close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

1. TAG Zeugnis durch die Feier des Lebens Was sucht ihr den

EinbettenHerunterladen
1. TAG
Zeugnis durch die Feier des Lebens
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? (Lk 24, 5)
Gen 1, 26-31
Ps 104, 1-24
1 Kor 15, 12-20
Lk 24, 1-5
Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut (31)
Herr, wie zahlreich sind deine Werke (24)
Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist unsere
Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. (14)
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? (5)
Meditation
Unser Weg zur christlichen Einheit ist fest verwurzelt in unserem gemeinsamen Glauben an
die Auferstehung Jesu. Er hat den Tod ein für allemal überwunden. Wenn wir die
Auferstehung Jesu feiern, feiern wir nicht nur das Leben, das Gott uns gegeben hat, sondern
auch das Angebot eines neuen Lebens durch Jesus. Indem wir in dieser Gebetswoche für die
Einheit zusammenfinden, zeigen wir, dass das Leben aller Menschen uns berührt. Auch damit
bezeugen wir unseren gemeinsamen Glauben. Das Leben ist ein Geschenk Gottes und je mehr
wir das Leben feiern und für das Leben eintreten, desto stärker bezeugen wir den, der uns aus
Liebe geschaffen hat.
Die Lesung aus dem Buch Genesis weist uns auf die schöpferische Macht und Kraft Gottes
hin. Es ist diese Macht und Kraft, die dem Apostel Paulus in der Erfahrung des
auferstandenen Jesus begegnet.
Paulus fordert die Menschen in Korinth dazu auf, dem auferstandenen Herrn und seinem
Angebot eines neuen Lebens völlig zu vertrauen.
Der Psalm führt das Thema weiter, indem er die Herrlichkeit der Schöpfung Gottes lobt.
Der Abschnitt aus dem Evangelium fordert uns auf, angesichts der allgegenwärtigen Kultur
des Todes nach einem neuen Leben zu suchen. Das Evangelium ermutigt uns, auf die Kraft
Jesu zu vertrauen und so Leben und Heilung zu erfahren.
Wir danken Gott für alles, was Zeugnis von seiner Liebe ablegt: für die gesamte Schöpfung,
für Brüder und Schwestern überall auf der Welt, für Gemeinschaft in Liebe, für Vergebung
und Heilung und für das ewige Leben.
Gebet
Gott, unser Schöpfer und Erlöser, wir preisen dich für alle, die ihren Glauben mit Worten und
Taten bezeugen. In der Fülle des Lebens, mit all den Erfahrungen, die du uns schenkst,
begegnen wir deiner Liebe. In der gemeinsamen Feier des Lebens bezeugen wir dich, du
Ursprung des Lebens. Dir sei die Ehre!
Fragen zur Vertiefung
1.
Inwieweit wird durch ihr persönliches Zeugnis und durch das Zeugnis ihrer Kirche das
Leben gefeiert?
2.
Wissen andere durch Ihr Zeugnis, dass Christus von den Toten auferstanden ist?
3.
Wo sehen Sie eine geistige Entwicklung in Ihrem Leben?
4.
Wo hängen die Kirchen an „Vergangenem“, das für ein neues ökumenisches
Bewusstsein überwunden werden müsste?
2. TAG
Zeugnis durch das Teilen von Lebensgeschichten
Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? (Lk 24, 17)
Jer 1, 4-8
Ps 98
Apg 14, 21-23
Lk 24, 13-17a
Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen. (7)
Singet dem Herrn ein neues Lied (1)
Sie sprachen den Jüngern Mut zu. (22)
Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
(17)
Meditation
Unsere Lebens- und Glaubensgeschichte mit anderen Menschen zu teilen, ist ein kräftiges
Zeugnis für unseren Glauben an Gott. In der Begegnung mit anderen Menschen können wir
Gott selbst entdecken, wenn wir ihnen respektvoll und aufmerksam zuhören.
