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DD_2011_32: BETRIEB & MANAGEMENT: WAS IST IHRE

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BETRIEB & MANAGEMENT
PERSONALAKTEN FÜR JEDERMANN. Einen
ungeeigneten Entsorgungsweg wählte auch ein
Druckereimitarbeiter, der alte Personalakten einschließlich Leistungsbeurteilungen und Krankheitsbelegen in den Papiermüll gab. Die Akten
wurden einem der ausgeschiedenen Mitarbeiter
zugespielt, der ein Anwaltsbüro einschaltete. Die
Angelegenheit wurde rasch einvernehmlich geregelt. Bei Einschaltung der Behörden hätte massives Bußgeld gedroht. Eine innerbetriebliche Anweisung zum Umgang mit den besonders sensiblen
Personaldaten fehlte. Schadenersatzansprüche,
insbesondere nach § 7 BDSG, drohten dem Mitarbeiter wegen seines Handelns, dem Geschäftsführer wegen eines Organisationsverschuldens und
auch dem Unternehmen selbst, da ein eindeutiger rechtswidriger Umgang vorlag und Arbeitsanweisungen zum korrekten Umgang fehlten.
FAZIT. Daten und Datenhandling ist für Drucker
seit Jahren alltägliche Praxis. Die neuen Geschäftsfelder und der damit verbundene verstärkte Umgang mit personenbezogenen Daten erfordern
jedoch zusätzliche Bemühungen im klassischen
Datenhandling und schaffen neue Herausforderungen. Datenhandling ist stets Chefsache. Ein angestellter Geschäftsführer haftet der Gesellschaft für
eigene Fehler genau so wie für ein Organisationsverschulden im Betrieb – im Übrigen unbegrenzt.
Ein Betroffener kann ggf. den Geschäftsführer
selbst für dessen Verschulden, aber auch das Unternehmen in Anspruch nehmen. Das Unternehmen selbst kann wiederum ggf. beim Geschäftsführer Rückgriff nehmen.
Regeln für den Umgang mit Personendaten aufzustellen und zu überwachen, mag angesichts des
harten Tagesgeschäfts der Druckereien als belastend empfunden werden. Es dient jedoch der Harmonisierung der Arbeitsabläufe sowie der Vermeidung von Schäden und Haftungsfällen. Außerdem stellt es einen Wettbewerbsvorteil dar. Der
Drucker mag bedenken, dass sein Auftraggeber
für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben in
der Auftragsdatenverarbeitung selbst haftet. Entlastet ihn der Drucker dadurch, dass er seine Arbeitsabläufe BDSG-konform gestaltet und entsprechende Protokolle vorlegen kann, so rückt ein Auftrag
näher. Weiterhin sollte der Drucker bedenken,
dass – auch außerhalb der zunehmenden geschäftlichen Aktivitäten mit BDSG-Bezug – ein großer
Vorteil in der Berücksichtigung der gesetzlichen
Vorgaben liegt. Wer mag bestreiten, dass die im
BDSG geforderten förmlichen Regeln von Zugriffsrechten, Eingabekontrolle, Auftragskontrolle oder
Verfügbarkeit von Daten unter anderem nicht
typische allgemeine Anforderungen für einen geregelten Geschäftsablauf sind. Die technischen und
organisatorischen Maßnahmen gemäß § 9 BDSG
bieten Anlass, alle Betriebsabläufe zum Datenhandling zu überprüfen und zu verbessern.
Solche Maßnahmen helfen insgesamt, Fehler
aufgrund von Vorgaben zu vermeiden. Sie schaffen Verantwortung bei den Mitarbeitern, die darauf
verpflichtet werden. Durch die Verbesserung der
Betriebsabläufe macht sich der mit den Maßnahmen verbundene zeitliche und sachliche Aufwand
von selbst bezahlt. Das Gesetz ist ohnehin zu
(ms)
befolgen.
Deutscher Drucker | Nr. 32 | 27.10.2011
Was ist Ihre Website
wirklich wert?
MARKETING IN DER DRUCKINDUSTRIE (16) ó Druckereien stellen
jeden Tag Gedrucktes her. Der Fokus ist also ganz klar auf Papier gerichtet.
Ist es vor diesem Hintergrund vielleicht sogar schädlich, sich im Internet mit
einer Homepage zu präsentieren?
