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Die Demut, hinzunehmen, was ich nicht ändern kann, - beim

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UNSER
PROJEKT
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Dezember 2006
Nr. 109
Die Demut, hinzunehmen,
was ich nicht ändern kann,
den Mut, zu ändern, was ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Das ist es, was ich mir für mein Leben wünsche.
konkret, überschaubar, erfolgreich
Bildung
Der Entwicklungshilfeklub wurde 1973 als privater, gemeinnütziger
und unabhängiger Verein gegründet.
Welche Projekte werden unterstützt?
Wir fördern konkrete, überschaubare Projekte, die den betroffenen
Menschen möglichst direkt helfen.
Landwirtschaft
Kinder
Mikros (Projektbausteine): Jedes Mikro finanziert einen Teil eines
größeren Projekts. Zum Beispiel: ein Haus für eine Familie, Betreuung
eines Straßenkindes während eines Jahres, ein Brunnen für ein Dorf,
Ausbildung einer Gesundheitsarbeiterin …
Durchschnittlicher Wert: 150,- bis 300,- Euro.
Super-Mikros (Projektpartnerschaften) sind in sich abgeschlossene
Projekte. Die Finanzierung wird meist zur Gänze von einer Gruppe
oder Einzelperson übernommen. Zum Beispiel: eine Schule, eine
Krankenstation, ein Alphabetisierungsprogramm im Slum ...
Durchschnittlicher Wert: 1.500,- bis 5.000,- Euro.
Wer führt die Projekte durch?
Unsere Projektpartner sind bewährte europäische Organisationen wie
Oxfam (England), Misereor (Deutschland), Jesuitenmission Nürnberg
(Deutschland), Entraide et Fraternité (Belgien) sowie Organisationen in
den Einsatzgebieten.
Wasser
Wer arbeitet mit?
Vier hauptamtliche und etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sind
im Klubbüro in Wien tätig. In ganz Österreich unterstützen derzeit
2.500 Personen bzw. Gruppen die Arbeit und die Projekte des Klubs.
Leitung:
Dr. Manfred Formanek (1. Obmann)
Stefan Schachamayr (2. Obmann)
Mag. Gabriele Tabatabai (Geschäftsführung)
Gesundheit
Wie gehen wir mit Spenden um?
Ihre Projektspende wird von uns zur Gänze
(100 Prozent) an das von Ihnen ausgewählte Projekt
weitergeleitet.
Ihren Mitgliedsbeitrag von 36,- Euro verwenden wir
für Projekt- und Spenderbetreuung sowie Informationsund Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, aber nicht als Mitglied geführt
werden wollen, freuen wir uns über Ihren Klubbeitrag, dessen Höhe
Sie frei wählen können.
Fotos in dieser
Ausgabe: von unseren
Partnerorganisationen
Oxfam, Misereor, Netz,
und aus unserem
Archiv.
Das Papier für unsere
Publikationen wird gratis
von der Firma Sappi
zur Verfügung gestellt.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Inhalt
„Eines Tages werden unsere Enkel ins
Museum gehen, um zu sehen, was
Armut war.“
Ein neues Zuhause und ein neues Leben
Seit wann gibt es uns?
Muhammad Yunus, der Friedensnobelpreisträger 2006, gehört zu jenen
Menschen, die es wagen, solche großartigen Träume und Hoffnungen zu
haben.
Die revolutionäre Idee, armen
Menschen, denen keine Bank der Welt
Geld borgen würde, Mikrokredite zu
fairen Bedingungen zu geben, hat vielen
Familien geholfen, sich aus bitterer
Armut zu befreien.
Die Auszeichnung für den „Banker der
Armen“ aus Bangladesch ist aber weit
mehr als die Würdigung eines besonderen Menschen.
Sie ist eine Ermutigung für uns alle,
uns weiterhin für die Ärmsten auf
dieser Welt einsetzen.
Konto: Erste Bank
Kto Nr. 310 054 05150, BLZ 20111
Bericht über den Dorfbau in Indien
Manchmal glücklich, meistens traurig
6+7
Projekt 214 – Mit leuchtenden Augen (Brasilien)
Warten auf den Frieden … mit unserer Hilfe
8+9
Weihnachts-Anstatt-Aktion für Darfur-Flüchtlinge
Arbeit gut – alles gut?
10 + 11
Projekt-Partnerschaften mit Frauen und Jugendlichen
Ich bin so dankbar, ...
12 + 13
Bericht aus Indonesien
Wie mit wenig so viel geschehen kann
14 + 15
Projekt 201 – Auf eigenen Beinen
Unseren täglichen Fisch gib uns heute
16 + 17
Bilder und Worte ... von Meeren und Flüssen
Mikros
Die Preisverleihung möchte ich gerne
zum Anlass nehmen, um Ihnen für die
bisherige Unterstützung ganz herzlich zu
danken und Sie gleichzeitig zu bitten,
sich auch in Zukunft gemeinsam mit uns
für jene Menschen einzusetzen, die eine
„Entwicklung von unten“ möglich
machen.
Übersicht über die aktuellen Projekte
Armut gehört ins Museum - eine
Perspektive, an der es sich zu arbeiten
lohnt!
Projekt 204 – Stufen zur Schule (Mali)
Eine Kuh bringt die Schule ins Dorf
18 + 19
20 + 21
Projekt 203 – Chance fürs Leben (Bangladesch)
Super-Mikros
22 + 23
Projekt-Überblick, Bericht aus dem Kongo
Bis sie eines Tages alle lernen dürfen
Partner
24 + 25
26 + 27
Butterflies – Partner in Indien
Wollen Sie mehr über uns wissen?
Entwicklungshilfeklub, Böcklinstraße 44, 1020 Wien
Tel. 01-720 51 50, Fax: 01-728 37 93
E-mail: office@eh-klub.at
Internet: www.eh-klub.at
4+5
Mit herzlichen Grüßen
Gabriele Tabatabai
Entwicklungshilfeklub
Engagement in Österreich
28 + 29
Herbst im Klub
Das Haus am Ende des Regenbogerns
30 + 31
Literatur aus Nigeria
2
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
3
… über den Dorfbau in Indien
Bericht
Ein neues Zuhause
DER TAG DANACH
Die
Dorfbauprojekte
des Klubs
werden von
unserem
Mitarbeiter
Robert
Wychera
betreut, der
alle ein bis
zwei Jahre
die Dörfer
besucht
und mit
Gemeinden
in Kontakt
tritt, die um
Hilfe beim
Bau ihres
neuen
Zuhauses
bitten.
Er steht
gerne für
weitere
Informationen über
den Dorfbau
in Indien zur
Verfügung.
4
Immer wieder wird Südostasien
von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. Palmen werden wie Streichhölzer geknickt,
Straßen zerstört, Felder verwüstet, Dörfer dem Erdboden
gleichgemacht. Nur Erdhügel
deuten an, wo früher die
Lehmhütten der Bewohner
standen. Ihre Habseligkeiten
sind darunter begraben
1969 saßen nach einem solchen Sturm die Überlebenden
eines verwüsteten Dorfes unter
einem provisorischen Blätterdach verzweifelt beisammen,
als ein Mann auftauchte, der
genaue Vorstellunen hatte, wie
sie gemeinsam ihre Dörfer wieder aufbauen konnten.
„Wenn Ihr alles verloren
habt, bleiben euch noch
zwei Dinge: eure Hände und
eure Nachbarn.“
Nach dem Taifun 1969 verließ
er die Universität und blieb bei
den Menschen in den Dörfern.
„Wir wollen lebendige
Gemeinschaften bauen, die
allen kommenden Stürmen
gewachsen sind.“
DIE ORGANISATION
Freiwillige Helfer schlossen
sich Windey an und nach der
Fertigstellung des ersten Dorfes
im Jahre 1971 wurde nach
indischem Recht eine DorfbauOrganisation gegründet: Die
VRO, die Village Reconstruction
Organisation.
„VRO - so schreibt man in
Südindien Hoffnung mit drei
Buchstaben.“
DER DORFBAUER
Michael Windey wurde 1921 im
belgischen Flandern in einer
Familie mit zwölf Kindern
geboren. 1938 wurde er Jesuit,
1946 kam er nach Indien.
Als Professor für Soziologie an
der Universität Ranchi untersuchte er die Situation im ländlichen Indien.
Wann immer in Krisengebieten
Helfer gesucht wurden, machte
er sich mit seinen Studenten
auf den Weg.
So entstand ein Modell für
Indien, wo drei Viertel der
Bevölkerung in rund zwei
Millionen Dörfern wohnen.
„Die Menschen sollen in
ihrer Heimat bleiben, die
Werte des ländlichen
Lebens neu entdecken,
menschliche und menschenwürdige Dörfer schaffen.“
und ein neues Leben
DIE HÄUSER
Jedes Haus im Dorf wird nach
demselben Haustyp gebaut,
damit nicht neue soziale
Unterschiede entstehen.
Die Bewohner können aus
sechzig verschiedenen Typen
auswählen.
Ein Modellhaus, das später
meist als Kindergarten dient,
wird errichtet, die Bewohner
können sich aber später immer
noch anders entscheiden.
Es wird darauf geachtet, dass
für Erweiterungen genügend
Platz bleibt.
„Ein Haus ist wie ein Baum.
Es muss wachsen können,
Platz bieten für Kinder, für
Vorräte, eine Werkstatt.“
DER BEWEIS
Die Bewohner eines Dorfes
werden eingeladen, kleinere
Projekte zu verwirklichen wie
Brunnenbau, Errichtung eines
Kindergartens, Hilfe für andere
Dörfer.
Außerdem müssen sie an
Schulungen und Versammlungen teilnehmen und dort
unter Beweis stellen, dass sie
willens und fähig sind zu
Zusammenarbeit, zu Eigenverantwortung, zu ständigem
Lernen, zum Teilen und zu
Nachbarschaftshilfe.
„Es gibt keine Entwicklung
ohne ständiges Lernen.“
DER GEISTIGE DORFBAU
Die VRO ist keine Baufirma.
Es geht um eine ganzheitliche
Entwicklung der Dörfer und
in der Nachfolge Gandhis um
einen geistigen Dorfbau,
dessen Grundlage die dörfliche
Gemeinschaft ist.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
DIE GROSSE SCHULE
Mit Kalk werden die Umrisse
der Häuser auf den Boden
gezeichnet.
In den ersten Wochen geben
die Fachleute der VRO den Ton
an. Doch schon bald ändert sich
das Bild. Mit jedem Haus lernen
die Leute dazu, sie lernen, wie
man mauert, wie man tischlert.
