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Gemeindeblatt
der Evangelischreformierten
Bethlehemsgemeinde
Richardstraße 97 · 12043 Berlin
www.bethlehemsgemeinde.de
Oktober – November 2014
Alles hat seine Zeit
Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren
werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit, … weinen hat seine Zeit, lachen hat seine
Zeit. ( aus Prediger 3)
Ja, alles hat seine Zeit – das spiegelt sich im Jahreskreis, im Kirchenjahr
und auch in unserem Leben wider.
Alles hat seine Zeit.
Einige Zeiten genießen wir besonders und mit anderen Zeiten tun wir uns
schwer.
Während ich diese Zeilen schreibe weiß ich, die letzten warmen Sommer­
tage sind gezählt. Vielleicht bleiben uns noch einige goldene Oktobertage im
Freien vergönnt, doch dann kommt der November. Einer dieser besonders
dunklen Monate im Jahr. Die Nächte werden länger, die Tage grau und die
kirchlichen Feste dieses Monats sind mit einer dunklen Schwere belegt.
Der November hat es auf der Beliebtheitsskala sicher nicht leicht. Und
doch möchte ich heute eine Lanze brechen für diesen Monat. Denn er hat
seinen ganz eigenen Wert.
Es ist der letzte Monat im Kirchenjahr, ein Monat in dem wir innehalten
und zurückblicken. Es ist der Monat, der uns an unsere eigene Vergänglich­
keit erinnert, uns den Herbst des Lebens vor Augen führt. Und eben genau
dies ist wichtig. Wir brauchen diese Zeit, in der unsere Traurigkeit einen festen
Ort hat, eine Zeit in der wir unser eigenes Leben und Sterben bedenken.
Alles hat seine Zeit.
— 1 —
Oft verdrängen wir Traurigkeit, Dunkelheit, Abschied und Vergänglich­
keit – weil die Zeit fehlt, weil wir meinen, stark sein zu müssen oder gar weil
wir meinen, das ginge uns noch nichts an. Doch verdrängen macht auf Dauer
Leib und Seele krank. Wir brauchen eine Zeit, um all dies zu bedenken, wir
brauchen Zeiten der Trauer und ritualisierte Abschiede.
Der November mag uns dabei helfen – wir müssen es nur zulassen, diesem
Monat nicht mit Schrecken begegnen, sondern seinen Wert für unser Leben
erkennen. Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr dunkle November­
abende zu nutzen und bei einer heißen Schokolade das letzte Jahr zu über­
denken, Abschiede Revue passieren zu lassen und mich zu stärken für das,
was vor mir liegt. Ja, ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr nicht über den
grauen November zu klagen, sondern ihn willkommen zu heißen.
Alles hat seine Zeit, schrieb einst der Prediger Salomo und ich weiß, nach
dem dunklen November strahlt nach und nach immer stärker ein Licht, bis
es schließlich wieder hell wird in meinem Herzen und ich lauthals singen
kann: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann meine Nacht nicht traurig
sein.“
Kommen Sie gesegnet durch den Herbst,
Ihre Carolin Urban
Ein erster Erfolg
Vertreter der Kanzlei Raue (Raue LLP ) haben den sofortigen Abriss der Kunst­
installation „Wandering Church“ auf dem Bethlehemskirchplatz ( Berlin-Mitte)
verhindert. Das Kunstobjekt hat der international bekannte Konzeptkünstler
Juan Garaizabal im Rahmen seines Projekts „Memorias Urbanas“ auf dem Platz
errichtet. Es bildet durch metallene Strukturen und Lichtelemente die ehemalige
Bethlehemskirche an ihrem ursprünglichen Standort und in ihrer Originalgröße
nach. Die Bethlehemskirche war bis zu ihrer teilweisen Zerstörung im Jahre
1943 das Zentrum des böhmischen Lebens in Berlin und galt seit jeher als
herausragendes Symbol der Einwanderungs- und Integrationsgeschichte Ber­
lins.
Nachdem die Genehmigung für das Kunstwerk im November 2013 ausge­
laufen war, lehnte das Bezirksamt-Mitte eine weitere Verlängerung ab und
ordnete unter Androhung der Ersatzvornahme die kurzfristige Beseitigung
an. Hiergegen hat Raue LLP den Künstler erfolgreich vor dem Verwaltungs­
–2–
gericht Berlin am 19. August 2014 verteidigt und die Schaffung vollendeter
Tatsachen durch den Abriss des Kunstobjekts verhindert. Das Verwaltungs­
gericht ist dabei vollständig der Argumentation von Raue LLP gefolgt und
hat dem Bezirksamt erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Ent­
scheidung attestiert. Unter diesem Druck hat das Bezirksamt nun die Anord­
nung der sofortigen Vollziehung aufgehoben. Damit kann die Kunstinstalla­
tion bis zur Entscheidung in der Hauptsache auf dem Platz verbleiben.
