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Kammersystem des Herzens 453
Bulbus aortae
Aorta
Mm. pectinati
A. coronaria sinistra
Atrium dextrum
Sinus aortae
Valva aortae
Ramus circumflexus der
A. coronaria dextra
Atrium cordis sinistrum
V. cordis magna
Chordae tendineae
der Valva tricuspidalis
M. papillaris
Valva bicuspidalis
Chordae tendineae
Ventriculus dexter
Ventriculus sinister
Septum interventriculare
Trabeculae carneae
Epicardium
Ramus interventricularis
paraconalis
Myocardium
Endocardium
Apex cordis
Abb. 12-6. Längsschnitt durch das Herz eines Pferdes, Aufnahme PD Dr. J. Maierl, München.
Gefäße des Herzens
Das Herz wird sehr gut mit Blut versorgt. Beim Menschen werden dafür 5% des Ausstoßes des linken Ventrikels verwendet.
Beim Tier soll der Prozentsatz noch höher sein, dies ist sicherlich vom Trainingszustand abhängig. Die Herzkranz- oder
Koronararterien entspringen aus zwei der drei Sinus der Aorta, über den Taschenklappen (Abb. 12-6 bis 10). Man unterscheidet die:
●
●
A. coronaria sinistra,
A. coronaria dextra.
Die A. coronaria sinistra entspringt aus dem linken Sinus des
Bulbus aortae (Abb. 12-6). Für gewöhnlich ist sie die größere der
beiden. Diese Arterie zieht zwischen dem linken Herzohr und
dem Truncus pulmonalis hindurch und erreicht den Sulcus coronarius. Hier teilt sie sich in einen absteigenden und einen in der
Herzkranzfurche verlaufenden Ast.
Der absteigende Zweig, der Ramus interventricularis paraconalis (Abb. 12-8), folgt dem gleichbenannten Sulcus. Er versorgt
die linke Herzwand und große Teile vom Septum. Der im Sulcus
coronarius weiterlaufende Zweig, der Ramus circumflexus (Abb.
12-5 u. 8), umrundet kaudal die Herzkranzfurche und endet entwe-
der in der Nähe des Sulcus interventricularis dexter oder subsinuosus (Pferd und Schwein) oder begleitet diesen noch bis zur
Herzspitze (Katze, Hund und Wiederkäuer).
Die A. coronaria dextra entspringt aus dem kranial
gerichteten Sinus des Bulbus aortae (Abb. 12-7 u. 8). Sie zieht
zwischen dem rechten Herzohr und dem Truncus pulmonalis hindurch und erreicht die Herzkranzfurche. Die A. coronaria dextra
verläuft kranial in der Herzbasis und endet bei Hund und Wiederkäuern in Höhe des Sulcus interventricularis dexter. Bei Pferd und
Schwein zieht sie in diesem bis an die Herzspitze.
Diese Unterschiede in der Herzversorgung führen dazu, dass
man von links-koronarer (Hund und Wiederkäuer) und beidseitigkoronarer (Schwein und Pferd) Herzversorgung spricht. Bei der
Katze sind mehrere Varianten der Arterienversorgung des Herzens
anzutreffen. Beim Menschen haben diese Arterienvariationen große
klinische Bedeutung, bei den Haussäugetieren sind diese Kenntnisse jedoch lediglich von theoretischem Wert. Die Arterien des Herzens sind Endarterien. Ihre größeren Äste gehen keine Anastomosen ein.
Beim plötzlichen Verschluss eines größeren Ramus kommt es
zum Herzinfarkt. Beim Hund wurde allerdingst festgestellt, dass
ausbaufähige Anastomosen bei einem allmählichen Verschluss einen
Herzinfarkt verhindern können. Derartige Anastomosen fehlen am
Herzen des Schweines.
König, Liebich: Anatomie der Haussäugetiere. ISBN: 978-3-7945-2984-1. © Schattauer GmbH
454 12 Organe des Herz-Kreislauf-Systems (Systema cardiovasculare)
Conus arteriosus
Valva atrioventricularis dextra
oder tricuspidalis
Trabeculae carneae
Cuspis angularis
Valva aortae
Valvula semilunaris dextra
Cuspis parietalis
Valvula semilunaris septalis
Valvula semilunaris sinistra
Auricula sinistra
Cuspis septalis
Mm. pectinati
Valva atrioventricularis sinistra
oder bicuspidalis
Cuspis septalis
Cuspis parietalis
Sinus coronarius
Abb. 12-7. Querschnitt durch das Herz eines Pferdes in Höhe der beiden Vorkammern, Aufnahme PD Dr. J. Maierl, München.
Valva atrioventricularis dextra
oder tricuspidalis
Cuspis parietalis
Cuspis angularis
Cuspis septalis
Ramus interventricularis
subsinuosus
Ramus coronarius sinister
Ramus circumflexus dexter
Valva aortae
Valvula semilunaris septalis
Valvula semilunaris dextra
Valvula semilunaris sinistra
A. coronaria dextra
Valva trunci pulmonalis
Valvula semilunaris dextra
Valvula semilunaris sinistra
Valvula semilunaris intermedia
Valva atrioventricularis sinistra
oder bicuspidalis
Cuspis parietalis
Cuspis septalis
Ramus circumflexus sinister
Nodulus valvulae semilunaris
Ramus interventricularis paraconalis
A. coronaria sinistra
Abb. 12-8. Schematische Darstellung eines Querschnitts durch die Herzbasis des Pferdes in Höhe der beiden Vorkammern mit Ursprung
der Herzkranzgefäße.
