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30. April 2015

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SHAHIN DE HEART
FRAUEN
25. Oktober – 23. November 2014
Deutsches Werkzeugmuseum
Die Malerin Shahin de Heart ("1948 in Teheran) zeigt in ihrer Ausstellung im Deutschen
Werkzeugmuseum in Remscheid erstmalig einige der in den letzten zehn Jahren im Lenneper
Atelier entstandenen Bilder. Aus den frühen monochrom-abstrakten Schriftbildern hat sie farbige
abstrakte und expressive Bilder entwickelt und aus Lineaturgesichtern großformatige Figurenbilder,
in die auch der Gestus der Schriftbilder symbiotisch eingeflossen ist. Auf Gesichtern und Körpern
wird der Einfluss der in hunderten Ölkreidezeichnungen herausgearbeiteten, unverkennbar
besonderen Textur der Bildfindung sichtbar. Mit ihrer zeichnerischen Malerei bringt Shahin de
Heart Porträts und Figuren voller Lebenskraft und Intensität hervor.
Körper und Gesichter gewinnen plastisches Leben durch starke kurvige Kraftlinien, welche durch
die dynamisch ausgeführten Pinselstriche an futuristische Bilder erinnern. Malerisch
eingeschrieben sind diese kurvigen Lineaturen in zuweilen wiederkehrende Schleifen von rechts
nach links. Sie wiederholen wie ein Mantra die Gedichtzeilen des persischen Dichters und
Mystikers Hafis ('1325-1390): "Komm, lass uns Blumen streuen, / lass Wein uns in die Gläser
gießen, / lass uns das Dach des Himmels öffnen / und eine neue Welt entwerfen!" Manche
Gedichtzeilen oder abstrahierte Buchstabenschleifen der persischen Schrift werden malerisch
geradezu körperhaft verinnerlicht und gemahnen so zu Aufbruch und Kreativität. Die curvilinearen
Buchstaben der dynamisch-weich fießenden persischen Schrift eignen sich in besonderer Weise
dazu, dem menschlichen Körper eingefügt und zugeschrieben zu werden. So beziehen sich die
Bilder auch thematisch-inhaltlich auf das Gedicht von Hafis, nämlich Grenzen zu überwinden und
eine neue Welt zu kreieren.
Die Verbildlichung des nackten Körpers dient dabei nicht primär der Aktdarstellung, sie betont nicht
die Physis, sondern sie ist egalitärer Ausdruck und Ausgangspunkt der Gleichheit der Menschheit.
ln der Bildgeschichte wird deshalb bewusst auf Kleidung und Schmuck verzichtet, um jegliche
Form von Exotismus zu vermeiden. Es begegnen sich Menschen aus allen Weltgegenden und
Kontinenten so frei, als ob sie immer zusammengelebt hätten. Es sind Bilder einer ubiquitären
weltbürgerlichen Zivilisation.
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Kategorie
Seele and Geist
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