Die Lesung aus dem Buch Jeremia beschreibt mit starken Worten die Berufung des
Propheten. Was er selbst gehört hat, soll er mit anderen teilen. So kommt das Wort Gottes zu
den Menschen und bewegt sie.
Auch die ersten Christinnen und Christen haben diesen Ruf zur Verkündigung deutlich
gehört. Die Apostelgeschichte erzählt davon.
Der Psalm, ein begeistertes Loblied, inspiriert uns, Gott zu loben und ihm zu danken.
Mit dem Evangelium wird uns Jesus als der vor Augen gestellt, der unsere Dunkelheit erhellt
und unsere Enttäuschung vertreibt. Er hilft uns, unsere Lebensgeschichte als Teil der großen
Geschichte Gottes zu verstehen.
Indem wir während der Gebetswoche für die Einheit der Christen unsere Glaubensgeschichten
miteinander teilen, begegnen wir Gott in vielfältiger Weise. So gibt er sich uns selbst zu
erkennen.
Moderne Kommunikationsmittel können uns helfen, unsere Geschichten mit Menschen
überall auf der Welt zu teilen. So kann eine weltweite Gemeinschaft entstehen.
Aufmerksames Zuhören führt dazu, dass wir im Glauben und in der Liebe wachsen. Trotz
aller Verschiedenheit sind wir miteinander verbunden in der einen Geschichte der Liebe
Gottes zu uns, die sich in Jesus Christus offenbart.
Gebet
Gott, du Herr der Geschichte, wir danken dir für alle Menschen, die uns ihre
Glaubensgeschichte mitgeteilt und so bezeugt haben, dass du in ihrem Leben gegenwärtig
bist. Wir loben dich für die Vielfalt unserer Lebensgeschichten, als Einzelne und als Kirchen.
In diesen Geschichten sehen wir die Entfaltung der einen Geschichte von Jesus Christus. Gib
uns Mut, den Menschen von unserem Glauben zu erzählen, damit dein Wort alle erreicht.
Fragen zur Vertiefung
1.
Reden Sie wirklich über das Evangelium oder verbreiten Sie nur Gerede?
2.
Wie offen sind Sie oder Ihre Kirche für die Geschichten anderer?
3.
Wie offen teilen Sie mit anderen Ihre Geschichte des Glaubens und geben auf diese
Weise Zeugnis von Gottes Gegenwart in Ihrem eigenen Leben?
4.
Sind Sie sich dessen bewusst, welche großartigen Möglichkeiten die modernen
Kommunikationsmittel den Kirchen heute bieten?
3. Tag
Zeugnis durch Achtsamkeit
Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort
geschehen ist? (Lk 24, 18)
1 Sam 3, 1-10
Ps 23
Apg 8, 26-40
Lk 24, 13-19a
Rede Herr; denn dein Diener hört (9)
Der Herr ist mein Hirte
Philippus verkündete ihm das Evangelium von Jesus (35)
Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in
diesen Tagen dort geschehen ist? (18)
Meditation
Im Glauben zu wachsen ist ein vielschichtiger Weg. Viele Menschen in unserer heutigen Welt
führen ein geschäftiges Leben. Oft haben sie viel Verantwortung und müssen großen Druck
aushalten. Da kann es schnell passieren, dass man im Alltag Gottes heilende Liebe übersieht.
Je mehr Druck wir ausgesetzt sind und je geschäftiger wir uns geben, desto größer ist die
Gefahr, zu übersehen, was doch offen vor uns liegt. Wie die beiden Jünger im Evangelium,
bilden auch wir uns manchmal nur ein, wir würden klar sehen. Wir versuchen, unsere Sicht
des Lebens denen zu erklären, die die volle Wahrheit noch nicht kennen. Heute werden wir
ermutigt, in den überraschenden und unerwarteten Begebenheiten des Lebens mit Gott zu
rechnen.
In unserer Lesung aus dem Alten Testament hören wir, wie Gott Samuel als seinen Zeugen
beruft. Doch bevor Samuel Gott bezeugen kann, muss er auf Gott hören. Das erfordert ein
offenes Wesen und die Bereitschaft, mit Gott zu rechnen.
