fellows und Mitglied im SENAT DER WIRTSCHAFT. Er hat am eigenen Leib erlebt, in welchem Ausmaß der Arbeitsmarkt Menschen mit
einer Behinderung diskriminiert. Gleichzeitig
hat er aber auch erkannt, dass es sehr wohl Unternehmen gibt, die insbesondere angesichts des
demografischen Wandels daran interessiert sind,
Menschen mit einer Behinderung einzustellen
und sich somit neue Talente zu eröffnen. Diese
Unternehmen und die zahlreichen Einrichtungen und NGOs, die in Österreich Menschen mit
einer Behinderung bei der Jobsuche unterstüt-
Marie Ringler ist seit 2011 Ashokas Länderdirektorin
für Österreich, Zentral- und Osteuropa und baute die
Organisation in Österreich auf. Sie studierte Soziologie
und Politikwissenschaften an der Universität Wien.
Während ihres Studiums war sie bereits am Aufbau des
Instituts für neue Kulturtechnologien/Public Netbase
beteiligt, von 1998 bis 2000 als Geschäftsführerin. Von
2000 bis 2010 war Ringler Landtagsabgeordnete und
Gemeinderätin in Wien. Während ihrer zweijährigen
MBA-Ausbildung in St. Gallen/Schweiz beschäftigte
sich Ringler intensiv mit den Themen Social Entrepreneurship und neue Finanzierungsmodelle für soziale
Innovationen.
zen, finden jedoch nicht zueinander. Um diesem
Problem entgegenzuwirken, hat Gregor Demblin in Zusammenarbeit mit dem Online-Karriereservice Careesma folgende Lösung entwickelt: ein zusätzliches Tool auf der bestehenden
­Online-Jobplattform, das einem Arbeitgeber die
Möglichkeit gibt, zu kennzeichnen, welche Art
von Behinderung für die ausgeschriebene Stelle
kein Hindernis darstellt.
49
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
Um genau solche Beispiele von Co-Creation sichtbar zu machen, haben wir gemeinsam mit europäischen Partnern wie Boehringer Ingelheim und
DPD eine Initiative rund um „Social & Business
Co-Creation-Collaboration for impact“ gestartet.
Damit wollen wir auch zeigen, dass es Co-Creation nicht nur in Entwicklungsländern gibt, wo
einige Beispiele dafür auch schon recht bekannt
geworden sind, sondern, dass auch in Europa dafür hervorragende Beispiele existieren und die
Zukunft in solchen Modellen liegen wird.
Welche Rahmenbedingungen brauchen soziale
Entrepreneurs Ihrer Meinung nach, um mit ihren
systemverändernden Ideen möglichst grossflächig
etwas zu bewirken?
MARIE RINGLER: Die zuvor schon erwähnte europäische Social-Business-Initiative setzt genau
an den wesentlichen Faktoren an und wird daher
auch einen großen Beitrag dazu leisten. Durch
diese Initiative werden rechtliche und politische
Rahmenbedingungen geschaffen, damit solche
Zwitterwesen, also unternehmerisch handelnde,
aber gleichzeitig einen gesellschaftlichen Mehrwert verfolgende Unternehmen agieren können.
Sichtbarkeit ist dabei ein wichtiger Faktor, und
in dieser Hinsicht hat die EU auch dabei eine
Art Vorreiterrolle übernommen, nationalen Regierungen zu zeigen, dass in diesem Sektor ein
großes Potenzial für Innovation steckt. Weiters
schafft die europäische Social-Business-Initiative aber auch finanzielle Rahmenbedingungen –
durch die Bereitstellung neuer Finanzierungsinstrumentarien einerseits und andererseits dadurch,
dass sie nationalen Regierungen ermöglicht, bei
ihren Beschaffungsvorgängen Kriterien sozialer
und ökologischer Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen. Das ist von ganz wesentlicher Bedeutung, denn wenn Social Entrepreneurs für ihre
Produkte und Dienstleistungen keine Abnehmer
finden, werden sie auf dem Markt nicht nachhaltig bestehen können. Insofern hat die öffentliche
Hand als sehr großer Beschaffer eine sehr wichtige
Aufgabe bei der Schaffung von neuen Märkten für
Social Entrepreneurs.
Zu guter Letzt spielen auch noch die lokale Startup-Kultur und der gesellschaftliche Umgang mit
Fehlern eine wichtige Rolle. Eine günstige Bedingung für Social Entrepreneurs ist ein gesellschaftliches Umfeld, das Menschen dazu ermutigt, auch einmal etwas Eigenes auszuprobieren
und unternehmerisch tätig zu werden, trotz des
Risikos zu scheitern. Unternehmerisches Handeln bedeutet nämlich immer auch den einen
oder anderen Fehler zu machen. Und genau das
ist ein ganz wesentlicher Aspekt der Innovationskultur: zuzulassen, dass Fehler gemacht werden anstatt sie zu bestrafen.
Herzlichen Dank für das Interview!
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Schwerpunkt
Generation Change
KR Heinz Behacker, vorstand vBv-vorsorgekasse AG,
Senator im SENAT DER WIRTSCHAFT
Generationenverantwortung in der
Finanzindustrie
Nachhaltige veranlagung als Zukunftskonzept
N
achhaltigkeit bedeutet „Verantwortung für nachfolgende Generationen“ zu übernehmen. Auf betrieblicher Ebene ist das Thema – zumeist unter
der Bezeichnung „Corporate Social Responsibility“ (CSR) – mittlerweile im Mainstream der
Wirtschaft angekommen. Unternehmen sind
sich zunehmend ihrer hohen gesellschaftlichen
Verantwortung bewusst. Ökonomisch sinnvolle und gesellschaftlich erwünschte Handlungen
und Produkte treten ins Zentrum. Nachhaltiges
Wirtschaften setzt am Kerngeschäft an: Neben
der Berücksichtigung der unterschiedlichen
Stakeholder-Interessen strebt man mehr und
mehr nach einem ausgewogenen Verhältnis der
wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ziele und Leistungen. Und dabei geht es nicht um
Ideologie, sondern um die langfristige Erhaltung
der menschlichen wie umweltbezogenen Ressourcen.
Und das ist gut so, denn die Welt steht vor immer größer werdenden Herausforderungen. Als
Folge der Globalisierung ist das weltökonomi51
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
sche System einer Zerreißprobe ausgesetzt.
Bisherige Grenzen des Erreichbaren werden
durch exponentielles Wachstum Tag für Tag
überschritten. Das rasche Wachsen der Weltbevölkerung in Richtung auf zehn Milliarden
Menschen und das Hineinwachsen von Hunderten Millionen weiterer Menschen in ressourcenintensive Lebensstile verschärfen die Situation.
Interessensgegensätze der Staaten lähmen die
Politik, wirksame Veränderungen herbeizuführen. Unternehmen sind gefragt, mit konsequenter Nachhaltigkeit ihren Teil zu einer positiven
Wende beizutragen.
Nachhaltigkeit im globalen Kontext
KR Heinz Behacker ist Vorstandsvorsitzender der
VBV-Vorsorgekasse AG, mit Ressortverantwortung
für die Bereiche Veranlagung, Personal, Vertrieb sowie
Beratung, Organisation, Marketing und PR. Das Unternehmen ist heute mit mehr als 2,3 Millionen Anwartschaftsberechtigten Marktführer innerhalb der österreichischen Vorsorgekassenbranche. Behacker begann seine
berufliche Laufbahn bei der Bank Austria und war 1990
Mitbegründer der Vereinigten Pensionskasse AG, bei der
er von 2000 bis 2005 als CEO und Vorstandssprecher
verantwortlich war und aus der 2006 die VBV-Vorsorgekasse AG hervorging, die er von Beginn an als Vorstand
und seit 2006 als Vorstandsvorsitzender leitet.
52
Die gängigste Definition des Begriffs „Nachhaltige Entwicklung“ stammt aus dem Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“, den die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten
Nationen 1987 veröffentlicht hat. Darin wurde
festgehalten, dass eine Entwicklung dann als
nachhaltig gilt, wenn sie den Bedürfnissen der
heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden,
ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.
Nachhaltigkeit erfordert, vereinfacht gesagt,
eine Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, sozialer Gerechtigkeit und Resilienz der
Ökosysteme. Dass wir von diesem Zustand auf
globaler Ebene noch immer sehr weit entfernt
sind, erfahren wir täglich in den Medien. Nach
wie vor werden wertvolle Ökosysteme unwiederbringlich zerstört, wird das Einkommensgefälle
und damit die Kluft zwischen Arm und Reich
größer und ist eine Abschwächung des Klimawandels nicht in Aussicht.
Es gibt also noch viel zu tun, auf globaler Ebene genauso wie auf der Ebene einzelner Staaten
oder Regionen. Und es braucht dazu die Politik,
genauso wie die Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen. Jeder und jede ist aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und in
seinem Wirkungs- und Einflussbereich möglichst
nachhaltig zu agieren.
Schwerpunkt
Generation Change
Nachhaltigkeit in der
Finanzindustrie?
Was kann nun die Finanzindustrie zur Bewältigung der enormen Herausforderungen beitragen? Einen möglichen Lösungsansatz, der vielfältige Nachahmung finden sollte, möchte ich am
Beispiel der VBV-Vorsorgekasse thematisieren:
Die zentrale Auswirkung unserer Geschäftstätigkeit liegt im Kerngeschäft, also in der Veranlagung des uns anvertrauten Kapitals. Hier verfügt
die VBV über den größten Hebel, um wirksam zu
einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.
Aus ökonomischer Perspektive besteht die Herausforderung darin, möglichst hohe und stabile
Renditen für unsere Kunden zu erzielen. Doch
unsere Investments sollen nicht nur rentabel und
sicher sein, sie müssen auch unseren ethischen,
sozialen und ökologischen Vorgaben entsprechen.
Bereits zur Unternehmensgründung im Jahr
2002 haben wir daher einen Ethikbeirat eingerichtet und Experten aus den Bereichen Kirche,
Medizin, Gewerkschaft, Wirtschaft, Arbeitnehmervertretung sowie NGOs eingeladen, uns
beim Aufbau einer Nachhaltigkeits-Kriteriologie
für die Veranlagung der Kundengelder zu unterstützen. Zielsetzung war es, bei Investmententscheidungen neben dem rein wirtschaftlichen
Auswahlverfahren von Anlageprodukten auch
das ökologische und ethische Verhalten der
Emittenten, also von Staaten und Unternehmen
miteinzubeziehen. Gemeinsam mit den Beiratsmitgliedern wurden „weiche“ Werte in „harte“
Veranlagungskriterien gegossen und Positiv-,
Negativ- und Ausschlusskriterien für Investments festgelegt. Diese werden laufend evaluiert
und weiterentwickelt und seit 2002 vom Veranlagungsmanagement der VBV-Vorsorgekasse strikt eingehalten. So gelingt es, das Kapital
genau dorthin zu lenken, wo Nachhaltigkeit berücksichtigt und gelebt wird.
Dass sich diese Strategie auch wirtschaftlich
lohnt zeigt sich im langfristigen Erfolg: Seit dem
Start der Vorsorgekassen (1.1.2003) liegt die
VBV auch mit der Gesamtperformance an der
Spitze der Branche.
Zu den Negativ- und Ausschlusskriterien zählen
u.a.:
• die Ausbeutung von Umwelt, Mitarbeitern
und Gesellschaft,
• die Belastung der Umwelt – inkludiert
CO2-Emissionen und „Carbon Leakage“,
• Atomenergie – insbesondere die Produktion
der Bestandteile des nuklearen Kerns sowie
der Verwertung der erzeugten Energie,
• die Grüne Gentechnologie – also die Produktion von gentechnisch manipuliertem Saatgut,
• Rüstungs-/Waffen-Produzenten und Händler von militärischen Waffen, im speziellen
ABC-Waffen,
• Kinderarbeit – in Form des bewussten Nutzens von Kinderarbeit zur Profitmaximierung,
• nachgewiesene (schwere) Manipulation der
Geschäfte sowie Korruption,
• der Verstoß gegen das ILO-Protokoll – im
Wesentlichen sind damit die acht Kernarbeitsnormen der ILO gemeint,
• Länder, die gemäß Amnesty International
die Todesstrafe nicht gänzlich abgeschafft
haben (zum Beispiel US-Staatsanleihen),
und schlussendlich
• autoritäre Regime – Länder, die von „Freedom House“ als nicht frei eingestuft werden.
Positivkriterien sind gewünschte ökologische
und soziale Leistungen, die bei der Veranlagung
bevorzugt werden.
