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"Ich will Erfolg haben mit dem, was ich mache" - Apic

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"Die Unentbehrlichen": Freiwilligenarbeit in der katholischen Kirche der Schweiz. Serie (13)
Der Basler Franz Fricker engagiert sich in Indonesien für Projekte der Jesuitenmission
"Ich will Erfolg haben mit dem, was ich mache"
Von Josef Bossart / Kipa
Zürich, 11.5.11 (Kipa) Vor gut vier Jahren hat der Basler Franz Fricker (63) seine Firma
("Franz Fricker Delikatessen") verkauft. Ein Seminar über interkulturelle Kompetenz
führte ihn dann auf eine neue Spur. Und seither engagiert er sich tatkräftig als
Freiwilliger an einer Berufsbildungsstätte in Indonesien, die vor bald fünfzig Jahren
von Jesuiten gegründet worden ist. - Begegnung mit einem, der von sich sagt, dass er
keine "Helferneurose" hat, sondern den Erfolg anstrebt mit dem, was er anpackt.
Für eine "Schweizer Geniesser-Kundschaft" hat Franz Fricker 1988 mit dem Import von
exklusivem geräuchertem irischem Lachs einen Delikatessen-Versandhandel aufgezogen.
Hat dann auch Kaviar, Gänseleber, Honig und noch manche andere Delikatessen in sein
Sortiment aufgenommen. Vor gut vier Jahren hat er sein blühendes Geschäft verkauft. Nahm
Abschied von der geschäftlich diktierten Zeit und wollte Zeit für anderes haben.
Vom Lassalle-Haus nach Indonesien
Im Lassalle-Haus der Jesuiten in Edlibach ZG besuchte Franz Fricker vor vier Jahren ein
Seminar über interkulturelle Kompetenz. Dort stiess er auf Pater Toni Kurmann, den
Missionsprokurator der Jesuitenmission Schweiz. Er liess diesen wissen, dass er bei
Gelegenheit gerne bei einem konkreten Entwicklungsprojekt mithelfen würde. Der
Ordensmann wies ihn auf das ATMI-Polytechnikum in Indonesien hin. Die technische
Berufsbildungsstätte war 1964 vom Schweizer Jesuiten Johann Casutt gegründet worden.
Rasch knüpfte Franz Fricker Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort. Und seither ist er
mit Herzblut dabei. Organisiert zum Beispiel den indonesischen Ausbildnern Weiterbildungen
und Fortbildungen in der Schweiz. Reist regelmässig nach Indonesien, aber auch in
abgeschiedene Gegenden in Tansania oder in Slums im indischen Bombay. Denn seine
ganze Energie steckt er derzeit in Projekte, die jenen Menschen zugute kommen sollen, die
Hilfe am Nötigsten haben.
Auf vielen der über 6.000 bewohnten Inseln im Inselstaat Indonesien sei die Entwicklung
noch nicht angekommen - Wasser und Energie bilden nach wie vor die Hauptprobleme,
erzählt Franz Fricker. Abhilfe schaffen soll nun der Einsatz solarer Technologien - für
Wasserpumpen oder zur Stromerzeugung -, aber auch die Modifikation eines bestehenden
Motors, damit dieser mit reinem Öl der Jatropha-Pflanze betrieben werden kann,
beispielsweise für Handtraktoren.
Zu Frickers Aufgaben gehört es, Fachleute im In- und Ausland zu finden und zum
Mitmachen zu bewegen. Und dann vor allem dafür zu sorgen, dass das, was besprochen und
festgelegt wurde, schliesslich auch konkret umgesetzt wird.
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Presseagentur Kipa, Einzelmeldung aus dem Tagesdienst
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Von irgendwelchen Powerpoint-Präsentationen, die immer wieder aufs Neue diskutiert
werden, ohne dass dabei etwas entsteht, habe er genug. Lieber zehn Mal entscheiden,
davon neun Mal falsch, als nichts tun! "Ich will Erfolg haben mit dem, was ich mache", sagt
Franz Fricker, um zu verdeutlichen, dass sein Handlungsantrieb keine "Helferneurose" ist.
Selbst wenn er dankbar dafür sei, dass es das Leben gut mit ihm gemeint habe. "Ich hätte ja
ebenso gut in einem Slum in Bombay oder irgendwo in Tansania geboren werden können."
