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I 8iirsle»lm LlechleM« | Was geht in Rom vor? Sie

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den Herren Abgeordnelen für die geleistete die seit dem vorresormatorischen MiUelalier
Mitarbeit aufrichtigst, und benütze gleichzeitig sich nie mehr iin Völkerleben so deutlich ausdie Gelegenheit, den Herren Abgeordneten ein gewirkt hatte. Freilich, die Erreichung des
glückliches segensreiches Neues Jahr zu wün- hohen Zieles, dem Kriege ein Ende zu bereifchen. Ich schliefe somit im Höchsten Austrage ten, bevor sein Höllenkrater ausgebrannt,' das
den Landtag.
blieb auch dem Papsttum versägt. Hier siegSchluß YA Uhr.
ten die Materie und das Material. Und von
den Friedensverhandlungen wurde der Vatikan ausgeschlossen, denn an ihnen durfte'nur
e i n e Macht zur Geltung kommen, der Wille
SS«TWS«TWSSTWKVTZS<W!NA!SMW»SSVB»SD der Sieger. Aber die moralischen Eroberungen des Papsttums während des Krieges wirkVaduz. Anläßlich des Geburtsfestes Ihrer ten über den Friedensschluß hinaus und verDurchlaucht der Frau Fürstin fand hier am ankerten die Stellung d. Kirche aufs neue fest
Dreikönigsfeste feierlicher Gottesdienst mit Te in einer zum großen Teil äußerlich und inDeum statt.
nerlich ganz neu gearteten Welt. Man erin­
Vaduz. Weihnachten hat Vaduz zwei Dinge nere sich nur an die erfolgreiche Konkordatsgebracht, die verdienen, nachträglich nach fest- volitik. von der in unserem Blatte anläßlich
gehalten zu werden. I n der Pfarrkirche wur- des Papstjubiläums vor wenigen Tagen einden neue Beleuchtungskörper nach Plänen des läßlich geredet wurde. Und dann erfolgte überHerrn Architekten Willy in Chur angebracht. rafchend für alle Uneingeweihten der von vieI n der Mitte des Hauptschiffes ein Kronleuch- len. namentlich vom italienischen Volke heißter und vor und hinter demselben je eine ersehnte Friedensschluß der Kirche mit Italien,
Lampe, alles in gediegener Ausführung, ser- eine Tat, die voll starken Vertrauens in die
Tier im Chor zwei Lampen, die ihr Licht auf Zukunft ist, wie nur eine selbstsichere Instituden Hochaltar werfen und diesen sehr schön tion sie wagen kann, die auf Felsengrund'bebeleuchten. Denjenigen, die diese Beleuch­ rubt
tungsanlage ermöglichten und durchführten,
Kardinal Eugenia P a c e l l i, der gewesene
bester Dank. — Ferner wurde am Landesver­
Nuntius
in Berlin, wird nun an die Spitze des
weserhause eine Tafel angebracht, die die TatStaatssekretariates
treten. Seine Wirksamfache festhält, daß jenes Haus von Seiner
keit
in
München
und
Berlin, der Abschluß des
Durchlaucht Weiland Fürst Johann IL dem
bayrischen
und
preußischen
Konkordates, haLande als Regierungschefwohnung geschenkt
ben
ihm
auch
im
Lager
jener
Gegner, die kir.wurde.
chenpolitischen Erfolgen Roms äußerst ablehVaduz. T o t e n t a f e l . Das neue Jahr nend gegenüberstehen, den Ruf eines Diplomaläßt sich bei uns schlecht an. Der Tod scheint ten ersten Ranges eingetragen. Schon rein
feine düstere Herrschaft besonders stark aus- äußerlich ist Kardinal Paeelli der Typus des
üben zu wollen. Am Neujahrstage das plötz- imponierenden römischen Kirchenfürsten. Der
Iiche Ableben des Herrn Franz Joseph Elen­ demokratische Führer und Kulturphilosoph
sohn, der am letzten Samstage unter großer Hellpach erzählte vor nicht langer Zeit in der
Beteiligung zur letzten Ruhe bestattet wurde, „N. Z. Ztg", wie ihm bei einem Empfang beim
und heute, 6. Jänner, hat das Sterbeglöcklein Reichspräsidenten im Milieu des modernen
schon wieder den unverhofft raschen Tod eines kleinbürgerlichen Deutschland unter all den
Einwohners verkündet. I n der Nacht vom Durchschnittsphysiognomien und DurchschnittsSonntag auf Montag ist Frau Babette Beck, figuren „in schlecht sitzenden Fräcken" nur drei
die Gattin des Gerichtsdieners Joseph Beck, Personen durch ihr Aeußeres aufgefallen seien:
nach ganz kurzer Krankheit aus diesem Leben der Reichswehrgeneral von Geeckt, die nun
abgerufen worden, ihren Gatten mit 5 Kin- verstorbene Gattin des französischen Gesanddern zurücklassend, von denen das älteste erst ten de Margerie und der päpstliche Nuntius
Jahre alt ist. Der Trauerfamilie Beck wen- Paeelli. Man braucht nur das Portrait des
det sich die allgemeine Teilnahme zu.