Zu den Positivkriterien zählen u.a.:
• gute Arbeitsplatzbedingungen – betreffend
Kündigungsschutz und soziale Standards,
• Bildungsförderung,
• Good Corporate Governance – Orientierung
an Standards und offene Berichterstattung
über die Einhaltung der Vorgaben,
• der effiziente Umgang mit Energie- und
Wasser,
• erneuerbare Energien – sowie deren Förderung,
• geringe Werte bei Umweltverschmutzung –
positive Bewertung der Ökobilanz von Unternehmen,
53
SENATE // SCHWERPUNKTTHEMA
•
•
•
•
•
überdurchschnittliche medizinische und Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter,
Ressourcenschonung – herausragende Werte bezüglich der Ökoeffizienz,
umwelttechnologische Führerschaft – Entwicklung und Nutzung neuer Technologien
für Paradigmenwechsel,
Wasseraufbereitung – neue Technologien
für einen Zugang zu sauberem Trinkwasser,
oder
Umweltmanagementsysteme – Zertifikate
nach EMAS oder ISO.
Nachhaltigkeit braucht
internationale Vernetzung
Im Rahmen der nachhaltigen Veranlagung nutzen wir auch die Kooperation mit UN PRI (UN
Principles for Responsible Investments). Die
UN PRI ist eine internationale Investoreninitiative in Partnerschaft mit der Finanzinitiative
des UN-Umweltprogramms UNEP und dem UN
Global Compact, die vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan angestoßen und 2006
ins Leben gerufen wurde. Sie dient als internationale Plattform für den Erfahrungsaustausch nachhaltiger Investoren und ermöglicht
und unterstützt global organisierte Engagement-Maßnahmen. Unter Engagement versteht
man in der Finanzwelt den langfristigen Dialog
von Investoren mit den Unternehmen in ihrem
Portfolio. Das Ziel ist dabei, die Unternehmensführung für die Berücksichtigung von sozialen,
ethischen, und ökologischen Kriterien zu gewinnen.
Die VBV-Vorsorgekasse diskutiert und entscheidet mögliche Engagement-Aktivitäten unter
anderem auch gemeinsam mit dem Ethikbeirat.
Werden beispielsweise bei einem investierten österreichischen Unternehmen Verletzungen von
Nachhaltigkeitskriterien festgestellt, wird Kontakt mit der Unternehmensleitung aufgenommen, um Informationen zu erlangen, die Erwartungshaltung der VBV zu kommunizieren und
Verbesserungen anzuregen. Entsprechend der
Ergebnisse werden Entscheidungen über Halten
54
oder Verkauf des Investments getroffen. International kooperieren wir mit dafür qualifizierten
Partnern, die unsere Kriterien kennen und in
Vertretung der VBV-Vorsorgekasse den Dialog
mit den investierten Unternehmen aufnehmen.
Bei schweren oder anhaltenden Abweichungen
von den Nachhaltigkeitskriterien oder wenn ein
Engagement nicht zu angemessenen Reaktionen
führt, behalten wir uns vor, ein Investment zu
beenden. Neben den Engagement-Aktivitäten
können aktive Stimmrechtsausübung und Fragen auf Hauptversammlungen ebenso ein Mittel
sein, um das Unternehmensverhalten in Richtung Nachhaltigkeit positiv zu beeinflussen. Die
VBV hat ihre Stimmrechte bei zahlreichen österreichischen Hauptversammlungen direkt sowie
bei internationalen Hauptversammlungen über
„Proxy Voting“ ausgeübt.
Mit diesen Maßnahmen versuchen wir, unseren (zugegebenermaßen) „kleinen“ Beitrag zur
Bewältigung der oben angeführten globalen
Herausforderungen zu leisten, Vorbild für andere zu sein und andere Investoren zum „Mitgehen“ zu bewegen. Es geht ums „TUN“: Erfolge stellen sich im Lauf der Zeit ein. So war die
VBV-Vorsorgekasse 2002 die erste und einzige
österreichische Vorsorgeeinrichtung mit strengen Nachhaltigkeitskriterien. Heute versuchen acht von zehn Kassen mehr oder weniger
nachhaltig zu investieren. Zu wünschen wäre,
dass sich viele institutionelle Investoren – also
Pensionskassen, Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften und Banken – für diesen Weg
entscheiden, denn nur mit einer entsprechenden Schwungmasse kann auch wirklich etwas
bewirkt werden!
Vorangehen ist entscheidend, um Verhalten zu
verändern. Man darf nicht jene mit Investitionskapital unterstützen, die zerstören und auf
Kosten anderer Gewinnmaximierung betreiben. Es gilt, diese Grundhaltung in der Unternehmensvision, in der Mission und im Leitbild
niederzuschreiben und für deren Einhaltung
entsprechende Spielregeln festzulegen. Dies gilt
für alle Branchen, insbesondere auch für die
­Finanzindustrie.
Save the Dates
Europäisches Forum Alpbach 2014 „At the Crossroads“
27. und 28. August 2014, Alpbach
Detailinformationen und Anmeldung via b.fischer@senat-oesterreich.at
Mittwoch, 27. August 2014 um 14.30 Uhr
SENATS-WERKstatt im Fichtesaal des Romantikhotel Böglerhof | Nr. 166 | 6236 Alpbach
„Vom Chaos zur Ordnung – über das Entstehen und
Verändern von Netzwerken“
• Dr. Harald Katzmair | Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der FAS-Research Sozialwissenschaftliche ForschungsgesellschaftmbH
• Gerald Wirth | Präsident Wiener Sängerknaben
• Mag.a Angelika Losek | Managing Director
Superar
• Mag. Christian Meister | Head of HR CEE/Italy,
REWE International AG
• Dr. Erhard Busek | Präsident SENAT DER WIRTSCHAFT
Mittwoch, 27. August 2014 um 19.00 Uhr
VIP-Hüttenabend auf der Postalm
Postalm Alpbach | Nr. 564 | 6236 Alpbach
mit Tiroler Schmankerl Buffet, Musik und guter
Stimmung
Donnerstag, 28. August um 8.00 Uhr
SENATS-Frühstück im Hotel Alpbacherhof |
Nr. 279 | 6236 Alpbach
• JUNGER SENAT DER WIRTSCHAFT
• Dr. Erhard Busek | Präsident SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich
• Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher | Präsident
SENAT DER WIRTSCHAFT Deutschland
Compliance: Schwerpunkt „Sport & Kultur“
29. August 2014, 13.00 Uhr, Hotel Scaleria | Markt 107 | 5360 St. Wolfgang/Wolfgangsee
Für die Teilnahme im Rahmen des Compliance-Schwerpunktes in
St. Wolfgang oder der Hofburg kontaktieren Sie bitte j.ressel@senat-oesterreich.at
Als Auftakt und im Rahmen der GTM-Trophy in St.
Wolfgang am Wolfgangsee findet eine Diskussion mit
Repräsentantinnen und Repräsentanten von Wirtschaft, Kultur und Sport statt. Ziel der Diskussion:
• Darstellung der aktuell bereits erkennbaren verheerenden Auswirkungen des Compliance-Wahns
auf die Bereiche Sport & Kultur und wie Wirtschaftsunternehmen mit Sport- und Kultur-Förderungsprojekte umgehen
• Thematisierung der dramatischen Auswirkungen
auf die kulturelle und sportliche Entwicklung unseres Landes und damit auf die Gesamtgesellschaft
• Entwicklung und Vorstellung konkreter Lösungsvorschläge und Initativen für eine Entkriminalisierung der Gesellschaft
• Unter der Leitung von Markus Leeb (NEWS-Wirtschaftsressort-Leiter) diskutiert ein hochkarätiges
Podium von Kulturschaffenden, Sport-Veranstaltern, Sport-Institutionen und Unternehmern.
Details folgen in Kürze.
Folgeevent – Ankündigung:
Wirtschafts-Roundtable „Compliance & Unternehmen“ am 23. September 2014 im Rahmen
des Anti-Corruption-Schwerpunktes der SECI –
Southeast-European Cooperative Initiative, c/o OSCE
– Hofburg Congress Centre, Heldenplatz 1, 1010
Wien
55
SENATE // Save the Dates
Social Franchise Forum
19. September 2014, 9.00 Uhr, Novomatic Forum | Friedrichstraße 7 – Karlsplatz | 1010 Wien
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte j.ressel@senat-oesterreich.at
„Faires Wirtschaften für sozialen Nutzen“
Corporate Social Responsibility ist in aller Munde. Mit
dem Prinzip des Franchising jedoch, können erprobte
und erfolgreiche Sozialprojekte mit viel höherer Zielgenauigkeit und schnellerer Wirkung für die sozialen
Anliegen wirkungsvoll multipliziert werden.
Inhaltliche Konzeption durch Senatorin Mag.
Waltraud Martius (GF, SYNCON International Franchise Consultants). Die Hauptthemenbereiche:
• Was Social Franchising genau ist
• wie dieses Prinzip bereits erfolgreich eingesetzt
wurde
• wie man dieses erprobte Konzept als Unternehmen sinnvoll adaptieren kann
Als Keynote-Speaker, in den Best-practice-Präsentationen und in Diskussionsrunden begrüßen wir u.a.
• BM Dr. Rudolf Hundstorfer (Bundesminister für
Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz)
• Sektionschefin Mag. Bernadette Marianne Gierlinger (Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend)
• sowie internationale RepräsentantInnen der
Franchise-Institutionen und Interessensvertretungen, Unternehmen, Stiftungen, der Finanzwirtschaft und RepräsenantInnen von
Best-Practice-Projekten.
European Danube Forum
10. Oktober 2014, 9.00 Uhr, Stift Göttweig | 3511 Furth bei Göttweig
Mehr Informationen anfordern unter: j.ressel@danubeforum.org
„LIFT OFF!! How the Balkan Danube Region
boosts business“ – Special guest country: SERBIA
Nachdem diese neue Initiative zur Wirtschaftsentwicklung des Donauraums im Oktober 2013 mit einer
Initialkonferenz aus der Taufe gehoben wurde und in
weiterer Folge das weitreichende Kontaktnetzwerk
intensiviert wurde, folgt mit dieser eintägigen Fachkonferenz ein weiterer Höhepunt. Eine Auswahl der
Diskussionsthemen:
• Politik & Wirtschaft: Den Donauraum
­weiterdenken
• Der Balkan-Donauraum: von Dayton nach
­Brüssel
• Die EU-Donauraum-Strategie: Der nächste
­Entwicklungsschritt
56
•
Rechtstaatllichkeit & Anti-Korruption: Wie man
den Herausforderungen im Donauraum erfolgreich begegnet
• Institutionen: Bremser oder Beschleuniger?
• Roundtables mit Vorstellungsmöglichkeit konkreter Projektideen zu den Kernbereichen
◊ ÖKOLOGIE & AGRARWIRTSCHAFT
◊ LOGISTIK
◊ ENERGIE
◊ TOURISMUS
Als Podiumsgäste und Diskussionspartner werden
hochrangige RepräsentatInnen aus den Ländern des
Donauraums, der EU-Institutionen und von führenden Unternehmen der Kernbereiche anwesend sein.
eLearning-Enquette
13. November 2014, 16.00 Uhr, TU Wien | Prechtsaal | Karlsplatz | 1010 Wien
Mehr Informationen anfordern unter: j.ressel@senat-oesterreich.at
„Die Zukunft der Wissensvermittlung: eLearning in Unternehmen“
Nach der in den letzten Jahren vom SENAT DER
WIRTSCHAFT unterstützten und erfolgreich umgesetzen Konferenz, folgt dieses Jahr in Zusammenarbeit mit FNM (Forum Neue Medien) eine praxisorientierte Enquette für Top-EntscheidungsträgerInnen
mit komprimierter Know-How-Vermittlung dieses
zukunftsrelevanten Themenbereichs. Die Kerninhalte:
• Bedeutung, Trends und Zukunft von eLearning
in Unternehmen
•
Strategie, Kosten und Implementierung im Fokus
• Die Frage aus der Wirtschaft: Anforderungen an
eLearning
• Die Antwort der Wissenschaft: Was es gibt und
wie man das umsetzt
Als Diskussionspartner und Keynote-Speaker erwarten wir Top-Experten aus dem Bereich der Lerntechnologien, Wissenschaft und Top-WirtschaftsrepräsentInnen, die ihre Erfahrungen in dem Bereich
weitergeben. Im Rahmen der Enquette werden außerdem die eLearning-Aktivitäten für das Jahr 2015
vorgestellt.
Jahresausklangs-Veranstaltung des
SENAT DER WIRTSCHAFT
Freitag, 28. November 2014, Weitere Informationen folgen zeitgerecht.
Termin bereits jetzt vormerken! Weitere Informationen folgen zeitgerecht. Die Jahresausklangs-Veranstaltung wird in Salzburg stattfinden.
