close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Die Jugendlichen lernen, was Inklusion kann - SCHULAMT

EinbettenHerunterladen
S-West/S-Süd
Nr. 63
III
Mittwoch, 5. Juni 2013
Bürgerzentrum
Über die Entwicklung
der rechten Szene
S-West Janka Kluge gibt bei einem Vortragsabend am Freitag, 7. Juni, einen Überblick über die Entwicklung der rechten
Szene in Baden-Württemberg und in Stuttgart. Sie berichtet darüber, welche notwendigen und wirksamen Gegenmaßnahmen
es aus ihrer Sicht gibt. Janka Kluge ist die
Landessprecherin von VVN-BdA, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Der Vortrag wird von den Naturfreunden Stuttgart-West organisiert und
beginnt um 20 Uhr im Bürgerzentrum
West, Bebelstraße 22.
ktm
Heslach
Naturfreunde wollen
sich öfter treffen
Patrick Goncalves Gomes und Can Akgül (von links) schauen sich mit dem Auszubildenden Marvin Mertens die Arbeit in der Metallwerkstatt an.
Foto: Sybille Neth
Die Jugendlichen lernen, was Inklusion kann
Im Berufsbildungszentrum der Nikolauspflege schnuppern
25 Schlossrealschüler ins Arbeitsleben hinein. Von Sybille Neth
S-West
Ü
ber Inklusion, also die Integration
von behinderten Menschen in den
Schul- und Berufsalltag von nicht
behinderten Menschen, wird viel diskutiert. Die 25 Schüler und Schülerinnen der
Klasse 8b der Schlossrealschule haben eine
Woche lang Inklusion hautnah erlebt. Ein
Praktikum beim Berufsbildungswerk der
Nikolauspflege am Kräherwald brachte ihnen nicht nur Erfahrungen in den Berufsfeldern Ernährung und Hauswirtschaft,
Gartenbau, Metall verarbeitende Berufe,
Informationstechnik sowie Wirtschaft und
Verwaltung, sondern auch eine neue Einstellung gegenüber Menschen mit einer
Behinderung.
Schlossrealschüler Can Akgül lernt die
Metallwerkstatt kennen. Er trägt eine
Schutzbrille und eine spezielle Kappe, deren großes Stirnschild dafür sorgt, dass er
mit dem Kopf nicht zu nah an die rotierenden Scheiben der Schleifmaschine kommt.
Der Schüler versucht, einen kleinen Stahlstift exakt auf die Länge von fünf Zentimetern zu kürzen. Sein Mitschüler Patrick
Goncalves Gomes wird als nächster dran
sein. Damit die beiden überhaupt mit der
Maschine zurecht kommen und ein Gefühl
dafür entwickeln, wie viel von dem kleinen
Stift noch abgenommen werden darf, steht
Marvin Mertens dabei und passt auf, dass
aus dem kleinen Stift tatsächlich eine Spielfigur zum Stecken für das Mühlspiel wird,
das die Schlossrealschüler in der Werkstatt
anfertigen. Mertens ist Auszubildender im
Metall verarbeitenden Bereich des Berufsbildungswerks der Nikolauspflege und wie
alle 13 Lehrlinge, die dort ausgebildet werden, ist er sehbehindert. Dennoch behält er
den Überblick und die beiden Realschüler
lernen von ihm.
Für deren Klassenlehrerin Brigitte
Schneider ist die Praktikumswoche eine
neue Erfahrung, denn die Kooperation hat
erst vor Kurzem begonnen. „Jetzt sind wir
einmal die Außenseiter, hat in der Pause
eine Schülerin gesagt. Allein dieser Satz
spricht schon für das Experiment“, sagt die
Lehrerin. „Inklusion ist ein großes gesellschaftliches Thema. Aber wir müssen Begegnungen dieser Art schaffen. Nur so
kommen wir zu einer inklusiven Gesellschaft“, sagt Ulrike Bauer-Murr, die Leiterin des Berufsbildungsbereich bei der Nikolauspflege. „Wir wollen schließlich erreichen, dass unsere Azubis, wenn sie in einen
Betrieb gehen, nicht als Exoten betrachtet
werden“, sagt sie.