Diese Offenheit für Gott und sein Wort erleben wir auch bei Philippus und dem Äthiopier,
von denen uns die Apostelgeschichte berichtet. Sie bezeugen ihren Glauben, indem sie im
richtigen Moment das tun, was Gott von ihnen erwartet. Weil sie aufmerksam zuhören,
können sie angemessen reagieren.
Der Psalm vom guten Hirten bringt das ruhige Vertrauen dessen zum Ausdruck, der sich der
liebevollen Fürsorge Gottes bewusst ist. Gott sammelt die Herde und führt sie auf grüne
Weide.
Während dieser Gebetswoche für die Einheit der Christen können wir lernen, mit Gott in
unseren alltäglichen Vorkommnissen und Erfahrungen zu rechnen. Wir treffen Menschen, die
uns vertraut sind und solche, die uns fremd sind. Durch die geistlichen Erfahrungen anderer
bekommen wir eine neue Sicht der Wirklichkeit Gottes. Diese Achtsamkeit für die
Gegenwart Gottes fordert uns heraus, für die Einheit der Christen zu arbeiten.
Gebet
Herr Jesus, du bist der gute Hirte. Du führst uns zusammen und bist bei uns in unserem
alltäglichen Leben. Wir bitten dich, lass uns achtsam werden für alles, was du für uns tust.
Lass uns auch für die unerwartete Begegnung mit dir offen sein. Mache uns zu einer Herde.
Fragen zur Vertiefung
1.
Wann sind Sie sich der Gegenwart Gottes in Ihrem Leben bewusst geworden?
2.
Sind Sie sich der globalen Ereignisse bewusst, von denen die Menschen bewegt
werden (Feiern, Tragödien, etc.), und wie könnten unsere Kirchen darauf angemessen
reagieren?
3.
Halten Sie es für ausreichend, achtsam zu sein für die Gegenwart Gottes, oder braucht
es mehr, um Zeugnis Ihres Glaubens abzulegen?
4.
Sind Sie offen für Gott, auch wenn die Erfahrung seiner Gegenwart nicht Ihren
Erwartungen entspricht?
4. Tag
Zeugnis durch die Feier des Glaubenserbes
Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazareth (Lk 24, 19)
Dtn 6, 3-9
Ps 34
Apg 4, 32-35
Lk 24, 17-21
Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig (4)
Ich will den Herrn allezeit preisen (2)
Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele (32)
Wir aber hatten gehofft… (21)
Meditation
Es gibt zahlreiche Männer und Frauen, die mit ihren Gebeten, ihrem Zeugnis und ihrem
Gottesdienst den Glauben an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben haben. Wir alle
sind den Menschen zu großem Dank verpflichtet, die mit ihrem Glauben die Grundlage für
unser christliches Leben gelegt haben.
Schottland ist mit einem wunderbaren christlichen Erbe gesegnet. Dort gab es im 4. Jhd. den
heiligen Ninian, im 6. Jhd. den heiligen Colomban und zahlreiche keltische Heilige, deren
Glaube verwurzelt war in der Liebe Gottes und in der Bewunderung seiner Schöpfung . Der
Glaube der Schotten hat auch eine sehr wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Reformation
im 16. Jhd. gespielt Auch dieses Glaubenserbe haben die Schotten treu bewahrt.
Die Lesungen dieses Tages machen deutlich, wie wichtig die Gemeinschaft der Glaubenden
für die Verbreitung des Wortes Gottes ist.
Mit dem Text aus dem Buch Deuteronomium haben wir ein Grunddokument jüdischen
Glaubens vor uns. Täglich haben unsere jüdischen Glaubensvorfahren Gott mit diesen Worten
gelobt. Jüdische Fromme tun es bis heute.
Der Psalm lädt uns ein, das Erbe unseres Glaubens durch Lobpreis zu bezeugen. Durch
Rühmen und Danken sollen wir unseren Glauben bekennen.