57
SENATE // AKTIvITäTEN
Senats-Aktivitäten
Rück- und Ausblicke
Schwerpunkt
Internationale
Wirtschaftsbeziehungen
SENAT als Partner des
„Forum Mittelstand
Grenzenlos“-Jubiläums
Bereits seit 10 Jahren wirkt das „Forum Mittelstand Grenzenlos“ für die Verbesserung und Intensivierung grenzüberschreitender, regionaler
Wirtschaftsbeziehungen. Die Initiative wurde
von den beiden Mitgliedsunternehmen des SENAT DER WIRTSCHAFT, Ecker Mittelstandsberatung und der.mc beratungsgruppe, ins Lebens
gerufen. Über 240 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Süd-Ostbayern und Österreich
folgten der Einladung auf dem Donau-Schiff
„REGINA DANUBIA“, das 10-Jahres-Jubiliäum
mit der Verleihung des „Zweiländerpreises“ am
5. Juni 2014 feierlich zu begehen, bei dem Unternehmen mit besonderem Engagement in den
Bereichen „Nachhaltige Unternehmensentwicklung“, „Mitarbeiterentwicklung“ und „Ökologische Kompetenz“ ausgezeichnet wurden, darunter Gragger&CIE Bio Holzofenbäckerei GmbH,
Ansfelden (Österreich), die Dufter AG, Kirchdorf
am Inn (Bayern) und ROCK YOUR LIFE! Passau
e.V. (Bayern). Hans Harrer, Vorstand im SENAT
DER WIRTSCHAFT, über die Initiative: „FMG
und der Zweiländerpreis sind ein hervorragendes Beispiel, wie Wirtschaftsförderung auf regionaler und doch grenzüberschreitender Basis
58
Senatorin Silivia Musial, mc beratung; Abgeordnete
des OÖ Landtags Barbara Tausch; Regierungspräsidenten von Niederbayern Heinz Grunwald; Moderatorin Dagmar Hager, life radio; Regina Nöbauer, Ecker
Mittelstandsberatung; Daniela Hornaus mc beratung;
Skiabfahrtsweltmeister Michael Walchhofer; Thomas
Ecker, Ecker Mittelstandsberatung; SENATs-Vorstand
Hans Harrer; Präsident des Export Club Oberösterreich
Senastor Dr. Christian Fuchs; IHK-Hauptgeschäftsführer
Walter Keilbart;
erfolgen kann. Gratulation an Silvia Musial und
Thomas Ecker zu dem, was in 10 Jahren engagierten Arbeitens erreicht wurde!“ Im Rahmen
der Preisverleihung außerdem wurden Euro
2.800,- für die Hochwasser-Opfer in Serbien/
Bosnien-Herzegowina an Spenden lukriert.
SENATs-Präsident Dr. Erhard Busek; Senator Benjamin Wakounig und Konferenzteilnehmer
European Leadership Center-Conference
in Bled am 5. Juni
Die diesjährige ELC (European Leadership Center) Konferenz, zu der Senator Benjamin Wakounig in seiner Funktion als Präsident des
Slowenischen Wirtschaftsverbandes am 5. Juni
in die IEDC School of Management nach Bled
lud, widmete sich dem Thema “Regional Leader­
ship in Europe: How can the Regions make the
Difference in the Global Economy; Alpe-Adria
as a Model?” Zahlreiche, hochkarätige Key­noteSpeaker wie Dr. Peter Kaiser, Dr. Erhard Busek,
Prof. Dr. Hermann Simon und Prof. Danica Purg
strichen die globale Vorbildwirkung der Alpe-Adria-Region in ihrer Rolle als überregionales Kooperationsmodell für Wirtschaftsentwicklung
heraus. Die über den Tag verteilten, verschiede-
nen Diskussionsgruppen befassten sich mit den
Themen Kultur und Tourismus als Basis für regionale, wirtschaftliche Entwicklung, die Rolle
der Jugend, Bildung und Kommunikation sowie
Best Practices. Unisono erkannte man die dringende Notwendigkeit, die „3 A“ (Armut, Arbeitslosigkeit und Abwanderung) mit Hilfe der „3 I“
(Investitionen, Innovation, Internationalität)
wirksam und gemeinsam zu bekämpfen. Der Präsident des SENAT DER WIRTSCHAFT, Dr. Busek,
regte abermals an, mit Zurhilfenahme von Management Schools und Business Communities
mehr grenzüberschreitende Projekte auszuarbeiten, für die es auch Möglichkeiten durch EU-Förderungen gäbe.
59
SENATE // SENATS-AKTIvITäTEN
Schwerpunkt
Gesundheit &
Vorsorge
Schlafoffensive für eine
erfolgreiche Wirtschaft
mit SAMINA
Bereits 59 Prozent aller Führungskräfte sind von
Schlafproblemen betroffen, insgesamt leiden ein
Drittel der Bevölkerung daran. „Die WHO listet
Schlafstörungen unter die größten gesundheitlichen Herausforderungen, die wir in den kommenden 50 Jahren bewältigen müssen“, gibt
Hans Harrer, Vorstand des SENAT DER WIRTSCHAFT, zu bedenken. Einer der Pioniere dieses
Bereichs ist SAMINA-Chef und Schlafpsychologe Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson. Am
18. März 2014 wurde der erfolgreiche Unternehmer erneut für seine Verdienste gewürdigt.
Im Kreise von Familie und Freunden, aber auch
Wirtschafts- und Politprominenz wurde Dr. h.c.
Günther W. Amann-Jennson mit einem Festakt
und Businesstalk in Frastanz feierlich in den
SENATs-Vorstand Hans Harrer; Dr. Med. h.c. Günther
W. Amann-Jennson; Elisabeth Amann-Jennson; Theresa
Amann-Jennson; Bürgermeister in Frastranz Eugen
Gabriel und IV-GF Mathias Burtscher;
60
SENAT DER WIRTSCHAFT aufgenommen. Der
Frastanzer Bürgermeister Mag. Eugen Gabriel
zeigte sich sichtlich stolz: „Es freut mich außerordentlich, dass unser Gastgeber nun selbst Teil
einer Wertegemeinschaft wie die des SENAT
DER WIRTSCHAFT ist!“ Unter den Gastrednern befand sich u.a. auch der Geschäftsführer
der Industriellenvereinigung Vorarlberg, MMag.
Mathias Burtscher, der zum Thema „Innovation
und Mittelstand“ sprach: „SAMINA ist ein beispielhaft geführtes Familienunternehmen, das
Arbeitsplätze in der Region schafft und mit Innovation auch über die Landesgrenzen hinaus
Erfolge verzeichnet.“
Aufruf zur
Gesundheits- Initiative
von Prof. Bankhofer mit
dem SENAT:
„Fit wie ein Turnschuh“
Gemeinsam mit einem der bekanntesten Gesundheitsexperten des Landes, Prof. Hademar
Bankhofer, bietet der SENAT DER WIRTSCHAFT
Unternehmen, die nachhaltige Konzepte zur Förderung und Absicherung der Mitarbeitergesundheit entwickelt und implementiert haben, nun
die Möglichkeit, ihre Konzepte medial bekannt
zu machen und damit für eine breite Bewusstseinbildung in der Öffentlichkeit zu sorgen. Dazu
Prof. Bankhofer: „Wir haben ein TV-Sendeformat
für Gesundheit und Wohlbefinden entwickelt,
das den Namen ‚einfach BANKHOFER’ trägt. Im
Rahmen des Magazins stellen wir in der Rubrik
‚Fit wie ein Turnschuh’ verantwortungsvolle Unternehmerinnen und Unternehmer im Rahmen
Senats-Partnerschaft
„Gesundheitspolitisches
Forum“ und „Karl
Landsteiner-Stiftung“
feiern Jubiläen
Senator Prof. Hademar Bankhofer und SENATs-Vorstand Hans Harrer;
eines Interviews vor, die Anregungen geben, wie
sie ihr Unternehmen, ihre Mitarbeiter und auch
sich selbst fit halten.“ Die Sendung wird sechs
mal auf dem Privat-TV-Sender „SCHAU TV“
und im Web-TV auf www.einfachbankhofer.at
ausgestrahlt. Alleine im Web sehen die Sendung
bereits jetzt über 60.000 Personen. Aufgrund
der Entwicklung werden in Kürze zwischen
80.000 und 100.000 Personen erreicht werden.
Die Sendung kann ohne Zusatzkosten auf der
eigenen Firmen-Homepage, auf Video-Channels
oder bei Seminaren und Messen genutzt werden.
SENATS-Vorstand Hans Harrer ergänzt: „Die
Wirtschaft braucht Vorbilder! Den vielen vorbildlichen Unternehmen im SENAT DER WIRTSCHAFT wollen wir durch dieses TV-Format die
Möglichkeit geben, ihr vorbildliches Verhalten
auch bekannt zu machen und rufen diesen Unternehmen zu: Sie tun bereits Gutes für die Gesundheit Ihres Unternehmen – also sprechen Sie
auch darüber! Nur dann werden weitere Unternehmen Ihr Engagement für Gesundheitsfragen
verstärken!“
Special-Offer für Senats-Mitglieds­
unternehmen:
ermäßigter einmaliger Produktionskostenzuschuss: Euro 3.900,-
Der SENAT DER WIRTSCHAFT arbeitet im Bereich „Gesundheit & Vorsorge“ eng mit dem
Gesundheitspolitischen Forum und der Karl
Landsteiner-Stiftung zusammen. Die beiden arrivierten Institutionen feierten Anfang Juni bemerkenswerte Jubiläen. HR Prof. Dr. Fischer, der
Initiator des seit 20 Jahren aktiven Gesundheitspolitischen Forums und Mitbegründer der Karl
Landsteiner Gesellschaft, die seit 10 Jahren tätig
ist, konnte 140 Gäste begrüßen und sie durch
ein anspruchsvolles Programm führen, bei dem
Themen wie „Außeruniversitäre medizinische
Forschung – Luxus oder Notwendigkeit?“ oder
„Zusammenwirken von Forschungseinrichtungen“ behandelt wurden. Der SENAT DER WIRTSCHAFT freut sich über die enge und zukunftsorientierte Partnerschaft, in der akutelle Themen
zukunftsorientiert behandelt werden und gratuliert zur erfolgreichen Tätigkeit. Vorstand Hans
Harrer versichert: „Der SENAT wird auch weiterhin die Arbeit dieser wertvollen Institutionen
inhaltlich begleiten und die Ergebnisse in die Tätigkeit des Senats einfließen lassen.“
HR Prof. Dr. Fischer, Gesundheitspolitisches Forum
(Fotocredit: © www.sebastianfreiler.com/Karl Landsteiner Gesellschaft)
61
SENATE // SENATS-AKTIvITäTEN
Schwerpunkt
Politik &
Wirtschaft
Spitzen-Gespräch
„Gemein(de)wohl“ am
2. Juni 2014 in Graz
SECI-Southeast European
Cooperative Initiative ist
Kooperationspartner des
SENATS
Angesichts des Wirtschaftsengagements in Südost-Europa ist der SENAT DER WIRTSCHAFT
eine Partnerschaft mit der Southeast European
Cooperative Initiative (SECI) mit Sitz in der Wiener Hofburg eingegangen. Die SECI wurde nach
dem Friedensabkommen von Dayton als politische Dialogplattform, unterstützt von den USA
und der OSCE, gegründet. Die Tätigkeit von SECI
hat wesentlich dazu beigetragen, dass die südosteuropäischen Länder nun allesamt in intensiven
Gesprächen mit diversen EU-Institutionen stehen, mit dem Ziel, den Balkan in ein gesamteuropäisches Friedens- und Wirtschaftskonzept
zu integrieren. Der SENAT DER WIRTSCHAFT
freut sich, mit SECI als externes OSCE-Projekt
künftig eng zusammenzuarbeiten. Im Rahmen
dieser Zusammenarbeit kann der SENAT SECI
als politische und diplomatische Plattform bei
der Durchsetzung seiner Ziele nutzen – dies wird
auch zahlreiche Vorteile für die Mitgliedsunternehmen des SENAT DER WIRTSCHAFT bringen!
62
Am 2. Juni 2014 lud der SENAT DER WIRTSCHAFT zum 2. Spitzen-Gespräch nach Graz.
Die SenatorInnen Mag. Klaus Candussi und Walburga Fröhlich, MA, stellten die Räumlichkeiten
ihres Unternehmens atempo dafür zur Verfügung. Das Thema der Podiumsdiskussion war
„Gemein(de)wohl – über die Bedeutung, aktuelle
Situation und Zukunft kommunaler Strukturen“.
Unter der Leitung von SENATs-Vorstand Hans
Harrer moderierte Jochen Ressel eine hochkarätige Diskussionsrunde bestehend aus Jürgen Winter, Bürgermeister der Stadtgemeinde
Schladming, Dr. Bibiane Puhl, Regionalmanagerin & Gemeindekoordinatiorin, Senator Honorarkonsul Mag. Rudi Roth, Geschäftsführer
ROTH Groupoil International GmbH, und Mag.
Klaus Candussi, atempo-Geschäftsführer.
