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von HORIZONT online
DAILY
28. Okt. 2008
HORIZONT
Aegis Media gegen Aleksander Ruzicka: Der Beklagte erläutert Geschäftspraxis – und weist Untreuevorwurf zurück.
Untreue im Mediageschäft:
Business as (un-) usual?
(c)HORIZONT.net/Wolfgang Hörlein
Aegis Media wirft Aleksander Ruzicka vor, 51,2 Millionen Euro
in ein Netz von Tarnfirmen abgesetzt zu haben.
Nach fast einem Jahr Prozess und auf ten Auftritt vor dem Landgericht
den Tag genau zwei Jahre in Untersu- Wiesbaden ausführlich sein Gechungshaft sagte am 25.10.2008 im schäftsgebarung, unterstrich dabei,
vielbeachteten Prozess Aegis Media immer im Sinne seines Arbeitgebers
gegen den vormaligen Deutschland Aegis und der Kunden der Agentur
Geschäftsführer Aleksander Ruzicka gehandelt und gearbeitet zu haben.
der Beklagte erstmals aus. Vorgewor- Also: Kein schuldhaftes Verhalten,
fen wird Ruzicka von seinem ehema- schon gar keine Veruntreuung. Der
ligen Arbeitgeber Aegis, für den der Wirtschaftsprozess Aegis gegen Eine
47-Jährige 22 Jahre lang werkte, Ver- konkrete Folge des Prozesses, der neuntreuung: 51,2 Millionen Euro sol- ben dem tiefen Fall von Ruzicka mehlen aus der Aegis in ein Netz von rere Entlassungen bei Aegis sowie auf
Tarnfirmen geflossen sein, die alle- Kundenseite nach sich zog, war die –
samt unter dem treuhändischen Be- zumindest in bisheriger Form – Mositz Ruzickas gestanden haben sol- difizierung der Praxis sogenannter
len. Der ehemalige CEO von „Share-Deals“ seitens der beiden
privaten
in
Deutschlands
Mediaagentur22.09.2008
Num- großen
Walm08_Eigen200x50
16:25
Uhr TV-Vermarkter
Seite 2
mer zwei begründete bei seinem ers- Deutschland.
Die Vorwürfe
Konkret vorgeworfen von Aegis und
der Wiesbadener Staatsanwaltschaft
werden Ruzicka, die aus dem Buchungsvolumen entstanden Freispots sowie Gutschriften in eine Netz
von Firmen umgelenkt und sowohl
Aegis als auch Kunden der Mediaagentur geschädigt zu haben. Alle
seine Maßnahmen sind laut dem Beklagten – im Auftrag und Sinne der
Geschäftspolitik Aegis´ erfolgt: Kosteneinsparungen durch Auslagerungen in Drittfirmen und schließlich
ein enormer Druck, bilanzielle Gewinne zu steigern und in der Vorgabe, bei 70 Prozent alles nationalen
Pitches teilzunehmen und 30 Prozent auch zu gewinnen Neukunden
zu generieren. In diesem Szenario
entstand ein Geflecht von Subfirmen, die allesamt Ruzicka zugerechnet werden, und ihrerseits, so erläutert der Beklagte, unterschiedliche
Funktionen hatten: Abwicklung von
Buchungsgeschäft und ein ausgeklügeltes CRM Management. Zur Intensivierung der persönliche Beziehungen zu den Entscheidungsträgern auf
Kundenseite seien auch die Einladungen zu Sommerfesten in Ruzickas Privatvilla sowie zu Jagdausflügen nach Ungarn und Südafrika
zu sehen. Bei Aegis Media sei dieses
Vorgehen üblich gewesen und wurde
laut Ruzicka auch von der obersten
Konzernführung praktiziert. So habe
die Gruppe neben Gästehäusern,
Jagdressorts und einem Golfplatz in
Marokko auch Fischfangstätten für
Zwecke der Kontaktpflege in ihrem
Besitz. Darüber hinaus seien Reisen
zu Kunstveranstaltungen und Opern
sowie Seminare organisiert worden.
Durch das Modell mit Firmen wie
Camaco, Watson und Emerson FF
habe die Mediaagenturgruppe in den
Jahren 2003 bis 2006 ein zusätzliches
Freispotvolumen in Höhe von 300
Millionen Euro generieren können.
Unter dem Strich sei bei Aegis Media
ein zusätzlicher Gewinn von 34 Millionen Euro erzielt worden. Ruzickas
Anwalt brachte insgesamt 15 Beweisanträge ein zur Entlastung des Angeklagten. Der Prozess in Wiesbaden
wird als noch dauern. Für Aufmerksamkeit ist längst gesorgt, nicht nur
wegen der kolportierten Summen –
Ruzickas gibt sein Jahreseinkommen
mit 1,5 Millionen Euro an, Ex-AegisEinkaufsgeschäftsführer David Linn
(Jahreseinkommen: 300.000 Euro)
parkt an ihn ausgeschüttete Provisionen in Höhe von 1,98 Millionen Euro
auf einen Sonderkonto, da ihn die
Höhe „nachdenklich gemacht habe“
(HORIZONT.NET) – sondern auch
den immer deutlicher sichtbar werdenden Usancen in der deutschen
Mediaszene – die Stichworte lauten
Magna-Zusatzvolumen,Share-Deals,
Wachstumsprämien,
Direktbuchungsrabatte, Zahlungstermine – ja,
und natürlich „Beziehungsmanagement“. Fortsetzung folgt.
hs
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