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Informationen und Kriterien - Regionalfonds für - GIZ

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Regionalvorhaben „Dreieckskooperationsfonds in Lateinamerika und der
Karibik“
I. Was sind die Ziele von Dreieckskooperation in der Region Lateinamerika und
Karibik?
Das Thema Dreieckskooperation (DEK) genießt auf der internationalen Agenda für
Entwicklungszusammenarbeit derzeit große politische Aufmerksamkeit (Verankerung
in der Accra Agenda for Action und dem Busan Outcome Document, sowie
Austausch in Vereinten Nationen und OECD). Die Schwellenländer haben ihre SüdSüd-Kooperationen in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet. Gleichzeitig haben
die traditionellen Entwicklungsakteure ein gesteigertes Interesse an der
Intensivierung der Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit und dem Austausch zu
Entwicklungsthemen.
Mit Dreieckskooperation als Instrument in der Zusammenarbeit sollen Wissen und
Erfahrungen sowie institutionelle und finanzielle Ressourcen „neuer“ und
„traditioneller“ Akteure der Entwicklungszusammenarbeit für die Förderung von
Maßnahmen in einem Empfängerland komplementär eingesetzt werden. Auf diese
Weise soll ein Mehrwert entstehen, der allen drei Kooperationspartnern
gleichermaßen zu Gute kommt. Auf Seiten des Empfängerlandes soll ein Beitrag
zur nachhaltigen Entwicklung geleistet werden. Beim lateinamerikanischen
Kooperationspartner stehen die Umsetzung von Projekten und der Austausch von
seinen spezifischen Erfahrungen mit den Empfängerländern im Mittelpunkt. Auch der
Auf- und Ausbau von Kooperationsstrukturen und -verfahren kann damit verfolgt
werden. Deutschland profitiert von dem Austausch zu innovativen Ansätzen der
Entwicklungszusammenarbeit und den eigenen Entwicklungserfahrungen der Partner
(BMZ-Positionspapier „Dreieckskooperationen in der entwicklungspolitischen
Zusammenarbeit“ 2013). Insgesamt sind Dreieckskooperationen Formen der
Zusammenarbeit, die eine Kooperation auf Augenhöhe sowie eine praktische
Auseinandersetzung
mit
Werten,
Standards
und
Kriterien
der
Entwicklungszusammenarbeit erlauben.
II Wie ist das Konzept des Dreieckskooperationsfonds?
Viele Schwellenländer Lateinamerikas (u.a. Brasilien, Mexiko, Chile) sind in
Empfängerländern mit Entwicklungsprojekten bereits erfolgreich aktiv. Sie bringen
sich auch in internationalen Dialogforen zur Entwicklungszusammenarbeit aktiv und
selbstbewusst ein. Der politische Dialog mit den Schwellenländern Lateinamerikas ist
damit keineswegs ausgeschöpft.
Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung über das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Regionalvorhaben, den
regionalen Dreieckskooperationsfonds für Lateinamerika und die Karibik
1
aufgelegt. Damit soll die Umsetzung von gemeinsamen Projekten zwischen
Deutschland,
einem
lateinamerikanischen
Kooperationsland
und
einem
Empfängerland
unterstützt
werden.
Die
gemeinsam
finanzierten
Entwicklungsmaßnahmen finden i.d.R. in den Empfängerländern statt. Der Fonds
bietet damit eine Plattform für das gemeinsame Lernen, den praktischen Austausch
und Dialog zu Dreieckskooperation.
III. Welche Kriterien gelten für die Förderung von DEK Projekten?
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Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt Deutschlands mit einem
lateinamerikanischen Land und einem Empfängerland. Planung und
Umsetzung erfolgen gemeinsam. Das Empfängerland sollte dabei eine
Führungsrolle übernehmen und die trilaterale Maßnahme bei Planung und
Durchführung koordinieren.
Es handelt sich um ein Projekt der Technischen Zusammenarbeit, d.h. es
werden im Wesentlichen Beratungsleistungen und Trainingsmaßnahmen, in
geringerem Maße Finanzierungszuschüsse erbracht.
Als beteiligte Kooperationsländer kommen i.d.R. alle lateinamerikanischen
Länder in Frage.1 Als Empfängerland kommen alle Kooperationsländer der
deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen von Länderprogrammen
oder regionaler/thematischer Programme in Frage (v.a. Niedrigeinkommensländer). Empfängerländer können auch asiatische und afrikanische Länder
sein. Es gibt eine völkerrechtliche Basis für die Kooperationskonstellation.