Kardinals, das vergeistigte Antlitz zu betrachten und versteht, daß er auch die liberale intel­
lektuelle Welt Deutschlands zu fesseln verstand.
Jedenfalls haben Rampolla und Gasparri ei­
Darüber schreibt das „Vaterland" unterm nen Nachfolger gefunden, der ihrer würdig ist.
-4. Jänners
I m übrigen nimmt nun in Rom die Hoch­
Der Telegraph meldet den Rücktritt des zeit des Kronprinzen Umberto mit der belKardinalstaatssekretärs Pietro Gasparri. Der gischen Königstochter Marie Jose das JnterKanzler Benedikt XV. und Pius XI. tritt in esse der schaulustigen Quiriten gefangen.
den Ruhestand, von Alter und Krankheit ge- Heute Samstag trifft das belgische Königsbeugt, nachdem er in den schwierigsten Zeiten, paar mit der Prinzessin Braut in Rom ein,
da der große Krieg die Welt erschütterte und am Sonntag werden die offiziellen Gratuladie Nachkriegsperiode neue Wirrnisse schuf den
tionsempfänge stattfinden, am 7. J a n u a r bePäpsten als ein hervorragend kluger Berater
geben sich König und Königin von Belgien
zur Seite gestanden. Es sei einer besonderen
Darstellung vorbehalten, zu rekapitulieren, zu einer großen Staatsvisite zu Papst Pius
was dieser große Kardinal und Staatsmann in XI., am gleichen Tage wird ein mächtiger
den harten Arbeitsjahren seit 1914 in der au- Trachtenzug, in dem alle Provinzen Italiens
henpolitischen Führung der Kirche geleistet hat, in charakteristischen Kostümen vertreten sein
damals, als Benedikt XV. im Namen der christ- werden, die Straßen der Hauptstadt durchlichen Solidarität feine Stimme gegen die ziehen, worauf am 8. Januar in der Kapella
'Barbarei des Krieges erhob, und diese Stimme Paolina des Quirinals die Trauung statterklang wie die Stimme Gottes über den Was- findet. Wahrscheinlich wird sie Kardinal
sern, damals, als er alle Kraft einsetzte für die Masi, Erzbischof von Pisa, vornehmen, der
'Besserung der Lage schwer leidender Völker, dem Königshaus durch treue Freundschaft
für die Freigabe von Invaliden, für den Aus- verbunden ist. Unmittelbar darauf wird das
tausch von Kriegs- und Zivilgefangenen, für Brautpar in Automobilen zum Papst in den
die neutrale Friedenspolitik und soziale Für- Vatikan fahren. Eine Parade aller Waffensorge überhaupt. Nicht nur katholische Staa- gattungen, festlicher Empfang aus dem Kapiten fanden angesichts dieser Energie- und mo- tol, Beleuchtung der Stadt, Feuerwerk aus
malischen Machtentfaltung wieder den Weg dem Ianikulus werden die Festlichkeiten benach Rom, auch England, Holland, ja selbst die enden. Die Dynastie Savoyen ist lange nicht
Türkei sandten ihre diplomatischen Vertreter, mehr in solch bengalischer Beleuchtung dagedenn das Rom der Päpste, umschlossen von standen. S i e hat, vom familienpolitischen
einer kriegführenden Macht, war als uner- Standpunkte aus gesprochen, auch schon lange
reicht dastehende moralische Potenz in diesem nicht mehr über eine „so gute Partie" sich
furchtbaren internationalen Konflikt Waffen- freuen können, wie nun der Tronerbe sie
los zu einer übernationalen Geltung gelangt, macht, der das Töchterlein des lorbeerge-
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8iirsle»lm LlechleM«
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Was geht in Rom vor?
lange auf dem Herzen gelegen, mit dir hierüber ins Reine zu kommen. Du hast ideine
Braut mit großer Rücksichtslosigkeit igno­
riert. Das verbiete ich bir ein für allemal!"
Nun stieg dem Doktor die Galle auf.
