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Dr. Susanne Perker Was ist Mediation

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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
„Mediation –
eine alternative Methode zur interessengerechten Konfliktlösung“
Dr. Susanne Perker
♦ Was ist Mediation ? Wie kommt man zur Mediation ?
(archaisch ist Flucht/Kampf – zivilisiert ist Verhandeln)
♦ Eskalationsstufen
(Wann ist verhandeln sinnvoll ?)
♦ 5 Säulen der Mediation
♦ 5 Phasen der Mediation
♦ Streitverfahren ./. Mediation
(Erfolgsfaktoren)
♦ Techniken der Mediation
♦ Einführung des Reframing
(Wertekonflikte neu rahmen)
♦ Rollenspiel zum Reframing
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Wie kommt man zur Mediation?
archaisch
Flucht
Kampf
zivilisiert
Auseinandersetzung
Streit miteinander
(Verhandeln)
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
Streit vor Gericht
(Entscheidung d. Dritte)
- Schlichter
- Schiedsrichter
Mediation
(Verhandeln mit
einem Dritten)
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Stufen in der Konflikt-Eskalation:
Stärke-Stadium des Konfliktes
Konfliktbewältigung
Stufe 1: Erste Verletzungen
- Dissonanzen, Verstimmungen
- persönliche Verletzungen u. Enttäuschungen
- Aussprache
- Austausch der Sichtweisen
Stufe 2: Ja, aber ...
- Konfrontation und Konkurrenz
- Überheblichkeit der Überzeugungen
- Moderierte Besprechung
- Gesprächsbereitschaft
Stufe 3: Das Patt
- Gewissheit, man kann nicht reden
- Überempfindlichkeit und Mißverstehen
ð
Dominieren durch Imponieren
ð
Ein Rest Vernunft ist noch vorhanden
Stufe 4: Ich will gewinnen – Du sollst verlieren
- Personalisierung des Konfliktes
- Schwarz-Weiß-Denken
- aggressives und destruktives Verhalten
Stufe 5: Maske runter
- Übermensch gegen Untermensch
- persönliche Angriffe unter die Gürtellinie.
- Öffentliche Diskriminierung der Gegner
Stufe 6: Drohgebärden
- Zunehmendes Gewaltdenken und –handeln.
- Gegenseitiges Droh- und Bestrafungshandeln.
- Zwangsläufigkeit der Eskalation
- Der Konflikt beherrscht die Parteien
- Mediation
- Schiedsgericht
- Mediation
- Schiedsgericht
- Mediation
- Vorbereitende
Einzelgespräche
- Mediation
- Gericht
Stufe 7: Versuche, den anderen in seiner Existenz zu erschüttern
- Es gilt, den anderen in seiner
Existenz zu erschüttern.
- Grenzbereich der
- Reden vom „Schlußmachen
Mediation
Stufe 8: Hauptsache kaputt
- Jetzt geht es nur noch um die
Vernichtung der Macht- und
Existenzgrundlagen des Gegners
Stufe 9: Der Super-Gau
- Es zählt nur noch die Genugtuung
im eigenen Untergang den Feind
mit in den Abgrund zu reißen
ð
Keine Seite kann mehr gewinnen
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
- Machtinstanz greift ein
- Gerichtsverfahren
- Machtinstanz greift ein
- Gerichtsentscheidung
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
5 Säulen der Mediation
-
Freiwilligkeit
-
Vertraulichkeit
-
Neutralität / Allparteilichkeit des Mediator
-
volle Informiertheit
-
Offenheit
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Phasen der Mediation
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Phase 1: Vertrag zum Mediationsverfahren aushandeln
ë
ë
ë
ë
z
Kontakt aufbauen
Prozessablauf erläutern
Wille und Fähigkeit der Parteien zur Mediation abklären
Grundregeln, Rahmenbedingungen und Honorar vereinbaren
Phase 2: Konfliktpunkte herausarbeiten
ë Sachverhalt feststellen
ë Bereiche der Übereinstimmung und des Dissenses feststellen
Ø Anwälte hinsichtlich möglicher gerichtlicher Entscheidung befragen
Ø Parteien hinsichtlich der gewünschten Ergebnisse befragen
ë zu lösende Streitfragen ordnen
z
Phase 3: Bearbeiten der einzelnen Konfliktpunkte
ë Konfliktmuster identifizieren
ë unterschiedliche Sichtweisen verstehen
ë Bedürfnisse und Interessen abklären
z
Phase 4: Lösungsoptionen entwickeln und bewerten
ë Optionen entwickeln
ë Optionen im Verhältnis zu den Zielen und Interessen bewerten
ë Lösungen auswählen und ausprobieren (Lösung auf Probe)
z
Phase 5: Vereinbarungen schließen
ë Mediator entwirft eine Vereinbarung
ë Überprüfung durch Parteien, Rechtsanwälte und andere
ë Unterzeichnung und Umsetzung
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Zivilrechtsstreit - in Zahlen
z
Erfolg streitiger Verfahren
ë Der Kläger obsiegt beim LG in I. Instanz nur zu
ë Der Beklagte obsiegt beim LG in I. Instanz nur zu
z
Erfolg von Berufungen
ë Der Berufungskläger erreicht eine Abänderung
der Entscheidung nur zu
z
17%
18%
Dauer streitiger Verfahren
ë In I. Instanz beim LG
ë In II. Instanz beim OLG
ë Durchschnittl. Gesamtdauer (I. und II. Instanz)
z
39%
Häufigkeit von Vergleichen
ë In I. Instanz beim LG
ë In II. Instanz beim OLG
z
54%
21%
10,5 Monate
10,4 Monate
24,2 Monate
Kosten streitiger Verfahren
(Basis: Durchschnitts -GW beim LG 83.000,00 DM)
ë Gerichtskosten
ë Rechtsanwaltskosten (1RA, 2 Gebühren)
ë Gesamtkostenrisiko (inkl.. I. uns II. Instanz)
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
2.700 DM
4.000 DM
23.000 DM
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Mediation – Philosophische Gedanken
z
Die MEDIATION folgt der Logik der Würde, d.h. dem Respekt vor sich
und vor dem anderen
MEDIATION setzt bei den Verhandlungspartnern voraus, daß sie die eigenen und
die anderen Positionen, Ansprüche und Interessen als berechtigt ansehen und
respektieren.
