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Ganz schön was los rund um den Dom - Domradio

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Nummer 22 · 29. Mai 2011
GL
Bistumsfest
Splitter
Kardinal zum Anknuspern
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Nummer 22 · 29. Mai 2011 Ganz schön was los rund um den Dom
Splitter
Marke Lehmann – kein Muster ohne Wert
Ein lebendiges und fröhliches Bistum feiert – Tausende kommen in Mainz zusammen
Von Christian Burger, Anja Weiffen
und Maria Weißenberger Der Gipfel der Versuchung. „Kardinals-Lebkuchen... Ein
leckeres Karlchen zum Anbeißen!“ Heute gibt es die
Odenwälder Spezialität direkt auf dem Marktplatz – und
der Verkäufer: ein Marktschreier vom Feinsten. Rundum
ein süßes Angebot. (cb)
Sozialbischof Ketteler „feiert mit“
Wilhelm Emmanuel
von Kettteler „schaut“
am Stand des Mainzer Ketteler-Kollegs
dem Treiben auf dem
Bistumsfest zu. „Die
Zeichnung entstand
in einer Projektwoche
zum 200. Geburtstag
von Ketteler und zum
60-jährigen Bestehen
des Kollegs“, erzählt
Dr. Rolf-J. Renard (Foto), Leiter des Abendgymnasiums. (wei)
„Natürlich steht dieses Bistumsfest im Zusammenhang
mit dem 75. Geburtstag unseres
Kardinals“, sagt Generalvikar
Dietmar Giebelmann bei der
Begrüßung. Und obwohl Karl
Lehmann am Ende des Gottesdienstes befindet, „Schluss jetzt
mit dem persönlichen Fest“:
Tausende von Menschen rund
um den Mainzer Dom feiern
ihren Bischof.
Zwei Glückwunschbücher liegen
auf dem Festgelände aus, an manchen Ständen entstehen größere
„Gemeinschaftswerke“ mit Bildern
und Grüßen zum 75. Geburtstag
des Kardinals; vor blauem Himmel
Gestapelt, gewirbelt und jongliert
Von vielen Kinderhänden gemalt –
ein Bild für den Kardinal am Stand der
Katholischen Jugendzentrale MainzSüd Die Akrobatinnen der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim beeindrucken nicht nur mit ihren Turnkünsten. Die
Mädchen jonglieren, wirbeln Diabolos durch die Luft und
lassen Teller kreisen. Thomas Graschtat, Mitglied der
Schulseelsorge, leitet die Akrobatikvorstellung und gibt
hier und da Hilfestellungen. Zum glanzvollen Abschluss
stapeln sich die Akrobatinnen zu einer Pyramide auf. (cb)
Gemeinschaftssinn beim Menschenkicker
und dem Dom im Hintergrund
kann sich am Stand der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der
Mitarbeitervertretungen jeder mit
dem (aufs Foto gebannten) Kardinal ablichten lassen. Und an der
„Ansprech-Bar“ der Medienabteilungen des Bischöflichen Ordinariats verkauft sich – wen wundert’s
– der „Kardinals-Mix“ am besten.
„Wir sind dankbar, dass Sie unser Bischof sind und bleiben“: Mit
diesem Satz am Ende des Gottesdienstes hat Dietmar Giebelmann
offensichtlich vielen aus der Seele
gesprochen. Aber bei allem Geburtstagsjubel und -trubel bleibt
auch nicht verborgen, was der Generalvikar dem Kardinal außerdem
versichert hat: „Sie sind der Bischof
eines lebendigen und fröhlichen
Bistums. Eines Bistums, in dem der
Glaube ganz viele verschiedene
Früchte trägt, eines Bistums, in
dem es viele Talente und Farben
gibt, viele Projekte und ganz viel
Engagement.“ An mehr als 140
Ständen präsentieren Gemeinden,
Dekanate und Einrichtungen, Verbände und Schulen aus allen Regionen des Bistums, was sie zu bieten haben.
Fest im Sattel:
Weihbischof
Werner Guballa
am Stand der
Polizeiseelsorge.
Das Zweirad der
Ordnungshüter
sei vor allem
bei Kinder gut
angekommen,
sagte Thomas
Berg, Polizei-
oberkommissar
und Mitglied
im Beirat der
Polizeiseelsorge
Rheinhessen
am Ende des
Festtags.