Der Abschnitt aus der Apostelgeschichte zeigt eine Gemeinschaft, die im Glauben und in der
Nächstenliebe vereint ist.
Das Evangelium für heute zeigt uns Jesus aus Nazareth als die Mitte unseres Glaubenserbes.
Wenn wir uns in dieser Woche mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern im Gebet
vereinen, nehmen wir die reiche Vielfalt und die Unterschiedlichkeit unseres christlichen
Erbes auf. Wir bitten darum, dass wir uns unseres gemeinsamen Erbes immer mehr bewusst
werden, einander dadurch noch näher kommen und miteinander im Glauben wachsen.
Gebet
Gott, unser Herr, wir danken dir für alle Menschen und Gemeinschaften, die uns die frohe
Botschaft weitergegeben und damit unserem Glauben eine feste Grundlage gegeben haben.
Lass uns gemeinsam Zeugnis unseres Glaubens ablegen. Ermutige alle, die dich nicht kennen,
der Wahrheit des Heils zu vertrauen, das du in Jesus Christus für alle Menschen bereit hältst.
Fragen zur Vertiefung
1.
Durch welche Menschen wurden Sie für den Glauben begeistert?
2.
Durch welche Aspekte des Glaubens werden Sie in Ihrem täglichen Leben inspiriert?
3.
Was sind für Sie für die wichtigsten Aussagen, die Ihnen übermittelt wurden?
4.
Wie können Sie erkennen, dass Sie Gottes Werkzeug bei der Weitergabe des Glaubens
an künftige Generationen sind?
5. Tag
Zeugnis im Leiden
Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? (Lk 24, 26)
Jes 50, 5-9
Ps 124
Röm 8, 35-39
Lk 24, 25-27
Er, der mich freispricht, ist nahe (8)
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn (8)
Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist
(39)
Und er legte ihnen dar …. was in der gesamten Schrift über ihn
geschrieben steht (27)
Meditation
Durch zwei schreckliche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit stand Schottland plötzlich im
Mittelpunkt des weltweiten Medieninteresses. Unschuldige hatten unter entsetzlichen
Umständen den Tod gefunden. Das Attentat auf ein Flugzeug über Lockerbie (21.12.1988)
und das Massaker an den Kindern der Schule von Dunblane (13.03.1996) werden nicht nur in
Schottland unvergessen bleiben. Diese beiden Ereignisse haben unzähligen Menschen Leid
und unermesslichen Kummer zugefügt und Menschen überall auf der Welt tief berührt.
Der Prophet Jesaja spricht in dem Textabschnitt für den heutigen Tag mit Nachdruck von der
Wirklichkeit des Leidens. Er erinnert uns daran, dass Gott sich niemals damit abfindet, die
Menschheit leiden zu sehen.
Der Psalm verkündet das notwendige Vertrauen des Glaubenden zu seinem Erlöser.
Der Römerbrief spricht von der Gewissheit, dass die Liebe immer die stärkste Macht ist, und
dass Schmerz und Leid niemals die Oberhand behalten. Denn bevor Christus der Welt die
Auferstehung geschenkt hat, hat er sich auf einen grausamen Todeskampf eingelassen und
war in der Dunkelheit des Grabes gefangen. Er ist uns in allem gleich geworden, bis hinein in
unsere schlimmsten Erniedrigungen.
Im Christinnen und Christen bekennen, dass die Liebe stärker ist als der Tod, bezeugen Sie
Solidarität mit allen, die leiden. Nach der äußersten Erniedrigung des Grabes war die
Auferstehung für die Menschheit wie eine neue Sonne; wie eine strahlende Ankündigung des
Lebens, der Vergebung und der Unsterblichkeit.
Gebet
Gott, unser Vater, du schaust voller Mitgefühl auf uns, die wir in Elend, Leid, Sünde und Tod
leben. Wir bitten dich um Vergebung, um Heilung, um Stärkung und Halt im Unglück.
Wir sind dir dankbar für die Menschen, die dein Licht auch im Kummer wahrnehmen.
