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Alles, was zählt - Ministerium für Bildung, Wissenschaft

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schulemachen
Magazin des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur
Alles, was zählt
Jahr der Mathematik – Schulen aus
Rheinland-Pfalz zeigen Vielfalt
Elternfortbildung zur Medienkompetenz • Tipps für den
Kampf gegen Rechtsextremismus • Fit for Job – fit für die
Zukunft • Lernen einmal anders und nicht in der Schule •
Schwerpunktschulen entwickeln sich • Jugendlichen mehr
Chancen geben: Schule reformieren
1/2008
2
Inhalt
Editorial
Liebe Leserinnen
und Leser,
Mathematik ist nicht das einfachste Fach, das man wählen
kann. Nicht in der Schule und
auch nicht an der Fachhochschule oder Universität. Aber die
Mathematik zeigt auch beispielhaft: Die Anstrengung lohnt
sich. Wer Mathematik lernt und
später studiert, wird belohnt.
Mathematikerinnen und Mathematiker sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Und der Bedarf
wächst ständig.
Rheinland-Pfalz arbeitet an einer umfassenden Reform des
Bildungswesens. Das ist nicht
immer leicht und erzeugt gelegentlich Widerstände. Aber
auch hier geht es darum, ein
Ziel zu erreichen: Die Sicherung
der Zukunft des ganzen Landes
und aller, die hier leben.
Wir haben uns wieder bemüht,
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein interessantes Heft zu
präsentieren. Wir wünschen
uns, dass Ihnen die Lektüre
ebenso viel Spaß macht wie uns
das Recherchieren und Schreiben.
Ihre
„schule machen“-Redaktion
Impressum:
Herausgeber:
Ministerium für Bildung,
Wissenschaft, Jugend und Kultur
Rheinland-Pfalz
Referat für Presseund Öffentlichkeitsarbeit
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
Redaktion: Anke Karschöldgen
(verantw.)
Gesamtherstellung:
com.plot, Schusterstraße 21,
55116 Mainz
schule machen im Überblick
Realschule Plus
Das Konzept der „Realschule Plus“ steht
in einem größeren Zusammenhang. Es
geht um eine Reform des rheinland-pfälzischen Bildungssystems. Unser Schulsystem
soll zukunftsfest gemacht werden, damit
jede und jeder mit gutem Erfolg die für
sie oder ihn bestmögliche Ausbildung
absolvieren kann. Machen Sie sich sachkundig.
Seite 8/9
Rechtsextremismus
Demokratie muss täglich neu erlebt, erfahren und auch gefestigt werden. Gerade
unter Jugendlichen ist die Werbung durch
rechtsextremistische Gruppen und Organisationen kein Einzelfall. Oft ist sie schwer
zu erkennen. Konkrete Erlebnisse, Erfahrungen, Tipps und Hilfestellung liefert
unser Beitrag.
Seite 6/7
Schwerpunktschule Daaden
Gemeinsames Unterrichten und Lernen ist
eine Chance und eine Bereicherung für alle.
Dies wird besonders an den rheinland-pfälzischen Schwerpunktschulen deutlich.
Hier lernen Schülerinnen und Schüler mit
und ohne Förderbedarf zusammen. Wir
haben uns den Schulalltag einer solchen
Schule genauer angesehen und sind in den
nördlichsten Zipfel unseres Bundeslandes
gefahren.
Seite 10/11
Fit for Job
Kreativität entsteht dann, wenn scheinbar
Unzusammenhängendes verbunden wird.
Das könnte das Motto des Schulzentrums
BBS1 in Kaiserslautern sein. Was herauskommt, wenn sieben Schulformen unter
einem Dach sinnvoll kooperieren, lesen Sie
auf
Seite 14/15.
Schwerpunkt
Aktuell
3
Elternfortbildungen
zum Kinder- und Jugendmedienschutz
Elternportal „Medienkompetenz macht Schule“
Digitale Medien, insbesondere
Internet und Handy, sind ein
fester Bestandteil im Leben
von Kindern und Jugendlichen.
Der kompetente Umgang mit
diesen Medien ist daher ein
bedeutendes Bildungsziel in
Schule und Unterricht sowie
ein wichtiges Thema der Erziehung im Elternhaus.
Viele Eltern sind sich nicht
immer aller Risiken und Gefahren, denen ihre Kinder beim
Surfen oder bei der Nutzung
von interaktiven Diensten und
internetfähigen, mobilen Endgeräten ausgesetzt sind, bewusst. Im Rahmen des 10Punkte-Programms der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ sollen daher die Eltern für dieses Thema sensibilisiert werden, damit sie möglichen Gefahren
rechtzeitig
entgegenwirken
können.
In Zusammenarbeit mit
„Klicksafe“, dem Projekt für
mehr Internetsicherheit der
Landeszentrale für Medien und
Kommunikation (LMK), wurde
beim Landesmedienzentrum
Rheinland-Pfalz eine zentrale
Vermittlungsstelle mit externen
Fachkräften eingerichtet, die
Elterninformationsveranstaltungen in Schulen auf Anfrage
durchführt. Gefördert werden
Veranstaltungen zu den Themen Internetkommunikation
und Web 2.0, Chat, „Handy –
Chancen und Risiken“ ebenso
wie zu der Kostenfalle Handy
und zu Computerspielen und
zum Umgang mit jugendgefährdenden Inhalten. Zusätzlich
werden umfangreiche Materialien und Hilfestellungen ange-
boten. Die Unterstützung sowie alle weiteren Informationen zum Angebot können Schulen und Elternvertreterinnen und
-vertreter im Internet abrufen.
Auf den Informationsveranstaltungen erfahren Eltern,
welche vielfältigen Chancen
die digitalen Medien bieten.
Durch verschiedene Tipps und
Hinweise lernen sie, was sie
gegen mögliche Gefahren konkret tun können.