Der Ausbilder Marius Klotz trainiert ler mit verschiedenen Berufsfeldern. So
mit den sehbehinderten Jugendlichen das wie David Liberov, der zum ersten Mal in
Arbeiten an den Maschinen. „Die haben seinem Leben in der Lehrküche der Nikozum Beispiel diese Schutzkappen auf“, er- lauspflege einen Marmorkuchen zusamklärt er. Wer schlecht sieht, hat die Nei- menrührt und zugeben muss, dass er dem
gung, dem Objekt möglichst nahe zu kom- Hauswirtschaftsbereich jetzt nicht mehr
men. Für manchen eignet sich auch eine nur negativ gegenüber steht. „Es ist nicht
spezielle Lupenbrille, bei der auf einem so schlimm, wie ich mir es vorgestellt haGlas eine Lupe angebracht ist. „Das erfor- be.“ Danach wechselte er zu den kaufmändert mehrere Monate Eingewöhnungszeit, nischen Berufen, auf die er sich gefreut hatbis man damit umgehen
te. Anders seine Mitschülerin
kann“, sagt Klotz. Aber nicht „Wir müssen
Marigona Ahmeti, die in der
nur technische Hilfsmittel
Metallwerkstatt Metallstifte
helfen den Sehbehinderten im Begegnungen
zu Steck-Spielfiguren für ihr
Berufsalltag, sondern auch be- dieser Art schaffen. Mini- Mühlespiel zurechtsägt.
stimmte Verhaltensregeln. Nur so kommen
„Ich möchte später lieber ein„Sie lernen, sich langsam zu
mal einen Bürojob“, sagt sie.
bewegen und so ihr eigenes wir zu einer
„Aber ich möchte es anderen
System zu finden“, sagt Klotz. inklusiven
Mädchen weiterempfehlen,
Die Schlossrealschüler ih- Gesellschaft.“
auch einmal so etwas auszurerseits haben am ersten Tag
probieren“, sagt sie.
Bauer-Murr,
des Praktikums gelernt, wie es Ulrike
Die Körschtalschule aus
Nikolauspflege
ist, wenn das Sehen nicht
Plieningen hatte als erste an
selbstverständlich ist und erden Werkstatttagen der Nikohebliche Konzentration erfordert. „Wir ha- lauspflege teilgenommen. Als dritte wird
ben dafür Simulationsbrillen, die schwarz die Ernst-Abbe-Schule aus Zuffenhausen
abgeklebt sind und bei denen nur ein winzi- folgen. Das Projekt, mit dessen Hilfe die 14ges Loch zum Durchgucken frei ist“, erklärt bis 15-jährigen Achtklässler mit der
Erdmuthe Hemmann-Kuhne vom Psycho- Arbeitswelt konfrontiert werden, und bei
logischen Dienst der Nikolauspflege. Sie dem sie ihre Vorlieben und Abneigungen
trainiert mit den Schlossrealschülern, sich gegenüber bestimmten Berufen entdecken
in die Rolle eines Behinderten einzufühlen. können, wird vom Bundesinstitut für beIm Vordergrund des Projekts steht je- rufliche Bildung und vom Wirtschaftsmidoch die individuelle Erfahrung der Schü- nisterium Baden-Württemberg gefördert.
Die Stadt will an der neuen Bushaltestelle im
Elsental nachrüsten, um Raser zu bremsen. Von Alexandra Kratz
F
Stadtteilkino Heslach
Arbeit als Lebensstil
In der Dokumentation „Work hard, play hard“
geht es um das Streben nach Gewinnmaximierung und die Rolle, die dabei der Ressource
Mensch zugedacht wird. Das Stadtteilkino
Heslach zeigt das Werk von Carmen Losmann
am Sonntag, 9. Juni, von 20 Uhr an im großen
Saal des Generationenhauses Heslach, Gebrüder-Schmid-Weg 13. Die Regisseurin hat sich
während des Films an die Fersen der HightechArbeiterschaft geheftet, die hochmobil und leidenschaftlich die Arbeit zu ihrem Lebensinhalt
machen soll. Der Eintritt kostet drei, ermäßigt
2,50 Euro.
