close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Freie Fahrt – Was Lange Währt, Wird endLich gut - Alpiq Burkhalter

EinbettenHerunterladen
projekt: westumfahrung
Freie Fahrt – Was Lange
währt, wird endlich gut
Der Verkehr rollt auf der Westumfahrung rund um Zürich, auf der a4
durch das knonaueramt, und das
Nach mehr als 12 jahren Bauzeit.
| 08 | 09 | aufDRAHT | Burkhalter Technics AG |
Frühling 10
Strassen rücken
orte zusammen
Vier Mrd. Franken wurden in
die Westumfahrung Zürichs,
die A4 im Knonaueramt, gesteckt.
Luzern und Baden rücken
näher zu Zürich, Birmensdorf und
Wettswil sind nur noch einen
Katzensprung respektive
eine Tunnelfahrt voneinander entfernt. Die beiden Grossprojekte Westumfahrung und A4 Knonaueramt entlasten Zehntausende
von Menschen vom Durchgangsverkehr und bringen täglich weiteren Zehntausenden ihren Arbeitsort dem Wohnort ein Stück
näher.
Links: Verkehrsdreieck
Zürich Süd: eines der
markantesten Bauwerke der
Westumfahrung Zürich.
Diese Seite: Beleuchtung und
Lüftung im Aeschertunnel.
Der Tunnel ist 2150 m lang
und verbindet den Anschluss
Birmensdorf mit dem Dreieck
Zürich West bei Wettswil.
projekt: westumfahrung
tung. Neben den Sicherheitsanlagen sind Lüftungsinstallationen, Beleuchtungen, die auch tagsüber ihren Dienst
tun, sind Fluchtwege vorgesehen, die signalisiert werden
müssen, Ampeln, die vor den Tunnelportalen den Verkehr
aufhalten, Brandnotleuchten, SOS-Nischen und eine Verkehrsleittechnik. In enger Zusammenarbeit mit der Planungsfirma Pöyry zeichnete Burkhalter Technics in den
verschiedenen Tunnels für die Lieferung, Installation und
Verkabelung der Türumrandung der Fluchtwege – beispielsweise der Tunnels Eggrain- und Hafnerberg, der
Blitzleuchten, der Fluchtweg- und der SOS-Leuchten verantwortlich. In den Tunnels stellten die Burkhalters die vormontierten Schalt- und Steuerschränke und arbeiteten die
Elektroschemas aus. Und das ist keine einfache Sache.
Der Spatenstich Zur Westumfahrung von
Zürich erfolgte im September 1996. Dass es dann
mehr als zwölf Jahre dauerte, bis die Westumfahrung dem
Verkehr freigegeben wurde, das hat mit dem Umfang des
Bauwerkes und viel mit der Bauweise zu tun. Die Umfahrung gliedert sich in drei Abschnitte: in die Umfahrung
von Birmensdorf bis zur Verbindung zur Waldegg, in den
Uetlibergtunnel und in das Verkehrsdreieck Zürich–Süd
im Bereich der Brunau. Die gesamte Westumfahrung ist
10,6 km lang. Davon verlaufen 8,4 km in Tunnels. Das
hat nicht nur geologische Ursachen. Die Umfahrung verläuft durch dicht besiedeltes Gebiet. Ohne Lärm- und Abgasschutzmassnahmen war an den Bau von neuen Autobahnen nicht zu denken. Das war für die Westumfahrung
so und galt auch für die A4 im Knonaueramt. Sie wurde
nach sieben Jahren Bauzeit im Herbst 2009 eröffnet und
reicht von Zürich West bis zum Autobahndreieck Blegi mit dem Islisbergtunnel und dem Anschluss Affoltern
am Albis. Die ursprünglichen Projekte, die allesamt aus
den frühen 1970er-Jahren stammten, hatten ausser dem
Uetlibergtunnel eine offene Streckenführung vorgesehen. Der Islisbergtunnel zwischen Birmensdorf nach Affoltern am Albis durch das Knonaueramt ist wohl das bezeichnendste Beispiel für einen Tunnelbau, der nur dem
Schutze des Menschen und der Umwelt dient, aber keinerlei geologische Gründe hat. Vor allem wird das Dorf
Hedingen vom Durchgangsverkehr und dazu vom Lärm
entlastet.