Juden – früher Opfer, heute Täter?
Wieder gab es Krieg im Gazastreifen, wieder gab es viele zivile Opfer. Wieder
gab es Demonstrationen und Kundgebungen gegen Israel als vermeintlichem
Kriegstreiber und Aggressor. Auch in Berlin wurden üble, hasserfüllte Parolen
nicht nur gegen Israel, sondern gegen Juden allgemein gebrüllt. Juden – früher
Opfer, heute Täter?
Die französische Revolution brachte für die Juden in Europa seit 1791 die
bürgerliche Gleichberechtigung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts war sie schritt­
weise bis 1918 vollendet. Dieser Befreiung der Juden aus dem Ghetto entsprach
auf ihrer Seite die Integration in die christlich geprägte Gesellschaft. Ihre
Religion sollte gleichberechtigt neben den christlichen Konfessionen stehen,
bürgerliches Engagement in Politik, Wirtschaft und Kultur sollten die Juden
zu anerkannten Mitgliedern der Gesellschaft machen getreu der Aufforderung
des Propheten Jeremia an die Verbannten im babylonischen Exil: „Und sucht
das Wohl der Stadt, in die ich euch in die Verbannung geführt habe, und betet
für sie zum herrn, denn in ihrem Wohl wird euer Wohl liegen“ ( Jer. 29,7).
Gemeinsamer Seniorenkreis
Der Seniorenkreis trifft sich am 21. Oktober 2014 um 14.30 Uhr in Köpenick und
am 18. November 2014 um 14.30 Uhr in Neukölln.
Wenn Sie zu dem Treffen am 21. Oktober bzw. am 18. November gerne abgeholt
werden möchten, oder sogar selbst eine Mitfahrgelegenheit anbieten können,
dann melden Sie sich doch bitte bis zum 20. Oktober bzw. zum 17. November
telefonisch im Büro der Schlosskirchengemeinde: 030 / 655 70 32.
Carolin Urban
– 3 –
„Soviel du brauchst!“ (2. Mose 16,18)
„Soviel du brauchst“ ist ein spannendes und existentielles Thema, über das in vielfältiger Weise diskutiert werden kann. Wie viel brauche ich eigentlich, was ist mir
wichtig im Leben, wonach sehne ich mich?
Der HERR sorgt für die Menschen. Damals in der Wüste, bekamen die Israeliten von
Gott das Manna geschenkt. Tag für Tag bekam jeder genau so viel von diesem
süßen Himmelsbrot, wie zum Leben notwendig war.
Dieser Geschichte werden wir mit allen Sinnen nachgehen und laden Kinder,
Eltern und Jugendlichen zu einem bunten Nachmittag ein. Wir wollen es uns in der
dunklen Jahreszeit gut gehen lassen und unter anderem süße Speisen backen.
Wann? Samstag, 8. November 2014 von 15.30 bis 18.30 Uhr
Wo? In unserem Gemeindehaus in der Richardstraße 97
Wer? Kinder, Jugendliche und Eltern
Wir freuen uns auf gesellige Stunden mit Euch und Ihnen
Cornelia Manzer & Carolin Urban
–4–
Doch mit der Integration der Juden wandelte sich auch die Feindschaft
gegen sie vom religiös geprägten Antijudaismus zum rassistischen Antisemitis­
mus. Der preußische Historiker Heinrich von Treitschke prägte 1879 das
berüchtigte Wort „die Juden sind unser Unglück“. 1895 wurde der Antisemit
Karl Lueger mit absoluter Mehrheit zum Oberbürgermeister in Wien gewählt.
Ein Jahr vorher, 1894, wurde der französische Generalstabsoffizier Alfred
Dreyfus wegen angeblicher Spionage für Deutschland verurteilt ( und musste
Jahre später rehabilitiert werden) . Begleitet wurde der Prozess von einer bei­
spiellosen Hetze aller reaktionären, klerikalen und monarchistischen Kräfte in
Frankreich; mit Infragestellung der Rechte der Juden sollte die ganze beste­
hende republikanische Ordnung im Land infragegestellt werden.
