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Die Westtangente - Was wurde erreicht?

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S’BLÄTTLE Nr. 48
März 2010
Seite 48
Die L221, Abschnitt Westtangente (Planfeststellung, Ausschnitt 22.5.2006)
Die Westtangente Was wurde erreicht?
Der 4.Januar 2010 war ein bemerkenswerter Tag für eins
der wichtigsten Zukunftsprojekte der Stadt Konstanz –
fast ist man nach all den Irrungen und Wirrungen um
diese Planung versucht zu sagen – ein historischer Tag und eigentlich hat das so gut wie niemand registriert.
Nein - es war keine Entscheidung zum Thema Konzertund Kongresshaus und nein – es war auch keine Entscheidung zum Klinikum Konstanz oder einem Verbund
mit den Hegau-Bodenseekliniken, wie man anhand der
derzeitigen Medienberichterstattung vermuten könnte.
Vielmehr beendete eine kleine, gemeinsame Vereinbarung zwischen der Stadt Konstanz, dem Land BadenWürttemberg und einer Bürgerinitiative ein jahrelanges
Gezerre, geprägt von Streitigkeiten, Finanzierungssorgen,
unzähligen Verhandlungen, Kompromissen, Ängsten und
großen Hoffnungen für eine im Zusammenwirken mit der
B33 neu, dringend notwendigen Verkehrsentlastung der
leidgeprägten und – erprobten Menschen in Wollmatingen und weit darüber hinaus. Denn genau an diesem
04.01.2010 wurden die Klagen gegen die Westtangente
zurückgenommen.
Ich selbst lebe und arbeite seit über 30 Jahren wohl an
einer der meist befahrenen Straßen in Konstanz, nämlich
an der Radolfzeller Straße. 27.000, in Worten: siebenundzwanzigtausend Fahrzeuge fahren jeden Tag auf dieser Straße, ich wage zu behaupten, dass man da als direkter Anwohner durchaus eine Vorstellung hat, was „Ver
kehrbelastung“ bedeutet. In all den Jahren, die ich nun an
dieser Straße wohne habe ich die Diskussionen um B33
neu, Nordumfahrung und Westtangente verfolgt und habe
mich selbst viele Jahre, wie viele meiner Mitbürger für
eine zwingende Entlastung in Wollmatingen eingesetzt,
sei es als Mitglied einer Bürgergemeinschaft, einer Partei
oder einfach als normaler Bürger. Umso mehr freue ich
mich jetzt, dass dieses Bürger-Engagement „Früchte“
getragen hat, dass die Eichbühler Bürgerinitiative und die
Bürgergemeinschaft Fürstenberg-Wollmatingen es geschafft haben einen tragfähigen Kompromiss zu entwickeln.
Zu danken ist aber auch all denjenigen, egal welcher
politischen Couleur, die uns Wollmatinger auf diesem
„langen Weg“ nach Kräften unterstützt, die sich für diese
verkehrliche Entlastung von Wollmatingen eingesetzt
haben. Aus meiner Sicht sind da sicher auch unsere Abgeordneten in Stuttgart und Berlin zu nennen und da allen
voran Andreas Hoffmann, der es verstanden hat alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, gegenseitiges Verständnis gefördert, alle Betroffenen in „ein Boot“ geholt
und es zudem geschafft hat die Finanzierung zu sichern
bevor es überhaupt eine Planfeststellung gab. Ein großer
Dank geht natürlich auch an die Umweltverbände BUND
und Nabu, die höchst konstruktiv an einer gemeinsamen
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Kompromiss-Lösung mitgewirkt haben, die für sie sicherlich in einigen Punkten nicht leicht zu akzeptieren
war.
Neben aller Freude und Euphorie über die neue Straße,
die man in ihrer Trassenführung nun schon erkennen
kann, gibt es jedoch auch kritische Stimmen, die ein derartig großes Projekt mit mehr als 10 Mio. Euro Baukosten, in seiner Entlastungswirkung im Gegensatz zu den
getroffenen Einschnitten für viel zu gering halten. Doch
ist dies tatsächlich so? Was bringt die Westtangente tatsächlich?
