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KleinesDemo−Einmaleins Was macht den Kaffee so bitter?

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4
GEGEN DIE REPRESSI ONI N LUXEMBURG
citi zen
6 9 0 - 2 5/ 4/ 2 0 0 3
Kleines Demo−Einmaleins
W
ir lassen uns nicht
verarschen, schreibt eine
Gruppe von Anarchisten
angesichts des härter
gewordenen polizeilichen
Vorgehens. Undliefert
grundsätzliche Aussagen
und praktische Tippsfür
DemonstrantInnen.
___________________
Der vollständige Text
ist verfügbar unter:
members.tripod. com/bopi/
grr/materialfa/
de moeinmaleins. ht ml
Dies vor weg : W
ir wenden
uns gegen jede künstliche
Auftrennungin"friedlich" und
" militant" usw
. (...) Alle Aktionsfor men haben i hre Vorteile und Nachteile; klärt für
euch selbst je nach Situation,
welches Verhalten euch sinnvoll und ange messen scheint.
Zum allge meinen Verhältnis zur Polizei: Die Polizei ist
die Exekutive, das Repressionsorgan dieses Staates,
den wir abschaffen wollen.
Dasisti hr Zweck. Miti hr Konflikte "ausdiskutieren" zu wollen ist Blödsinn. (...) Das gilt
natürlich auch umgedreht.
Leute, die bei der ersten auftauchenden Unifor m anfangen "Polizei SA SS" zu schreien und nur noch auf die Polizei fixiert sind, sind genauso
peinlich. Generell gilt: Macht
lieber euer Ding, und beachtet die Polizei nicht mehr als
notwendig. Natürlich können
wir mehr oder weniger konfrontativ sein, je nach For m
und Ziel einer Aktion. Aber
die Perspektive sollte i mmer
gezieltes und soli darisches
Agieren blei ben.
1) Gute Vorbereitung
(...)
Fit sein: Stundenlanges Herumgewusel kann ganz schön
anstrengend werden. Darum
asser werfer gerne auch
versucht nach Möglichkeit die W
auszuschlafen und ausrei- schon vor dem Schlagstock
chend zu essen und zu trin- eingesetzt werden. Parallel
ken. Auch von Alkohol und verhaften Greiftrupps gezielt
Drogen lasst i hr i m Vorfeld einzelne Personen oder manor maler weise besser die Fin- chen Jagd auf kleinere Grupger − sie beeinträchtigen Re- pen, während der Rest zuaktions− und W
ahrnehmungs- rückgedrängt wird. In der Verver mögen. Nehmt aber unbe- gangenheit haben sich in Ludingt W
asser und Nahrung xemburg insbesondere gewisse Sonderschlägertrupps −
mit.
manchmal zivil geklei det −
Klei dung: Zieht euch der Situation angemessen an. W
ich- durch über mäßige Arroganz
tig ist Klei dung, in der i hr und rücksichtlose Brutalität
euch wohlfühlt und schnell i mmer wieder hervorgetan.
und beweglich blei bt. Schuhe Hunde und Pferde werden dasollten sowohl zum rennen gegen noch kaumeingesetzt.
wie zum Klettern geeignet
Deshalb auch nach der Desein. (...) Ohrringe und Piermo unbedingt wieder zusamcings zieht i hr am besten aus
men nachhause gehen. Oftoder überklebt sie mit ei nem mals werden gerade, wenn
Pflaster, das kann sonst häss- schon alles gelaufen zu sein
liche Verletzungen geben. (...) scheint, Leute abgegriffen.
2) In Aktion
Ordnung ist das halbe Leben: Blei bt in eure m Gruppen
zusammen. (...)
Die Luxemburger Polizei
trainiert i hre Riot−Einsätze zusammen mit der belgischen
Polizei − und wendet (zumindest nach den bisherigen Erfahrungen) auch eine ähnliche Taktik wie diese an: Dabei
trei bt eine verhältnis mäßig
niedrige Anzahl von Bullen
die Menschenmassen auseinander oder zurück, wobei
(...) Macht Übergriffe auf jeden Fall öffentlich.
3) Bei Festnahmen und
danach
W
irst du festgenommen,
laut schreien oder so, um die
Menschen auf dich auf merksamzu machen. (...)
