close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ebola: Was wäre, wenn? - Grüne Werkstatt Wendland

EinbettenHerunterladen
Lokales
EJZ
Donnerstag, 9. Oktober 2014
3
Ebola: Was wäre, wenn?
Zwischen
Elbe und
Jeetzel
Gesundheitsamt für Ernstfall gerüstet – Amtsarzt: „Beobachten die Situation mit höchster Aufmerksamkeit“
Vor zehn Jahren . . .
. . . legten die Verantwortlichen des neuen Fachmarktzentrums Jeetzelallee in Dannenberg den Grundstein für das
rund drei Millionen Euro teure
Bauvorhaben. Darin sollten unter anderem ein Schuhdiscounter und mehrere Bekleidungsgeschäfte einziehen.
Das Wetter
zwischen Elbe
und Drawehn
Der Wolkennachschub
aus
Südwesten
reißt
nicht
ab, und nass
wird es heute auch wieder,
prog- nostiziert
EJZ-Wettermann
Reinhard Zakrzewski. Schon am Vormittag geht’s mit teils kräftigem Regen aus Südwesten
los. Der Nachmittag wird mit
weniger Regen und vielleicht
noch etwas Sonne in LüchowDannenberg wohl die bessere
Tageshälfte. Ein mäßiger Südbis Südwestwind sorgt für maximal 19 Grad, und auch in der
zumeist trockenen Nacht bleibt
mit es bis zu zwölf Grad sehr lau
für die Jahreszeit. Das Wochenende: zeitweise Regen, wenig
Sonne und mild.
Das Wendland-Wetter vor
einem Jahr: stark bewölkt, Regen, Temperaturen von elf bis 17
Grad.
bp Lüchow. In Frankfurt am
Main wird aktuell der zweite
Ebola-Erkrankte in Deutschland behandelt. Stellt sich die
Frage: Was wäre eigentlich,
wenn jemand in Lüchow-Dannenberg an der oft tödlichen
und hoch ansteckenden Krankheit erkranken würde? Ist das
Gesundheitsamt auf diesen Fall
vorbereitet?
Ja, sagt Dr. Gerhard Wermes, leitender Amtsarzt beim
Gesundheitsamt
Uelzen/
Lüchow-Dannenberg:
„Das
Gesundheitsamt
beobachtet
die Situation mit höchster Aufmerksamkeit.“ Für den Fall des
Auftretens einer Infektion seien
die notwendigen Vorbereitungen getroffen und die Abläufe
festgelegt worden. Das Risiko,
dass Reisende die Krankheit
nach Lüchow-Dannenberg einschleppten, sei zwar gering. „Es
ist aber nicht auszuschließen“,
so Wermes. Schließlich wäre es
nicht unmöglich, dass jemand
sich in Afrika angesteckt hat.
Bis die ersten Symptome auftreten, dauert es laut Robert-KochInstitut „mindestens zwei, meist
jedoch acht bis zehn Tage“. Erst
nach drei Wochen könne man
davon ausgehen, dass nicht
mehr mit einer Erkrankung zu
rechnen sei. Genug Zeit also für
einen Infizierten, um von Afrika
aus nach Lüchow-Dannenberg
zu reisen.
Wermes schätzt allerdings
ein, dass eine „Gefährdung der
Bevölkerung“ nicht bestehe,
„weil es in Deutschland alle
Voraussetzungen zur sicheren
Versorgung Betroffener“ gebe.
Dafür stünden zehn Behand-
Das Gesundheitsamt Uelzen / Lüchow-Dannenberg ist auf einen möglichen Ebola-Fall im Kreisgebiet vorbereitet.
Angeschafft wurde kürzlich etwa ein zweiter Transportbehälter für Laborproben für den Standort Lüchow. Das
Foto zeigt eine Ebola-Schulung am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut.Aufn.: C. Charisius/dpa
lungszentren mit insgesamt
54 Betten und 38 Beatmungsplätzen zur Verfügung. Hinzu
komme eine „hervorragende
Laborinfrastruktur“. Eines der
Labore befinde sich unweit
von Lüchow-Dannenberg, das
Hamburger Bernhard-NochtInstitut.
Doch was passiert, wenn ein
Lüchow-Dannenberger,
der
kürzlich in Afrika gewesen ist
und nun Fieber bekommt, zu
einem Arzt in der Region geht
und dieser den Verdacht hat,
dass es sich bei der Erkrankung
um Ebola handeln könnte?
