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Fragen, Forschen, Phantasieren: Was tut der Wind, wenn er nicht

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Prof. Dr. Annette Dreier
FH Potsdam, Studiengang Bildung und Erziehung
in der Kindheit
Fragen, Forschen,
Phantasieren:
Was tut der Wind, wenn er
nicht weht?
Vortrag zum Reggio-Fachtag in Münster am 3.5.2012
Elementaria der Reggio-Pädagogik:
Das Bild vom Kind
• Kinder sind aktiv, kompetent und
kreativ von Geburt an
• Kinder haben 100 Sprachen
• Kindliche Erkenntnis ist nicht das
Produkt pädagogischen Bemühens,
sondern entsteht im „Flirt“ des
Kindes mit der Welt
Elementaria der Reggio-Pädagogik:
Bildung als „Flirt“ mit der Welt
•
•
•
•
Staunen
Fragen, Erkunden und Entdecken
Hypothesen aufstellen und prüfen
Beziehungen herstellen zu Menschen,
Dingen und den eigenen Fragen: Ohne
Bindung keine Bildung
• Erkenntnis durch Empfinden und Handeln
Elementaria der Reggio-Pädagogik:
Das kompetente Kind braucht die
kompetente ErzieherIn
„Kinder brauchen einen jener etwas
verrückten Erwachsenen, der den
Wunsch hat, sich Fragen zu stellen
und sich wie die Kinder in einen
Detektiv und Forscher zu verwandeln.“ (Loris Malaguzzi)
Definitionen von Bildung im Kindesalter
Bildung = Aneignungstätigkeit, mit der
sich der Mensch ein Bild von der
Welt macht und sie gestaltet
Bildung = die bewusste Anregung der
kindlichen Aneignungstätigkeit
durch Erwachsene und durch
räumliche Arrangements
Die Fragen der Kinder als
„Bildungsplan“?
• Ist ein Zebra eigentlich weiß mit
schwarzen Streifen oder ist es schwarz
mit weißen Streifen?
• Wie viele Punkte hat ein Marienkäfer?
• Wie bekommen wir einen neuen Tisch?
Was wollen Kinder?
•
•
•
•
•
•
Zeit
Sinn
einen Beitrag leisten
Bindungen
Gemeinschaft
Räume und Materialien zum
Forschen, Spielen, Sich-Bewegen
• Zutrauen und Begleitung
Was brauchen Kinder?
„Ein Kind braucht im Grunde drei
Dinge: Aufgaben, an denen es
wachsen kann, Vorbilder, an denen
es sich orientieren kann, Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.“ (Gerald Hüther 2007)
Wenn die Fragen und Entdeckungen der
Kinder den pädagogischen Alltag
bestimmen …
…. dann können wir den
vermeintlichen Widerspruch
von Kind- oder Leistungsorientierung überwinden!
Haltungen der Pädagoginnen
und Pädagogen
• Kindliche Deutungsmuster sind keine
Primitivform des erwachsenen Denkens
• Kategorien wie „richtig“ oder „falsch“ sind
Vereinfachungen, die den Kindern nicht
gerecht werden
• Zuschauen, Zuhören und Verstehen sind
entscheidender für die kindliche Bildung
als Erklären und Beibringen
Selbstreflexion der Pädagoginnen
und Pädagogen
• Wann habe ich zum letzten Mal gestaunt
oder eine Frage gehabt, die mich wirklich
interessierte?
• Reflexionen der eigenen Bildungsbiographie: Bedeutsamkeiten, Schwierigkeiten, Erfolge
• Erinnerungen an eigene ästhetische
Erfahrungen in der Kindheit
Kompetenzen der Pädagoginnen
und Pädagogen
• Umfassendes Wissen
• Empathie und Sensibilität
• Fähigkeit zur systematischen
Beobachtung und Dokumentation
• Eigene forschende Haltung: Staunen,
Neugier, Lust zu Forschen
• Partizipation
• Optimismus: „Freude ist die Grundlage
der Erziehung!“ (Loris Malaguzzi)
Ratschläge der Sechsjährigen an
die neuen Dreijährigen
„Ihr braucht nicht zu weinen, wenn die
Mütter und Väter weggehen. Wenn sie
Geld verdient haben, holen sie euch
am Nachmittag wieder ab.
Macht euch keine Sorgen und seid
glücklich und denkt nicht so viel nach
und denkt an‘ s Spielen!“
Literatur
• Annette Dreier: Was tut der Wind, wenn er nicht
weht? Begegnungen mit der Kleinkindpädagogik
in Reggio Emilia, Berlin – Düsseldorf 2012, 7.
Aufl.
• Comune di Reggio Emilia (Hg.): Alles hat einen
Schatten, außer den Ameisen, Weinheim 2006
• Reinhard Kahl: Kinder!, DvD von 2007
(www.verlag-der-zukunft.de)
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Bildung
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