close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

genau was ich will. - Festival des deutschen Films

EinbettenHerunterladen
34
u Anzeigen
Der perfekte Rahmen für Ihre Erlebnisse
Doldingers Symphonic Project im CongressForum Frankenthal
23.01.2015: Klaus Doldinger & Passport &
Württembergische Philharmonie Reutlingen
Erleben Sie ein Crossover-Konzert mit Klassikern der deutschen Filmmusik. Wie „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“ oder auch die
Titelmelodie des Sonntagabendklassikers „Tatort“. Genießen Sie eine
Reise zu den größten Evergreens – ein Muss für alle Cineasten.
Alle Veranstaltungen unter: www.congressforum.de
Auszug Spielzeit 14/15:
26.09.2014 Einsteins Verrat
Schauspiel von Eric-Emmanuel Schmitt
mit Volker Brandt, Matthias Freihof
01.01.2015 Neujahrskonzert – mit der Neuen Philharmonie
Frankfurt
17.03.2015 Rot – Schauspiel von John Logan
mit Dominique Horwitz
genau
was
ich
will.
oß
Erdgesch
im
f
u
a
k
r
e
v
)
Vor
tion
e Informa
(näh
0-20 Uhr
Mo-Sa 1
130 ShopS · Mo. – Sa. biS 20 Uhr
u Unsere Filme
35
Windräder auf den Allgäuer Höhen
Heimat unter Strom
Lichtblicke
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Leo Hiemers Vater hatte einen Bauernhof zu Füßen der Kugel –
des höchsten Berges im Landkreis Lindau. Dort oben sollen drei
200 Meter hohe Windkraftanlagen hin. Der renommierte Filmemacher erfährt davon in einem Telefonat mit daheim. Sie erinnern sich vielleicht an seinen Kultfilm über das Herz der Provinz
„Daheim sterben die Leut“ von 1985. Der bekennende Befürworter der ökologischen Wende, mit Sonnen- und Windkraft, beginnt
sich zu interessieren und nimmt die Kamera mit. So entsteht ein
ganz persönlicher Dokumentarfilm über die ganz konkreten Folgen der Energiewende. Müssen die gigantischen Rotoren überall im Allgäu die Landschaft verschandeln? Hiemer mit seinem
charakteristischen Strohhut auf dem Kopf redet mit Betroffenen
und Entscheidern, Sachverständigen und Politikern, Befürwor-
tern und Gegnern der schönen neuen Welt
der Windkraft. Er stellt unbequeme Fragen, deckt Widersprüche und Planungsmonströsitäten auf. Sogar Angela Merkel
und Horst Seehofer, Ministerpräsident des
Landes Bayern, bekommt er vor die Kamera, beide eher improvisiert und kurz. Klar
wird: vieles ist kaum durchdacht, Profitinteressen behindern den Landschaftsschutz
und Alternativen wie Stromsparen und effiziente Nutzung werden kaum bedacht. Wie
könnte man Strom überhaupt speichern?
Kann der so genannte Fortschritt überhaupt ein menschliches Maß einhalten?
Ist das Allgäu noch zu retten? Eine heimatverbundene, engagierte Untersuchung
der Wahrheiten hinter der Energiewende.
Zur Atomkraft will keiner zurück, aber
vielleicht sollte man „die Leut“ mehr mitentscheiden lassen. Sie stehen sowieso
schon „unter Strom“. Und vielleicht gelänge dann doch noch die Energiewende, ohne
die Allgäuer Höhen dauerhaft zu verschandeln. Ein äußerst aktueller Film.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 19. Juni | 15:00 Uhr
Sa, 21. Juni | 22:45 Uhr
Festivalkino 2
Fr, 20. Juni | 16:00 Uhr
So, 22. Juni | 14:00 Uhr
u FSK: ohne Altersbeschränkung
Leo Hiemer
Der 1954 geborene Allgäuer studierte Geschichte und
Germanistik. Von sich reden machte der Filmemacher mit
seinen im Allgäu beheimateten Filmen: 1985 entstand in
Co-Regie mit Klaus Gietinger die Provinzsatire „Daheim
sterben die Leut‘“. Dieser Film erlangte Kultstatus und wurde
1986 für den Deutschen Filmpreis nominiert. Nach weiteren
Filmen folgte 1993 schließlich das Holocaust-Drama „Leni…
muss fort“ über das Schicksal eines jüdischen Waisenmädchens im Allgäuer Land während des Nazi-Regimes. Neben
seiner freien Mitarbeit als Drehbuchautor für die SWR-Serie
„Die Fallers“, realisierte Hiemer weitere Filme – darunter die
Liebesgeschichte „Komm, wir träumen!“ (2004).
Regie: Leo Hiemer
Buch: Leo Hiemer
Länge: 80 Min.
Kamera: Marian Czura, Bahman Kormi, Stefan
Rochlitz, Guido Petzold, Samira Oberberg, Leo
Hiemer
Schnitt: Britta Kastern
Musik: Matthias Preisinger
Ton: David Rädler, Britta Kastern, Steffen Müller,
Kolja Doerk, Michael Ruf, Alexander Böhm
Produzent: Leo Hiemer
Produktion & Verleih:
Leo Hiemer Filmproduktion
Leo Hiemer
Am Sonnenbichel 18
87600 Kaufbeuren
Tel.: +49 (0)8341 97 19 58
leo.hiemer@gmx.de
www.hiemer-film.de
www.heimatunterstrom.de
u Unsere Filme
36
mit
Max Mauff,
Victoria
Trauttmansdorff, Areya
Wattana,
Uwe Preuss
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Dem Herzen folgen
Patong Girl
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
Familie Schröder macht Weihnachtsurlaub im thailändischen
Phuket. Vater Ullrich eher mit hinhaltendem Widerstand, Mutter
Annegret übertrieben begeistert von der fremden Kultur, die in der
Touristenhochburg Patong kaum zu bemerken ist. Hier hängen eher
die gestrandeten Urlauber ab, die nicht mehr zurück ins normale Leben wollen. Sohn Tommy gönnt sich ab und an ein Thai-Bier.
Doch den jüngeren Felix trifft es mitten ins Herz. Am Strand lernt
er die schöne Thailänderin Fai kennen und erlebt mit 18 die erste
große Liebe seines Lebens. Fai kommt aus dem Norden Thailands.
Ihre Schwester arbeitet in einer von Europäern stark frequentierten
Bar in Patong. Die Eltern haben die Studentin nach Phuket geschickt,
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
So, 22. Juni | 21:00 Uhr
Mo, 23. Juni | 21:00 Uhr
Mi, 25. Juni | 17:00 Uhr
Festivalkino 2
Di, 24. Juni | 18:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
damit sie nach einer Trennung ihren Liebeskummer überwinden kann. Die unbeschwerten Tage am Strand führen zu wunderbaren
erotischen Begegnungen. Doch ein Geheimnis ihrer Identität traut sich Fai Felix, den
sie aufrichtig liebt, nicht zu offenbaren. Der
junge Deutsche kann die winzigen Merkmale von Fais Besonderheit nicht deuten. Die
Eltern und der ältere Bruder halten Fai sowieso für eine Prostituierte, die den kleinen
Bruder nur abzocken will. Es gibt einen tränenreichen Abschied, als Fai zurück in den
Norden und Felix nach Deutschland muss.
Noch auf dem Flughafen entschließt er sich,
„seinem Herzen zu folgen“ und seinem „Patong Girl“ nachzureisen. Nichts ist so, wie es
ihm anfangs erschien. Und dann entschließt
sich auch noch seine Mutter, ihm nachzureisen, was zu manchen – auch komischen
– Verwicklungen führt. Für Mutter und Sohn
beginnt das wahre Abenteuer der exotischen
Fremde.
Susanna Salonen
wurde 1966 in Lahti, Finnland, geboren und wuchs in
Lübeck auf. In Berlin absolvierte sie eine Kamera-Ausbildung
und arbeitete als Beleuchterin, Material- und KameraAssistentin, unter anderem bei Filmen von Mika Kaurismäki,
Jan de Bont und Tom Tykwer. Seit 1998 führte sie bei
zahlreichen Dokumentationen selbst Regie, darunter „Shea
Surfergirl“ (2002) und „Der Anfang war gut“ (2006). „Patong
Girl" ist ihr Spielfilmdebüt.
Regie: Susanna Salonen
Buch: Susanna Salonen
Länge: 93 Min.
Kamera: Yoliswa Gärtig
Schnitt: Bettina Böhler
Ton: Ulla Kösterke
Produzenten: Andrea Ufer, Gunter
Hanfgarn
Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF)
Produktion:
Hanfgarn & Ufer Filmproduktion GbR
Apostel-Paulus-Str. 6a
10823 Berlin
Tel.: +49 (0)30 84 85 50 00
info@hu-film.de
www.hu-film.de
In Koproduktion mit ZDF
Das kleine Fernsehspiel
u Unsere Filme
37
Blutiger Rachefeldzug
Im Schmerz geboren
mit
Ulrich Tukur,
Ulrich Matthes,
Barbara Philipp
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Wer nur die Leichen zählt – es sind 47 – hat diesen formal ungewöhnlichen Film der Reihe Tatort nicht verstanden. Schon das Intro auf einem Bahnhof endet nach einem furiosen Versteckspiel mit
drei Toten im Stile von „High Noon“. Ermittler Felix Murot erkennt
auf dem Mitschnitt der Videoüberwachung seinen einstmals besten
Freund, Richard Harloff, aus der Polizeischule von vor 30 Jahren.
Doch er ist deutlich sichtbar nicht der Mörder. Es stellt sich heraus,
dass beide einmal in die gleiche Frau verliebt waren, mit der sie wie
in ihrem Lieblingsfilm „Jules et Jim“ von François Truffaut in einer
Dreiecksbeziehung zusammen lebten. Harloff wurde damals wegen eines Drogenvergehens aus dem Polizeidienst entlassen und
verschwand mit der gemeinsamen Geliebten nach Lateinamerika.
