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INKLUSION-WAS IST DAS?

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INKLUSION-WAS IST DAS?
„Bad Bramstedt –
Unsere Wege zur Inklusion“ am 6.Mai 2014
© Bärbel Brüning, Diplom-Pädagogin,
Master of Arts Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen;
Geschäftsführerin Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein; Leitung Inklusionsbüro
VORNEWEG

Es gibt keine universelle, international
akzeptierte Definition des Begriffs.

Es gibt einen gewissen (wachsenden) Konsens
über Wesentliches.

Je mehr der Begriff auf die Praxis bezogen
wird, umso weiter gehen die Auffassungen
dann in der Regel wieder auseinander.
Inclusio= Einschluss.
Eingeschlossenheit, Zugehörigkeit

Ursprünglich stammt der Begriff aus der
Mineralogie (Einschlüsse von andersartigen
Materialien in Mineralien) und bezeichnet in der
Metallkunde nicht-metallische Einschlüsse in
Metallen.

Heute wird er vor allem in der Pädagogik,
Bildungspolitik, Soziologie und in
Zusammenhang mit Sozialer Arbeit verwendet.
Bundesbeauftragte für Menschen mit
Behinderung (Verena Bentele):
„Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention
bedeutet, dass allen Menschen von Anfang an in allen
gesellschaftlichen Bereichen, eine selbstbestimmte und
gleichberechtigte Teilhabe möglich ist.“
Nicht der Mensch mit Behinderung passt sich an, sondern die
Gemeinschaft sorgt dafür, dass ihre Angebote für alle zugänglich
sind.
Aktion Mensch: Inklusion bedeutet…
„Jeder Mensch erhält die Möglichkeit,
sich vollständig und gleichberechtigt
an allen gesellschaftlichen Prozessen
zu beteiligen – und zwar von Anfang an
und unabhängig von individuellen
Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer
Herkunft, Geschlecht oder Alter.“
(http://www.aktion-mensch.de/inklusion/was-ist-inklusion.php// Download, 2.Mai 2014)
Zitat einer Sozialpädagogin:
„…ich finde das gut,
dass man mit dem Begriff
mehr als nur behinderte Kinder
meint!“
(Sozialpädagogin, Coburg) // Sulzer, Annika: „Inklusion als Werterahmen für
Bildungsgerechtigkeit“ in: Wagner, Petra (Hrsg.) Handbuch Inklusion. Herder 2013, S.13)
Zitat von Bundespräsident a.D. Richard
von Weizsäcker
„Es ist normal,
verschieden zu sein.“
Menschen sind verschieden.
Menschen sind gleich.
„Es gibt keine Norm für das Menschsein.“
Nach Definition der Deutschen Unesco
Kommission wird
„Inklusion (…) als ein Prozess verstanden, bei dem
auf die verschiedenen Bedürfnisse von allen
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
eingegangen wird. Erreicht wird dies durch
verstärkte Partizipation an Lernprozessen, Kultur
und Gemeinwesen, sowie durch Reduzierung und
Abschaffung von Exklusion in der Bildung…“
(DUK 2010, S.9)
Inklusion bezieht sich auf unterschiedliche
Ebenen sozialer Systeme
GESELLSCHAFT
ORGANISATIONEN
GRUPPEN
INTERAKTIONEN/
Einzelne
Bildung, Recht,
Religion, Wirtschaft
Vereine,
Unternehmen,
Kindertageseinrichtungen, Schule etc.:
Freundeskreise,
Familie,
…
Einbeziehung in die
direkte
Kommunikation
unter Anwesenden
in wertschätzender
Art und Weise
Selbstverständliches
teilnehmen und
mitmachen/mitarbeiten
Vorurteile abbauen
Anerkennung als Bürger
von einer Behindertenpolitik zu
Menschen-/Bürgerrechten und -pflichten
Inklusion geschieht auch über den Zugang zu
Rechten (vgl. Graumann, Sigrid: Assistierte Freiheit, Campus 2011),
Dies bedeutet insbesondere:
 Die Anerkennung als Bürger, ausgestattet mit
persönlichen, politischen und sozialen Rechten
 Eingebunden-Sein in soziale Strukturen
 Zugang zu materiellen Ressourcen (Geld,
Eigentum)

Gesellschaftliches und pädagogisches
Modell mit bestimmten Werten



Fragen über gesellschaftliche Verhältnisse stellen:
Bewusstsein für Vielfalt schaffen und Diskriminierungen
abbauen
Pädagogisch: Akzeptanz von Vielfalt und Zugehörigkeit,
Anerkennung von Differenzen, Toleranz (Ethnie,
Gender, Religion, Behinderung)
Inklusion als Querschnittsaufgabe
(vgl. Sulzer, Annika: Inklusion als Werterahmen für
Bildungsgerechtigkeit: IN: Wagner, 2013, S.20)
Ausgrenzung ist lebensbedrohlichInklusion ist lebenswichtig…
 „Lebensbedrohlich
im sozialen, wenn nicht
gar körperlichen, Sinn wird Ausschließung
dann, wenn der Zugang zu grundlegenden
gesellschaftlichen Funktionen versperrt
bleibt oder nur um den Preis sozialer
Missachtung gewährt wird…“
(Kronauer, Martin: Inklusion-Exklusion. Eine historische und begriffliche Annäherung an
die soziale Frage der Gegenwart. IN: Kronauer , Martin (Hg.): Inklusion und
Weiterbildung, Bielefeld 2010, S. 26)
Eigene blinde Flecken entdecken…
- über eigene Vorurteile
nachdenken und blinde
Flecken entdecken
- gemeinsam zu mehr
gegenseitigem Respekt
gelangen
Bild: Bärbel Brüning, Lübeck 2013
Inklusion bedeutet in Bezug auf
Menschen mit Behinderung:
Inklusion „eröffnet eine sichtbare
gedankliche Aufhebung des gängigen
Zwei-Welten-Bildes: Auf der einen Seite
Normalität und auf der anderen Seite
Behinderung.“
(Jerg 2010, S. 29; ebd.)
Inklusion verlangt
einen bewussteren Umgang mit
Zuschreibungen
wie z.B.
-
behindert – nicht behindert
psychisch krank- nicht psychisch krank
- mit Migrationshintergrund – ohne
Migrationshintergrund
Und
wie
unterscheiden
Sie sich
von
anderen?
3 unangenehme Begleiterscheinungen der
Inklusionsdebatten:
Inklusion wird als Sparmodell verstanden
 Inklusion wird als Zwangsmodell mit fatalen
Folgen für Menschen mit Behinderung erlebt und
setzt unter Druck (Beispiel Inklusive Schule)
 Inklusion ohne Grenzen weckt reaktionäre Kräfte
(„Inklusion als rotes Tuch“/ Unterschiede werden
wieder stärker hervorgehoben, „Verschwinden
der Mitte der Gesellschaft“)

