close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Erwin Schulz Jahrgang 1912 - ein bewegtes Leben (Teil 1) Was

EinbettenHerunterladen
Allendeblättchen – LESEN & WEITERGEBEN
3/10
Service-Seite
Was? Wann? Wo?
Allendeblättchen – LESEN & WEITERGEBEN
3/10
Erwin Schulz Jahrgang 1912 - ein bewegtes Leben (Teil 1)
Von Jürgen Krause
aufgeschrieben
RATHAUS
BVV-Sitzung
25. November
16.30 Uhr, Rathaus Treptow,
Neue Krugallee 4
Tel. 90297-4382
Fraktion DIE LINKE
Tel./Fax 5 33 76 07
Tel. 902 97 41 61
montags 15.00-18.00 Uhr,
dienstags 12.00-17.00 Uhr
donnerstags 15.00-18.00 Uhr
Neue Krugallee 4, Raum 205
mail@linksfraktion-treptowkoepenick.de
Öffentliche Sitzungen der BVVAusschüsse jeweils 18 Uhr
Den Ort der Sitzungen bitte unter
Tel. 90297 41 86 erfragen,
oder unter www.berlin.de/batreptow-köpenick/
Bezirksverordnetenversammlung
Kultur/Wirtschaftsförderung/
Tourismus
4.11., 2.12.
Jugendhilfe
3.11., 1.12.
Schulentwicklung
11.11., 8.12.
Stadtplanung/Verkehr
10.11.
Soziales/Gesundheit
10.11., 1.12.
Bildung/Bürgerdienste
4.11., 2.12.
Sport
11.11., 8.12.
Umwelt/Grünflächen/
Immobilienwirtschaft
4.11., 2.12.
VERANSTALTUNGEN
DIE LINKE
Politischer Frühschoppen
19.12., 10 Uhr Traditioneller
Adventsfrühschoppen
mit Günter Herlt,
Köpenicker Fischerhütte,
Wendenschloßstr. 60d
WOHNGEBIETSZENTRUM
Aus dem Programm:
Montag
Malen mit Herrn Sill, 10-12 Uhr.
Dienstag
Krabbelgruppe (Anmeldung noch
möglich), 10-11.30 Uhr.
Mittwoch
Wandern mit pep (Ort und Zeit
nach Festlegung).
Wir feiern Kindergeburtstage mit
Anmeldung, 15-17 Uhr.
Donnerstag
Spielevormittag für Senioren
(Karten-, Brett- und andere Spiele), 10-12 Uhr.
Rentenberatung (jeden 2. Do. im
Monat), 10-12 Uhr.
Freitag
Beratung für Bewerbung und Berufsweg mit Kerstin Haag(mit Anmeldung), 13-14 Uhr.
Sonntag
„Latschenkino“ für die ganze Familie, 14.30-16 Uhr.
Kita „Amtsfelder Knirpse“
Pablo-Neruda-Str. 12/13 (vorderer Eingang),
Tel. 0152/02 39 21 75
SCHLOSSPLATZTHEATER
Aus dem Programm
Oktober:
„Die Reise zum Mond“, 22.10.,
20 Uhr. 23.10., 24.10., 16 Uhr.
November:
„Das Gelbe Herz“,5.11., 6.11.,
12.11., 13.11., 19.11.,20.11.,
26.11., 27.11., jeweils 20 Uhr.
„Zum Teufel“, 9.11.-11.11.,
16.11.-18.11., 30.11., jeweils
10 Uhr.
„Die Reise zum Mond“, 23.11.25.11., jeweils 10 Uhr.
Chopin-Klavierabend (Konzert),
14.11., 18 Uhr.
Kaffee- und Kuchenkonzert:
„Schmaltz“, 21.11., 16 Uhr.
Extra-Seite
Dezember:
„Zum Teufel“, 1.12., 2.12.,
7.12.-9.12., jeweils 10 Uhr.
10.12., 20 Uhr. 11.12.,12.12.,
16 Uhr.
„Das Gelbe Herz“, 3.12., 4.12.,
jeweils 20 Uhr.
