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Ein Küssnachter entscheidet, was Schweizer lesen

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FREIER SCHWEIZER
LOKALES
Q
Dienstag, 7. Oktober 2014 Nr. 79
7
Urs Heller
Ein Küssnachter entscheidet, was Schweizer lesen
ten zu halten haben. Urs Heller bestimmt, was Schweizer lesen – und
der Erfolg spricht für ihn.
Von der Schweizer Illustrierten
über die Glückspost bis zur
LandLiebe: 98 Magazine verlassen die Ringier-Redaktion pro
Jahr. Aber erst, nachdem Urs
Heller sie geprüft hat – anhand
von Kriterien, die man so nicht
erwartet hätte.
Von Simone Ulrich
«Ungeschminkt: So sehen die 18
Miss Schweiz-Kandidatinnen wirklich aus.» – «Warum Didier Cuche
bereut, noch keine Kinder zu haben.» Oder: «Homosexualität im Alter, Albträume und Tablettensucht:
Das ehrliche Interview mit Udo Jürgens.» So lauten die Titelstorys der
letzten Ausgaben der Schweizer Illustrierten (SI), dem meistgelesenen
People-Magazin der Schweiz. Über
700 000 Schweizer blättern Woche
für Woche durch «überraschende
Porträts, bewegende Reportagen,
schöne Homestorys, spannende Interviews – illustriert mit starken,
intimen Bildern.» So lautet nicht nur
die Selbstdefinition der SI sondern
auch der Anspruch, der an deren
«Ein SI-Reporter muss
die Schlagzeile schon im
Kopf haben, bevor er das
Gespräch beendet – sonst
ist er zu früh gegangen.»
Urs Heller
Journalisten gestellt wird. «Ein SIReporter muss die Schlagzeile schon
im Kopf haben, bevor er ein Gespräch
beendet – sonst ist er zu früh gegangen», findet auch Urs Heller. Und
der muss es wissen: Der gebürtige
Stadtluzerner, der seit 15 Jahren in
Küssnacht lebt, ist Geschäftsführer
Zeitschriften Schweiz der Rinigier
AG. Was übersetzt soviel heisst wie:
Fühlt sich in Küssnacht wohl – insbesondere im Restaurant des Golfclubs Küssnacht: Urs Heller.
Oberster Heftlimacher der Schweiz.
Der 61-Jährige ist verantwortlich für
alle 98 Magazine, die jedes Jahr in
der Schweizer Illustrierten-Gruppe
erscheinen.
Seine Karriere, erzählt Heller, verdanke er dem Sport: «Ich war ein
ziemlich hartnäckiger Journalist im
Ski-Weltcup, zuerst fürs Luzerner
Tagblatt, dann für den Blick. Und
das zu einem Zeitpunkt, als Ski
noch das Grösste war, als Zuhause
vor dem Bildschirm niemand reden
durfte, wenn Bernhard Russi kam.»
Das sei für ihn, den Luzerner, der
zuvor vier Jahre für das Luzerner
Tagblatt geschrieben hatte, «der
grosse Start in Zürich» gewesen –
weil er dafür gesorgt habe, dass seine «Geschichten besser waren als
die aller anderen». Besser, das heisst
in seinem Fall: Emotionaler. Lebendiger. Näher dran an den Leuten, den
Stars und Sternchen des Sports, der
Wirtschaft, der Politik, des Showbusiness. Seit 20 Jahren amtet Heller
als Medienmanager und erarbeitet
sowohl strenge als auch detaillierte
Richtlinien, an die sich die Redaktionen der verschiedenen Zeitschrif-
Foto: Simone Ulrich
FCL, Golf und Kalbsbrust
su. Obwohl Urs Heller beruflich
«viel Zeit mit CEOs und anderen
hohen Tieren» verbringt, steht er
mit beiden Beinen auf dem Boden – was für eben seinen Beruf zentral ist: «Ich kann keine
Hefte machen für ein Millionenpublikum, ohne mich in allen Milieus zu bewegen.»
Ausflippen in der Swisspor-Arena
Sein bevorzugtes Umfeld? Das
Fussballstadion. FCL-Fan ist der
61-Jährige, «wie verruckt», und
deshalb auch Beirat des Luzerner
Fussballclubs. Pyros zünde er zwar
keine an den Heimmatches, die er
nur selten und höchst ungern verpasst. «Aber ausflippen», gesteht
Heller, «tu ich schon.»
Gelassener nimmt es Heller auf
dem Golfplatz, wo man «total abschalten» müsse, da man keinen
Ball treffe, «wenn man nebenbei
aufs Handy schaut.» Im Küssnachter Golfclub trifft man den
61-Jährigen mit Handicap 22 entsprechend oft – wenn auch öfter
auf der Terrasse des erstklassigen
Restaurants als auf dem Green.
Feinschmecker von Amtes wegen
Gutes Essen ist nicht nur Hellers
Leidenschaft, sondern auch Bedingung für sein Nebenamt als
Chefredaktor von GaultMillau,
dem Reiseführer für Geniesser.
Umso simpler sind die Menüs, die
Zuhause auf den Tisch kommen.
Neben einem guten Risotto oder
Spaghetti, die «aber wirklich al
dente sein müssen», gehört die
selbstgemachte Kalbsbrust von
Metzger Armin Sidler zu seinen
Leibspeisen.
«Vor allem, seit ich langsam
weiss, wann er sie heiss und fett
zum Ofen rausnimmt.»
Gute Schlagzeilen bedingen Vertrauen
Unter den über Hundert Journalisten, die ihm heute unterstellt sind,
sehe er «immer wieder begabte
Leute mit sensationellen Ausbildungen – bei denen es dann doch nicht
klappt, weil sie nicht verstehen, wie
so eine Zeitschrift funktioniert.»
