close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Gestörtes Essverhalten: Warum? Was tun? Was folgt?

EinbettenHerunterladen
DGE
Gestörtes Essverhalten:
Warum? Was tun? Was folgt?
10. Ernährungsfachtagung der DGE-Sektion Baden-Württemberg
Die Resonanz auf die 10. Ernährungsfachtagung der DGE-Sektion
Baden-Württemberg belegt die Aktualität des Themas Essstörungen: Mit 600 Teilnehmern waren die Kapazitäten der Universität Hohenheim für die Veranstaltung am 7. Oktober 2003 ausgelastet, 500
Interessenten musste für diesen Termin abgesagt werden. Am 9. Dezember 2003 wiederholte die Sektion die Veranstaltung in kleinerem
Rahmen, wobei noch einmal 300 Multiplikatoren teilnahmen. Hier
wurde das Vortragsprogramm etwas gestrafft, um mehr Zeit für Fragen und Diskussion zu gewinnen.
Formen und Ursachen von
Essstörungen
Der Bericht „KinderErnährung in Baden-Württemberg“ des Landes Baden-Württemberg zeigte, dass heutzutage viele Kinder und Jugendliche bereits Erfahrungen mit Diäten haben,
so Ministerialdirektor Rainer ARNOLD
vom Ministerium für Ernährung und
Ländlichen Raum Baden-Württemberg. Dies lässt auf ein verändertes
Essverhalten schließen, das auch auf
einen Wandel in den familiären Strukturen und in der Arbeitswelt zurückzuführen ist.
Dr. Dietrich MUNZ, Sonnenbergklinik Stuttgart, bezeichnete diesen Faktor in der Genese der Essstörungen als
„Gastro-Anomie“: Essrhythmus und
Essregeln fehlen. Daneben sind genetische Faktoren und Konfliktsituationen von großer Bedeutung, so z. B.
frühkindliche
Beziehungserfahrungen, familiäre Konflikte und frühe körperliche und/oder sexuelle Gewalterfahrungen. Und allzu häufig schwebt
über allem das Ideal der Schlankheit
und das Ideal der Rollenerwartungen,
von Dr. MUNZ als „Superwomensyndrom“ bezeichnet. Inzwischen sind
ungefähr 5 % der Mädchen und jungen Frauen zwischen 12 und 35 Jahren
von Anorexie und Bulimie betroffen,
bei Männern sind diese Essstörungen
bisher jedoch selten.
KLOSINSKI von der Universität Tübingen. Jugendliche mit Appetitstörungen, die eine übertriebene Aufmerksamkeit auf Gewichtsprobleme entwickeln, sind besonders gefährdet. Er
empfiehlt, präventiv Risikogruppen
wie Sportlerinnen und Tänzerinnen
intensiver zu betreuen.
Mittler zwischen Prävention
und Klinik
Vor der Behandlung von Essstörungen
steht zuerst der Kontakt mit einer
Fachfrau oder einem Fachmann. Für
die Betroffenen, deren Angehörige
oder Freunde ist es wichtig, Anlaufstellen außerhalb einer Klinik zu haben. Diese Funktion können z. B.
niedergelassene medizinische Psychotherapeuten übernehmen, die
auch den körperlichen Zustand beurteilen und entsprechend reagieren
können, so Dr. Ingrid ROTHE-KIRCHBERGER, Stuttgarter Ärztin für psychotherapeutische Medizin. Um die Schwelle
für den Erstkontakt zu reduzieren, bedarf es zusätzlich so genannter niederschwelliger Angebote. Dr. ROTHENBERGER-SCHWENDELE stellte dazu ein
Programm der Caritas aus Schwäbisch
Gmünd vor, das von informativen und
motivierenden Gesprächen über Hilfe
und Vermittlung bei der stationären
Therapie bis zur Nachsorge reicht.
Ähnlich arbeitet auch ABAS, die Anlaufstelle für Essstörungen in Stuttgart, die von der Sozialpädagogin
Klaudia NIEPENBERG vorgestellt wurde.
Hierzu zählt auch der MädchenGesundheitsLaden e. V.
Das Frankfurter Zentrum für Essstörungen bietet die gesamte Palette
der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten, agiert aber auch zunehmend im Bereich der Prävention von
Essstörungen. Sigrid BORSE stellte unter anderem ein Beratungskonzept
vor, das online arbeitet und somit in
möglichst frühem Stadium eine Hilfestellung ohne Hemmschwelle darstellt
(www.Ess-Frust.de).
Dr. Marion SCHIRLING, Suchtbeauftragte beim Oberschulamt Stuttgart,
Gestörtes Essverhalten –
erkennen, vorbeugen und erste
Maßnahmen
Wichtig ist die frühzeitige Erkennung
dieser Essstörungen, so Prof. Gunther
56
Abschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Ute Baur-Matthäus (links), Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum BaWü
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 2
DGE
stellte Anregungen für ganz praktische
Präventionsansätze vor, die Lehrerinnen und Lehrer ein Handlungskonzept bieten, um sich mit den Hintergründen von Essstörungen auseinander zu setzen und Schüler/innen in ihrer Lebenskompetenz zu stärken.
Essstörungen – stationär
Ein Konzept der stationären Therapie
stellte Dr. Karl-Heinz RUCKGABER von
der Filderklinik bei Stuttgart vor. Mit
einem ganzheitlichen Ansatz kann
eine Erfolgsquote von ca. 80 % erzielt
werden. In überschaubaren therapeutischen Gemeinschaften werden die
Ankündigungen
„Fit im Alter – Gesund essen,
besser leben“
Fortbildungsveranstaltungen
der DGE im Rahmen der
Seniorenkampagne
„Fit im Alter – gesund essen, besser
leben“ ist das Motto der Kampagne,
die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft initiiert
und finanziert wird.