Wenn der Bau eines Dorfes
abgeschlossen ist, sind die
meisten männlichen Bewohner
gute Handwerker geworden.
Sie haben vieles gelernt, was
ihnen helfen wird, Arbeit und
Brot für die Familie zu finden
oder eine eigene kleine
Werkstatt zu betreiben.
„Baustellen waren schon
immer die großen Schulen
der Menschheit.“
DAS WACHSEN
Keiner baut sein eigenes Haus,
alle bauen an allen Häusern.
Über die Arbeiten wird genau
Buch geführt. Die Familien,
welche die meisten Arbeitstage
nachweisen können, dürfen bei
der Vergabe der fertigen
Häuser als erste wählen.
Außer den Privathäusern werden eine Dorfhalle, die
als Versammlungsraum und
Gebetsstätte dient, sowie weitere Gemeinschaftsgebäude
errichtet.
„Das Leben eines Dorfes ist
ein Prozess ständigen
Wachsens.“
DIE NATUR
Anfangs sieht ein neues Dorf
aus wie symmetrisch angeordnete Bausteine auf einer
Tischplatte. Wer nach einigen
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Jahren wiederkommt, kann die
Häuser kaum mehr entdecken.
Überall wachsen Bäume und
Sträucher, die seit der Grundsteinlegung gepflanzt worden
sind. Die Mitarbeiter der Baumschulen der VRO helfen den
Bewohnern bei dieser Arbeit.
Bäume machen das Dorf aber
nicht nur schöner, sie spenden
auch Schatten und nach wenigen Jahren kann man die
Blätter als Futter für Ziegen und
die Äste als Brennholz verwenden.
„Wo ein Baum wächst, kann
auch ein Mensch leben.“
DIE BITTE
Michael Windey hat inzwischen 27 Wirbelstürme erlebt
und überlebt, so auch die
Flutwelle vom 26. Dezember
2004, als er sich gerade in
einem Dorf an der Küste aufhielt.
Als 84-jähriger leitet er noch
immer voller Dynamik die VRO,
die etwa 500 Mitarbeiter zählt
und von Partnern in seiner
Heimat Belgien, in Deutschland,
der Schweiz unterstützt wird.
In Österreich ist es der
Entwicklungshilfeklub, der seit
1982 zur Errichtung von 70
neuen Dörfern beigetragen hat.
Windeys Aufruf soll auch
weiterhin Gehör finden:
Bitte schenkt Indien
ein neues Dorf!
Derzeit
bitten wir
um Hilfe für
den Bau
des Dorfes
THIMMAPURAM
im
Bundesstaat
Andhra
Pradesh.
Es werden
Doppelhäuser
für jeweils
2 Familien
errichtet.
Für das
Haus einer
Familie
werden
1.020,- Euro
benötigt.
Die Gesamtkosten für das
ganze Dorf
betragen
etwas mehr
als 30.000,Euro.
Projekt 113
„Stein auf
Stein“
5
neues projekt
Manchmal glücklich,
meistens traurig
Fragen an Kinder und Jugendliche in Recife – und die Antworten
JESSICA (6 Jahre alt)
Was hättest du gerne?
Eine Puppe und ein Kleid.
Was schmeckt dir am besten?
Alles, was man essen kann.
Straßenkinder sind
in Brasilien eine alltägliche Erscheinung. Die Gewalt,
der sie ausgesetzt
sind, ist es auch.
Sie müssen sich in
gewalttätigen
Banden behaupten
und werden von
Polizisten und
Privatmilizen wie
Freiwild gejagt.
Tragen wir dazu bei,
dass auch Kinder,
die das Schicksal
auf die Straße verschlagen hat, eine
Chance haben, durch
ein menschenwürdiges Leben zu
gehen –
Mit leuchtenden
Augen.
6
ANDRE (6 Jahre alt)
Hat deine Familie ein Haus?
Ich habe keine Familie, ich habe
kein Haus und ich habe keine
Möbel. Ich wohne unter der
Brücke der Autobahn.
Was machst du am Sonntag?
Ich laufe allein durch die
Straßen.
Macht dich etwas glücklich?
Ich bin nicht glücklich.
GRACI (17 Jahre alt)
Was war dein schönstes Erlebnis?
Als mein Sohn geboren wurde.
Wo wohnt ihr?
Am Straßenhändlerplatz, dort
schlafen mein Mann und ich auf
der Straße. Mein Sohn ist bei
meiner Mutter.
Bist du traurig?
Wenn mein Sohn nicht bei mir
ist, und wenn ich kein Geld
habe, Milch für ihn zu kaufen.
Hast du manchmal Angst?
Ja, vor Polizisten.
CINTIA (6 Jahre alt)
Wann bist du glücklich?
Wenn ich spiele.
Was hättest du gerne?
Spielzeug. Ich habe nur eine
Puppe.
Wann bist du traurig?
Wenn ich nichts zu essen habe.
Projekt 214
MIT LEUCHTENDEN AUGEN
ANA CAROLINA (7 Jahre alt)
Was würdest du gerne besitzen?
Eine kleine Tasche mit Blumenkränzchen. Damit ich meine
Schulsachen verstauen kann.
Und auf Reisen gehen kann.
Gibt es etwas, das dich glücklich
macht?
Meine Lehrerin.
SHIRLEY (19 Jahre alt)
Wo wohnst du?
Auf der Straße. Manchmal,
wenn ich mit einem älteren
Mann bin, der mir Geld gibt,
dann miete ich mir ein Zimmer,
um richtig zu schlafen.
Kannst du dich an ein besonders
schönes Erlebnis erinnern?
Ich war noch sehr klein. Und
meine Mutter sagte, dass sie
mich liebt.
ALISSON (16 Jahre alt)
Was würdest du gerne an der
Welt verändern?
Mein Leben.
LARISSA (7 Jahre alt)
Dein schönstes Erlebnis?
Als mein Vater nach Hause kam
und sagte, dass er eine Arbeit
bekommen hat.
LUANA (7 Jahre alt)
Was macht dich glücklich?
Wenn es zu Hause genug zu
essen gibt.
Bist du manchmal traurig?
Ja, im Februar. Weil ich da
Geburtstag habe und keine
Geschenke bekomme.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Brasilien
Recife
Wenn ich groß und stark bin,
werde ich uns alle durch eine schönere Welt führen.
Sie öffneten ihr Herz und ihre Türe
Ein junges Ehepaar. Roberta und Ademilson Barros. Sie wohnen in der Armensiedlung Linha de Tiro, am Rand der brasilianischen Großstadt Recife. Sie haben ein
Haus und ein Einkommen, es geht ihnen besser als den meisten anderen Familien.
Sie öffnen ihre Türe für Kinder, von denen die meisten zwar noch eine Familie haben,
aber den ganzen Tag auf der Straße verbringen – arbeitend, bettelnd, stehlend, sich
herumtreibend – und die früher oder später im Stadtzentrum verschwinden und dort
wahrscheinlich umkommen werden.
Roberta und Ademilson suchen Hilfe. Dank einer Schweizer Organisation können sie
ein Grundstück erwerben und darauf ein Tages-Betreuungszentrum errichten.
Deutsche Organisationen, vor allem unsere Partner-Organisation Misereor, schließen
sich an, und nun wurde der Entwicklungshilfeklub eingeladen, zur Erweiterung des
Programms beizutragen:
Über hundert Kinder werden betreut.
Sie verbringen pro Tag etwa vier Stunden
im Betreuungszentrum.
Geboten werden Vorschul- und Nachhilfeunterricht, Berufsausbildung in Werkstätten, Beratung und Betreuung, Sport
und Spiel, Mittagessen.
Der Kontakt mit den Eltern wird hergestellt. Die Verbesserung des Familienklimas ist eine Voraussetzung dafür, dass
Kinder den Gefahren der Straße entkommen.
Auch die anderen Bewohner der Siedlung
werden angesprochen: Jugendliche und
Erwachsene sollen den Gedanken der
sozialen Verantwortung weitertragen.
Ein Gelände für Freizeitaktivitäten steht
allen Bewohnern zur Verfügung.
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Tagesbetreuung und
Ausbildung eines
Straßenkindes für
1 Jahr =
216,- Euro
1 Anteilstein =
für 1 Kind
für 1 Monat =
18,- Euro
für Erzieher, Ernährung,
Ausbildungsmaterial
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
CAMM
(Centro de Atendimento à
Meninos e Meninas)
Roberta und
Ademilson Barros
(Projekt-Koordinatoren)
Neues Projekt
seit November 2006.
Die detaillierte
Projektbeschreibung
schicken wir gerne zu.
7
Warten auf den Frieden …
mit unserer Hilfe …
Darfur - Oktober 2006: Die Nachrichten aus dem Krisengebiet sind nicht ermutigend.
Noch immer oder schon wieder wird von neuen Angriffen der arabischstämmigen
Milizen gegen die Bewohner von Darfur und Vertreibung gesprochen.
Wer kann, verlässt sein Dorf. Ende des Monats besucht Lauren Gelfand von
unserer Partnerorganisation Oxfam Familien, die in den Tschad geflohen sind.
Österreich - Oktober 2006: Wir starten mit unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion.
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk, das Flüchtlingsfamilien aus Darfur helfen soll,
ihr Leben im Lager zu bewältigen. Die Anstatt-Karte 2006 ist ein kleines, Kontinente
überschreitendes Geschenk mit großer Wirkung: Ein Stück Projekt in Form einer
Karte - anstatt eines herkömmlichen Geschenks oder zusätzlich dazu.
„Die Gerüchte von neuen
Angriffen werden lauter. Und
wieder gibt es Wellen von
Menschen, die ihre Dörfer
fluchtartig verlassen - manche,
weil sie direkter Gewalt ausgesetzt waren, andere, weil sie
davon gehört haben und in
Panik davon laufen. Wir treffen
sie unterwegs - unzählige Familien, die auf der Suche nach
der Sicherheit eines Flüchtlingslagers sind. Während der
ganzen Fahrt denke ich an
nichts anderes als ‚hoffentlich
schaffen sie es‘.
„Bitte helfen Sie uns, die finanziellen Mittel aufzubringen,
damit 7.000 FlüchtlingsFamilien aus Darfur die notwendigen Dinge zur Bewältigung des Alltags zur Verfügung
gestellt werden können.“
Mit diesem Aufruf haben wir
heuer die Tradition des Schenkens zu Weihnachten damit
verbunden, Menschen in den
Flüchtlinslagern im Tschad zu
unterstützen.