Zusätzlich zu den Tunnels schützen zahlreiche Überdachungen die an die Autobahn angrenzenden Wohngebiete vor dem Lärm. Diese Lösungen waren kostenintenisv, sicherten aber die Zustimmung von
breiten Kreisen der Bevölkerung. Die Westumfahrung
und die A4 Knonaueramt kosteten rund vier Mrd. Franken.
Je mehr Tunnels, desto mehr Installationen.
Geschlossene Strassenräume verlangen nach einer hochqualitativen und hochspezialisierten technischen Ausrüs| 10 | 11 | aufDRAHT | Burkhalter Technics AG |
Frühling 10
Das Verkehrsaufkommen nimmt in der Schweiz
stetig zu. Rund anderthalb Stunden ist jeder Schweizer,
jede Schweizerin pro Tag unterwegs, 37 km legen sie dabei zurück, zwei Drittel davon mit dem Auto. Obwohl vor
allem die Deutschschweizer in Sachen Arbeitsweg vor allem auf den öffentlichen Verkehr zählen, steigern sich die
täglich zurückgelegten Kilometer im Privatauto pro Person und Tag kontinuierlich, seit 1984 bis 2005 von 20,5
auf 26,2 km. Da erstaunt es nicht, dass der Grossraum Zürich im Verkehr zu ersticken drohte. Die Stadt Zürich hatte mit der chronisch verstopften Westtangente, um nur
ein Beispiel zu nennen, einen schlechten Ruf als permanenter Stauort, der kaum Umfahrungsmöglichkeiten bot.
Trotz vieler skeptischer Stimmen ist seit der Eröffnung der
Westumfahrung und der A4 durch das Knonaueramt vieles besser geworden. Die Bauherrschaft, die Baudirektion des Kantons Zürich, zeigt sich denn auch ganz zufrieden. Der Verkehr reduzierte sich alleine im Knonaueramt
um mindestens 20 Prozent, der Lastwagenanteil gar um
bis zu 80 Prozent. Durch die Gemeinde Birmensdorf fahren heute noch rund 10 000 Autos täglich, vorher waren es
30 000 gewesen. Gemeindepräsident Jakob Gut spricht bereits davon, dass seine Gemeinde spürbar an Attraktivität
Rechts, grosses Bild:
Lüftungsventilatoren im
Aeschertunnel, Schaltanlagen in
der Zentrale Hafnerbergtunnel.
Links oben: Schaltschränke
in der Zentrale Aeschertunnel.
Unten: Blick in einen offenen Steuerungsschrank im Aeschertunnel.
F wie Feuer
R wie Rauch
U wie Unfall
Die Szenarien sind durchgespielt.
Aus den Tunnelkatastrophen von
1999 im Montblanc und 2001 im
Gotthard haben die Fachleute ihre
Lehren gezogen. Alle 300 Meter
sind die Tunnels auf der Westumfahrung und der A4 im Knonaueramt mit einer Fluchtmöglichkeit
ausgestattet. Alle 150 Meter
befindet sich eine SOS-Nische
mit Telefon. Wird hier ein Alarmknopf gedrückt, ein Feuerlöscher aus der Halterung genommen, stellt die Ampel bei der Tunneleinfahrt sofort auf Gelbblinken
und die Kantonspolizei wird
benachrichtigt.
gewonnen hat, auch für Zuzüger. In Zürichs Sihlfeld und auf
der Weststrasse ist die Verkehrsberuhigung spürbar. Dank
den flankierenden Massnahmen wie Verengungen und Tempo-30-Zonen wurden aus den einstigen Stauwüsten attraktive Quartierstrassen.