„Das klingende Haus“, 14.12.16.12., 10 Uhr. 17.12., 20 Uhr.
18.12., 16 Uhr.
Harfe&Bajan (Konzert), 5.12.,
19 Uhr.
Eisbrenner&Frauendorf (Konzert)
12.12., 19 Uhr.
Alt-Köpenick 31-33,
Tel. 651 65 16
www.schlossplatztheater.de
STADTTHEATER CÖPENICK
Spielplan Oktober - Dezember
siehe beiliegendes Programm
Friedrichshagener Str. 9,
Tel. 65 01 62 34
www.stadttheatercoepenick.de
MITTELPUNKTSBIBLIOTHEK
KÖPENICK
Öffnungszeiten
Mo.,Mi., Fr. 10-19 Uhr,
Die., Do. 10-20 Uhr.
Sa. 10-14 Uhr.
Ausstellungen
Retrospektive 2000 - 2010
Kiezer-Malgruppe-Köpenick
Bis 11. Dezember.
Hörbibliothek
Lieber Gott, nimm es hin, dass
ich was Besond’res bin. Robert
Gernhardt - Eine Hommage von
Peter Moritz Pickhaus und Barbara Entrup (Produktion des RBB),
20.10., 19.30 Uhr.
Lesungen
Heinrich von Haar: „Mein Himmel
brennt“, Romanvorstellung durch
den Autor, 25.10., 10 Uhr.
„Die Himmelsstürmer“. Szenische Lesung mit Jutta Dittfurt,
26.11., 19.30 Uhr.
Redaktionsschluß: 12.10.2010
Wenn man durch unser schönes
Allende-Viertel geht, sieht man
oft auch viele ältere Menschen.
Egal, ob beim Einkaufen, Wandern zum Müggelsee oder vor
den Seniorenheimen. Und es stellt
sich einem oft die Frage, welche
Ereignisse haben ihr Leben geprägt, was hat sie so und nicht
anders handeln lassen.
Einer dieser Mitbürger ist Erwin
Schulz, Jahrgang 1912, also 98
Jahre alt. Den Kohlrübenwinter
1917 erlebte er als 5Jähriger. Armut und Hunger begleiteten seine
ersten Schuljahre. Mit 10 Jahren
wurde Erwin Mitglied im Arbeitersportverein „Fichte“. Eine Gemeinschaft, in der er solidarischen
Umgang miteinander erlebte und
die sein weiters Leben tief prägte.
Die Erzählungen der älteren
Sportskameraden über die
Schrecken des 1. Weltkrieges
stärkten ihn in seiner Antikriegshaltung. In den politischen Auseinandersetzungen der 1920er
Jahre, als aktiver Gewerkschafter
und Arbeitersportler festigte sich
Erwins antifaschistische Gesinnung. 1933 wurde auch der Arbeitersportverein „Fichte“ von
den Nazis verboten, da sich der
Verein zu einem Zentrum der revolutionären Opposition im deutschenArbeitersport, zu einem Gegenpol zu den bürgerlichen, nationalsozialistisch formierten
Turn- und Sportgemeinschaften
entwickelt hatte. Also, Widerstand war angesagt, in den vielfältigsten Formen und zahlreichen
Aktionen. Als Musikverein getarnt, wurde zum Schein musiziert, aber hauptsächlich politische
Arbeit geplant, wurden Flugblätter formuliert, vervielfältigt und
verteilt. Es wurde Geld gesammelt
für inhaftierte Sportgenossen.
Am 18. Januar 1935 wurde Erwin Schulz nach Verrat verhaftet.
Der Hausdurchsuchung folgte
das Polizeigefängnis am Alexanderplatz. In den Vernehmungen
hat Erwin alles abgestritten, was
ihm zur Last gelegt wurde. Trotz
allem wurde er im September
1935 mit anderen Sportkameraden im sogenannten Sportprozeß
wegen Hochverrats angeklagt.