Das 10-Punkte-Programm
der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ unterstützt darüber hinaus die
Schulen zum Beispiel durch regionale Qualifizierungsmaßnahmen. Damit können Lehrkräfte zu schulischen Jugendmedienschutzberaterinnen
bzw. -beratern fortgebildet
werden. Außerdem gibt das
Handbuch „Knowhow für junge User“ viele Tipps für mehr
Sicherheit im Umgang mit
dem World Wide Web. Es
enthält ein umfassendes Informationspaket mit vielen Anregungen für den Unterricht in
allen Schularten.
Die Unterstützung sowie
alle weiteren Informationen
zum Angebot können
Schulen und Elternvertreterinnen und -vertreter im
Internet unter http://
eltern.medienkompetenz.rlp.de
abrufen.
4
Ausblicke
Jahr der Mathematik – Schulen aus Rheinland-Pfalz zeigen Vielfalt
Alles, was zählt
„Keine andere Wissenschaft durchdringt und beeinflusst sämtliche Lebens- und Arbeitsbereiche so stark: Vom Automobilbau bis zur Straßenplanung, vom Einkauf im Supermarkt bis zur
Architektur, vom Wetterbericht bis zum MP3-Player, vom Bahnverkehr bis zum Internet –
alles ist (auch) Mathematik“. So beschreiben die Macherinnen und Macher der Homepage
zum „Jahr der Mathematik“ die ungeheure inhaltliche Breite des Faches.
Jeder von uns ist Mathematiker. Immer und überall. Ständig gebrauchen wir unseren
Verstand und wenden mathematische Gesetze praktisch an.
Auch dann, wenn sie uns als
Lehrsätze nicht immer bekannt
sind. Es ist uns dabei in der
Regel oft nicht einmal bewusst, dass wir uns der Ma-
thematik bedienen. Etwa,
wenn wir ein Auto rückwärts
einparken. Die Homepage zum
Jahr der Mathematik nennt das
den „Mathematischen Schulterblick“. Schließlich könne Einparken kompliziert sein –
insbesondere bei kleiner Parklücke und großem Auto. Wir
lösen da ganz intuitiv recht
komplizierte Bewegungsplanungsprobleme, die sich auch
mathematisch beschreiben lassen. Die Mathematik sagt uns
zum Beispiel, dass zu Beginn
des Parkvorgangs der seitliche
Abstand zu dem Fahrzeug, das
vor der Parklücke steht,
möglichst klein sein sollte. Um
optimal einparken zu können,
sollte der Winkel kleiner sein
als 45 Grad.
Es geht also um alltägliche
Lösungsstrategien für ebenso
alltägliche Probleme. Zumindest in der Regel. Nur allzu
menschlich ist dabei, dass wir
offensichtlich immer einen
möglichst kurzen und einfachen Lösungsweg finden wol-
5
len. Berühmt ist das Beispiel,
das ein US-amerikanische Unterhaltungsmathematiker (ja,
so etwas gibt es) gern und oft
zitiert: Ein Verhaltensforscher
will untersuchen, wie ein
Schimpanse Probleme löst. Er
hängt dazu eine Banane so auf,
dass sie der Schimpanse nicht
durch Springen erreichen kann.
Anschließend verteilt er Kartons im Raum, während ihn
der Schimpanse ruhig beobachtet. Er will feststellen, ob der
Schimpanse die Kartons sta-
pelt und sich die Banane holt.
Als der Forscher zufällig unter
der Banane steht, springt der
Affe blitzschnell auf seine
Schulter und schnappt sich die
Frucht. Problem gelöst. Überraschend und einfach!
Mathematik sei vor allem
die Erkenntnis, dass sich die
Aufgabenstellungen des täglichen Lebens eben nicht nur auf
einem Weg lösen lassen, betonte Bildungsministerin Doris
Ahnen am „Tag der Mathematik“. Der Schimpanse zeigt’s!
Mehr Infos rund um das
„Jahr der Mathematik“
Sehr ansprechend und interessant ist die offizielle
Homepage zum Jahr der Mathematik. Sie heißt auch so:
www.jahr-der-mathematik.de
Schülerinnen und Schüler des Eleonoren-Gymnasiums
Worms vermessen am Tag der Mathematik den
Wasserturm vor der Schule. Die rheinland-pfälzische
Bildungsministerin Doris Ahnen macht mit.
Spiele rund um die Wahrscheinlichkeitsrechnung
machen
mathematische
erfassbar – und
Spielerisch
das räumliche„Probleme“
Vorstellungsvermögen
sie
machen
schulen
– soeinfach
macht Spaß.
Mathe Spaß.
Fortlaufend aktualisiert bietet neueste Informationen
und Termine aus Rheinland-Pfalz (Wettbewerbe,
Veranstaltungen, Fortbildungen) die Internetseite:
http://mathematik.bildung-rp.de/aktuelles/
jahr-der-mathematik-2008
Hinweise zu Veranstaltungen und
weiterführende Materialien gibt es auf:
www.mathematik-begreifen.de
Informationen für Lehrerinnen und Lehrer über
Veranstaltungen, Konzepte und so weiter finden sich
unter dem programmatischen Titel:
www.mathematik-anders-machen.de
Fortbildungsveranstaltung „Mathe macht glücklich –
zauberhaft und faszinierend“ am 28. und 29. 10.
www.ilf-mainz.de/projekte/MMG/index.php
6
Programm
Bericht
Schülerkongresse gegen
Rechtsextremismus
Rheinland-Pfalz intensiviert Prävention bei Jugendlichen
Schulschluss. Schülerinnen und Schüler machen sich auf den Heimweg. Vor der
Schule drückt ihnen ein junger Mann eine CD in die Hand. „Hört einfach mal
rein!“ Die Überraschung ist groß. Manche stecken die CD ein und gehen wortlos
weiter. Einige fragen, was das soll, wehren das Angebot zunächst mal ab.
„Kostet nichts, verpflichtet zu nichts.“ „Und was wollt ihr?“ „Wir sind national.
