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D A WAR WAS LOS… - theater im container

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D A WA R WA S LO S …
Wenn Manager sich demaskieren
„Kampfgesellschaft“ im Theater im Container in Telfs
(mek) Freilich, die da oben können es sich richten. Doch was
passiert, wenn dieses „Es sich richten können“ nicht mehr funktioniert? Mit der österreichischen Erstaufführung von „Kampfgesellschaft“ zeigt das Telfer Theater im Container vor dem
Hintergrund der Eurokrise eine Milieustudie aus dem Spitzenmanagement.
Die TänzerInnen der Ballettklasse Fontainbleu eröffneten den Orchesterball der
Musikschule Telfs. Fotos: Musikschule Region Telfs
(RS) Am Freitag ging der Orchesterball der Musikschule
Region Telfs über die Bühne. Zu
den Klängen des Donauwalzers,
gespielt vom Ballorchester der
Musikschule, eröffnete die Ballettklasse Fontainbleu den heurigen
Orchesterball.
Zuerst spielte des Ballorchester
unter der Leitung von Stefan Laube bekannte Walzer und Polkas,
dann konnten die Besucherinnen
und Besucher zu den flotten Stücken der Tanzlmusik das Tanzbein
schwingen. Danach unterhielten
die Torpedos NG im Großen Telfer
Rathaussaal. Jazzfreunde kamen
im Kleinen Rathaussaal voll auf
ihre Rechnung: Stefan Oberthanner bzw. Christian Tabakov, Frajo
Köhle und Mark Maier „jammten"
vom Feinsten. Um Mitternacht
gab es heiße Rhythmen vom Panergy steeldrumorchestra.
Peter Martischnig am Chronikstand.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Noch an zwei Wochenenden spielt das „Theater im Container“ (TIC) das Stück
„Kampfgesellschaft“. Foto: Bozeva-Olson
Musikschuldirektor Oliver Felipe Armas und Freundin Maria Strolz amüsierten sich prächtig.
Stefan Laube dirigierte das Ballorchester.
Die feine Abendgesellschaft, zu
der Big Boss seine potenziellen
Nachfolger geladen hat, wird zum
Showdown privater Auseinandersetzungen. Da wird im Zweifelsfall
das Bloßstellen zum Überlebensprogramm und die Herren Spitzenmanager schrecken auch nicht
davor zurück, intime Verbindungen
und Verwicklungen als Waffe einzusetzen; auch um den Preis der Demaskierung und der Offenbarung
ihrer Kleingeistigkeit. „Kampfgesellschaft“, aus der Feder des Österreichers Peter Truschner, zeigt
Mechanismen, Abgründe und Wertehaltungen auf, die der scheinbare
Motor für Erfolg sind und genau
deshalb in persönliche Abgründe
führen. Bernhard Moritz lässt in
seiner Inszenierung Raum für Komik und Entfaltung und schafft
damit Raum, die Zerbrechlichkeit
und die Tragik, die hinter den Fassaden steckten, erträglich und somit
anschaulich zu machen. Johannes
F. Heiß als Richard, zeigt einen
souveränen, selbstreflektierten Vorstandsvorsitzenden, dessen Tage
allerdings abgelaufen sind und der
mit seiner Managementphilosophie
erkennen muss, dass er nicht mehr
in die Zeit passt. Katja Volgger als
Karo wirkt in überzeugender Weise
als genervte Gastgeberin und schafft
dadurch einen wohltuenden Gegenpol zu Sabine Brlozanovic, die als
quirlig-überdrehte Doro, die in ihrer komödiantenhaften Darstellung
dem Tragischen der Rolle Wirkung
verleiht. Andrea Zimmermann als
absolut nicht in diese Gesellschaft
passende Bea ergänzt das weibliche
Trio und trifft mit ihrer Darstellung
der naiv, simpel gestrickten Bea
treffend ihren Platz in dieser deplatzierten Abendgesellschaft. Manfred
Brötz überzeugt als unsympathischer Aufsteiger ebenso wie in den
berührenden Sequenzen. Dieter Seelos zeigt am Beginn des Stücks einen
zurückhaltenden Konkurrenten und
überrascht dann durch seine kühle
berechnende Darstellung. Bühnenbildner Hannes Schlack unterstützte
mit seinem großteils schwarz-weiß
gehaltenen Bühnenbild, das strategisch-schachbretthafte dieser Abendgesellschaft. Silvia Fritz (Kostüm)
und Brigitte Gurtner (Maske) gelang
es, Uninformiertheit und Maskenhaftes dieser Managerkaste und ihrer
Frauen wunderbar auf die Bühne zu
stellen.
PUBLIKUMSSTIMMEN. „Eine
tolle Gesamtleistung, die sich sehen
lassen kann.“ „Das Niveau ist enorm
und zeigt, dass modernes Theater in
der Region machbar ist.“ „Es bleibt
zu hoffen, dass TIC auch weiterhin
mit derartigen Stücken zum Kulturleben der Region beiträgt.“ „Ich finde es beeindruckend, diesen schwierigen Text und diesen heiklen Stoff
so hochwertig auf die Bühne zu bringen.“ Die österreichische Erstaufführung von „Kampfgesellschaft“ wird
noch an folgenden Terminen im
Sportzentrum Telfs gezeigt: 3. /4. 9.,
10. und 11. Februar. Beginn jeweils
um 20 Uhr. Kartenbestellungen
unter www.theater-im-container.at
oder unter 0676/571 8075.
RUNDSCHAU Seite 33
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