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1 Bibelleitfaden Oktober 2013 - Was den Glauben wirklich stärkt

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Bibelleitfaden Oktober 2013
Vorbereitung:
-
Was den Glauben wirklich stärkt
Mitte gestalten
(verschiedene) Samenkörner,
möglichst Senfkörner, evtl. Kürbiskörner
1. Begrüßen und Ankommen/ Einstieg
EH 22 „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“
Gebet:
Herr, in Deinem Namen sind wir zusammengekommen,
um Dein Wort zu hören.
Wir bitten dich: Stärke unseren Glauben.
Wir danken Dir, dass Dein „Ja“ zu uns immer steht und gilt. Amen.
Zum Einstieg erhält jeder Samenkörner auf die Hand.
Austausch über die Assoziationen zum Symbol verschiedener Samenkörner.
Was lässt das Korn ahnen? Was steckt im Korn drin? Welche Rolle spielt die
Größe? Fallen mir Bibelstelle zu Senfkorn oder Samenkörner ein?
Überleitung:
Das heutige Evangelium erschließt sich vielleicht nicht auf den allerersten
Blick als Licht in der Nacht. Bei genauerem Hinschauen erweist es sich als
„Frohe Botschaft“.
2. Begegnung mit dem Bibeltext: LK 17,5-10
(Evangelium des 27. Sonntags im Jahreskreis Lesejahr C; 6. Oktober 2013)
5 Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben!
6 Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr
zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und
verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
7 Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu
ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?
8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene
mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
9 Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
10 So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt
ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.
Alternative Übertragung von Jörg Zink:
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Einmal baten ihn die Apostel: „Gib uns doch mehr Glauben!“
Aber Jesus erwiderte:
„Wenn ihr Glauben habt auch nur so klein wie ein Senfkorn,
reicht er aus, und ihr könnt zu diesem Maulbeerbaum sagen:
„Hebe dich mit allen Wurzeln aus der Erde
und pflanze dich ins Meer!“ Er wird euch gehorchen.
Denkt an euren eigenen Knecht:
Der pflügt den Acker und weidet das Vieh.
Wenn er aber vom Feld zurückkommt,
sagt ihr ihm nicht: „Setz dich zu Tisch, ich will dich bedienen!!
Vielmehr sagt ihr zu ihm:
„Decke mir den Tisch! Zieh die Schürze über
und bring mir zu essen und zu trinken.
Danach iss und trink auch du selbst.“
Ihr ehrt ihn doch nicht
aus lauter Dankbarkeit dafür, dass er seine Pflicht tat.
Das gilt auch für euch selbst:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, dann sprecht:
„Wir sind unbrauchbare Knechte.
Wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren.““
Das Neue Testament übertragen von Jörg Zink, Kreuz Verlag. 2000
Den Bibeltext lesen
Der Bibeltext wird vorgelesen.
Den Bibeltext vertiefen
Die Teilnehmer/innen wiederholen einzelne Worte oder kurze Sätze, dazwischen
werden Besinnungspausen gelassen. Zum Abschluss kann der Text nochmals am
Stück gelesen werden.
In Stille verweilen
In einer Zeit der Stille lässt die Gruppe den Text nachwirken.
Gespräch
Die Teilnehmer/innen teilen einander ihre Gedanken und Erfahrungen mit, im Sinne
einer Mitteilungsrunde, nicht im Stil einer Diskussion.
Der/die GL leitet zum Austausch an.
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3.
(Hintergrund-)Impuls
-
… Es geht um die Frage, wie sehr wir dem Gott Jesu Christi vertrauen, der auch den
»kleinen Glauben« zur Vollendung und wahren Größe führen will mitten in der
Brüchigkeit der Lebenswirklichkeiten. Wie weit können wir uns - uns verlassend darauf einlassen? Und können wir das überhaupt aus eigener Kraft?
Ein kleiner Glaube ist kein Kleinglaube!