Was wir zu sagen haben, sagt euch die Musik.“
Solche Szenen kommen
mittlerweile immer häufiger
vor. Rechtsextremisten haben
die Jugend als Zielgruppe längst
erkannt und ihre Werbung unter Jugendlichen verstärkt. Sie
setzen vielfältige Werbeträger
ein. Von der kostenlosen Verteilung einschlägiger MusikCDs, der Produktion jugendgerechter Publikationen bis hin zu
einem breit gefächerten Internetangebot reichen ihre Methoden. Das Vorgehen der
Rechtsextremisten ist subtiler
als früher geworden. Oft setzen sie bei ihren Anwerbeversuchen zunächst weniger auf
politische Aussagen. Ihnen ist
vielmehr daran gelegen, das
Vertrauen der Jugendlichen zu
gewinnen. Dies versuchen sie
über Freizeitangebote wie Grillfeste und Konzerte sowie über
die Vermittlung eines Stärkegefühls in der Gruppe, Anerkennung und vordergründige
Zuwendung. Das mit Erfolg. In
den letzten Jahren ist zwar das
rechtsextremistische Personenpotenzial insgesamt zurückgegangen. Das Durchschnittsalter
ist aber gesunken. Gezielt werden Jugendliche zwischen 12
und 15 Jahren angesprochen,
denen oft das Wissen fehlt,
um derartige Werbung richtig
einschätzen zu können.
Deshalb setzt die Landesregierung auf eine möglichst frühzeitige und nachhaltige Prävention. Die Projekte reichen vom
Informationsangebot des Verfassungsschutzes, der Polizei
und der Landeszentrale für politische Bildung über bildungspolitische Programme, arbeitsmarkt- und sozialpolitische
Maßnahmen bis hin zu konkreten Hilfen für Ausstiegswillige.
Aussteiger aus der rechtsextremistischen Szene wissen, wovon sie reden: „Ich habe meine
Jugend weggeworfen,“ berichtet ein heute 19-Jähriger. „Am
Anfang war ich neugierig, und
bei denen ging auch immer etwas ab, Partys, gemeinsame
Treffen, Veranstaltungen und
Alkohol war auch immer genug
da. Ich war total akzeptiert,
nicht der ,Kleine‘, den niemand
dabei haben wollte. Meine Eltern haben erst nichts gemerkt.
Wir sind ja nicht mit Springerstiefeln usw. herumgezogen. In
der Schule fiel das mehr auf.
Meine Klassenlehrerin war total aufgebracht. Einige Mitschüler fanden mich aber schon
cool, vor allem weil die Lehrer
so auf mich ,abgefahren‘ sind.
Der Kontakt zu meinen alten
Kumpels ist dann nach und nach
abgebrochen, weil die noch
weiter zum Fußball und so gingen. Außerdem waren sie von
meinem ,nationalen Gelabere‘
genervt. So bin ich immer weiter in den ,Sumpf‘ hineingerutscht. So richtig gut ging es
mir schon damals nicht, die Atmosphäre Zuhause war echt
übel. Wach geworden bin ich,
als ich plötzlich eine Vorladung
zur Polizei bekam. Es gab da
mal eine ,Meinungsverschie-
denheit‘ mit einer anderen Clique. Davon wusste ich bis zur
Vernehmung gar nichts. Ein
,Kamerad‘ hatte mich beschuldigt. Und jetzt war ich plötzlich der Alleintäter. Geändert
hat sich an der Situation was
durch ein Mädchen von der
Schule, die ich gerade kennen
gelernt hatte. Mit meinen rechten Kumpels wollte die nichts
zu tun haben und nach der Anzeige hatte ich die Schnauze
voll! Bei der Polizei habe ich
vom
Aussteigerprogramm
(R)AUSwege gehört. Meine
Freundin hat mich gedrängt,
dort anzurufen. Die Sozialarbeiter dort haben mir mit Tipps
weitergeholfen, wie ich mich
gegenüber den ,Kameraden‘
verhalten soll, was ich in meiner Freizeit machen kann und
wie ich mich auf die Gerichtsverhandlung vorbereiten soll.
Besonders wichtig war das Gespräch mit meinen Eltern, da
hatte ich am meisten Bammel,
weil die nicht alles wussten.“
Initiative
Um anderen Jugendlichen
vergleichbare Erlebnisse zu ersparen und um die Präventionsarbeit weiter zu intensivieren,
hat das Innenministerium in
enger Kooperation mit dem
Bildungsministerium die Veranstaltungsreihe Schülerkongresse gegen Rechtsextremismus
konzipiert. Den Kongressen
liegt die Idee zugrunde, Schülerinnen und Schüler einzuladen,
sich umfassend über das Thema Rechtsextremismus zu informieren und sich darüber auszutauschen. Vor allem aber
wird ihnen ermöglicht, sich in
vielfältigen Workshops Anregungen zu holen, was man gegen den Rechtsextremismus tun
kann. Die Kongresse können
somit auch motivieren, selbst
die Initiative zu ergreifen. Bürgerschaftliches
Engagement
und Zivilcourage sollen dadurch
gestärkt werden.
Die
Auftaktveranstaltung
fand im Februar im Berufsschulzentrum in Koblenz statt. Die
7
Resonanz war groß: Es kamen
etwa 400 Schülerinnen und
Schüler sowie rund 50 begleitende Lehrkräfte. Den Auftakt
des ersten Schülerkongresses
machte das Improvisationstheater Fast Forward aus Marburg.
In einem ersten Themenblock
berichtete der Zeitzeuge und
NS-Verfolgte Dr. Hans Kahn,
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Koblenz, über sein Leben in einem Unrechtsstaat.
Der Bogen in die heutige Zeit
wurde durch einen Beitrag des
Landesverfassungsschutzes geschlagen, der das Thema
Rechtsextremismus und Jugend
aus aktueller Sicht behandelte.
Das Fazit fasste Dr. Kahn im
Appell für Zivilcourage und Engagement gegen rechtsextremistische Umtriebe zusammen.