W
enn sie euch dann doch
einmal haben, hei ßt es ruhig
blei ben und nicht ei nschüchtern lassen. Spätestens nach
24 Stunden müssen sie euch
freilassen oder aber einen
richterlichen Haftbefehl vorweisen können
Vor allem aber: nix zu Sache sagen. (...) Alles was i hr
der Polizei sagt, wird nur gegen euch ver wendet. W
enn es
zu einer Anklage kommt, habt
i hr später i mmer noch genug
Zeit, mit einem Anwalt abzuquatschen was i hr sagen
wollt. Fallt nicht auf "böser
Bulle, guter Bulle"−Spiele rein,
unterschrei bt keine dubiosen
Protokolle usw
., und verlangt
für
alles
beschlagnahmte
Zeugs eine Quittung.
W
enn i hr wieder draußen
sei d, schrei bt Berichte und
macht diese öffentlich. Das,
was sie wollen, dich alleine
herausgreifen und einschüchtern, funktioniert nur so lange, wie dui hr Spiel mitspielst.
W
enn wir uns gemeinsam
wehren,
funktioniert
i hre
Vereinzelungsstrategie nicht
mehr. (...)
4) Verletzungen
(...) Lei der ist Verletzungen
zufügen eine der Sachen, die
die Polizei besonders gut
drauf hat. Darum kann es
nicht schaden, wenn i hr wenigstens ein bisschen Ahnung
von den W
affen, Techniken
und deren W
irkung habt. Die
Seite der autonomen Demo−
Sanis bietet hier einen guten
Einblick.
Tränengas ist auch in Luxemburg sehrin Mode gekommen und wird mittler weile
gern gegen "Chaoten" eingesetzt. (...) Gegen Tränengas
hilft natürlich am besten eine
GLOBALE KAFFEEKRI SE
Was macht den Kaffee so bitter?
renden Aus maß der Krise entsprechen. Benötigt wird ei n
Kaffee−Rettungsplan, der alle
wichtigen Akteure des Kaffeesektors zusammenbringt, damit sowohl Ar me als auch Reiche vom Kaffeemarkt profitieren können. Insgesamt geht es
jedoch nicht nur um Kaffee,
sondern umeine zentrale Frage der Globalisierung: den
W
elthandel
entwicklungsgerecht undfair zu gestalten.
Angesichts des
weltweiten Preisverfalls
fordert Transfair einen
Kaffee−Rettungsplan. Es
müssten Lösungen
gefunden werden, damit
sowohl Ar me als auch
Reiche vom Welthandel
profitierten.
Gegenwärtig zerstört eine
Krise auf dem Kaffeemarkt
die Lebensgrundlagen von
mehr als 25 Millionen KaffeeproduzentInnen in 60 Ländern des Südens. Der Rohkaffeepreis ist in denletzten drei
Jahren umfast 50 Prozent gefallen: auf den tiefsten Stand
seit 30 Jahren. KaffeeproduzentInnenin Ent wicklungsländern, in der Mehrzahl ar me
KleinbäuerInnen, müsseni hre
Kaffeebohnen
inzwischen
weit unter den Produktionskosten verkaufen− in der Provinz Dak Lak in Vietnam beispielsweise für 60 Prozent
der Produktionskosten.
(...)
Aber nicht nur Bauernfamilien sind ruiniert. Die Volkswirtschaften
von
Produktionsländern sind angeschlagen. Vor zehn Jahren machte
der Export von Rohkaffee
noch ein Drittel der Erlöse
des Kaffee marktes aus. Heute
sind es weniger als zehn Prozent. In den letzten fünf Jahren sind die Exporterlöse aus
Kaffee weltweit um vier Milliarden Dollar zurückgegangen. Staatshaushalte werden
überzogen, was zu Kürzungen
i m Bildungs− und Gesundheitswesen und zum Anstieg
der Verschuldungführt.
Es müssen Lösungen gefunden werden, die de m gravie-
Den Kaffeekonzernen geht
es blendend. (...) Die Umsatzrenditen sind enor m: Für den
löslichen Kaffee von Nestlé
liegt sie bei schätzungsweise
26 Prozent. Tchi bo steigerte
2001 den Jahresüberschuss
i m Konzernbereich Kaffee
überproportional um 47 Prozent auf 181 Millionen Euro.
Würden alle Beteiligten der
Produktionskette von diesem
ertragreichen Markt profitieren, so wäre dies auchin Ordnung. Tatsächlich aber er wirtschaften die Konzerne Riesenprofite und die KaffeebäuerInnen verar men.