Nun kehrt er als gefährlicher Supergangster
zurück und Leichen pflastern fortan seinen
Weg. Doch immer hat er ein Alibi. Hinter den
düsteren Absichten Harloffs steckt eine Rachegeschichte, von der auch sein Sohn David
ein Teil ist. Zu spät entdeckt Hauptkommissar Murot, dass eigentlich er selbst das Ziel
aller Aktionen ist. Im Format eines Tatorts
hat sich bisher noch keine Fernsehredaktion
getraut, eine derart verrückte und gewagte
Geschichte zu erzählen, die manchmal von
Quentin Tarantino sein könnte oder als Italowestern inszeniert ist. Formal rasant und
mit vielen Referenzen auf klassische Kinogeschichten, dabei aber nicht einfach nur ein
Kriminalfall, sondern eine sehr persönliche
epische Sage, führt dieser Film Sie an manche Grenzen. Ein Meisterstück der Fernsehfilmkunst mit grandiosen Darstellern und
vielen abgründigen Wendungen. Den Hirntumor ist er los. Aber wird Felix Murot nach
diesem Fall weiter Tatortkommissar bleiben
können?
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Sa, 05. Juli | 17:00 Uhr
Festivalkino 2
Di, 01. Juli | 20:00 Uhr
Do, 03. Juli | 18:00 Uhr
Fr, 04. Juli | 20:30 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
Florian Schwarz
1974 in Koblenz geboren, studierte er Szenische Regie
an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sein erster langer Spielfilm „Katze im Sack“
(2004), der gemeinsam mit Drehbuchautor Michael
Proehl entstand, wurde 2004 mit dem First Steps
Award ausgezeichnet und war beim ersten Festival
des deutschen Films dabei. Der von ihm inszenierte
Tatort „Weil sie böse sind“ erhielt 2010 den Deutschen
Fernsehpreis in der Kategorie Bester Fernsehfilm.
Regie: Florian Schwarz
Buch: Michael Proehl
Länge: 90 Min.
Kamera: Philipp Sichler
Schnitt: Stefan Blau
Musik: HR Sinfonieorchester
Ton: Peter Senkel
Produzenten & Redaktion: Liane
Jessen (HR), Jörg Himstedt (HR)
Produktion:
Hessischer Rundfunk
Bertramstr. 8
60320 Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 15 51
hr-fernsehen@hr.de
www.hr-online.de
u Unsere Filme
38
mit
Ivo Pietzcker,
Georg Arms,
Luise Heyer
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Kleiner großer Held
Jack
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
Wenn der zehnjährige Jack morgens aufwacht, steht er gleich unter
Strom. Alles muss schnell gehen. Alles muss funktionieren. Auch
seinen kleinen Bruder Manuel muss er managen. Auf die Mutter ist
kein Verlass. Sie arbeitet in wechselnden Jobs und kümmert sich
nur sehr sporadisch um ihre Familie. Manchmal bringt sie abends
Typen mit. Jack hockt sich dann neben das kopulierende Paar und
sagt: „Ich hab’ Hunger“. Dann kriegt er eine labbrige Scheibe Toast
gereicht und vielleicht noch ein Glas Saft. Auch im Wohnheim, in
dem er einmal landet, hat er weder Freunde noch Orientierung.
Sein heißgeliebtes Fernrohr zur Vogelbeobachtung landet gleich
im See. Und die Anrufe seiner dysfunktionalen Mutter halten sich in
Grenzen. Immer nur Vertröstung und schlechte Nachrichten. Dieser kleine große Held ist ganz auf sich allein gestellt. Irgendwann
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 26. Juni | 19:00 Uhr
Sa, 28. Juni | 17:00 Uhr
Festivalkino 2
Mi, 25. Juni | 20:00 Uhr
Fr, 27. Juni | 22:15 Uhr
u FSK: ab 6 Jahre,
Empfehlung: ab 12 Jahre
Edward Berger
wurde 1970 in Wolfsburg geboren. Nach seinem
Regiestudium an der New York University sammelte
Berger erste Berufserfahrungen beim amerikanischen
Independent-Produzenten Good Machine. Seine erste
Spielfilmregie übernahm er bei „Gomez“ (1998), wofür
er auch das Drehbuch schrieb. Für den Fernsehfilm „Ein
guter Sommer“ wurde er 2012 mit dem Grimme-Preis in
der Kategorie Buch und Regie ausgezeichnet.
Regie: Edward Berger
Buch: Edward Berger,
Nele Mueller-Stöfen
Länge: 103 Min.
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Janina Herhoffer
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Ton: Peter Schmidt
Produzenten: Jan Krüger, René Römert
Redaktion: Jörg Himstedt (HR), Georg
Steinert (ARTE)
ist am vereinbarten Ort, im Stiefel vor der
Wohnungstür, auch kein Wohnungsschlüssel mehr zu finden. Jack muss improvisieren, vergisst dabei aber nie seinen kleinen
Bruder. Sie übernachten auf Parkbänken
und in leerstehenden Autos in der Tiefgarage. Sie müssen sich in Acht nehmen, damit
nicht alles zusammenbricht. Jack glaubt
an die Liebe seiner Mutter, auch wenn er
immer wieder enttäuscht wird. Die Poesie
dieses Films über die Großstadteinsamkeit,
bei der sich keiner mehr für den anderen
verantwortlich fühlt, ist auch ein Porträt der
Metropole Berlin. Supermärkte, Nachtclubs,
Bars und Parks sind die Schauplätze dieses grandiosen Films über Liebe, Einsamkeit und Verantwortung. Wer einen solchen
„Jack“ kennt, der ist noch lange nicht verloren in dieser Welt. Nur hat ihm das noch
nie jemand erzählt. Dass Hauptdarsteller Ivo
Pietzcker diesen Film zu einem gar nicht so
kleinen Meisterwerk veredelt, werden Sie
ohnehin schnell erkennen.
Produktion:
Port-Au-Prince Film &
Kultur Produktion GmbH
Paul Linke Ufer 44a
10999 Berlin
Tel.: +49 (0)30 31 95 54 12
info@port-prince.de
www.port-prince.de
In Koproduktion mit Cine Plus,
Mixtvision, Neue Bioskop, Zero West
Verleih:
Camino Filmverleih GmbH
Herdweg 27
70174 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 162211810
info@camino-film.com
www.camino-film.com
u Unsere Filme
39
Opfergang aus Frömmigkeit
Kreuzweg
mit
Lea van Acken,
Franziska Weisz,
Florian Stetter
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Ein Pfarrer der Paulusbrüder, so nennen Dietrich und Anna
Brüggemann ihre fiktive Gruppe fundamentalistischer Christen,
bereitet ein paar Kinder auf die Firmung vor. Er macht das mit
demagogischem Furor. Jede Szene ist in einer Plansequenz aufgenommen. Die Kamera bleibt bis zum Ende eingeschaltet. Es gibt keine
Schnitte oder Perspektivwechsel. Wie im Theater mussten die Darsteller ihren gesamten Part auswendig lernen. Schon bei seinem
ersten Film „Neun Szenen” hatte Dietrich Brüggemann ähnlich gearbeitet. Diese Methode erzwingt eine extreme Konzentration. Vielleicht ist das eine der Ursachen für die Intensität dieses Films. Dietrich Brüggemann folgt den kanonischen Stationen der 14 Bilder des
Kreuzwegs Jesu von der Verurteilung durch
Pilatus bis zur Grablegung des Leichnams.
Doch der Film konzentriert sich in Wahrheit
auf eine ganz andere Geschichte: die der
14-jährigen Maria, die in einer strenggläubigen Familie aufwächst und die Ideen ihrer
Glaubensbruderschaft – die deutlich an die
Piusbrüder erinnert – ganz ernst nimmt. Sie
hat sich dem Opfergedanken verschrieben
und fühlt sich bald auch nicht mehr wohl im
schulischen Sportunterricht mit seinen „satanischen Rhythmen”. Nur durch ein wahres Opfer, glaubt sie, kann sie die Welt retten. Brüggemann denunziert den extremen
Glauben nicht, er zeigt nur wohin eine radikale Hinwendung zu Dogmen führen kann.
Immer weiter treibt der Film geradlinig und
beeindruckend auf eine tragische Konsequenz hin. Am Ende des Films wird deutlich,
wie sehr ihre Überzeugungen das Mädchen
vom Pfad des Lebens abbringen. Selbst den
schönen Ausblick auf eine Landschaft will
sie aufopfern.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 03. Juli | 17:00 Uhr
Fr, 04. Juli | 19:00 Uhr
Festivalkino 2
Mi, 02. Juli | 18:00 Uhr
Sa, 05. Juli | 16:00 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
Dietrich Brüggemann
ist dem Festival des deutschen Films schon lange verbunden.
1976 wurde er in München geboren und studierte Regie an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam.
Seine Spielfilme „Neun Szenen“ (2006) und „Renn, wenn du
kannst“ (2010) wurden mehrfach prämiert, unter anderem mit
dem Publikumspreis bei unserem Festival. Die Drehbücher zu
seinen Kinofilmen, zu denen auch die Komödie „3 Zimmer/
Küche/Bad“ (2012) zählt, entwickelte er zusammen mit seiner
Schwester Anna Brüggemann. Für „Kreuzweg“ haben sie dieses Jahr den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten.
Regie: Dietrich Brüggemann
Buch: Anna Brüggemann, Dietrich
Brüggemann
Länge: 107 Min.