Auf diesem Hintergrund entstand die politische Bewegung des Zionismus
mit dem Ziel, einen eigenen jüdischen Staat zu errichten. Entsprechende
Ideen gab es zwar immer wieder, führten auch 1881 zu einer ersten Auswan­
derungswelle aus Russland nach Palästina. Mit dem 1. Zionistischen Kongress
in Basel nahm die Bewegung feste organisatorische Formen an. Maßgeblich
begründet wurde der Zionismus von dem assimilierten jüdischen Journalisten
Theodor Herzl ( 1860–1904) . Obgleich zu Anfang nicht recht klar war, wo der
jüdische Staat sein sollte, bildete sich bald als Ziel Palästina, Eretz Jisra’el,
„Land Israel“ heraus. Zu Beginn der jüdischen Einwanderung lebten dort
457.000 Menschen. 400.000 waren Muslime, 13.000 – 20.000 Juden und 42.000
Christen. Das Land war also nicht menschenleer, aber in Jahrhunderten osma­
nischer Kolonialherrschaft ein vernachlässigter, bitterarmer Landstrich gewor­
den. Die jüdische Besiedlung, die ab 1905 verstärkt einsetzte, stellt eine bei­
spiellose Kultur- und Aufbauleistung dar. Das Ideal der Arbeit und die
Verbundenheit mit dem Boden waren zentrale Punkte der zionistischen Ideo­
logie, der Kibbuz als kollektive Lebensform entstand.
Wollten damals viele Juden in Europa die Notwendigkeit eines jüdischen
Staates nicht einsehen, so übertraf die Vernichtungspolitik der Nationalso­
zialisten die schlimmsten Befürchtungen jüdischerseits. Besonders tragisch
war, dass ausgerechnet in Deutschland der Antisemitismus seine desaströse
Dynamik entfaltete, galt doch dieses Land als ein Zufluchtort vor Pogromen
in Ost- und Ostmitteleuropa, viele Juden gerade von dort waren mit der deut­
schen Kultur aufs engste verbunden.
Nach dem Teilungsplan der UN O von 1947 konnte 1948 der jüdische Staat
gegründet werden und Israel musste sich sogleich kriegerisch gegen die gesamte
– 5 –
Die Jahreszeiten
Herbst ist holde Todesmahnung,
Winter kündet Grabesstille,
Frühling Auferstehungsahnung,
Sommer ew’gen Lebens Fülle.
Und so stehen sie alle vier
Vor dem unsichtbaren Thron,
Weben, deutsam Stückwerk, hier
Bild des heil’gen Ganzen schon.
Dichtung des brandenburgischen Romantikers Friedrich Baron de la Motte Fouqué
(1777–1843) aus seinem postum erschienenen Band „Geistliche Gedichte“, herausgegeben
von Albertine Baronin de la Motte Fouqué, mit einem Vorwort von Hermann Kletke,
Berlin: W. Adolf und Comp., 1846, S. 13.
Martin A. Völker
arabische Welt behaupten. Eine Massenflucht von Arabern aus Palästina setzte ein,
die Araber selbst sprechen von Vertreibung. Weitere Kriege folgten 1956, 1967 – mit
der bis heute andauernden Besetzung von Ost-Jerusalem und der Westbank, 1973.
Mit Ägypten und Jordanien konnten Friedensabkommen geschlossen werden. 1993
schien eine Wende im Verhältnis zu den palästinensischen Arabern eingetreten zu
sein, der Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung geebnet, aber seit dem Mord an dem
damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin durch einen jüdischen
Rechtsradikalen stagniert der Friedensprozess, eine Lösung ist nicht abzusehen.
Im übervölkerten Gazastreifen, aus dem sich die israelische Besatzung 2005
zurückgezogen hat, herrscht die islamistisch-faschistische Hamas. Im Lauf der
Zeit hat sie 80 Selbstmordanschläge verübt und mehr als 1000 Israelis getötet. Erst
seit dem Bau der Sperrmauer zu den Palästinensergebieten hat dies ein Ende.
