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366,00-Euro-Jahres-Ticket – was bringt es den Fahrgästen?

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07/2014
EUR 1,50/Ausland EUR 1,80 · ISSN 1025-2282
Absurde Situation: Für die Stadt gibt es ab 1.7.2014 ein um 30,– Euro billigeres 366,00-Euro-Jahresticket. Gleichzeitig tritt der Sommerfahrplan
des Obus-Betriebes in Kraft, der erstmals auf allen Linien einen 15-Minuten-Takt vorsieht. Damit ist zwar eine Taktverdichtung in den Tagesrandzeiten möglich, aber der notwendige 10-Minuten-Takt ist untertags auf allen Linien mangels Finanzierung nicht mehr möglich. So schaut Verkehrspolitik in Salzburg aus!
© Foto: Karl Schambureck
366,00-Euro-Jahres-Ticket – was bringt es den Fahrgästen?
Peter Haibach
Von der Klausur der Landesregierung war zu erfahren, dass alle Ressorts sparen müssen, auch das Verkehrsressort. Ehrliche Aussagen sind
zu begrüßen und schaffen Klarheit. Wie aber passt es dann zusammen,
dass die Einführung des 366,00-Euro-Jahrestickets mit einigen Kosten
für Stadt und Land verbunden sein wird, weil den Verkehrsunternehmen der Einnahmen-Entfall zu ersetzen ist?
Als nächstes ist bereits das 466,00-Euro-Jahres-Ticket geplant, das
neben der Kernzone eine Außenzone umfassen soll. Experten-Berechnungen gehen davon aus, dass das erweiterte Ticket mindestens
zwei Millionen Euro zusätzlich kosten wird. Wenn das Land oder die
Gemeinden sich diese Zuzahlung nicht leisten können, werden die Verkehrsunternehmen ihr Fahrplan-Angebot reduzieren.
Die Folge: Es wird zwar ein billigeres, politisch verordnetes 366,00Euro- bzw. 466,00-Euro-Jahresticket geben, aber das Fahrplanangebot
wird noch schlechter sein, der Umsteige-Effekt vom Auto auf die Öffis
noch geringer.
Wie machen das andere Städte wie Linz und Wien?
Dort wird zuerst eine attraktives Fahrplanangebot geschaffen, gleichzeitig an der Preisschraube für Parken in der Stadt gedreht, die Parkraum-
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FREITAG, 4. Juli 20
14 · 17.00 Uhr
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Fahrgäste?
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Verkehrsverbund
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REGIONALE SCHIENEN EXPRESS 07| 2014
bewirtschaftung ausgedehnt und eine Dienstgeberabgabe (Wien) eingeführt, die 2,– Euro pro Dienstnehmer und pro Woche ausmacht. Diese
Mehreinnahmen dienen zur Finanzierung eines besseren Angebotes
bzw. zur Abdeckung der Mindereinnahmen. Darüber hinaus übernehmen Wien und Linz die Ausfallshaftung für ein etwaiges Defizit.
Das alles ist in Salzburg nicht geschehen. Hier wird der zweite Schritt vor
dem ersten gesetzt. Die Verkehrsplattform schlägt vor, dass sich Stadt
und Land über folgende Punkte verständigen:
1. Welche Mobilitätsbedürfnisse hat die Bevölkerung in Stadt und Land,
und welches Fahrplanangebot ist attraktiv?
2. Welcher Modal Split soll am Ende der Legislaturperiode erreicht
werden?
3. Erstellung eines Integralen Taktfahrplanes für alle acht Bahn- und
Buskorridore, die auf die Stadt zulaufen und eine echte Alternative
zum Auto sind
4. Finanzierung des Fahrplanangebotes nach Prioritäten und budgetären Möglichkeiten
5. Parkzonen ausweiten, Zeiten verlängern und Parkgebühren erhöhen
Erst dann stellen sich folgende Fragen:
•Können wir uns billige Öffi-Preise überhaupt leisten?
•Oder müssen wir trotzdem die Öffi-Preise erhöhen, um das Angebot zu
finanzieren?
Untersuchungen zeigen auf, dass die Fahrgäste sehr wohl bereit sind,
höhere Preise zu akzeptieren, wenn das Angebot stimmt. „Angebot
schafft Nachfrage“ – und nicht der Preis, so die Devise Schweizer Politiker.