Generationenhaus Süd
Karaoke mit dem Busfahrer
Gerd, der singende Busfahrer, lädt für Mittwoch, 5. Juni, 14.30 Uhr, zum Karaoke ein. Die
Veranstaltung findet im Café Nachbarschafft
des Generationenhauses Heslach, GebrüderSchmid-Weg 13, statt.
Café Paule
Von Grenzen und Freiräumen
Diakonie-Klinikum
Dachswald/Kaltental
stelle auf 30 herabgesetzt wurde oder aber
dass auf der Verbindungsstraße zwischen
dem Dachswald und Kaltental vermehrt
kontrolliert wird, lässt er offen. In jedem
Fall stuft er die vielen Geschwindigkeitsübertretungen als gefährlich ein.
Verschärft werde die Situation noch dadurch, dass es manche so eilig haben, dass
sie Autos, die sich an das Tempolimit halten
oder aber langsamer fahren, weil sie in
Richtung Jugendfarm abbiegen wollen,
einfach überholen. Einige Raser würden
dazu gar verbotenerweise auf der falschen
Seite der neuen Verkehrsinsel vorbeifahren. Dies komme auch dann vor, wenn an
der neuen Haltestelle ein Gelenkbus halte,
der aufgrund seiner Länge bis an die Verkehrsinsel heranreiche. Statt zu warten,
würden die Autofahrer einfach über die
Gegenspur fahren. „Das ist selbst dann gefährlich, wenn sich alle an das vorgegebene
Tempolimit halten“, sagt Kammerer.
Er hat bereits reagiert und den Kollegen
von der übergeordneten Straßenverkehrsbehörde die Lage geschildert. Nun soll zusätzlich ein Überholverbot angeordnet
werden. Wenn das nicht reicht, könnten
zusätzlich sogenannte Klemmfixe angebracht werden, also kniehohe Plastikbaken, die nicht ohne Weiteres überfahren
werden können. „Damit haben wir an anderen Stellen im Stadtgebiet schon gute Erfahrungen gemacht“, sagt Kammerer. Darüber hinaus hat er die Polizei informiert
und sie darum gebeten, sich die Sache
selbst einmal anzuschauen.
Kurz berichtet
Das Thema des nächsten Elterngesprächs im
Café Paule, Rosenbergstraße 196, handelt von
Grenzen und Freiräumen für Kinder. Die Referentin ist die Kita-Praxisberaterin Susanne
Schwarz. Der Vortrag beginnt am Donnerstag,
6. Juni, um 20 Uhr.
Ein Viertel der Autofahrer ist zu schnell
rank Kammerer spricht von „erschreckenden Spitzenwerten“. Der
Leiter der Verkehrsüberwachung
Stuttgart hat in den vergangenen Wochen
vermehrt Radarkontrollen im Elsental veranlasst. An vier Tagen standen die städtischen Mitarbeiter am Straßenrand. In dieser Zeit fuhren 1576 Autos und Motorräder
an dem Blitzer vorbei. In 394 Fällen löste
die Kamera aus. Das bedeutet, dass rund
ein Viertel der Fahrzeuge zu schnell war.
„Das ist bedenklich“, sagt Kammerer.
Durchschnittlich registriere die Stuttgarter Verkehrsüberwachung bei Radarkontrollen auf Tempo-30-Strecken bei 16 Prozent der Fahrzeuge eine Überschreitung
der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
Hinzu kommt, dass viele der geblitzten
Autofahrer deutlich zu schnell waren. An
jedem der vier Tage, an denen die städtischen Mitarbeiter vor Ort waren, gab es Raser, die mehr als doppelt so schnell als erlaubt unterwegs waren. So wurde am
14. Mai ein Spitzenwert von 67 Stundenkilometern gemessen, einen Tag später waren es gar 73. Auch in der Woche darauf waren die Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrollen alarmierend. Am 17. Mai war ein
Autofahrer mit 70 Sachen unterwegs, am
21. Mai wurde ein Verkehrsteilnehmer mit
60 Kilometern in der Stunde registriert.
Kammerer zieht daraus den Schluss,
dass „die Autofahrer sich erst noch an die
neuen Gegebenheiten gewöhnen müssen“.
