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))Was fur ein He d!cc - Bayern ist ganz Ohr

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Kinder und Senioren spielen gemeinsam Theater. Oas Stock »Oas tapfere Schneiderlein« ist Sonntag um 15 Uhr im Haus St. Vinzenz von Paul in Kleinostheim zu sehen.
Fotc IljOm Fnednch
))Was fur ein He d!cc
Theater fUr Enkel: Elf Senioren und drei Kinder spielen »Das tapfere Schneiderlein« im Haus St. Vinzenz von Paul
Mit Marchenhelden
kennt Rolf Kohler sieh aus. VOl' einem
Jahr bat der Senior als G1iickskind auf
der Biihne dem Teufel seine drei gol­
denen Haare geraubt. Nun spielt er
wieder die Hauptrolle beim Theater fill
Enkel: das tapfere Schneiderlein. Das
gleichnamige Marchenstiick wird am
Sonntag urn 15 Uhr im Haus St. Vin­
zenz von Paul offentlich aufgefiihrt.
In den vergangenen zwei Wochen
haben elf Senioren aus der Tages­
pflege und dem betreuten Wohnen. die
von Schauspiel-Profi Torsten Klee­
mann angeleitet werden. das von ih­
nen gestaltete StUck bei mehreren
Auffiihrungen in Kindergarten der
Umgebung und der Kol'perbebinder­
tenschule in Schweinheim gezeigt. Bei
der Premiere waren die Kleinen be­
geisteli. Eines der Kinder im RolIstuhl
wollte nach der Auffiihrung SOfOli mit
den Scbauspielern plaudern.
KLEINOSTHEIM.
Drei Kinder spielen mit
Heuer spielen erstmals drei Kinder
beim Theater fur Enkel mit. Das The­
aterstiick ist ein Teil des Mitmach­
projekts »Ganz jung. Ganz alt. GartZ
Ohr« des bayeriscben Sozialministe­
riums (siebe Hintergrund).
Annika Steffen (sechs Jahre) ist das
Voglein. das beim vorgetauscbten
Steinwurf des Schneiders davonflat­
tert. Louis Egenberger (sieben) spielt
das wilde Einhorn. Sein Bruder Au­
gustin (fUnf) flitzt als gefahrliches
Hintergrund: Aktion des bayerischen Sozialministeriums
Nicht Ober. sondern mit Senioren reden ­
das ist das Motto der Aktion »Ganz jung. Ganz all. Ganz Ohr<c. Die Mitmachkam­
pagne des bayerischen Sozialministeri­
ums will lung und Alt zusammen und mltei' nander ins Gesprach bringen. Schulen. Kindergarten, (Kirchen-)Gemein­
den. Altenpflegeeinrichtungen. Famllien und Vereine in ganz Bayern organisieren dazu Generationenprojekte - yom Spieletag bis zurn VldeoprOjekt. Die Evangelische Landeskirche und Gremien der katholischen Kirche sind als Kampag-
Wildschwein auf der Biihne bin und
her. bis es der Schneider am Schla­
wittchen hat.
Regisseur Kleemann koordiniert die
Velieilung del' Rollen je nach Fahig­
keiten der Senioren. Sie miissen nieht
unbedingt VOl' Fitness strotzen. um ei­
ne Figill' iiberzeugend auszufUlien. So
braucht Paula Dane aus der Tages­
pflege nur eine resolute Konigin (Hed­
wig Scheifling) und einen selbstbe­
wussten Gatten (Kobler) an ihrer Sei­
teo um eine wirklich liebreizende Prin­
zessin zu sein.
Die erwachsenen Zuschauer be­
kommen vom frisch vennahlten Paal'
etwas zum Sebmunzeln serviert: eine
»Bettszene«. die so lustig und unvel'­
fanglich ist. man sie auch Kindergar­
tenkindem zeigen kann. Prinz und
nenpartner aktiv. die bayerische Sozialmi­
"isterin Christine Haderthauer (CSU)
begleltet die Kampagne und IMt eln. »einen
treien. offenen und ehrlichen Blick auf das Alter zu wagen«. Denn alte und pnegebedOrftige Menschen seien keine Pflege-»Falie«, sondern Person­
lichkeiten mit interessanter Geschichte. mit
Traumen und WOnschen - und das mache
es lohnend. aufeinander zuzugehen. Ooe)
. . Weitere Informatlonen unter
. . www.bayem-ist-ganz-ohr.de/
Prinzessin spielen vor dem Einschla­
fen Ausziehen. und allerlei spenige
KleidungsstUeke werden unter der De­
eke hervorgezaubert.
Auch ansonsten gebt es frisch und
humorvoll zu in der Marchen-Bear­
beitung. rue eine knappe Stunde dau­
ert. AIle spreehen frei. und es kommt
jedes Mal eine etwas andere Situation
heraus. Das gesamte Ensemble geht
sehr locker damit urn. Man kennt sieh.
Marianne Bieber und Edith Vid.era
zanken sich als Riesen (wie diese sieh
gegenseitig el'sehlagen. ist aber nul' aus
dem Off zu horen) . Irene Geissler spielt
den Riesen. der dem selbst ernannten
HeIden als Erster auf den Leim gebt.
Die sehwatzhaften Hofdamen wer­
den verkorpert von Rita Bauer. Ka­
thatina Kleinschmitt. Rosel Stark und
Margit Faust. Johanna Klemm-Ber­
necker spielt die Marktfrau mit ihrem
Korb voller Mus. 1m Spiel ist es Nu­
tella, was die kleinen Zuschauer eben­
so erheitert wie des Schneiderleins eu­
phorische Ausrufe: »reh bin ein Held ­
und was fUr einerk
Der Funke springt iiber
Der Funke zwischen den Senioren und
den kleinen Zuschauem bei der Pre­
miere sprang sofort iiber. So muss es
auch sein laut Kleemann. Ziel des vor
zwolf Jahren gegriindeten Theater­
projekts ist es. »den SpaB der Darstel­
ler aufs Publikum zu iibertragen«. Ein
wenig Ernst gab es aueh. So erklarte
»Konigin« Hedwig Scheifling in scho­
nem klarem Hoebdeutsch. was einen
echten HeIden ausmacht.
Der Spielleiter hatte heuer. weil sei­
ne Frau Agnieszka sich ums Organi­
satorisehe kiimmerte. eine neue As­
sistentin zur Seite: die AItenpflege­
helferin Antje Hofmann vom Haus St.
Vinzenz von Paul. Obwohl sie selbst
nicbt mitspielte. war sie bei der Pre­
miere die Einzige mit Lampenfieber.
Die Senioren seien »ganz cool«. sagte
sie. Die Theatergruppe freue sich im­
mer schon auf den Montag. wenn ge­
probt werde. »Das ist fUr sie etwas ganz
Melanie Pollinger
Besonderes.«
. . »Das taptere Schnelderleln« am Sonntag
. . um 15 Uhr im Haus St Vinzenz von Paul
Klelnostheim. Bassenser Stral3e 17.
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