Fotos: Christian
Burger (5), Daniela Tratschitt (10),
Anja Weiffen,
(6) Maria Weißenberger (1)
Wenn es dem Leib gut geht,
kommt der Geist auf Ideen
Mit Leckereien von der Suppe
über die Pilzpfanne und die „katholische Bratwurst“ bis zu Kuchen,
Crêpes und Waffeln setzen hauptund ehrenamtliche Mitarbeiter unmissverständliche Zeichen, dass
dem „leiblichen Wohl“ in der Kirche
immer zu seinem Recht verholfen
wird. Umso besser gelingt es dann
dem Geist, kreativ zu werden,
Ideen auszuhecken, zu begeistern
und sich begeistern zu lassen. Für
die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat
etwa, der im Herbst neu gewählt
wird. Für den Einsatz der Betriebsseelsorge und der Katholischen
Arbeitnehmer-Bewegung KAB, die
mit ihrer Aktion an den 200.
Geburtstag des Mainzer Sozialbischofs Wilhelm Emmanuel von
Ketteler erinnern, der bis heute
das soziale Engagement der Kirche
prägt – da ist die Prägung einer
Ketteler-Gedenkmünze am Stand
das passende Zeichen.
Nicht nur sie wird manchen zu
Hause noch an das Bistumsfest
erinnern: Feine Marmeladen, Obstessige oder mariniertes Gemüse des
Ausbildungsrestaurants „Ina“ der
Initiative Arbeit können die Besucher ebenso mit nach Hause nehmen wie etwa das neue Buch „Kleiner Wegbegleiter zu Gelegenheiten
des Glaubens und Lebens“ oder das
neue Bistumsquartett, das sich als
Verkaufsschlager entpuppt.
Wer es zwischendurch etwas
besinnlicher mag, geht in den Dom,
gönnt sich einige Minuten oder
eine halbe Stunde des geistlichmusikalischen Programms, das
Domorganist Daniel Beckmann
und Domkantor Karsten Storck
gestalten, aber auch Kirchen- und
Zur sache
Lehmann hätte
gern alle besucht
Sie schmückten das Bistumsfest in allen Farben, die bunten Ballons der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Katja Kraus vom Diözesanausschuss aus
Groß-Zimmern verteilte sie eifrig vor dem KjG-Stand.
Schulchöre aus dem Bistum wirken
dabei mit. Wer die Stille sucht, ist
von den Ordensgemeinschaften in
die Quintinskirche eingeladen.
Pausenlos Unterhaltung
auf zwei Bühnen
Im Kontrast dazu gibt es auf den
beiden Bühnen pausenlos Unterhaltung, von Hildegard Bachmann
und „Obermessdiener“ Andreas
Schmitt moderiert. Da wird getanzt
und gesungen, gezaubert und geturnt, da zeigen Große und Kleine,
Ältere und Junge ihre vielfältigen
Talente und freuen sich über den
begeisterten Applaus des Publikums.
Und plötzlich verdutzte Gesichter, als es aus dem Megafon
eines Pfadfinders schallt: „An alle
die dabei sein wollen. Um 13 Uhr
auf dem Marktplatz. Am besten mit
einem Schirm.“ Die Fragezeichen
stehen vielen ins Gesicht geschrie-
„Präsentiert den Schirm... In die Knie...“ Viele Besucher ließen sich vom „Flashmob“ der Jugend mitreißen und trällerten vergnügt: „I’m singing in the rain“.
„Wir dürfen die Botschaft nicht
für uns behalten“, sagte Kardinal Karl Lehmann in der Vesper,
die das Bistumsfest abschloss.
Er bezog sich auf die Bibelstelle
Matthäus 28, 16-20, die erzählt,
wie die Jünger Jesus auf einem
Berg begegnen und er sie aussendet. Dort heißt es: „Darum geht
zu allen Völkern und macht alle
Menschen zu meinen Jüngern“,
und „Ich bin bei euch alle Tage
bis zur Vollendung der Welt“.
Lehmann wies auf das Wort
„alle“ hin, das in den wenigen
Zeilen gleich vier Mal geschrieben steht. Der Bischof betonte:
„Christus ist immer mit uns, auch
an diesem Tag.“
Die Vesper nutzte Lehmann,
um ein „herzliches Vergelt’s Gott“
für das Bistumsfest auszusprechen. „Ich bedauere, dass ich
nicht alle besuchen konnte.“
Er dankte nicht nur den Organisatoren, sondern auch den
Menschen hinter den Kulissen
und denen, die für die Stiftung
Weltkirche des Bistums Mainz
spendeten. (wei)
ben. Doch die Neugier treibt manchen an, sich sofort auf den Weg zu
machen – schließlich ist es schon
kurz vor eins.