Die befreiende Antwort ist: Es genügt ein Glaube, klein wie ein Senfkorn! Es genügt
ein Minimum an Vertrauen, damit wachsen und werden kann, was ohne Glauben
unmöglich ist: dass sich mein Dasein wandelt - der Maulbeerbaum ins Meer hinein,
die Menschheit zum Besseren, mein Herz sich öffnet zu Gott hin. Dann ist alles schon
geschehen. Vertrauen ist nicht teilbar, ebenso wenig wie Liebe. Schon im Senfkorn
ist der Baum, schon im kleinsten Vertrauen, Hoffen und Lieben ist die große Liebe
am Werk, denn auch dieses kleine senfkornhafte Glauben ist nicht aus uns geboren,
sondern aus der Mitte des Lebens, das Gott selbst ist und an dem wir schon jetzt
Anteil haben.
Begreifen wir das, dann können wir auch die gar nicht in unsere Zeit passende Rede
vom »Sklave sein« für uns verstehen: Nicht um eine Abwertung der Apostel zu
Sklaven ihres Herrn geht es. Die Apostel dürfen sich damit eher erinnern lassen: Ihr
Herr wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Es geht nicht um Zementierung
von Herrschaftsverhältnissen, sondern um die Fragen: Wer lässt mich leben und nicht
nur überleben? Wo ist mein Ort? Für wen bin ich da? Und woraus lebe ich letztlich?
Jesus redet in der Sprache seiner Zeit von Gottesbeziehung. Trauen wir diesem Gott,
der uns Leben schenkt, immer neu verheißt und dazu begabt und so in dieser Welt
gegenwärtig sein will? … s. Michael Mayr in WortGottesFeiern 2013
-
Das Evangelium wird verständlich, wenn man die Absicht der Vergleiche mit dem
Senfkorn und dem Sklaven bedenkt. Gleichnisse sind Bilder vom Reich Gottes. Hier
wird ausgesagt, mit welcher Grundhaltung die Menschen leben sollen. Beim Bild vom
kleinen Senfkorn und starken Maulbeerbaum geht es nicht darum, ob wir
Naturgesetze außer Kraft setzen können, gemeint ist: „So unfassbar wie der
Gedanke, einen Baum auszureißen und ins Meer zu verpflanzen, so unfassbar ist
Gott für den Menschen. Vor diesem unfassbaren Gott sind die menschlichen
Maßstäbe nichtig“, auch die Urteile über den Glauben anderer.
Im Vergleich mit dem Sklaven geht es nicht darum, dass wir uns Gott als einen
tyrannischen Herrscher vorstellen, sondern es geht auch hier um die Haltung, um die
innere Einstellung, dass das Reich Gottes wirklich werden kann. Uns kommt es nicht
zu, ähnlich dem Sklaven, vor Gott aufzutrumpfen und Lohn zu verlangen. „Erst dann,
wenn wir nicht mehr meinen, wir könnten uns die Zuwendung Gottes durch
irgendwelche Glaubensleistungen verdienen, können wir erkennen, dass unser
Leben das vollkommen freie, gnadenhafte Geschenk Gottes ist.“ (s. und vgl. Herbert
Haslinger, Lesepredigten 1994 IFW)
-
Das Gleichnis vom unnützen Sklaven ist ein Sondergut bei Lukas. Es richtet sich
gegen die pharisäische Haltung eines Lohnanspruches gegenüber Gott. Hier wird ein
Vergeltungsanspruch für erbrachte Dienste für Gott und religiöse Verdienste aus
Frömmigkeitsleistungen ausgeschlossen. (Vgl. Stuttgarter kleiner Kommentar, LukasEvangelium 1984)
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-
Es beruhigt, wenn selbst die, die Jesus erlebt haben so ehrlich die Bitte „Stärke
unseren Glauben“ äußerten. Obwohl sie von seiner Nähe und Kraft tanken konnten,
mussten sie offensichtlich ihre Grenzen eingestehen.
Jesu Bildwort tröstet, wenn selbst ein kleiner Glaube, so klein wie ein Senfkorn, große
Wirkung haben kann, er scheinbar Unbewegliches und Gewaltiges in Bewegung
bringen kann und die natürlichen Verhältnisse auf den Kopf stellt. Wenn viele
Christen ihren kleinen Senfkornglauben gemeinsam Wirklichkeit werden lassen,
verändert sich das Antlitz der Erde und ein Stück Reich Gottes wächst unter uns.