Es sind vor allem Utensilien
des Alltags, welche die Menschen in den Lagern dringend
brauchen:
Während der letzten drei Jahre
sind alle Flüchtlingslager unaufhörlich gewachsen - eine organisatorische Höchstleistung
aller Mitarbeiter, die sich darum bemühen, dass niemand
abgewiesen wird.
In einem der Lager im Tschad
treffen wir den Zuständigen für
die Wasserversorgung. Er
überprüft die Qualität des
Wassers täglich und mit großer Gewissenhaftigkeit. Nur
dadurch kann der Ausbruch
von Seuchen verhindert werden. Die Bewältigung dieser
Aufgabe ist umso beeindruckender, wenn ich an die vielen
Menschen denke, die täglich
neu hier ankommen, alle geschwächt und ausgehungert.
Auf meinem Gang durch das
Lager zeigt mir eine Mutter
stolz und strahlend ihr Zelt.
Endlich das neue Zuhause nachdem die Familie sieben
Wochen lang außerhalb des
Lagers notdürftig unter einem
Dornbusch campiert hatte.
Alles, was sie jetzt noch
braucht, ist ein Wasserbehälter, sagt sie mir. Dann könnte
sie zur Zapfstelle gehen und
Wasser holen, so wie die anderen Frauen hier auch …
Wasserbehälter, Wasserkübel,
Seife, Geschirr, Strohmatten für
das Zelt - kleine Lebensretter,
so haben wir sie genannt.
Mit einem Geschenkbillet im
Wert von 10,- Euro kann einer
Familie so ein „kleiner Lebensretter“ zur Verfügung gestellt
werden.
Auf jedem unserer Billets glitzern fünf Perlen aus Glas auf
einem Weihnachtsbaum inmitten der Wüste, die unsere
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mit großer Geduld aufgeklebt haben. Sie symbolisieren Wassertropfen, die in der
Wüste nicht verloren gehen,
sondern dank unserer Weihnachtsaktion den Weg zu den
Flüchtlingsfamilien finden.
Den Gesamterlös aus dem
Verkauf der Billets leiten wir
wieder zu hundert Prozent an
das Projekt weiter.
Bitte helfen Sie uns - zu Weihnachten und im kommenden
Jahr - Flüchtlingsfamilien aus
Darfur zu unterstützen.
Tausende Familien aus dem sudanesischen Darfur sind noch immer gezwungen, ihre Dörfer zu
verlassen und in einem Flüchtlingslager Schutz zu suchen. Viele sind über die Grenze in den
Tschad geflohen. Außer den Kleidern, die sie am Leib tragen, besitzen die meisten nichts mehr.
Es sind vor allem Dinge des Alltags, welche die Menschen in den Lagern dringend brauchen,
um die Situation zu bewältigen: Wasserbehälter, Seife, Geschirr, Strohmatten. Durch unser
Projekt „Perlen in der Wüste“ werden den Familien diese Utensilien zur Verfügung gestellt.
8
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
9
… mit Frauen und Jugendlichen
Projekt-Partnerschaften
Arbeit gut –
alles gut?
liche Strukturen erschüttert haben.
„Eine der größten Herausforderungen heute ist der Anstieg der
Arbeitslosigkeit, besonders bei Jugendlichen, der nicht nur in
ihren Ländern, sondern weltweit zu beobachten ist.
Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Mangel an Chancen
mehr Aufmerksamkeit verdient, insbesondere da sich dieses
ernste, wachsende Problem auf so viele weitere Lebensbereiche
auswirkt.“
(UN-Generalsekretär Kofi Annan: Appell an die Staatschefs der Europäischen Union
beim 4. Gipfeltreffen in Wien 2006)
Die Lage ist
alles andere als rosig
Junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren machen
ein Viertel aller weltweit Erwerbstätigen aus. Und die Hälfte
aller Arbeitslosen.
Allein in der Europäischen Union
gibt es mehr als 4,3 Millionen
arbeitslose Jugendliche. In Lateinamerika und der Karibik sind
es über 8,8 Millionen.
Unzufriedenheit über diese Situation ist überall spürbar, aber vor
allem in vielen Teilen Lateinamerikas, wo immer wieder leere
Versprechungen das Vertrauen in
demokratische und wirtschaft-
Hohes Frustrationspotenzial innerhalb der Bevölkerung und die
wachsende Kluft zwischen Arm
und Reich bereiten den Nährboden für beunruhigende Entwicklungen:
Gewalt und Kriminalität sind im
Steigen begriffen, der Drogenhandel und -missbrauch boomt.
Gibt es ein Allheilmittel?
Wirtschaftswachstum
allein
schafft noch keine neuen Arbeitsplätze.
Es müssen konkrete Maßnahmen
gesetzt werden, um den Arbeitsmarkt zu beleben und aufzumischen.
Dabei ist natürlich in erster
Linie der Staat gefordert. Aber
seine Mühlen mahlen oft (zu)
langsam.
Aus diesem Grund sind kleine
und größere Initiativen zur Einkommensschaffung wichtig und
notwendig, die Unterstützung solcher Projekte gut angelegtes
Kapital.
Partnerschaftliches Vorgehen ist
dabei gefragt, die Ideen besonders von Jugendlichen, egal aus
welchen Nationen, sind meistens
originell und innovativ.
Jeder neue Arbeitsplatz schafft
Perspektiven, gibt Hoffnung und
birgt die Chance auf Weiterentwicklung.
„Wir können es uns nicht leisten,
nichts gegen diesen Teufelskreis
zu unternehmen.
Ich kann mir keinen besseren
Weg vorstellen für die Zukunft
unserer Länder und für die
ganze Welt, als sicherzustellen,
dass es menschenwürdige Arbeit
gibt.“
10
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Indien:
Leben statt
nur überleben
Brasilien
Neue Ideen
erfolgreich umsetzen
In Dörfern nahe Belgaum im
Bundesstaat Karnataka reichen
die kargen Erträge der kleinen
Ackerflächen schon längst nicht
mehr, um die ganze Familie zu
ernähren.
Vielen bleibt auf der Suche nach
Arbeit und einem Einkommen
nur mehr die Möglichkeit, in die
größeren Städte abzuwandern.
Die meisten der Menschen
möchten aber weiterhin Teil
ihrer Dorfgemeinschaft bleiben
und nicht in den Slums der
Großstädte landen.
Mit der Erschließung neuer
Einkommensquellen, vor allem
für die Frauen, wird ein bescheidenes Leben im Dorf wieder möglich.
Von 50 Millionen Arbeitslosen
in Brasilien oder teilzeitbeschäftigten Menschen sind die Hälfte
Jugendliche. Besonders in den
ärmeren Bevölkerungsschichten
regiert die Hoffnungslosigkeit –
viele flüchten in Alkoholismus
oder Drogenabhängigkeit, ihr
Leben scheint ohne Perspektive.
Jugendliche in der Stadt
Jacobina im Bundesstaat Bahia
wollten sich mit ihrer tristen
Lebenssituation nicht abfinden
und entwickelten Ideen.
Von Sozialarbeitern bestärkt
und begleitet möchten diese
jungen Menschen in verschiedenen Bezirken ihrer Stadt
selbst hergestellte Reinigungsmittel verkaufen, um damit ein
kleines Einkommen zu erwirtschaften.
Als Starthilfe brauchen sie das
Ausgangsmaterial zur Herstellung von „O´hoa“ – das ist ein
Universalreiniger, der in jedem
Haushalt verwendet wird.
Alle Jugendlichen, die am Programm teilnehmen, werden in
einem Kurs über die sichere
Anwendung und den möglichst
ökologischen Einsatz des Mittels
(es gibt z. B. Pfandbehälter, die
wieder befüllt werden), aber
auch über die Vermarktung und
verschiedene Verkaufsmethoden informiert.
Joe Chenakala hat bereits mehrer Ausbildungskurse für Frauen
geleitet.
„Die meisten Frauen hatten ihr
Leben lang keine Zeit, an andere Dinge zu denken als das
pure Überleben ihrer Familien
zu sichern. Die Produkte des
Waldes reichen nicht einmal für
das Allernötigste.“
In den Ausbildungskursen erlernen die Frauen verschiedene
handwerkliche
Fertigkeiten.
Besonders beliebt ist Weben,
viele entscheiden sich aber
auch für die Färberei, andere
entdecken ihr Talent für Kunsthandwerk oder Sticken.
Das Angebot an Kursen basiert
auf den Wünschen und Bedürfnissen der Familien.
Das Projekt wird Frauengruppen
helfen, ein eigenes Einkommen
durch Weben auf Handwebstühlen und die Herstellung von
Taschen aus Jute und Baumwolle zu erwirtschaften.
Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das heißt alle Gewinne
werden geteilt. Ein Teil des
Geldes wird angespart, um später weitere Anschaffungen tätigen zu können.
Mit 2.590,- Euro kann 100
Familien geholfen werden, auf
eigenen Beinen zu stehen.
Mit 3.197,- Euro für Ausbildungskurse, Geräte, Arbeitsmaterial und -kleidung soll eine
Produktionsstätte errichtet werden, die 15 Jugendlichen mit
einem Einkommen auch eine
gesicherte Zukunft bietet.
Super-Mikro 2165
Super-Mikro 2153
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Super-Mikro 2165
im Gebiet von Belgaum, Indien
Einkommen für Frauen
Aus- und Weiterbildungskurse
2.590,- Euro
Super-Mikro 2153
in der Stadt Jacobina, Brasilien
Kleinbetrieb für Jugendgruppe
Produktion von Reinigungsmitteln
3.197,- Euro
Wir bitten um Mithilfe bei der
Verwirklichung.
Weitere Super-Mikros
auf Seite 22.
11
… aus Indonesien
Bericht
Ich bin so dankbar,
dass man uns nicht
vergessen hat.
Am 27. Mai 2006 ereignete sich auf der Insel Java in
Indonesien ein schweres Erdbeben. 5.700 Menschen
starben, etwa 55.000 wurden verletzt, über eine
Million wurde obdachlos.
Das betroffene Gebiet rund um die Stadt Yoyjakarta
wird von fast sieben Millionen Menschen bewohnt und
zählt mit mehr als 1.500 Einwohnern je Quadratkilometer (Österreich: 96 Einwohner) zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde.
Der Entwicklungshilfeklub beteiligte sich an den Hilfsmaßnahmen seiner Partner-Organisation Misereor und
konnte mit einem Aufruf an seine Spenderinnen und
Spender 76.547,87 Euro bereitstellen.
In einem ersten Schritt wurden Familien mit Nahrungsmitteln, Decken, Medikamenten und Artikeln des täglichen Gebrauchs versorgt.
