close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Die Preisliste - ENVIRON Skin Care Online

EinbettenHerunterladen
Impressionen zur
Zugehörigkeit & (Un-)Gleichwertigkeit
Studierende der Universität Bielefeld, 2013/ 2014
Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Zick und MA Soz. Madlen Preuß fanden in dem
zurückliegenden Wintersemester 2013/ 2014 und Sommersemester die Seminare zum
Thema „Zugehörigkeit & (Un-)Gleichwertigkeit“ statt.
Jede/r Teilnehmer_in hatte unter anderem zur Aufgabe, in Form eines Fotos die
Konzepte der sozialen (Un)Gleichwertigkeit und der (Nicht)Zugehörigkeit zu visualisieren.
Dies geschah völlig frei und ohne jedwede Vorgaben. Darüber hinaus wurde jede/r
Studierende gebeten, einen kurzen Kommentar zu geben, der die wesentliche Idee ihres
Bildes festhält.
Einige dieser Eindrücke können Sie auf den folgenden Seiten einsehen.
 Die Bildrechte liegen, sofern angegeben, bei den jeweiligen Studierenden. Sollte dies
nicht der Fall sein, sind entweder MA Soz. Madlen Preuß oder Prof. Dr. Andreas Zick
für eine Freigabe zu kontaktieren.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Preuß/ Zick
Auf diesem Bild ist ein Hörsaal der Universität Bielefeld erkennbar. Dort sind lange tribünenartig
aufgereihte feste Sitze zu sehen, sowie auch eine lange bis nach unten führende Treppe zu
erkennen, die den Zugang nach unten und zu den Sitzplätzen ermöglicht. Hier zeigt sich deutlich
eine
Nicht-Zugehörigkeit
in
der
Universität
bezogen
auf
Rollstuhlfahrer,
weil
ihre
Zugangsmöglichkeiten dort eingeschränkt werden. Aufgrund der Treppe ist es ihnen kaum möglich
hinunter zu gelangen oder einen der Sitze zu nutzen und außerdem wird ihr Sichtfeld oben an der
Treppe, durch zu hohe Sitzplätze eingeschränkt und sogar fast vollständig verdeckt, im Falle einer
Vollbesetzung dieser obersten Sitzreihe. Zudem hilft es auch nicht, wenn die untere Tür benutzt
werden sollte, weil es selbst unten vorm Podium eng ist und keine angepassten Tische, sondern
nur normale vorhanden sind. Folglich werden sie hier nicht integriert und es wird dabei im Voraus
ihre Zugehörigkeit zur potentiellen hier anwesend sein könnenden Studentenschaft negiert.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Lina Droste, Studentin der Sozialwissenschaften und Psychologie
Ordnungssicherheit + investitionswert + Dauer = Ordnungswert
In der neuen Bib im X-Gebäude wird ab 18 Uhr abends das geschulte Bibliothekspersonal von
Wachpersonal ausgetauscht, da dieses weniger qualifiziert und somit kostengünstiger für die Uni
Bielefeld ist.
Das System der Ungleichwertigkeit von mehr und weniger qualifiziertem Personal hat einen
Ordnungswert in der Gesellschaft erreicht. Ideen zur Änderung des Systems finden kaum Anklang -> das System besitzt eine Basislegitimität.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Ann-Kathrin Thießen, Studentin der Sozialwissenschaft
Das Bild zeigt ein Foto, welches in der Haupthalle der Universität auf einer großen Leinwand
abgebildet ist. Es zeigt Menschen, die in einer großen Gruppe in der Haupthalle zusammenstehen.
Manche von ihnen schwenken eine Deutschlandflagge, was vermuten lässt, dass sie einen Sieg
der deutschen Fußballmannschaft bei einem internationalen Spiel feiern.