ó Diesen und ähnlichen provokanten Fragen
bin ich nachgegangen. Denn eines fällt auf: Sehr
viele kleine Druckunternehmen – Firmen mit
unter 10 Beschäftigten – unterhalten noch gar
keine Website. Und das, obwohl das Internet die
Welt inzwischen im Sturm erobert hat.
In einer nicht repräsentativen Umfrage unter
30 Kunden einer Druckerei wollte ich für Druckereien die Antwort auf folgende Fragen erhalten: Braucht eine mittelständische Druckerei eine
Website? Wenn ja, welche Funktion(en) muss
diese Website haben?
WEBSITE IST VISITENKARTE VON HEUTE.
Um es vorweg zu nehmen: die Antworten waren
eindeutig. Eine Website wird heute – ähnlich wie
die Visitenkarte früher – als Grundvoraussetzung
im geschäftlichen Bereich gesehen. Wer keine
Website hat, wird teilweise schon als „nicht existent“ bezeichnet. Die Website repräsentiert das
Unternehmen so, wie es die Dame am Telefon
oder der Außendienstmitarbeiter vor Ort tut. Eine
Website ist sowohl in der Pflege von Geschäftskontakten sehr wichtig, wie in der Anbahnung
neuer Geschäftskontakte.
Eine erwiesene Tatsache ist, dass potenzielle
Kunden nach Erhalt einer Werbeaussendung als
erstes auf die Website klicken. Sie möchten sich
näher über das sich bewerbende Unternehmen
informieren. Da leistet die Website gute Dienste:
Sie ist immer verfügbar und „immer in der Nähe"
– nämlich nur einen Mausklick entfernt. Eine
erste klare Aufforderung also an alle, die bis dato
noch keine Website haben: Stellen Sie eine Website ins Netz. Das ist Grundvoraussetzung.
FUNKTIONEN EINER WEBSITE. Welche Funktionen kann eine Website haben? Bei dieser Frage stellten sich zwei wesentliche Tatsachen heraus:
Erstens die Kommunikation mit Kunden, potenziellen Kunden, Partnern und Mitarbeitern, und
zweitens das Anbieten von Produkten und Dienstleistungen. Die zweite Funktion ist die, die Onlinedruckereien ausgiebig nutzen. Davon soll heute
nicht die Rede sein.
Wichtigste Funktion für eine mittelständische
Druckerei, die keine Onlinedienstleistung verkauft, ist also die Kommunikation mit Kunden
und potenziellen Kunden, Partnern und Mitarbeitern. Wenn man sich einmal die Form und Funktion von Websites genauer anschaut, kommt man
zu folgenden Fakten: Eine Website ist die Bereitstellung eines Pools an Informationen. Anders
als bei anderen Medien entscheidet der Nutzer,
Die Website ist die
Visitenkarte der heutigen digitalen Welt.
Wer seinen Kunden
keinen Mehrwert
anbietet, verhindert
schon im Vorfeld
eventuelle erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zu potenziellen Kunden.
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ob er in diesen Pool „eintaucht“ oder nicht. Er entscheidet auch, wie lange er drin bleibt und wann
er wieder rausgeht. Das ist die große Herausforderung bei dieser Kommunikationsform. Es muss
also ein sehr attraktiver Pool zur Verfügung gestellt
werden.
MEHRWERT SPÜREN. Der Kunde muss das
Gefühl haben, einen Mehrwert offeriert zu bekommen. Letztendlich soll der Eindruck entstehen,
einen sehr kompetenten Partner gefunden zu
haben, der besser ist als vergleichbare andere
Druckereien. Dann wird sich der potenzielle Kunde/der Nutzer auch gerne lange auf der Website
aufhalten. Wenn jedoch die Website langweilig
ist, wenn sie genauso wie andere, vergleichbare
Websites aussieht und nur Allgemeinplätze enthält, dann ist die Chance hoch, dass sie weggeklickt wird.
Das ist in dem Medium Internet sehr schnell
und einfach möglich. Weiter gedacht, kann eine
unprofessionelle oder langweilige Website viel
weitreichendere Konsequenzen haben, als mancher denkt. Sie kann dazu führen, dass der Besucher, der die Informationen, die er sucht, nicht
findet, der Druckerei gegenüber Misstrauen empfindet oder sogar die Kompetenz abspricht. In
der Konsequenz kann sein, dass ein Geschäftskontakt erst gar nicht entsteht.
WIE SEHEN DRUCKEREI-WEBSITES AUS?