Solches Engagement dokumentierten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kusel, auf
deren Initiative ihre Schule den
Titel „Schule ohne Rassismus,
Schule mit Courage“ trägt.
Einen wichtigen Impuls gaben die 20 Workshops. Die
Themenauswahl reichte von Argumentationstraining
und
Rechtsextremismus in der Musik bis zum verantwortungsvollen Umgang mit modernen Medien. Die Rückmeldungen der
Schülerinnen und Schüler waren
insgesamt sehr positiv, einige
waren aber auch sehr nachdenklich: „Bei so manchen Musikstücken wusste man irgendwie
schon, dass die nicht ,ok‘ waren. Wir sind in unserem Workshop mal auf die Texte eingegangen. Da wird es einem ja
nachträglich noch übel!“ „Ich bin
viel im Internet und in manchen Foren sind mir komische
Usernamen wie ,hagen18‘,
,heimatfront‘ oder ,musikfroind‘ aufgefallen. Jetzt weiß ich,
dass in der rechtsextremistischen Szene solche Codes verbreitet sind, und werde sie
künftig mit besonderer Vorsicht
genießen.“
Den Abschluss der Auftakt-
veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit dem Titel
„Was macht Rheinland-Pfalz
gegen den Rechtsextremismus?“, bei dem Bildungsministerin Doris Ahnen und Innenminister Karl Peter Bruch den
Schülerinnen und Schülern Rede
und Antwort standen. Ihr Auftreten hat verdeutlicht, dass die
Bekämpfung des Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz ein
Topthema ist und bleibt. Die
Präventionsarbeit wird dabei
auch künftig eine entscheidende Rolle spielen. Weitere Schülerkongresse werden im Herbst
dieses Jahres und im Frühjahr
des nächsten Jahres durchgeführt.
Hier gibt es alles
Wissenswerte zum Thema.
Die neue Internetplattform für
Jugendliche, Eltern und Fachkräfte: www.komplex-rlp.de
8
Aktuell
Klare Wege zu mehr Chancen
für alle Jugendlichen
Deutschlands Unternehmen warnen vor einem dramatischen Mangel an Fachkräften und
Auszubildenden bereits in wenigen Jahren, insbesondere in höherqualifizierten Berufen.
So bedeutet jede Ingenieurin, jeder Ingenieur, die in den kommenden Jahren in
Rheinland-Pfalz fehlen, den enormen Verzicht auf eine zusätzliche Wirtschaftsleistung.
Wer glaubt bei solchen Zahlen
noch den Kassandrarufen, dass
in Deutschland zu viele Jugendliche Abitur oder Fachhochschulreife erwerben und anschließend an die Hochschulen
gehen. Statt der befürchteten
Schwemme an Akademikerinnen und Akademikern öffnet
sich vor allem in den Naturund Ingenieurwissenschaften
die Schere zwischen gut und
hochqualifizierten Nachwuchsleuten sowie den aus Altersgründen ausscheidenden Arbeitskräften. Auf dieses Zukunftsproblem hat die OECD, der Zusammenschluss von 30 führenden
Industrienationen,
immer
wieder in ihren Analysen hingewiesen und der Bundesrepublik
eine Studienanfänger- und Stu-
dienabschlussquote unter dem
OECD-Durchschnitt
bescheinigt. Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen will, dann „werden weitere Anstrengungen nötig sein,
um konkurrenzfähig zu sein
und zu bleiben“, kommentierte
die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen
die im Herbst 2007 veröffent-
lichte OECD-Studie „Bildung
auf einen Blick“.
Im Wettbewerb bestehen
Rheinland-Pfalz braucht sich
nicht zu verstecken: Es nimmt
mit einer Hochschulabsolventenquote von 20,4 Prozent die
Spitzenposition unter den Flächenländern ein. Bei den Studi-
9
enanfängerinnen und -anfängern liegt das Land in der Spitzengruppe. Mit dem Kindertagesstättenprogramm
„Zukunftschance Kinder – Bildung
von Anfang“, dem Ganztagsschulprogramm, dem Strukturkonzept für die berufsbildenden Schulen und dem Primat
der individuellen Förderung in
allen Schularten hat sich Rheinland-Pfalz schon vor Jahren an
die Spitze bildungspolitischer
Innovationen gesetzt. Doch
Rheinland-Pfalz wird und will
die Universitäten und Fachhochschulen in den kommenden fünf Jahren zusätzliche
Mittel für den Ausbau von
Lehre und Forschung.
Aufstiegschancen
Eine neue Stundentafel für die
weiterführenden Schulen, die
zum Schuljahr 2008/09 in
Kraft tritt, stärkt mit je zwei
zusätzlichen Wochenstunden
in den Klassenstufen 5 und 6
vor allem den naturwissen-
sinkt. Deshalb erhält die „Realschule plus“ zwei zusätzliche
pädagogische Komponenten
und damit ihre beiden wichtigsten Pluspunkte. Mit dem Projekt „Keiner ohne Abschluss“
wird an einigen Schulen ein neuer Weg neben dem Berufsvorbereitungsjahr an den berufsbildenden Schulen erprobt, um
Schülerinnen und Schüler, die
nach der 9. Klasse noch keinen
Abschluss erreicht haben, eine
weitere Chance in ihrer gewohnten schulischen und sozialen Umgebung zu geben. Vor
dem Besuch dieses zusätzlichen
10. Schuljahres oder eines Berufsvorbereitungsjahres muss
jedoch an jeder Schule die umfassende Förderung von versetzungs- oder abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern
in allen Klassenstufen stehen.
Deshalb können die „Realschule plus“ für eigene Förderkonzepte ergänzende Stundenzuweisungen erhalten, damit
möglichst viele Jugendliche ihre
Defizite bereits vorher aufgeholt haben und sich bereits nach
der 9. Klasse für eine Berufsausbildung qualifiziert haben.