„Ich bitte dich sehr, dich zu mäßigen und
Worte zu wählen, wie sie unter feingebildeten Leuten Sitte sind. Und noch eins — hat
sich Theosine über mich zu beklagen, bin ich
Zu jeder Rechtfertigung bereit, aber mich von
dir wie ein Schutbube stielten zu lassen, das
dulde ich nimmermehr!"
Bei den letzten Worten hatte sich seine
Stimme erhoben.
Theosine war aufgestanden. Nun trat sie
zum Stuhle des Doktors. Beruhigend legte
sie ihre Hand aus seine Achsel: ,,Feo um Gotteswillen keine Szene! Mutter ist aufgeregt
und sieht in ihrer Sorge um mich Gespenster,
die >wohl gar nicht existieren."
S i e versuchte zu lachen, aber es klang hart
und gezwungen. ;;
Aber F r a u Komtnerzienrat roar-'Ktfye^egS;
gewillt, das Kriegsbeis ZUjb^gxaben<
suhlte sich in ihrem vollem Rechte. Heler
h a t t e i h r s o gewichtiges Material mitgeteilt,
dotzu warihr'derÄorsatz ihres Battens dem
Doktor die Heidelberger Klimk zu kaufen
gar wohl bekannt. Nein, sie hatte keinen
Grund zu schweigen. Besser jetzt ein Verdruß,
als später eine unglückliche Ehe ihrer Tochter.
So 'Knüpfte sie häßlich an Theosinens Worte
an:
«Ich — und Gespenster sehen? Ah, du
Guckindiewelt, du törichtes Ding. Ich weiß,
was ich weiß. Nein Falkner, es ist sehr, sehr
unfein, ja ungezogen von dir, den guten Ruf
meiner Tochter, einer Dame aus allerbestem
Hause, zu diskredieren."
Falkner stieß erregt den Stuhl zurück.
Ja, ja, wir wissen alles: die täglichen,
langen Besuche 'bei Frau Fertas sind uns
wohlbekannt. Das ist ja dasselbe Fräulein
mit der Iahrmarktsbrosche. Ich besinne mich
deutlich. Siehst du, wie begründet meine
Ahnung war? Du hattest es damals schon so
verdächtig eilig, ließest ihretwegen die Sprechstunde aussallen! J a , die Charlotte Fertas
ist dir wohl recht wert und teuer? Oder ijt
sie auch krank und bedarf lediglich deiner
ärztlichen Hilfe und Pflege? Hähahah!"
..SchÄeig mit deinen Verdächtigungen!"
Der, Doktor war seiner. nicht mehr, mächtig.
^e^ZpritÄ
seine
schinücklen Königs Albert heimführt, der zu
den Siegern des Weltkrieges gehört. Sein
Vater, der heute regierende König Viktor
Emanuel hat eine Tochter des Fürsten der
Schwarzen Berge zur Gattin genommen, der
von allen europäischen Fürsten wohl den primitwsten Haushalt 'befaß,, der Großvater
aber heiratete seine Cousine, die schöne MargHerita, wohl aus Liebe und aus Politik, denn
das gespannte Verhältnis zum Vatikan hätte
«ihm das Freien an katholischen Fürstenhöfen
schwer gemacht. Nun sind andere Zeiten angebrochen auch für das Haus Savoyen, trotzdem die Fürstenmacht in Italien zur Zeit
nicht viel mehr ist, als das golden leuchtende
Dekorum um den eisernen Panzer des Faseismus, Aber es leuchtet doch wenigstens
wieder dieses Dekorum, und die Fürsten, die
wie Rupprecht von Bayern, als „arme Verwandte" im glänzenden Braut-Zuge mitschreiten, weil der Weltkrieg sie um die
Hauptsache, um ihre staatspolitische Geltung
gebracht, werden mit wehmütigen Gedanken
auch diese Welt des Scheins betrachten.
Sie WmeWscheVeMmMform.