Kamera: Alexander Sass
Schnitt: Vincent Assmann
Ton: Jacob Ilgner
Produzent: Jochen Laube
Redaktion: Stefanie Groß (SWR),
Barbara Häbe (ARTE)
Produktion:
UFA FICTION GmbH
Alleenstr. 2
71638 Ludwigsburg
Tel.: +49 (0)7141 97 93 11 1
info@ufa-fiction.de
www.ufa-fiction.de
In Koproduktion mit SWR,
Arte, Cine Plus
Verleih:
CAMINO Filmverleih GmbH
Herdweg 27
70174 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 16 22 11 81 0
info@camino-film.com
www.camino-film.com
40
u Unsere Filme
Widerstand gegen Fürstenwillkür
Michael Kohlhaas
mit
Mads Mikkelsen,
Bruno Ganz,
David Kross,
David Bennent
Lichtblicke
im Kino
Dem Händler Kohlhaas wird Unrecht angetan. Erst werden ihm vom
arroganten Junker unter einem Vorwand die Pferde abgenommen,
dann wird sogar seine Frau brutal getötet. Der absolutistische Staat
mit seinen Regeln hat sich noch nicht vollständig durchgesetzt. Eben
geht das Mittelalter zu Ende, in dem der Einzelne sich noch gegen
Fürstenwillkür zur Wehr setzen durfte. Im Streit der frühabsolutistischen Ordnung mit dem mittelalterlichen Ständestaat ist der Pferdehändler aber schon Willkür und Gewalt ausgeliefert. Wer hat Recht
und wie darf er das durchsetzen? Empört er sich zu seinem persönlichen Vorteil, also egoistisch, oder ist er Vorreiter einer kommenden Revolution? Mit den realen Bauernkriegen hatte Martin Luther
seine liebe Not. In der Novelle und auch in dieser Verfilmung weist
er den Gerechtigkeitsfanatiker stellvertretend zurecht. Der dänische Superstar Mads
Mikkelsen als Michael Kohlhaas ist ein überzeugender, grimmiger Rächer, der mit David
Bennent für sein Anliegen gleich einen kleinen Bauernkrieg lostritt. Die Prinzessin überrascht ihn bei den Friedensverhandlungen
im Badezuber. Sie umrundet ihn mit lasziven
Blicken und böse, erotische Gewaltfantasien
blitzen aus ihren Augen. Arnaud des Pallières
löst die Geschichte ganz aus ihrem historischen Kontext heraus, dreht also keineswegs
einen Kostümfilm. Aus dem Brandenburgischen der Vorlage versetzt er sie in die kargen französischen Chevennen, die der ewigen
Auseinandersetzung des Rebellen mit der
Obrigkeit einen archaischen Zug verleihen.
Zu dieser Landschaft passt das schöne, aber
auch schroffe Antlitz von Mads Mikkelsen, der
schon als wettergegerbter Wikinger geglänzt
hat. Diesen Mann umgibt aber auch ein poetischer Zauber, der seine Frau – auch sie opfert
sich später – ins Schwärmen geraten lässt.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mi, 18. Juni | 23:00 Uhr
Sa, 28. Juni | 21:00 Uhr
Festivalkino 2
Di, 24. Juni | 22:00 Uhr
Sa, 05. Juli | 22:30 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
Arnaud des Pallières
Geboren 1961 in Paris, arbeitete er zunächst als
Schauspieler, bevor er Regie an der renommierten
Filmhochschule La fémis in Paris studierte. Nach
einer Reihe von Kurzfilmen entstand 1997 mit
„Drancy Avenir“ seine erste Kinoproduktion in
Spielfilmlänge. Es folgten unter anderem die Filme
„Adieu“ (2003) und „Parc“ (2008), für die er auch
die Drehbücher verfasste.
Regie: Arnaud des Pallières
Buch: Christelle Berthevas,
Arnaud des Pallières
Länge: 122 Min.
Kamera: Jeanne Lapoirie
Schnitt: Sandie Bompar,
Arnaud des Pallières
Musik: Martin Wheeler
Ton: Jean-Pierre Duret, Jean Mallet,
Melissa Petitjean
Produzenten: Serge Lalou, Martina
Haubrich
Produktion:
Les Films d’Ici
62 boulevard Davout
75020 Paris
Tel.: +33 (0)1 44 52 23 23
courrier@lesfilmsdici.fr
www.lesfilmsdici.fr
LOOKS Filmproduktionen GmbH
info@looksfilm.tv
In Koproduktion mit ARTE France
Cinéma, ZDF/ARTE
Verleih:
polyband Medien GmbH
Balanstr. 73, Haus 11
81541 München
Tel.: +49 (0)89 42 00 30
www.polyband.de
contact@polyband.de
u Unsere Filme
41
mit
Anne Haug,
Matthias
Weidenhöfer,
Eva Bay
Lichtblicke
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Jahrmarkt der Eitelkeiten
Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
2012 wurde die Jungregisseurin Isabell Šuba mit ihrem Kurzfilm
nach Cannes eingeladen. Doch sie spielte das Spiel nicht mit. Sie ließ
die Schauspielerin Anne Haug ihre Identität und alle ihre offiziellen
Termine übernehmen und begleitete sie bei ihrem Auftritt auf dem
größten und wichtigsten Filmfestival der Welt. Daraus ist dieser fiktive, improvisierte Spielfilm entstanden. Drangvolle Enge herrscht im
Apartment, das sie mit ihrem Produzenten – ebenfalls einem Schauspieler – teilen soll, der auch noch zusätzliche Gäste eingeladen hat
und sich außerdem unfähig zeigt, seinen Pflichten als „Türöffner“
nachzukommen. Für viele Termine musste das Filmteam als Guerillatruppe ohne Drehgenehmigung die Filmschauplätze erobern. All
das, was man sich von einem Filmfestival erwartet, neue Kontakte
zu potenten Geldgebern oder ehrliche Anerkennung ihrer Arbeit, hat
das Festival von Cannes nicht zu bieten, vor allem nicht im Jahr 2012,
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mo, 30. Juni | 21:00 Uhr
Di, 01. Juli | 17:00 Uhr
Festivalkino 2
Mi, 02. Juli | 22:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
in dem es keinen einzigen Film einer Frau im
Hauptprogramm gab und Festivalchef Thierry Frémaux die Kritik daran arrogant an sich
abprallen ließ, so dass sich Isabell – und ihr
Alter Ego – Anne wirklich fehl am Platze fühlen. Die scheinbare Traumwelt entpuppt sich
als Albtraum. Überall ist es eng und voll, außerdem laut, teuer und dreckig. Da wo man
hin will, kommt man nie hin. Die strengen
Kleidungsregeln – kleines Schwarzes und
Pfennigabsätze – machen das Leben auch
nicht leichter. Die intelligente Tarnung der
Filmemacherin als Dokumentarfilmerin, die
der jungen Filmnovizin eine gewisse Anonymität garantierte und der intelligente Spielwitz der oft improvisierenden Schauspieler
garantierten bei diesem No-Budget-Film,
bei dem nur die Postproduktion bezahlt werden konnte, dessen ungewohnte Authentizität. Auf diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten
bestehen zu können, dazu gehört harte Arbeit und viel Selbstverleugnung. Aber wahr
ist auch: „Cannes ist doof“, aber wir wollen
trotzdem hin.
Isabell Šuba
Sie wurde 1981 in Berlin geboren. Zunächst
absolvierte sie ein Mediendesign-Studium an
der Media Design Akademie in Berlin, bevor sie
Film- und Fernsehregie an der Hochschule für Film
und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam studierte.
„Jetzt aber Ballett“ ist 2011 ihr Diplomfilm. Ihre
Experimentaldokumentation „Chica XX Mujer“
(2010) lief unter anderem bei den Internationalen
Filmfestspielen in Cannes und bildet die Grundlage
zu ihrem semidokumentarischen Spielfilm „Männer
zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“.
Regie: Isabell Šuba
Buch: Isabell Šuba, Lisa Glock
Länge: 83 Min.
Kamera: Johannes Louis
Schnitt: Clemens Walter
Musik: Hector Marroquin
Ton: Tina Laschke
Produzenten: Matthias Weidenhöfer,
Isabell Šuba
Produktion:
Beauty Killed The Beast
Lenke & Weidenhöfer GbR
Samariterstr. 22
10247 Berlin
Tel.: +49 (0)3212 55 50 32 1
info@beautykilledthebeast.com
www.beautykilledthebeast.com
In Koproduktion mit Hochschule für
Film und Fernsehen Konrad Wolf
Verleih:
missingFILMs
Proskauer Str. 34
10247 Berlin
Tel.: +49 (0)30 28 36 530
verleih@missingfilms.de
www.missingfilms.de
42
u Unsere Filme
mit
Kathrin Waligura,
Peter Trabner,
Deborah
Kaufmann
Lichtblicke
Ehekrise mit Überraschung
Familienfieber
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
Es ist ja schrecklich, wenn man entdeckt, dass die Ehefrau jeden
Freitag keineswegs länger arbeitet, sondern sich mit einem anderen Mann vergnügt. Doch was ist, wenn man den Nebenbuhler kennen lernt und eigentlich supernett findet? Normalerweise kommen
solche Treffen ja nie zustande. Es sei denn, der Zufall spielt mit. In
dieser Geschichte wird der Zufall von der jüngeren Generation ausgelöst. Der halbwüchsige Sohn Nico wird von seiner Liebsten Alina
ins Brandenburgische zum Familientreffen eingeladen. Die beiden
Familien sollen sich kennen lernen. Papa Uwe klebt Plakate in Berlin und darf sich gelegentlich den Firmenbus ausleihen. Doch der
springt selten sofort an. Seine Beziehung zu seiner Frau Maja ist
ebenfalls einigermaßen glanzlos in Routine erstarrt. Uwe gibt sich
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 19. Juni | 11:05 Uhr
So, 22. Juni | 13:00 Uhr
Festivalkino 2
Sa, 21. Juni | 18:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
nicht einmal mehr Mühe, sich einigermaßen
ordentlich anzuziehen. So kommt diese Familie bei Alinas Eltern im hochherrschaftlichen Schloss in Berlins Peripherie an. Maja
ist schockiert, als sie im Papa der zukünftigen Schwiegertochter ihren Liebhaber in
Berlin erkennt. Es dauert ein bisschen, bis
sie sich traut, diesen Skandal öffentlich zu
machen. Man hat es sich schon auf Sonnenliegen bequem gemacht und alle haben sich
miteinander angefreundet. Dann erst platzt
die Bombe. Was wird passieren? Grausiges Unglück oder fröhliche Wahlverwandtschaften? Zusammenraufen müssen sich
diese vier sowieso, denn ihre Sprösslinge
sind längst schon weiter. Eine Schwangerschaft steht ins Haus. Ehekonzepte, Fragen
von Liebe und Treue und von Zukunft und
Wahrhaftigkeit sollten da schnell verhandelt
werden in dieser Sommerkomödie der Eitelkeiten. Es sei jetzt schon verraten: Gut geht’s
aus, das Familienfieber.