Rita Fuhrer, die scheidende Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich zeigte sich denn in
der Publikation zum Jahrhundertwerk «Direkt um Zürich»
auch stolz und spricht vom Bauen für die Zukunft des Wirtschaftsraums Zürich: «Die beiden Bauwerke dienen der Stärke und der Wettbewerbsfähigkeit von Zürich, der umliegenden Kantone und letztlich der ganzen Schweiz.» Und da hat
sie wohl recht. Die Schweiz ist ein bisschen näher zusammengerückt.
projekt: westumfahrung
Die Autobahn für
das Auge und für
die umwelt
Autobahnen und ihre Hauptbauwerke wie Tunnelbauten,
Brücken und Lüftungszentralen gehören heute zu den Bauten, die die Landschaft nachhaltig prägen. Das Abluftwerk
der Lüftungszentrale Süd beim
Islisbergtunnel ist eines dieser
Vorzeigebauwerke, genau wie
die südliche Einfahrt in den Islisbergtunnel der A4 Knonaueramt. Wie Architektur gehört
heute auch Umweltschutz zum
modernen Strassenbau. Beim
Autobahndreieck Zürich–Süd
wurde die Sihl renaturiert. So
entstanden wertvolle Räume
für die Tier- und Pflanzenwelt.
Für die Zukunft bauen bedeutet im Strassenbau
und vor allem im Tunnelbau aber nicht nur breiter und
mehr, sondern vor allem sicherer. Seit den beiden schweren Unfällen vom 24.Oktober 2001 im Gotthardstrassentunnel, der elf Menschen das Leben kostete, und vom
17. September 2006 mit neun Toten im Viamala–Tunnel
bei Chur, wurden die Sicherheitsstandards in den Tunnels
massiv erhöht. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat
einen hohen Stellenwert. Neben verkehrstechnischen und
baulichen Massnahmen wurden hohe Anforderungen an
das Betriebs- und Sicherheitskonzept gestellt. Vor allem
die Tunnels wurden mit den modernsten elektromechanischen und sicherheitstechnischen Anlagen ausgerüstet, die unter anderem Anlagen zur Energieverteilung und
Energieversorgung umfassen.
So wurde beispielswiese im Aeschertunnel das Lüftungssystem nachträglich geändert und eine Zwischendecke
eingebaut. In diese Zwischendecke über dem Fahrraum
sind Brandklappen angebracht, die sich öffnen und über
einen Abluftkanal den Rauch und giftige Gase mit grossen
Ventilatoren absaugen und via Abluftkamin ins Freie transportieren. Im Tunnel selber kann so keine für den Menschen lebensbedrohliche Rauchgaskonzentration mehr
entstehen.
Die Tunnels der Westumfahrung verfügen darüber hinaus über eine eigene Löschwasserversorgung. Damit auch
bei einem Verkehrsunfall die Rettung ungehindert passieren
kann, sind sie durchgehend mit einem Pannenstreifen ausgestattet. André Schindler, der Projektleiter bei Burkhalter
Technics, zeigte sich beeindruckt von all den Sicherheitsinstallationen, die in «so ein Loch» hineingepackt werden.
Im Hintergrund aller fünf Tunnels, Eggirain, Hafnerberg,
Aescher-, Uetliberg- und Islisbergtunnel, befindet sich
eine riesige, unbemannte Anlage, die jede noch so kleine
Bewegung beobachtet. Messstationen registrieren Veränderungen der Luft-, Sicht- und Temperaturverhältnisse. «Ähnlich einer Gebäudeautomatisationsanlage schal-
Links: Die Schaltzentrale
im Hafnerbergtunnel.
Die Zentralen wurden
in allen Tunnels in den
Querschlägen eingebaut.
Unten: Blick in den
Islisbergtunnel, links mit
den Fluchtstollen, rechts
mit der SOS-Nische.
| 12 | 13 | aufDRAHT | Burkhalter Technics AG |
Frühling 10
ten bei dämmrigen Verhältnisse dann automatisch die
Beleuchtungen ein oder bei erhöhter Schadstoffkonzentration die Ventilatoren.»
