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Gestaltungsvorschläge EG 81, Herzliebster Jesu, was hast Du

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Gestaltungsvorschläge EG 81, Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen
1. Vierstimmige Sätze von J. Crüger oder J.S. Bach
Ganz klassisch kann mit der Gemeinde, die von der Orgel begleitet wird, im Wechsel ein Chor den
vierstimmigen Satz Johann Crügers singen. Alternativ bietet sich der Choralsatz Johann Sebastian Bachs
etwa aus der Matthäuspassion an.
2. Mit der Umbildung F.G. Klopstocks
Wer sich kulturprotestantisch austoben mag, der hat die Möglichkeit, der – 1773 den ästhetischen und
theologischen Idealen der Aufklärung folgenden – Umbildung Friedrich Gottlob Klopstocks zu frönen. Da
dominiert eine von ihm eingefügte Refrainstrophe auf die Melodie von „O Traurigkeit, o Herzeleid“ das
musikalische Geschehen:
Das Chor1.
Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid etc.
I.
Erni[e]drigter!
Erniedrigter!
Du trägst der Erde Sünder!
Laß uns, Mittler, im Gericht
Gnade, Gnade finden!
Die Gemeine.
6.
Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt!
Der Böse lebt, der wider Gott mishandelt! |
Der Mensch verwirkt den Tod; wird nicht gerichtet!
Gott wird gerichtet!
7.
Ach unsre Seele war entstellt von Sünden,
Bis in ihr Innerstes nichts Guts zu finden!
Das hätten wir, von Gott verworfen, müssen
Auf ewig büssen!
8.
O Liebe! Liebe! niemals auszusprechen!
Du willsts! An dir soll es der Rächer rächen!
Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden;
Und du willst leiden! | [S. 193]
9.
1
Geopferter! wer kann die Seligkeiten,
Aus: Friedrich Gottlieb Klopstock: Geistliche Lieder. Erster Theil. Kopenhagen, Leipzig 1773, S. 189–
196.
DVA: L 2/7163
Die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten?
Herr, unsre Seel entschwingt sich ihren Schranken,
Ringt, dir zu danken!
10.
Sie kanns nicht! Es befält ein heilig Grauen,
Selbst Engel, wenn sie lüstet zu durchschauen,
Daß der, der in des Vaters Schoße ruhte,
Für Sünder blute!
Das Chor.
II.
Erniedrigter!
Erniedrigter! |
Du trägst der Erde Sünden! Laß uns,
Mittler, im Gericht
Gnade, Gnade finden!
Die Gemeine.
11.
Du sagest selbst: Eins werde dir gefallen:
Wenn wir vor dir mit Busse niederfallen,
Und unser Herz von neuem nicht entzünden,
Mit alten Sünden!
12.
Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften,
Dem Kreuze die Begierden anzuheften!
O send uns deinen Geist, der uns regiere!
Zum Himmel führe!
13.
Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten,
Was du gethan hast! diese Welt nicht achten! |
Wir wollen wachen, beten, deinen Willen
Mit Freud erfüllen!
14.
Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen!
Kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach noch Plagen!
Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen
Wend unsre Herzen!
15.
Dieß alles, obs für schlecht gleich ist zu achten;
Weil wir, ach sterblich, noch im Staube schmachten:
Doch nimmst dus an! Du wirst uns dennoch geben
Dein ewigs Leben! |
Das Chor.
III.
Erniedrigter!
Erniedrigter!
Du trägst der Erde Sünden!
Ja, du läßst uns im Gericht
Gnade, Gnade finden!
Die Gemeine.
IV.
Erniedrigter!
Erniedrigter!
Du trägst der Erde Sünden!
Ja, du läßst uns im Gericht
Gnade, Gnade finden!
3. Mit Crüger, Bach und Klopstock
Hat ein Chor das Potential, so kann es reizvoll sein, die ersten vier Strophen mit Crüger, dann die
Strophen fünf bis acht mit Bach und die Strophen neun bis elf in der Klopstock-Version zu singen. Wo die
jeweiligen Passagen ihren Ort im Gottesdienst finden, hängt von dessen liturgischer Gestaltung ab. Die
erste kann in der Eingangsliturgie in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kyrie eleison realisiert
werden. Die zweite kann einer Predigt unmittelbar vorausgehen. Die dritte kann der Predigt unmittelbar
folgen.
4. Mit Instrumentalmusik um EG 81
Das Choralvorspiel (BWV 1039) könnte als Orgelvorspiel den Gottesdienst eröffnen. Nun gibt es
allerdings mehr als 130 Choralvorspiele, so dass die Auswahl mehr als reich ist. Das gibt Grund und
Anlass einmal laut darüber nachzudenken, ob nicht im Themenjahr „Reformation und Musik“ der
musikalischen Auslegung des Liedes breiterer Raum zugestanden wird. Dann wird der Gottesdienst nicht
nur ein Choralvorspiel, sondern vielleicht fünf, wenn nicht gar zehn bieten. Von Johannes Brahms über
Karl Hasse und Hans Friedrich Michelsen bis zu Ernst Pepping, Günter Raphael und Ernest Roy Zechiel.
Die predigende Person darf sich einmal entsprechend kürzer fassen. Wer schließlich über entsprechende
Möglichkeiten verfügt, hat die Chance eine ungewöhnlichere Variante in den Gottesdienst zu integrieren.
Denn Johannes Weyrauch hat 1930 eine Sonate mit dem Titel Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen für Viola (Violoncello) und Orgel komponiert, die der Rede wert ist. Die hätte einen guten Ort
nach einer Predigt, die sich auf die Dramaturgie des Liedes einlassen sollte. Die theologischen
Rahmenbedingungen wurden oben bereits umrissen, in der sich die homiletische Arbeit bewegen kann.
Zum Leitgedanken mag dabei die Frage werden: „Wo und wie hefte ich wieder und wieder Jesus Christus
mit meinem Tun und Lassen ans Kreuz?“
Stephan Schaede/ Redaktion Gudrun Mawick
4
Weitere Informationen zu den Leitliedern finden Sie in dem Buch J. Arnold, K.-M. Bresgott (Hg.) " Kirche klingt - 77 Lieder für das Kirchenjahr" .
Mehrstimmige Sätze zu allen Liedern sind in "Frau Musica spricht - Chorbuch Reformation" versammelt.
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Kategorie
Seele and Geist
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