Damit meint Heller keinen Mangel
an Hartnäckigkeit, Rücksichtslosigkeit oder gar Sensationsgeilheit, die
man Boulevard-Journalisten gerne unterstellt. Im Gegenteil: «Ein
Journalist kann nicht nur dann anrufen, wenn der andere gerade auf
dem Podest steht. Gute Geschichten
schreibt man nur über Personen, die
man lange und auch in schlechten
Zeiten kennt.» Dazu gehöre, auch
nach einer Niederlage auf einen
Kaffee einzuladen oder «ein Dutzend Rosen ins Spital zu schicken,
wenn das Kreuzband gerissen ist.»
Woran es jungen Journalisten mangle, sagt Medien-Urgestein Heller, sei
«die Fähigkeit, eine Beziehung aufzubauen» – sei es zu einem Dorfpolitiker oder zu einem Weltstar. «Der
grösste Feind des Journalisten ist
das E-Mail», erklärt Heller. «Wer
seine Interviews elektronisch führt,
kann nicht nachhaken, sieht keine Reaktionen im Gesicht des Gesprächspartners, bleibt buchstäblich
auf Distanz.» Der 61-Jährige stelle
immer wieder fest, «dass man mir
mehr erzählt als anderen. Dabei bin
ich ja auch recht streng zu ihnen.»
Er verschone sie nicht mit sehr direkten Fragen, «aber die schafften ja
immer auch klare Verhältnisse.»
Dass ihm viel zugetragen wird,
überrascht wenig. Urs Heller, das
ist nach dem einstündigen Gespräch
klar, ist ein geselliger Mann mit
einer gewinnenden Art, die er einer
guten Beobachtungsgabe und einer
pointierten Sprache verdankt. Sollte er sich je im Ton vergreifen, dann
höchstens im Stadion, wo der heissblütige FCL-Fan seine dünn gesäte
Freizeit am liebsten verbringt (siehe Box).
Seebodenalp
Präsident Stocker überreicht Spende für neue Gletscherspur
Die Arbeitsgemeinschaft Landschaft Küssnacht Seebodenalp
(AG LKüS) unterstützt die neu
geschaffene Gletscherspur auf
der Seebodenalp.
pd. Im Jahr 2008 reifte im Vorstand
die Idee für einen Lehrpfad auf der
Seebodenalp. Deshalb besuchten
deren Mitglieder die bereits realisierte Auenspur in Steinen am Lauerzersee und ließen sich von Theo
Weber, Vorsteher Amt für Wald und
Naturgefahren über das Konzept
dieser Art von Lehrpfaden mit der
Spurensuche informieren. Weber
teilte damals mit, dass im Kanton
Schwyz noch weitere solche Spurensuche-Lehrpfade geplant seien
und dass sich die Seebodenalp mit
ihren Spuren aus der Eiszeit gut
für einen solchen Lehr-Pfad eignen
würde.
Im Jahr 2009 übergab der Vorstand
das Grundkonzept mit Themen und
Beiträgen für die Schautafeln zur
Schaffung eines Gletscherspurpfades mit dem Hauptfokus auf die
Glaziologie der Seebodenalp an
Theo Weber, welcher jeweils als
Zur Arbeit
der AG LKüs
Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Landschaft Küssnacht Seebodenalp, Fritz
Stocker (rechts) übergibt den Check mit dem Betrag von 5175 Franken an den Präsidenten der Korporation Berg und Seeboden, Josef Werder.
Foto: zvg
pd. Die Arbeitsgemeinschaft
Landschaft Küssnacht Seebodenalp (AG LKüS) unterstützt
touristisch nachhaltige und naturnahe Projekte, um so auch
die Frequenzen für die bald zu
erneuernde Seilbahn zu steigern.
In den ersten Jahren nach 2003
trug die AG mit verschiedenen
Veranstaltungen zur Belebung
der Seebodenalp bei, darunter
Mondscheinwanderungen,
Fondue- und Grillabende sowie
Wanderexkursionen. Da GastroBetreiber und Vereine selber vermehrt solche Events durchführen, konzentrierten sich die AG
LKüS in den letzten Jahren auf
die Förderung und Unterstützung
für nachhaltige Projekte. Fritz
Stocker (Präsident), Edgar Gwerder, Josef Kälin, Urs Keller, Lenz
Lothenbach und Conradin Zahno
gehören dem Vorstand an.
Projektleiter in Zusammenarbeit des
Kantons mit den Landbesitzern und
Korporationen diese Spurensuchpfade realisiert und koordiniert. Als
sie erfuhren, dass dieses Gletscherspur-Projekt auf der Seebodenalp
definitiv realisiert wird, hat der
Vorstand der AG LKüS beschlossen, an die letzte GV den Antrag
zu stellen, dass neben einer bereits
gespendeten Rigi-Liege auch noch
ein grosszügiger Betrag, sowie alle
zusätzlichen freiwilligen Spenden
im 2013 als Dank für die grosse Arbeit an die Korporation Seeboden zu
spenden. Dies wurde dann von den
Mitgliedern auch einstimmig gutgeheissen.
Grosszügige Spende
An der Einweihung vor zehn Tagen
überreichte Fritz Stocker, Präsident
der AG LKüS zur Überraschung der
geladenen Gäste einen Check mit
dem Betrag von 5175 Franken dem
Präsidenten der Korporation Berg
und Seeboden, Josef Werder. Dieser
bedankte sich für die grosszügige
Spende und auch für die bereits geleisteten Fronarbeiten und Spendenbeiträge der letzten Jahre.
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Seele and Geist
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