Bei aller Kritik an Öffi-Tarifen ist festzuhalten, dass diese für den Einzelnen bei seriösen Berechnungen noch immer günstiger sind als der Besitz
eines Autos mit dessen Benzin- und Nebenkosten – nachzuprüfen mit
dem ÖBB-Fahrtkostenrechner: http://blog.oebb.at/fahrtkostenrechner/
Sprecher: Mag. Peter Haibach
Markus-Sittikus-Str. 9, 5020 Salzburg
Tel. +43 (0) 664/42 69 607 · Fax. +43 (0)62 74 /49 66
E-Mail: haibach@sbg.at · www.verkehrsplattform.at
1
[ Plattform News ]
VCÖ-Publikation „Lebensraum
Stadt und Mobilität“
Viele Städte sind heute autozentriert. Die Verkehrs- und Stadtpolitik des vergangenen Jahrhunderts hat Spuren hinterlassen.
Der Verkehr beansprucht große Flächen in den Städten für sich,
in Form von Straßen und Parkplätzen.
Während die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von Stadtflucht
in die umliegenden „Speckgürtel“ geprägt war, verzeichnen
Städte seit einigen Jahren wieder eine stärkere Bevölkerungszunahme. Und die Bevölkerungsprognosen zeigen: Die Städte werden in den kommenden Jahrzehnten ein starkes Bevölkerungswachstum verzeichnen.
Die neue VCÖ-Publikation „Lebensraum Stadt und Mobilität“
zeigt sehr anschaulich, welche Maßnahmen Städte in ihrer Verkehrspolitik setzen können, damit die Lebensqualität zunimmt
und die Menschen wieder mehr vom Öffentlichen Raum zurückbekommen. Neben Daten und Fakten liefert die VCÖ-Publikation auch viele internationale Beispiele, die zeigen, wie die
städtische Mobilität platzsparender, effizienter und umweltfreundlicher werden kann.
Die VCÖ-Publikation kann unter www.vcoe.at oder telefonisch
unter (01) 8932697 bestellt werden.
Nachruf: Verkehrsinitiativen
trauern um Alois Perner
Die Salzburger Verkehrsinitiativen trauern um ihren Mitstreiter Alois Perner,
der vielseitig für die Umweltbewegung
tätig war – sowohl als aktives Mitglied
des Vereins S-Bahn als auch bei der
Salzburger Verkehrsplattform und als
Korrekturleser bei der Fachzeitschrift
REGIONALE SCHIENEN.
Alois Perner war langjähriger Leiter des
Fremdenverkehrsverbandes Lungau und
ehrenamtlicher Betriebsleiter der Taurachbahn.
Er verstarb am 28. Mai kurz vor seinem 70. Geburtstag. © Foto: RS-Archiv
Salzburger Lokalbahn:
Großmaschinen-Einsatz für
neuen Ober- und Unterbau
„Sommer-Museumsfahrten“
Schon traditionell sind die „Sommer-Museumsfahrten“ des Obusses
123 jeweils an Freitag-Nachmittagen in der Festspielzeit.
Heuer wird vom 25. Juli bis einschließlich 29. August unter dem
Motto „40 Jahre Linie 5“ Richtung Birkensiedlung gefahren.
Abfahrt vom Hauptbahnhof (Busleiste C) um 14:18, 15:33 und 16:48
Uhr.
Mitfahrt gegen freiwillige Spenden. Gültige SVV-Tickets für die Kernzone werden anerkannt.
© Text und Foto: Thomas Feichtinger
100 % MOBIL
ZUM TOP PREIS
DIE NEUEN SVV-JAHRESKARTEN:
SALZBURG CITY TICKET &
SALZBURG LAND TICKET
ein ganzes Jahr mit Bus und Bahn unterwegs
übertragbar oder persönlich
monatliche Abbuchung möglich (+ einmalige Gebühr € 15,–)
2
In den vergangenen Wochen wurde mit einem Großeinsatz von
Menschen und Maschinen der Ober- und Unterbau zwischen SalzburgLokalbahnhof und Bergheim vollständig erneuert.
An zwei Wochenenden konnten diese Arbeiten erledigt werden. Der
Personenverkehr wurde in diesem Bereich mit Bussen der Fa. Albus
abgewickelt. Diese Investition, die zu je 50 % von Bund und Land getragen wurde,
war zur Substanz-Erhaltung der Lokalbahn äußerst notwendig –
andernfalls drohte die Gefahr von Langsamfahrstellen und damit von
© Foto: Gunter Mackinger
Fahrzeitverzögerungen.