Nico Sommer
ist gebürtiger Berliner und Jahrgang 1983.
Nach zahlreichen Praktika im Bereich Film und
Fernsehen, einer Regieassistenzausbildung,
Auftragsarbeiten für verschiedene Agenturen und
Firmen, sowie der Teilnahme am Schauspielcoaching der Sat1 Talent Class 2008, studierte er an
der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt
Spiel- und Dokumentarfilmregie. Mit seinem
preisgekrönten Film „Silvi“ (2013) war er bereits
letztes Jahr auf unserem Festival zu Gast.
Regie: Nico Sommer
Buch: Daniel Fink
Länge: 78 Min.
Kamera: Eugen Gritschneder
Schnitt: Bernhard Strubel
Musik: Universal
Ton: Leonard Bahro
Produzent: Nico Sommer
Produktion:
süsssauer Filmproduktion
Postfach 44 04 05
12004 Berlin
Tel.: auf Anfrage
mail@suesssauerfilm.de
www.suesssauerfilm.de
In Koproduktion mit traumfängerfilm
Verleih:
Daredo Media GmbH
R1, 1
68161 Mannheim
Tel.: +49 (0)621 12 28 58 11
info@daredo.com
www.daredo.com
u Unsere Filme
43
Reigen der Lebensgeschichten
Ohne dich
mit
Katja Riemann,
Charly Hübner,
Helen Woigk,
Rolf Hoppe
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Drei Geschichten, die irgendwie zusammenhängen und immer
wieder miteinander konkurrieren. Drei Paare und ihre melodramatischen Verwicklungen. Die engagierte Hebamme Rosa mit
dem gelben Rock liebt den Therapeuten Marcel. Friede, Freude,
Eierkuchen, so scheint es. Die Kellnerin Motte ist schwanger, doch
ihr Freund Neo weiß nicht, ob er sich als hetero oder doch lieber
als schwul betrachten soll. Putzfrau Layla fühlt sich verlassen. Ihr
Liebhaber Navid ist zu einer Jüngeren gegangen. Im Hintergrund
lauert das Schicksal. Rosa wird vom Krebs aufgefressen, was Ehemann Marcel gar nicht begreifen mag. Doch irgendwann müssen
die beiden ihren Kampf gegen das Unvermeidliche aufgeben, auch
wenn die Hebamme der gute Geist in so vielen Lebensgeschichten
gewesen ist. Die Punklady Motte hat noch
keinen Plan für ihr Leben. Sie will ihr Baby
zunächst keinesfalls behalten und Layla
spürt, dass ihr Leben so sehr aus dem Lot
geraten ist, dass sie dessen Bruchstücke
nicht mehr zusammenfügen kann. In diesen Konflikten und Schicksalsmomenten
müssen sich alle bewähren. Rosa macht
weiter bis zum Schluss, wobei Marcel ihr
verzweifelt zuschaut. Motte wird ihr Baby
trotzdem bekommen und Layla muss begreifen, dass mit dem Ende einer Beziehung nicht alles vorbei ist. In einer Nacht
eskalieren alle drei Geschichten zu einer
einzigen großen Erzählung des menschlichen Lebens mit Liebe, Tod und immer
wieder aufscheinender Hoffnung. Klar ist:
Alle Geschichten sind irgendwie Liebesgeschichten. Das eine stirbt. Das andere
beginnt zu leben. Ein bunter Reigen der
Lebensgeschichten, der zeigt: Jede ist so
wertvoll wie die andere, und die Momente
des Glücks sind schnell vorbei.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 26. Juni | 21:00 Uhr
Fr, 27. Juni | 19:00 Uhr
Festivalkino 2
Sa, 28. Juni | 18:00 Uhr
So, 29. Juni | 16:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
Alexandre Powelz
wurde 1970 in München geboren und studierte
Literatur- und Medienwissenschaften an der HeinrichHeine-Universität in Düsseldorf. Im Bereich Drehbuch
absolvierte er eine Weiterbildung an der Internationalen Filmschule Köln und arbeitete unter anderem als
Drehbuchautor sowie Regie- und Produktionsassistent.
Sein Kurzfilm „Phantomschmerz“ (2007) lief auf
verschiedenen internationalen Filmfestivals.
„Ohne Dich“ ist sein erster Spielfilm.
Regie: Alexandre Powelz
Buch: Alexandre Powelz,
Alexandra Umminger
Länge: 90 Min.
Kamera: Eeva Fleig
Schnitt: Annemarie Bremer,
Karin Jacobs
Musik: Uwe Bossenz
Ton: Frank Tenge
Produzenten: Gloria Burkert, Günter
Moritz, Monika Agler, Andreas Born,
Alexander Seib, Stephan Wagner
Redaktion: Stefanie Groß (SWR),
Prof. Dr. Andreas Schreitmüller (ARTE),
Lili Kobbe (HR), Meike Götz (MDR)
Produktion:
teamWERK.
Die FilmProduktion GmbH
Olgastr. 83
70182 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 22 16 14
info@team-werk.de
www.team-werk.de
ophir Film GmbH
ophir@ophirfilm.com
carte blanche Film GmbH
mail@carteblanche-film.com
Verleih:
CAMINO Filmverleih GmbH
Herdweg 27
70174 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 16 22 11 81 0
info@camino-film.com
www.camino-film.com
u Unsere Filme
44
Nur zur Weihnachtszeit
Stille Nächte
mit
Katharina
Schüttler,
Matthias
Koeberlin,
Katharina
Thalbach,
Hanns Zischler
Georg und Rita leben längst getrennt. Doch immer wieder lässt sich
die Friseurin von dem Krankenpfleger überzeugen, wenigstens für
Weihnachten als glückliches Paar beim Elternbesuch aufzutreten.
Immer verspricht er ihr: das sei nun das allerletzte Mal. Endlich
solle er seinen Eltern die Wahrheit sagen. Im „die Wahrheit sagen“
sind die beiden allerdings sowieso nicht besonders gut. Sie spielen
einander allerlei vor. Georg mimt den erfolgreichen Arzt, indem
er sich von seinem Freund den Kittel leiht. In glücklichen neuen
Beziehungen leben beide auch nicht, wie sie einander vormachen.
Rita steht mit ihrem „erfolgreichen“ Friseursalon tatsächlich kurz
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
vor der Pleite. So werden die Weihnachtsfeste zu fröhlichen Lügenpartys. Hinter den
komplizierten Lügengespinsten, das ist die
sympathische These des Films, verbergen
sich jedoch tiefere Wahrheiten. Georg hat
niemals aufgehört Rita zu lieben und wenn
er in diesem Leben auch kein Oberarzt
mehr werden wird, ist er ein grundgütiger
Mensch. Im Rhythmus der Weihnachtsfeste
lernen wir die beiden Paare immer besser
kennen und trauen ihnen auf einmal zu,
ihr wahres Leben im falschen tatsächlich
zu begreifen. Auch das scheinbar glückliche und zufriedene Elternpaar hat natürlich seine Geheimnisse und das führt auch
zu dem, was wir gemeinhin „Happy-End“
nennen. „Stille Nächte“ sind schließlich das
Kraftzentrum des Eheglücks. Eine Komödie der Weisheit mit vorzüglich aufgelegten
Darstellern. Besonders Katharina Thalbach
und Hanns Zischler hat man so noch nicht
gesehen. Da macht es auch nichts, dass es
bis Weihnachten noch sechs Monate sind.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Fr, 27. Juni | 17:00 Uhr
Festivalkino 2
Di, 24. Juni | 20:00 Uhr
Mi, 25. Juni | 22:00 Uhr
Do, 26. Juni | 18:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
Horst J. Sczerba
kam 1947 in Krefeld zur Welt. Er studierte zunächst Medizin
und arbeitete mehrere Jahre als Arzt, bevor er Autor für
Hörfunk, Fernsehen und Film wurde. Er realisierte unter anderem die Filme „Die Schamlosen“ (1994), „Halt mich fest!“
(1999) und „Herz“ (2001). Für seinen Film „Die Unschuld
der Krähen“ wurde Sczerba 1999 in der Kategorie „Bestes
Buch“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Regie & Buch: Horst J. Sczerba
Länge: 90 Min.
Kamera: Hagen Bogdanski
Schnitt: Tina Freitag
Musik: Oliver Heuss
Ton: Joern Martens
Produzentin: Sabine Timmermann
Redaktion: Stefan Kruppa
(ARD Degeto)
Produktion:
Studio Hamburg FilmProduktion GmbH
Jenfelder Allee 80
22039 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 66 88 0
produktion@studio-hamburg.de
www.studio-hamburg-filmproduktion.de
Im Auftrag von ARD Degeto
u Unsere Filme
45
mit
Jürgen Vogel,
Moritz Bleibtreu,
Georg Friedrich
Lichtblicke
im Kino
Wie finde ich mich?
Stereo
u Spielzeiten
Erik ist ein Motorradschrauber und endlich – so glaubt er – hat er
sein Glück gefunden mit Julia und deren kleiner Tochter. Er zieht
mit der neuen Patchworkfamilie in eine Kleinstadt auf dem Land.
Doch dann taucht dieser nervige Typ mit dem Kapuzenpulli auf.
Henry lässt Erik nicht mehr aus den Klauen. Was will er? Gibt’s ihn
überhaupt? Denn nur Erik scheint ihn tatsächlich zu sehen. Immer
wieder ist Henry in der Nähe. Sitzt einfach im hohen Gras nebenan oder kommentiert die Gespräche, die Erik mit seiner Freundin
führt. Erik versucht den unbequemen Begleiter wieder loszuwerden
und begibt sich dann doch auf eine völlig unerwartete Albtraumreise. Wer oder was ist Henry? Ein Schatten? Ein Doppelgänger? Eine
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Fr, 27. Juni | 23:00 Uhr
Festivalkino 2
So, 29. Juni | 22:00 Uhr
So, 06. Juli | 20:00 Uhr
u FSK: ab 16 Jahre
Maximilian Erlenwein
wurde 1975 in Berlin geboren. Er studierte Soziologie
und Medienwissenschaften in Marburg, bevor er ein
Regie-Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin absolvierte. Für seinen Kurzfilm „Blackout“ (2005) erhielt er unter anderem den Preis der
Deutschen Filmkritik. Sein Langfilmdebüt „Schwerkraft“
(2009) mit Jürgen Vogel und Fabian Hinrichs, für das er
auch das Drehbuch schrieb, wurde mit dem First Steps
Award und dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet.