König, Liebich: Anatomie der Haussäugetiere. ISBN: 978-3-7945-2984-1. © Schattauer GmbH
Kammersystem des Herzens 455
V. cava cranialis
Aorta
Truncus brachiocephalicus
Vv. pulmonales
V. cava caudalis
V. cordis media
Ventriculus cordis sinister
Atrium cordis dextrum
Ramus circumflexus dexter der
A. coronaria dextra
Ramus distalis ventricularis dexter
Ventriculus cordis dexter
Abb. 12-9. Herz eines Hundes (Korrosionspräparat, Ansicht von rechts), Präparat H. Dier, Wien.
A. subclavia sinistra
V. cava cranialis
V. azygos dextra
Aorta
Truncus brachiocephalicus
Atrium cordis dextrum
Vv. pulmonales
Auricula cordis dextra
Conus arteriosus
Auricula cordis sinistra
Atrium cordis sinistrum
V. cordis magna
Ramus interventricularis
paraconalis der
A. coronaria sinistra
Ventriculus cordis dexter
Ramus marginis ventricularis
V. marginis ventricularis sinistra
Ramus collateralis proximalis
Ramus collateralis distalis
Abb. 12-10. Herz eines Hundes (Korrosionspräparat, Ansicht von links), Präparat H. Dier, Wien.
König, Liebich: Anatomie der Haussäugetiere. ISBN: 978-3-7945-2984-1. © Schattauer GmbH
456 12 Organe des Herz-Kreislauf-Systems (Systema cardiovasculare)
Aorta (angeschnitten)
Truncus pulmonalis
Abgang zum Truncus brachiocephalicus
Atrium cordis sinistrum
Abgang zur A. coronaria dextra
Atrium cordis sinistrum
Ostium atrioventriculare sinistrum
mit Valva atrioventricularis sinistra
Valvulae semilunares
Valva atrioventricularis
Chordae tendineae
Crus sinistrum
Chordae tendineae
M. papillaris
Purkinje-Fasern
Wand des Ventriculus cordis sinister
Purkinje-Fasern
Wand des Ventriculus cordis sinister
Abb. 12-11. Schematische Darstellung des Reizleitungssystems des linken Vorhofs und der linken Kammer mit Aorta (aufgeklappt).
Die Herzvenen sammeln sich in der V. cordis magna, die im
Wesentlichen mit der A. coronaria sinistra verläuft (Abb. 12-5 u.
6). Kurz vor ihrer Mündung in den Sinus coronarius, der eine Ausbuchtung des rechten Atrium darstellt, nimmt sie die V. cordis
media auf, die im Sulcus interventricularis dexter aufsteigt. Vv.
cordis minimae ziehen in größerer Zahl auch direkt in die Hohlräume des Herzens.
Erregungsbildungs- oder
Reizleitungssystem
Das Erregungsbildungs- oder Reizleitungssystem besteht aus spezifisch modifizierten Herzmuskelzellen, die einen geringfügig
größeren Durchmesser als die der Arbeitsmuskulatur besitzen. Sie
sind flüssigkeitsreicher, glykogenreicher und fibrillenärmer.
Das Reizleitungssystem bildet spontan rhythmisch lokale Erregungen, die auf den übrigen Herzmuskel übergehen und zur Systole
führen. Diese im Herzen selbst entstehende Erregung garantiert die
sog. »Herzautonomie«. Zum Erregungsbildungs- und Reizleitungssystem gehören (Abb. 12-11 u. 12):
●
●
●
●
Sinusknoten (Nodus sinuatrialis),
Atrioventrikularknoten (Nodus atrioventricularis),
Fasciculus atrioventricularis (= His-Bündel)
mit Crus dextrum und sinistrum und
Purkinje-Fasern.
Die Erregung des Herzens kann von sämtlichen Abschnitten des
Reizleitungssystems ausgehen. Eine herausragende Bedeutung
kommt dem Sinusknoten (Nodus sinuatrialis) zu, der die Herzaktivität koordiniert (Abb. 12-12). Der Sinusknoten wird deshalb auch der Schrittmacher des Herzens genannt. Er liegt vom
Endokard bedeckt in der Wand des rechten Vorhofs ventral der
Mündung der kranialen Hohlvene (Abb. 12-12). Beim Menschen ist
er ca. 25 mm lang und 2 mm breit. Der Atrioventrikularknoten
(Nodus atrioventricularis), auch AV-Knoten genannt, dient ebenfalls der kardialen Erregungsbildung. Dieser Knoten liegt in der
interatrialen Scheidewand (Abb. 12-12) nahe der Mündung des Sinus
coronarius. Er setzt sich mit dem Fasciculus atrioventricularis
(= His-Bündel) fort und durchbricht als Truncus fasciculi atrioventricularis das Herzskelett.
Am Dorsalrand des muskulären Teils des Septum interventriculare spaltet sich dieser Stamm in zwei Schenkel, das Crus dextrum
und das Crus sinistrum, auf. Diese ziehen, von Endokard bedeckt,
beiderseits in der Kammerscheidewand zu den Papillarmuskeln.
Der linke Schenkel verbreitert sich flächenhaft, der rechte benützt
vorzugsweise die Trabeculae septomarginales. Die Ausläufer der
Schenkel des His-Bündels heißen Purkinje-Fasern. Sie gehen in
die Arbeitsmuskulatur des Myokards über (Abb. 12-12).
Sowohl der Sinusknoten als auch der Atrioventrikularknoten
werden reichlich von vegetativen Nerven innerviert.
Innervation des Herzens
Die Innervation des Herzens erfolgt durch vegetative Fasern.
Die sympathischen Nerven des Herzens, die Nn. cardiaci cervi-
König, Liebich: Anatomie der Haussäugetiere. ISBN: 978-3-7945-2984-1. © Schattauer GmbH
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