Lass uns durch deinen göttlichen Geist die Weite deines Mitgefühls erkennen, damit auch wir
uns mit unseren Schwestern und Brüdern in Not solidarisch erklären. Lass uns in der Einheit
aller Christen den Sieg deines Sohnes, der in Ewigkeit lebt, der ganzen Welt verkünden und
ihn mit ihr teilen.
Fragen zur Vertiefung
1.
Wie können Sie Menschen Ihr Mitgefühl zeigen, die leiden und die in Not sind?
2.
Gibt es Einsichten und Erkenntnisse, die Sie der Erfahrung persönlichen Leides
verdanken?
3.
Wie leben Sie Solidarität mit den vielen Menschen, die an Armut und Unterdrückung
leiden?
4.
Wie werden die Barmherzigkeit Gottes und die Hoffnung, die Sie aus dem Tod und
der Auferstehung Christi schöpfen, in Ihrem Leben konkret?
6. Tag
Zeugnis durch Treue zur Schrift
Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der
Schrift erschloss? (Lk 24,32)
Jes 55, 10-11
Ps 119, 17-40
2 Tim 3, 14-17
Lk 24, 28-35
Das Wort, das meinen Mund verlässt, kehrt nicht leer zu mir zurück
(11)
Öffne mir die Augen für das Wunderbare an deiner Weisung! (18)
Jede Schrift von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich (16)
Jesus erschloss seinen Jüngern die Schrift (32)
Meditation
Christen begegnen Gottes Wort im Lesen der Heiligen Schrift und in der Feier der
Sakramente. Voller Vertrauen, dass Gott zu ihnen redet, hören Christen mit offenen Herzen
und Sinnen auf die Heilige Schrift. Jesus versprach seinen Jüngern den Heiligen Geist, damit
sie das Wort Gottes verstehen und er sie in die Wahrheit führe.
Historisch gesehen gingen die Christen beim Lesen und Verstehen des Wortes Gottes ganz
unterschiedliche Wege. Oft gebrauchten sie die Bibel mehr, um die Verschiedenheit ihrer
Meinungen zu betonen, als um Wege der Versöhnung zu finden. Seit längerer Zeit dürfen wir
erleben, dass die Heilige Schrift uns Christen einander näher bringt. Das gemeinsame
Studium der Bibel ist zu einem sehr wichtigen Mittel der Einheit der Christen geworden. Der
christliche Weg, den wir während dieser Gebetswoche für die Einheit der Christen
miteinander gehen, ist fest verwurzelt im gemeinsamen Hören auf Gottes Wort. Gemeinsam
versuchen wir es zu verstehen und zu leben.
Der Prophet Jesaja erinnert uns, dass das kraftvoll verkündigte Wort Gottes tatsächlich
wirksam und gültig ist. Es wird nicht leer zu Gott zurückkehren, sondern bewirken, was er
will. Diese Botschaft wird in den Worten wiederholt, die an Timotheus gerichtet sind. Er wird
ermutigt, der Schrift zu vertrauen, durch die die Gläubigen zu allen guten Werken bewegt
werden.
Unser Psalm lobt Gottes Wort und seine Weisungen und bittet Gott, er möge uns helfen, sein
Heiliges Gesetz in unserem Herzen zu bewahren.
Während der Gebetswoche für die Einheit der Christen bitten wir darum, dass alle Christen
noch tiefer eindringen können in das Mysterium von Gottes wunderbarer Offenbarung, wie
sie uns die Heilige Schrift übermittelt. Wir bitten den Heiligen Geist um ein besseres
Verständnis von Gottes Wort. Wir flehen ihn an, uns auf unserem gemeinsamen Glaubensweg
zu leiten, bis wir alle um den einen Tisch des Herrn vereint sein werden.
Gebet
Gott, wir preisen und wir loben dich für dein rettendes Wort. Wir danken dir für die Heilige
Schrift. Wir danken dir auch für die Schwestern und Brüder, mit denen wir dein Wort teilen.