Vom Gazastreifen aus beschießt die Hamas aber immer wieder Israel mit Raketen,
in deren Reichweite 40 % der Israelis, 3,5 Mio. Menschen, leben. Terrortunnel
werden nach Israel gegraben. Zivile Opfer unter der eigenen Bevölkerung nimmt
die Hamas bewusst in Kauf, ihr zynisches Kalkül scheint zu lauten: je mehr tote
palästinensische Kinder durch israelische militärische Maßnahmen, desto mehr
setzt sich Israel ins Unrecht. Laut israelischen Angaben wurden bei den jüngsten
–6–
Termine im Oktober und November 2014
Sonntag
5. 10. 14 10.00
Gottesdienst mit Abendmahl
in der Schlosskirche Köpenick mit Pfrn. Urban
Sonntag
Gottesdienst mit Pfrn. Urban
12. 10. 14 10.00
Sonntag
19. 10. 14 10.00
Gottesdienst in der Schlosskirche Köpenick
mit Lektor Siegfried Winkler
Dienstag
Gemeinsamer Seniorenkreis in Köpenick
21. 10. 14 14.30
Sonntag
26. 10. 14 10.00
Gottesdienst mit Abendmahl
mit Pfrn. Urban
Sonntag
2. 1 1. 14 10.00
Gottesdienst mit Abendmahl
in der Schlosskirche Köpenick mit Pfrn. Urban
Samstag
8. 1 1. 14 15.30
Bunter Nachmittag (s. S. 4)
Sonntag
9. 1 1. 14 10.00
Gottesdienst mit Pfrn. Urban
Sonntag
16. 1 1. 14 10.00
Familiengottesdienst in der Schlosskirche Köpenick
mit Gerd-Peter Radloff
Dienstag
18. 11. 14 14.30
Gemeinsamer Seniorenkreis in Neukölln
Sonntag
23. 1 1. 14 10.00
Abendmahlsgottesdienst zum Ewigkeitssonntag mit Pfrn. Urban
Sonntag
Gottesdienst zum 1. Advent mit Pfrn. Urban
30. 1 1. 14 10.00
Auseinandersetzungen 597 der auf Israel abgefeuerten Raketen von zivilen
Stätten aus abgeschossen (Bildungseinrichtungen, Friedhöfen, religiösen Stätten,
Krankenhäusern). Sicher, schaut man sich die Opferzahlen der palästinensischen
Bevölkerung an, stehen sie in ungeheurem Missverhältnis zu denen Israels. Jeder
Krieg hat seine zerstörerische Eigendynamik, den „sauberen“ Krieg gibt es nicht.
Die Hamas hat aber für Palästina keine positive Perspektive, sie versteht sich
offensichtlich nur als Speerspitze zur Vernichtung Israels, des jüdischen Staates.
Wie soll es mit solch einem Gegner Frieden geben können?
Günther Matthes
–7–
Namen und Anschriften
Kirchsaal und Gemeindehaus
Richardstraße 97 | 12043 Berlin
Telefon: 030 / 687 25 39 mit Anruf beantworter | Telefax: 030 / 68 10 18 24
E-Mail: info@bethlehemsgemeinde.de
Pfarrerin Carolin Urban – Sprechzeiten nach Vereinbarung
Telefon: 030 / 88 66 75 06 | E-Mail: epistel@carolin-urban.de
Presbyteriumsvorsitzender Godeke von Bremen | Telefon: 030 / 65 91 99 69
Mitglieder des Presbyteriums
Gisela Hage, Anett Kolaschinsky, Peter Laborenz, Dr. Otmar Liegl
(Ehren­­­­­presbyter), Günther Matthes, Jetta Fritze, Dr. Martin A.Völker,
Dr. Michael Weichenhan, Brigitta Wortmann
Orgel Paul Rossmann
Bankverbindung Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte
Ev. Darlehnsgenossenschaft Berlin
IBAN DE19 2106 0237 0000 0636 06 | BIC GENODEF1EDG
Verwendungszweck: Ev.-reformierte Bethlehemsgemeinde
Gastgemeinde
Iranisch-presbyterianische Gemeinde
Pastor Sadegh Sepehri – Telefon: 030 /46 45 69 90
Dipl.-Soz.-Päd. Aziz Sadaghiani – Telefon: 030 /46 45 68 72
Die Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde entstammt der Zuwanderung
böhmisch-brüderischer Glaubens­f lüchtlinge im 18. Jahrhundert. Sie gehört als
Personalgemeinde zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ist mit den anderen reformierten Gemeinden in einem Kirchenkreis
verbunden. Mitglied der Gemeinde kann jeder werden, der sich dem evangelischreformierten Bekenntnis zugehörig fühlt.
Herausgeber Presbyterium der Ev.-reformierten Bethlehemsgemeinde
Verantwortlich C. Urban, G. Matthes
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Seele and Geist
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