Folgt man den Zahlen der Verkehrsgutachten, so wird die
Westtangente in Verbindung mit der B33 neu wohl eine
Minderung des Verkehrs in Wollmatingen und Umgebung um rund 10.000 Fahrzeuge täglich bringen. Allein
dies ist eine enorme Zahl und wird die Menschen spürbar
von den heute unzumutbaren Verkehrsbelastungen und
Emissionen entlasten. Damit nicht genug, werden natürlich auch andere Ortsteile von Konstanz, wie etwa Allmannsdorf und natürlich auch die Kernstadt selbst, stark
von der Westtangente profitieren. Dies lässt sich insbesondere dann erkennen, wenn man sich die Pläne der
Streckenführungen einmal vor Augen führt. So ist die
Fahrtstrecke über Nordumfahrung/Westtangente und B33
neu die kürzeste Verbindung von den Ortsteilen und den
Bodanrückgemeinden in die Kernstadt. Ein erheblicher
Teil des morgendlichen und abendlichen Staus wird wegfallen und somit die Fahrzeit wesentlich verkürzen. Eine
Durchfahrt durch Allmannsdorf ist nicht mehr zwingend
notwendig. Auch in der Kernstadt werden sich laut Verkehrsgutachten Entlastungen auf Grund der Westtangente
ergeben, die zusätzlich zu den bereits geplanten Maßnahmen den belasteten Anwohnern der Bodanstraße zugute kommen werden.
Doch trotz der großen Wirkung der Westtangente - auch
hier muss man ehrlich bleiben – werden Wollmatingen/Fürstenberg und das Berchengebiet neben der Westtangente noch weitere Entlastungsmaßnahmen benötigen.
So brauchen wir ein leistungsfähiges zukünftiges Verkehrskonzept, welches in Zusammenarbeit mit der Westtangente etc. zusätzlich Entlastungen für alle herbeiführt.
Eine der kritischsten Punkte wird hierbei eine Anbindung
an die Universität sein. Und natürlich muss dieses Konzept bald kommen, da in der Vereinbarung mit der BI
Eichbühl anerkannt und festgeschrieben ist, dass dieses
bis zur Inbetriebnahme der Westtangente konkretisiert
und realisiert werden sollte.
Als Resümee möchte ich festhalten, dass neben der dringenden und zwingend zu erzielenden Entlastung für Konstanz ein weit wichtigerer Punkt durch die Verhandlungen um die Westtangente erreicht wurde. Nämlich, dass
es über alle Partei- und Interessengrenzen hinweg möglich wurde, gemeinsam Ideen und Visionen konstruktiv
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zu diskutieren und so ein gemeinsames Projekt entwickelt
werden konnte. Vielleicht, so würde ich es mir jedenfalls
wünschen, ist da etwas entstanden, das Beispielcharakter
hat, das deutlich macht, dass sich Bürgerengagement
lohnt, dass sich gemeinsam etwas bewegen lässt.
Matthias Heider
(Vorsitzender der Bürgergemeinschaft
Wollmatingen, Stadtrat)
Fürstenberg-
Gelöste Probleme bis zum Bau der Westtangente:
Belange des Naturschutzes:
- Seltene Tierarten, wie Ameisenbläuling und Fledermäuse sind zu schützen:
Ö Änderung der Trassenführung, die Feuchtgebiete
umrundet
Ö Durchlässe auf den Flugrouten der Fledermäuse
Ö Weitere Durchlässe für andere Tierarten, die die
Straße queren
- Weitestgehender Schutz des Naturraumes Wollmatinger Ried
Ö Aufbau einer neuen Grünverbindung ab der Brücke der B33 über die Bahn bis zu den Feuchtgebieten westlich von Wollmatingen
Ö Vollständiger Rückbau der alten L220 zwischen
Nordumfahrung Wollmatingen und der Waldsiedlung Reichenau
Ö Ausweisung weiterer Ausgleichsflächen
Belange der betroffenen Anwohner an der Westtangente:
- Lärmschutzmaßnahmen
Ö Lärmschutzwälle mit 2,50 m Höhe und damit über der gesetzlich geforderten Mindesthöhe
Ö Aufkauf von Grundstücken um diese Maßnahme
gewährleisten zu können
- Verhinderung von Schleichverkehr
Ö Temporeduzierung auf der Kindlebildstraße
Ö Erstellung einer Querungshilfe
Ö Festschreibung maximal zulässigen Verkehrs auf
der Kindlebildstraße
Belange der Bewohner an den Hauptverkehrsstraßen