In der Folge wurde der Einsatz der ambulanten Ärzteteams gesichert und den Opfern der Katastrophe bei dem
von ihnen begonnenen Wiederaufbau ihrer zerstörten
Dörfer und Häuser geholfen.
Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer von Misereor:
„Wir haben mit unseren Partnern vor Ort nach dem
schweren Erdbeben Tausende Menschen versorgt. Schon
48 Stunden nach der Katastrophe waren wir auch in
den abgelegenen Dörfern zur Stelle, die von der staatlichen und internationalen Hilfe erst viel später erreicht
wurden.
Dank der gut funktionierenden Zusammenarbeit ist so ein
weites Netz der Hilfe gespannt worden. Dieses
Engagement war auch ein wichtiger Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Menschen in einer Region, in
der neben der moslemischen Mehrheit auch Hindus,
Buddhisten und Katholiken leben.
Ich bin sehr froh, dass wir mit dem gelungenen Miteinander unserer Partner und unserer Spenderinnen und
Spender so vielen Menschen helfen konnten. Für Ihre
treue Verbundenheit herzlichen Dank.“
12
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Auszug aus einem Projektbericht:
Über 1.000 Freiwillige haben bei der Erstversorgung von
mehr als 50.000 Menschen geholfen.
Drei Ärzte-Teams waren jeweils bis zu sechs Wochen im
Einsatz, haben Verletzte versorgt und Medikamente ausgegeben.
Mit Zeltplanen wurden Notunterkünfte gebaut.
Für jeweils 100 Familien wurde eine Tonne Reis, die für
eine Woche reicht, bereitgestellt.
Henry Schürmann, Misereor-Länderreferent:
Wir arbeiten seit Jahrzehnten in Indonesien und verfügen
dort über ein sehr leistungsfähiges einheimisches
Partnernetzwerk.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen
Projekten arbeiteten zusammen und ergänzten sich
gegenseitig:
Bauerngruppen aus benachbarten Bezirken bekamen
einen fairen Preis für ihre Produkte. Der Reis wurde zu
Reismühlen und dann in die Erdbebendörfer gebracht.
Lehrlinge eines Berufsausbildungsprojekts begleiteten
den Transport und halfen bei der Verteilung.
Den Familien wurde geholfen, den Schutt wegzuräumen
und wiederverwertbares Baumaterial auszusortieren.
Dadurch konnte der Wiederaufbau früher beginnen. Die
Häuser wurden mit Nachbarschaftshilfe errichtet.
Mitarbeiter der Organisation PBHI aus Yogyakarta:
Wir machten eine Bestandsaufnahme der aktuellen
Situation in 28 völlig zerstörten Dörfern. Wir stellten fest,
dass sich 2.400 Familien in einer akuten Notsituation
befanden. Ihnen konnte sofort geholfen werden.
Mitarbeiter der lokalen Hilfsorganisation Bina Desa:
Wir haben ganz allgemein zur Mitarbeit aufgerufen und
zusätzlich kompetente Helfer eingesetzt, etwa Ärzte, die
in kleinen Teams mit Medizinstudenten zusammenarbeiteten und einander wöchentlich ablösten.
So wurden in den ersten 14 Tagen nach dem Erdbeben in
42 Dörfern 5.595 Verletzte versorgt. Hierzu liegen detaillierte Listen auf, ebenso über die Versorgung mit
Nahrungsmitteln, Zeltplanen, Schlafmatten, Babymilchpulver, Werkzeugen für den Wiederaufbau …
Marianna Ibu, Schulleiterin:
Wir sind so dankbar, dass man uns nicht vergessen hat.
Unser Dorf Kembang Gede war besonders schwer betroffen. Nur fünf Häuser waren stehen geblieben.
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
13
unser projekt
Mit einem Kleinkredit
können mittellose
Frauen ein kleines
Unternehmen gründen
oder bereits bestehende Einkommen
schaffende Tätigkeiten ausweiten.
Sie erwirtschaften
damit zusätzlich
Geld, um ihre Familie
zu versorgen, für die
viele von ihnen alleine
zuständig sind.
Es geht dabei
zum Beispiel um
die Produktion und
Verarbeitung von
Lebensmitteln, einen
Verkaufsladen oder
-stand, Schweineoder Hühnerzucht,
Näharbeiten,
Stickereien …
Helfen wir ihnen,
mit ihrer Arbeit und
ihren Initiativen
Auf eigenen Beinen
stehen zu können.
Von den bisher an Frauen
vergebenen Kleinkrediten
wurden 31 Prozent für die
Gründung von MikroUnternehmen aufgewendet,
die anderen für die Verbesserung und Ausweitung
bestehender Aktivitäten.
14
Wie mit wenig so viel
geschehen kann
„Zum ersten Mal können in unserem Dorf arme Frauen Geld ausborgen. Ich freue mich so, dass ich
jetzt ein eigenes Geschäft habe.
Ich backe und verkaufe Fladenbrote. Und es gibt keine Probleme,
wenn man einmal mit der Rückzahlung im Rückstand ist.”
Projekt 201
AUF EIGENEN
BEINEN
Nicaragua
Provinz Siuna
Rosa Tórrez aus Manzanares
(Foto rechts)
„Ich bin 56 Jahre als und habe
zwölf Kinder. Ich züchte und verkaufe Schweine, davon leben wir.
Vor einiger Zeit habe ich zwei
Kredite aufgenommen und das
Geld in mein Geschäft gesteckt.
Außerdem habe ich gelernt, mein
Geld besser zu verwalten.“
Früher war ich eine arme Frau,
jetzt bin ich eine Unternehmerin.
„Ich bin 32 Jahre alt, verheiratet
und habe sechs Kinder. Mit dem
ersten Kredit habe ich begonnen,
Schweine zu züchten, mit dem
zweiten die nötigen Zutaten gekauft, um Kuchen zu backen. Die
verkaufe ich jetzt bei Dorfversammlungen. Ich bin so glücklich,
dass man uns hilft.“
„Ich habe unlängst fünf Kisten
Fruchtsaft und Zucker gekauft. Es
kommen ja jetzt immer mehr
Kunden zu mir ins Geschäft.
Den Kredit habe ich zurückgezahlt
und genug Geld gespart, um
noch mehr Waren einzukaufen.
Wichtig ist es auch, die anderen
Frauen aus dem Projekt zu treffen.
Wir tauschen unsere Erfahrungen
aus und lernen aus den Erfolgen
und Fehlern der anderen. Und die
Mitarbeiterinnen des Projekts
geben uns immer gute Ratschläge.“
Aydalis Garcia aus Negrowas
(Foto rechts)
Martha Lorena Trujillo aus Negrowas
(Foto rechts)
Beneranda Castillo aus Hormiguero
(Foto links)
„Durch das Projekt kann ich in meinen Laden investieren. Ich verdiene jetzt mehr und habe keine
Probleme, die Raten für den Kredit
zurückzuzahlen. Im Dorf haben wir
eine Spargruppe gegründet, auch
das wird uns helfen, besser voranzukommen.“
„Ich bin sehr dankbar, dass man
mir vertraut und einen Kredit gegeben hat. Leute wie ich haben
überhaupt keine Chance, Geld von
einer Bank zu bekommen. Ich
hoffe, das Projekt geht weiter.
Unser Leben wird dadurch bestimmt um vieles leichter.“
Cornelio Salgado aus Manzanares
(Foto links)
Fany López Ordóñez
(großes Foto oben)
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Kleinkredit
für eine Frau =
110,- Euro
1 Anteilstein =
Übernahme von 25 %
eines Kredits
für eine Frau =
27,50 Euro
Das sind die Frauen,
die in der Dorfgruppe bei ihren Aktivitäten ermutigt werden und die
Möglichkeit erhalten, mit Hilfe eines
Kleinkredits ein Einkommen zu erwirtschaften.
14 % der Frauen sind unter 25 Jahre
alt, 79 % zwischen 26 und 55, 7 % sind
älter.
Sie haben im Durchschnitt drei Kinder.
28 % sind alleinstehend, bei den anderen trägt der Mann nichts oder zu
wenig zum Familieneinkommen bei.
20 % können überhaupt nicht lesen
oder schreiben, die anderen haben nur
einige Jahre Grundschule absolviert.
83 % sind Besitzerinnen ihres Hauses,
65 % haben Wasser, 50 % Strom und
83 % eine Latrine.
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Nidia Whita Regional
Association of Women’s
Movement
(lokale Organisation
im Einsatzgebiet)
Linde Rivera
(Projektkoordinierung)
Bericht:
Projektbeginn Mai 2005.
Mit 25.998,- Euro konnten
bisher 236 Kleinkredite
vergeben werden.
In einer ersten Phase
sollen 390 Frauen
unterstützt werden.
15
… von Meeren und Flüssen
Thema+ Worte
Bilder
Kamerun: Reusenfischer im Logone-Fluss
Indien: Hochseefischer in Kerala
Sri Lanka: Stelzenfischer in Weligama
Mali: Korbfischer auf dem Niger-Fluss
Unseren täglichen Fisch gib uns heute
16
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
17
aktuelle Projekte
Mikros
Mit einem Freund an der Seite
ist kein Weg zu lang,
keine Last zu schwer
und keine Hoffnung zu groß.
Für alle hier vorgestellten Projekte
gibt es detaillierte Beschreibungen, Fotos
und Zusatzinformationen,
die wir Ihnen gerne zuschicken.