Regie: Maximilian Erlenwein
Buch: Maximilian Erlenwein
Länge: 94 Min.
Kamera: Ngo The Chau
Schnitt: Sven Budelmann
Musik: Enis Rotthoff
Ton: Christoph Schilling
Produzenten: Alexander Bickenbach,
Manuel Bickenbach, Khaled Kaissar
düstere Bedrohung? Und dann tauchen auch
noch zwei durchgeknallte, gar nicht so kleine
Gangster auf, die sogar Eriks neue Familie
bedrohen. Sie behaupten, etwas von früher
zu wissen und sind völlig sicher, dass Erik ein
anderer ist. Erik versucht, die auftauchenden
Schatten der Vergangenheit abzuschütteln,
doch wer kann ihm dabei helfen? Henry vielleicht? Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu
sind das Zweierteam, das diesen Film prägt.
Regisseur Maximilian Erlenwein schickt sie
von einem in den nächsten Albtraum, jongliert mit den Versatzstücken des Paranoiathrillers bis kaum mehr klar ist, wer wer sein
könnte. Was steckt hinter dieser Geschichte?
Ganz ehrlich: Das müssen Sie selbst herausfinden. Doch die Fährten sind gelegt. Und
Deutschlands beste männliche Schauspieler
als Duo tun ein Übriges, um diesen Film zu
einem intelligenten Genrefilm der Extraklasse zu machen. Wer ist wer und warum? Sie
werden diese Frage erst nach der allerletzten Szene beantworten können.
Produktion:
Frisbeefilms GmbH & Co. KG
Mulackstr. 19
10119 Berlin
Tel.: +49 (0)30 24 62 83 30
info@frisbeefilms.com
www.frisbeefilms.com
Kaissar Film
info@kaissar-film.com
In Koproduktion mit Wild Bunch
Germany, ZDF Das kleine
Fernsehspiel
In Zusammenarbeit mit ARTE
Verleih:
Wild Bunch Germany GmbH
Holzstr. 30
80469 München
Tel.: +49 (0)89 44 45 56 64 4
office@wildbunch-germany.de
www.wildbunch-germany.de
u Unsere Filme
46
Eiskalte Businesswelt
Zeit der Kannibalen
mit
Devid Striesow,
Sebastian
Blomberg,
Katharina
Schüttler
Lichtblicke
im Kino
Drei Unternehmensberater in der nigerianischen Stadt Lagos.
Der Blick aus dem Fenster zeigt nichts anderes als der in Indien
oder Pakistan. Dazu Flure, Türen, Hotelzimmer, Besprechungsräume. Die Welt der Globalisierung mit ihren Videokonferenzen und coolen Telefonaten. Kai und Frank sind ein bewährtes
Team. Aber genützt hat ihnen das bislang nicht besonders viel.
Ihr schlimmster Rivale Hellinger ist gerade zum Partner in der
Firma befördert worden. Und dann kommt diese neue Kollegin
Bianca, die nun mit ihnen, argwöhnisch beobachtet, im Hotel sitzt.
Erstaunlicherweise gibt es auch noch eine Außenwelt. Militante
Islamisten besetzen das Hotel und wollen ins Hotelzimmer ein-
dringen. Das Berater-Trio glaubt, alles „da
draußen“ nicht zu brauchen. Obwohl sie
skrupellos über Schicksale von Firmen und
Menschen in diversen Regionen der Welt
entscheiden, machen sie keinen Schritt in
die Wirklichkeit der Länder, die sie nach
Gewinnchancen durchkämmen. Die beiden Männer haben diverse Marotten und
vor allem Frank Öllers ist ziemlich unberechenbar. Die Männer sind am Rande des
Wahnsinns. Zynisch und sarkastisch mit
rabenschwarzem Humor spießt Regisseur
Johannes Naber die Menschenverachtung
der globalisierten Geschäftswelt auf. Jeder
kämpft mit undurchsichtigen Tricks gegen jeden und manchmal spielen die drei
„über Bande” mit ihren heimischen HeadOffices. Doch ihre Chefs sind nicht besser
und harte Bandagen sowieso gewohnt.
Das
grandiose Darstellertrio entwirft Figuren
wie aus dem Tollhaus. Und so scheint hinter der Komödie immer wieder die Tragödie auf. Businesssprech und andere
Platitüden werden zu den Bausteinen einer
irrealen Welt.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mi, 25. Juni | 19:00 Uhr
Festivalkino 2
Mi, 18. Juni | 23:00 Uhr
So, 22. Juni | 22:00 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
Johannes Naber
Geboren 1971 in Baden-Baden, studierte Naber
zunächst Philosophie und Indische Philologie an der
Freien Universität Berlin. Im Anschluss absolvierte er
den Studiengang Film und Medien an der Filmakademie
Baden-Württemberg und machte 1999 sein Diplom im
Fachbereich Dokumentarfilm. Für sein Kinodebüt „Der
Albaner“ (2010) wurde er 2011 mit dem Max Ophüls
Preis, dem Silver George des Internationalen Filmfestivals in Moskau und bei unserem Festival mit dem Preis
für die Beste Regie ausgezeichnet.
Regie: Johannes Naber
Buch: Stefan Weigl
Länge: 93 Min.
Kamera: Pascal Schmit
Schnitt: Ben von Grafenstein
Musik: Cornelius Schwehr
Ton: André Zacher
Produzentin: Milena Maitz
Produktion:
Studio.TV.Film Produktion
Bergmannstraße 102
10961 Berlin
Tel.: +49 (0)30 61 62 85 0
st@studio-tv-film.de
www.studio-tv-film.de
In Koproduktion mit dem WDR,
BR und arte
Verleih:
farbfilm verleih GmbH
Boxhagener Str. 106
10245 Berlin
Tel.: +49 (0)30 29 77 29 44
info@farbfilm-verleih.de
www.farbfilm-verleih.de
u Unsere Filme
47
mit
Victoria
Trauttmansdorff,
Hans-Jochen
Wagner,
Dagmar Manzel,
Ernst Stötzner
Lichtblicke
im Kino
Das Schweigen der Weisheit
Stiller Sommer
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
Plötzlich ist ihre Stimme weg. Eben hat die Kunsthistorikerin Kristine noch eine erfolgreiche Auktion geleitet und dann dies. Offenbar
braucht sie dringend eine Auszeit, zum Beispiel im Ferienhaus in
den Cevennen. Dort trifft sie auf ihre Tochter und deren Freund. Das
geheimnisvolle Schweigen der Mutter sorgt jedoch für einige Verwicklungen. Die Dorfgemeinschaft aus Franzosen und deutschen
Exilanten ist verblüfft von dem, was geschieht. Kristine beginnt eine
heimliche Affäre mit dem Freund ihrer Tochter und die Leichtigkeit
des französischen Sommers ist schnell perdu. Als Kristines Mann
Herbert eintrifft, verkomplizieren sich die Dinge immer weiter. Über
den Seitensprung seiner schweigenden Frau mag er noch hinwegsehen, aber auch er wird mit Lebenslügen und verlorenen Träumen
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Do, 03. Juli | 19:00 Uhr
Festivalkino 2
Sa, 21. Juni | 16:00 Uhr
So, 22. Juni | 16:00 Uhr
u FSK: ab 6 Jahre
konfrontiert. Einmal Südfrankreich und zurück. Da kann schon einiges durcheinander geraten. Die träge Sommerstimmung
verwandelt sich unmerklich in nicht immer
heitere Melancholie. Ein kleiner großer Film
von den alltäglichen Dingen des Lebens, die
uns zu den wildesten Fantasien anstacheln.
Wir hängen ab im Ruderboot und gleichzeitig zieht unser ganzes Leben an uns vorbei.
Alle Lebenslügen kommen raus, aber auch
alle Hoffnungen und alle neuen Gelegenheiten. Stille Sommer bieten – das zeigt auch
dieser Film – alle Gelegenheiten zur Selbstbesinnung, dazu muss man nicht einmal ins
konsequente Schweigen verfallen. Das Leben ist im Grunde einfach. Man kann es aber
auch schwierig und kompliziert gestalten,
was es manchmal auch ist. Beziehungen
geraten in die „schwere See“ des Zweifels
und man kann sie nur wieder herausrudern,
wenn man den „wilden Gewässern“ der
Neuorientierung vertraut.
Nana Neul
wurde 1974 in Werther in Nordrhein-Westfalen geboren.
Sie studierte zunächst Regie an der Kunsthochschule
für Medien in Köln und absolvierte später die Münchner
Drehbuchwerkstatt. Nach vielen Kurzfilmen und Drehbüchern kommt 2008 ihr Langfilm-Debüt „Mein Freund aus
Faro“ in die Kinos, der auch beim Festival des deutschen
Films 2008 gezeigt wurde. Das feinfühlige Drama um ein
Mädchen, das sich als Junge ausgibt, wurde mit dem Max
Ophüls Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet.
Regie & Buch: Nana Neul
Länge: 86 Min.