INKLUSION ALS SPARMODELL- ein
fataler Irrtum!!!
„Rette das Ziel, triff daneben.“
Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Lyriker und Aphoristiker (1909-1966)
„Seit 1987 wurde an der UN-Behindertenrechtskonvention
mit ihren Forderungen nach voller gesellschaftlicher
Teilhabe von Menschen mit Behinderung gearbeitet und
zeitgleich wurden der Eingliederungshilfe Ressourcen
entzogen.“
(vgl. Soltauer Initiative in: Wittig-Koppe, Holger u.a. (Hrsg.): Teilhabe in Zeiten verschärfter Ausgrenzung?“
Paranus 2010, S. 158 ff.)
Mit Sprache gestalten wir Wirklichkeit!
INKLUSIV (e Schule)
Inklusionsassistenz
INKLUDIEREN
_I-Kinder…
Inklusion wohin?
Wer inkludiert wen?
I-FRAU???
Mit Abkürzungen machen wir uns
das Leben leichter – und merken
nicht, wie kränkend unsere
Sprache für andere Menschen sein
kann…!!!
Inklusion gelingt nur, wenn wir
auch auf Haltung und unsere
Sprache achten.
Folgerung 1:
Inklusion ist…
kein Zustand, den man erreichen
kann und keine Eigenschaft, die
man anderen zuschreiben kann!
Es geht außerdem um
Gleichberechtigung und nicht um
Gleichmacherei.
Folgerung 2:
Inklusion handelt von Partizipation – dafür
können Beteiligungsstrukturen geschaffen
werden
Checkliste Inklusion, z.B.:
? in Ihrer Stadt, Gemeinde, Kommune?
? in KirchenGemeinden, Organisationen und Vereinen
? Wer trägt zur Befähigung zur Beteiligung von Menschen mit
Behinderung bei?
? Wie sind Stellvertreterfunktionen gewährleistet?
Folgerung 3
INKLUSION verstärkt humanistische und
demokratische Werte
Weltanschaulich betrachtet fordert Inklusion, dass in Kinder aus
allen sozialen Schichten, unterschiedlicher Herkunft und mit
unterschiedlichen Fähigkeiten gleichermaßen investiert wird,
damit sie Respekt erfahren können und selbst zu verständnisvollen
Menschen heranwachsen können.
GLEICHWERTIGKEIT und SOZIALE
GERECHTIGKEIT für alle
Chancengleichheit aller Menschen
kann erweitert werden

Es wäre eine Illusion, zu meinen, dass es eine
tatsächliche Chancengleichheit geben wird, da
Menschen sich unter sehr unterschiedlichen
ökonomischen, sozialen und kulturellen, aber
auch körperlichen Voraussetzungen entwickeln.
Die Unterschiede lassen sich nicht oder nur
bedingt aufheben. Doch lassen sich Chancen und
Wahlmöglichkeiten erweitern.
Schluss-Folgerung:
Inklusion wird wahr, wenn viele es wollen.
„Inklusion kann überall anfangen, hört aber
nie auf.“
(Montag-Stiftung 2011, S.19)
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit.
Viel Freude beim
Weitermachen und beim Anfangen.
Literatur

Graumann, Sigrid: Assistierte Freiheit. Von einer Behindertenpolitik der Wohltätigkeit zu einer
Politik der Menschenrechte. Campus 2011

Hüther, Gerald: Kommunale Intelligenz. Potenzialentfaltung in Städten und Gemeinden. KörberStiftung 2013

Montag-Stiftung (Hg.): Inklusion vor Ort. Der Kommunale Index für Inklusion-ein
Praxishandbuch.2011

Reich, Kersten: Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Standrads und Regeln zur Umsetzung
einer inklusiven Schule. Beltz 2012

Kreuzer/Ytterhus (Hg.): „Dabeisein ist nicht alles“ Inklusion und Zusammenleben im
Kindergarten- Reinhardt 2008

Sulzer, Annika: Inklusion als Werterahmen für Bildungsgerechtigkeit.IN: Wagner, 2013, S.20

Wagner, Petra (Hg.): Handbuch Inklusion. Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und
Erziehung. Herder 2013.

Wittig-Koppe/Bremer/Hansen (Hg.): Teilhabe in Zeiten verschärfter Ausgrenzung. Kritische
Beiträge zur Inklusionsdebatte. Paranus 2010
Bildnachweise

Folie 12: privat: Bärbel Brüning, 2013

Folien 1, 17,21: Lebenshilfelandesverband Schleswig-Holstein e.V.; 17 und 21
eingekauft bei fotolia
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