Um das Paket rund zu machen, habe ich mich mit
meinem Beraterkollegen Rudolf Zeinhofer zusammengetan und wir haben gemeinsam Websites
von Druckereien untersucht: Wenn Druckereien
Websites im Netz stehen haben, entsprechen diese den oben genannten Kriterien? Knapp 100
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Webauftritte von Druckereien in Deutschland
und Österreich haben wir analysiert. Nach 13
Indikatoren haben wir die Websites überprüft.
Wer das komplette Ergebnis genauer lesen möchte, kann sich gerne an mich wenden, ich sende
Ihnen dann ein PDF davon zu. An dieser Stelle nur
kurz der Tenor des Ergebnisses: Außer einer Website entsprach keine einzige Website den aufgestellten Minimalanforderungen.
„DIE EIGENE BRILLE“. Was auffiel, war, dass
Druckereien auch in ihrer Webpräsenz nur wenig
auf die grundlegenden Marktveränderungen reagieren. Immer noch dominiert der Blick durch
die „eigene Brille“. Maschinenausstattungen
waren auf fast jeder Website genauso zu finden,
wie Superlative wie „beste Qualität, absolute Termintreue, beste Beratung, schnellste Lieferung,
grünes Drucken, Offset-Standard-Zertifizierung“
und so weiter. Leere Worthülsen, die kaum den
vielschichtigen Kundenanforderungen von heute gerecht werden. Und die erkennen lassen, dass
die Druckereien kein klares Zielkundenprofil vor
Augen haben. Immer noch steht die Aussage:
„Wir drucken alles für jeden“ im Vordergrund.
Wenn wir also davon ausgehen, dass die Website, genauso wie alle anderen Marketingmaßnahmen, das Unternehmen repräsentiert, so ist
auch hier ein gewaltiges Umdenken notwendig.
TIPPS. Deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stel-
DER AUTOR
Michael Hack ist Absolvent der Hochschule der
Medien und beschäftigt
sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema
Marketing für grafische
Betriebe. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Münchner
Unternehmensberatung Estampado GmbH
mit den Schwerpunkten Strategie, Marketing, Kommunikation und Verkaufsförderung
für Druckereien sowie Sanierung/Restrukturierung von Druckereien und Industriebuchbindereien.
≥ michael.hack@druckereimarketing.de
le ein paar Tipps geben, wie Sie Ihre Website auf
jeden Fall verbessern können.
Das allerwichtigste ist, dass Ihre Website „lebt“!
ó Legen Sie Wert auf Aktualität. Wenn unter
„News“ eine Nachricht aus dem Jahre 2009
erscheint, dann liegt die Vermutung nahe, dass
sich in dieser Druckerei nicht viel tut ...
ó Kreieren Sie statt dessen gute Nachrichten und
verbreiten Sie diese unter „News“. Haben Sie
den Mut zu „weniger ist mehr“. Einige kurze
Informationen über Ihre Dienstleistung aus Sicht
des Umworbenen genügen. Vermeiden Sie zu viel
Fachchinesisch: Das versteht Ihr Kunde sowieso
nicht und er muss es auch gar nicht verstehen.
ó Überlegen Sie sich, was den Kunden begeistern könnte: Was löst in Ihrem potenziellen Kunden einen „Wow-Effekt“ aus. Genau das stellen Sie
dann dar.
ó In Märkten, in denen viele vergleichbare Produkte um die Gunst des Käufers werben, ist die
Sympathie ein sehr wichtiger Faktor: Vielleicht
Deutscher Drucker | Nr. 32 | 27.10.2011
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rauchen Sie ja auch noch immer die Marke mit
dem Cowboy, obwohl Sie wissen, dass es schädlich ist. Oder Sie kaufen eine bestimmte Schokolade, weil die lila Kuh so sympathisch wirkt
– obwohl andere Schokoladen vielleicht besser
schmecken? Werben Sie ebenso wie die Markenartikler mit Sympathie! Ein sympathischer
Auftritt bleibt positiv im Gedächtnis haften.
ó Beziehen Sie die Inhalte Ihrer Website in Ihre
übrige Werbung ein. Bauen Sie eine „Landing
Page“ für ein Preisrätsel ein – lassen Sie Ihren
potenziellen Kunden auf der Website regelmä-
Deutscher Drucker | Nr. 32 | 27.10.2011
AUS DEM BLICKWINKEL DES KUNDEN. Es gibt
site aktuell, attraktiv und modern gestalten kann.