O Einem Vertreter des angesehenen Zentrumsblattes „Kölnische Volkszeitung" gegen­
über erklärte der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober über die Verfassungsreform
und Wirtschaftspolitik:
Ich habe in meinem Expose, mit dem ich die
Einbringung der Verfassungsvorlage begleitete, auf den Werdegang einer Volksbewegung verwiesen, deren Ziel eine Verfassung^resorm war, die eine bessere Verteilung der
Gewalten im Staate und damit eine Stärkung
des Staates selbst herbeiführen sollte. Es ist
klar, und man könnte viele historische Beispiele dafür anführen, daß solche Bewegungen
von ihren Gegnern scharf bekämpft werden,
es ist auch klar, daß in Kämpfen um Verfas­
sungsrevisionen mit stärkeren Argumentationen gearbeitet wird, als es in politisch nor­
maler Zeit üblich und notwendig ist. Eine sich
ihrer Verantwortungspslicht bewußte Regierung konnte an den daraus sich ergebenden
politischen Folgeerscheinungen, wie sie in
Straßendemonstrationen, in Volksverlsammlungen, in Zeitungsartikeln bemerkbar waren,
nicht achtlos vorübergehen, sie mußte trachten, diese Forderungen zusammenzufassen, den
Wünschen großer Teile des österreichischen
Volkes ein klares Ziel zu geben, und wenn
dies im Wege interner Arbeiten in der Regiecung selbst geschehen war, so konnte natürlich
die Realisierung nur auf dem Boden des Parlaments erfolgen. Das Endergebnis mag den
einen oder andern vielleicht nicht voll befri.:digen, wenn man aber unvoreingenommen
die neugeschaffene Verfassung betrachtet, wenn
man sieht, wie es gelungen ist, eine bessere
Verteilung der Gewalten im Staate zu sichern,
was sich vor allem in den jetzt erhöhten Machtbesugnissen des Bundespräsidenten äußert, der
stärkeren Stellung der Regierung gegenüber
dem Parlament, in einer wesentlich rationelleren Arbeitsweise des Parlamentes selbst, in
der endlich versafsungsgemäß einwandfrei festgelegten Stellung der Sicherheitsbehörden, um
nur einige der wichtigeren Punkte zu erwähnen, so muß wohl zugegeben werden, daß die
österreichische Verfassungsreform einen weitern Schritt nach vorne bedeutet, daß damit
aus den Schwirigkeiten einer in der unmittelbaren Nachkriegszeit geschaffenen Staatsverfassung der notwendige Ausgang gesunden
wurde.
Das Ausland hat auch die Wichtigkeit der
Verabschiedung der Verfassungsnovelle zu
schätzen verstanden, es hat vielfach instinktiv
begriffen, daß diese Arbeit eine notwendige
Voraussetzung für die bevorstehenden wirtschaftlichen Arbeiten in unserem Staate war.
Unter wirtschaftlichen Arbeiten verstehe ich in
I h r e blutleeren Lippen zitterten und um
ihren Mund arbeitete es wie verhaltenes Weinen.
Aber Frau Kommerzienrat wurde von
Falkners Einwurf, nur von neuem gereizt.
„Ich und schweigen? Das wäre Sünde.
E s ist meine Pflicht, dir den Verkehr mit
dieser aufdringlichen Betteldirne ganz ener­
gisch zu verbieten."
Der Doktor hob drohend die Hand. Eine
namenlose Wut packte ihn. Frau Kommerzienrat trat einen Schritt wie schutzsuchend
zurück. I h r e Stimme wurde zu einem heijeren Kreischen:
„Ja, diese Betteldirne scheint dir lieber zu
sein, als meine Tochter. Nun, wir haben nicht
nötig, dir nachzulaufen und dir allergnädizst
unsere Tochter und unsere Millionen dir vor
die Füße zu legen. Laß dir doch vn jenem
Bettelding die Klinik kaufen!"
„Mutter!" Theosine schrie es laut und
schmerzlich auf.
„Nun, habe ich nicht recht! Sag ihm doch'
selbst die Wahrheit! Frag ihn doch, teittjhV.
erster Linie die endgültige Durchführung einer
Anleihe, deren Erträgnis für fruchtbringende
Investionen unserer Eisenbahnen und unseres
Postwesens bestimmt ist. Der Friedensvertrag von St. Germain einerseits und andrerseits das Abkommen von Genf haben unserer
finanziellen Bewegungsfreiheit Fesseln auferlegt; es war bereits das Bestreben der früheren Regierungen, das von meiner Regierung
in verstärktem Maße aufgenommen wurde,
diesen schwerfälligen und die österreichische
Volkswirtschaft in außerordentlichem Maße
hemmenden Instanzenzug zu vereinfachen, um
Oesterreich nach Beendigung der Finanzkontrolle des Völkerbundes endlich die volle finanzielle Bewegungsfreiheit wiederzugeben.
I n diesem Sinne sind vor kurzem Verhandlungen in Paris geführt worden; diese VerHandlungen stellen sich als eine Vorbereitung
sür die Teilnahme Oesterreichs a n der Haager
Konferenz dar. Die Teilnahme Oesterreichs
selbst verfolgt wieder den Zweck -der endgültigen Regelung der österreichischen Reparationsverpslichtungen. Diese Regelung hat für
Oesterreich infolge der Stundung der Reparationsverpslichtungen auf eine Reihe von Iahren hinaus wohl keine unmittelbare Aktualität. Sie ist aber insofern von starker Wichtigkeit, als im Falle des Zustandekommens
einer definitiven Abmachung, d. h. einer Streichung der Reparationsoerpflichtungen, auch
das Generalpfandrecht fallen wird.