Einig war man sich, dass Gemeindewohl nur gemeinsam entstehen kann. Voraussetzung dafür
ist, dass die Themen nahe genug an den Menschen sein müssen. Hier wurden speziell auch
die Unternehmer in die Verantwortung genommen – sie sind es, die die jeweiligen Standorte
attraktiv machen und dem Brain-Drain mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen entgegensteuern
können. Unternehmer sind damit die wichtigsten Partner der Gemeinden zur nachhaltigen
Wirtschaftentwicklung! Mag. Roth betonte, dass
es dafür eines gesteigerten Wirtschafts-KnowHows in der Politik bedarf. Berufspolitiker
können Wirtschaft nicht verstehen, wenn sie
nie aktiv darin tätig waren. Dr. Puhl zeigte auf,
welche konkreten Initiativen in der Steiermark
aus diesem Schulterschluss von Gemeinden mit
Unternehmen entstanden sind. Bürgermeister
Winter zeigte anhand des Bespiels Schladming,
SENAT fokussiert
bei Buchpräsentation
am 14. Mai auf
das Thema
„Frieden & Sicherheit“
SENATs-Vorstand Hans Harrer; Jürgen Winter, Bürgermeister der Stadtgemeinde Schladming; Senator Mag.
Klaus Candussi, atempo-Geschäftsführer; Senatorin
Walburga Fröhlich; Dr. Bibiane Puhl, Regionalmanagerin & Gemeindekoordination; Jochen Ressel, SENAT
DER WIRTSCHAFT; Senator Honorarkonsul Mag. Rudi
Roth, Geschäftsführer ROTH Groupoil International
GmbH; Mag. Klaus Frölich, ÖVP Gemeinderat Stadt
Graz.
wie herausfordernd Gemeindeentwicklung für
verantwortungsvolle Regional- und Lokalpolitiker im gesamtpolitischen Kontext geworden ist
und fordert eine Entkrampfung der Strukturen.
Nur durch Freiheit kann sich Wirtschaft und damit das Gemeinwohl entwickeln. Mag. Candussi zeigte in diesem Zusammenhang auf, welche
Rolle das Wahrnehmen von sozialer Verantwortung dabei spielt und wie dies wirschaftlich relevant auf die Gesellschaft wirkt. Ergänzt wurden
die Statements durch Gemeinderat Mag. Klaus
Frölich von der Stadt Graz, der punktuell Hinweise geben konnte, wie in Graz mit den aktuellen
Herausforderungen von Strukturbereinigungen,
Wirtschaftsförderung und Finanzentwicklung
umgegangen wird.
Im Anschluss an die angeregte Diskussion wurde
zum Buffet im Garten geladen, das von der Stadt
Graz und Bürgermeister Nagl dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurde. Der SENAT DER
WIRTSCHAFT dankt den SenatorInnen Mag.
Klaus Candussi und Walburga Fröhlich, MA, für
ihre Gastfreundschaft sowie allen Podiumsgästen und BesucherInnen für ihr Engagement.
„In geheimer Mission“ – so lautet der Titel des
kürzlich erschienenen Buches der Journalistin Mag. Judith Grohmann. Sie berichtet darin
von der Arbeit der Polizei-Spezialeinheiten in
verschiedensten Ländern und stellt deren Arbeitsweisen und Aufgabengebiete umfassend
dar. Der SENAT DER WIRTSCHAFT nahm dies
zum Anlass, im Rahmen der Buchpräsentation am 14. Mai 2014 im Grand Hotel Wien das
Thema „Friede und Sicherheit“ zu thematisieren und die Bedeutung dieser Begriffe für Wirtschaft und Gesellschaft bewusst zu machen. Am
Podium entwickelte sich eine hochinteressante
Diskussion, zu der folgende Gäste ihre Inputs
gaben: Senator Dr. Othmar Hill (Wirtschaftspsychologe, Gründer HILL International) gab Informationen über Sicherheit in Unternehmen
und welche Rolle dabei die Mitarbeiter spielen,
Rainer Philippeit (Philippeit GmbH – Biometric Secure Systems) zeigte aus der Sicht eines
Unternehmens im Sicherheitstechnik-Bereich
aktuelle Entwicklungen auf, der operative Leiter der Sondereinheit Einsatzkommando Cobra,
Generalmajor Walter Weninger, berichtete über
Aufgaben und Vorgehensweisen in der Praxis
und Prof. Dr. Bernd Marin (Sozialwissenschaftler und Leiter des European Centre for Social
Welfare Policy and Research) fokussierte auf die
gesellschaftspolitische Komponente des Themas.
SENATS-Vorstand Hans Harrer rundete das Thema aus Wirtschaftssicht ab und verwies auch
auf indirekte Bedrohungen der Sicherheit, wie
z. B. das momentan verhandelte Freihandelsabkommen mit den USA. Er resümiert den Abend
folgendermaßen: „Die über 100 Besucher haben
heute einen Eindruck bekommen, wie umfassend
der Bereich Frieden uns alle betrifft. Der SENAT
DER WIRTSCHAFT dankt dem Grand Hotel und
Senator Dir. Mayer für die Unterstützung und
63
SENATE // Senats-Aktivitäten
das Engagement in der Vorbereitung und Umsetzung dieser Veranstaltung. Einmal mehr zeigt
sich, wie Mitgliedsunternehmen im SENAT aktiv
beitragen können, wichtige Themen ins Zentrum
der Wahrnehmung zu rücken. Dafür ein herzliches Danke!“
SENATs-Vorstand Hans Harrer; Generalmajor Walter
Weninger – Operativer Leiter des EKO Cobra; Prof. Dr.
Bernd Marin – Sozialwissenschaftler und Leiter des
European Centre for Social Welfare Policy and Research;
Judith Grohmann – Autorin des Buches “In geheimer
Mission”; Dr. Othmar Hill – Wirtschaftspsychologe und
Inhaber Hill International; Rainer Philippeit – Unternehmer Philippeit GmbH; Jochen Ressel, SENAT DER
WIRTSCHAFT;
ZAG-Demokratieplanspiel
im Rahmen der „Tage der
Zukunft“ in Ossiach
Am 24. Juni 2014 fand als Auftakt der „Tage der
Zukunft“ ein weiteres Demokratie-Planspiel im
Rahmen der SENATS-Initiative „ZAG – Zukunft
aktiv gestalten“ im Stift Ossiach statt. Über 140
Jugendliche nahmen am Planspiel und am parallelen Wissenssymposion zum Thema „Brain
Drain“ statt, das von Senator Karl Kaiblinger
konzipiert und umgesetzt wird. Im Anschluss
an das Demokratie-Planspiel, das in den letzten
Ausgaben des SENATE-Magazins bereits umfassend vorgestellt wurde, stellten sich Kärntner
64
Landes- und Regionalpolitiker sowie Wirschaftskammer-Funktionäre gemeinsam mit den Veranstaltern der „Tage der Zukunft“ den Fragen
der jungen Menschen. Dazu Jochen Ressel, der
als Projektverantwortlicher für den SENAT DER
WIRTSCHAFT das Planspiel begleitet hat: „Welchen Rahmen uns die Veranstalter der ‚Tage der
Zukunft’, Cornelia M. Scala-Hausmann, Mag.
Martin Maitz und Geschäftsführer Harald Schellander, hier ermöglicht haben, ist außergewöhnlich. Karl Kaiblinger hat die jungen Menschen
perfekt motiviert und die Ergebnisse können
sich sehen lassen. Besonderer Dank gilt auch den
Lehrkräften, die sich von der Wirkung des Planspiels begeistert zeigten.“ Zum Ziel der Initiative
fasst Ressel zusammen: „Auf der Basis einer Studie, die mit den Ergebnissen der Planspiele 2014
erstellt wird, sollen 2015 die Voraussetzungen
geschaffen werden, dass Lehrkräfte das Demokratie-Planspiel selbstständig im Unterricht als
fixer Bestandteil der politischen Bildung einsetzen können. Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich gerne an uns wenden.“ (KontaktE-mail: j.ressel@senat-oesterreich.at)
Schwerpunkt
„Business Bridge“ SENAT
Österreich und Serbien
Arbeitsgespräch des
SENAT DER WIRTSCHAFT
mit dem Landwirtschaftsministerium Serbiens
Am 25.März 2014 traf der SENAT DER WIRTSCHAFT mit Vertretern des Serbischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft zu einem Arbeitsgespräch zusammen.
Thema des Gesprächs waren vor allem künftige
Schnittstellen und Kooperationen zwischen Österreich und Serbien und somit ein nachhaltiger
Ausbau, der am 26. Februar 2014 in Serbien gegründeten „Business Bridge“ des SENAT DER
WIRTSCHAFT Österreich und Serbien. Beim
Gespräch anwesend waren Vladimir Stefanovic
MBA (Kabinettschef von Landwirtschaftsminister Prof. Dr. Dragan Glamocic), Dr. Erhard Busek (Vizekanzler a.D. und Präsident des SENAT
DER WIRTSCHAFT Österreich), Hans Harrer
SENATs Vorstand Hans Harrer; Vladimir Stefanovic
MBA, Kabinettchef des ehem. Landwirtschaftsminister
Prof. Dr. Dragan Glamocic; Mag. Ivan Gros, Vorstand
Senat Privrede; Gabriele Stowasser, Generalsekretärin des Senat Privrede; Dr. Erhard Busek, Präsident
SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich.
(Vorstand des SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich), Mag. Ivan Gros (Vorstand des SENAT DER
WIRTSCHAFT Serbien), Gabriele Stowasser (Generalsekretärin des SENAT DER WIRTSCHAFT
Serbien) und Labinota Isufi (Pressesprecherin
des SENAT DER WIRTSCHAFT).
SENATS-BusinessBreakfast mit serbischer
EU-Chefverhandlerin am
11. April 2014
Rund 60 Gäste aus internationaler Politik und
Wirtschaft folgten der Einladung des SENAT DER
WIRTSCHAFT Österreich und Serbien, sowie der
Rechtsanwaltskanzlei Lansky, Ganzger + Partner,
einem Mitgliedsunternehmen im SENAT DER
WIRTSCHAFT. Der Grund: Die EU-Chef Verhand-
Mag. Ivan Gros, Vorstand Senat Privrede; SE Pero Jankovic, Botschafter der Republik Serbien in Österreich;
Dr. Tanja Miscevic, Chefverhandlerin für Serbien in die
EU und Vizepräsidentin SENAT DER WIRTSCHAFT
Serbien; Hans Harrer, Vorstand im SENAT DER WIRTSCHAFT; Dr. Gabriel Lansky, Kanzlei Lansky, Ganzger
+ Partner Rechtsanwälte GmbH; Daniel Gros, Kanzlei
Lansky, Ganzger + Partner Rechtsanwälte GmbH.
65
SENATE // Senats-Aktivitäten
lerin Serbiens, Prof. Dr. Tanja Mišcevic, sprach
erstmals über die jüngsten Entwicklungen der
EU-Beitrittsverhandlungen. „Einfach nur EU-Mitgliedsstaat zu sein, ist uns Serben zu wenig”, so
Mišcevic. Ziel sei eine nachhaltige und möglichst
rasche Implementierung der neuen EU-Gesetze
basierend auf einer stabilen, entwickelten und vor
allem demokratischen Regierung.
Dabei sprach sie ganz offen die Herausforderungen an: Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung. Zwei Prozesse definieren Serbiens Beziehungen zur EU: Die Annäherung an Brüssel und
die Normalisierung der Beziehungen zwischen
Belgrad und Prishtina. Die höchste Hürde ist sicher der Kosovo. „Durch das von der EU vermittelte Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo
sind wir dem Ziel schon näher gekommen“, gab
sich die ehemalige Verteidigungsstaatssekretärin
Serbiens zuversichtlich. Die Beziehungen zu Österreich sieht die Serbische EU-Chef Verhandlerin
sehr gut: „Wir bauen auf gegenseitiges Vertrauen und wollen auch ganz ehrlich sein – wie unter Freunden.“ Serbien hoffe auf Erfahrungsaustausch mit Österreich – vor allem in den Themen
KMUs und Landwirtschaft. „Gerade in diesen beiden Gebieten ist Österreich ein großes Beispiel für
uns – wir haben viel zu lernen“, sagte Mišcevic. Sie
dankte ihren Gastgebern, Dr. Gabriel Lansky und
den Vorständen des SENAT DER WIRTSCHAFT,
Hans Harrer (Österreich) und Ivan Gros (Serbien),
für deren Unterstützung „auf einem langen Weg
in eine gemeinsame EU.
66
„Business Bridge“Konferenz mit Serbiens
neuem Premierminister
Aleksandar Vučić am
4. Juni 2014 in der
Wiener Hofburg in
Zusammenarbeit mit SECI
Am 4. Juni 2014 luden der SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich und der SENAT DER
WIRTSCHAFT Serbien (SENAT Privrede) in
Zusammenarbeit mit dem OSCE-Projekt „SECI-Southeast European Cooperative Initiative“
gemeinsam zur „Business Bridge“-Konferenz in
die Wiener Hofburg. Nachdem die ursprünglich
geplante Wien-Reise wegen des Hochwassers
abgesagt wurde, holte der neue Premierminister
Serbiens Aleksandar Vučić seinen Antrittsbesuch
in Wien nach. „Dass Vučić so rasch einen Ersatztermin für seinen Besuch im SENAT DER WIRTSCHAFT gefunden hat, zeigt sein besonderes
Interesse“, sagt Mag. Ivan Gros, Vorstandsvorsitzender des SENAT DER WIRTSCHAFT Serbien
(SENAT Privrede).
