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"Was soll ich einmal lernen?" - Mittelschule Viechtach

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"Was soll ich einmal lernen?"
Berufsorientierung an der Mittelschule: Das InfoMobil für
Elektro- und Metallberufe zu Gast
"Frauen-Power": Vor allem Mädchen sollen an technische Berufe herangeführt werden. Hier zeigt
Diplom-Pädagoge Florian Heilmann der M-Klasse 8b die Arbeit mit der CNC-Fräsmaschine.
Klassensprecherin Kathrin Kraus hält das selbst gefertigte Werkstück mit der Gravur "M8b". − Foto:
Bauernfeind
Viechtach. "Was soll ich später lernen?" Vor dieser Frage stehen die
Schüler der 8. Klasse in der Mittelschule Viechtach, denn für sie stehen
bald die ersten Bewerbungen an. Um den Schülern bei dieser
schwierigen Frage weiterzuhelfen, war gestern das InfoMobil der
Bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber ("bayme vbm") zu Gast an
der Mittelschule. Die drei achten Klassen konnten sich bei ihrem Besuch
informieren und sogar selbst ein Werkstück herstellen.
Der 18 Meter lange Gelenkbus hat alles zum Thema Metall- und
Elektroberufe an Bord. Hier können sich die Schüler über Ausbildung,
Gehalt und Berufsalltag in dieser Branche informieren. "Viele
Jugendliche in diesem Alter haben gar keine konkrete Vorstellung, wie
dieser Beruf aussieht", erklärte Elektromeister Wolf-Dieter Bieler. Mit
einem Besuch im InfoMobil soll sich das ändern.
Denn dort bringen die beiden Betreuer des InfoMobils, Elektromeister
Bieler und Diplom-Pädagoge Florian Heilmann, den Schülern nicht nur
die Berufsbilder in der Elektro- und Metallindustrie näher; die
Jugendlichen bekommen auch Einblicke in den Berufsalltag. Dazu
stehen verschiedene Maschinen zum Ausprobieren zur Verfügung. An
einer Brennstoffzelle können die Jugendlichen sehen, wie die
umweltfreundliche Energieversorgung von morgen aussehen kann. Mit
einer Kurbel können sie das Prinzip eines Kühlschranks nachstellen und
fühlen, wie beim Drehen der Kurbel Spulen abkühlen oder sich
erwärmen. Außerdem steht ein Getriebe zur Verfügung, in dem die
Schüler selbst Zahnräder ein- und aussetzen können.
"Die vielen Experimentierstationen sind wichtig, um die Jugendlichen für
Technik zu begeistern", erklärte Bieler. "Wir setzen hier praktisch um,
was die Schüler schon theoretisch in der Schule gelernt haben."
Besonders interessant für die Schüler der M-Klasse 8b war die Arbeit mit
der CNC-Fräsmaschine. Die Jugendlichen konnten die Arbeit eines
Zerspanungsmechaniker nachstellen, indem sie selbst ein Werkstück mit
der Gravierung "M8b" erstellten. Erst musste das Arbeitsprogramm für
die Maschine erstellt werden. Dazu übertrugen die Schüler Koordinaten
aus einer technischen Zeichnung in den Computer. Anschließend fräste
die Maschine selbstständig den Schriftzug in das Werkstück.
Der Besuch des InfoMobils zeigt die enge Verzahnung der Mittelschule
Viechtach mit der Wirtschaft. "Es ist immer gut, wenn jemand von außen
kommt. Die Schüler sollen selbst in der Praxis etwas ausprobieren",
sagte Schulleiter Michael Dirmaier.
Auch Konrektorin Ida Kärtner hält praxisorientierten Unterricht für
wichtig. "Die Schüler sollen selbst ihre Stärken und Schwächen finde.
Das können wir allein im Unterricht gar nicht bieten", sagte sie. Um die
Schüler in der Berufsorientierungsphase zu unterstützen, arbeitet die
Mittelschule eng mit Firmen, Handwerkern und Dienstleistungsunternehmen aus der Region zusammen. Ein Beispiel ist die
Kooperation mit der Firma Linhardt, wo die Schüler schon oft zu Gast
waren und sogar selbst ein Werkstück erstellt haben.
Vor allem das Interesse der Mädchen soll geweckt werden. Noch immer
arbeiten viel weniger Frauen als Männer in technischen Berufen. "Es
sind zu wenig junge Frauen, wir bräuchten mehr", stellte auch
Elektromeister Bieler fest. "Die Mädchen sind grundsätzlich schon
interessiert an Technik. Aber in einem gewissen Alter fixieren sie sich
dann auf die typischen Frauenberufe", erklärte Konrektorin Kärtner. Mit
Projekten wie dem InfoMobil soll das geändert werden. "Wichtig ist vor
allem, dass die Mädchen daheim unterstützt werden", sagte Bieler.
Bei den Mädchen der M-Klasse 8b ist das InfoMobil der Metall- und
Elektroindustrie gut angekommen. "Sehr schön und interessant", fand
Klassensprecherin Kathrin Kraus den Besuch. "Ich denke schon, dass
deswegen jemand in den technischen Bereich geht." Sie selbst wisse
zwar noch nicht, was sie einmal werden wolle, könne sich aber
vorstellen, in dieser Branche zu arbeiten. − gjb
entnommen aus PNP vom 15.10.2011
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Kategorie
Bildung
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