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Dennis Nowak Lunge, Umwelt, Arbeit – was gibt es Neues? BLÄK

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Dennis Nowak
Lunge, Umwelt, Arbeit – was gibt es Neues?
BLÄK, 4.2.2006
Die Lunge ist mit ihren inneren Oberfläche von ca. 100 m2 und einem Luftumsatz von
10.000 bis 20.000 l pro Tag das Frontorgan für inhalative Einwirkungen aus der
allgemeinen Umwelt und der Arbeitswelt. Der Vortrag geht stichpunktartig auf einige
aktuelle Themen ein:
Feinstaub. Zahlreiche epidemiologische Studien haben eine Assoziation von
Atemwegssymptomen und Einschränkungen der Lungenfunktion mit der
Staubexposition (PM 10 und PM 2,5) nachgewiesen. Dabei konnten sowohl Kurzzeiteffekte als auch Langzeiteffekte aufgezeigt
werden. Auch für ultrafeine Partikel konnte eine Assoziation ihrer Anzahl mit
vermehrten Symptomen, vermehrter Medikamenteneinnahme sowie erniedrigten
Peak flow-Messwerten bei Asthmatikern gezeigt werden.
Passivrauch. Passivrauch ist vermutlich die quantitativ bedeutsamste inhalative
Noxe der Innenraumluft. In international publizierten Metaanalysen einer Vielzahl
epidemiologischer Studien zeigten sich für Bronchialkarzinome Relative Risiken (RR)
von 1,1 bis 1,3. Das RR für koronare Herzkrankheiten lag bei 1,25 bis 1,35. Auch das
RR für Atemwegssymptome, Asthma und chronische Bronchitis war konsistent
erhöht.
Dieselmotoremissionen. Ein erheblicher Anteil gesundheitlicher Effekte von
Dieselmotoremissionen wird auf die Wirkung ultrafeiner Partikel bezogen. Die
kombinierte nasale Gabe von Dieselpartikeln und Ragweed-Allergen führt zu einer im
Vergleich zum Kontrollexperiment ohne Dieselpartikel erhöhten spezifischen IgEProduktion. Dieselmotoremissionen sind aufgrund ihres Gehalts an
krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Khlenwasserstoffen, aber auch
aufgrund des wahrscheinlich kanzerogenen Effekts der Rußpartikel von der DFG in
die Kategorie „als krebserzeugend für den Menschen anzusehen“ eingestuft worden.
Ob Dieselmotoremissionen in Umweltkonzentrationen einen Beitrag zum
Krebsgeschehen beim Menscheln leisten, ist unklar.
Asbest. Das Berufskrebsgeschehen wird noch die nächsten Jahrzehnte durch die
Folgen des ehemals sorglosen Umgangs mit Asbest dominiert werden.
Asbestbedingte Krebserkrankungen werden aufgrund der langen Latenzzeiten noch
etwa 15 bis 20 Jahre zunehmen.
Allergie und Berufswahl. Durch die hohe Zahl von Atopikern in der
Allgemeinbevölkerung ist das „Reservoir“ für die Entstehung arbeitsplatzassoziierter
Atemwegsallergien viel höher als früher. Neue Daten zeigen den überraschenden
Befund, daß ein vorbestehendes Asthma bronchiale die Wahrscheinlichkeit, eine
Tätigkeit mit hohem Asthmarisiko aufzunehmen, praktisch nicht beeinflußt. Entweder
findet keine Berufsberatung statt oder sie wird nicht ernstgenommen.
Gesunde Landluft? Eine Vielzahl von Studien zeigt das verminderte Auftreten
allergischer Atemwegserkrankungen bei Kindern, die in der Landwirtscahft
aufgewachsen sind. Andererseits kennen wir Atemwegserkrankungen in der
Landwirtschaft, vorrangig in der Tierhaltung (bei Rinderhaltern dominiert das Asthma,
bei Schweine- und Geflügelhaltern die obstruktive Bronchitis). Neueste
Studienergebnisse über die Atemwegsgesundheit von Anwohnern der
Intensivtierhaltung zeigen bei diesen eine eingeschränkte Lebensqualität und –
hypothesengenerierend - gewisse Hinweise auf Lungenfunktionseffekte.
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Gesundheitswesen
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