Zunächst, sagt Wermes, kom-
me es auf die „klinische Erfahrung des erstversorgenden“
Arztes an, um die Verdachtsdiagnose frühzeitig stellen zu
können. Dies sei im Falle von
Ebola nicht ganz einfach, weil
die Symptome – etwa Fieber
– unspezifisch seien und die
Krankheit deshalb anfangs und
ohne Laborbefund schwer von
anderen Krankheitsbildern zu
unterscheiden sei. Gebe es die
Verdachtsdiagnose einer Ebolainfektion, sei „unverzüglich der
zuständige Amtsarzt zu informieren“. So steht es im Gesetz
zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten
DAA-Betreuungsassistentin
Bürgermeister überzeugt sich von der Qualität des Lehrgangs
lr Lüchow. Die Deutsche
Angestellten-Akademie (DAA)
in Lüchow hat erstmals eine
Betreuungsassistentin ausgebildet. „Mit dieser Fortbildung ist
Janina Lamers bestens auf die
fachgerechte Betreuung von
Demenzkranken,
Menschen
mit psychischen Erkrankungen
oder geistigen Behinderungen
vorbereitet“, freut sich Anna
Carmienke,
Standortleiterin
der DAA Lüchow. Sie übergab
Janina Lamers kürzlich ihr Zertifikat, das sie als Lohn für die
mit gut bestandene Abschlussprüfung ihres sechsmonatigen
Lehrgangs erhielt.
„Wertvolle
Fachkraft“
Mit dem Kurs bei der DAA
habe die Lüchowerin Kenntnisse erworben, die „über die üblichen von Betreuungsassistenten
hinausreichen“, betont Gerhard
Bock, Fachdozent für Altenpflege bei der DAA. Sie verfüge
zusätzlich über wichtige Grund-
kenntnisse in der Pflege und
zähle somit in der Region künftig zu den „wertvollen Fachkräften in der Betreuung alter Menschen“, meint Gerhard Bock.
Auf dem Lehrplan für die
neun Teilnehmer standen neben
Beschäftigungsmöglichkeiten
und typischen Alterskrankheiten
beispielsweise
auch
Ernährungslehre, Pflegedokumentation und Rechtskunde.
Außerdem hatten die Lehrgangsteilnehmer eine Fühlwand für Demenzkranke her-
gestellt und sich intensiv mit
dem Thema Tod und Sterben
beschäftigt. Angewendet und
vertieft haben sie die Kenntnisse in mehrwöchigen Praktika
in diversen Pflegeeinrichtungen
der Region. Die acht weiteren
Lüchow-Dannenberger Lehrgangsteilnehmer, ein Mann und
sieben Frauen, werden auf die
bisher erlangten Kenntnisse
weiter aufbauen und im Januar
voraussichtlich ihre Abschlüsse
als Betreuungs- und Pflegeassistenten entgegennehmen. Viele
von ihnen hätten bereits jetzt
„ernst zu nehmende Stellenangebote von ihren Praktikumsbetrieben erhalten und sichern
damit künftig die fachgerechte
Betreuung von alten Menschen
in der Region“, informiert Anna
Carmienke.
Lob vom
Bürgermeister
Zur bestandenen Prüfung gratulierte Anna Carmienke (links), Standortleiterin der DAA Lüchow, Janina Lamers
und überreichte ihr das erlangte Zerifikat.
Begeistert vom Fachkräftenachwuchs zeigte sich Lüchows Bürgermeister Manfred
Liebhaber, der sich bei einem
Besuch des Kurses über Inhalte
und Qualität informierte: „Solche Kräfte werden angesichts
des demografischen Wandels
wirklich gebraucht. Ich bewundere jeden, der sich mit Altenpflege beschäftigt. Man muss
mit dem Herzen dabei sein.“
Das Herzblut besäßen sie wirklich, bestätigten die Teilnehmer.
Sie hätten sich dafür eingesetzt, dass die vom Jobcenter
beziehungsweise der Agentur
für Arbeit geförderte Maßnahme verlängert wird, um zu den
Kenntnissen des Betreuungsassistenten auch noch die eines
Pflegeassistenten zu erwerben.
beim Menschen. Der Amtsarzt
sichtet den Patienten anschließend und verwirft oder bestätigt
die Verdachtsdiagnose.
Tut der Amtsarzt Letzteres,
„steht eine Alarmierungskette
an“. Zuerst stelle der Amtsarzt
Kontakt mit einem zuständigen
Behandlungszentrum her, im
Falle von Lüchow-Dannenberg
das Nocht-Institut, das eine
Sonderisolierstation hat. Während dies geschehe, bleibe der
Patient „unbedingt am Auffindeort“. Wichtig sei es, ihn von
Kontaktpersonen zu separieren.