Jeder der beteiligten Akteure leistet einen eigenen Beitrag. Der Beitrag
Deutschlands orientiert sich an der Höhe des Beitrags des
lateinamerikanischen Kooperationslands.2 Weitere zusätzliche Beiträge durch
andere Kooperationspartner sind möglich und gewünscht. Das Empfängerland
leistet einen angebrachten Eigenbeitrag. Bei der Berechnung des
internationalen Gesamtbeitrags werden In-kind Beiträge berücksichtigt (z.B.
Beratungsleistungen eines Sektorministeriums).
Grundsätzlich besteht bei DEK keine sektorale und thematische
Einschränkung. Der Bedarf an der Kooperation sollte aber vom
Empfängerland geäußert werden. Darüber hinaus sollte es sich um Sektoren
handeln, in denen der Kooperationspartner Kompetenzen einbringen kann.
Maßnahmen, bei denen bereits Erfahrungen aus der gemeinsamen
Zusammenarbeit in einem Sektor vorliegen, kann aufgrund der zu
erwartenden Synergien Vorrang eingeräumt werden.
Das Vorhaben sollte den Entwicklungsstrategien des Empfängerlandes und
den entwicklungspolitischen Leitlinien
des Kooperationspartners
entsprechen. Orientierung an den Qualitätskriterien Nachhaltigkeit, Effektivität,
Relevanz und Effizienz.
Die institutionellen Strukturen zur Vorbereitung und Steuerung der
Durchführung von TZ-Projekten bei Kooperationsland und Empfängerland
1
Bei Ländern, die nicht klassische Kooperationsländer der dt. EZ sind (oder Kooperationsländer, in denen die bilaterale EZ
ausläuft) müssen die zu erbringenden Projektvorhaben zwingend im Empfängerland umgesetzt werden.
2
Der durch das Vorhaben finanzierte deutsche Beitrag kann in der Regel bis zu 300.000 EUR betragen.
2
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sind vorhanden und möglicherweise kann auf Erfahrungen im Rahmen von
DEK oder Süd-Süd-Kooperation verwiesen werden.
Im Projektvorschlag ist auf
die realistische und nachvollziehbare
Darstellung des Vorhabens, mit wirkungsorientierter Ziel- und
Ergebnisformulierung zu achten. Die wichtigsten Handlungsfelder sollten klar
erkennbar sein. Die Entwicklung von Wirkungsindikatoren kann nach Beginn
des Projektes erfolgen.
III. Schritte des Entscheidungsprozesses:
1) Erarbeitung von Projektvorschlägen: Interessierte Länder entwickeln
gemeinsame Projektvorschläge (im Mai und November).3 Es wird empfohlen,
frühzeitig Kontakt mit dem GIZ-Büro vor Ort zur Ausarbeitung der Projektidee
aufzunehmen. Die GIZ berät - wo gewünscht und sinnvoll – frühzeitig Kooperationsund/oder Empfängerland zu der von ihnen entwickelten Projektidee. Sie unterstützt
auch bei der Ausarbeitung der Projektskizze nach einheitlichem Format, in der die
Grundzüge des geplanten Vorhabens dargelegt werden (siehe Vorlage). Die
jeweiligen staatlichen Kooperationsinstitutionen der beteiligten Länder sollten
informiert und ggf. in die Erarbeitung einbezogen werden.
2) Übergabe des Vorschlags an die Deutschen Botschaft: Wenn die Zustimmung
zum Projekt seitens der betroffenen Kooperationsinstitutionen sichergestellt ist,
werden die Projektvorschläge der Botschaft übergeben und sollten ihr nach
Möglichkeit vorgestellt werden. Die Botschaft bewertet die Projektidee nach den
gemeinsam festgelegten Kriterien in einer Stellungnahme an das Auswärtige Amt (im
Mai und November).
3) Förderentscheidung: Auf Grundlage dieser Bewertung, sowie je nach
Mittelverfügbarkeit und entwicklungspolitischer Bedeutung entscheidet das BMZ über
die Förderung (im Juni und Dezember). Die Partner werden über die
Förderentscheidung von den jeweiligen Botschaften informiert.
4) Umsetzung des Projekts: Das BMZ beauftragt die GIZ mit der Umsetzung des
deutschen Beitrags. Das Kooperationsland beauftragt ebenfalls eine oder mehrere
Durchführungsinstitution/en. Die Kooperationspartner und das Empfängerland (bzw.
deren jeweiligen Durchführungsinstitutionen) vereinbaren gemeinsam die
Durchführungsmodalitäten. Gemeinsame Fortschritts- bzw. Endberichte werden
verfasst.
3
Formulare sind bei den Deutschen Botschaften und bei der GIZ vor Ort erhältlich, sowie auf GIZ Homepage unter
www.giz.de/fondo-triangular.
3
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Bildung
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