z
Konflikte sind normal und dienen der Entwicklung des Zusammenlebens
Konflikte entstehen ganz natürlich in einer Zeit der zunehmenden Vielfalt und der
Vermehrung von unterschiedlichen Ansprüchen. Es gilt einen Standpunkt zu
finden, der ihre Koexistenz ermöglicht.
z
Die Kompetenz für die Bewältigung der Konflikte liegt bei den
Eigentümern der Konflikte
In der MEDIATION tritt jede Partei für sich selber ein und übernimmt die
Verantwortung für seinen Teil am Konflikt und dessen Lösung. Nur die Parteien
haben Zugang zu ihren hinter den Konflikten liegenden Interessen und
Bedürfnissen
z
Als Eigentümer der Konflikte sind sie auch die Autoren ihrer Beilegung
Sie behalten ihre Konflikte in der Hand und delegieren ihre Lösung nicht an Dritte.
z
Die Konfliktparteien verhandeln das Was und Wozu der Konfliktlösung
Sie sind für die Inhalte und Ziele des Konfliktlösungsprozesses verantwortlich.
z
Die MEDIATOREN vermitteln das WIE und das WANN der Verhandlung
Sie vermitteln, wie verhandelt wird: fair, gerecht, eigenverantwortlich, allparteilich
bzw. neutral nach Regeln, die von den Parteien akzeptiert wurden. Die Mediatoren
strukturieren die Verhandlungsphasen nach der inneren Logik des
Klärungsprozesses.
z
Unterschiede sind nicht nur der Anlaß eines Konflikts sondern auch ein
Potenzial seiner Lösung
Marc Aurel: “Betrachte nur die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher
ansahst. Denn das heißt: Ein neues Leben zu beginnen”
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Quelle: Josef Duss-von Werdt: Die Praxis der Mediation als ethischer Diskurs und die Kraft des
Konflikts
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
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09.11.2001
Streitverfahren / Mediation (Erfolgsfaktoren)
Streitverfahren
Mediation
- Wer will was von wem
woraus?
- Was will ich?
Was will der andere?
Was wollen wir gemeinsam?
- Positionen / Ansprüche
- Interessen /
- Vergangenheitsorientiert
- Zukunftsorientiert
- Reduzierte Wirklichkeit
durch Subsumption /
statischer Sachverhalt
- Komplexe Wirklichkeit/
Dynamischer Prozess
- Enge Lösung
- Weite Lösung
- Werteverteilend
oder /-vernichtend
- Werteschöpfend
(Kuchen vergrößern)
- Gewinner/Verlierer- System
(Entweder/Oder)
- Gewinner/Gewinner- System
(Sowohl als auch)
- Der Dritte entscheidet
und verantwortet (Heteronomie)
- Die Parteien entscheiden und
verantworten selbst (Autonomie)
- Geringe Akzeptanz
der Lösung
- Hohe Akzeptanz
der Lösung durch persönlich
getragene Entscheidung
- Beugung unter Zwang
- Freiwillig
- Langwieriger
- Schneller
- Teurer
- Kostengünstiger
- Öffentlich
- Vertraulich
- endet mit Urteil
- endet mit Vertrag
(mit Nachverhandlungsmöglichkeit)
- Geringes Risiko
- Hohes Risiko
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
Ziele
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Reframing im Umgang mit Konfliktsituationen:
Reframing
bedeutet, innere Bilder neu zu rahmen
ð Ent-Täuschung
ð Un-erhört
Reframing in der Mediation hilft,
ð
ð
ð
ð
ð
ð
Positive Beziehung zu aggressiven Kunden
aufzubauen
sich vor Verletzungen zu schützen
handlungsfähig und flexibel zu bleiben
schützt vor Identifikationen mit einer Partei
die Allparteilichkeit bzw. Neutralität herzustellen
die Chance im Problem zu sehen
Fragen zum Reframing:
•
•
•
•
Was ist das Gute am Schwierigen?
Was ist die gute Absicht der Beteiligten?
Worin besteht die Gelegenheit des Augenblicks?
Was ist das Gemeinsame bei den
Konfliktparteien?
• Was ist der Wert in der Übertreibung?
• Was ist meine Lernchance?
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
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HBT - Herbstempfang
09.11.2001
Reframing
Geiz
Sparsamkeit
Großzügigkeit Verschwendung
Was ist das Gute daran ?
HBT_Herbstempfang_Mediation_01.doc
Seite: 10 / 10
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