Der Ankläger hatte 10 Jahre Zuchthaus beantragt. Erwin Schulz wurde zu 5 Jahren Zuchthaus und
weiteren 5 Jahren Polizeiaufsicht
verurteilt. Die Strafe sollte er im
Zuchthaus Luckau verbüßen. In
dieser Strafanstalt waren schon
während der Kaiserzeit und des
1. Weltkrieges politische Gefangene inhaftiert.
Einer der prominentesten war
Karl Liebknecht, der wegen seines mutigen Eintretens gegen den
vom deutschen Imperialismus
heraufbeschworenen Weltkrieg
vom 8. Dezember 1916 bis 23.
Oktober 1918 ins Zuchthaus gesteckt war.
Für Erwin Schulz folgten 2 Jahre
Haft in einer acht Quadratmeter
großen Zelle, belegt mit insgesamt
drei Gefangenen. Mit kahl geschorenem Kopf, in brauner
Zuchthauskluft, einem Klapptisch, Schemel, der Notdurfttoilette, zwei Betten und einer Matratze
unter dem Zellenfenster mussten
sich die drei jungen Burschen „arrangieren“. Jede Woche wurde
die Schlafstelle gewechselt, damit
jeder Insasse nur alle drei Wochen
auf der Matratze nächtigen musste. Tagsüber bestand Liegeverbot. Abends mussten Zuchthausbekleidung und Schuhwerk vor der
Zelle wegen „Fluchtgefahr“ abgelegt werden. Der Tagesablauf war
äußerst eintönig. Nach dem Wekken mussten Toilettenkübel und
Wasserkanister zur Reinigung
und Neuauffüllung rausgestellt
werden. Nach einer „Katzenwäsche“ gab es Frühstück bestehend
aus Graubrot, Marmelade, Margarine und Malzkaffee. Dann
Warten auf die Freistunde: eine
halbe Stunde im Kreis auf dem
Gefängnisinnenhof im Gefangenenabstand von zwei bis drei
Metern mit absolutem Sprechverbot. Warten auf das Mittagessen.
Warten auf die Kaffeelorke. Warten auf das Abendbrot. Tagein,
tagaus. Nach längerer Zeit und
„Wohlverhalten“ durfte Erwin
Schulz Besuch empfangen, so
seine Schwester Erla, die ihm half,
mit Briefen die Isolation zur Außenwelt zu durchbrechen. Im 2.
Zuchthausjahr wurde es ihm ermöglicht „unverfängliche“ Lehrbücher auszuleihen; z.B. Charles
Darwins „Die Entstehung der Arten“ oder Theodor Mommsens
„Römische Geschichte“. Nach längerer Haftzeit mussten die Insassen im Akkord Drahtgeflechte für
Glasflaschen herstellen und alte
Hanfseile aufspleißen und zerfasern. Die Normen waren nicht zu
schaffen und wollten auch nicht
geschafft werden. Eine willkommene Abwechslung war das Duschen aller 14 Tage. Besser gesagt: Kurzduschen in hohem
Tempo: Auskleiden, einseifen,
abspülen, anziehen im Minutentakt.
Im Laufe der Zeit gelang es, die
strenge Isolation weiter aufzubrechen. Sportliche Übungen, Kurzgespräche mit Kalfaktoren,
Schmuggel von Kassibern, Lehrbuchbestellung über Debattenschrift (eine Art Stenographieschrift) , von Schwester Erla besorgt, und deren Üben auf einer
Schiefertafel gehörten dazu. Es
gelang, ein Kleinschachspiel mit
Figuren aus Brot herzustellen und
es erfolgreich bei Zellendurchsuchungen zu verbergen. Im April
1937 war Erwins Leidenszeit im
Zuchthaus Luckau vorbei. Aber er
kam vom Regen in die Traufe!
Der Häftling kam in die damaligen Justizstraflager KZ Börgermoor, Esterwegen und Aschendorfermoor.
Document
Kategorie
Reisen
Seitenansichten
4
Dateigröße
34 KB
Tags
1/--Seiten
melden