Projekte
in
AFRIKA
18
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Angola
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Mikros + Anteilsteine
Euro
Bolivien
142 – STEHEN WIR AUF (Straßenkinder)
Tageszentrum, Betreuung, Ernährung
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
166,13,80
Bolivien
175 – IM BODEN VERWURZELT (Indio-Bauern)
Aufforstung, Erosionsschutz, Terrassenfeldbau
10 Familien / 1 Jahr
1 Familie / 1 Jahr
282,28,20
Bolivien
200 – ZEIT DER ERNTE (Kleinbauern im Urwald)
Anbau von Kakao und Bananen
1 Familie
1/2 Hektar
143,23,80
Bolivien
208 – LEKTIONEN DES LEBENS (Alphabetisierung)
Bildung und Einkommenschaffung für Frauen
7 Frauen
1 Frau
231,33,-
Brasilien
176 – DEN REGEN AUFFANGEN (Zisternen)
Regenwassser für die Trockenperiode
1 Zisterne
1 Person / 1 Jahr
388,64,70
Brasilien
214 – MIT LEUCHTENDEN AUGEN (Straßenkinder)
Betreuung und Ausbildung in Tageszentrum
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
216,18,-
Haiti
184 – STERN DER HOFFNUNG (Mutter/Kind)
Geburtshelferinnen im Slum
12 Frauen mit Kind
1 Frau mit Kind
144,12,-
Haiti
209 – EIN STÜCK PARADIES (Waldgärten)
Obstbäume, Gemüsegärten, Ackerbau
10 Familien
1 Waldgarten
210,21,-
Nicaragua
188 – VOR DER TÜR (Kleinbauernfamilien)
Bessere Anbaumethoden für Kleinbauern
1 Familie
1 Person
153,14,-
Nicaragua
201 – AUF EIGENEN BEINEN (Kleinkredite)
Wirtschaftliche Initiativen von Frauen
1 Frau
1/4 Kreditsumme
110,27,50
18 Frauen
1 Frau
291,16,20
Mikros + Anteilsteine
Euro
181 – ERWACHEN IN GESUNDHEIT (Moskitonetze)
Schutz für Mütter und Kinder gegen Malaria
15 Frauen
1 Netz
225,15,-
Äthiopien
199 – DER STRASSE ENTKOMMEN (junge Mütter)
Unterkunft für junge Mütter und deren Babys
Mutter+Kind / 1 Jahr
1 Monat
292,31,-
Afghanistan
189 – INS FREIE KOMMEN (Alphabetisierung)
Bildung für Mädchen und Frauen
Kenia
173 – HILF MIR WEITER (Straßenkinder)
Schulbildung für Mädchen auf der Straße
2 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
228,9,50
Bangladesch
193 – DER ARMUT ENTKOMMEN (Starthilfe)
Finanzielle Unterstützung für extrem Arme
1 Familie
1 Familienmitglied
184,22,80
Liberia
191 – FREUDE AM LEBEN (Lepradorf)
Häuser, Felder, Werkzeuge für Leprakranke
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
197,32,80
Bangladesch
203 – CHANCE FÜRS LEBEN (Ureinwohner)
Lehrerinnen für Kinder in Vorschulklassen
1 Lehrerin / 1 Jahr
1 Monat
254,21,-
Liberia
194 – ZUKUNFT IM KLEINEN (Kindersoldaten)
Reintegration und handwerkliche Ausbildung
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
180,15,-
Indien
115 – FLUG NACH MORGEN (Straßenkinder)
Ambulante Betreuung auf der Straße
10 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
366,36,60
Malawi
211 – MIT FRISCHER KRAFT (Aidswaisen)
Ernährungssicherung für von Aids Betroffene
1 Familie
1 Familienmitglied
125,25,-
Indien
140 – KIND SEIN DÜRFEN (gegen Kinderarbeit)
Zentrum für aus Fabriken befreite Kinder
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
206,17,20
Mali
204 – STUFEN ZUR SCHULE (Bildung)
Einschulung für Mädchen aus Dörfern
1 Schulklasse
1 Mädchen / 1 Jahr
325,13,-
Indien
157 – ZEIT DER REIFE (Frauengruppen)
Kurse, Spargruppen, Einkommensverbesserung
3 Frauen / 1 Jahr
1 Frau / 1 Jahr
164,54,70
Ruanda
206 – MITEINANDER ZUM FRIEDEN (Ziegenzucht)
Für Vertrauensbildung und gegen Hunger im Dorf
1 Herde
1 Ziege
290,29,-
Indien
185 – RÜCKKEHR DES WASSERS (Ureinwohner)
Erosionsschutz, Dämme, Aufforstung
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
140,23,30
Tschad
198 – TROPFEN FÜR MORGEN (Wasserversorgung)
Waser für Vieh und Felder in der Trockenzeit
10 Familien
4.500 Liter
245,24,50
Indien
213 – STEIN AUF STEIN (Dorfbau)
Bau des neuen Dorfes Thimmapuram
Tschad
212 – PERLEN IN DER WÜSTE (Flüchtlinge)
Gebrauchsartikel für den täglichen Bedarf
10 Familien
1 Famie
100,10,-
Indien
202 – EIN LEBEN LANG (Dorfschulen)
Bildung für Kinder in Dörfern ohne Schule
Uganda
207 – ZUKUNFT OHNE ANGST (Nacht-Quartiere)
Bildung und Notquartier für Kinder
5 Kinder
1 Kind
220,44,-
Ost-Timor
210 – DIE WUNDEN HEILEN (Gesundheit)
Klinik, Medikamente, Rehabilitation, Betreuung
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Projekte
in
ASIEN
1 Haus 1.020,1/2 Haus
510,5 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
195,39,-
10 Familien
1 Familie
216,21,60
19
unser projekt
Eine Kuh bringt
die Schule ins Dorf
Vorschulen für Kinder
von Ureinwohnern,
in denen sie zuerst
in ihrer Sprache
unterrichtet werden
und dann Bengali
lernen, um später
eine öffentliche
Schule besuchen zu
können.
Nur so haben sie eine
Möglichkeit, aus der
Isolation und der
Armut auszubrechen,
die das Schicksal der
Ureinwohner sind,
weil sie sich durch
ihre Sprache, Kultur
und Religion vom Rest
der Bevölkerung
von Bangladesch
unterscheiden.
Geben wir ihnen die
Chance fürs Leben,
die ihnen ohne Zugang
zu Schulbildung verwehrt bleibt.
20
Bhuduni Kuzur ist 47 Jahre alt und
lebt in Begpur Dakhin, einer der
armseligen
Siedlungen
von
Ureinwohnern in Radhanagar,
einem Bezirk in Bangladesch.
Nach dem Tod ihres Mannes nahm
ihr Sohn sie zu sich. Dieser versucht mehr schlecht als recht,
seine sechsköpfige Familie zu
ernähren.
Da Bhuduni fast blind ist, kann sie
selbst nicht viel zum Unterhalt der
Familie beitragen.
Aber sie hatte mit ihren wenigen
Ersparnissen ein kleines Kalb
gekauft und dann zu ihren
Enkelkindern gesagt:
„Eines Tages, wenn es groß und
dick ist, werde ich es verkaufen
und wir alle werden ein schöneres
Leben beginnen.“
„Wie wird das denn sein, wenn wir
ein schöneres Leben beginnen?“,
fragten die Kinder. Das konnte
ihnen die Großmutter nicht so
recht erklären, aber die Leute, die
im Dorf Versammlungen abhielten,
wussten es:
„Wenn niemand mehr sagt, dass
ihr dumm seid, wenn ihr lesen und
schreiben könnt, wenn ihr an euch
selbst glaubt.“
Und sie sagten zu den Frauen und
Männern aus dem Dorf:
„Wenn eure Kinder nicht in die
Schule gehen, um wie die anderen
Kinder unseres Landes lernen zu
können, dann werden sie nie die
Chance haben, aus dem Elend
herauszukommen, in dem ihr alle
lebt.“
Im Dorf gab es noch keine Schule,
weil die Regierung keine Lehrpläne, kein Geld, keine Lehrer und
vielleicht auch kein Interesse hat,
Bildung in den Sprachen der Ureinwohner anzubieten.
„Wenn ihr aber mithelft, eine
Schule zu bauen, dann werden wir
Mädchen aus eurem Dorf zu
Lehrerinnen ausbilden.“
Bhuduni, die selbst nie zur Schule
gegangen war, verstand die Botschaft.
Sie verkaufte ihre Kuh, mit dem
Geld, das sie bekam, sollte aus
Bambus und Stroh eine Hütte
errichtet werden. Und ihren Sohn
überredete sie, einen Teil seines
Grundstücks als Bauplatz zur
Verfügung zu stellen.
So kamen die Bewohner des
Dorfes Begpur Dakhin zu einer
Schule.
Und das schönere Leben für die
Enkelkinder der fast blinden Frau
und alle anderen Kinder im Dorf
konnte beginnen.
Von 2000 bis 2004 hat der Entwicklungshilfeklub mit dem Projekt 159 – Wert der
Bildung bereits zur Finanzierung von 75 neuen Schulen in Dörfern von Ureinwohnern beigetragen. Nach dem Besuch unserer Mitarbeiterin Doris Schoissengeier
wurde 2005 das hier vorgestellte Folgeprojekt begonnen. Bislang konnte damit
744 Kindern (386 Buben und 358 Mädchen) in 28 Schulen der Zugang zu Bildung
eröffnet werden.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 203
CHANCE
FÜRS LEBEN
Bangladesch
Provinz Dinajpur
Das ist keine Hütte, sondern unsere Schule,
aus der wir den Schritt ins Leben machen.
Wir haben uns vorgenommen
und in vielen Dörfern schon erreicht, dass
– in Bangladesch auch die Kinder von Ureinwohnern eine Schule
besuchen können;
– alle Eltern die Bedeutung von Bildung erkennen;
– sich rund um die Schulen, für die die Dorfbewohner verantwortlich
sind, auch andere gemeinsame Initiativen entwickeln;
– durch den Einsatz der neu ausgebildeten Lehrerinnen aus den Dörfern
das Ansehen der Frauen allgemein steigt und ihre Bedeutung für die
Dorfentwicklung erkannt wird;
– mit den Schulen und dem nachfolgenden Besuch in öffentlichen
Schulen in Nachbarorten eine soziale Brücke zur bengalischen
Mehrheit der Bevölkerung aufgebaut werden kann.
(Eine Mitarbeiterin des Projekts)
1 Mikro
(Projektbaustein) =
eine Lehrerin
für Kinder von
Ureinwohnern
für 1 Jahr =
254,- Euro
Jahresgehalt: 170,Weiterbildung: 60,Behelfe, Diverses: 24,-
1 Anteilstein =
1 Lehrerin
für 1 Monat =
14,- Euro
Projektpartner
und Projektleiter:
Oxfam
(Oxford, England)
lokale Hilfsorganisationen
im Einsatzgebiet
Bibhash Chakraborty
(Projektkoordinierung)
Das ist ein Foto von Bhuduni
Kuzur, von deren Engagement wir auf der linken Seite
berichten.
Sie hat nun keine Kuh mehr,
aber ein Schaf, und sie überlegt schon Möglichkeiten, um
es der Schule und dem Wohl
der Kinder des Dorfes zugute
kommen zu lassen.
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Bericht:
Projektbeginn August 2004.
Das Bildungsprogramm
konnte auf drei weitere
Bezirke ausgeweitet
werden, wofür bislang
24.644,- Euro
bereitgestellt wurden.