Ich würde das Bild auf das Jahr 2006 datieren, als die Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland
ausgetragen und das sog. "Public Viewing" zum Volkssport wurde. Diese Massenevents haben nur
wenig mit der Sportart zu tun, sondern fördern stattdessen ein "Wir-Gefühl". Dieses "Wir" bezieht
sich allerdings nur auf eine homogene Masse, den Fans Deutschlands. Dies wird deutlich, wenn
man fragt, ob deutsche Fußballspieler mit Migrationshintergrund denn akzeptiert wären. Die
Antworten werden zwar nicht abweisend ausfallen, allerdings immer mit dem Verweis auf die
Nützlichkeit des Spielers relativiert. Diese Identifikation mit Deutschland impliziert automatisch eine
gewisse Art Ausgrenzung gegenüber "nicht-deutschen". Durch das Aufhängen dieses Bildes in der
Universitätshalle werden solche Ausgrenzungen nicht kritisch betrachtet, sondern es entsteht ein
affirmatives Verhältnis zum deutschen Fankult.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Jana Ritter, Studentin der Erziehungswissenschaft
Auf diesem Foto sieht man grüne und einen blauen Bären, welche in einer Reihe stehen, wobei das
blaue eher zur Seite geneigt ist. Es scheint so, als würde dieses an den grünen Bären, die vor ihm
stehen, vorbei schauen wollen. Es fällt nicht nur durch seine andere Farbe auf, sondern auch durch
diese schräge Körperhaltung. Der Betrachter erhält den Eindruck, dass das blaue Bärchen aus der
Reihe herausfällt und nicht dazugehört.
Der Eindruck der Nicht-Zugehörigkeit wird zusätzlich durch die blaue Überschrift „Numerus
Clausus“ unterstrichen. In Verbindung mit dem blauen Bär könnte das heißen, dass dieses zwar in
einer Reihe mit den StudienbewerberInnen (grün) steht, jedoch nur eine geringe Chance hat, auch
in
Zukunft
zur
Studierendengruppe
dazuzugehören,
da
es
die
erforderlichen
Studienzugangsberechtigungen (bspw. den Numerus Clausus) des gewünschten Studiengangs
nicht erfüllt. Auf der anderen Seite könnte man die Nicht-Zugehörigkeit des blauen Bärens auch
positiv bewerten. Durch das Herauslehnen und Vorbeischauen geht es aus der Konformität der
grünen Bären heraus. Es wagt einen Blick vorbei und könnte etwas sehen, was den anderen, die
aufgereiht hintereinander stehen, verborgen bleibt.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Preuß/ Zick
(ausgesucht von einer Studentin der Soziologie)
In vielen Seminaren der Universität sind Gruppenbildungen zu beobachten. Auf dem Foto ist eine
Austauschstudentin aus Russland zu sehen, die kaum deutsch spricht. Die Abgrenzung wird durch
die unbesetzten Plätze deutlich. So wie die Herren rechts im Bild, sitzt der Rest des Kurses in jeder
Sitzung ebenfalls in kleinen Gruppen beieinander, während die Austauschstudentin oft allein und
abgegrenzt sitzt.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Muhammed Ali Aksu, Student der Soziologie
Bestes Beispiel, um das typische Klischee der Frau mit Migrationshintergrund als Putzkraft in
öffentlichen Gebäuden, Institutionen, Einrichtungen (in diesem Fall Paradebeispiel: sanitäre
Einrichtung) darzustellen. Die liebe Dame erfüllt nicht nur den Aspekt der "fremden Herkunft",
sondern ihre Deutschkenntnisse sind ebenfalls sehr gering. Des Weiteren befinden wir uns in einer
universitären Einrichtung, welche der Erfüllung dieser Klischees entgegen wirken sollte.
Ebenfalls war vor geraumer Zeit ein Gerücht im Umlauf, dass die Putzkräfte der Uni Bielefeld
komplett durch neue Angestellte ersetzt werden sollten, aber eine weiterführende Anstellung für die
bisherigen Kräfte eventuell durch Verzicht auf eventuelle Abfindungszahlungen weiterhin bestehen
könnte.
www.uni-bielefeld.de/ikg
 Preuß/ Zick
Das Foto ist in einem Seminarraum in der Universität Bielefeld aufgenommen worden. Es zeigt eine
Sitzreihe mit Stühlen. Eigentlich ist anzunehmen, dass das Foto keine Problemsituation darstellt.
Doch aus der Sicht der Rollstuhlfahrer ist dies sicherlich anders. Denn sie müssen mindestens
einen Stuhl verrücken und diesen dann auch noch so hinstellen, dass er, weder für sie selbst, noch
für andere Seminarteilnehmer, nicht im Weg steht.
www.uni-bielefeld.de/ikg
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
3
Dateigröße
520 KB
Tags
1/--Seiten
melden