Klare Wege
sich auf diesen Erfolgen nicht
ausruhen. „Bildung und Wissenschaft bleiben auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Politik der Landesregierung“, sagt
Doris Ahnen. Deshalb stellt
das Land in beiden Bereichen
weitere Weichen für eine zukunftsfähige Gesellschaft: Mit
einem Sondervermögen von
200 Millionen Euro erhalten
schaftlichen Unterricht. Und
mit der Schulstrukturreform
und der „Realschule plus“ wird
das rheinland-pfälzische Bildungssystem auf demografiefeste Fundamente gestellt, damit in Zukunft mehr Jugendliche zu guten und höheren
Schulabschlüssen kommen und
die Zahl der Schulabbrecherinnen und -abbrecher weiter
Neue Perspektiven wird es
auch für die Jugendlichen geben, die die „Realschule plus“
nach der 10. Klasse mit dem
qualifizierten
Sekundarabschluss, der sogenannten Mittleren Reife, verlassen. Ihnen
wird mit der Fachoberschule,
die künftig an eine „Realschule plus“ organisatorisch angebunden werden soll, ein weiterer attraktiver Weg zu höheren Bildungsabschlüssen eröffnet. Die Fachoberschule führt
in einem zweijährigen Bildungsgang zur allgemeinen
Fachhochschulreife, mit der die
Absolventinnen und Absolventen an jeder Fachhochschule
studieren können. Natürlich
können sie nach dem Abschluss auch eine Ausbildung
in einem Unternehmen oder
einer Verwaltung aufnehmen,
für die sie durch den hohen
berufspraktischen Anteil in der
Fachoberschule gute Voraussetzungen mitbringen. Und
noch eine dritte Möglichkeit
steht bei Interesse offen: Über
die einjährige Berufsoberschule II an den berufsbildenden
Schulen kann die allgemeine
oder fachgebundene Hochschulreife erreicht werden.
Ein Ziel
Wer hinsieht, der erkennt auf
den ersten Blick: Über die „Realschule plus“ können Jugendliche ebenso zur Fachhochschulreife gelangen, wie am
Gymnasium und an der Integrierten Gesamtschule. „Wir
zeigen mit der ,Realschule
plus‘ den Eltern frühzeitig
einen zweiten wohnartnahen
Weg zu höheren Abschlüssen
auf“, erläutert Ministerin Doris Ahnen.
Ob Schülerinnen und Schüler
diesen Weg nach der 10. Klasse auch wirklich gehen, ist mit
der Entscheidung für die „Realschule plus“ nach der vierten
Klasse nicht vorbestimmt.
Selbstverständlich
bleiben
auch die weiteren Ausbildungswege wie bisher offen. Denn
eines sei sicher, so die Ministerin: „Wir werden unsere Ziele, mehr Jugendliche besser zu
qualifizieren und der Wirtschaft gute Nachwuchskräfte
anzubieten, nur erreichen,
wenn wir auf die sich ergänzenden Angebote von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen setzen.“
10
Vor Ort
Schwerpunktschule Daaden
Eine Regionale Schule im Westerwald übt den Normalfall
Vor zwei Jahren begann die Regionale Schule in
Daaden mit integrativem Unterricht. Was anfangs
sehr kurzfristig und spontan mit vier Kindern begann, ist inzwischen tägliche Routine: Die Schule
ist Schwerpunktschule und entwickelt sich zu einer
integrativen Schule. Schülerinnen und Schüler mit
und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf werden gemeinsam unterrichtet. Langsam wird es Normalität.
Ulrik Upgang ist Sonderpädagoge. Er kam vor zwei Jahren
nach Daaden im nördlichen
Westerwald und fand eine
neue pädagogische Herausforderung. Damals wurde an der
Hermann-Gmeiner-Schule mit
integrativem Unterricht begonnen. Konkreter Anlass war,
dass im benachbarten Betzdorf
vier Schülerinnen und Schüler
nach dem integrativen Unter-
richt in der ChristophorusGrundschule in eine weiterführende Schule wechseln wollten. Die vier Kinder aus dem
Raum
Daaden
sollten
möglichst wohnortnah unterrichtet werden. Kurzentschlossen wurde an der Schule mit
gemeinsamem Unterricht begonnen. Für Schulleiterin Lena
Daub von Anfang an eine klare Sache: „Schließlich kann In-
tegration ja nicht nach der
Grundschule vorbei sein.“
Aber wie sollte es gelingen,
die Kinder mit ihren individuellen Beeinträchtigungen in die
normale Klasse zu integrieren?
Reicht die Zahl der Lehrkräfte? Werden die einen Kinder
nicht überfordert, während die
anderen hinter den Leistungsstand der Parallelklassen zurückfallen? Fragen, die sich
nicht nur Eltern stellten, sondern auch die Lehrkräfte. Das
Konzept der Schwerpunktschule, das seit dem Schuljahr
2001/02 Schritt für Schritt
in Rheinland-Pfalz umgesetzt
wird, bot da den richtigen Rahmen. Hier werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
gemeinsam im Klassenverband
unterrichtet. Und – je nach individueller Beeinträchtigung –
zusätzlich gefördert.
Die Klasse 6a ist mit knapp
zwanzig Kindern recht übersichtlich. Für Klassenlehrerin
Kerstin Tute ist die Klasse dennoch immer auch eine Herausforderung. „Man muss wesentlich mehr differenzieren als
gewöhnlich.“ Das erfordert
persönlichen Einsatz und mehr
Zeit als üblich. Deshalb gibt es
in Schwerpunktschulen wie in
Daaden mehr pädagogisches
Personal. Mit dem erreichten
Leistungsstand ist Ulrik Upgang sehr zufrieden.
Die Sechserklassen laufen in
der Leistung synchron. Im Unterricht wird nach Fächern differenziert. In einigen Fächern
werden alle Schülerinnen und
11
Individuelle Betreuung: Klassenlehrerin Kerstin Tute und
Sonderpädagoge Ulrik Upgang
(linke Seite) fördern gezielt.
Das Klima in der Klasse stimmt: Das
soziale Miteinander und das Aneignen des
Lernstoffes ergänzen sich.