Greifendes Räderwerk
Und was heisst Erfolg für ihn? Erfolg trete dann ein, wenn sein eigener, "ganz kleiner Beitrag
innerhalb eines Räderwerkes" so greife, dass auch wirklich etwas dabei entstehe, sagt er. Für
das Projekt im zu fast 90 Prozent muslimischen Indonesien heisst das: "Man hat ein
gemeinsames Ziel, setzt sich eine gemeinsame Aufgabe, und da spielen Religionen oder
Kulturen nur eine sekundäre Rolle."
Und jedes Mal, wenn er wieder nach Indonesien reise, könne er feststellen, wie sehr
wirklich etwas gewachsen sei, weil man Kompetenz vor Ort habe aufbauen können. Dass so
ein Motor zum Beispiel dann auch wirklich dort modifiziert werde konnte.
Weg von komplizierten, zentralen und deshalb abhängig machenden Lösungen in der
Wasser- und der Energieversorgung hin zu einfachen und dezentralen Lösungen! Motoren,
die ihre Energie aus der Sonne beziehen und Wasserpumpen oder Mühlen antreiben
beziehungsweise Strom erzeugen.
Franz Fricker ist überzeugt, dass Veränderungen unter den Bedürftigsten nur auf diesem
Weg möglich sind. Wenn es gelinge, für diese Leute eine verständliche und einfache
Technologie bereitzustellen, welche sogar grösstenteils vor Ort hergestellt wie auch gewartet
werden könne, dann werde es möglich, mittels entsprechender Ausbildung Arbeitsplätze zu
schaffen sowie Mehrwert zu erzeugen und damit vor Ort eine nachhaltige Entwicklung
anzustossen.
Vertrauen in religiöse Organisationen
Und hier betrachtet er die Zusammenarbeit mit religiösen Organisationen wie etwa den
Jesuiten oder auch mit den Salesianern - in Bombay zum Beispiel - als besonders
erfolgversprechend. Wo wirtschaftliche oder politische Trägerschaften in praktisch allen
diesen Ländern korrupt seien, befinde man sich bei religiösen Organisationen unter
Menschen, die ähnliche Vorstellungen hätten und auch wirklich bei der Entwicklung von
Veränderungen mithelfen.
"Es werden so viele gute Dinge gemacht, aber niemand weiss dies vom anderen!":
Deshalb knüpft Franz Fricker auch Fäden in Tansania und Indien. Denn einer der Sponsoren
der Schule in Indonesien, eine Stiftung, will tatkräftig dafür sorgen, dass vermehrt
Vernetzungen stattfinden: "Vernetzungen sind ein Schlüssel für verschiedene Türen."
Wenn es in einem Land wie Indonesien gelänge, "dass Leute zusammen - das heisst
religionsübergreifend - aktiv werden, für sich eine Zukunft sehen, sich gegenseitig Vertrauen
schenken, etwas gemeinsam erreichen wollen und zwar zum Wohle aller Beteiligten", dann
sei den Fundamentalismen, den Extremen und der Gewalt grösstenteils der Boden entzogen,
meint Franz Fricker zuversichtlich.
Anerkennung für seine Arbeit? Die erhalte er durchaus, nicht zuletzt natürlich auch von
den Jesuiten. Wichtiger ist ihm aber, zusammen mit anderen Menschen etwas anzustossen
und sehen zu können, dass dabei auch wirklich Handfestes entsteht. Und zwar beginnend bei
denen, die es am Dringendsten und am Nötigsten haben.
Presseagentur Kipa, Einzelmeldung aus dem Tagesdienst
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Es sei wie Saatgut ausstreuen. Man bearbeite den Boden, giesse da und dort oder helfe
etwas nach. Und plötzlich wachse ein Blümchen, durch welches, der Natur gehorchend,
weitere entstehen bis hin zu einer bunten Blumenwiese.
Hinweis: www.jesuitenmission.ch
Hinweis für Redaktionen: Zu diesem Beitrag sind kostenpflichtige Bilder erhältlich.
Bestellungen sind zu richten an: kipa@kipa-apic.ch. Honorare für Nutzungsrecht: Erstes Bild
CHF 80.-, ab dem zweiten Bild zum gleichen Anlass CHF 60.-.
(kipa/job/bal)
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