Zugleich spricht Jesus in dem Bildwort des Sklaven eine Warnung an die aus, die
stolz und eitel auf ihren Glauben sind. Wer etwas für seine Glaubensfrömmigkeit
bekommen will, gibt das Geschenk des Glaubens auf. Wer Gott gegenüber
Ansprüche geltend macht, vergisst, wem er seine Lebens- und Glaubensgrundlage
verdankt. Jesus schützt uns vor Überheblichkeit und macht Mut zu dienen ohne uns
dabei etwas verdienen zu wollen und unsere geschenkten Gaben und Begabungen
für das Reich Gottes einzusetzen.
In diesem Sinne können wir das Lied „Kleines Senfkorn Hoffnung“ um die Strophe
erweitern: „Kleines Senfkorn Glaube, wenn du „nur“ in uns gepflanzt wirst … ja: dann
…“ (s. und vgl. Clemens Dietz in Lesepredigten 2000/01 IFW)
-
Papst Johannes XXIII. sagte einmal: „Wer glaubt, der zittert nicht. Er ist nicht
pessimistisch, er nörgelt nicht ununterbrochen, sondern sieht mit Zuversicht in die
Zukunft. Denn Glauben, das ist die Heiterkeit, die von Gott kommt.“
Bibelstellen, die in Bezug zum Text stehen: Um eine Perikope zu verstehen, ist es hilfreich,
sie in Verbindung mit der ganzen Heiligen Schrift so betrachten.
Lk 12,37: Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt. Amen, ich sage euch:
Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.
Lk 22,27: Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der,
der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.
Joh 13,1-16 (Die Fußwaschung): 12 b – 16 Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr
sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun
ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die
Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an
euch gehandelt habe. Amen, amen, ich sagen euch: Der Sklave ist nicht größer als sein
Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
Mt 8,10 (Heilung des Knechts eines Hauptmanns) Jesus war erstaunt als er das hörte, und
sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben
habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.
Mt 17, 20 (Heilung eines besessenen Jungen) 19: Als die Jünger mit Jesus allein waren
wandten sie sich an ihn und fragten Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?
20: Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer
Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück
von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.
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Mt 21,21 (Der unfruchtbare Feigenbaum. Glaube und Gebet) Jesus antwortete ihnen: Amen,
das sage ich euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werde ihr nicht nur das
vollbringen, was ich mit dem Feigenbaum getan habe; selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt:
Heb dich empor, und stürz dich ins Meer!, wird es geschehen.
Mk 11,23 (Der verdorrte Feigenbaum. Glaube und Gebet) Amen, das sage ich euch: wenn
jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor, und stürz dich ins Meer!, und wenn er in
seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es
geschehen.
4.
Antwort
EH 142 „Kleines Senfkorn Hoffnung“
Evt. anschließend gemeinsam eine Strophe entwerfen: Kleines Senfkorn Glaube … s. o. und
auf diese Weise auf den Punkt bringen, was im Gespräch wichtig geworden ist.
5.
Zum Weitergehen / Vertiefen
Atemübung
Unser Glaube ist das antwortende Ja unseres Lebens auf Gottes Ja zu uns. Dies wollen wir
im Atem vollziehen und verinnerlichen:
„Wir atmen tief ein und nehmen darin Gottes „Ja“ zu unserem Leben in uns auf und im
Ausatmen lassen wir unser „Ja“ zu seiner Lebensgabe ausströmen. Er schenkt uns durch
den Atem Lebenskraft, Bewegung …, und wir halten nichts fest, sondern im Hergeben des
Ausatmens und Sich-loslassens auf ihn hin kann uns Neues, Unverbrauchtes durchströmen.“
s. Anneliese Hecht in: Bibel erfahren, Kath. Bibelwerk 2001
EH 65 „Confitemini Domino“ (Vertraut auf den Herrn, den er ist gut, Halleluja!)