21
Kongo
Super-Mikros
Projekte
in
AFRIKA
Land
Projektziel, Einsatzgebiet, Kosten
Projektpartner und -nummer
Kenia
Solarbetriebene Pumpe für einen Brunnen
Gebiet Karapokot, Kacheliba
Solarpaneele für den Betrieb einer Wasserpumpe
Comboni Missionare
Giancarlo Guiducci
2158
Medizinische Betreuung durch mobile Ambulanz
Amakuriat in Karapokot
Medikamente, Gehalt einer Krankenschwester)
3.400,-
Comboni Missionare
Mary Fuambe Atimango
2188
Ausstattung einer kleinen Gesundheitsstation
Pfarre Ndibata
Krankenpflegerin, Medikamente, Laborgeräte
3.750,-
St. Theresia Klinik
Thomas Nsibambi
2160
Kleinkredite für Frauengruppen
Sud-Kivu, Dörfer in Bushi
Kleinkredite als Starthilfe für 2 Frauengruppen
2.100,-
Entraide + Fraternité
Angèle Bahige
2132
Mauretanien Berufsausbildung für Jugendliche
Hauptstadt Nouakchott
Lehre für 10 Jugendliche im Jugendgefängnis
3.200,-
Caritas Mauretanien
Aichetou Mint Cheikh
2155
Bangladesch Schulen für Kinder von Ureinwohnern
Region Barind, Bezirk Naogaon
3-jährige Grundschulbildung für 30 Kinder
2.992,-
Netz/Ashrai
Abdus Samad
2197
Bangladesch Ausbildungskurs für Mädchen
Bezirk Netrakona Sadar
Bildungszuschuss für 30 Mädchen (1 Jahr)
2.520,-
Netz/SUS
Peter Dietzl
2189
1.930,-
TDSS
Livi Rodrigues
2168
2.500,-
CAD
Leelama Devasia
2137
Alternativschulen für arbeitende Kinder
Bundesstaat Maharashtra, Dörfer in Beed
Lehrergehälter, Unterrichtsmaterialien
2.723,-
TDSS
Bibhishan Pandhawale
2171
Bildung für Ureinwohner (Pardhis)
Bundesstaat Maharashtra, Distrikt Osmanabad
Kinderbetreuung, Abendschulen in 10 Siedlungen
1.980,-
TDSS
Puncharrachana Kendra
2169
Filter für sauberes Wasser
Dörfer im Distrikt Anuradhapura
100 Filter für Schulen, Kindergärten...
3.000,-
Swarna Hansa Foundation
Gallege Punyawardana
2162
Kenia
Uganda
Kongo
Projekte
in
ASIEN
Indien
Indien
Indien
Indien
Sri Lanka
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Brasilien
Ecuador
Ecuador
Frauenförderung in ländlichen Gebieten
Bezirk Maharashtra, Dörfer um Yavatmal
Kurse zum Umstieg auf ökologischen Anbau
Unterstützung von Mädchen in Slums
Bundesstaat Maharashtra, Stadt Nagpur
Ausbildung und Sozialarbeit für junge Frauen
Einkommensschaffung für Jugendliche
Bundesstaat Para, Reservat Tapajos Arapiuna
Naturkautschukgewinnung und -vermarktung
3.200,-
3.457,-
ACOSPER
Oswaldo Vallilo
2195
Gemeinschaftsküchen für Indiodörfer
Dörfer in der Provinz Chimborazo
Verbesserung der Ernährungsituation im Dorf
2.015,-
Frauengruppen in Huigra
Eulogio Quito
2166
Lamas und Alpakas für Kleinbauern
Provinz Chimborazo, Gemeinde Guadalupe
landwirtschaftliche Ausbildung, Tierzucht
3.793,-
CEAS
Ana Bustos
2159
Weitere Projekt-Partnerschaften auf unserer Homepage oder auf telefonische Anfrage.
22
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Wasser zum Leben
Rund 90 Liter Wasser benötigt eine sechsköpfige Familie durchschnittlich am Tag.
Diese Menge reicht aus, um ein gesundes
Leben zu führen: trinken, kochen,
waschen, sauberhalten des Wohnbereichs.
90 Liter - das sind neun Kübel Wasser
nach unserem Verständnis.
Für die meisten Menschen in der Diözese
Butembo, in der Provinz Nord-Kivu, zählt
sauberes Wasser aber zu einer Kostbarkeit,
die sie nur mit großen Anstrengungen und
nie in ausreichender Menge beschaffen
können. Sie holen sich das Wasser aus
ungeschützten Quellen oder aus dem Fluss.
Sauberes Trinkwasser müssen sie an einer
der vielen Zapfstellen entlang der
Hauptstraßen kaufen - aber das kann sich
kaum jemand leisten …
Unsicherheit zermürbt
Im ganzen Land leiden die
Menschen noch immer
unter den Folgen des
Jahrzehnte
dauernden
Bürgerkrieges. So zählt die
demokratische Republik
Kongo heute trotz ihres
enormen Reichtums an
Bodenschätzen zu den
ärmsten Ländern der Welt.
Die ersten freien Wahlen
seit 1965 fanden kürzlich
statt - ob der lang ersehnte Friede kommt, wagt
niemand vorherzusagen.
Diese Unsicherheit ist auch
einer der Gründe für die
dramatische Situation: die
Infrastruktur ist zusammen
gebrochen, die Versorgung mit Wasser eines der
großen ungelösten Probleme, mit denen die Menschen täglich fertig werden müssen.
Frisches Wasser belebt
In der dicht besiedelten
Diözese Butembo keimt
Hoffnung. Hier kümmern
sich die Mitarbeiter des
„Diözesanbüros für Entwicklung“ um eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung. Durch die
Errichtung von Quellfassungen und das Verlegen
von Wasserleitungen wird
es möglich, dass die
Menschen nicht mehr
stundenlange Fußmärsche
für einen Kübel Wasser
zurücklegen müssen. Die
Instandhaltung und Betreuung der Quellfassungen erfolgt durch die
Bewohner der Dörfer.
Die ersten Quellfassungen
sorgen bereits für sauberes
Wasser. Helfen wir mit,
dass viele weitere folgen!
Super-Mikro 2178
Quellfassungen zur Trinkwasserversorgung:
2.400,- Euro für 10 Quellfassungen
Wir bitten um Ihre Mithilfe!
BILDER EINER SEHNSUCHT
für sauberes Wasser in Butembo
Faszination Afrika - Seit mehr als einem
Jahrzehnt beschäftigt sich der österreichische Maler Hubert Fischlhammer intensiv
mit Afrika. Auf zahlreichen Reisen und daraus entstandenen Arbeiten findet seine
persönliche und einfühlsame Auseinandersetzung mit Afrika statt, die in dem Buch
„Faszination Afrika - Bilder einer
Sehnsucht“ präsentiert wird.
100 Exemplare dieses faszinierenden
Buches hat Hubert Fischlhammer dem
Entwicklungshilfeklub zur Verfügung
gestellt - „damit die Sehnsucht der
Menschen in Butembo nach sauberem
Trinkwasser in Erfüllung geht.“
Mit dem Kauf eines Buches um
24,- Euro sichern Sie die Wasserversorgung für rund drei Familien.
Bestellungen bitte mit beiliegender Bestellkarte,
telefonisch oder per E-Mail: office@eh-klub.at
Super-Mikro 2178
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
23
unser projekt
Gründe, warum
Mädchen in den
Wüstengebieten
Malis nicht in die
Schule gehen:
weil man meint, dass
es genügt, wenn die
Buben etwas lernen,
weil die Familie zu
arm ist, um die
Schulkosten für alle
Kinder zu tragen,
weil sie im Haushalt
mithelfen müssen.
Helfen wir Mädchen,
die Hindernisse zu
überwinden, die
ihnen den
Zugang zu Bildung
verwehren,
helfen wir ihnen, die
Stufen zur Schule
zu finden und zu
bewältigen.
24
Bis sie eines Tages alle
lernen dürfen
Sie heißt Halimatou Sotiba,
lebt und arbeitet im Dorf Tabangou
im Nordosten der Nordprovinz Gao in Mali, Westafrika,
und ist eine der Mitarbeiterinnen unseres Projekts.
„Ich bin schon vor den Kindern in
der Schule und schaue genau, ob
auch die Mädchen kommen.
Ich bin nämlich eine Animatrice
und dafür verwantwortlich, dass
auch die Mädchen aus unseren
Dörfern täglich in die Schule kommen.
Bevor der Unterricht beginnt, rede
ich noch kurz mit den Lehrern:
‘Kümmert Euch gut um die
Mädchen, passt auf, dass sie nicht
von den Buben belästigt werden,
wenn sie Probleme haben, müsst
ihr ihnen helfen!’
Nicht jeden Tag, und nicht immer
mit den selben Worten, aber
irgendwie ist es noch notwendig,
vor allem die männlichen Lehrer
daran zu gewöhnen, dass auch
Mädchen die Schule besuchen
und dass auch sie ein Recht auf
eine gute Ausbildung haben.
Wenn dann der Unterricht begonnen hat, gehe ich zu den
Familien jener Mädchen, die an
diesem Tag nicht zur Schule gekommen sind.
Sie zu finden, ist gar nicht so
leicht. Viele Familien sind Halbnomaden, das heißt, sie wandern
mit ihren Tieren auf der Suche
nach Futterplätzen und Wasser
umher.
Aber ich kenne ihre Wanderrouten
schon recht gut.
Ich bin mit meinem Esel und einem
Projekt 204
STUFEN
ZUR SCHULE
Karren unterwegs, sicher das
beste Transportmittel in dieser
Gegend.
‘Was ist passiert? Wieso ist eure
Tochter heute nicht in der Schule?’
Wenn das Kind krank ist, erkundige ich mich, ob es auch gut versorgt wird.
Wenn es nicht zur Schule gekommen ist, weil man es daheim beschäftigt, dann gibt es eine kleine
Moralpredigt.
‘Ihr habt doch verstanden, wie
wichtig es für sie ist, dass sie lernen darf, und Ihr werdet stolz auf
sie sein, wenn es ihr einmal besser
geht.’
Wenn ich schon dort bin, besuche
ich auch die Familien, die das noch
nicht eingesehen haben.
‘Willst du nicht, dass deine Tochter
mehr Chancen in ihrem Leben hat
als du sie gehabt hast?’, frage ich
die Mutter.
Und wenn sie sagt, dass der Vater
dagegen ist, dann versuche ich,
auch ihn zu überzeugen.
Gelegentlich besuche ich auch die
religiösen Führer und den Chef
des Ortes.
Die alten Männer beginnen, sich
daran zu gewöhnen, dass eine
Frau es wagt, ihnen zu widersprechen.
