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Der Gummidruck – Was ist das?

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Der Gummidruck – Was ist das?
Der Gummidruck ist eine dem Linoldruck
ähnliche Hochdrucktechnik, jedoch gegenüber dem Linolschnitt viel leichter zu bearbeiten.
Die Gummiplatten lassen sich mit den Linolschnittwerkzeugen „so leicht wie Butter
schneiden“.
Pluspunkte für den Gummidruck beim Einsatz im Unterricht
– leicht zu bearbeitendes Material (Gummiplatten)
– geringe Verletzungsgefahr
– rasche und leichte Erlernbarkeit
– Schulung von motorischen Fähigkeiten
und Kreativität
– geeignet schon für den Kunstunterricht
in der Grundschule ab Klasse 3 (einfache Motive), sowie in der Sekundarstufe
(anspruchsvollere Motive, Mehrfarbendruck) und auch für alle weiterführenden
Schulen und den Künstlerbereich
– geringe Materialkosten
– beidseitige Verwendbarkeit des Druckgummis (Printblock)
– problemlose Reproduktion
– zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten
(Bildergalerie im Klassenzimmer, Plakatgestaltung, Programmheft für Schülerveranstaltung, Schülerzeitung, Flyer,
Hefteinband, Album, individuelles Geschenk, Einladung, Karten usw.
– Kennenlernen eines Prozessablaufs
– Handlungsorientierter Unterricht, von
der Planung bis zur Fertigstellung
– Schulung von Konzentration, Präzision
und Sorgfalt
– Kennenlernen eines modernen Druckverfahrens und seiner Möglichkeiten
– Erfolgserlebnisse auch für weniger begabte oder praktisch begabte Schüler
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Materialien, Werkzeuge und Ausrüstung
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Gummiplatten (Printblock)
Linolschnittwerkzeuge
Farbwalze mit Auflegestützen
Glas-, Acrylglas- oder Polystyrolplatte
zum Auswalzen der Druckfarbe
– Druckfarbe
– Arbeitsplatte (vgl. Zeichnung)
– Falzbein für den Handanrieb
Die abgebildete Arbeitsplatte ist eine sehr
nützliche Hilfe für diesen Gummischnitt und
kann ohne große Schwierigkeiten selbst
hergestellt werden.
Als Ausgangsmaterial dient eine Pappelsperrholzplatte 300 x 200 x 8 mm und Holzleisten in der Stärke von 10 x 14 mm.
Die Holzleisten werden mittels Holzleim
und Nägeln rechtwinkelig als Anlegeleisten auf der Sperrholzplatte befestigt (siehe
Abb.). Der rechtwinklige Anschlag verhindert ein Wegrutschen der Druckplatte beim
Schneiden. Eine Holzleiste an der gegenüberliegenden Unterseite der Arbeitsplatte dient zur Arretierung des Brettes an der
Tischkante.
Wenn beim Schneidevorgang die Druckplatte im Anschlagwinkel und die nicht
schneidende Hand sich hinter dem Schnittmesser befinden, ist eine Verletzungsgefahr nahezu ausgeschlossen.
Die Schnittrichtung muss immer von der
haltenden Hand und vom Körper wegführen.
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Schneidewerkzeuge
Die Schneidewerkzeuge haben einen konischen Schaft, der sich leicht in die Aufnahme der Halterung einführen lässt, wodurch
das Werkzeug beim Schneideandruck einen festen Sitz erhält.
Die Schneidewerkzeuge lassen sich gefahrlos durch den Ausstoßer aus dem Griff
drücken.
Den Ausstoßer von unten in den Griff
einführen und auf die Unterlage aufsetzen.
Nun den Griff nach unten drücken, damit
der Ausstoßer das Werkzeug nach oben
herausschieben kann.
Papiere
Ein entscheidender Anteil für gute Druckergebnisse beim Gummidruck hängt von
der Verwendung der richtigen Papiere ab.
Geeignet sind am besten glatte und saugfähige Papiere.
 Glatt, damit die Flächen gleichmäßig bedruckt werden können.
 Saugfähig, damit die wasserlösliche Farbe nicht verwischt.
Für Probedrucke eignet sich das Werkdruckpapier/Saugpost 70 g/qm (ein unbedrucktes Zeitungspapier).
Ideale Papiere für den Handdruck sind
Ingrespapiere 90 g/qm. Diese sind in verschiedenen Farbtönen erhältlich.
Die fünf Werkzeuge bestehen aus:
– Geißfuß, V-Form
– Ziereisen , breite V-Form
– Hohleisen, U-Form, 3 mm
– Hohleisen, breitere U-Form, 4 mm
– Konturenmesser
Die unterschiedlichen Farbtöne können
bereits in die Gesamtgestaltung der Drucke eingeplant werden und dienen als Mittel zur Ausdruckssteigerung.
Weiße Batikpapiere / Japan Seidenpapiere 19 g/qm sind sehr saugfähig und eignen
sich besonders zur Herstellung von Karten
und kleineren Formaten.
Für größere Formate und Mehrfarbendrucke sind naturweiße, etwa 100 g/qm schwere, matte, holzfreie, saugfähige Druckpapiere ohne Oberflächenprägung geeignet.
Es können auch Bildvorlagen, Zeitungsausschnitte, alte Drucke, Probedrucke,
Bildseiten aus Illustrierten etc. überdruckt
werden, sodass diese Hintergrundmotive
als weitere „Bildebenen“ erscheinen.
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Druckfarben
Gerade für Schulen und Freizeiteinrichtungen eignen sich Farben auf Wasserbasis.
Diese Farben besitzen eine gute Deckkraft
und trocknen sehr schnell, wischfest (aber
nicht wasserfest) auf.
Durch Mischen der Farben erhält man sehr
schöne Zwischentöne.
Die Trocknungszeiten lassen sich mit AcrylTrocknungsverzögerern verlängern. Mischt
man etwas Acrylbinder in die Druckfarben,
so trocknen die Farben wasserfester auf.
Die Druckplatten und Walzen lassen sich
mit Wasser sehr gut reinigen.
Ein Überzug mit Fixativ schützt die Druckergebnisse und macht sie ebenfalls unempfindlicher.
Beim Drucken mit Acrylfarben muss etwas
Trockenverzögerer beigemischt werden,
um der schnellen Trocknung entgegenzuwirken.
Die Druckplatte und die Walze sollten nach
dem Druck sofort gereinigt werden. Die Acrylfarben trocknen wasserfest auf. Dies hat
jedoch den Vorteil, dass mit Acrylfarben
bedruckte Bilder nach dem Trocknen koloriert werden können.
Eine sehr interessante Druckmethode ist
der Farbverlaufdruck. Zwei Farben werden
in geringem Abstand aufgetragen und mit
der Ausrollwalze verteilt, sodass in der Mitte ein fließender Übergang entsteht.
Dieser Farbübergang wird jetzt ohne die
Rollrichtung der Walze zu ändern, auf den
Druckstock übertragen.
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