in Wollmatingen/Fürstenberg:
-
-
Schnellstmögliche Entlastung von 27.000 Fahrzeugen pro Tag
Ö Schnellstmöglicher Bau der Westtangente
Ö Keine Vollsperrung von Straßen mit Verkehrsverlagerung zu Lasten anderer
Erschwerung der Durchfahrt
Ö Ampelanlage von der Einfahrt Wollmatingen
statt Kreisel
Ö Pförtneranlage zur Regelung des Verkehrs
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Noch zu lösende Probleme:
Verkehrskonzept mit weiteren Entlastungen im Zusammenwirken mit der Westtangente
Hauptpunkte u.a. hierbei:
Ö Regelung der Anbindung der Universität
Ö Erschwerung der Ortsdurchfahrt von Wollmatingen
o Schaffung eines Ortskernes mit Begegnungszone
o Temporeduzierung, LKW-Nachtfahrverbot,
Querungshilfen
Trotzdem bleibt die Sorge, die die BAS in diesem Zusammenhang damals geäußert hat (S’Blättle.Nr.33 S.4
„Ein heißes Eisen“), dass auch der Schwerlastverkehr
versucht seine könnte seinen Weg vom Zollhof – B 33 –
über die L 219 - (von und) zur Fähre zu suchen, eine
Entwicklung die dann notfalls mit einem Durchfahrtsverbot (Allmannsdorfer Oberdorf) für den Schwerlastverkehr beantwortet werden müsste. Aber wird nicht jetzt
schon mit „Unkenrufen“ die Hoffnung, die wir ja nach
wie vor mit dem Bau der Westtangente verbinden, belasten – hoffen wir stattdessen, dass dieser Straßenbau
auch Allmannsdorf entlastet, freuen wir uns aber vor
allem mit den Wollmatingern, dass sie nun nach langer
„Leidenszeit“ so etwas wie einen Hoffnungsschimmer
am nicht mehr ganz so fernen Horizont wahrnehmen.
Alexander Gebauer
Informationen
zum Mobilfunk
Drei weitere Beiträge, die uns von Herr Dolak zur
Verfügung gestellt wurden.
Anmerkung der Redaktion:
Beitrag 1 sollte insb. alle Handy-Benutzer interessieren.
Die Westtangente
und das
„Prinzip Hoffnung“
Seit vielen Jahren fordert die BAS den Bau der Westtangente. Am 25.Juli 2001 beschäftigte sich auch eine Mitgliederversammlung mit diesem Thema, zu der wir u. a.
Herrn MdL Andreas Hoffmann eingeladen hatten. Der
damals verantwortliche Planer im „Staatlichen Straßenbauamt“, Herr Gerd Dudenhausen ging davon aus, dass
nur die Realisierung dieser neuen Route, nur durch die
unmittelbare Verknüpfung von Nordumfahrung und
Westtangente genügend Fahrzeuge „eingesammelt“ werden könnten, um eine spürbare Entlastung von Allmannsdorf und seinem Oberdorf zu bewirken. Die Bodanrückgemeinden, u. a. die Dettinger werden nach Fertigstellung der Westtangente, davon kann man immerhin
ausgehen, in der Mehrzahl nicht mehr über Allmannsdorf
Richtung Konstanzer Innenstadt fahren Auch der von der
Schweiz kommende „Mainauverkehr“ wird die Westtangente nutzen.
Beitrag 2 ist eine Darstellung des (nicht genutzten)
Handlungsspielraums der Kommunen hinsichtlich
der Aufstellung von Sendemasten.
Beitrag 3 ist ein Auszug aus der Zeitschrift „Provokant“, eine durchaus einseitige polemische Darstellung der Befürworter Alternativer Technologien zum
Stand der Diskussion und deren Klima.
SAR - Wert und SA - Wert
Die trügerische Sicherheit
Den meisten Handynutzern ist der SAR – Wert bekannt,
jedoch nicht seine Bedeutung. Nur in Normenpapieren,
Rechtsakten der Europäischen Union und einigen Berichten im Internet wird darauf hingewiesen. Die ICNIRP –
Internationale Kommission für nichtionisierende Strahlung – hat den SAR-Wert auf einen Einwirkungszeitraum von 6 Minuten bezogen und nur auf die Wärmeeinwirkung der hochfrequenten Trägerfrequenz. Es
wurde davon ausgegangen, dass das Mobiltelefon nur für
wichtige Mitteilungen und deshalb nicht für einen längeren Zeitraum genutzt wird. Im übrigen beträgt der Wär-
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Seele and Geist
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