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Ganz schön was los in der Praxis - BaZ

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spezial.zeitung in der schule.
BaZ | Donnerstag, 4. Juni 2009 | Seite 21
Ganz schön was los in der Praxis
Die Kleintierklinik behandelt Tiere vom Zwerghamster bis zur Deutschen Dogge
Beim Tierarzt.
Doktor Samuel
Tolone untersucht eine Katze.
Seine Frau Rahel
Tolone assistiert
ihm dabei.
Heute: Klasse 1d
Gottfried-Keller-Schulhaus
Basel
Diese Seite schrieben die Schüler/-innen:
Maria Alfred, Saranda Asani, Tobia Berger, Lena
Bühlmann, Julia Burri, Julien Coray, Rosanna
Ferahkal, Pradeep Kadavil, Ameena Maiga,
Suvada Merdanovic, Namitha Putananickal,
Laura Riggenbach, Matthias Rusterholz, David
Sanjuan, Benjamin Schneeberger, Dilan Tyber,
Jannis Wagner, Jonas Weder.
Lehrer: Felix Albrecht.
> verlag.baz.ch/zisch
IMMER MIT DER RUHE. Nebst grösseren
nachrichten
Allgemeines zur Praxis
NOTFALLDIENST. Grundsätzlich kön-
nen in der Kleintierpraxis zur Steinenschanze alle Arten von Kleintieren behandelt werden. Doktor Tolone macht
auch Notfalldienst. Julia/Tobia
Jahrescheck für Tiere
BLUTKONTROLLE. Der Tierarzt kontrolliert das Tier. Dann nimmt er Blut.
Ist das Tier krank, wird es behandelt.
Wenn das Tier gesund ist, kommt es
nächstes Jahr bestimmt wieder … für
den nächsten Jahrescheck. Dilan/Maria
Untersuchung bei Wölfli
BLUT. Mit einem Band macht Doktor
Tolone, dass die Venen an der Vorderpfote des Hundes besser hervortreten. Dann holt er eine Spritze, zieht
Blut heraus und bringt es auf einen
Objektträger. Unter dem Mikroskop
sieht man die Blutkörperchen. Bei
Wölfli ist alles normal. Jannis/Matthias
auch mehrere Personen braucht während einer Operation.» Samuel Tolone
und seine Frau operieren rund fünfzig
bis sechzig Kleintiere pro Jahr. Fast jede
Woche wird zudem mindestens ein
Kleintier in der Kleintierpraxis kastriert. Das kleinste Tier, das sie jemals
behandelt haben, war eine Fledermaus.
PRADEEP, SARANDA, JULIA
Tierarzt Samuel Tolone gibt den
Haustieren Spritzen, untersucht sie
und entfernt den Zahnstein. Traurige Momente gibt es dann, wenn er
sieht, dass ein Tier Krebs hat.
Dr. med. vet. Samuel Tolone, unser
Gastgeber in der Kleintierklinik zur
Steinenschanze, versucht die bedrückte Stimmung im Untersuchungszimmer
gleich von Beginn weg zu entschärfen.
Ein Tier, dem eine Spritze verabreicht
wird, ist nicht jedermanns Sache. Würde die Nadel in einem von uns drinstecken, würden wir wohl ganz anders reagieren – sprich: vermutlich einen kurzen Schrei ausstossen. Nicht so unser
kleiner Yorkshireterrier, der diese Prozedur scheinbar unbekümmert über
sich ergehen lässt.
PFERDE WÄREN ZU GROSS. Es ist ganz
schön was los in der Tierpraxis zur Steinenschanze. Im Wartesaal herrscht
manchmal komplette Ruhe, manchmal
aber auch Hektik – je nachdem, wie viel
gerade los ist. Auf zahlreichen Plakaten
und Broschüren kann man sich über
das effektive Alter seines Hundes in
Menschenjahren erkundigen oder aber
nachlesen, wie man seine Lieblinge gegen die lästigen Zecken schützen kann.
Betritt man den Behandlungsraum,
schlägt einem der Geruch von chemi-
schen Mitteln oder Medikamenten entgegen. Vielleicht ist dies aber auch bloss
der Geruch, den Medizin im Allgemeinen verbreitet.
Doktor Tolone und seine Frau behandeln alle Arten von Kleintieren –
vom kaum erkennbaren Zwerghamster
bis zur Deutschen Dogge. Noch grössere Tiere wie etwa Pferde können bei Samuel Tolone nicht behandelt werden,
einfach deshalb, weil der Platz dazu
nicht vorhanden ist. «Einen Tumor bei
einem Pferd zu entfernen, ist im Grunde nicht anders als bei einer Katze. Lediglich die Grösse und das Gewicht der
Organe sind natürlich vollkommen anders, weshalb es bei grossen Tieren
Operationen fallen natürlich noch ganz
andere Arbeiten an: Sie entfernen
Zahnstein bei Hunden und Katzen, machen Jahreschecks, impfen Kleintiere,
lassen Tiere bei ihnen übernachten, damit sie noch länger beobachtet werden
können, wenn etwas nicht stimmt, und
natürlich brechen sich die kleinen Lieblinge der Menschen hin und wieder ein
Bein oder einen Arm oder eine Rippe –
ganz wie bei uns Menschen.
