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Der Mienenarbeiter verdient plötzlich was - KinderKulturKarawane

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Figurentheater-Festival mit Produktionen aus Afrika: Der Minenarbeiter...
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Figurentheater-Festivalm itProduktionen aus Afrika
von Gabriella Lorenz
Das Ensemble hat
eine eigene
Brassband. Foto:
Theater
Kurze Sätze, in den Sand geschrieben und gleich wieder verwischt: Das Lisolo-Spiel hinterlässt keine
Spuren. Auch manche kongolesischen Straßenkinder verschwinden spurlos im Nichts. Wie der Junge
Lisolo. Unter dem Titel „Über.Leben“ setzt das Figurentheater dieses Jahr mit Produktionen aus dem
Kongo und Südafrika den Schwerpunkt Afrika. Ein sozialer Schwerpunkt, denn es geht ums
(Über-)Leben von Straßenkindern oder Kindersoldaten. Puppen, Masken, Schrottfiguren und
Schattenbilder drücken oft besser deren Erlebnisse aus als Worte. Beide Eröffnungs-Aufführungen „Lisolo oder das Echo des Sandes“ und „Tozali Parti“ (Wir sind alle Partei) - sind soziale Projekte,
entstanden aus der Theaterarbeit mit Jugendlichen in Kinshasa.
„Wir sind reich, aber wir sind arm.“ Denn vom Rohstoff-Reichtum des Kongo kommt beim Volk nichts an. In
„Tozali Parti“ füllt eine Handpuppe als Minenarbeiter Säcke mit Diamanten, Gold, Kupfer. Die schleppen
Ausländer ohne Bezahlung davon. Vor dem kleinen Guckkasten raufen die jungen Darsteller als Präsident und
Rebellenchef um „My Land“. Sie erfinden ihren eigenen Präsidenten - eine überlebensgroße Maskenpuppe.
Jeder der Jungs wird Minister, und nach Telefonaten mit Angela und Barack zahlen die Ausländer plötzlich.
Und der Minenarbeiter verdient was.
Spielweise und Story sind herzerfrischend naiv, aber Ausdruck von Sehnsüchten und Lebenslust der
Straßenkinder. Das Kulturzentrum Espace Masolo in Kinshasa bietet ihnen seit zehn Jahren Obdach und
Ausbildung und ließ ihnen beim Artikulieren ihrer Ideen von einem gerechten Staat freie Hand. Im Ensemble
gibt's begabte Komiker und Tänzer - und alle zehn zusammen sind eine schrill und mitreißend anfeuernde
Brass-Band (die wurde als zweitbeste des Kongo ausgezeichnet!).
Poetischer und verschlungener entwickelt der Elsässer Theatermacher Gilbert Meyer das Schicksal des
Straßenjungen Lisolo. Er hat ein Foto von ihm - aber da war Lisolo schon tot, erfroren im Fahrwerk eines
07.11.2013 11:02
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Flugzeugs. Der Betreiber eines Werkstatt-Ladens (Komödiant Hubert Mahela) hilft ihm, die Realität Kinshasas
zu verstehen. Die Bühne (Daniel Depoutot) ist voller bizarrer Objekte: Autos, aus Dosen gebastelte Figuren
wie der Hund, der seinen Herrn vor Hunger totbeißt und frisst. Schattenspiele und Funkenflug stehen für Macht
und Gewalt, und ein stummer Autist zeigt mit Gemälden die Kreativität der vergessenen Jugendlichen. Ein
starker Auftakt für „Über.Leben“.
Figurentheaterfestival, bis 27. Oktober 2013, verschiedene Spielorte, www.figurentheater-gfp.de (
www.figurentheater-gfp.de)
Veröffentlicht am: 20.10.2013
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Seele and Geist
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