Das Kaffeegeschäft macht
eine radikale und für viele
sehr schmerzhafte Veränderung durch. Aus einem regulierten Markt, in de m Regierungen sowohl auf nationaler
als auch auf internationaler
Ebene eine aktive Rolle spielten, ist ein freier, für jedermann offener Markt geworden, auf dem Angebot und
Nachfrage den Preis besti mmen. Dies hat inj üngster Ver-
gangenheit den großen Kaffeeröstern extrem niedrige
Rohstoffpreise beschert.
(...)
Zum Teil ist das Versagen
des Kaffeemarktes auch auf
das Scheitern der Politik i nternationaler Organisationen
zurückzuführen. Wo blieben
die soli den wirtschaftspolitischen Ratschläge von W
eltbank undI WFfür die Ent wicklungsländer bezüglich der
W
eltrohstoff märkte und i hrer
voraussehbaren
Preisentwicklung? W
elche Absicherungs maßnahmen
wurden
von den Geberländern ergriffen, damit die Anstrengungen
zum Schuldenabbau hoch
verschuldeter, ar mer Länder
nicht durch Krisen auf den
Rohstoff märkten untergraben
werden?
(...)
Das Jahr 2003 ist entscheidend. Die Produktionsländer
haben beschlossen, das Rohkaffeeangebot durch höhere
Qualitätsstandards zu verri ngern. Dieser Plan wird jedoch
nur dann erfolgreich sei n,
wenn er auch von den Kaffeekonzernen und den reichen
Ländern unterstützt wird und
wenn parallel dazu Maßnahmen gegen die ländliche
Unterentwicklung
getroffen
werden.
Transfair− Minka mobilisiert
jetzt, um die Ent wicklungskatastrophe, die durch die Kaffeekrise ausgelöst wurde, abzuwenden. Entsprechend der
Gas maske. die sowohl Augen
wie Atemwege abdeckt. W
enn
eine solche nicht zur Hand
ist, ist eine nor male Atemmaske ( mit
W
echselfilter)
oder wenigstens ein Schal
sinnvoll; für die Augen am
praktischsten eine Schi brille
(schützt auch vorfiesen Gummigeschosstrefferni m Augenbereich). (...)
Andere Verletzungen stammen meist von Knüppeln,
Schlägen, Hebeln und W
asserwerfern. Die Polizei in Luxemburg benutzt verschiedenste
Arten von Gummiknüppeln
(zur Riot−Ausrüstung gehört
etwa einlanger dünner Stock)
sowie Tonfas. Insbesondere
vor Tonfas müsst i hr euch in
Acht nehmen, die Teile sind
in trainierter Hand viel unberechenbarer als die nor malen
Knüppel. Ihr könnt versuchen, auszuweichen und abzuwehren,
i m Zweifelsfall
aberlieber wegrennen als den
Helden spielen. (...) Bei Verhaftungen benutzt die luxemburger Polizei die üblichen
Plastikfesseln − wenn i hr sie
angelegt kriegt, spannt eure
Hände an und kreuzt die Gelenke, dann können sie sie
nicht so fest zuschnüren (zu
enge Plastikfesseln verursachen nachhaltige Verletzungen). (...)
Arbeitskreis Anarchie &
Antirepression
rezenten Oxfam−Studie fordert TransFair− Minka einen
Kaffee−Rettungsplan,
damit
der Kaffeemarkt für Ar me wie
für
Reiche gleicher maßen
funktioniert. An diesem Plan
müssen alle wichtigen Akteure auf dem Kaffee markt mitwirken, damit die aktuelle Krise bewältigt und ein stabiler
Markt geschaffen wird.
Unter Federführung der Internationalen Kaffeeorganisation (I CO) sollen mit demRettungsplan innerhalb eines
Jahres die folgenden Ergebnisse erzielt werden:
1. Erhöhung des den ProduzentInnen gezahlten Kaffeepreises durch Reduzierung
des Kaffeeangebotes auf dem
Markt sowie Verringerung von
Lagerbeständen.
2. Einrichtung eines Fonds,
um ar me BäuerInnen bei der
Umstellung auf alternative
Anbauprodukte und andere
Er werbs möglichkeiten zu unterstützen und soi hre Abhängigkeit vom Kaffee zu verringern. In diesem Zusammenhangist auch die luxemburgische Regierung gefordert.
3. Die Röster verpflichten
sich, i hren Bezug von fair gehandeltem Kaffee auf mindestens zwei Prozent der Einkaufs menge zu steigern.
Der Rettungsplan soll Pilotcharakter für eine längerfristige
Rohstoff− Management−Initiative haben, mit der
die Rohstoffpreise erhöht und
alternative Er werbsgrundlagen für BäuerInnen geschaffen werden.
Transfair− Minka asbl
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