Der Andrang war groß – 150 internationale Gäste aus Politik und Wirtschaft haben sich in der
Wiener Hofburg eingefunden, um mit Premierminister Vučić über die Zukunft Serbiens sowie
die nächsten Entwicklungsschritte in Richtung
EU zu diskutieren. „Die EU-Perspektive ist ein
Motivationsschub, den es jetzt im Sinne einer
gemeinsamen europäischen Gemeinwohl-Wirtschaft zu nutzen gilt“, so Dr. Erhard Busek, Präsident des SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich
und Koordinator der SECI-Southeast European
Cooperative Initiative, die auch Partner-Institution des SENAT DER WIRTSCHAFT ist.
Mag. Ivan Gros, Vorstandsvorsitzender des SENAT Privrede, eröffnete das Podium und wies auf
die Wichtigkeit der KMUs als Grundlage für die
Wirtschaft hin. Eine rasche Öffnung des Marktes sowie die Steigerung der Exportrate sah er als
vordergründiges Ziel. Auch Dr. Gernot Mittendorfer, CFO ERSTE Group Bank AG, unterstrich
die Bedeutung eines möglichen EU-Beitritts Serbiens. Dipl.-Ing. Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender AGRANA Beteiligungs-AG, Präsident
der Industriellenvereinigung NÖ, lenkte die Aufmerksamkeit auf die Rolle der Landwirtschaft und
bezeichnete Serbien als „wichtigen Geschäftspartner in den Bereichen Zucker, Stärke und Frucht“.
Auch Marihart begrüßt einen EU-Beitritt Serbiens, und unterstrich, dass die „ökonomische Integration immer vor der politischen stattfindet.“
Vizekanzler a.D. und Präsident des SENAT DER
WIRTSCHAFT Österreich, Dr. Erhard Busek,
nannte die nächsten Entwicklungsschritte Serbiens in Europa einen „Lernprozess des Zusammenwachsens“. Südosteuropa sei bereits zu einem stabilen Teil Europas geworden, „weil die Menschen
vorangehen“. Wirtschaft sei einfach rascher als die
Politik, pflichtete er Marihart bei.
Premierminister Aleksandar Vučić bedankte sich
für die rasche und großzügige Katastrophenhilfe
Österreichs. „Österreich und Serbien waren nicht
immer auf derselben Seite“, doch dies sei nun anders, so Vučić. Die Erwartungen an die österreichische Wirtschaft seien groß, doch wolle man
in Serbien keine Mühen scheuen, so rasch als
möglich alle nötigen Strukturreformen voranzutreiben. „Serbien steht vor großen Problemen:
Unsere Arbeitslosenquote beträgt 20 bis 25%, es
gilt daher zu allererst Arbeitsplätze zu schaffen!“
Förderungsgesetze und verringerte Lohnnebenkosten sollen Serbien als Wirtschaftsstandort für
internationale Investoren attraktiv machen. „Wir
wollen alle Herausforderungen annehmen und
entsprechend handeln, wenn auch die Maßnahmen dazu nicht populär sein werden“, versicherte der Premierminister. „Serbien will eine engagierte Zusammenarbeit mit Europa – wir wollen
von Europa lernen. Österreich ist dabei unser
Role-Model“, schloss er seine Rede. Lazar Krstic,
der Finanzminister der Republik Serbiens, unterstrich die Rolle Österreichs als wichtigster Wirtschaftspartner Serbiens. Das Potential einer Zusammenarbeit sei groß, doch wies auch er auf die
dringend nötigen Strukturänderungen hin: „Wir
brauchen dringend ein Investitionsschutzgesetz,
um unsere Glaubwürdigkeit als Business-Part-
Generalsek G. Stowasser, Vorstand Mag. Ivan Gros, beide Senat Serbien; PM Vucic, Dr. Busek und Hans Harrer,
Präsident bzw. Vorstand Senat Österreich; DI Johann
Marihart, Gen.dir. Agrana
ner nicht zu verlieren!“ Den Finanzsektor sieht
Krstic als Träger der Wirtschaft am Westbalkan.
Auch er freue sich auf den Weg in ein gemeinsames Europa, gab aber auch zu bedenken, dass
„die EU kein Medikament“ sei und deutete auf
die Eigenverantwortung Serbiens hin.
Die gelungene Konferenz, die der Auftakt der
künftig verstärkten bilateralen Beziehungen
sein soll, wurde bei einem von der Erste Bank
dankenswerterweise unterstützten Get-together
abgerundet, bei der bereits konkrete Gespräche
zu möglichen Projekten der Wirtschaftskooperation zwischen Serbien und Österreich geführt
wurden.
67
SENATE // Senats-Aktivitäten
Mag. Ivan Gros, Vorstand Senat Serbien; DI Johann Marihart, Generaldir. Agrana; Dr. Erhard Busek, Präsident SENAT
­Österreich; EU-Komm. a.D. Dr. Franz Fischler
SENAT DER WIRTSCHAFT initiiert hochkarätige
Diskussionsrunde bei Landwirtschaftsmesse
in Novi Sad am 5. Juni 2014
Überschattet von den Folgen der jüngsten Überschwemmungskatastrophe trafen sich Vertreter
des österreichischen und serbischen SENATS
DER WIRTSCHAFT anlässlich der Landwirtschaftsmesse in Novi Sad gemeinsam mit Experten zu einem Gedankenaustausch zum Thema
„Verhandlungen mit der EU – eine Chance für die
Entwicklung der Landwirtschaft Serbiens“.
Der Vorstandsvorsitzende des SENATS DER
WIRTSCHAFT Serbien, Mag. Ivan Gros, bezeichnete Österreich als natürlichen Partner für Serbien und mit € 2,9 Mrd als einen seiner größten
Investoren. Der Zeitpunkt, den SENAT in Serbien zu gründen, konnte nicht besser gewählt
werden: Themen des SENATS wie Wissenstransfer, Technologie und Erfahrungsaustausch wirken sich positiv auf die Beitrittsverhandlungen
aus. Er sieht außerdem ein enormes Potential
für KMUs.
68
EU-Kommissar i.R. und Präsident des Forum
Alpbach, Dr. Franz Fischler betonte die Wichtigkeit, auf die Stärken des Landes zu setzen: Serbien gilt nach wie vor als führende Nation der
Welt was den Anbau von Sonnenblumen und
Himbeeren betrifft. Wenngleich Dr. Fischler die
Modernisierung in Landwirtschaft und Lebensmittelhandel nicht vom EU-Anschluss abhängig machen würde, sieht er den Erfolg der Zukunft von Innovationen im Bereich Forschung,
Entwicklung und Ausbildung abhängen. Eine
Verbindung zwischen Agrarproduktion, – verarbeitung und –vermarktung auf Basis internationaler Standards wird Serbien auf diesem
Gebiet zukunftsfähig machen können.
Prof Dr. Tanja Miscevic, Leiterin der Beitrittsverhandlungen und stellvertr. Präsidentin des
SENAT DER WIRTSCHAFT Serbien, dankt zunächst dem anwesenden österr. Botschafter Dr.
Eigner für die Hilfe Österreichs in diesen schweren Zeiten, will sich aber auf die Frage konzentrieren „Was kommt nach der Katastrophe?“. Es
heißt nun, in den Fächern Landwirtschaft und
Umweltschutz zu lernen und sich weiter zu entwickeln, die Strategie Glamocic´ nicht nur bis
2020 fortzusetzen, sondern ein viel längerfristigeres Ziel im Auge zu behalten. Miscevic sieht
in den strengen Regeln und Auflagen zwar eine
kurzfristig finanzielle Herausforderung, die aber
in keiner Relation zu den mittel- und langfristigen Vorteilen steht, die die ländliche Entwicklung in ihrer Wettbewerbsfähigkeit erfahren
wird. Tourismus, Handwerk, Produktion traditioneller Produkte sind wesentliche Bestandteile
der realistischen Möglichkeiten.
Dr. Erhart Busek wies als Donauraumexperte
in seinem Statement besonders auf die Donau­
initiativen der EU und anderer Institutionen hin.
Auch er sieht die Entwicklung des Tourismus auf
(Schifffahrt) und neben der Donau (Radwege)
als wichtiges, wirtschaftliches Standbein, und
streicht die Vorbildwirkung Serbiens innerhalb
der Donaukooperation heraus. Im Bereich der
wissenschaftlichen Kooperation zählt die Zusammenarbeit zwischen der BOKU in Wien und
der Universität Novi Sad zu den Vorzeigemodellen. Busek regt an, mehr grenzüberschreitende
Projekte zu präsentieren, um auch ärmere Regionen integrieren zu können. Denn an finanziellen
Mitteln fehle es nicht.
DI Johann Marihart, Generaldirektor des Agrana-Konzerns, hat schon vor langer Zeit Serbien
als Produktionsstandort gewählt. Er ist – trotz
momentanem Außenhandelsdefizits – von der
positiven Entwicklung überzeugt, weil die ökonomische Integration lange noch vor der politischen erfolgt. Am eigenen Beispiel streicht er
die Vorteile einer EU-Anbindung heraus, denn
Agrana konnte seinen Umsatz innerhalb von 25
Jahren verzehnfachen. Insgesamt ist die Zucker­
industrie extrem wettbewerbsfähig.
Miodrag Kostic, Präsident der MK Gruppe, führendes serbisches Unternehmen im Bereich
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion,
sieht ein enormes, noch nicht ausgeschöpftes
Potential in nicht bestellten Äckern, aber auch in
der Nutzbarkeit der Gewässer zur Stromerzeugung.
Der Analytiker Mag. Milan Prostran schloss sich
der Meinung Kostics an, indem er eine Verpflichtung, brache Flächen zu bestellen, einfordert.
Idealerweise sollten klassische mit neuen Anbaumöglichkeiten angepeilt werden, erfolgreiche Industrien aus der Vergangenheit könnten
wieder aufgenommen werden, ein Wiederagrarisierungsverfahren soll den Fortbestand sichern.
Ein weiterer Garant für Brüssel: Maßnahmen zur
Fortbildung im Agrarbereich.
Vojin Starcevic, Präsident der Polimark-Gruppe,
größtes Lebensmittelzutaten-Produktionsunternehmen des Landes, 1989 gegründet, ist heute
Dachunternehmen von 10 weiteren erfolgreichen Firmen mit globalen Ambitionen. Die Ausrichtung nach Europa ist längst erfolgt, viele
EU-Länder zählen sich bereits zu treuen Kunden
des Unternehmens. Starcevic, angesichts der
aktuellen Ereignisse, lobt die Hilfe Österreichs
und des SENAT DER WIRTSCHAFT, und strich
gleichzeitig die europäische Solidarität heraus,
die bereits 19 Mitgliedstaaten dazu bewogen hat,
Katastrophenhilfe zu leisten.
Die Konferenz war ein weiterer Beweis, wie umfassend die vom SENAT Österreich und Serbien
etablierte Business-Bridge bereits tätig ist und
Wirtschaftsverbindungen zwischen den beiden
Staaten fördert.
Im Rahmen der Landwirtschaftsmesse in Novi
Sad war die Aussenhandelsstelle der WKO in
Belgrad in Zusammenarbeit mit dem Austrian
Agricultural Cluster auch mit einem Messestand
vertreten, auf dem die Möglichkeit für Wissens­
transfer im Landwirtschaftsbereich auf höchstem Niveau garantiert war. Im Rahmen der Messe statteten für den SENAT DER WIRTSCHAFT
Präsident Dr. Erhard Busek und Vorstand Hans
Harrer einen Besuch am Messestand ab und
führten Arbeitsgespräche mit Mag. Hermann
Wieser, MSc, Geschäftsführer des Austrian Agricultural Cluster.
69
SENATE // SENATS-AKTIvITäTEN
Schwerpunkt
Junger
Senat
Erster FührungsLehrgang von Dale
Carnegie umgesetzt
Die Idee entstand in Alpbach 2013. Schon beim
Workshop „Europa anders denken“ war es besonders erfrischend, das hohe Engagement und
die Begeisterungsfähigkeit der jungen Senatsmitglieder zu verspüren. Beim traditionellen
SENATS-Frühstück sprühten wieder besonders
die Jungen vor Ideen und faszinierten so manch
älteres Semester mit ihrer Kreativität und ihrer
Lust, viele Dinge in Frage zu stellen.
Was wäre, wenn dieses Potential noch besser genutzt, Ideen noch besser fokussiert und der jugendliche Elan den nötigen Feinschliff erhielte,
um einen markanten Beitrag für das Wirtschaftsleben – egal, ob als Unternehmerpersönlichkeit
oder als angehende Führungskraft in einer Firma – zu leisten? Was wäre, wenn möglichst viele
solcher Ideen das wirtschaftliche Leben im Sinne
einer neuen unternehmerischen Ethik im Sinne
der Werte des SENAT DER WIRTSCHAFT realisiert würden, oder sich einfach nach und nach die
Kulturen in den Unternehmen mehr in Richtung
Wertebewusstsein entwickelten?