Schüler gemeinsam unterrichtet, in anderen wird auch getrennt unterrichtet, geübt und
gelernt. Heute steht in der 6a
das Thema „Vorgangsbeschreibung“ auf dem Plan der
Deutschstunde. Die Schülerinnen und Schüler sollen das
Basteln mit Papier beschreiben
und tragen ihre Arbeitsergebnisse vor. Lehrerin Tute fordert
Leistung ab und unterstützt,
wo nötig.
Dass uns die zwei Integrationskinder nicht sofort auffallen,
freut die Lehrerin. Für Kerstin
Tute ist das auch eine Bestätigung der Arbeit der letzten
zwei Jahre. „Besonders positiv
ist das soziale Miteinander. Die
Kinder nehmen Rücksicht auf
einander und sind sehr aufmerksam.“
Das Beispiel Deutschunterricht
zeigt einen wichtigen Bestandteil des Konzeptes: Die individuelle Differenzierung und
Förderung. Parallel zum Unterricht der Klasse von Kerstin
Tute übt Ulrik Upgang mit zwei
Kindern im Nachbarraum
Grundlagen des Lesens und
Schreibens. Buchstaben werden
gezogen und mit diesen Anfangsbuchstaben Worte gebildet, gelesen und geschrieben.
Das ist mitunter schwierig und
erfordert manchmal mehr Geduld als Robert hat. Robert hat
das Down-Syndrom. Er will
schnell zum Ziel und meldet
gelegentlich etwas vorschnell:
„Aufgabe gelöst!“ Mit Ruhe
und Geduld leitet Ulrik Upgang
den Schüler an. „Robert, bist
Du Dir sicher?“ Robert korrigiert den Fehler und strahlt.
Wieder ein Erfolgserlebnis.
Manchmal sind die Aufgaben
komplex und die Anforderungen steigen. „Aber der gemeinsame Unterricht ist vor allem ein Ansporn, mitzuhalten
und mit den Regelschülerinnen
und -schülern das Ziel zu erreichen.“
Für
die
Klasse
insgesamt steht das soziale
Lernen im Vordergrund. Die
Schülerinnen und Schüler achten einander und sie achten
aufeinander. „Wir stehen gut
da, weil alle wissen, wie es
geht. Und das Wichtigste ist:
Hier kehrt Normalität ein.“
12
Ortswechsel
Lernen – nicht
nur in der Schule
Museen – staubig, langweilig, dröge?
Nichts von alledem! Museen sind Orte, an
denen Geschichte so unmittelbar erlebt
werden kann wie kaum anderswo. Dinge, die
nicht selten mehrere tausend Jahre alt sind,
geben spannende Einblicke in das Leben
unserer Vorfahren.
Der Besuch des Museums kann
durch die Lehrkraft individuell
vorbereitet und durchgeführt
werden. Oder der Besuch wird
der Leitung einer geschulten
Museumsbegleiterin bzw. eines
Museumsbegleiters übergeben.
Diese Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter werden fundiert
eingearbeitet und ihre Arbeit
ständigen Qualitätsprüfungen
unterzogen. Bei einer Führung
können die neue Lernumgebung und die Ansprache durch
„klassenfremde“, unvoreingenommene Museumsbegleiter
zu ganz neuen und ungeahnten
Leistungen der Schülerinnen
und Schüler führen.
In lebendigen Führungen, z.B.
im Rheinischen Landesmuseum
Trier, kann Geschichte erlebt
und aktiv erarbeitet werden.
Mit Aktionen und Aufgaben
werden die Schülerinnen und
Schüler gefordert, zum Teil sind
die Themenführungen auch mit
abschließenden praktischen Arbeiten verbunden. Die Angebote richten sich an verschiedene
Altersgruppen, vom Vorschulalter bis zur Oberstufe.
Lehrerinnen und Lehrer, aber
auch besonders Schülerinnen
und Schüler sind immer wieder
überrascht, wie spannend ein
Museumsbesuch sein kann.
Aussagen wie „Sind wir denn
schon fertig?“ und „Kann ich
noch einmal wiederkommen?“,
sogar „Darf ich denn auch ohne
meine Eltern ins Museum kommen?“ sind nach einer museumspädagogischen
Führung
nichts Ungewöhnliches.
Getreu dem Motto „Greifen heißt auch begreifen“ bieten im Landesmuseum Koblenz vielseitige Workshops für
verschiedene Altersstufen die
Möglichkeit, durch eigenhändiges Tun auch komplexe Themen zu verstehen. Das seit
2006 bestehende „Hands on“–
Angebot der archäologischen
Dauerausstellung gibt Kindern
und Erwachsenen Repliken und
Originale, die sonst nur in Vitrinen stehen, buchstäblich in
die Hand.
Zur Sonderausstellung „Mythos Ritter“ erwartet die Kinder ein spezielles Angebot
zum Leben auf einer Burg: die
„Kinder – Ritter – (T)räume“.
Hier können die Besucher das
Geschichte unmittelbar begreifen – im Landesmuseum Trier.
Leben auf einer Burg selbst
nachempfinden, z.B. an einer
Rittertafel, in einem kurzen Baldachinbett mit Strohmatratze
oder durch Anprobieren von
Helmen und Ringpanzern der
Ritter.
Im dem neu eingerichteten
zeitRAUM des Landesmuseums Mainz können sich Kinder, aber auch Erwachsene interaktiv mit verschiedenen
Epochen auseinander setzen.
So kann beispielsweise ein
Modell von einer mittelalterlichen Stadt aufgebaut oder Dürers Zeichentisch ausprobiert
werden. Die vielfältige Heran-
gehensweise soll auf die Originale in der Ausstellung neugierig machen. Daneben verfügt der Raum auch über die
Möglichkeit, multimediale Präsentationen zu zeigen, die von
einer Tribüne aus verfolgt werden können. Damit wird der
zeitRAUM zum Erlebnisraum,
der von Schulklassen, Gruppen
oder Einzelpersonen gleichermaßen genutzt werden kann.