Kamera: Leah Striker
Schnitt: Isabel Meier, Dora Vajda
Musik: Jörg-Martin Wagner,
Henning Grabow
Ton: Matthias Haeb
Produzenten: Jörg Siepmann,
Harry Flöter
Produktion:
2Pilots Filmproduction GmbH
Eigelstein 78
50668 Köln
Tel.: +49 (0)221 91 30 15 3
2pilots@2pilots.de
www.2pilots.de
In Koproduktion mit dem SWR
Verleih:
Zorro Film GmbH
Astallerstr. 23
80339 München
Tel.: +49 (0)89 45 23 52 9 0
info@zorrofilm.de
www.zorrofilm.de
48
u Unsere Filme
Erfrischende Komödie der Lebensweisheiten
Über-­Ich und du
mit
André Wilms,
Georg Friedrich
Lichtblicke
im Kino
Der hochbetagte Philosoph Curt Ledig kann immer noch kluge Dinge
im Fernsehinterview von sich geben, aber alleine kann man ihn nicht
mehr lassen. Das denkt jedenfalls dessen Tochter und kümmert sich
darum jemanden zu finden, der ihn durch den Tag begleitet. Und so
ist sie froh als Nick auftaucht. Der ist jedoch keineswegs der bestellte Pfleger. Nick ist ein Gelegenheitsgauner, der wieder einmal untertauchen muss und sich außerdem für die wertvollen Bücher des
Alten interessiert. Deshalb klärt er den Irrtum nicht auf und schickt
den jungen Mann, der bald auftaucht, wieder weg, indem er behauptet, Ledig sei plötzlich verstorben und so erübrige sich dessen Anwesenheit. Doch der Philosoph ist natürlich quicklebendig und so entwickelt sich schnell eine ungewöhnliche Kumpelkomödie mit diesen
so verschiedenen Charakteren. Curt macht
den schlichten Ganoven zu seinem psychologischen Studienobjekt, während Nick sich
in einem sicheren Versteck mit gewaltigen
Bücherschätzen wähnt. Zwischen Slapstick,
Ironie und tieferer Bedeutung mit groteskem Hintersinn entwickelt sich eine kuriose
Freundschaft, die soweit geht, dass der Psychologe den Gangster, den er bald durchschaut, zum Zwecke der Therapie bis zum
Hals einbuddelt, damit er zuhört. Viel Komik
zieht der Film auch aus den Marotten und
der spleenigen Lebensweise des Alten. Ein
gelegentlich verspielter Film mit vielen humorvollen Details, die man entdecken kann.
Der bislang als todernster Filmemacher bekannte Benjamin Heisenberg – mehrfach bei
uns zu Gast – hat sich offenbar seinen ganzen
Witz für diesen Ausflug ins Komödiengenre
aufgespart und einen äußerst kurzweiligen,
intelligenten Filmspaß fabriziert. Vielleicht
sollten sich Philosophen häufiger mit kleinen
Gaunern an einen Tisch setzen.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mi, 18. Juni | 21:30 Uhr
Di, 24. Juni | 21:00 Uhr
Do, 26. Juni | 17:00 Uhr
u FSK: ab 6 Jahre
Benjamin Heisenberg
Nach dem Studium der Freien Bildhauerei an der Akademie
der Bildenden Künste in München studierte der gebürtige
Tübinger (1974) Regie an der Hochschule für Fernsehen und
Film in München. Zusammen mit Christoph Hochhäusler
und Sebastian Kutzli gründete er 1998 die Filmzeitschrift
„Revolver“. Sowohl sein Film „Schläfer“ (2005), der mit dem
First Steps Award und dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet
wurde, als auch sein Spielfilm „Der Räuber“ (2010) wurden
bei unserem Festival gezeigt. Für „Der Räuber“ wurde
Heisenberg mit dem Bayerischen Filmpreis als Bester
Nachwuchsregisseur geehrt.
Regie: Benjamin Heisenberg
Buch: Benjamin Heisenberg,
Josef Lechner
Länge: 94 Min.
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Stefan Kälin,
Andreas Wodraschke
Musik: Lorenz Dangel
Ton: Laurent Barbey
Produzenten: Janine Jackowski,
Jonas Dornbach, Maren Ade
In Koproduktion mit Vega Film,
Novotny & Novotny Filmproduktion
und Peter Heilrath Filmproduktion
Produktion:
Komplizen Film GmbH
Hagelberger Straße 57
10965 Berlin
Tel.: +49 (0)30 78 89 33 40
info@komplizenfilm.de
www.komplizenfilm.de
Verleih:
Piffl Medien GmbH
Boxhagener Straße 18
10245 Berlin
Tel.: +49 (0)30 29 36 16 0
info@pifflmedien.de
www.piffl-medien.de
u Unsere Filme
49
mit
Maria Schrader,
Johannes Krisch,
Ronald Zehrfeld,
Sandra Hüller
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Identitätssuche
Vergiss mein Ich
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
Lenas biografisches Gedächtnis ist total verschwunden. Sie weiß
nicht einmal mehr von ihrer Höhenangst. Eine unbemerkte Hirnhautentzündung hat eine retrograde Amnesie ausgelöst. Jetzt kann
sie sich weder an ihren Mann noch an ihre Freunde erinnern. Sie
kennt auch die elementarsten Gefühle nicht. „Aha, Lachen”, sagt sie
zum Beispiel und versucht zu verstehen was Freude ist. Auf alten
Fotos erkennt sie sich nicht wieder und fühlt sich in ihrem angeblichen alten Leben völlig fremd. Sie hat ihre Identität verloren. Auch
moralische Grundsätze, wie das Treueversprechen ihrem Ehemann
gegenüber, kennt sie nicht. Ehemann Tore und auch alle Freunde
versuchen, sie einfach nur in ihr altes Leben zurückzuholen, buchstabieren es ihr quasi vor und eine Weile versucht Lena, ihr Leben
mit allen Worthülsen und Verhaltensweisen nachzuspielen. Doch
die alte Hülle taugt nichts mehr. Normalerweise hat jeder in sei-
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mi, 25. Juni | 21:00 Uhr
Festivalkino 2
Sa, 21. Juni | 20:00 Uhr
So, 22. Juni | 18:00 Uhr
Di, 24. Juni | 16:00 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
nem Leben nur eine einzige, mühsam genug
erarbeitete Identität und kaum eine Chance, in eine andere zu schlüpfen. Regisseur
Jan Schomburg ergreift in diesem Film
entschlossen die Möglichkeit zu einem Gedankenexperiment: Wie wäre es, wenn wir
die Gelegenheit bekämen uns völlig neu zu
erfinden – bis in die Haarspitzen hinein der
Ordnung der Dinge in unserem Inneren eine
neue Architektur zu geben? Irgendwann
gehen Filmfigur Lena all die Versuche ihrer Umgebung, sie immer wieder auf die
gewohnte Identität festzulegen, zu weit. Sie
erkennt, dass ihr Drang sich neu zu erfinden,
allen anderen einfach nur unbequem ist –
vielleicht, weil sie sich selbst vor ähnlichen
Wünschen schützen wollen. Wer etwas im
Kino lernen will ist nicht ganz falsch in diesem Film, der ein philosophisches Konzept
vertritt: Sind wir verdammt dazu, ein einziges Identitätskonzept zu verfolgen? Oder
können wir dem doch entfliehen? Und sei es
nur für ein paar Kinostunden, da kann man ja
sowieso mehrere Leben leben.
Jan Schomburg
Er wurde 1976 in Aachen geboren. An der Kunsthochschule Kassel belegte er zunächst den Studiengang
Visuelle Kommunikation, bevor er Filmregie an der
Kunsthochschule für Medien in Köln studierte. Er
realisierte mehrere prämierte Kurzfilme, darunter „Nie
solo sein“ (2004). Sein erster Kinospielfilm „Über uns
das All“ (2011) wurde beim Festival des deutschen
Films mit dem Drehbuchpreis und der Besonderen
Auszeichnung der Jury geehrt.
Regie: Jan Schomburg
Buch: Jan Schomburg
Länge: 93 Min.
Kamera: Marc Comes
Schnitt: Bernd Euscher
Musik: Tobias Wagner,
Steven Schwalbe, Chris Bremus
Ton: William Franck, Andreas Hildebrandt
Produzenten: Claudia Steffen,
Christoph Friedel
Redaktion: Andrea Hanke (WDR)
Produktion:
Pandora Film Produktion GmbH
Balthasarstr. 79-81
50670 Köln
Tel.: +49 (0)221 97 33 20
info@pandorafilm.com
www.pandorafilm.com
In Koproduktion mit dem WDR
Verleih:
Real Fiction Filmverleih e.K.
Hansaring 98
50670 Köln
Tel.: +49 (0)221 95 22 11 1
info@realfictionfilme.de
www.realfictionfilme.de
u Unsere Filme
50
Im Westen den Osten fühlen
Westen
mit
Jördis Triebel,
Alexander
Scheer
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Nelly ist eine promovierte Chemikerin, die 1978 auf abenteuerliche Weise aus der DDR flieht. Sie kommt in ein Notaufnahmelager.
Die ersten Zigaretten schmecken ein bisschen nach Freiheit, aber
das Leben ist karg und trist. Sie ist keine Dissidentin, aber nach
dem Tod ihres Mannes wollte sie ein ganz neues Leben beginnen.
Ganz unpolitisch ist ihre Flucht nicht. Sie ist jedoch keine typische
Gegnerin des DDR-Regimes. Das findet jedenfalls der sie verhörende CIA-Offizier. Nelly ist verdächtig. Und plötzlich ist alles anders.
Die Durchsuchungen, die sie über sich ergehen lassen muss und
die peinlichen Befragungen durch den US-Geheimdienst erinnern
sie allzu sehr an die heimische Stasi. Im Transitraum zum goldenen
Westen beschleichen sie Zweifel. Vom Osten aus gesehen leuch-
tete der Westen wie das Versprechen eines
besseren Lebens. Nun verliert er nach und
nach seine Verführungskraft. Nicht dagegen
die Männer, die sie, mal selbstbewusst, mal
zögerlich, in ihr neues Leben lässt. Ein sehr
differenzierter und einfühlsamer Film, der
in der Schattenwelt des Kalten Kriegs nicht
die Systemfrage stellen, sondern ohne ideologische Scheuklappen deutlich machen
will, dass sich hinter jeder Fluchtgeschichte
ein besonderes Schicksal verbirgt. Regisseur Christian Schwochow – auf Rügen geboren und dann in Hannover aufgewachsen
– hat sich in seinem vierten Spielfilm den
Übergang vom einen ins andere System als
Thema vorgenommen. Seine Mutter Heide schrieb das Drehbuch und hat mit ihm
eine ähnliche Geschichte erlebt. Der Film
folgt aber vor allem dem Roman „Lagerfeuer” von Julia Franck, die als Kind selbst
in einem Lager in Berlin-Marienfelde war.