6.
Vater unser / Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Er stärke unseren Glauben und gebe uns Kraft zum Tun.
Er bewahre unsere Herzen in seiner Liebe und Gegenwart.
EH 152 „Suchen und Fragen“
7.
Organisatorisches
Nächstes Treffen: Wo/ wann ist das nächste Treffen?
Wer hat die Leitung?
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Alternative: Glaubensvertiefung (z.B. anstelle von 5.)
8.
Einübung in glaubende Existenz
Nachdenken über Gott, denken an Gott, glauben an Gott, macht Gott zum Objekt. Ich als
glaubender Mensch stehe so Gott gegenüber, nehme ein distanziertes Verhältnis ein, das
ich unberührt lassen kann. Denken an, glauben an, ist eine Kopfangelegenheit, betrifft nicht
meine ganze Existenz.
Ganz anders ist es, wenn ich Glauben im existenziellen Sinn vollziehen lerne als ein
„glaubend vertraue ich mich dir an …“. Glaubende Einübung soll uns zu einer glaubenden
Lebenshaltung führen … , die göttliches Licht, göttliche Kraft und Liebe in unseren Alltag
bringen. … Glaubenswahrheiten werden zu Glaubenshaltungen, zu Lebenshaltungen:
Gebet
Glaubend vertraue ich mich Dir an, meinem Gott,
der Du uns wie Vater und Mutter bist.
Du hast mit un-endlicher Liebe
mich, alle Menschen dieser Erde
und die ganze Schöpfung
liebend erschaffen
und Du trägst alles im Dasein.
Glaubend vertraue ich mich Dir an, meinem Gott,
der Du uns menschlich nahe bist
in Jesus, dem Christus, Deinem Sohn
Du hast mit un-endlicher Liebe
mich, alle Menschen dieser Erde
mit der ganzen Schöpfung
liebend erlöst
und zu neuem Leben gerufen.
Glaubend vertraue ich mich Dir an, meinem Gott,
der Du heiligender Geist bist.
Du heiligst mit un-endlicher Liebe
mich, alle Menschen dieser Erde
und die ganze Schöpfung
und Du wirst alles liebend vollenden.
Amen – ja, so soll es sein!
Zur Verleiblichung meines Betens:
•
•
•
bei „… meinen Gott“ verbeuge ich mich
bei „mich, …“ bekreuzige ich mich von oben (Kopf) bis unten von linker
Körperseite zur rechten Körperseite und meine so mich als diesen beseelten Leib.
Bei „alle Menschen dieser Erde mit der ganzen Schöpfung“ weise ich hin auf:
alle Menschen …
s. Bernhard Scherer SJ in 3 x täglich 3 Minuten Glauben einüben
7
9.
Alternative: Nimm dich nicht zuuu wichtig
Das Bildwort vom Sklaven zeigt auch, dass wir die Bedeutung unseres Einsatzes für das
Reich Gottes nicht überbewerten müssen – gerade dann, wenn man eine „scheinbar“
wichtige Rolle spielt. Das entlastet und schützt. Siehe hierzu die
Anekdote über Papst Johannes XXIII.
Ein junger Bischof wendet sich kurz nach seiner Weihe an Papst Johannes XXIII. und sucht
seinen Rat, weil er vor der hohen Würde dieses Amtes schlussendlich zurückschreckt und
aus lauter Verantwortungsbewusstsein keinen Schlaf mehr findet. Er denkt, dass er dies auf
Dauer nicht bewältigen könne.
Daraufhin lächelt der Papst und sagt: "Mein Sohn, als ich zum Papst gewählt wurde, bin ich
erschrocken vor der Würde dieses Amtes, und ich konnte eine Zeitlang überhaupt nicht mehr
schlafen. Einmal bin ich doch kurz eingenickt, da erschien mir ein Engel im Traum, und ich
erzählte ihm meine Not. Daraufhin sagte der Engel: 'Giovanni, nimm dich nicht so wichtig'.
Seitdem kann ich wunderbar schlafen.
Leitfaden zusammengestellt von Michaela Bremer
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