GANZE STADT
SALZBURG
€ 366,–
GANZES LAND
SALZBURG
€ 1.411,–
STADT
UND LAND
€ 1.544,–
www.svv-info.at
[ Plattform News ]
Wien Hauptbahnhof:
Fahrzeitverkürzungen und
neue Verbindungen
Frauen-Obus wird wiederholt
Ab Dezember 2014: Fernverkehr von Süden, Norden und Osten zum
Hauptbahnhof; Flughafen Wien erstmals an Fernverkehr angebunden.
Kürzere Fahrzeiten, mehr Verbindungen, bequemes Umsteigen
am gleichen Bahnsteig, ein Einkaufszentrum mit Shops für jeden
Geschmack und ansprechende Architektur: Im Oktober öffnet
die BahnhofCity am Wiener Hauptbahnhof, zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 werden zusätzlich zum heutigen Teilbetrieb für den Nah- und Regionalverkehr auch die ersten Fernverkehrszüge am Wiener Hauptbahnhof halten. Das betrifft die
Züge von und nach Süden, Norden und Osten. Die railjets Graz
– Prag und München – Wien – Budapest, beide im Zweistunden-Takt, werden am Hauptbahnhof halten. Neben der neuen
railjet-Verbindung von Graz nach Prag gibt es dann bis zu acht
Mal täglich eine direkte Fernverkehrsverbindung mit dem ICE
via Passau, Linz und St. Pölten zum Flughafen Wien.
Im Dezember 2015 werden die ÖBB ihren gesamten Fernverkehr
von und nach Wien über das neue Bahnhofsystem Wien Meidling
/ Wien Hauptbahnhof führen. Alle Züge werden in Wien Meidling und Wien Hauptbahnhof halten.
ph
Wegen des großen Erfolges wiederholt das Frauenbüro der Stadt den
„Frauen-Obus“ im Rahmen seiner Stadt-Spaziergänge. Bei dieser von
Expertinnen geführten Obusfahrt werden interessante Ziele in der
Stadt besucht, die einen besonderen Bezug zu Frauenthemen haben.
Die Fahrt ist gratis, konsequenterweise sitzt auch eine Frau am Steuer
des Obusses.
Termin: Donnerstag, 21. August 2014, 17 Uhr.
Anmeldung im Frauenbüro der Stadt Salzburg. 0662 8072 2044
Von links: Sabine Veits-Falk, Stadtarchiv; Landtagsabgeordnete Angela
Lindner; Angelika Gasteiner, Kundenservice Obus; Obuslenkerin;
© Foto: Salzburg AG
Alexandra Schmidt, Frauenbüro der Stadt.
Salzkammergut-LokalbahnMuseum
Mondsee beim Alpenseebad
Zwischen Salzburg und Bad Ischl fährt seit 1957 leider keine
Eisenbahn mehr. Im Museum – es befindet sich im letzten noch
erhaltenen Heizhaus – können Lokomotiven, Waggons, Modelle,
Fotos und Pläne der ehemaligen Ischler-Bahn besichtigt werden.
Öffnungszeiten 2014
31. Mai bis 7. September
Sa, So und Feiertag von 14.00 bis 17.00 Uhr
Der neue Wiener Hauptbahnhof wird Zug um Zug zur zentralen
Drehscheibe für Bahnreisen in ganz Europa. © Foto: Roman Boensch, ÖBB
4. Juli bis 5. September
zusätzlich Freitag von 14.00 bis 17 Uhr.
Mehr Zeit
für meine Träume.
Tagtäglich rollen rund 4.000 ÖBB-Züge quer durch Österreich und schenken Ihnen Zeit.
Zum Schlafen, Musik hören, Kaffee trinken oder einfach nur zum Entspannen. Und schon
sind Sie da: z.B. mit dem railjet von Salzburg nach Wien ab 2:22 Stunden.
Alle Infos auf oebb.at/railaxed
REGIONALE SCHIENEN EXPRESS 07| 2014
3
[ Plattform News ]
Musterkorridor
„Buslinie 150“ spießt sich
Die in der Parteienvereinbarung des Gemeinderates der Stadt
Salzburg fixierte Umsetzung des Musterkorridors der Buslinie 150
von Salzburg nach Bad Ischl verzögert sich unverständlicherweise.
Bürgermeister Heinz Schaden hat eine Mitfinanzierung der Stadt
Salzburg in Aussicht gestellt und wollte einen namhaften Salzburger Verkehrsplaner damit beauftragen. Ebenso der Regionalverbandsvorsitzende Bürgermeister Martin Greisberger.