25 Jahre nach dem Mauerfall sind neue Blicke möglich.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Di, 24. Juni | 17:00 Uhr
Fr, 27. Juni | 21:00 Uhr
So, 29. Juni | 13:00 Uhr
Festivalkino 2
Do, 26. Juni | 20:00 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
Christian Schwochow
kam 1978 in Bergen auf Rügen zur Welt. Zunächst
arbeitete Schwochow als Autor und Sprecher für verschiedene Fernseh- und Radiosender, bevor er Filmregie
an der Filmakademie Baden Württemberg studierte.
Sein Abschlussfilm „Novemberkind“ (2008) mit Anna
Maria Mühe und Ulrich Matthes wurde unter anderem
mit dem Publikumspreis des Max Ophüls Filmfestivals
ausgezeichnet. Mit „Die Unsichtbare" (2011) war er
2012 bei unserem Festival zu Gast. Für seine Verfilmung
des Romans „Der Turm“ (2012) von Uwe Tellkamp erhielt
er vergangenes Jahr den Grimme-Preis.
Regie: Christian Schwochow
Buch: Heide Schwochow
Länge: 98 Min.
Kamera: Frank Lamm
Schnitt: Jens Klüber
Musik: Lorenz Dangel
Ton: Jörg Kidrowski
Produzenten: Katrin Schlösser,
Thomas Kufus, Christoph Friedel
Redaktion: Dr. Barbara Buhl (WDR),
Stefanie Groß (SWR), Cooky Ziesche
(rbb), Georg Steinert (ARTE)
Produktion:
Ö- Filmproduktion GmbH
Katrin Schlösser
Erich-Weinert-Straße 59
10439 Berlin
Tel.: +49 (0)30 44 00 80 77
mail@oefilm.de
www.oefilm.de
zero one film
office@zeroone.de
Terz Filmproduktion
info@terzfilm.de
In Koproduktion mit
Senator Film Produktion,
WDR, SWR, rbb, ARTE
Verleih:
Edition Senator
Senator Film Verleih
Schönhauser Allee 53
10437 Berlin
Tel.:+49 (0)30 88 09 17 00
info@senator.de
www.senator.de
u Unsere Filme
51
mit
Vedat Erincin,
Burak Yigit,
Thorsten Merten,
Klaus Manchen
Lichtblicke
im Kino
Leben, aber wie?
Willkommen bei Habib
u Spielzeiten
Die Müllabfuhr streikt in Stuttgart. Überall liegen Müllsäcke
herum. Und im Leben der vier Hauptfiguren sieht es auch nicht
ordentlicher aus. Bruno fliegt über Nacht aus seiner Baufirma,
richtet sich auf einer Verkehrsinsel vor dem Firmengebäude provisorisch ein und schimpft zurück. Er wird Fremder im eigenen
Land, so wie der Türke Habib von der Gyrosbude gleich nebenan sich von seinem Land entfremdet fühlt. Natürlich finden diese beiden schnell zusammen. Bruno wird bei ihm arbeiten. Habibs Sohn Jan, der lieber türkisch Neco heißen will, möchte in
die Türkei und dort ganz neu anfangen. Ein paar kleinkriminelle
Typen sind nämlich hinter ihm und seinem schicken Cabrio her.
Eben hat er sich in eine deutsche Studentin verliebt. Die würde
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
So, 29. Juni | 21:30 Uhr
Festivalkino 2
Fr, 27. Juni | 20:00 Uhr
Sa, 28. Juni | 16:00 Uhr
schon mitgehen, wenn sie nicht bald erführe, dass Neco eigentlich schon längst verheiratet ist. Zu jung sei er damals gewesen, verteidigt er sich. Außerdem ist er so
deutsch sozialisiert, dass ihm die Eingliederung in die türkische Gesellschaft sicher
schwer fiele. Habib hingegen hat seinerzeit beim Verlassen seiner Heimat seine
Jugendliebe zurückgelassen. In vier Tagen
und einer turbulenten Nacht kreuzen sich
diese Lebensgeschichten. Bei Habib taucht
ein alter Bekannter aus der Türkei auf und
erzählt ihm, dass seine Jugendliebe einen
anderen geheiratet hat und in ein paar
Tagen nach Deutschland kommen wird,
um ihre Tochter zu verheiraten. Er lässt
ihm auch gleich eine Einladung zur Feier
da. Für Habib wird die Wiederbegegnung
eine schwere Prüfung, ebenso wie Neco
endgültig in die Fänge seiner kriminellen
Freunde gerät. Erst der Sonnenaufgang
rückt die Dinge zurecht in dieser sympathischen Multi-Kulti-Komödie.
u FSK: ab 6 Jahre
Michael Baumann
Geboren 1970 in München, studierte er Regie an der
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in PotsdamBabelsberg. Sein Abschlussfilm und gleichzeitig sein erster
großer Spielfilm ist das ZDF-Roadmovie „Weg!“ (2001). Im
Jahr 2009 inszenierte er am Staatstheater Stuttgart gemeinsam mit Eike Hannemann den „Woyzeck“ als Filmbühnenspiel. Sein erster Dokumentarfilm „Waschen & Leben“ (2010)
handelt von einem Stuttgarter Frisiersalon. Für das Drehbuch
zu „Willkommen bei Habib“ wurde Baumann bereits 2012 mit
dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet.
Regie: Michael Baumann
Buch: Michael Baumann,
Sabine Westermaier
Länge: 115 Min.
Kamera: Bernhard Keller
Schnitt: Uta Schmidt
Musik: Can Erdogan-Sus
Ton: Bernd von Bassewitz
Produzent: Arek Gielnik
Produktion:
Indi Film GmbH
Talstraße 41
70188 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 99 79 77 66
stuttgart@indifilm.de
www.indifilm.de
In Koproduktion mit dem SWR
Verleih:
farbfilm verleih GmbH
Boxhagener Str. 106
10245 Berlin
Tel.: +49 (0)30 29 77 29 44
info@farbfilm-verleih.de
www.farbfilm-verleih.de
u Anzeigen
52
Das Neue kommt,
das Gute bleibt!
epd Film – ganz großes Kino,
Monat für Monat
Kritiken, Porträts,
Essays, DVDund TV-Empfehlungen,
Festivalberichte und
vieles mehr.
J E TZ T I
N
NEUEM
DESIGN
Testen Sie 3 Ausgaben
zum Sonderpreis von
nur 9,90 €
Sie sparen über 40 % und
erhalten zusätzlich ein In-EarHeadset mit Reißverschluss.
Im Abo, am Kiosk, online
und ab sofort auch als App!
Gleich bestellen:
Telefon 069 - 580 98 191
www.epd-film.de oder E-Mail kundenservice@gep.de
Film_Festival_Ludwigshafen_110x140_cs.indd 1
22.04.14 11:05
Filme und Sprachen
schaffen Verbindung!
24. Ludwigshafener
Kultursommer
27. Juni bis 24. August 2014
Programme in der Stadtbibliothek, im Bürgerservice,
in den Geschäftsstellen der Sparkasse Vorderpfalz,
unter Telefon 0621 504-2263 und unter www.ludwigshafen.de
Foto: Rolf Schmuck, Modell: Janna Schimka © 2014
Wir helfen Ihnen zu
kommunizieren
in
Tel. 0 62 21/911 911
28 Sprachen!
www.vhs-hd.de
63.
6. – 16 November 2014
Bewerben Sie sich als Praktikant/in
(September-November) oder Aushilfe (November) bei:
Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg | Collini-Center,
Galerie | 68161 Mannheim | z. Hd. Lynn Messerschmidt | info@iffmh.de
u Unsere Filme
53
Kampf ums Überleben
Wolfskinder
mit
Jördis Triebel,
Levin Liam,
Helena Phil,
Patrick
Lorenczat
Wettbewerb
Nominiert für den
Filmkunstpreis
2014
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
„Wach auf, Mutti ist tot“, raunt der 14-jährige Hans und schnappt
sich seinen kleinen Bruder. So werden Wolfskinder geboren, Kinder, die fortan auf sich alleine gestellt sind. Auf dem Sterbebett hat
die Mutter dem Jungen noch die Aufgabe übertragen, er solle sich
mit seinem kleinen Bruder Karl nach Litauen durchschlagen. Dort,
so sagt man, gibt es noch Bauern, die deutsche Kinder bei sich aufnehmen. Unter keinen Umständen aber sollen sie ihre Namen vergessen. Im Sommer 1946 spürt man in Ostpreußen noch die Folgen des Krieges. Tausende von elternlosen Kindern kämpfen ums
Überleben. Doch in der Wildnis geraten sie zwischen die Fronten
marodierender deutscher Verlierer- und sowjetrussischer Siegertruppen. Vor beiden muss man Angst haben. Schon deswegen wird
im Film wenig gesprochen. Die deutsche
Sprache könnte die Kinder verraten. Die
beiden Brüder verlieren sich jedoch nach
dramatischen Ereignissen aus den Augen.