Als erstes Kinder- und Jugendmuseum in Rheinland-Pfalz
startete das Junge Museum des
Historischen Museums der
Pfalz 1999 in Speyer seine Aktivitäten
als
Pilotprojekt.
Fotos (4): Landesmuseum Mainz/Ursula Rudischer
13
13
Kunst, Kultur, Lebensweise, Arbeitsmethoden und vieles mehr
können Kinder und Jugendliche im zeitRAUM des Landesmuseums Mainz ausprobieren. Stilleben malen, perspektivisch zeichnen oder eine Familie im Biedermeier sein, alles geht – selbstständig oder mit fachkundiger Unterstützung.
Inzwischen ist es mit seinem
umfangreichen Angebot für junge Menschen und Familien aus
der Museumslandschaft nicht
mehr wegzudenken.
Eine kindgerechte Ausstellungsarchitektur und eine anschauliche Präsentation bieten
Anreiz zum Erkunden und Entdecken. Die Atmosphäre ist
ungezwungen und lädt ein, frei
und spontan tätig zu werden.
Aktionstage und Workshops
ermöglichen eigenes Erfahren
und Erleben und den gestalterischen, kreativen und handwerklichen Umgang mit Themen.
Auch kleine Museen mit
wenig oder keinem hauptamtlichen Personal gehen heute ganz
bewusst auf das junge Publikum
ein. Der vom Land geförderte
Museumsverband RheinlandPfalz gibt dazu zahlreiche Hilfestellungen. Auf seinen Internetseiten www.museen.rlp.de können unter der Überschrift
„Abenteuer Museum“ über
300 aktuelle museumspädagogische Angebote von rund 80
Museen für Schulklassen, Kinder verschiedener Altersgruppen, Kindergeburtstage usw. abgerufen werden.
Neben den Museen sind Theater, Orchester und viele weitere Kultureinrichtungen „außerschulische Lernorte“, dort
wurden und werden spezielle
Angebote aufgebaut, so dass
Kinder sowohl in ihrer Kreativität als auch in ihrer Wissbegierde gefördert werden.
14
Schulpraxis
Fit for Job
Lernen fürs Leben:
Technisches Gymnasium Kaiserslautern
Unter dem Dach der Berufsbildenden Schule I
Technik in Kaiserslautern bereiten sich die Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums anwendungsnah auf ihre Berufe vor und
kooperieren dabei eng mit den Mitschülerinnen
und Mitschülern der anderen sechs Schulen des
Schulzentrums inmitten des Pfälzer Waldes.
Mit etwa 3.800 Schülerinnen
und Schülern ist die BBS I in
Kaiserslautern die zweitgrößte Schule in Rheinland-Pfalz.
Unter dem Dach des Schulzentrums werden junge Menschen in sieben verschiedenen
Schulformen unterrichtet. Vor
einigen Jahren drohte eine
davon, das berufliche Gymnasium Technik, fast unterzugehen. Grund: Der Schule gingen
schlicht die Schülerinnen und
Schüler aus. Das ist jetzt gut
fünf Jahre her. Der Leiter des
Gymnasiums, Werner Bleimehl, überlegte mit dem Kollegium, wie dem drohenden
Ende der Schule zu begegnen
sei, und gemeinsam entwickelte man ein Konzept. Die
Schule beschloss, die Schülerinnen und Schüler noch besser
auf den Beruf vorzubereiten,
berichtet der Diplom-Handelslehrer.
Das neue Konzept hat sich
inzwischen bestens bewährt.
Die Zahl der Anmeldungen hat
sich seither stetig gesteigert
und von 2002 bis heute circa
verfünffacht.
Das Konzept erhielt ebenso
wie die Schule ein Logo, und
sie arbeitet und unterrichtet
nach dem Motto „Nichts ist
stärker als eine Idee, deren Zeit
gekommen ist“. Die Schule kooperiert mit einer Vielzahl
außerschulischer Partner wie
der TU Kaiserslautern oder
RWTH Aachen. Arbeitet mit
zahlreichen Unternehmen zusammen, wirbt Sponsoren und
veranstaltet Workshops sowie
Projektwochen. „Wir verstehen uns als wissenschafts- und
berufsorientiert. Darin liegt
eine entscheidende Zukunftschance, für uns als Schule und
für unsere Schülerinnen und
Schüler“, erläutert Werner Bleimehl den Ansatz. So sponsort
beispielsweise eine Softwarefirma aus dem benachbarten
Weilerbach die Roboter-AG,
deren bekanntestes Produkt
der „I²C-Bambus“ ist. Der
Name steht für einen autonomen Roboter mit botanischen
Die künftigen Baufachleute lösen praktische Aufgaben, wie
die Berechnung der Materialbeschaffenheit von Beton.
Wettbewerb
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Edwin Neugebaur, Lehrer im
Leistungskurs „Metalltechnik“, erklärt der 12. Klasse
das Prinzip einer Speicherprogrammierten Steuerung (SPS).
Eigenschaften. Das Gerät, das
aussieht wie die Kreuzung aus
Marsmobil und Blumentopf
auf Rädern, erhielt unter anderem den Focus-Schulpreis
2006 sowie den Bundesschulpreis „Fit for Job“ 2005 der
Wirtschaftsjunioren.
Das Gymnasium arbeitet auch
eng mit den anderen Schulformen zusammen. So profitieren alle. Die Gymnasiasten
vom praktischen Wissen der
Berufsschülerinnen und -schüler, und umgekehrt bedienen
sich diese der Grundlagenkenntnisse der „Theoretiker“.
Ein besonderer Clou sind auch
die Projektwochen mit Fachvorträgen, Beratungsmodulen,
Ideenaustausch und Kontaktbörse: „Manche Schülerinnen
und Schüler kommen zu uns,
weil man hier sein eigenes
Unternehmen gründen kann.“
So
hat
das
Kollegium
inzwischen keine Zukunftssorgen mehr. Weder für die Schule noch für die engagierten
Schülerinnen und Schüler.