Gemeinsam entdecken wir den Überfluss deiner Liebe. Wir bitten um das Licht des Heiligen
Geistes, damit er uns führe und leite bei unserer Suche nach größerer Einheit.
Fragen zur Vertiefung
1.
Welche Texte der Schrift sind Ihnen persönlich am wichtigsten?
2.
Wer oder was lässt Ihr Herz vor Leidenschaft für das Evangelium
brennen und erweckt in Ihnen den Wunsch, Zeugnis von Christus abzulegen?
3.
Durch welche Texte der Schrift konnten Sie das Zeugnis anderer Christen besser
verstehen?
4.
Wie könnten unsere Kirchen in ihrem täglichen Leben und Gebet die Schrift
wirkungsvoller nutzen?
7. Tag
Zeugnis durch Hoffnung und Vertrauen
Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
(Lk 24,38)
Ijob 19, 23-27
Ps 63
Apg 3, 1-10
Lk 24, 36-40
Ich werde Gott schauen (26)
Meine Seele dürstet nach dir (2)
Doch was ich habe, das gebe ich dir (6)
Die Jünger erschraken und hatten große Angst (37)
Meditation
Es gibt kein Leben im Glauben ohne Momente des Zweifels. Wenn im gemeinsamen
Gottesdienst die Gegenwart des auferstandenen Christus nicht erlebt wird, können die
Zweifel leicht größer werden.
Uns auf die Gegenwart Gottes zu verlassen, auch wenn wir ihn weder sehen noch hören
können, ist die Herausforderung unseres Glaubens. Indem er uns Hoffnung und Vertrauen
schenkt, überbietet unser Glauben unsere eigenen Möglichkeiten.
In Hiob sehen wir einen Menschen, der schweren Prüfungen und Leiden ausgesetzt war, und
der sogar mit Gott gestritten hatte. Trotzdem war er voller Glauben und Hoffnung, dass Gott
an seiner Seite bleiben würde.
Dieses Vertrauen und diese Überzeugung zeigen sich auch darin, wie Petrus und Johannes
einen Gelähmten geheilt haben, wie uns in der Apostelgeschichte berichtet wird. Für alle, die
dabei waren, wurde ihr Glaube zu einem kraftvollen Zeugnis.
Unser heutiger Psalm drückt unser großes Verlangen nach Gottes unverbrüchlicher Liebe
aus.
In dieser Gebetswoche für die Einheit der Christen wollen wir gemeinsam im Glauben, in der
Liebe und in der Hoffnung wachsen. Wir geben Zeugnis von Gottes unerschütterlicher Liebe
und von seiner Treue zu der einen Kirche, zu der wir alle berufen sind.
Je mehr wir Gott gemeinsam bezeugen, desto mehr wird unsere Botschaft bewirken.
Gebet
Gott der Hoffnung, schenke uns immer neu die Vision der einen Kirche und die Kraft, für die
Einheit zu arbeiten. Überwinde unsere Zweifel. Lass unseren Glauben an deine Gegenwart
wachsen, damit alle, die dich bekennen, dich gemeinsam anbeten im Geist und in der
Wahrheit. Wir beten besonders für jene, die gerade jetzt zweifeln, oder die im Schatten von
Gefahr und Angst leben. Sei bei ihnen und lasse sie deine tröstende Gegenwart spüren.
Fragen zur Vertiefung
1.
Wie gehen Sie mit Ihren eigenen Ängsten und Zweifeln um?
2.
Könnte es sein, dass Ihr Verhalten in Anderen Furcht und Ängste auslöst?
3.
Wann haben Sie sich Ihrer eigenen Furcht und Ihren Ängsten gestellt und durch deren
Überwindung ein Zeugnis Ihres Glaubens an Christus abgelegt?
4.
Wie können sich christliche Gemeinschaften gegenseitig im Glauben und in der
Hoffnung stärken?
