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"Was machen Sie hier? - Beten!" - Apic

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Kipa-Serie 2014: "Sie schlagen Brücken" (14/Schluss)
Beat Christen ist seit vielen Jahren Bundeshaus-Beter in Bern
"Was machen Sie hier? - Beten!"
Von Andrea Moresino / Kipa
Bern, 15.8.14 (Kipa) Beat Christen (68) ist "24 Stunden online mit dem Zentralserver
des Universums". Er hat nicht Theologie studiert und nennt sich auch nicht
Seelsorger. Auch sagt er von sich: "Ich bin nicht religiös". Doch seit rund 35 Jahren
betet er für die Obrigkeit, "so steht es in der Bibel", sagt er. Als Obrigkeit bezeichnet
Christen auch die Parlamentarier im Bundeshaus in Bern. Er und zwei weitere Beter
versuchen eine Brücke zwischen dem Evangelium und christlichen Werten einerseits
und der Politik anderseits zu schlagen - mittels Gebet und im Gespräch. Im Interview
mit Kipa erzählt er, wie er die Politiker auf seine Weise unterstützt.
Beginnen die Sessionen im Bundeshaus in Bern, dann sind viele Parlamentarier und
Besucher, aber auch Lobbyisten aus Wirtschaft und anderen Verbänden vor Ort, um für ihre
Anliegen zu werben. Auch Beat Christen (68), Annette Walder (56) und Ernest Geiser (63)
sind während diesen politischen Versammlungen in der Wandelhalle des Bundeshauses
unterwegs.
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Presseagentur Kipa, Einzelmeldung aus dem Tagesdienst
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Ihre Anliegen unterscheiden sich jedoch von den anderen: Sie werben für christliche Werte
und Haltungen und beten für die Politikerinnen und Politiker. Das tun sie in der Wandelhalle,
dem Treffpunkt vieler Parlamentarier, aber auch anderswo. "Ich bete auch auf
Trekking-Touren für die Schweiz", sagt Christen, der seit mehr als 20 Jahren im Bundeshaus
in Bern ein und aus geht. Er bezeichnet sich lieber als "Lobbyist des Lieben Gottes" denn als
Bundeshaus-Beter. Mit Hilfe von Nationalräten können sich die drei Beter in den Räumen des
Bundeshauses frei bewegen.
Beten für die Mächtigen und für die Herrscher
CVP-Nationalrat Jakob Büchler, ein Katholik, unterstützt den evangelisch-reformierten
(freikirchlichen) Christen mit einem Badge. Dieser Zutrittsausweis öffne ihm viele Türen und
ermögliche auch Kontakte in die Bundesverwaltung. Doch Beat Christen ist diskret. Er lächelt,
Namen nennt er keine. Seine Kontakte reichten quer durch die politische Parteienlandschaft.
Dies ist erfahrbar beim Interview in der Wandelhalle. Mit "Hallo Beat" wird der
Bundeshaus-Beter während des Gesprächs von verschiedenen Parlamentariern begrüsst einige Sätze werden ausgetauscht. Doch weitere Informationen gibt Beat Christen nicht. Er
erwähnt gegenüber Medien nur das gute Gespräch mit Otto Ineichen, FDP-Nationalrat, einen
Tag vor dessen plötzlichen Tod im Juni 2012. Auch hier gibt er keine Details preis.
Bis zu seiner Pensionierung 2011 war Beat Christen für die Vereinigte Bibelgruppe in
Mittelschulen, Universität, Beruf (VBG) tätig. Im Rahmen seiner Arbeit für den Bereich
Mittelschulen bei den VBG entdeckte er die Aufforderung in 1.Timotheus 2,1-6, "(…) für die
Herrscher und für alle, die Macht ausüben (…)", zu beten. So habe er 1995, nachdem er
bereits drei Jahre im Bundeshaus präsent war, den Antrag für einen Dauerzutritt gestellt. Man
habe ihn gefragt: "Was machen Sie hier?" Er habe geantwortet: "Beten!". Neben seiner
Tätigkeit im Bundeshaus hat Christen nach eigenen Angaben über 200
Firmen-Gebetsgruppen mit-begründet.