Als Folge der konzeptiven Vorgespräche der Dale
Carnegie-Geschäftsführung mit dem Vorstand des
SENAT DER WIRTSCHAFT, Hans Harrer, wurde ins Auge gefasst, eine Art „Führungsakademie
für Mitglieder des Jungen SENATS ins Leben“ zu
rufen. Dale Carnegie Austria erklärte sich bereit,
drei Stipendienplätze für junge Senator/innen zur
Verfügung zu stellen. Katharina Hofmüller (Microsoft), Patrick Linder (Porreal) und Patrick Zanyath
(Maturant) nahmen daher am „Dale Carnegie Kurs
für Kommunikation und Menschenführung“ teil
und erlebten über 8 Wochen ein intensives Training, in dem sie ihr gewinnendes Auftreten, ihre
Kommunikationsstärke und generell ihre Persönlichkeiten weiter entwickeln konnten.
70
Mag. Robert Korp, Dale Carnegie Österreich
„Das Training war ungemein spannend, sehr persönlich gestaltet und ich habe viel profitiert“, so
Katharina Hofmüller, die ihre selbst gesetzten
Ziele im Vertrieb locker übertreffen konnte. „Nur
kommunizieren ist zu wenig; es ist ganz wichtig,
die entsprechende Zielsetzung zu haben, und
besonders die wöchentlichen Telefonate mit
meinem Coach haben mir wichtige Impulse zur
Zielerreichung gegeben.“ Patrick Lindner stößt
in ein ähnliches Horn: „Sehr wichtig waren für
mich die wöchentlichen Mentoring Sessions.
Hier wird wirklich nachgefragt, wie das Gelernte
angewandt wurde. Einfach mitschwimmen geht
bei diesem Kurs nicht! Man wird immer aktiv
eingebunden und nimmt genau deshalb so viel
mit.“ Weil Patrick einer ist, der die Dinge auch
gleich gerne umsetzt, hat er im Zuge seines Mitarbeitergesprächs, das er nach eigenen Worten
„aktiv mitgestalten“ konnte, erreicht, dass ihm
ein interessantes Projekt bei Porreal selbstständig übertragen wurde.
Spannend, wenn Patrick über sein Verständnis
von Führung spricht: „Im Optimalfall sind Führungskräfte Menschen, die Dinge verändern
wollen. Menschen, die an etwas glauben und
die Welt verbessern wollen. Was ist aber, wenn
man die beste Idee hat und niemand hört zu?
Eine Führungskraft ohne Mitarbeiter, die ihm
ORGANISATIONSENTWICKLUNG
SYSTEMISCH
Patrick Lindner, MSc, PORREAL Consulting , Geschäftsführer
JUNGER SENAT DER WIRTSCHAFT Österreich
oder ihr folgen ist keine Führungskraft, sondern ein/eine Vorgesetzte(r). Vor-gesetzt das
sagt genauso viel aus wie Führungs-kraft. Genau hier greift Dale Carnegie an und ermöglicht
es offener, ehrlicher, authentischer und dadurch
auch erfolgreicher führen zu können. Menschen
beeinflussen zu können, ohne sie zu manipulieren. Auf Menschen zuzugehen und ihnen aufrichtig helfen zu wollen. Deshalb folgen einem
Menschen, und das ist das Wichtigste für Führungskräfte.“
Und der Dritte im Bunde, Maturant Patrick Zanyath, hat beste Voraussetzungen, um später erfolgreich ins Berufsleben starten zu können.
Der SENAT DER WIRTSCHAFT will im Zuge seines Bildungsschwerpunktes dieses Projekt weiter
fördern. Die Zielsetzung sollte erreicht werden,
jährlich einer Gruppe von jungen Senator/innen
eine umfassende Weiterbildung in Sachen Kommunikation und Führung zu vermitteln, damit
diese Menschen noch schneller als gewinnende
Persönlichkeiten ihre Ziele erreichen – und nicht
zuletzt die Werte des SENATS lebendig werden
lassen. Der SENAT DER WIRTSCHAFT, sowohl
die TeilnehmerInnen wie auch der Vorstand zeigten sich begeistert vom Engagement Dale Carnegies unter der Leitung der Senatoren Robert
Korp und Clemens Widhalm!
Zusammen schaffen wir Rahmenbedingungen, die Ihrer Organisation die beste Potentialentfaltung
ermöglichen – ressourcen- und
lösungsorientiert.
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von BMD-Business Software
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Topmusiker, werden Fertigkeiten
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SENATE // Wirtschafts-News
Wirtschafts-News
Top-Informationen aus Top-Unternehmen
Green-Franchise-Award für
SONNENTOR und Syncon
Für zwei Mitgliedsunternehmen des SENAT DER
WRITSCHAFT gab es im Juni im Rahmen des
Franchise-Forums in München Grund zum Feiern: Der österreichische Bioanbieter SONNENTOR wurde mit dem „Green Franchise Award“
für langfristig nachhaltiges Handeln ausgezeichnet. Damit wurde auch die Arbeit von Syncon
gewürdigt, die für Sonnentor seit Jahren im Bereich der Franchiseberatung tätig ist. „Wir sind
sehr stolz, dieses erfolgreiche System seit vielen
Jahren im Franchising beraten und begleiten zu
dürfen“, freute sich Waltraud Martius, geschäftsführende Gesellschafterin von Syncon. „Wie alle
hier ausgezeichneten Unternehmen zeichnet sich
auch Sonnentor durch ausgereifte Konzepte, gut
geführte Franchisezentralen und partnerschaftlichen Umgang mit ihren Franchisenehmern aus.
Die DFV-Awards in den verschiedenen Kategorien sind ein Beweis dafür. “ Außer Sonnentor wurden zwei weitere Systeme ausgezeichnet, die von
Syncon betreut werden: die Frauen-Fitnesskette
Mrs. Sporty als „System des Jahres“, und Elithera, ein Franchisekonzept für Physiotherapiezentren als „Bestes junges DFV-Franchise-System“.
Der SENAT DER WIRTSCHAFT gratuliert Sonnentor und Syncon herzlich!
72
(v. l. n. r.): Carina Dworak und Niklas Bönström (Mrs
Sporty), Franchiseneraterin Waltraud Martius (Syncon),
Johannes Gutmann (Sonnentor) und Karsten Wegener
(Elithera)
Brustkrebsvorsorge durch
„Discovering Hands“: jetzt
Start in Österreich
Bei Brustkrebs ist Früherkennung einer der wichtigsten Faktoren, um die Chancen auf Heilung
signifikant zu erhöhen. Das in Deutschland erfolgreich etablierte Konzept „Discovering Hands“
setzt auf den besonders ausgeprägten Tastsinn
blinder und sehbehinderter Frauen, um ergänzend zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung bereits
kleinste Knoten zu diagnostizieren. Nun soll das
Discovering-Hands-Modell als Social-Franchise-System auch in Österreich starten. Eine hochkarätige Investorengruppe ist bereits an Bord.
Waltraud Martius, Syncon-Franchise-Strategieexpertin erklärt: „In Deutschland sind dafür speziell ausgebildete und zertifizierte Frauen bereits
in rund 20 Arztpraxen aktiv. Wir unterstützen
Discovering Hands nun in der zur Replikation
notwendigen Standardisierung, bei der Erarbeitung der Know-how-Dokumentation und in der
Auslandsexpansion. Der erste Schritt geht nach
Österreich. “ Gründer und Geschäftsführer von
Discovering Hands ist der deutsche Gynäkologe
Dr. Frank Hoffmann, der die Methode als Ergänzung zu schulmedizinischen Verfahren wie Ultraschall und Mammografie sieht. In Österreich wird
der bekannte Business Angel und Social Investor
Michael Altrichter die Länderlizenz für Österreich
übernehmen.
In einer neunmonatigen theoretischen und
praktischen Fortbildung werden blinde und
sehbehinderte Frauen in qualifizierten Berufsförderungswerken zu Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTU) ausgebildet. „Die ,Behinderung‘ einer Frau wird damit zur Begabung und
gleichzeitig Grundlage einer extrem nützlichen
und befriedigenden Beschäftigung“, so Martius.
„Und den Patientinnen soll neben größerer Sicherheit auch ein hohes Maß an Zuwendung und
Zeiteinsatz ermöglicht werden.“ In Deutschland
werden die Kosten der rund 30-minütigen Tastuntersuchung, die zwischen 45,– und 50,– Euro
betragen, bereits von mehreren Krankenkassen
übernommen.
Gynäkologe Dr. Frank Hoffmann und Senatorin Mag.
Waltraud Martius, SYNCON
Senator Hans Wondraczek MBA, CMC, CSE,
Wondraczek OIT GmbH
Wondraczek OIT: 20 Jahre
lösungsorientierte IT-Beratung
Im Kloster UND in Krems/Donau konnte man
im Juni ein besonderes Jubiläum feierlich begehen. Wondraczek OIT ist seit 20 Jahren in der
lösungsorientierten IT-Beratung von Unternehmen tätig. Aufgrund der umfangreichen Erfahrung im Bereich der Business-Software widmete
sich Wondraczek OIT insbesondere der Implementierung von IT-Lösungen für Unternehmen
im CEE-Raum und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Infrastrukturentwicklung in
den Unternehmen Osteuropas. Die OIT GmbH
berät auch Unternehmen, die Unterstützung bei
Bankgesprächen, Finanzierungsberechnungen
für Investitionen oder eine strategische Neuausrichtung benötigen, und begleitet sie durch alle
Phasen der Finanzierung und durch Veränderungsprozesse. Labinota Isufi vom SENAT DER
WIRTSCHAFT überbrachte die Grußbotschaft
des Präsidenten Dr. Erhard Busek und gratulierte
dem am Uni-Campus in Krems/Donau beheimateten Unternehmen und dessen Gründer Hans
Wondraczek herzlich zum Jubiläum!
73
SENATE // Wirtschafts-News
Majer Gebäudereinigung als
bestes KMU ausgezeichnet
Bereits zum fünften Mal fand im Oktober 2013
in der Otten Gravour die Prämierung von „Vor­
arlbergs besten Klein- und Mittelbetrieben“
statt. Ziel dieser Mittelstandsinitiative von Vorarlberger Nachrichten, Wirtschaftskammer und
den Partnern Hypo, VLV und Auto Gerster ist es,
die breite Öffentlichkeit auf die Leistung und den
Anteil, den die kleinen und mittleren Betriebe an
der Wirtschaftskraft des Landes haben, aufmerksam machen. Majer Gebäudereinigung ist stolzer
Preisträger und damit bestes mittelständisches
Unternehmen in Vorarlberg in der Kategorie
„Dienstleistung“. Die Jury begründete die Entscheidung mit der außergewöhnlich hohen Ausbildungsbereitschaft und ebensolch hohe ökologische Standards bei der Gebäudereinigung. Der
SENAT DER WIRTSCHAFT gratuliert herzlich!
Teammitglieder von links nach rechts: Hannes Reithuber
(Business Analyst), Paul Pöltner (Geschäftsführer), Karin
Timmel (Marketing Manager), Daniel Holzner (Business Analyst), Valentina Stark (Marketing Consultant),
Daniel Horak (Geschäftsführer), Michael Maier (Business
Analyst), Florian Binder (Project Manager)
74
CONDA: AlternativeInvestment-Projekte zeitigen
konkrete Ergebnisse
Crowdinvesting als alternatives Investmentprodukt wurde lange Zeit belächelt. Doch nun lassen
sich erste konkrete positive Ergebnisse dokumentieren. Das Mitgliedsunternehmen des SENAT
DER WIRTSCHAFT, CONDA-Crowdinvesting, berichtete kürzlich folgende Fakten: Seit Beginn der
Crowdinvesting-Plattform CONDA haben circa
1000 Investoren über 860.000,– Euro in Projekte
investiert. Dadurch konnten bereits fünf Projekte erfolgreich finanziert werden. Aktuell sind vier
Projekte online; dabei haben „Kurt Pure Frozen
Yogurt“ sowie „all i need“ die Fundingschwelle
kürzlich erreicht – das heißt, die Projekte werden
sicher finanziert. Das ist umso beeindruckender,
als Investments bereits ab 100,– Euro möglich
sind. Damit etabliert CONDA den Bereich Crowdfinancing als weitere Ergänzung zu den traditionellen Finanzierungsinstrumenten wie Fonds,
Förderungen, Bank, Industrie und Business Angels. Aktuelle Finanzierungsprojekte werden auf
conda.at umfassend dargestellt. Hans Harrer
gratuliert dem SENATs-Mitgliedsunternehmen
und stellt fest: „Es ist für die weitere Wirtschaftsentwicklung unabdingbar, neue Ideen für Finanzierungskonzepte zu entwickeln und diese auch
erfolgreich umzusetzen. CONDA ist dafür ein hervorragendes Beispiel.“
Aquarius Naturprodukte eröffnet neuen Firmensitz
Nach nur 5-monatiger Bauzeit wurde am 14. Juni
2014 der neue Firmensitz des SENATs-Unternehmens Aquarius feierlich eröffnet. In der eigenen
Manufaktur werden 100 Prozent natürlich hergestellte Nahrungsmittelergänzungen produziert,
die ausschließlich über beratende Wiederverkäufer wie Naturheilpraktiker, Naturmediziner, Ganzheitstherapeuten und holistische Gesundheitsberater angeboten werden. SENATs-Vorstand Hans
Harrer, der bei dieser Gelegenheit die Ehrung von
Dr. Doris Ehrenberger und Franz Teufl durch die
Überreichung der SENATs-Urkunde vornahm,
hob in seiner Laudatio hervor, dass es gerade die
Orientierung am Menschen und an der Natur ist,
die nachhaltiges Wirtschaften ermögliche.