Bei der Suche nach Karl schließt sich Hans
einer Gruppe von Jugendlichen an, die im
Freien oder in verlassenen Gehöften kampieren und im finsteren Wald der deutschen
Geschichte jeder Schicksalsregung ausgeliefert sind. Mit Finten, Tricks und Solidarität kämpfen die Kinder ums Überleben,
aber manchmal müssen sie sogar töten, um
dieses Ziel zu erreichen. In wunderbaren
Cinemascope-Bildern zeigt der Film das
Naturschöne, das sie in Traumlicht taucht
oder sie immer wieder in der Dunkelheit zu
verschlingen droht. Immer weiter verrohen
sie. Etwa 5000 dieser Wolfskinder hat es im
Niemandsland des ausgehenden Zweiten
Weltkriegs gegeben. Diese Kinder gehen
durch die Hölle des Krieges und seine Folgen, was wunderbare, jugendliche Darsteller unmittelbar erfahrbar machen.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Sa, 21. Juni | 19:00 Uhr
Festivalkino 2
Fr, 20. Juni | 18:00 Uhr
So, 22. Juni | 20:00 Uhr
Mo, 23. Juni | 22:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
Rick Ostermann
kam 1978 in Paderborn zur Welt. Nach seiner Schul- und
Wehrdienstzeit arbeitete er bei unterschiedlichen Film- und
Fernsehproduktionen als Aufnahmeleiter, Setaufnahmeleiter
und Regieassistent. So wirkte er als Regieassistent unter
anderem bei „Die kommenden Tage“ (2010) und „Meine
Schwestern“ (2013) von Lars Kraume mit. Sein prämierter
Kurzfilm „Still“ feierte auf dem Max Ophüls Filmfestival 2009
Premiere und lief auf zahlreichen nationalen und internationalen Filmfestivals. Sein Debütfilm „Wolfskinder“, der 2012 in
Litauen entstand, wurde erstmals auf den 70. Internationalen
Filmfestspielen von Venedig gezeigt.
Regie & Buch: Rick Ostermann
Länge: 96 Min.
Kamera: Leah Striker
Schnitt: Stefan Blau, Antje Lass
Musik: Christoph M. Kaiser,
Julian Maas
Ton: David Hilgers
Produzenten: Stefan Sporbert,
Rüdiger Heinze
Produktion:
Zum Goldenen Lamm Filmproduktion
GmbH & Co.KG
Alleenstr. 2
71638 Ludwigsburg
Tel.: +49 (0)7141 95 65 15 5
kontakt@zum-goldenen-lamm.com
www.zum-goldenen-lamm.com
Verleih:
Port-Au-Prince Pictures GmbH
Paul-Linke-Ufer 44a
10999 Berlin
Tel.: + 49 (0)30 31 95 54 12
info@port-prince.de
www.port-prince.de
u Unsere Filme
54
Foto: © die film gmbh - Marion von der Mehden
mit
Heino Ferch,
Max Hegewald,
Julia Koschitz,
Friedrich von
Thun
Lichtblicke
Nominiert für den
Publikumspreis
2014
Leben am Scheideweg
Wenn es am schönsten ist
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
Bei der Feier zum 75. Geburtstag seines Vaters steht Peter plötzlich ganz unerwartet vor seinem 17-jährigen Sohn, den er seit der
Trennung von seiner Frau nicht mehr gesehen hat. Nachdem er sich
erst noch dagegen wehrt, sucht Peter doch den Kontakt zu seinem
halbwüchsigen Sohn Lukas und kämpft um dessen Vertrauen. Doch
statt der erhofften Annäherung sorgt ein unerwarteter Einschnitt in
Peters Leben dafür, Lukas tief zu verunsichern. Peter hat Leukämie
und braucht einen verwandten Knochenmarkspender. Lukas fragt
sich, ob sein Vater vielleicht nur deshalb – also selbstsüchtig – Interesse an ihm zeigt. Peter hat in seinem unsteten Künstlerleben viel
erreicht, aber seine Familie ist ihm fremd geblieben. Zu seinem Vater
Georg hat er keinen Kontakt und die Versuche seinen Sohn zu treffen
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Mo, 30. Juni | 19:00 Uhr
Mi, 02. Juli | 17:00 Uhr
Sa, 05. Juli | 21:30 Uhr
So, 06. Juli | 15:00 Uhr
u ab 18 Jahre, da keine FSK
hat er auch aufgegeben. Der ist mittlerweile
ein zorniger junger Mann, der allein bei seiner Mutter aufgewachsen ist. Seinen Vater
hat er aus seinem Leben eigentlich vollständig verbannt. Die späte Annäherung ist daher
schwierig. Was also tun, wenn man sich als
Vater im Bootshaus an der Elbe so perfekt
eingerichtet hat und mit neuer Freundin
und künstlerisch erfolgreichem Job eigentlich zufrieden sein müsste? Die notwendige Rückenmarkspende kann er dem ihm so
fremden Sohn eigentlich nicht abverlangen.
So bleiben ihm nur Wochen und Monate, um
seinen Frieden mit der Familie und der Welt
zu machen. Was macht man, wenn es am
schönsten ist? Das dazu notwendige Glück
muss man erst einmal herstellen. Und das ist
schon das ganze eindrucksvolle Drama, das
dieser Film erzählt. Das Glück bemisst sich
nicht an Länge und Ausdehnung, sondern nur
an der Intensität. Ein wahrer und echter Film
voll eindrucksvoller Facetten.
Johannes Fabrick
wurde 1958 in Wien geboren und studierte Drehbuch und
Regie an der Wiener Filmakademie. Er führte bei zahlreichen
prämierten Fernsehfilmen Regie, darunter „Schleudertrauma“ (2001) und „Kuckuckszeit“ (2007). Bereits zum vierten
Mal nach der Trilogie „Die Tochter des Mörders“ (2010),
„Tödlicher Rausch“ (2011) und „Tödliche Versuchung“ (2012)
arbeitet Fabrick nun mit dem Kameramann Helmut Pirnat und
dem Produzenten Uli Aselmann zusammen. Für das ergreifende Drama „Der letzte schöne Tag“ (2011), das von einer
Familie handelt, die den Freitod der Mutter verarbeiten muss,
wurde er 2013 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
Regie: Johannes Fabrick
Buch: Astrid Ruppert
Länge: 90 Min.
Kamera: Helmut Pirnat
Schnitt: Sandy Saffeels
Musik: Christoph Zirngibl
Ton: Benjamin Schubert
Produzent: Uli Aselmann
Produktion:
a.pictures film & tv.production gmbh
Allende Platz 3
20145 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 22 69 69 38
info@apictures.de
www.apictures.de
u Unsere Filme
55
Gewissen oder Gehorsam?
Zwischen Welten
mit
Ronald Zehrfeld,
Mohsin Ahmady,
Saida Barmaki,
Burghart
Klaußner
Lichtblicke
im Kino
Nach mehr als zehn Jahren zieht die Bundeswehr gerade aus Afghanistan ab. Sie hinterlässt ein unbefriedetes Land und zahllose lokale
Mitarbeiter, die von den Kriegsherren der Taliban als Kollaborateure
einer Besatzungsmacht angesehen werden. Sie haben in jüngerer
Zeit einmal wieder einen Artikel über das Schicksal der ehemaligen
Übersetzer für die Deutschen gelesen? Hier ist die Geschichte dazu.
Bundeswehrsoldat Jesper geht wieder einmal nach Afghanistan zurück. Keine leichte Reise, denn vor Jahren ist sein Bruder dort umgekommen. Jesper soll mit seiner Einheit ein kleines Dorf vor den
Taliban beschützen. Um mit den Dorfbewohnern kommunizieren zu
können, bekommt er den Dolmetscher Tarik an die Seite gestellt. Natürlich entwickeln die beiden eine Beziehung, die über das „Dienstliche“ hinausgeht. Als Tariks Schwester, die ein freies unabhängiges
Leben führen möchte, sich bedroht fühlt, muss Jesper sich zwischen
Pflicht und Gewissen entscheiden, zwischen
Dienst nach Vorschrift oder Engagement.
Regisseurin Feo Aladag hat diesen Film in
Kunduz und Mazar-i-Sharif gedreht und ist
mehr als einmal an ihre Grenzen gegangen.
Doch auf diese Weise sind ihr großartige authentische Bilder und Szenen gelungen, die
tatsächlich zwischen den Welten angesiedelt sind. Sowohl die Lebenswirklichkeit der
deutschen Soldaten als auch die fremde Welt
der afghanischen Partner werden glaubwürdig entwickelt. Auch Hauptdarsteller Ronald
Zehrfeld, dem man den coolen Soldaten
ebenso abnimmt wie den patenten Kerl, der
sich durch die Umstände nicht verbiegen lassen will, trägt zum Gelingen dieses Films bei,
der in famosen Bildpanoramen die Schönheit
der kargen Landschaft ebenso wie Gesichter,
Gesten, Staub und den überraschenden Detailreichtum der Farbakzente hervorhebt. Ein
großer „kleiner“ Film über zwei Welten, die
nicht zueinander kommen können.
u Spielzeiten
Festivalkino 1 & 2
auf der Parkinsel im Rhein,
Ludwigshafen
(Wegbeschreibung
siehe Seiten 12 und 13)
Festivalkino 1
Sa, 28. Juni | 23:00 Uhr
Festivalkino 2
Do, 19. Juni | 18:00 Uhr
So, 29. Juni | 20:00 Uhr
u FSK: ab 12 Jahre
Feo Aladag
kam 1972 in Wien zur Welt und studierte zunächst Schauspiel
in Wien und London sowie Kommunikationswissenschaften und
Psychologie an der Universität Wien. Im Jahr 2005 gründete sie
die Independent Artists Filmproduktion. Ihre erste Produktion,
„Die Fremde“ (2008) mit Sebil Kekilli, bei der Aladag als Regisseurin, Autorin und Produzentin agierte, gewann zahlreiche nationale und internationale Preise. 2010 war sie mit diesem Film bei
unserem Festival zu Gast. „Zwischen Welten“ ist Aladags zweiter
Spielfilm, in dem sie erneut als Produzentin, Drehbuchautorin
und Regisseurin in Erscheinung tritt.
Regie: Feo Aladag
Buch: Feo Aladag,
Judith Kaufmann, Matthias Kock
Länge: 102 Min.
Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Andrea Mertens
Musik: Jan A.P. Kaczmarek,
Karim Sebastian Elias
Ton: Max Thomas Meindl
Produzentin: Feo Aladag
Produktion:
Independent Artists Filmproduktion
Joseph-Haydn-Straße 1
10557 Berlin
Tel.: +49 (0)30 28 04 47 06
office@independent-artists-filmproduktion.de
www.independent-artists-filmproduktion.de
In Koproduktion mit Geißendörfer Filmund Fernsehproduktion, ZDF und arte
Verleih:
Majestic Filmverleih
Bleibtreustraße 15
10623 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 71 44 80
info@majestic.de
www.majestic.de
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
18
Dateigröße
2 597 KB
Tags
1/--Seiten
melden