8. Tag
Zeugnis durch Gastfreundschaft
Habt ihr etwas zu essen hier? (Lk 24, 41)
Gen 18, 1-8
Ps 146
Röm 14, 17-19
Lk 24, 41-48
Ich will einen Bissen Brot holen und ihr könnt dann nach einer
kleinen Stärkung weitergehen (5)
Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er
Brot (7)
Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau
der Gemeinde beiträgt (19)
Darauf öffnete er ihnen die Augen zum Verständnis der Schrift (45)
Meditation
Moderne Medien und elektronische Kommunikation haben uns alle zu Nachbarn auf einem
kleinen und überfüllten Planeten gemacht. Wie schon zu Zeiten des Lukas sind viele Menschen
gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. In fremden Ländern suchen sie ein besseres und sicheres
Leben. Ihre Religion und Kultur bringen sie mit - auch zu uns. Zur Gebetswoche für die Einheit
der Christen kommen wir aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften zusammen. Ein
wesentliches Kennzeichen der Gebetswoche ist die Gastfreundschaft und der geschwisterliche
Umgang miteinander. Gastfreundschaft anbieten und annehmen, dazu fordert uns Christus auf;
besonders im Umgang mit Fremden, die zu Nachbarn geworden sind. Denn eines ist sicher:
Wenn wir Christus nicht im Anderen sehen, werden wir ihn nirgendwo sehen.
Im Buch Genesis wird uns erzählt, wie Gott selbst bei Abraham einkehrt, indem dieser Fremden
sein Haus öffnet und ihnen die Gastfreundschaft anbietet.
Gott, der alles erschaffen hat, steht auch dem Gefangenen, dem Blinden und dem Fremden bei;
unser Psalm lobt Gott für alles, was er Gutes an uns getan hat und für seine ewige Treue.
Das Reich Gottes kommt durch Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist zu uns.
Daran erinnert uns der Abschnitt aus dem Römerbrief.
Der auferstandene Christus sammelt seine Jünger um sich. Er isst mit ihnen - und daran
erkennen sie ihn wieder. Er legt ihnen die Schrift aus. Nun begreifen sie, was sie bis dahin nicht
verstanden haben: Warum er sterben und auferstehen musste. So befreit er sie von ihren Zweifeln
und Ängsten. Dann sendet er sie aus, um das alles zu bezeugen. Indem er ihnen begegnet,
empfangen sie seinen Frieden - jenen Frieden der Gerechtigkeit für die Unterdrückten, der
Versorgung der Hungrigen und der gegenseitigen Auferbauung - Gaben der neuen Welt der
Auferstehung. Durch die ganze Geschichte hindurch haben Christen den auferstandenen Herrn
auf zweierlei Weise erfahren: Indem sie anderen im Glauben dienten und indem sie den Dienst
anderer im Glauben angenommen haben. So können auch wir Christus begegnen, wenn wir unser
Leben und unsere Gaben miteinander teilen.
Gebet
Gott der Liebe, du hast uns in Christus deine Gastfreundschaft gezeigt. Wir erkennen, dass wir
dir begegnen, wenn wir unsere Gaben mit allen teilen. Lass uns eins werden auf unserem
gemeinsamen Weg. Hilf uns, dich im anderen zu erkennen. Wenn wir Fremde in deinem Namen
willkommen heißen, werden wir zu Zeugen deiner Gastfreundschaft und deiner Gerechtigkeit.
Fragen zur Vertiefung
1.
Wie gastfreundlich ist Ihr Land gegenüber Fremden?
2.
Wie finden Fremde in Ihrer eigenen Nachbarschaft Gastfreundschaft und Lebensraum?
3.
Wie könnten Sie denen gegenüber Ihre Dankbarkeit zeigen, die Ihnen Gastfreundschaft
erwiesen haben, indem sie einfach für Sie da waren?
4.
Auf welche Weise zeigt uns das Kreuz, dass Gottes Gastfreundschaft sich in völliger
Selbstaufgabe verwirklicht?
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
9
Dateigröße
69 KB
Tags
1/--Seiten
melden