Ob er damit meint, dass das Tempolimit im
Elsental mit dem Bau der neuen Bushalte-
S-Süd Den Meinungs- und Informationsaustausch wollen die Naturfreunde Heslach künftig intensiver pflegen. Bei sogenannten Lokalterminen wollen sie im
Stadtbezirk Süd regelmäßig über Veranstaltungen und Wanderungen informieren.
Das erste Treffen dieser Art beginnt am
Donnerstag, 6. Juni, um 20 Uhr in der Pizzeria Bella Napoli, Adlerstraße 20. An dem
Abend wird unter anderem auf den Rundgang zu den Stolpersteinen in Heslach hingewiesen, zu dem der frühere Bezirksvorsteher Siegfried Bassler für Samstag, 29. Juni, 15 Uhr, einlädt.
hea
Ersatz fürs Hüftgelenk
Peter Aldinger, Chefarzt der Orthopädischen
Klinik Paulinenhilfe am Diakonie-Klinikum, und
Joachim Herre, leitender Oberarzt der Klinik,
berichten bei einem Vortragsabend am Mittwoch, 5. Juni, welche neuen Möglichkeiten es
auf dem Gebiet des Knie- und Hüftgelenkersatzes gibt. Der Vortrag beginnt um 17 Uhr im
Hörsaal des Diakonie-Klinikums, Rosenbergstraße 38. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung
ist nicht erforderlich.
Merlin
Nachwuchs auf der Bühne
Wegen der neuen Bushaltestelle gilt auf einem Teilstück der Straße im Elsental seit einigen
Wochen Tempo 30.
Foto: Alexandra Kratz
NEUE BUSHALTESTELLE
Eröffnung Der Bürgerverein
Dachswald und das Team der
Jugendfarm haben die neue
Bushaltestelle im Elsental vor
Kurzem feierlich eröffnet. Der
Stopp war ein lang gehegter
Wunsch der Bürger. Das Ziel
ist es, dass die Kinder selbstständig und sicher zur Farm
kommen. Die neue Haltestelle
war der Grund dafür, dass das
In der Reihe Kesselsound im Merlin, Augustenstraße 72, haben Nachwuchsbands die
Chance, sich zu präsentieren. Die nächste Gelegenheit dazu ist am Freitag, 7. Juni, und wird
von „The Overdressed Monkeys“ genutzt. Ihre
Musik ist eine Mischung aus Rock und afrikanischen Rhythmen, mit der sie es bereits 2012 in
die Endrunde des landesweiten Bandförderwettbewerbs Play Live geschafft hatten. Das
Konzert im Merlin beginnt um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.
St. Fidelis
Tempolimit in diesem Bereich
auf 30 herabgesetzt wurde.
Die Stadt begründete das
auch mit dem schlechten Straßenzustand und den schmalen Gehwegen.
Strafen Die Bushaltestelle vor
der Jugendfarm im Elsental
liegt außerorts. Darum müssen die geblitzten Autofahrer
nicht mit allzu hohen Strafen
rechnen. Wer maximal zehn
Kilometer in der Stunde zu
schnell war, muss lediglich
zehn Euro bezahlen. Wer mit
mehr als 70 Sachen auf dem
Tacho geblitzt wurde, zahlt allerdings schon 160 Euro, bekommt drei Punkte und muss
den Führerschein für einen
Monat abgeben. atz
Arm in einem reichen Land
Angela Riße, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen, zeigt an einem
Vortragsabend im Gemeindezentrum von St.
Fidelis, Silberburgstraße 60, was es bedeutet,
in einem reichen Land arm zu sein. Ariane
Krentz, Referentin beim Statistischen Landesamt liefert ergänzend die Zahlen dazu aus Baden-Württemberg. Der Vortrag beginnt am
Donnerstag, 6. Juni, um 19 Uhr. hea/ktm
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
3
Dateigröße
160 KB
Tags
1/--Seiten
melden