Statt einer Beauftragung wurde nun ein mühsamer und langwieriger Prozess eingeleitet, der die Umsetzung wesentlich verzögert: Es wurde ein Lenkungskreis eingesetz , dem die beamteten
Verkehrsplaner von Stadt und Land, der Regionalverband und der
Verkehrsverbund angehören. Dieser Lenkungskreis soll erst im
Herbst eine Ausschreibung vorbereiten, womit eine Auftragsvergabe erst Anfang nächsten Jahres möglich wäre.
Bei einer möglichen Direktvergabe stünde das Ergebnis bereits
Ende des Jahres fest und könnte im nächsten Jahr realisiert werden. Die Frage stellt sich, warum der dafür zuständige Verkehrsverbund nicht sofort diese Aufgabe übernimmt und bestellt.
ph
Mobilität auf höchster Stufe
Eintrittskarte = Buskarte heißt es ab sofort, wenn Sie Ihre Eintrittskarte in die Stiegl-Brauwelt im Vorverkauf besorgen. Denn
mit Ihrer Eintrittskarte können Sie für Ihre Hin- und Rückfahrt
alle Öffis in der Kernzone Salzburg kostenlos benutzen. Einfach
vor dem Einstieg das Datum handschriftlich eintragen. Von der
Haltestelle Bräuhausstraße sind es nur wenige Schritte bis zur
Brauwelt. Und die Obuslinien 1 und 10 bringen Sie auch wieder
sicher nach Hause.
Erhältlich sind die Karten bei den ServiceCentern in der Alpenstraße, Schrannengasse und am Salzburger Lokalbahnhof.
Ab in den Sommer!
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Ferienfahrplan von 7. Juli bis 7. September 2014
Alle Obus-Linien fahren werktags im 15-Minuten-Takt
Sommernachts-Obus täglich um 23.15 Uhr ab Zentrum
Ferienticket für alle unter 19 um 10,– Euro
Vom Apfelstrudel
bis zum Tafelspitz.
So wie es sich in einem
Wiener Café & Restaurant gehört.
In Wien lebte einmal ein stattlicher Herr, der hat sich’s gern
gut gehen lassen. Morgens
eine gute Melange im Kaffeetschecherl ums Eck, mittags ein
Tafelspitz im Gasthaus. Und
abends dann ein, zwei Achterl
beim Heurigen. Dazwischen
war noch immer genügend Zeit
zum Plaudern, Zeitunglesen
und Schmähführen. Schön hat
er’s gehabt. Und fast jeder in
seinem Grätzl hat ihn ins Herz
geschlossen. Aber hätt’ er das
Johann kennengelernt, dann
wäre er wahrscheinlich glatt
nach Salzburg umgezogen.
Da haben’s noch einmal Glück
gehabt, die Wiener.
T. 0043 662 87 23 77-14
BAHNHOF SALZBURG, SÜDTIROLERPLATZ 1
MAIL@DASJOHANN.COM, WWW.DASJOHANN.COM
Öffnungszeiten: täglich von 6.00 – 23.00 Uhr
St. Gilgen – einst und jetzt
An die Stelle des schmucken Bahnhofsgebäudes der SKGLB ist ein tristes, containerähnliches Bauwerk als Busbahnhof getreten. Die Versprechungen,
hier eine Musterstation für den Busverkehr zu errichten, blieben unerfüllt. Sogar die früher vorhandenen Fahrplan-Anzeigen in Echtzeit wurden entfernt.
Und Wegweiser zur Schiffstation? Nicht vorhanden! Die Folge: Ratlose Touristen.
© Text und Foto: Karl Schambureck
IMPRESSUM
Herausgeber: Verein Regionale Schienen, Mag. Peter Haibach; Redaktionsanschrift + Abo-Vertrieb: Markus-Sittikus-Straße 9, 5020 Salzburg – Austria;
Tel: +43 (0) 664 42 69 607 · Fax: +43 (0) 6274 49 66; E-Mail: office@regionale-schienen.at; Internet: www.regionale-schienen.at;
Redaktion: Christa Schlager, Tel: 0043 (0) 699 10 30 55 12; E-Mail: schlager@regionale-schienen.at; Fachzeitung REGIONALE SCHIENEN – Verein zur Förderung des Öffentlichen Verkehrs –
erscheint 5x jährlich, der REGIONALE SCHIENEN-EXPRESS 12x jährlich, Jahres-Kombi-Abo: 31,– Euro (Inland), 36,– Euro (Ausland)
Druck: Druckerei Huttegger, Salzburg, www.huttegger.at
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