Wenn heute von dieser oder jener Seite gegen Oesterreich Vorwürfe erhoben werden, daß
es zu stark'den Weg des Protektionismus beschreite, so muß dem entgegengehalten werden,
daß Oesterreich als einer der letzten Staaten
und nur langsam und zögernd notwendige
Abwehrmaßnahmen zum Schutze der eigenen
Wirtschaft gegenüber anderen •Staaten ergrif­
fen hat. Die Summe wirtschaftlicher Betätigung wird unter Umständen die Notwendigkeit
ergeben, daß ich die eine oder die andere Auslandreise unternehme. Diese Reisen verfolgen
entweder, wie die Teilnahme an der Haager
Konferenz, Liquidierung aus dem Kriege sich
ergebender Verpflichtungen unseres Staates
oder allgemeine wirtschaftspolitische Bespre­
chungen.
Sie Schweiz und die mltMtUche«
MentatMne.
Morr. aus der Schweis.)
Unfreundlichkeiten der „Tribuns".
R o m , 3. Jan. Die Agentur Ste-fani verbreitet einen Artikel der „Tribuna", in welchem u. a. behauptet wird, die Ueberwachung
der Ausländer in der Schweiz fei sehr un'zureichend. Das Blatt will den Beweis für diese
Behauptung darin sehen, daß der Anarchist
Bernieri ruhig die Lokalitäten des Völkerbundes in Begleitung eines bekannten schweizerischen Umstürzlers habe besichtigen können.
Das Blatt stützt sich weiter auf einen Brief
Bernieris, in welchem dieser sagt, er betrachte
es als etwas vom leichtesten, mit Sprengstossen in die Schweiz zu gelangen und dort Attentate vorzubereiten. Die „Tribuna" krönt
ihre Erklärungen mit der Drohung, wenn die
schweizerischen Einrichtungen nicht die unerläßlichen internationalen Garantien böten, so
sollte die Schweiz darauf verzichten, auf
ihrem Boden den Sitz des Völkerbundes zu
haben.
Der Standpunkt des Bundesrates.
Die Genugtuung, welche die italienische
Presse über die V e r h a s t u n g der ein A tt e n t a t vorbereitenden Italiener durch die
P a r i s e r P o l i z e i empfand, hat sich leider
rasch in n e u e B e s o r g n i s gewandelt. Mit
auffallender Unruhe wird den schweizerischen
Behörden nahegelegt, sür einen vermehrten
Schutz der italienischen Völkerbundsdelegation während der nächsten Session in Genf
besorgt zu sein.
I h r e Schritte schwankten, als sie auf ihn zutrat. Eine Träne wollte sich in ihr Auge
drängen. Sie schluchzte zweimal, dreimal —
dann war sie wieder die Alte, die Feste, die
Kühle.
„Feodor! Ich vertraue auf dich. Du bist ein
ehrlicher Mensch. Sprich: hast du jenes Mädchen 'lieb?"
Sofort schwand bei diesem guten Worte der
Zorn aus seinem Herzen. Eine große Traurigkeit bemächtigte sich seiner.
Er nickte mit dem Kopfe.
„Ja, Theosine!"
Sie wurde kühler, abwehrender. Ihre Augen blickten streng und kalt.
„Lieber als mich?"
E r zögerte.
Man sah es seiner wogenden Brust, seinen
flackernden Augen, seinen zitternden Lippen
an, wie es in ihm Äämvfte und dräNgte^'Mdlich sagte er tonlos:
'J
^
, ,,^a, Meosine . . . l i M r W dich, aber ich
eiserne Wil^lenN^ast ubÄ^Äese Leidenschaft hinwegkammey. DaS nimin' als heilige Versicherung, es
.ist kein Wort über unisere Lippen gÄömmen,
Weib schlagen können. Aöer ^ M M l i c k . a ^ -Wahrheit e i n z u g e s t e h e n ! " . . . i ,
das nicht por Gott, Hv^ÄkenMten-Mmscheir
Theosine gab ihm noch einigermaßen Ruhe.
Totenblaß stand Theosine da.' Alles Blut und' vor dlk.'KÄner Braut, bestehen könnte."
Totenblässe lag auf Theosinens Antlitz. schien ihr aus dem Antlitz gewichen zu sein.
Fortsetzung folgt.)
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