Die Kampagne richtet sich vorrangig
an Multiplikatoren im Bereich Seniorenverpflegung mit dem Ziel, die Bedeutung der Ernährung für die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit
älterer Menschen herauszustellen und
auf spezielle Ernährungsprobleme
von Senioren aufmerksam zu machen.
Im Rahmen der Kampagne bietet
die DGE 2004 drei Fortbildungsveranstaltungen mit dem Titel „Ernährungsaspekte in Senioreneinrichtungen“ an.
Die ausführlichen Beiträge sind demnächst als Broschüre über den DGEMedienService zu beziehen.
Veranstalter: DGE, Referat Gemeinschaftsverpflegung
Zielgruppen: Multiplikatoren, die Senioreneinrichtungen beraten oder bei
Trägerverbänden für den Fortbildungsbereich verantwortlich sind, leitende Mitarbeiter in Senioreneinrichtungen, Caterer, Anbieter von Essen
auf Rädern
Inhalte: Ernährung im Alter; Verschiedene Kostformen und ihre Umsetzung
in Senioreneinrichtungen; Hygienische Aspekte; Ernährung bei Diabetes mellitus; Ernährung bei Untergewicht/Adipositas; Hygienerichtlinien in der Praxis; Schnittstellenkommunikation in Senioreneinrichtungen
Termine/Ort: 30. März 2004, Lübeck;
11. Mai 2004, Bonn; 19. Oktober 2004,
Leipzig
Kosten: 20,00 € Verpflegungspauschale
Information und Anmeldung:
DGE, Referat Gemeinschaftsverpflegung, Alexandra Hirschmüller,
Godesberger Allee 18,
53175 Bonn, Tel. 0228 3776-652,
E-Mail: hirschmueller@dge.de
DGE-Sektion Baden-Württemberg
Dr. Peter Grimm
Schurwaldstr. 37
73614 Schorndorf
Weitere Informationen über die Kampagne sind im Internet unter
www.dge.de zu finden.
Ausstellung im Foyer: Bilder aus der
Kunsttherapie Essgestörter
soziale Kompetenz, aber auch der Tagesablauf mit Mahlzeitensituationen
trainiert.
Ein wichtiger Baustein ist auch die
Kunsttherapie. Diese wurde von Ingrid
SEIDEL, Diplom-Kunsttherapeutin von
der Klinik am Korso, Bad Oeynhausen
näher beleuchtet. Zusammen mit einer Patientin erläuterte sie anhand einer Bilderserie den Verlauf der Therapie: Rückschritte und Fortschritte, das
dauernde Ringen um Lösungen bis
letztendlich ein anderes Selbstbild gefunden wird, das den Weg aus der
Krankheit ermöglicht.
Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 2
Spezialseminar im März
„Ernährungssituation und
Ernährungsprobleme von
Migranten in Deutschland“
Veranstalter: DGE, Referat Fortbildung
Zielgruppen: Diätassistenten, Diplom-Oecotrophologen, Ernährungsberater/DGE, Verbraucherberater
Inhalte: Lebens-/Ernährungssituation
von Migranten in Deutschland; Ernährungsweise in den Herkunftsländern; interkulturelle Ernährungsberatung; Praktische Ernährungsberatung
im Setting-Ansatz; aktuelle Aspekte
zur Gesundheitsförderung am Beispiel des Kölner Gesundheitszentrums für Migranten; Auswirkungen
kultureller Ernährungsgewohnheiten
auf die Gemeinschaftsverpflegung;
praktische Diabetologie bei Migranten
Termin/Ort: 23.03.–25.03.2004, DGE
Bonn
Kosten: DGE-Mitglieder: 205,00 €;
Nicht-Mitglieder: 216,00 € (inkl. Manuskripte und Pausengetränke)
Information und Anmeldung: DGE,
Referat Fortbildung, Silke Grützmacher, Godesberger Allee 18, 53175
Bonn, Tel.: 0228 3776-634, Fax: 0228
3776-800; E-Mail: gruetzmacher@dge.
de
Spezialseminar “Therapie
des Diabetes mellitus Typ-1/
Typ-2“
Veranstalter: DGE, Referat Fortbildung
Zielgruppen: Diätassistenten, Diplom-Oecotrophologen, Ernährungsberater/DGE, DKLVM/DGE
Inhalte: Stand der Diabetikerverordnung in Deutschland; Ernährungsempfehlungen; Therapie mit oralen
Antidiabetika; Therapie mit Insulin;
Gestationsdiabetes; Disease-Management-Programme; MEDIAS-2-Schulungsprogramm;
Qualitätsmanagement in der Diabetologie
Termin/Ort: 29.03.–01.04.2004, DGE
Bonn
Kosten: DGE-Mitglieder: 235,00 €;
Nicht-Mitglieder: 247,00 € (inkl. Manuskripte und Pausengetränke)
Information und Anmeldung: DGE,
Referat Fortbildung, Silke Grützmacher, Godesberger Allee 18, 53175
Bonn, Tel.: 0228 3776-634, Fax: 0228
3776-800; E-Mail: gruetzmacher@
dge.de
57
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
7
Dateigröße
108 KB
Tags
1/--Seiten
melden