Obschon das Telefon immer wieder
läutet, während gerade eine Untersuchung läuft, lassen sich die beiden nicht
aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Sie
erklären in aller Ruhe, was sie gerade
tun. Wir dürfen sogar selbst Tierdoktor
spielen und eine Blutprobe unter dem
Mikroskop betrachten. Dabei erfahren
wir auch, ob eine Probe mit Krebszellen
versetzt ist oder nicht. Ist dies der Fall,
kommt für den Tierarzt eine der unangenehmsten Aufgaben: der Besitzerin
oder dem Besitzer mitteilen, dass ihr
Liebling Krebs hat und vermutlich eingeschläfert werden muss. Selbst für einen erfahrenen Mann wie Samuel Tolone ist dies immer wieder ein trauriger
Moment, weil er weiss, wie sehr die
Leute an ihren Tieren hängen. Oft aber
geht eine Behandlung erfolgreich zu
Ende, und die Freude über eine gelungene Operation ist dann natürlich bei
allen Beteiligten gross.
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FÄDEN AUS SEIDE. Im Wartesaal befinden sich Tabellen, aus denen man das Alter von Hunden oder Katzen
errechnen kann. In Broschüren können sich die Tierhalter über Kastration oder vorbeugende Massnahmen zum Umgang mit Zecken informieren. In einer
Ecke steht ein Wassernapf für Hunde. Doktor Tolone
erklärt, dass eine Operation im Durchschnitt eine
Stunde dauert. Für eine einfache Operation braucht
es zwei Leute. Für eine grosse Operation benötigt es
manchmal bis zu vier Personen.
Früher bestanden die auflösbaren Fäden aus Hasendarm. Heute werden sie künstlich hergestellt. Die
Fäden, die sich nicht auflösen, bestehen aus reiner
Seide. Samuel Tolone ist zum Glück noch nie von einem Tier angesteckt geworden, aber die häufigsten
ansteckenden Krankheiten, die Tierärzte bekommen
können, sind Würmer und Pilze. «Am schlimmsten ist
es, wenn wir ein Tier nicht vor dem Tod retten können», so der Tierarzt weiter. Lena/Rosanna
Von der harmlosen Routinebehandlung zur schlimmen Diagnose
LAURA, SARANDA, DAVID, BENI, SUVADA, AMEENA
Manchmal steht am Ende einer harmlosen Routinebehandlung ein trauriges Resultat. So wie bei
Kater Stritzi, bei dem Doktor Tolone einen Tumor
feststellen musste.
Die Katze sitzt gebannt im Untersuchungszimmer.
Als Doktor Tolone kommt, springt der Kater vom Untersuchungstisch und versteckt sich. Der Arzt nimmt
ihn wieder auf den Untersuchungstisch. «Bei dieser
Katze entfernen wir den Zahnstein», sagt der Tierarzt.
Dann wird Stritzi untersucht,
und kriegt eine Betäubungsspritze. Er bekommt nur eine
leichte Narkose. Wenig später
geifert Stritzi, schlussendlich erbricht er aber nur Magensäure,
was wiederum heisst, dass die
Katzenbesitzerin ihm nichts zu
fressen gegeben hat. Das sollte
man vor einer Narkose auch
nicht tun. Stritzi kriegt noch eine Substanz in die Augen, damit die Augen nicht austrocknen. Während der
Narkose kann sie nicht blinzeln.
Bei einer OP muss man dem Tier eine Narkose geben. Die Narkose hält bis zu einer Stunde. Ist die Zeit
vorbei und die OP noch im Gange, muss man ihm
nochmals eine Narkose verabreichen. Wenn alles vor-
über ist, muss der Arzt dem Tier ein Gegenmittel spritzen, damit es aufwacht. Wenn es dann so weit ist, sind
die ersten Schritte noch ziemlich unsicher, ähnlich
wie bei einem betrunkenen Menschen.
RÖNTGENBILDER. Kater Stritzi wird danach in ein Nebenzimmer getragen. Rahel Tolone entfernt den
Zahnstein, und Doktor Tolone kontrolliert, ob Stritzi
regelmässig atmet. Natürlich fliesst dabei auch etwas
Blut. Nach zwanzig Minuten ist der gesamte Zahnstein weg. Ein paar Zähne mussten bei dieser Gelegenheit auch noch entfernt werden, weil sie faul waren.
Nach der Zahnsteinentfernung wird auch noch geröntgt, weil der Arzt das Gefühl hat, dass etwas nicht
stimmt bei ihm. In den grossen Röntgentisch wird
eine mit chemischen Substanzen beschichtete Platte
gelegt. Diese darf nicht ans Licht kommen, sonst wäre
sie augenblicklich zerstört. Alle Personen müssen aus
dem Röntgenzimmer gehen, weil die Röntgenstrahlen schädlich sind. Danach wird der Film entwickelt.
Dazu wird er in eine Art Dunkelkammer gebracht. Unmittelbar nach dem Entwickeln werden die Röntgenbilder vom Arzt genau angeschaut.
Nachdem er geröntgt wurde, schauen wir das
Röntgenbild in Ruhe an und zählen alle Knochen und
Organe, die auf dem Bild zu sehen sind. Dabei stellt
der Arzt fest, dass etwas nicht stimmt. Er macht eine
Blutentnahme vom Kater. Wir warten, bis das Blut
trocknet.
Gespannt warten wir auf das Resultat der Blutuntersuchung und sind natürlich geschockt, als wir erfahren, dass Stritzi einen Tumor hat. Was das genau
bedeutet, kann uns der Arzt zu diesem Zeitpunkt noch
nicht sagen. Dazu braucht er einfach noch weitere Untersuchungen, die wir aber nicht mehr miterleben
können.
Mit freundlicher Unterstützung
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