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Christenverfolgung weltweit – Was können wir tun - Junge

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PATRIARCHAT VON ANTIOCHIEN
‫ܦܛܪܝܪܟܘܬܐ ܕܐܢܛܝܘܟܝܐ‬
Patriarchalvikariat der Syrisch - Orthodoxen
Erzdiözese in Deutschland
‫ܐܦܛܪܘܦܘܬܐ ܦܛܪܝܪܟܝܬܐ ܕܣܘ̈ܪܝܝܐ‬
‫ܬܪ̈ܝܨܝ ܫܘ̄ܒ ـ ܡܪܥܝܬܐ ܕܐܠܡ ܐܢܝܐ‬
Augsburg, 25.12.2012 – Bischof Philoxenus Mattias Nayis – Zur Lage der Christen in Syrien
Am 25.12.2011, einen Tag nachdem er in der Marienkirche die Weihnachtsmesse abgehalten hatte, lud
der neue Erzbischof der Diözese in Deutschland zu einem Kennenlernen in den Gemeindesaal der Syr. Orth.
Kirche in Augsburg ein. Die Nähe zu den Gläubigen
stand im Vordergrund. Im Besonderen galt der Aufruf
zum Gespräch den Jugendlichen der Gemeinde, zu
denen der in Schweden geborene, aber in Syrien aufgewachsene junge Bischof eine besondere Beziehung
aufbauen möchte. Gerade seine Bindung an Europa
und europäische Werte, gepaart mit dem Wissen um
die kulturellen Eigenheiten der arabischen Welt, sollten ihm innerhalb des interkulturellen Dialogs, der gerade jetzt im Nahen Osten aber auch in Europa notwendig geworden ist, gute Dienste leisten.
(Foto SJ) Bischof Mor Philoxenus Mattias Nayis
Folglich ging es bei den meisten Fragen auch um das Wohl der syrischen Christen, die momentan
Schreckliches in den Wirren dieses Bürgerkrieges durchleben müssen. Von Haus aus friedlich und im
Einklang mit dem christlichen Glauben darauf bedacht mit allen Gemeinschaften zusammenleben,
sehen sich die meisten Christen nun zwischen den Fronten dieses Konfliktes, bei dem wie immer die
Minderheiten, die Schwachen, die Kinder und die Unschuldigen die ersten Opfer von Wut, Gewalt und
Hass sind. Und die Schwachen und Mittellosen sind es auch, die sich die inzwischen überteuerten Lebensmittel nicht mehr leisten können. Der Brotpreis ist um das Doppelte bis Dreifache gestiegen,
wenn es überhaupt zu haben ist. Gas, dieser so wichtige Energieträger, kostete inzwischen sogar bis
zum Fünffachen. Die einfachen Menschen können diese Preise nicht mehr schultern. Und so sieht sich
die Kirche in Damaskus dazu verpflichtet, den Hungernden und Durstenden Schutz und Zuflucht zu
gewähren. Gemäß dessen, was der Herr, Jesus Christus, uns gelehrt hat, so der Bischof, stehen allen
die Türen offen, um Zuflucht und Hilfe empfangen zu können. So z.B. auch im Kloster Mor Ephrem, in
Damaskus, der ehemaligen Heimat von Mor Philoxenus, welches zum aktuellen Zeitpunkt an die 1000
Familien mit Nahrungsmitteln, Kleidung und medizinischer Hilfe versorgt. Dabei wird zwischen den
Konfessionen nicht unterschieden, wie der Oberste Hirte der Syrisch Orthodoxen Kirche in Deutschland
betont. 450 Familien, die im Klosterkomplex und in der Umgebung untergebracht sind, gehören der
Syr. Orth. Kirche an, 525 Familien anderer christlicher Konfessionen, 25 Familien sind dem islamischen
Glauben zuzuordnen.
PATRIARCHAT VON ANTIOCHIEN
‫ܦܛܪܝܪܟܘܬܐ ܕܐܢܛܝܘܟܝܐ‬
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Erzdiözese in Deutschland
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Auch die vielen Flüchtlinge in fremden Ländern hat die Kirche nicht vergessen. So z.B. an die 150 Syrer,
die in Griechenland gestrandet sind. Die Kirche hat zwei Bischöfe in dieses von der Rezession geplagte
EU Land gesandt, damit sie sich vor Ort um die Betroffenen zu kümmern. Der Bischof dankte ausdrücklich der Griechisch Orthodoxen Kirche, die sich sofort bereit erklärt hatte, den Flüchtlingen Hilfestellung zu leisten. Z.B. in Form von mehreren Mahlzeiten, die täglich in den Küchen der Kirchen ausgegeben werden.
Trotz der vielen Umbrüche im Nahen Osten, die als sogenannter Arabischer Frühling ihren Anfang
nahmen und jetzt für die Christen des Nahen Ostens wie auch für andere Minderheiten eher einem
dunklen Winter gleich den Himmel zu verdunkeln drohen, sieht Bischof Philoxenus nur in einem dauerhaften Frieden eine Lösung. Er betont, dass die Christen immer wieder durch Verfolgung und Bedrohung schwere Zeiten durchmachen mussten. Doch genau dieser schwere Weg ließ sie auch immer
wieder zu neuer Stärke finden, die am Ende des Weges Licht hervorbrachte. So kann man am Beispiel
der Flüchtlinge im Kloster Mor Ephrem in Damaskus beobachten, dass christliche Angehörige aller
Konfessionen, egal wie sie sich nennen mögen, gemeinsam im christlichen Glauben beisammen sind.
Das Beispiel der Griechischen Kirche zeigt, dass gefühltes Leid alle Menschen, ob sie sich nun Christen
oder Muslime nennen, etwas angeht.
In Zeiten schwerer Not ist das Besinnen auf christliche Werte und die damit verbundene Nächstenliebe das, was eine humane Gesellschaft dem christlichen Glauben verpflichtet, ausmacht, so Philoxenus
zum Abschluss.
Eine bewegende Rede, die sichtlich viele Zuhörer zum Nachdenken gebracht hat.
Simon Jacob, München,
den 02.01.2013
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Seele and Geist
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