Aquarius geht es „ ums Ganze!“ Ein Satz, der mit
der Idee des SENAT DER WIRTSCHAFT im Einklang steht. Viel zu oft versteifen wir uns auf
Teilaspekte – vor allem in Wirtschaft und Politik – und verlieren dabei das Wichtigste aus den
Augen: den Menschen! Der steht für uns ganz im
Zentrum, daher sind wir auch ökosozial ausgereicht und fördern eine Wirtschaft, die den Menschen mit seinen Bedürfnissen sieht, respektiert
und entsprechend integriert. Die Idee des Ganzen
spielt eine wichtige Rolle. Die Prämisse des SENATs lautet „Wirtschaft, das sind wir ALLE!“ Und
wir meinen auch wirklich ALLE – alle, die willens
sind, gemeinsam mit uns in ökosozialer Verantwortung das Richtige zu tun. Nicht nur für uns
selbst, sondern auch für unsere Jugend, denn sie
ist unsere Zukunft – und damit diese lebenswert
bleibt oder noch besser wird, müssen WIR ALLE
unseren Beitrag dazu leisten und vorangehen!
Im Zuge der Eröffnung konnten die Besucher eine
Einführung in die Welt der Naturheilkunde erleben und detaillierte Informationen über die Ethikinitiativen des Unternehmens erhalten. Ethik und
Business widersprechen einander nicht – im Gegenteil: Sie bedingen einander eigentlich! Aquarius legt einen sehr hohen ethischen Anspruch
im unternehmerischen, aber auch zwischenmenschlichen Miteinander. So steht zum Beispiel
die Marke „ethik trade®“ für Toleranz gegenüber
allem Leben und hat generell das Ziel, ein für
alle Menschen, Tiere, Pflanzen und Mutter Erde
einträgliches Umfeld im Ursprung der Substanz
zu schützen. Mit dem ethik trade®-Emblem auf
dem Produkt BAOBAB wird etwa die traditionelle
Herstellung von BAOBAB in Zentralafrika unterstützt. Bei der Aquarius-Festveranstaltung waren
Therapeuten aus Tibet, der Schweiz, Deutschland
und Österreich anwesend. Der SENAT DER WIRTSCHAFT gratuliert zum bisherigen Unternehmenserfolg und wünscht am neuen Firmenstandort alles Gute!
Senator Franz Teufl,
Aquarius; Hans Harrer,
Vorstand SENAT DER
WIRTSCHAFT; Dr. Doris
Ehrenberger, Aquarius;
Josef Korpitsch, Bürgermeister Mogersdorf.
75
SENATE // Wirtschafts-News
Quality Austria und
Wirtschaftsministerium vergaben
Staatspreis Unternehmensqualität
Senator Josef Kranawetter mit Golf-Charity-Teil­
nehmerInnen
Weidmüller generiert über 8600,–
Euro für Kinderhilfsprojekt
Der stolze Betrag von über 8600,– wurde am 9.
Mai 2014 durch das SENATs-Mitgliedsunternehmen Weidmüller mit Geschäftsführer Senator
Josef Kranawetter generiert, der dem Kinderhilfsprojekt der Caritas „WG Hyazinthengasse“
zugutekommt. Dazu Senator Kranawetter: „Die
Mädchen und Buben, die in der Caritaseinrichtung „Am Himmel“ wohnen, haben intellektuelle
Behinderungen, viele von ihnen können nicht
sprechen, haben zusätzlich mehrfache Behinderungen und brauchen im Alltag Unterstützung
und Begleitung. Mit dem Spendenbetrag können
wir nun einen wichtigen Beitrag leisten, dringend notwendige Therapieeinrichtungen sowie
Spielgeräte für den Garten bereitzustellen. Dafür
ein herzliches Dankeschön an alle, die an diesem Golf-Event teilgenommen haben und Danke allen Unterstützerinnen und Unterstützern.“
Hans Harrer, der für den SENAT DER WIRTSCHAFT an der Wohltätigkeitsaktion teilnahm,
gratulierte dem Unternehmen Weidmüller und
Senator Kranawetter zur Initiative. „So beweisen SENATs-Unternehmen mit unglaublichem
Engagement, dass Unternehmersein auch das
Bewusstsein für soziale Verantwortung umfasst.
Es macht uns stolz und glücklich, solche Unternehmer in den Reihen des SENAT DER WIRTSCHAFT zu wissen!“
76
Bereits zum 19. Mal wurde die höchste Auszeichnung für Unternehmensführung durch Quality
Austria und das Wirtschaftsministerium vergeben. „Unternehmensqualität ist ein wesentlicher
Erfolgsfaktor für die österreichische Wirtschaft“,
sagte Ministerialrat Dr. Martin Janda vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft anlässlich der Preisverleihung.
„Exzellenz ist keine Eintagsfliege“, ergänzte
Konrad Scheiber, CEO der Quality Austria. „Wer
herausragende Unternehmensqualität anstrebt,
muss Ausdauer zeigen. Alle Unternehmen, die
heuer geehrt werden, haben einen starken Willen
zur konsequenten Verbesserung gezeigt.“ Ausgezeichnet wurden in der Kategorie „Mittlere Unternehmen“ technosert electronic, das Produkte
ihrer Kunden von der Idee bis zu einem serienreifen Ergebnis begleitet und auch als Mitgliedsunternehmen im SENAT DER WIRTSCHAFT aktiv
ist. In der Kategorie „Großunternehmen“ MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik mit der starken
Mitarbeitereinbindung in Verbesserungsprozesse und bei der Weiterentwicklung der Produkte. In der Kategorie „Kleinunternehmen“ siegte
10hoch4 Photovoltaik, aufgrund der smarten
Geschäftsidee und dem Fokus auf Nachhaltigkeit sowie des Konzepts „new ways of working“.
„Quality Austria beweist als Mitgliedsunternehmen des SENAT DER WIRTSCHAFT einmal
mehr, wie die Ziele des SENATs aktiv durch
Unternehmensaktivitäten Ausdruck finden.“
Besonders freut es uns, unter den Preisträgern
SENATs-Mitgliedsunternehmen wie technosert
zu finden, aber auch unter den Nominierten eine
Anzahl von SENATs-Unternehmen zu finden,
wie zum Beispiel die FunderMax GmbH oder
die VBV-Vorsorgekasse.“ stellt SENATs-Vorstand
Hans Harrer abschließend fest.
atempo gewinnt Trigos –
Österreichs größte Auszeichnung
für Corporate Social Responsibility
Staatspreisträger und Kategoriesieger, v. l. n. r. Konrad
Scheiber, CEO Quality Austria; Gerd Hartinger, GF GGZ;
Martin Orehovec, Qualitäts- und Projektmanagement
GGZ; Martin Lackner, GF 10hoch4 Photovoltaik GmbH;
Hannes Mikosch, General Manager der Businessunit H,
MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik AG & Co KG Contract
Manufacturing MINI Countryman und MINI Paceman;
Johannes Gschwandtner, GF technosert electronic GmbH;
Jürgen Freynhofer, Quality Management technosert
electronic GmbH; Martin Egginger, Business Development
Officer technosert electronic GmbH; MR Martin Janda,
Wirtschaftsministerium
BM Rudolf Hundstorfer; Senator Mag. Claus Candussi
und Senatorin Walburga Fröhlich, atempo.
atempo bringt Menschen mit Behinderungen
raus aus der Institution mitten hinein in die Gesellschaft. Dabei setzt atempo auf Ausbildung,
Barrierefreiheit und Selbstbestimmung. Am 4.
Juni erhielt atempo die höchste Auszeichnung für
Corporate Social Responsibility in Österreich, den
„Trigos“ 2014 in der Kategorie Social Entrepreneurship – soziales Unternehmertum. „Gleichberechtigung bedeutet für uns, dass Menschen, zum
Beispiel mit Lernschwierigkeiten, eine Ausbildung
machen und einen Beruf ergreifen können, genau
wie andere Menschen auch“, erläutern die atempo-Gründer Walburga Fröhlich und Klaus Candussi ihren Ansatz. Gemeinsam mit ihrem Team
entwickelten sie im Jahr 2001 die Marken „capito“
(eine Übersetzungsmethode, die Texte in leicht
verständliche Sprache bringt) und „nueva“ (ein
Evaluierungskonzept, das die Qualität von Wohnhäusern, Ausbildungs- und Werkstätten bewertet
) und verbreiten ihre Idee in einem Social-Franchise-System in Österreich und Deutschland. „Der
,Trigos‘ 2014 ist für uns etwas Besonderes“, freuen sich Walburga Fröhlich und Klaus Candussi.
„Wir sehen uns als Tempomacher für Inklusion,
denn nach wie vor sind Menschen mit Behinderungen aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen.“
Die Konzepte von atempo werden in einem Social-Franchise-System verbreitet. So entstanden in
den letzten Jahren mehr als 60 neue Arbeitsplätze
für Menschen mit Behinderung.
77
SENATE // Wirtschafts-News
Hertz Classics: Ein Tipp
für alle Oldtimer-Fans
Hertz bietet ab sofort exklusiv die schönsten
klassischen Cabrios der Fünfziger- und Sechzigerjahre als Mietfahrzeuge an. Viele dieser
einzigartigen Fahrzeuge waren Highlights der
langen Modellgeschichte von Hertz. Neben der
Vermietung der Fahrzeuge werden auf Wunsch
Routen vorbereitet, Roadbooks erstellt oder
auch eine professionelle Zeitnehmung organisiert – von Halbtages- bis Wochentouren, in Österreich und Europa. Ein bewährtes Team ist für
die Organisation, Betreuung des Tagesablaufs
und für den Service der Fahrzeuge im Einsatz.
Die Fahrzeuge stehen nach Verfügbarkeit auch
einzeln für Tages- oder Wochenendmieten zur
Verfügung, ein Hochzeitspauschalangebot rundet die Angebotspalette ab. In Kürze wird auch
der „Classics Club“ ins Leben gerufen. Eine Mitgliedschaft beinhaltet – als Privat- oder Firmenmitglied – zu einer jährlichen Pauschalrate eine
Nutzung verschiedener Fahrzeuge an insgesamt
acht Tagen, es können zwei Fahrzeuge gleichzeitig übernommen werden. Für weitere Information steht Alexander Grimme (Manager Classic
Cars, grimme@hertz.at) zur Verfügung.
Hertz wird in Österreich seit mehr als 30 Jahren durch das SENATs-Mitgliedsunternehmen
Rienhoff GmbH als Franchisenehmer vertreten.
140 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der
Kunden an 18 Standorten, rund 1400 Fahrzeuge
sind im Einsatz.
78
7. Industriekongress am 13. Mai
2014 erfolgreich verlaufen
Energie, Moral, Innovationskraft: 200 Industrie­
entscheider, unter ihnen Wolfgang Eder, Georg
Kapsch und Claus Raidl, diskutierten am 7. Industriekongress im Leopold Museum in Wien die
Zukunft der heimischen Industrie. Wie vielfältig
man sich dem Thema „Zukunft der Industrie“
annähern kann, bewies der 7. Industriekongress
in Wien. Einen Tag lang stand das Wiener Leopold Museum im Zeichen von Diskussionen,
Vorträgen und Hintergrundgesprächen – auf der
Suche nach den „neuen Wegen“ für Österreichs
Industrie. Eine Reihe exzellenter Fachleute sorgte dafür, dass diese Wege identifiziert wurden.
Neben hochkarätigen Keynotes von Dr. Jan Stefan Michels (Leiter der Standard- und Technologie-Entwicklung der Weidmüller-Gruppe) zum
Thema „Industrie 4.0“ und vom Lean-Management-Experten Klaus Zimmermann, standen die
Diskussionsrunden im Zentrum der inhaltlichen
Entwicklung aktueller Industriethemen.
