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CT/MRT-Diagnostik bei leichte n Traumen der - IMB-Fachverband

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ORIGINALBEITRÄG E
H . Friedburg
Zusammenfassu r
CT/MRT-Diagnostik bei leichte n
Traumen der Halswirbelsäul e
- was sieht man ?
Bei Beschleunigungsverletzungen de r
Halswirbelsäule Grad 11 sind unfallbedingte Veränderungen der Halswirbelsäule in akut durchgeführte n
Magnetresonanztomographien nur selten nachzuweisen und wenn, sind dies e
hinsichtlich des weiteren klinische n
Verlaufs weitgehend bedeutungslos .
Fixierte translatorisehe und rotatoriseh e
Subluxationen kommen als gelegentliche Komplikation eines Beschleunigungstraumas der Halswirbelsäule vo r
und sind mittels Magnetresonanztomographie oder Computertomographie
nachweisbar . Ohne diagnostischen Wert
ist die funktionelle Magnetresonanztomographie nach Volle ; Begriffe wie
„Tanzender Dens” sind gutachterlich
als nicht relevant zu betrachten. Interligamentäre Asymmetrien kommen außer
intraligamentären Signalanhebungen der
Ligamenta alaria nicht nur bei Unfallverletzten vor und sind daher mit Zurückhaltung zu interpretieren . Gehäuft
findet man bei Unfallopfern nach eine m
Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule eine komplexe Beschwerdesymptomatik, für die eine Hirnstammläsio n
als auslösende Ursache auszuschließen
ist. Eher liegt eine komplexe Störung
der Proprio- und Nozizeption vor . Überproportional häufig kann bei Vorliege n
einer solchen Symptomatik eine sogenannte funktionelle Kopfgelenksstörun g
diagnostiziert werden .
Einleitung/Ausgangslag e
Es sind die scheinbar leichten Beschleunigungsverletzungen der Halswirbelsäule (HWS), die, wenn sie chronisch e
Beschwerden nach sich ziehen, in erheblichem Maße für Unfallopfer und damit
auch für die Versicherungswirtschaft
problematisch werden, was dann häufi g
die Erstellung medizinischer Gutachte n
zufolge hat .
Der jeweilige Gutachter steht dan n
allerdings vor der schwierigen Aufgabe ,
bei der oft komplexen Beschwerdesymptomatik und meist nur unzureichende n
Objektivierbarkeit der Beschwerden ein e
definitive Einschätzung abgeben zu müssen . Konventionelle Röntgenaufnahme n
haben sich bei leichten HWS-Beschleunigungsverletzungen als nicht diagnoserelevant erwiesen, so dass die Frage bleibt, o b
mit hochauflösender Spiral-Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) nicht doch spezifische Befunde erhoben werden können .
CT- und MRT-Untersuchunge n
im Akutstadiu m
Bei entsprechender Symptomatik bzw .
klinischem Befund und auffälliger Morphologie im Bereich des kraniozervikalen
Übergangs in den HWS-Übersichtsaufnahmen bzw . in der transoralen Aufnahme des Dens axis in Sandberg-Technik
kommt der CT bzw . MRT für die Diagnose einer möglichen (translatorischen ode r
rotatorischen) atlanto-okzipitalen bzw.
Anschrift des Verfassers
Dr. med . habil . Hartmut Friedburg
Arzt für Radiologie
Zentrum für Radiologi e
Zeppelinstraße . 2
76185 Karlsruhe
6
Abb . 1 : CT-Untersuchung des kraniozervikalen Überganges nach auffälligem Rönt genbefund in der transoralen Densaufnahm e
mit Nachweis einer fixierten translatorische n
Subluxation im Segment CO/C1 .
atlanto-axialen (Sub)luxation (Abb . 1 )
eine ausschlaggebende Rolle zu .
Für den erstuntersuchenden Arzt is t
es daher wichtig, an einen solchen Verletzungstyp zu denken und ggf. auch in
der Anforderung gezielt danach zu fragen, was leider gelegentlich unterlassen
wird . In solchen Fällen passiert es, das s
die Diagnosestellung unterbleibt bzw.
verschleppt wird . Unter Umständen wird
eine solche Fehlstellung sogar über Jahre hinweg übersehen bzw. trotz erfolgter
Begutachtung nicht erkannt .
Nachweis von Weichteil verletzungen im Akutstadiu m
Aufgrund des aus physikalischen Gründe n
nur geringen Kontrastes zwischen unterschiedlichen Weichteilgeweben in der
Computertomographie ist dieses bildgebende Verfahren für den Nachweis von Ver letzungen des Weichteilmantels der Halswirbelsäule nur wenig geeignet . Wesentlich günstiger gestalten sich die Weichteil -
Schlüsselwörter
Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule — Ligamentum alare zervikozephales Syndrom
— funktionelle Kopfgelenksstörung —
atlanto-axiale Subluxation
kontraste bei der MRT. Allerdings hat sic h
in praxi gezeigt, zuletzt durch eine Multicenter-Studie in der Schweiz, dass positiv e
MRT-Befunde (Abb . 2 a und b) auch in de r
Frühphase einer HWS-Beschleunigungsverletzung nur selten zu erheben sind un d
auch keine signifikante Korrelation zwischen dem Ausmaß der Beschwerden un d
dem MRT-Befund einerseits und zwische n
dem MRT-Befund und einer mögliche n
Chronifizierung der Beschwerden andererseits besteht .
Von August 2005 bis Dezember 200 8
waren im Rahmen der erwähnten Multicenter-Studie mehr als 300 Patiente n
MED SACH 107 1/2011
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Gesundheitswesen
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