Untersuchende sollten möglichst ein Infektionsschutzset,
bestehend aus einer Atemmaske, einer Schutzbrille, Handschuhen und einem flüssigkeitsfesten Schutzanzug anziehen.
Das Gesundheitsamt hat solche
Sets vorrätig, Krankenhäuser
ebenfalls, Hausärzten ist die
Entscheidung, solche Sets anzuschaffen, freigestellt.
Wichtig sei es, möglichst bald
Materialien für Laboruntersuchungen – Blut-, Stuhl- oder
Speichelproben – vom Patienten zu entnehmen. Für den
Transport der Proben per Taxi
oder Krankenwagen nach Hamburg stünden in Lüchow zwei
bruchsichere Transportbehältnisse zur Verfügung. „Aufgrund
der aktuellen Entwicklung haben wir ein weiteres Exemplar
dazubekommen“, sagt Wermes.
Den Proben komme eine besondere Bedeutung zu, weil eine
definitive Diagnose im Falle von
Ebola nur anhand von Laborbefunden möglich sei.
Zeitgleich würden das Landesgesundheitsamt, das RobertKoch-Institut, das Europäische
Zentrum für die Prävention
und die Kontrolle von Krankheiten und die Weltgesundheitsorganisation
informiert.
Für den Transport des Erkrankten von Lüchow-Dannenberg
nach Hamburg komme ein
Infektions-Rettungswagen des
Nocht-Instituts in Frage. „Dieser erlaubt eine vollständige
Oberflächendekontamination
der
Fahrzeuginnenbereiche
und eine Filterung der Abluft“,
sagt Wermes. Bleibt zu hoffen,
dass das Fahrzeug innerhalb
Lüchow-Dannenbergs nie zum
Einsatz kommen muss.
Grüne Werkstatt
hofft auf
viele Stimmen
Gesucht: beliebteste „Innovation querfeldein“
lr Lüchow. Die 100 wegweisenden Ideen für die ländlichen
Regionen der Zukunft sind
gefunden – auch die Grüne
Werkstatt Wendland gehört zu
den diesjährigen Preisträgern.
Ab sofort hat jedes der 100 Siegerprojekte die Chance, Publikumssieger 2014 zu werden.
Im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“,
ausgerichtet von der Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank,
ist ganz Deutschland aufgerufen, den beliebtesten Preisträger
zu wählen und online für ihn
abzustimmen. Die Initiatoren
und Mitarbeiter der Grünen
Werkstatt Wendland hoffen,
dass möglichst viele LüchowDannenberger für sie stimmen.
Anerkennung
für wegweisende
Impulse
Die Abstimmung zum Publikumssieger erfolgt in zwei Phasen. Auf den Webseiten www.
ausgezeichnete-orte.de
und
www.deutsche-bank.de/ideen
können Besucher ab sofort bis
zum 19. Oktober täglich eine
Stimme für ihr Lieblingsprojekt
abgeben. In dieser ersten Runde
werden so zunächst zehn Favoriten bestimmt. In der anschließenden zweiten Runde wählt
die bundesweite Öffentlichkeit
auf der Webseite des Medien-
partners „Die Welt“ aus den
zehn Finalisten den Publikumssieger 2014. Der Gewinner wird
im November im Rahmen einer
feierlichen Veranstaltung in den
Türmen der Deutschen Bank in
Frankfurt gewürdigt.
Gefragt waren
Lösungsansätze
Mit dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der
Ideen“ prämieren die Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“
und die Deutsche Bank wegweisende Impulse für den Standort
Deutschland, in diesem Jahr
zu dem Thema: „Innovationen
querfeldein – Ländliche Räume
neu gedacht“. Gefragt waren
Lösungsansätze für ländliche
Regionen aus allen Bereichen
und Regionen Deutschlands.
Seit 2006 wurden im Rahmen
des
Innovationswettbewerbs
bereits mehr als 2 600 Projekte
ausgezeichnet, die Vorbildcharakter haben. Auszeichnung
für Siegerprojekt
am 23. Oktober
Die Preisverleihung an die
Grüne Werkstatt Wendland
findet in deren Büroräumen
in Lüchow am 23. Oktober gemeinsam mit der Verleihung des
Förderpreises „echt Wendland“
statt.
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
7
Dateigröße
1 848 KB
Tags
1/--Seiten
melden