Sämtliche Notrufsäulen auf offener Strecke und die in den
Tunnels platzierten Alarmkästen sind mit dem SOS-Signet
beschildert. Jede Notrufsäule ist mit einer Freisprechplatte ausgerüstet und orientiert die Polizeit automatisch über
den Standort. Gleichzeitig löst jeder Notruf in einem Tunnel die automatische Schaltung der Verkehrsanlage auf
Gelbblinken und die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit aus. Überwachungskameras vermitteln dem Personal in der Zentrale ein Bild von der Situation vor Ort.
Burkhalter Technics kamen einmal mehr ihre Erfahrungen im Tunnelbau am Lötschberg und im Gotthard–Basistunnel zugute. Denn weder der Untertagbau, noch enge
Platzverhältnisse, noch sportliche Terminpläne, das Zusammenspiel mit den Planern, den Bauunternehmern, der
Bauherrschaft, die Arbeit auf einer Grossbaustelle mit bis
zu 2000 Arbeitern waren Neuland für Burkhalter Technics.
Neben den herkömmlichen Strassen- und Tunnelinfrastrukturausrüstungen, die oben erwähnt wurden, geht es heute vor allem um Verkehrslenkungs-und Steuersysteme. Dazu gehören dynamische
Signalisationen, Verkehrsfernsehen, Informationssysteme und Kommunikationsanlagen mit Breitbandnetzwerken für Telefonie, Mobiltelefonie, Radio und Funk. Mit all
dem wird heute der Verkehr geleitet, immer mit dem Ziel,
Staus zu vermeiden, den Verkehr im Fluss zu halten und
damit auch die Umwelt zu schonen. Dieses sogenannte
Verkehrsmanagement (VM) wird durch die Kantonspolizei
Zürich ab der Zentrale Letten wahrgenommen.
Ein wichtiges Element sind die Kameras. Die Standorte
sind so angeordnet, dass eine lückenlose Überwachung
gewährleistet ist. Die Fernsehbilder zeigen die Fahrzeuge
als Bildpunkte. Durch die Analyse dieser Punkte kann das
Verkehrsleitsystem Fahrzeuggeschwindigkeiten und Verkehrsfrequenzen bestimmen. Stehende Fahrzeuge, eine
Staubildung oder Falschfahrer werden erkannt. Stört ein
Fahrzeug, ein Unfall oder ein anderes Ereignis den Verkehrsfluss, werden Verkehrslenkungsmassnahmen ergriffen, beispielsweise mittels eines Lichtsignals, die die zeitweilige Sperrung eines Fahrstreifens veranlassen.
Am gesamten Bauwerk Westumfahrung und
A4 Knonaueramt wurden von Burkhalter Technics, um
all diese komplizierten und komplexen elektromechanischen Anlagen installieren zu können, über 800 Steuerund Verteilschränke eingebaut, die die einzelnen Anlagen
mit Energie versorgen, Informationen und Befehle verteilen. Die elektromechanischen Einrichtungen sind auf dem
ganzen neu gebauten Strassennetz rund um die City von
Zürichin500Betriebsräumenin13Zentralenuntergebracht.
Es wurden 400 km Kabelrohre und 2500 km Kabel verlegt,
250 000 Datenpunkte installiert, und das in 27,8 km Tunnelröhren und fünf Tunnelbauwerken, die alle sehr unterschiedlich sind. Es waren aber nicht nur Menge und
Volumen, die zur Herausforderung wurden, «sondern»,
ergänzt André Schindler, «auch die Gleichzeitigkeit der
Aufgaben.» Während die Burkhalters den Eggirain- und
den Hafnerbergtunnel fertig ausrüsteten, nahmen sie
bereits die Installationsarbeiten am Aescher- und am Uetlibergtunnel in Angriff.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
1 198 KB
Tags
1/--Seiten
melden