Denn auch sie müssen einsehen,
dass wir keine Zukunft haben,
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Mali
Provinz Gao
Wir haben unseren Platz in der Schule gefunden,
jetzt werden wir ihn auch im Leben finden.
wenn Frauen und Mädchen keine
Ausbildung haben.
Wenn es mir gelingt, sie davon zu
überzeugen, ist viel gewonnen.
Denn dann werden sie in der
Moschee oder bei Dorfversammlungen bei den Männern und damit
auch den Vätern ihre Autorität in
diesem Sinne einsetzen.
Wie schnell das gehen wird, weiß
ich nicht. Jedenfalls möchte ich
erreichen, dass alle Mädchen
unseres Dorfes in die Schule
gehen und dass alle eines Tages
zumindest über einen Grundschulabschluss verfügen.
Ich bin glücklich, dass ich, obwohl
ich nicht mehr so jung bin, noch
ein so schönes Lebensziel vor mir
habe.“
Was zu tun ist
Immer noch können in Mali weniger als
40 Prozent aller Kinder zur Schule gehen.
Die Zahl der eingeschulten Mädchen ist
noch weit geringer und die Analphabetenrate unter den Frauen entsprechend
hoch.
Die Situation ist noch schlechter in den
riesigen Wüstengebieten am Rande der
Sahara. Mehr Schulen bauen allein genügt jedoch nicht.
– Die Eltern müssen die Bedeutung von
Bildung, auch für Mädchen, verstehen.
– Dies kann zum Beispiel erreicht werden, wenn auch die Erwachsenen
Lesen und Schreiben lernen können.
– Kleinere wirtschaftliche Impulse,
besonders für Frauengruppen, helfen,
die fehlenden Mittel für den Schulbesuch von Mädchen aufzutreiben.
– Transportprobleme müssen überwunden werden, etwa mit Booten,
wenn es zum Beispiel notwendig ist,
den Fluss zu überqueren.
Unser Beitrag
Dank der Spendengelder können Halimatou Sotiba sowie Taklitin Walet Farati,
Achaoula Souma, Fatouma Al-Kassoum und die vielen anderen ‚Animatrices’
dieses Projekts dafür sorgen, dass sich die Schulen für Mädchen öffnen und die
Mädchen auch tatsächlich hingehen. Auch andere Maßnahmen wie
Förderunterricht für Kinder, Erwachsenenbildung, Bereitstellung von Booten für
den Transport über den Fluss können finanziert werden.
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Schulbesuch von 25
Mädchen während
eines Jahres =
325,- Euro
Animatrice: 80,Nachhilfe, Kurse: 90,Schülertransport: 65,Hilfe für die Mütter: 90,-
1 Anteilstein
Schulbesuch
von 1 Mädchen =
13,- Euro
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
13 lokale
Hilfsorganisationen
im Einsatzgebiet
Heather Jophnston
(Projektkoordinierung)
Bericht:
Projektbeginn:
Mai 2005
Die bislang eingegangenen Spendengelder
ermöglichten eine
Ausweitung des Projekts
auf weitere Regionen.
25
… in Indien
Partner
Butterflies
Indische Organisation
für Straßenkinder in Delhi,
gegründet 1987.
Betreuung der Kinder
an ‚Kontaktpunkten’:
Markt, Park, Bahnhof …
Medizinische Behandlung,
Ausbildung, Rechtshilfe bei
Problemen mit der Polizei
oder Arbeitgebern …
Wie viele?
Kinder, die ohne Familienanschluss und ohne feste
Bleibe auf den Straßen der
11-Millionen Metropole Delhi
leben. Wie viele es genau
sind, weiß niemand.
Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt als Müllsammler,
Teeverkäufer, Schuhputzer,
durch Prostitution, Drogenhandel, Glücksspiel.
Vielfach ausgebeutet haben
sie jedes Vertrauen zu Erwachsenen verloren.
Zusammenarbeit mit dem
Entwicklungshilfeklub
seit 1995.
Gesamtwert bis Ende 2005:
327.985,61 Euro
für die Betreuung von
etwa 1000 Kindern pro Jahr.
Mehr als 1.200!
Die so genannten street educators von Butterflies stehen
in Kontakt mit etwa 1200
Kindern und Jugendlichen.
Mit viel Geduld und Hartnäckigkeit ist es ihnen gelungen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zu regelmäßigen Treffen an einem
der zwölf Kontaktpunkte des
Projekts zu bewegen.
Hier werden die Kinder zu
Selbsthilfeinitiativen, Alphabetisierungskursen, beruflicher Ausbildung angeregt
und es wird ihnen medizinische
Betreuung
sowie
Rechtsberatung geboten.
Foto unten:
Rita Panniker, Gründerin und Leiterin
von Butterflies.
Die Erfolgsbilanz
Fotos oben: Straßenkinder in Delhi finden Butterflies:
um sich im Gesundheitsbus behandeln zu lassen,
um in einer Hauseinfahrt Schreiben zu lernen,
um im Park mit anderen Kindern zu spielen ….
26
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Rita Pannicker, die Leiterin
von Butterflies:
„Was am Ende zählt, sind
nicht die Statistiken, sondern
dass die Kinder trotz aller
Schwierigkeiten
überlebt
haben und ein neues Leben
beginnen können.“
Von 262 Kindern, die im vergangenen Jahr im Kriseninterventionszentrum betreut
wurden, konnte fast die
Hälfte in ihre Elternhäuser
zurückgeführt werden.
Informieren, aufrütteln
Besonders erfolgreich ist die
Medienarbeit von Butterflies.
Damit werden die Bewohner
der Stadt und auch Behörden (die nichts tun), Spitäler
(die Straßenkinder abweisen) oder Polizisten (die sie
verprügeln) auf ihre Verantwortung für ins Elend geratene Kinder hingewiesen.
Die Wandzeitung Bal Mazdoor ki Awaz erscheint zweisprachig, in Hindi und Englisch, in einer Auflage von
10.000 Exemplaren.
Die National Children’s Times
publiziert ausschließlich Beiträge von Straßenkindern.
So erzählt zum Beispiel der
elfjährige Karim:
„Als meine Eltern starben,
rannte ich von zu Hause weg
und kam nach Delhi, wo ich
vom Müllsammeln lebe.
Wenn ich Kinder Kricket
spielen sehe, möchte ich mitspielen. Aber die meisten
Kinder wollen nichts mit mir
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
zu tun haben, sie verprügeln
mich oder ich werde von
Polizisten weggejagt, weil ich
ein Straßenkind bin.“
Geld und Leben
An allen Kontaktpunkten gibt
es ‚Filialen’ der „Entwicklungsbank für Kinder“ von
Butterflies.
„Immer mehr Kinder begreifen, wie wichtig es ist, Geld
zu sparen. 860 Kinder haben
bereits ein Konto bei uns
eröffnet.“
Wer über 15 Jahre alt und
mutig genug ist, sein erspartes Geld in ein Geschäft zu
investieren, wird mit einem
Kleinkredit belohnt.
Im letzten Jahr wurden
3.000,- Euro als Kredite zur
Existenzgründung vergeben:
Teestuben, Video-Verleihe,
Radreparaturwerkstätten …
Nach einem halben Jahr
konnte die Hälfte der Kredite
zurückgezahlt werden.
Rita Pannicker:
„Wir danken euch,
dass ihr es mit euren
Spenden ermöglicht,
die Initiativen für
Straßenkinder zu
unterstützen und dazu
beitragt, dass eine andere,
kinderfreundliche Welt
entsteht.“
Projekt
115 FLUG NACH
MORGEN
Für die
Betreuung
eines
Straßenkindes von
einem der
Kontaktpunkte von
Butterflies
aus werden
36,60 Euro
pro Jahr
benötigt.
Rita
Pannicker
war bereits
zwei Mal in
Österreich
und mehrere
Mitarbeiter/
innen des
Klubs
besuchten
Butterflies.
Der Bericht
auf dieser
Seite stammt
von Michael
Stahl
von
Misereor,
unserer
PartnerOrganisation
bei diesem
Projekt.
27
… in Österreich
Engagement
Herbst im Klub
Engagement und Ideen in der
Nationalbank
So bunt und vielfältig wie die Blätter im Herbst ist unsere Arbeit im Entwicklungshilfeklub, sind die Menschen, die täglich bei uns ein- und ausgehen, sind die Projekte, die
wir unterstützen. Manchmal weht ein frischer Wind durch die Klubräume, wenn z. B.
eine ganze Schulklasse kommt, um spontan bei Versandarbeiten zu helfen oder uns neue
Projektpartner einen Besuch abstatten.
And the Oscar goes to…
Nein, so bekannt sind wir nun
doch noch nicht! Aber wir freuen uns sehr, dass der Klub in
den letzten Wochen gleich mit
zwei internationalen Preisen
ausgezeichnet wurde.
Den Anfang machte die Verleihung des Ehrenpreises des
Energy Globe Vienna 2006 am
Die UNWG wurde
1967 von Ehefrauen
von UNO-Diplomaten gegründet und
setzt sich speziell für
Kinderhilfsprojekte
ein. Insgesamt wurden bereits 3,5 Millionen Euro aufgebracht und an verschiedene Organisationen vergeben.
Gertrude Hanzal (EH-Klub), Frau Uriu (UNWG), Sabine Alena
(EH-Klub) (v.l.n.r.)
15 Jahre –
und kein bisschen leise
Wirtschaftskammerpräsidentin Jank, Gabriele Tabatabai
(EH-Klub), Juryvorsitzender Neumann (v. l. n. r.)
5. Oktober in der Wiener Wirtschafskammer, der dem Klub bei
einer Galafeier für Umwelt- und
Landwirtschaftsprojekte verliehen wurde.
Ziel des Energy Globe ist es zu
zeigen, dass es für die meisten
unserer Umweltprobleme bereits
gute Lösungen gibt, die auch
anderswo umsetzbar sind.
Für ein Projekt zur Betreuung
und Förderung von Straßenkindern in Brasilien wurden wir am
6. Oktober 2006 von der United
Nations Women’s Guild in der
Wiener UNO-City ausgezeichnet.
28
Am 2. September feierte der
Weltladen Retz seinen 15. Geburtstag mit einem großen Fest
am Hauptplatz. Gegründet vom
Klub EFEU (Entwicklung-Friede-Eigenständigkeit-Umwelt) ist
das Geschäftslokal mittlerweile
ein beliebter und lebendiger
Treffpunkt für Jung und Alt. Seit
fast zehn Jahren unterstützt
EFEU auch unsere Projekte.
