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Gesundheit
Tolle Knolle? Was Knoblauch für die Gesundheit
bringt
Mittwoch, 15.08.2012, 09:14
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dpa / Franziska Koark Gesunde Stinker: Knoblauch enthält zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.
Knoblauch wird ein gesundheitsfördernder Effekt nachgesagt. Er soll gegen Bakterien wirken und sogar vor
Herz-Kreislauferkrankungen schützen. Was ist dran an diesen Behauptungen?
Altem Aberglauben nach soll Knoblauch der Abwehr von Vampiren dienen. Die moderne Wissenschaft attestiert ihm
gelegentlich ebenfalls eine gewisse Schutzfunktion – allerdings nicht vor Graf Dracula, sondern vor Angriffen auf die
Gesundheit. „Knoblauch wurde bereits in altägyptischen Schriften aus der Zeit um 1550 vor Christus als Heilmittel
genannt und gilt bis heute als Prophylaktikum und Heilmittel für viele Erkrankungen“, erklärt Margret Morlo vom
Verband für Ernährung und Diätetik in Aachen.
Ihre Wirkung hat die Knolle ihren Inhaltsstoffen zu verdanken: Knoblauch enthält zahlreiche Vitamine und
Mineralstoffe, unter anderem Vitamin A, B und C, sowie Kalium und Selen. Und er kann mit einer Reihe wertvoller
sekundärer Pflanzenstoffe wie Polyphenolen oder Sulfiden aufwarten. Außerdem hat er einen vergleichsweise hohen
07.05.2014 13:13
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Gehalt an Adenosin, das für den Zellstoffwechsel wichtig ist.
„Da die Verzehrmengen bei Knoblauch meist relativ gering sind, fallen nicht alle seiner gesundheitsfördernden
Bestandteile gleichermaßen ins Gewicht“, sagt Stefan Weigt vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung in
Gießen. Das gelte etwa für die Vitamine und Mineralstoffe. So wären knapp 800 Gramm Knoblauch nötig, um das
Vitamin-C-Tagessoll zu erreichen. „Ganz anders sieht das in punkto sekundärer Pflanzenstoffe aus. Mit ihnen können
die Knollen richtig auftrumpfen und zwar vor allem mit den Sulfiden.“
Das sind schwefelhaltige Verbindungen. „Sulfide können in vielerlei Hinsicht einen positiven Effekt auf die
Gesundheit haben. Beispielsweise wirken sie antimikrobiell und entzündungshemmend“, erläutert Antje Gahl von der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Dadurch könnten sie Infektionskrankheiten vorbeugen oder
bekämpfen. Nachgewiesen wurde das für Erkältungen unter anderem durch Studien der Universität Arizona (USA).
Untersuchungen der Universität Sheffield (Großbritannien) zufolge kann Knoblauch Parodontose und anderen
Mundschleimhauterkrankungen entgegenwirken.
Positive Effekte haben die Knoblauch-Schwefelverbindungen auch auf das Herz-Kreislauf-System. „Es ist erwiesen,
dass sie den Cholesterol- und Triglyceridspiegel im Blut – also die Blutfettwerte – reduzieren“, erläutert Morlo. Eine
Arbeitsgruppe des Nationalen Kardiologischen Forschungszentrum in Moskau etwa stellte bei 42 Testpersonen nach
zwölfwöchiger Knoblauchtherapie eine Senkung des Gesamtcholesterins um 7,6 Prozent fest. Das heißt: Der
regelmäßige Verzehr könnte Arteriosklerose vorbeugen – also dem Gefäßverschluss durch Ablagerungen von
Blutfetten oder -kalken. „Und damit auch Herz-Kreislauferkrankungen wie Thrombosen, Schlaganfällen oder
Herzinfarkten“, fügt Weigt hinzu.
Knoblauch als Schutzschild für Herz und Gefäße? Endgültig geklärt ist diese Frage bisher nicht. Denn es gibt auch
Untersuchungen, die dies nicht bestätigen konnten.
„Nachgesagt wird ihm außerdem, dass er dank seiner antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffe
Zellschädigungen und das Entstehen von Tumorzellen hemmen kann“, erklärt Gahl. Antioxidantien haben die
Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren. Das sind Substanzen, die Zellen angreifen und entarten lassen können.
„Ganz sicher ist man nicht“, schränkt sie ein. „Aber die Analyse einer Reihe von Tierversuchen und statistischen
Erhebungen legt nahe, dass Knoblauch das Krebsrisiko senkt.“ In Bezug auf Magen- und Darmkrebs gelte das als so
gut wie belegt.
Wer sich die gesundheitsfördernde Wirkung von Knoblauch zunutze machen will, sollte folgendes beachten: „Ganz
wichtig ist es, ihn regelmäßig zu konsumieren. Am besten täglich – wobei eine mittlere Dosis von um die vier Gramm
empfohlen wird“, erklärt Morlo.
dpa
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dpa / Franziska Koark
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