Brückenbauer
Beat Christen fällt in der Wandelhalle auf. Mit seiner braunen Lederjacke und dem Pullover
darunter unterscheidet er sich vor allem optisch von den Politikern in ihren Anzügen. Er sehe
sich als Brückenbauer zwischen den biblisch-christlichen Anliegen und der Politik, so
Christen, der gleichzeitig daraufhin weist, dass der "Christ" ja in seinem Nachnamen
enthalten ist, also fast eine Berufung.
Auf den mit Brokat bespannten Sitzbänken oder Sesseln in der Wandelhalle sitze er
manchmal und bete im Stillen. Für die Politiker, für die Schweiz, für eine christliche
Gesinnung bei den Abstimmungen. Einzelne Parlamentarier kämen auch mit Gebetsanliegen
zu ihm, und er nehme sich immer Zeit für ein Gespräch.
Während der Session gibt es jeden Mittwochmorgen eine Andacht im Bundeshaus. Bis zu 30
Personen kämen an diesen rund halbstündigen Anlass, erzählt Christen, der selbst nur
Teilnehmer ist. Die Gestaltung der Andacht übernähmen katholische und reformierte
Theologen.
Presseagentur Kipa, Einzelmeldung aus dem Tagesdienst
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Gebetsarmee und Arbeitsgruppe
Stösst der eher zurückhaltend, aber stets freundlich wirkende Herr nicht manchmal auf
Widerstand? "Ich nehme immer wieder jemanden von den Parlamentariern mit, wenn ich
eingeladen werde zu predigen und lasse bei meinen Predigten auch Politiker zu Wort
kommen", umschifft Beat Christen die Frage. Es macht den Anschein, dass er sich
unermüdlich für eine christliche Gesinnung einsetzt und nicht aufgibt. Gottes Prinzipien
nachhaltig in der Politik zu verankern und die Schaffung einer gerechten Politik, dies seien
zwei seiner Anliegen.
Und er habe die Vision einer "Gebetsarmee" für die Schweiz, erzählt er begeistert weiter.
Schweizer Christen sollten für ihr Land beten. Er ist auch Generalsekretär der
Parlamentarischen Gruppe "Vision für die Schweiz - Christ
Politik." Diese Gruppe soll
christliche Politiker miteinander vernetzen. Und seit einigen Jahren koordiniert Beat Christen
anlässlich des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettages einen Gebetsaufruf an die
Schweizer Bevölkerung, der neuerdings von über der Hälfte der National- und Ständeräte
quer durch alle Parteien mitgetragen wird.
Mit dem Aufruf solle eine Rückbesinnung auf christliche Werte erfolgen und das Bewusstsein
gestärkt werden, dass die Schweiz des Segens Gottes bedürfe. Wie sehr Beat Christen der
Schweiz und seinen Prinzipien verbunden ist, zeigte sich beim abschliessenden Foto im
Bundeshaus: vor den überlebensgrossen Statuen der drei Eidgenossen Werner Stauffacher,
Walter Fürst und Arnold von Melchtal.
Hinweis: Beat Christen ist Herausgeber des Buches "La Suisse existe – die Schweiz:
Geschichte-Identität-Vision." (2004).
Hinweis für Redaktionen: Zu diesem Beitrag sind kostenpflichtige Bilder erhältlich.
Bestellungen sind zu richten an: kipa@kipa-apic.ch. Honorare für Nutzungsrecht: Erstes Bild
CHF 80.–, ab dem zweiten Bild zum gleichen Anlass CHF 60.–.
Separat:
Kipa-Serie 2014
"Sie schlagen Brücken" Immer wieder bauen Menschen Brücken: von Mensch zu Mensch,
aber auch zwischen Konfessionen, Religionen, Generationen, Rassen, Sprachen, Schichten.
Solche Brückenschläge können glücken, immer aber auch schwierig, mühsam, aufreibend
oder gefährdet sein. - Die Sommerserie 2014 der Presseagentur Kipa liess in 14 Beiträgen
Frauen und Männer zur Wort kommen, die in verschiedensten Bereichen Brücken schlagen.
(kipa/am/job)
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Seele and Geist
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