Gertrude Hanzal vom Entwicklungshilfeklub durfte mitfeiern
und überreichte den Mitgliedern
von EFEU anlässlich des
Jubiläums eine Dankesurkunde.
Ein reichhaltiges Buffet und eine
attraktive Modeschau zählten zu
den Höhepunkten dieses gelungenen Fests. Wir gratulieren
dem engagierten Team und
wünschen weiterhin viel Erfolg.
Seit mehr als 20 Jahren unterstützt die Entwicklungshilfegruppe der Österreichischen
Natinalbank unsere Projekte.
Diese Gruppe setzt sich aus
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verschiedener Abteilungen zusammen und wird von der
Geschäftsleitung sowohl bei der
Organisation diverser Aktivitäten
als auch finanziell tatkräftig
unterstützt.
Eine besonders nette Idee hatte
einer der Mitarbeiter anlässlich
seiner Pensionierung. Für seine
Abschiedsfeier verwandelte er
sein Büro kurzerhand in einen
ecuadorianischen Garten, um
möglichst anschaulich für die
Unterstützung eines Aufforstungsprojekts in Ecuador zu
werben. Ein Buffet mit regionalen Spezialitäten, Bildern und
Projektinformationen animierten
seine Kolleginnen und Kollegen
zum großzügigen Spenden. Die
Nationalbank erklärte sich
bereit, diese Spenden zu verdoppeln. So können zahlreiche
Familien in einem der ärmsten
Heiße Rhythmen
für den guten Zweck
Klassischer Jazz, flippiger HipHop und feurige Salsa-Tänze –
eine seltene Mischung.
Die erste Label Night der Firma
cracked an egg-Records vereinte nicht nur die verschiedenen Musikrichtungen, junges
und etwas älteres Publikum,
sondern auch gute Unterhaltung
mit sozialem Engagement. Das
Ulrich Drechsler Trio, The Mary
Broadcast Band, Top Forms of
Plasticity, Deph Joe und die
Tumpao Dancers sorgten am
7. November im Wiener Club Ost
für tolle Stimmung und ein
begeistertes Publikum.
Der Reinerlös aus dieser Veranstaltung kommt unserem
Projekt für Straßenkinder in
Bolivien (Projekt 142) zugute.
Wir danken den Künstlerinnen
und Künstlern sowie den
Veranstaltern herzlich. Unser
Dank gilt auch jenen, die bis in
die frühen Morgenstunden hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten.
Gebiete der Welt hoffnungsvoller
in die Zukunft blicken. Wir danken den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für diese Unterstützung und freuen uns auf
neue gemeinsame Projekte!
Ein Kalender als
interkulturelles
Projekt
Spiri tuali tät
Solid aritä t – Ökol ogie –
2007
Schon zum sechsten Mal gibt SOL gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern
von Religionsgemeinschaften einen Kalender heraus: Moslems, Juden, Katholiken
und Protestanten sitzen gemeinsam mit
den SOLis an einem Tisch und diskutieren immer wieder über Inhalte und Gestaltung.
Der Kalender ist nicht nur schön, man kann
mit ihm auch ein Zeichen setzen – etwa
durch Verschenken zu Weihnachten! Er
kostet 10.- Euro (ab 3 Stück je 9.-, ab 10
Stück je 8.50, ab 20 Stück je 8.-; alles inkl.
Porto). Unter www.nachhaltig.at kann man
ihn ansehen und auch gleich mehr über
SOL erfahren.
Bestellungen telefonisch unter 01 876 79
24 oder per e-mail sol@nachhaltig.at
Gertrude Hanzal (2. v. l.) und Mitarbeiterinnen des Weltladens
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
29
… aus Nigeria
Literatur
Die Geschichten, die unsere Großmutter erzählt,
hat sie sie selber vor vielen Jahren von ihrer
eigenen Großmutter gehört. Und diese wiederum von ihrer Großmutter. Sie werden von
Generation zu Generation weitergegeben. Und
so gewinnt sie ihre Zuhörerschaft:
Das H
aus
„Ich beginne mit einem Rätsel, das alle kennen.
Da kann jeder mittun. Ich frage zum Beispiel,
wann lange Fäden vom Himmel fallen. Dann
lachen alle und rufen: ‚Wenn es regnet!’ So
mache ich weiter bis alle in der Stimmung sind,
meine Geschichte zu hören.“
Noch immer können nicht alle Menschen im Dorf
lesen und schreiben, aber alle, auch die Kinder,
haben ein sehr gutes Erinnerungsvermögen.
Was sie eine Geschichte lehren kann und soll,
prägt sich in ihr Gedächtnis ein.
Großmutter erzählt immer noch Geschichten.
„Heute verliere ich schon manchmal den Faden.
aber dann nimmt ihn jemand anderer auf und
erzählt weiter“, meint sie lachend.
Auch die Geschichte vom Regenbogenhaus kennen schon alle, doch sie hören immer wieder
gerne zu. Diese Geschichte geht so:
Regenbo
s
e
d
e
g
d
e
n
ns
E
am
„Dort, wo der Regenbogen
die Erde berührt, steht ein
kleines Haus, in dem der
wertvollste Schatz der Welt
verborgen liegt. Doch die
Reise dahin ist lang und
gefährlich, und niemand,
der sie wagte, kam jemals
zurück.“
Ein junger Jäger, der diese
Geschichte hörte, wollte
sich trotz allem auf die
Suche machen.
Die Leute im Dorf versuchten zwar ihn davon abzuhalten, doch der junge
Mann war sich sicher, dass
er es schaffen und mit Gold
und Silber beladen zurückkehren würde.
„Was machst du da?“, fragte ihn sein kleiner Bruder,
als er vor ihrer Hütte Vorbereitungen traf.
„Ich backe Bohnenkuchen.
Sie sind leicht, wenn du
sie isst und dazu Wasser
trinkst, quellen sie auf und
du glaubst, du hättest eine
ganze Mahlzeit gehabt.“
Er machte Bohnenkuchen
für einen ganzen Monat
und wartete. Und als wieder einmal ein bunter
Regenbogen am Himmel
erschien, machte er sich
auf die Reise.
***
Nach einer Woche kam er
in einen Wald, in dem er
noch nie gewesen war.
Plötzlich tauchten zwei
Männer auf, so dünn und
hungrig wie er noch keine
gesehen hatte.
30
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
„Gib uns zu essen, sonst
müssen wir verhungern“,
baten sie flehentlich.
Der Jäger zögerte. Wenn er
jetzt seine Bohnenkuchen
hergab, hatte er selber
nicht mehr genug Proviant.
„Aber ich kann doch diese
Menschen nicht verhungern lassen“, dachte er
mitleidig. So gab er ihnen
von seinen Kuchen etwas
ab und wollte sich auf den
Rückweg ins Dorf machen.
Doch die Männer ließen
ihn nicht gehen und fragten neugierig:
„Was machst du eigentlich
in dieser Einöde?“
So erzählte er ihnen, dass
er das Regenbogenhaus
und den Schatz darin
suchte.
Da sagten sie: „Hier hast
du deine Kuchen, geh
ruhig weiter. Gott hat uns
so mager geschaffen, wir
brauchen fast nichts. Aber
weil du ein guter Mensch
bist, schenken wir dir diesen Schlüssel. Mit ihm
kannst du die Tür zum
Regenbogenhaus öffnen.“
***
Der junge Jäger wanderte
viele Tage weiter durch
den Wald. Schließlich
bekam er Angst, er fragte
sich, ob er jemals wieder
hinaus finden würde.
Nach einem heftigen Gewitter erreichte er schließlich eine Lichtung. Da war
er wieder, der Regenbogen, und dort, wo er die
UNSER PROJEKT Nr. 109 – Dezember 2006
Erde berührte, stand ein
kleines Holzhaus.
Schnell lief er zur Türe, und
siehe, der Schlüssel der
beiden Männer passte.
Der kleine Raum, in den er
nun eintrat, war dunkel
und feucht wie ein Kellergewölbe.
Langsam gewöhnten sich
seine Augen an die Dunkelheit und er sah, dass
der Raum leer war.
„Wo ist der Schatz? Wo
sind das Gold, das Silber,
die Edelsteine?“, fragte er
sich. „Habe ich die Reise
umsonst gemacht?“
***
Da bemerkte er, dass sich
am Ende des Raumes noch
eine Tür befand. Er öffnete
sie und blinzelte geblendet
in grelles Sonnenlicht.
Verwundert stellte er fest,
dass er im Hof seines eigenen Hauses, in seinem
Heimatdorf stand. Seine
Mutter und seine Geschwister liefen auf ihn zu
und tanzten und sangen
vor Freude.
Bald waren auch die anderen Bewohner des Dorfes da und hießen ihn
willkommen.
Da wurde ihm klar, was er
im Regenbogenhaus gefunden hatte:
Die Erkenntnis, dass die
Liebe seiner Familie und
seiner Freunde sein größter Schatz war.
*****
Benin
ist der
Name eines
ehemaligen
afrikanischen
Königreichs.
Heute ist
dieses Gebiet
an der
Mündung des
Niger-Flusses
ein Teil von
Nigeria.
Die
Erzählung
auf dieser
Seite wird
dort noch
heute
mündlich
überliefert.
Benin ist
auch der
neue Name
des
östlichen
Nachbarstaates von
Nigeria, der
bis 1975
Dahomey
hieß.
31
UNSER PROJEKT
Impressum und Offenlegung: Information und
Berichterstattung über konkrete Projekte,
Sprachrohr von Menschen in armen Ländern der Welt.
Die Zeitung erscheint vierteljährlich und ist für Mitglieder,
Mitarbeiter und Spender gratis.
Redaktion: Gerhard Dorffner, Mag. Gabriele Tabatabai.
Herausgeber: Entwicklungshilfeklub,
privater, gemeinnütziger Verein, Adresse wie unten.
DVR 0555614. Druck: Grasl, 2540 Bad Vöslau.
P.b.b. – Sponsoring Post GZ 02Z030094 S
Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1020 Wien
Man kann doch etwas tun
„Private Hilfsorganisationen sind nicht in der Lage, die tiefe Kluft
zwischen Reich und Arm auch nur annähernd zu schließen.
Fehler und Versäumnisse nationaler und internationaler Politik
werden sie nur zu einem geringen Teil wettmachen können.
Doch wir alle können Zeichen setzen und den Weg bereiten,
damit Menschen zu Mitgestaltern
ihres eigenen Schicksals werden.
Bitte machen Sie unser Projekt
weiterhin auch zu Ihrem Projekt.
Danke!
Ihr Entwicklungshilfeklub
September 2006
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Seele and Geist
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