Auf dem Marktplatz organisiert
der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) einen
„Flashmob“ – einen spontanen
Menschenauflauf auf einem öffentlichen Platz, bei dem sich die anwesenden Menschen nicht kennen und
sich ungewöhnlich verhalten. Was
hat sich die Jugend einfallen lassen? Dem unentschlossenen Wetter
recken sich urplötzlich zahlreiche
Schirme entgegen, und die umstehenden Besucher des Bistumsfests
singen gemeinsam „I’m singing in
the rain“. Mithilfe des Megafons
dröhnen die Kommandos der enthusiastischen Vorsänger über den
Platz: „In die Knie“ oder „Rechtes
Bein hoch“ – da kommt Bewegung
in das wogende Schirmemeer.
Auch viele Ehemalige sind
gekommen
Gut, dass bei Regen und Sonne
Zelte die Gäste „beschirmen“. Ein
besonders großes steht auf dem
Liebfrauenplatz als Anlaufstelle für
Kinder und Jugendliche, die dort
Spiele und weitere Angebote finden. In dem Mega-Zelt präsentieren
sich die Verbände des Bischöflichen
Jugendamts Mainz. „Diesen Platz
als Treffpunkt zu gestalten, hat
sich bewährt“, sagt Willi Schuth,
Leiter der Katholischen Jugendzentrale (KJZ) Mainz. Er berichtet,
dass viele ehemalige Verbandsmitglieder vorbeigekommen sind und
sich erkundigt haben, was heute
in ihrem Verband läuft. „Schöne
Begegnungen“, findet er.
Die „Drohung“ mit den Schirmen beim Flashmob hat offenbar
ihre Wirkung nicht verfehlt – wobei
Petrus ja ohnehin als „Meenzer“ bekannt ist. Auch wenn es nach dem
Gottesdienst zunächst so aussah,
als habe er das Licht ausgeknipst:
Ein kurzer Schauer nur, und die
Sonne strahlt weiter mit den Feiernden um die Wette. Erst als schon
die Glocken zur Vesper läuten, geht
ein Wolkenbruch über Mainz hernieder. Kein Vergnügen für all jene,
die jetzt noch ihre Stände abbauen
und zusammenpacken müssen.
Schimpfen hört man keinen. Stattdessen das eine oder andere Stoßgebet: „Gott sei Dank – das Wetter
hat ja genau so lange gehalten, wie
wir es brauchten.“
„Kann ich die auch zum Frankieren benutzen?“ Viele
vergewissern sich am Stand von „Glaube und Leben“
vor dem Kauf der „Marke Lehmann“ noch einmal, ob sie
tatsächlich als Postwertzeichen einsetzbar ist. Selbstverständlich ist sie das. Wie Sie auch jetzt noch an diese
besondere Briefmarke kommen, steht auf Seite 14. (mw)
Malteser suchen Hunde „mit Herz“
Lea (7) ist nicht nur auf
dem Bistumsfest unterwegs, sondern besucht oft
ältere Menschen. „Lea ist
ein Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever, die kleinste
Retriever-Rasse“, erzählt
Silvia Fischbach vom
Malteser-Besuchs- und
Begleitungsdienst „Mit
Herz und Hund“ in Mainz.
