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Ben Mehnert (Dresden)
Ben Mehnert (Dresden):
«Plädoyer für einen Pluralismus an Religionen und Theologien –
Religionsphilosophische Betrachtungen zum Status religiöser Texte und ihrer
Exegese.»
Abstract zum Vortrag:
Der intellektuelle Umgang mit der Vielfalt an Religionen sowie ihrer internen
Strömungen ist keinesfalls einheitlich und gestaltet sich äußerst problematisch.
Neben jene Pluralität tritt noch eine weitere; sie präsentiert sich in Gestalt der
verschiedenen theologischen Interpretationen innerhalb einer Konfession, die sich
zumeist divergent zueinander verhalten. Der Pluralismus argumentiert in diesem
Kontext, dass viele Religionen, Konfessionen sowie Theologien einen Zugang zum
Heiligen bzw. Wahren haben. Doch es stellt sich die Frage, wie jene divergierende
Positionen gerechtfertigt nebeneinander bestehen können. Gegenstand des Vortrags
ist die Frage:
Gibt es eine solche philosophische Rechtfertigung des Pluralismus an Religionen,
Teil-Traditionen und divergierenden Theologien?
Intra- und interreligiöse Spannungen hängen dabei u.a. mit der Bewertung des
Status der textuellen Basis der eigenen - sowie fremden Religion zusammen. In
dieser sind die wesentlichen Inhalte und Motive der jeweiligen Religion sowie
individueller Erfahrungen artikuliert. Die Theologien reflektieren zum einen
systematisch jene Inhalte aus der Brille ihrer zugehörigen Konfession, zum anderen
setzen diese sich mit Geschichte und Profil jener Texte auseinander. Damit
verbunden wird die Frage nach dem Status der religiösen Texte aus gläubiger
Perspektive beantwortet. Der 'klassische' Ansatz ist, dass jene religiösen Texte
heilige Texte seien, wobei sie ihre Heiligkeit vom Heiligen selbst herbeziehen. Das
Heilige offenbart - bzw. eröffnet einen Zugang zu sich durch die Schriften.1
Interessant ist hierbei für die Religionsphilosophie, die Frage nach dem Status
religiöser Texte auf einer allgemeinen Ebene zu stellen und zu reflektieren. Dies
1
Dieser Ansatz findet sich nicht in jeder Strömung einer Religion. Es sei an dieser Stelle v.a. der ZenBuddhismus erwähnt, der explizit die Existenz des Heiligen infrage stellt. Desweiteren kann auch für
den Theravada-Buddhismus teilweise eine Kritik an dem Heiligkeit-Prädikat konstatiert werden, da der
historische Buddha selbst – so der Tripitaka – die Bezeichnung als Heiliger oder Gott verworfen hat.
Werkstatt Philosophie – Studentisches Diskussionsforum an der TU Dresden
Vortrag vom 30.10.2014
Seite 1
Ben Mehnert (Dresden)
wurde in expliziter Form einer Philosophie religiöser Texte noch nicht bewerkstelligt.
Hierbei ist es v.a. geboten, den 'klassischen' Ansatz auf seine philosophische
Fruchtbarkeit hin zu prüfen.
Zudem ist danach zu fragen, wie die einzelnen Texte jeweils zu interpretieren seien.
Jene Frage nach der korrekten Exegese ist eng mit der Statusfrage verbunden.
Beide Fragen stellen den Horizont des Vorhabens des Vortrags dar. Im Vortrag
werden jene Fragen mit Hinblick auf die Pluralismus-Problematik reflektiert. Je nach
Bewertung des Status religiöser Texte sowie ihrer Exegese schlechthin ergeben sich
trivialerweise Konsequenzen für die Stabilität des Pluralismus.
Mithilfe von Analysen aus der Phänomenologie und des Poststrukturalismus (v.a.
mithilfe der Dekonstruktion Jacques Derridas) wird in einem ersten Schritt der
Versuch gewagt, die Möglichkeit einer philosophischen Fundierung des 'klassischen'
Ansatzes aufzuzeigen.
In einem zweiten Schritt wird die These der christlich-theologischen Hermeneutik,
dass die biblischen Texte einen „Überschuss an Sinn“ beinhalten, der nicht
ausgeschöpft werden kann, vorgestellt. Diese soll durch die poststrukturalistische
Texttheorie gestützt werden, um sie in einem nächsten analytischen Zug auf die
Fragen nach dem Status religiöser Texte und ihrer Exegese schlechthin
anzuwenden.
Am Schluss soll ein Plädoyer für einen mehr oder minder gerechtfertigten
Pluralismus stehen. 'Mehr oder minder' deshalb, weil im Zuge einer SelbstDekonstruktion sichtbar wird, dass eine Rechtfertigung im strengen Sinne weder für
einen Pluralismus noch für einen Exklusivismus oder Inklusivismus möglich ist. Dies
ist v.a. der Fall, weil Rechtfertigung schlechthin ein fragliches, boden-loses Konzept
für die Dekonstruktion darstellt.
Werkstatt Philosophie – Studentisches Diskussionsforum an der TU Dresden
Vortrag vom 30.10.2014
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Seele and Geist
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