Mit dem „I²C-Bambus“ gewann die Schule
viele Preise: Prominenz beim Bundesschulpreis 2006 in Berlin.
Fußballeuropameisterschaft: Dribbelkünstler
Die Fußball-Europameisterschaft hat neben
vielen anderen Schulen aus Rheinland-Pfalz
auch zwei Klassen der Carmen-Sylva-Schule
in Niederbieber zur Teilnahme an einem Dribbel-Weltrekord animiert.
Sie machten mit beim bundesweiten Projekt „Fit am Ball
3000“, bei dem vom 29.
Februar bis 7. Juni – dem
Start der Fußball-EM in
Basel – mehr als 10.000
Teilnehmerinnen und Teilnehmer 3.000 Kilometer
durch Wälder, über Radwege und an Flussufern
entlang mit dem Ball am
Fuß zurücklegten.
Die Euphorie der Fußball-WM
2006 sollte von Deutschland aus zur
Fußball-Europameisterschaft in die Schweiz
und nach Österreich transportiert werden.
Dafür dribbelten die Nachwuchskicker durch
alle deutschen WM-Städte und liefen nach
100 Tagen standesgemäß zum Eröffnungsspiel ins Baseler Stadion ein.
Die Kinder aus Niederbieber legten dabei an
drei Tagen (21. bis 23. Mai) die längste
Strecke aller Teams zurück. Und die Etappe
im bayerischen Allgäu kann sich sehen lassen. Von Bad Murnau bis nach Füssen, natürlich auch vorbei am sagenumwobenen
Schloss Neuschwanstein des Märchenkönigs
Ludwig II., ging die dreitägige Dribbel-Tour der Niederbieberer.
„Die Deutsche Sporthochschule in Köln als Veranstalter hatte nachgefragt,
ob wir dieses Teilstück
in Bayern laufen könnten“, sagt Sportlehrer
Jörg Niebergall. „In Bayern waren in dieser Zeit
Ferien, und da traute sich
so recht niemand ran.“
Rene, Eugen, Steffi & Co hatten zwar an Fronleichnam auch
schulfrei, aber das wollten sie sich natürlich nicht entgehen lassen.
Wochenlang gab es für das Team der Regionalen Schule nur noch ein Thema: Schaffen
wir den Weltrekord und sind wir im nächsten Guinness-Buch der Rekorde vertreten?
Am Ende der großen Gemeinschaftsleistung
stand der Erfolg: Ein Weltrekord und
nebenbei viel Spaß am gemeinschaftlichen
Training.
Ferientermine in Rheinland-Pfalz 2008/09
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Ausblick
Q-pon
Herbst
Weihnachten
Ostern
Sommer
6.10.2008 bis
22.12.2008 bis
1.4.2009 bis
13.7.2009 bis
17.10.2008
7.1.2009
17.4.2009
21.8.2009
Die Ferientermine können Sie auch im Internet unter
www.schulferien.org abfragen.
Rechtsextremismus
Kongresstermine
Nächster Kongress:
30. September 2008, 9.00 Uhr
in Kaiserslautern an der BBS I
Die Besucherinnen und Besucher sollen
durch einen Zeitzeugenbericht, ein
Podiumsgespräch, Workshops für Schülerinnen und Schüler, Workshops für
Lehrerinnen und Lehrer und gute Beispiele u.a.m. über den Rechtsextremismus informiert, für die Problematik
sensibilisiert und zu couragiertem Handeln animiert werden.
Mit dabei:
Die Staatssekretäre Roger Lewentz
(Innenministerium) und Michael Ebling
(Bildungsministerium), als Gastredner
sind der OB der Stadt Kaiserslautern,
Dr. Klaus Weichel, und der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern,
Stefan Kuntz, angefragt.
Alle Schulen der Sekundarstufe I und II
in den Städten Kaiserslautern, Pirmasens
und Zweibrücken sowie in den Landkreisen Birkenfeld, Kaiserslautern, Kusel,
Südwestpfalz und Donnersbergkreis
werden angeschrieben und erhalten
Anmeldeformulare. Pro Schule können
sich drei bis fünf Schülerinnen und
Schüler anmelden.
Nähere Informationen erhalten Sie bei
Gernot.Stiwitz@mbwjk.rlp.de.
Mainzer
Studienstufe
Sonderpädagogische
Förderung – 2. Auflage
In Rheinland-Pfalz ist die gymnasiale Oberstufe in der Form der „Mainzer Studienstufe
(MSS)“ organisiert. Sie wird strukturell und
inhaltlich schrittweise weiterentwickelt.
Die regelmäßig aktualisierte DIN A5-Broschüre informiert über alles Wissenswerte –
von den Aufnahmebedingungen über den
Aufbau und die Qualifikationen bis hin zur
Abiturprüfung.
Die erste Ausgabe war wegen großer Nachfrage schnell vergriffen. Jetzt liegt eine
Neuauflage vor: Hier werden häufig gestellte Fragen zu den schulischen Fördermöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit
sonderpädagogischem Förderbedarf beantwortet. So wird die persönliche Beratung
durch Schulleitungen und Schulbehörde
sinnvoll ergänzt.
Broschürentelefon
Zu den unterschiedlichen Themen können Sie
über das Broschürentelefon (0 61 31) 16 57 57
des Ministeriums Informationsmaterialien
bestellen. Oder nutzen Sie das Internet unter:
http://www.mbwjk.rlp.de/wirueberuns/
publikationen_bestellformular.html
Bitte schicken Sie mir künftig kostenlos und unverbindlich
die aktuellen Ausgaben von „schulemachen“ zu.
Name, Vorname ...............................................................................................
Straße ...............................................................................................................
PLZ, Wohnort ..................................................................................................
Datum, Unterschrift ........................................................................................
Folgende Themen sollten Sie in den kommenden Ausgaben berücksichtigen:
Ministerium für Bildung,
Wissenschaft, Jugend und Kultur
Rheinland-Pfalz
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