Zum Thema „Die Industrie gefangen zwischen
Energiewende und Klimawandel“ nahm den Impuls, den das preiswerte Schiefergas dem Produktionsstandort USA gibt, in Hinblick auf die
Beachtung auf, die das Thema auch in Europa
findet. Wolfgang Eder (Voestalpine), Barbara
Schmidt (Österreichs Energie) und der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber diskutierten
mit dem Publikum die Folgen der europäischen
Energiepolitik auf die Industrie, zugeschalten
war auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger. „Alte Werte – Neue Wege: Die Industrie
in Zeiten des Wandels“ war das Thema einer weiteren, hochkarätig besetzten Runde mit Altabt
Gregor Henckel-Donnersmarck (Zisterzienserstift Heiligenkreuz), Claus J. Raidl (Präsident
des Generalrats der Nationalbank) und Karel
Schwarzenberg (ehemaliger Außenminister der
Tschechischen Republik). Der SENAT DER WIRTSCHAFT gratuliert dem Mitgliedsunternehmen
Industrieverlag und Senator Hans F. Zangerl zur
erfolgreichen Umsetzung des Kongresses und
dankt für die tiefgreifende Behandlung wichtiger
Industriethemen.
Heinz Felsner, Präsident der HKSÖL; Bettina Knötzl,
Präsidentin des Beirats von Transparency International; Gerhard Matschnig, Vorstandsvorsitzender Zürich
Versicherungs-Aktiengesellschaft, Hannes Ametsreiter,
GD Telekom Austria Group; Urs Philipp Roth-Cuony,
Präsident des Aufsichtsrates Finanzmarktaufsicht
Liechtenstein.
Handelskammer SchweizÖsterreich-Liechtenstein
thematisiert Compliance
Bei der am 7. Mai 2014 veranstalteten Top
Speakers Lounge stellte die Handelskammer
Schweiz-Österreich-Liechtenstein (HKSÖL) das
Thema „Compliance und Corporate Governance:
PR Gag der Unternehmen oder ein echtes Anliegen?“ ins Zentrum. Korruption, „Freunderlwirtschaft“ und Co verursachen für Unternehmen
genauso wie für ganze Staaten enorm hohe Kosten – imagemäßig genauso wie in betriebsrelevanten, konkreten Kosten. Infolgedessen haben
Europa, die westliche Welt und immer mehr auch
die so dynamisch wachsenden Märkte in Asien
und Südamerika in den letzten Jahren begonnen, verstärkt auf ethisch korrektes Verhalten zu
achten. Gesetzliche Rahmenbedingungen, aber
auch firmeneigene Grundsätze berücksichtigen
die neuen Ansprüche der Wähler, Share- und
Stakeholder. Im Rahmen der Diskussion wurde
erörtert, ob Corporate Governance und Compliance den Verantwortlichen ein echtes Anliegen
oder einfach ein Marketinggag ist? Heinz Felsner (Präsident der HKSÖL) begrüßte zahlreiche
Gäste im Novomatic Forum in Wien, darunter
Keynote-Speakerin Bettina Knötzl (Präsidentin
des Beirats von Transparency International –
Austrian Chapter), die einen aufschlussreichen
Einblick in die nationale und internationale Entwicklung von Korruptionsbekämpfung und die
Schlüsselelemente eines effektiven Comp­lianceProgramms gab.
Danach diskutierten Gerhard Matschnig (Vorstandsvorsitzender Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft), Hannes Ametsreiter (Generaldirektor Telekom Austria Group) und Urs Philipp
Roth-Cuony (Präsident des Aufsichtsrats Finanzmarktaufsicht Liechtenstein). Der SENAT DER
WIRTSCHAFT, der diesen Themenbereich seit
der Matinee Ende Oktober 2013 ebenfalls auf
der Agenda hat, freut sich über die inhaltliche
Unterstützung zur Bewusstseinsbildung durch
die Partnerinstitution der HKSÖL.
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SENATE // WIRTSCHAFTS-NEWS
VBC-Verkaufskongress-Rückblick
„Als VBC vor sechs Jahren mit dem ersten Verkaufskongress begonnen hat, hat der Verkauf endlich den Stellenwert bekommen, den er verdient.
Nehmen Sie sich zwei bis drei Punkte heraus, und
machen Sie etwas daraus. Denn das Wichtigste ist,
Dinge auch zu tun.“ So begrüßte Moderator Rudolf Semrad rund 250 Verkaufsmanager auf dem
6. Verkaufskongress unter dem Motto „Zukunft
Verkauf“ in der Wirtschaftskammer in Wien, der
am 27. und 28. März 2014 in Wien stattfand. Im
Rahmen des hochkarätig besetzten Kongresses
wurden mit einer Gala auch die Verkaufsawards
vergeben. SENATs-Vorstand Hans Harrer war als
Jury-Mitglied von den Einreichungen überwältigt: „Es war nahezu unmöglich, einen Sieger zu
küren, weil alle Unternehmen einfach herausragend sind, was die Vertriebsorientierung betrifft.“
Beim Kongress selbst stand das Thema „Megatrends in unserer Gesellschaft“ im Zentrum. Das
war auch das Thema des ersten Keynote-Vortrags von Harry Gatterer, Geschäftsführer des
Zukunftsinstituts Österreich. „Wir leben in einer
Wissensgesellschaft. Das Problem: Wir haben keine Zeit mehr, reflektierend zu denken“, so Harry
Gatterer. Weiters gaben Neurobiologe Bernd Hufnagl, Gerhard Schilling und Reinhard Korner von
Almdudler und viele weitere hochkarätige Vertriebsprofis Inputs zu den aktuellen vertriebsrelevanten Themenbereichen. Einen umfangreichen
Nachbericht finden Sie auf www.vbc.biz. Der SENAT DER WIRTSCHAFT gratuliert seinem Mitgliedsunternehmen mit Senatorin und Senator
Tripolt zum gelungenen Fachkongress!
SENATs-Vorstand Hans Harrer und Gewinnerinnen am
VBC-Verkaufskongress
VBV-Vorsorgekasse und KR
Behacker ausgezeichnet
Der SENAT DER WIRTSCHAFT freut sich, Senator KR Heinz Behacker, Vorstandsvorsitzender
der VBV-Vorsorgekasse AG, zu einem weiteren
erfolgreichen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit
und gesellschaftlicher Verantwortung gratulieren zu dürfen! Am 18. März 2014 wurde die
VBV-Vorsorgekasse AG für ihre Pionierarbeit
bei einem NH-Pilotprojekt des Lebensministeriums ausgezeichnet. Der SENAT wünscht seinem
Mitgliedsunternehmen weiterhin viel Erfolg und
gratuliert zur Auszeichnung!
Senator KR Heinz Behacker, VBV-Vorsorgekassa;
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SENATE // KOMMENTAR
Wer die Musik bestellt,
der zahlt
Wir kennen aus der Überlieferung ein paar
Leitsätze, die nicht nur für Österreich gelten:
Wer zahlt, bestimmt die Musik. Wer das Orchester bezahlt, bestimmt die Melodie. Und
wer die Melodie bestimmt, der hat alle Möglichkeiten und alle Macht.
Aber es gilt auch der umgekehrte Leitsatz:
Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen. Damit sind wir schon mitten in der
politischen Umwälzung infolge des Generationenwechsels samt den Auswirkungen auf die
Wirtschaft. Wer beispielsweise eine Dienstleistung in Auftrag gibt, hat dafür die Kosten
zu tragen. Die staatliche oder politische Ebene (etwa die Bundesverwaltung), die einer
untergeordneten Ebene (etwa den Ländern und Gemeinden) Aufgaben zuweist und
Lasten aufbürdet, hat in der Regel die anfallenden Kosten auszugleichen.
Nicht anders ist es beim derzeitigen Generationenwechsel in der Gesellschaft und
in der Wirtschaft und ganz besonders in Zeiten der Krise, die nun schon seit Jahren
rund um Österreich und Deutschland für Dissonanzen sorgt und deren Ende immer
noch nicht abzusehen ist.
Durch die Krise haben nicht alle Beteiligten gelernt und nicht alle beherzigt, was der
gesunde Menschenverstand sagt: Das Grundkapital ist das Vertrauen. Auf diese wichtigste menschliche Währung kann kein System auf die Dauer verzichten. Viel Vertrauen wurde und wird verspielt, und zwar dort, wo die Gewinne privatisiert und die
Verluste sozialisiert werden, wo Gewinne gemacht, aber keine Vorsorgemaßnahmen
für Krisenzeiten getroffen werden, wo Risiken eingegangen werden, aber für die ent-
standenen Schäden niemand einsteht, wo die einen Schaden anrichten, aber andere dafür haften müssen, wo Unternehmen – vor allem im Bankensektor – vor dem
Ruin stehen, auf Überlebensrettung mit Hilfe von Steuergeldern angewiesen sind und
trotzdem üppige Boni auszahlen.
Daran muss sich etwas ändern. Denn wo das Vertrauen fehlt gibt es bald auch keine
stabilen Verhältnisse. Das Kapital geht aber dorthin, wo die Verhältnisse stabil sind.
Es ist gar nicht so schwer. Es braucht keine Visionen, keine Theorien, keine neuen Modelle. Ein paar schlichte Leitsätze – mögen sie auch etwas altmodisch klingen – sollten schon reichen. Sie sollten der Politik und der Wirtschaft wieder ins Bewusstsein
gebracht werden. Dazu gehören bodenständige Lebensweisheiten wie beispielsweise:
Bevor etwas verteilt werden kann, muss es erst einmal erarbeitet werden. Das bedingt
freilich, dass sich Leistung wieder lohnen muss und dass sich die öffentliche Hand
nicht überall einmischt: So viel Freiheit wie möglich, so viel Staat wie nötig – dieses
Motto hat sich stets bewährt.
Selbstverständlich muss in der sozialen Marktwirtschaft gelten, dass derjenige, der
Hilfe braucht, auch Hilfe bekommt und mit Solidarität rechnen kann. Aber staatliche Hilfe sollte immer nur die Hilfe zur Selbsthilfe sein. Staatliche Subventionen sind
demnach immer zeitlich zu begrenzen und degressiv zu gestalten. Und schließlich,
auch wenn es unsozial klingen mag: Keine Leistung ohne Gegenleistung!
Kurzum, und damit sind wir wieder bei der Musik: Wer bestellt, der zahlt – und darf
nicht andere zahlen lassen!
Dieter Härthe,
Vorstandsvorsitzender SENAT DER WIRTSCHAFT
Impressum
Herausgeber: Dr. Erhard Busek, Dieter Härthe, Hans Harrer // Verantwortlich für Inhalt, Veröffentlichung und Druckauflage: SENAT DER WIRSCHAFT Österreich,
Rotenturmstraße 5–9, A-1010 Wien, Telefon +43 1 505 35 48, www.senat-oesterreich.at // Redaktion: Labinota Isufi, Jochen Ressel //
Autoren dieser Ausgabe: Franz-Josef Radermacher, Clemens Widhalm, Florian Schönberg, Lena Kranawetter, Peter Frieß, Jochen Ressel, Othmar Hill, Egon Blum, Robert
Frasch, Hans und Georg Bundy, Vanessa Steinmetz-Bundy, Hannes Steinmetz, Sanja Turkovic, Hannes Schoberwalter, Marie Ringler, Tamara Ehlers, Heinz Behacker, Dieter
Härthe // Abbildungen: © photoCD - Fotolia.com , © Tindo - Fotolia.com und © peshkova - Fotolia.com 4,5,6, Cover, 13, © Elvira Eberhardt, Uni Ulm, 8, © Dale Carnegie
Austria, 11, 69, 70 © ?????, 18, © Thomas Schauer, 14, © Mary Ward Privatgymnasium, 18, © zukunftswerk, 20, © Maridav - Fotolia.com , 23,24,25, © Senat der Wirtschaft,
25, 82, © Hill International, 27, © Blum, 29, © lehrlingspower.at, 35, © Bundy&Bundy, 38, © ISOF, Turkovic, 41, 42, © Dr. Schoberwalter & Schoberwalter OG, 45, © ashoka,
David Payr, 49, © Vorsorgekasse, 53, 76, © L_amica - Fotolia.com , 58-70, © FMG, 59, © Schau TV- einfachbankhofer, 61, © Sebastian Freiler, 61, © Samina, ELC, 60, ©
Clemens Salomon, 62, © Senat der Wirtschaft, Marija Kanizaj, 63, © IFZ, Peter Komposch, 64, © Senat der Wirtschaft, Franz Morgenbesser, 65,66, © OIT, 71, © Syncon, 72,
76, © Conda, 75, © Quality Austria, 74, © Aquarius, 75, © Industriemagazin, 78, © Majer, 79, © VBC, 80, © Rienhoff GmbH-Hertz, 80, © HKSÖL, 81 //
Layout und Herstellung: Goldegg Verlag GmbH, Mommsengasse 4/2, A-1040 Wien, www.goldegg-verlag.com // Druck: gugler gmbh, Auf der Schön 2, 3390 Melk/Donau,
www.gugler.at // Gedruckte Auflage: 10.000 Exemplare
Hinweis: Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus
Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet wurde.
„Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann,
frage vielmehr,
was Du für Dein Land tun kannst!“
John F. Kennedy
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