„Wir suchen noch mehr
Herrchen und Frauchen,
die ihre Vierbeiner für
den Dienst zur Verfügung
stellen“, sagt sie. (wei)
„Rippche, Lauch, Sellerie – alles frisch“
Die Suppe schmeckt „echt gut“, findet Ursula Pfeil (links)
aus Bingen-Dietersheim und erzählt, dass Koch Friedel
Roos bereits seit vier Uhr morgens an der Suppe arbeitet. „Da sind Rippche drin, Lauch, Sellerie – alles frisch“,
betont Roos und fährt fort: „Und die Supp’ kostet kein
Geld, nur eine Spende für den Kardinal.“ 400 Liter hat er
gekocht, doppelt so viel wie beim Bistumsfest 2008. (wei)
Die vielen Farben des Ehrenamts
„Das war ein wunderbares Erlebnis“
Wie haben die Mitfeiernden des Bistumsfestes den besonderen Tag erlebt? Acht Stimmen gesammelt von Daniela Tratschitt:
Ein besonderes Angebot für Kinder haben das Bischöfliche Jugendamt und der DJK-Diözesanverband bereitgestellt: einen XXL-Menschenkicker. Das ist ein Tischfußballkasten im Hüpfburgformat. Die Kinder können sich
nicht frei auf dem Spielfeld bewegen, sondern müssen
durch gezieltes Zusammenspiel Tore erzielen. (cb)
Mit verschiedenen Mitmach-Aktionen rund ums Ehrenamt macht das Katholische Dekanat Mainz-Stadt auf sich
aufmerksam. Im Lauf des Tages entsteht hier unter anderem eine Skala der Zufriedenheit Ehrenamtlicher mit der
Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. (mw)
„Die Erde“ heizt Stimmung an
Zauberer warnt vor eigenen Worten
„Wahnsinn, die haben wieder alles in Wallung gebracht“,
so beschreibt Moderatorin Hildegard Bachmann den
Auftritt der Kulturgruppe „Die Erde“. Ihre Trommeln,
denen sie mit flinken Händen Töne entlocken, regen die
Zuschauer zum Mitklatschen und Mitwippen an. (cb)
Der Magier
Ulrich Rausch
verzaubert die
Gemüter der
kleinen und
großen Zuschauer. Schon
am Anfang der
Vorstellung
warnt er: „Ihr
dürft nicht nur
auf das achten,
was ich sage,
sondern vielmehr auf das
was ich mache.“ Mithilfe von Kindern aus dem Publikum
verschiebt er Knoten im Seil und lässt farbige Tücher
verschwinden. (cb)
Antonio Sportiello (43) und Renata Schiliró (41) aus Mühlheim: „Die
50 Minuten Anfahrt haben sich
absolut gelohnt. So viele Stände!
Wir wollen uns hier hauptsächlich
über die Arbeit und die Zukunft
des Bistums informieren. Sehen,
was so in den einzelnen Gemeinden geleistet wird.“
Felix Solbach (29), Begleiter der
Pfadfinder aus Groß-Zimmern:
„Auch wenn es viele vergessen:
Der Glaube gehört zum Pfadfinder-Sein genauso dazu wie das
Ehrenamt und die Gemeinschaft.
Um das klarzustellen, bin ich hier.
Dafür gibt es keinen besseren
Platz als das Bistumsfest.“
Annemarie Schollmayer (77),
Carola Meyer (73), Mainz-Weisenau: „Wir hatten das Glück, dem
Gottesdienst aus luftiger Höhe
beizuwohnen. Ein befreundeter
Pfarrer hat direkt am Domplatz
eine Dachgeschoss-Wohnung und
hat uns eingeladen. Das war ein
wunderbares Erlebnis.“
Sebastian Grom (22), Mainzer Volontär beim Kölner Domradio: „Ich
bin ganz stolz, was mein Heimatbistum auf die Beine gestellt hat.
Die Idee, mit dem Kölner Domradio nach Mainz zum Bistumsfest
zu kommen, entstand bei einer
Fastnachtssitzung mit Generalvikar Giebelmann.“
Frater Ralf Sagner OP (49), Kloster
St. Bonifaz, Mainz: „Ich finde, wir
Ordensbrüder und -schwestern
gehören einfach dazu. Wir sind
ein Teil des Bistums und das will
ich hier zeigen. Deswegen fühl
ich mich auch verpflichtet, aufs
Bistumsfest zu kommen. Es ist ein
bisschen Öffentlichkeitsarbeit.“
Anne Rothermel (20) aus Heppenheim: „Ich finde solche Veranstaltungen wichtig und spannend.
Hier kann man neue Kontakte
knüpfen und andere Sichtweisen
kennenlernen. Außerdem finde
ich es einfach toll, wenn so viele
Menschen zusammenkommen,
um gemeinsam zu feiern.“
Familie Bassareck, Holger, Janina,
Adela und Timon aus Dieburg:
„Wir haben es leider nicht geschafft, von Anfang an dabei zu
sein. Aber das, was wir bis jetzt
mitbekommen haben, war richtig
schön. Es ist unser erstes Bistumsfest und wir sind überrascht, was
hier alles los ist. “
Christoph Neuert (24), Ministrant
aus Steinheim: „Am meisten freue
ich mich darauf, unseren Kardinal
mal wieder zu sehen. Das passiert
ja nicht so oft. Außerdem hat mir
der Gottesdienst unglaublich gut
gefallen. Diese Mischung aus lateinischem Credo und modernen
Liedern war toll.“
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