Dabei ist eine schöne grafische „Verpackung“
meist gar nicht so wichtig wie der Blickwinkel:
Kundensicht.
Deshalb rate ich Ihnen, die Website nicht selbst
zu konzipieren, sondern einen Profi, der Branchenerfahrung hat, konzipieren zu lassen.
Dass Sie auf diese Weise eine Website bekommen, die Ihre Visitenkarte im wahrsten Wortsinn ist und wirklich eine „Visite" wert, das
wünscht Ihnen
noch eine ganze Menge Tipps, wie man eine Web-
Ihr Michael Hack
ßig etwas beantworten. Es gibt sehr viele Möglichkeiten. Selbst eine „Witzseite“ lässt den einen
oder anderen Kunden vielleicht länger auf Ihrer
Homepage verharren – und wenn Sie monatlich neue Witze einstellen, dann wird der eine
oder andere sicher regelmäßig bei Ihnen vorbeischauen. Und das soll schließlich Sinn der
Website sein. Deshalb sind auch Links zu Ihren
Social-Media-Plattformen wichtig.
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Westarp & Partner Digitaldruck Hohenwarsleben UG (haftungsbeschränkt), Hohe Börde, Kirchstr. 5, 39326 Hohe Börde OT
Hohenwarsleben. Gegenstand des Unternehmens: Die Konzeption und Beratung
zur Erstellung von Medien, die Entwicklung von Grafik, Design und Layout für
Medien (Vorstufe), die Herstellung und
der Handel von Vorlagen für Digital und
Print, die Herstellung und der Handel
von Druckerzeugnissen aller Art im Offset- und Digitaldruckverfahren, die buchbinderische Fertigung von Akzidenzen
und Periodika, die Lagerung und der Versand von Druckerzeugnissen. Geschäftsführer: Wolf Graf von Westarp,
*9.10.1956.
Bewerbungsunterlagen
wie Fotos, Zeugnisse usw. (auch Kopien) sind Dokumente, deren Beschaffung Zeit
und Geld kostet. Daran sollten die Firmenchefs denken, wenn sie vertrauensvoll
eingesandte Unterlagen nicht zurücksenden, nachdem der Bewerber nicht in die engere Wahl gezogen wurde. Bewerbungsunterlagen, die nicht mehr benötigt werden,
sollten daher so schnell wie möglich zurückgeschickt werden. Sie ersparen sich und
dem Bewerber dadurch manchen Ärger. Ihre Anzeigenabteilung
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Völcker Druck GmbH, Goch, Boschstr. 10,
47574 Goch. Nicht mehr Geschäftsführer: Stefan Vüllings.
W.B. Druckerei GmbH, Hochheim am Main,
Dr.-Ruben-Rausing-Str. 10, 65239 Hochheim. Nicht mehr Geschäftsführerin:
Barbara Bender.
Digiprint Digitaldruck GmbH, Berlin, Herrnholzweg 22 a, 13469 Berlin. Nicht mehr
Geschäftsführer: Katrin Schugardt.
WVD Druck + Neue Medien GmbH, St. Ingbert, Industriestr. 7 – 9, 66386 St. Ingbert.
Gesamtprokura: Walter Jung.
LÖSCHUNGEN
VERÄNDERUNGEN
Hans Menges Offsetdruckerei, Wiesbaden,
Fritz-Ullmann-Str. 15, 55252 Mainz-Kastel. Die Firma ist erloschen.
Moschny Musterbuch GmbH BucheinbändeSiebdruck-PVC-Verarbeitung, Rothenberg,
Wetterbergstr. 48, 64757 Rothenberg.
Durch rechtskräftigen Beschluss des Amtsgerichts Darmstadt ist das Insolvenzverfahren eingestellt.
Druckerei Neuhäusel GmbH, Eppertshausen,
Jahnstr. 27, 64859 Eppertshausen. Die
Liquidation ist beendet. Die Firma ist
erloschen.
Schlütersche Druck Verwaltungs GmbH, Langenhagen, Hans-Böckler-Allee 7, 30173
Hannover. Bestellt als Geschäftsführer:
Frank-Peter Oppenborn, *26.10.1950.
Nicht mehr Geschäftsführer: Sylvia
Quader.
Druckerei und Verlag Johann Sollermann, Leer,
Am Emsdeich 23, 26789 Leer. Die Firma
ist erloschen.
DD-Handelsregistereintragungen sind Auszüge aus dem Handelsregister und gewähren
keine Vollständigkeit.
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